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Lagebericht 2025

Oerlikon Balzers Coating Austria GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 27. Aug. 2026

Inhaltsverzeichnis

Oerlikon Balzers Coating Austria GmbH, Kapfenberg Jahresabschluss zum 31. Dezember 2025

A) Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft

Mit der Erweiterung der EU im Jahr 2004 ist in Mitteleuropa eine Region entstanden, die sich durch eine besonders dynamische Entwicklung auszeichnet. Dieser Entwicklung trägt Oerlikon Balzers Coating Austria GmbH dadurch Rechnung, indem es seine Präsenz in diesen Märkten konsequent ausbaut: Die Kapazität am Standort in Kapfenberg wurde erweitert, zudem wurde im April 2014 ein weiteres Beschichtungszentrum im oberösterreichischen Industriegebiet in Betrieb genommen und die Teams um die Beschichtungszentren in der Tschechischen Republik, in Ungarn und Rumänien wurden, bzw. werden laufend ausgebaut. Geführt werden diese Zentren aus Kapfenberg.

Osterreich: Firmengründung im Jahr 1998:

Abbildung 1: Produktion in Kapfenberg (Oerlikon Balzers Coating)

Oerlikon Balzers Coating Austria GmbH Burgstallweg 27 8605 Kapfenberg

Umsatz (2025): 7.842 TEUR

Anzahl Mitarbeiter (2025): 44 MA (durchschnittlich)

Osterreich: Zukauf im Jahr 2013 (22. Februar 2013)

Abbildung 2: Produktion in Stainz (Oerlikon Balzers Coating)

Oerlikon Balzers Coating Austria GmbH- Niederlassung Stainz Technologiepark 1 8510 Stainz

Umsatz (2025): 257 TEUR Anzahl Mitarbeiter (2025): 5 MA (durchschnittlich)

Osterreich: Gründung im Jahr 2014 (22. April 2014)

Abbildung 3: Produktion in Ohlsdorf (Oerlikon Balzers Coating)

Oerlikon Balzers Coating Austria GmbH- Niederlassung Ohlsdorf Gewerbepark 9/2 4694 Ohlsdorf

Umsatz (2025): 1.715 TEUR Anzahl Mitarbeiter (2025): 9 MA (durchschnittlich)

In folgenden Ländern, neben Österreich, unterhält Oerlikon Balzers Coating Austria GmbH Produktionsstätten:

Ungarn: Firmengründung im Jahr 2004:

Abbildung 4: Niederlassung in Ungarn (Oerlikon Balzers Coating)

Oerlikon Balzers Coating Austria GmbH - Magyarországi Fióktelepe H-8000 Székesfehérvár

Alba Ipari Zóna, Babér u. 6.

Umsatz (2025): 4.590 TEUR Anzahl Mitarbeiter (2025): 43 MA (durchschnittlich)

Tschechische Republik: Firmengründung im Jahr 2006:

Abbildung 5: Niederlassung in der Tschechischen Republik (Oerlikon Balzers Coating)

Oerlikon Balzers Coating Austria GmbH - organizační složka Červený Křiž 282 586 02 Jihlava

Umsatz (2025): 4.136 TEUR

Anzahl Mitarbeiter (2025): 37 MA (durchschnittlich)

Rumänien: Firmengründung im Jahr 2007:

Abbildung 6: Niederlassung in Rumänien (Oerlikon Balzers Coating)

Oerlikon Balzers Coating Austria GmbH Kapfenberg Austria – Maracineni Branch Office Platforma "Europa 2" sat Argeselu, nr. 537 bis - Hala 5 Com. Maracineni, Jud Arges – Romania, RO-110195 Pitesti

Umsatz (2025): 1.576 TEUR Anzahl Mitarbeiter (2025): 15 MA (durchschnittlich)

Die wirtschaftliche Schwächephase Österreichs hat sich stärker und länger manifestiert als ursprünglich erwartet. Die Wachstumsaussichten wurden auch 2025 mehrfach nach unten korrigiert. Strukturelle Herausforderungen belasten die mittelfristigen Perspektiven weiterhin spürbar. Die Wirtschaftsleistung ist 2025 erneut nur minimal gewachsen, nachdem Osterreich 2023 und 2024 zwei Rezessionsjahre verzeichnet hatte. Damit zählt das Land im EU-Vergleich weiterhin zu den konjunkturellen Nachzüglern.

Die Inflation ist 2025 zwar deutlich zurückgegangen und lag im Jahresvergleich im Bereich des EZB-Ziels. Teile des Preisauftriebs – insbesondere bei Netzentgelten – dämpfen jedoch die Geschwindigkeit der Disinflation, sodass 2026 weiterhin moderate Preissteigerungen erwartet werden.

Die angespannte wirtschaftliche Situation hat auch 2025 zu einem weiteren Anstieg der Unternehmensinsolvenzen geführt. Besonders betroffen bleiben:

• Bauwirtschaft • Handel • Industrie, wo zunehmend auch größere Unternehmen in Schwierigkeiten geraten

Symbolhaft steht dafür die weiterhin herausfordernde Lage im Umfeld der österreichischen Fahrzeug- und Zulieferindustrie. Parallel dazu prüfen mehrere Industrieunternehmen eine

teilweise Verlagerung ihrer Produktion in Länder mit niedrigeren Kostenstrukturen oder haben entsprechende Schritte bereits eingeleitet.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass Osterreichs Wachstum durch strukturelle Faktoren gehemmt bleibt. Dazu zählen:

• hohe Lohnnebenkosten • schwache Investitionsdynamik • niedrige Produktivitätszuwächse • unzureichende Anreize für Innovation und Kapitalbildung

Zur Stärkung des langfristigen Potenzials sind weitere Entlastungen des Faktors Arbeit sowie gezielte Impulse für private Investitionen erforderlich.

Wie sieht der Ausblick für 2026 aus? Nach der leichten Stabilisierung im Verlauf des Jahres 2025 wird für 2026 nur eine moderate konjunkturelle Erholung erwartet. Positive Impulse kommen von:

• verbesserten Finanzierungsbedingungen • steigender Exportnachfrage • einer vorsichtigen Aufhellung der Konsumstimmung

Die Investitionstätigkeit bleibt hingegen weiterhin sehr verhalten und dürfte frühestens ab Mitte 2026 wieder an Dynamik gewinnen. Die Arbeitslosenquote steigt trotz der konjunkturellen Stabilisierung nur langsam. Externe Risiken – insbesondere geopolitische Spannungen und handelspolitische Unsicherheiten – bleiben ein wichtiger Faktor für die weitere Entwicklung.

In Ungarn, Tschechien und Rumänien stellt sich die wirtschaftliche Lage weniger angespannt dar. Obwohl die Fahrzeugindustrie dort ebenfalls einen großen Anteil an der Wirtschaftsleistung ausmacht, sind die strukturellen Schwächen geringer ausgeprägt als in Deutschland oder Osterreich. Speziell die Lohnkosten in diesen Ländern sind weniger stark ausgeprägt, als dies in Österreich der Fall ist. Zudem zeigen die Konjunkturindikatoren in diesen Märkten eine frühere und stabilere Erholung.

Für die von Oerlikon Balzers Coating Austria GmbH adressierten Märkte lässt sich zusammenfassen, dass die BIP-Wachstumsraten 2026 in vielen Regionen weiterhin nur verhalten ausfallen. In Österreich wird für 2026 ein moderates Wachstum im Bereich von rund 1 % erwartet.

(Quelle: www.wifo.at; www.bankaustria.at)

Veränderung des realen BIP (in%)

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
Land:20252026
Österreich:+ 0,3 %+ 0,9 %
Tschechische Republik:+ 2,4%+ 1,9 %
Ungarn:+ 0,4 %+ 2,3 %
Slowakei:+ 0,8 %+ 1,0 %
Slowenien:+ 1,0 %+ 2,4 %
Kroatien:+ 3,2 %+ 2,9 %
Rumänien:+ 0,7 %+ 1,1 %
Serbien:+ 2,2 %+ 3,3%
Bulgarien:+ 3,0%+ 2,7 %

Der österreichische Arbeitsmarkt zeigte bis in das dritte Quartal 2025 hinein eine insgesamt stabile, jedoch zunehmend ambivalente Entwicklung. Trotz hoher Beschäftigung ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr erneut gestiegen. Ende Dezember 2025 waren rund 440.000 Personen ohne Beschäftigung, während gleichzeitig mehr als 75.000 offene Stellen unbesetzt blieben. Dies unterstreicht die weiterhin bestehende Diskrepanz zwischen Arbeitskräfteangebot und -nachfrage.

Die Arbeitslosenquote lag zum Jahresende 2025 bei 8,5 %. Im Jahresdurchschnitt wurde ein Wert von 7,2 % verzeichnet und lag damit leicht unter dem langfristigen Zehnjahresschnitt, der einschließlich der Pandemiejahre bei rund 8 % liegt. Trotz der steigenden Arbeitslosigkeit wurde auch 2025 ein neuer Beschäftigungsrekord erreicht, was auf die robuste Entwicklung einzelner Dienstleistungssektoren zurückzuführen ist.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit konzentriert sich weiterhin stark auf:

• Bauwirtschaft • Industrie • Industrieintensive Bundesländer wie Oberösterreich und die Steiermark

Diese Segmente stehen auch 2026 unter strukturellem Druck aufgrund rückläufiger Investitionen, hoher Energie- und Lohnkosten sowie verschobener Auftragslagen. Trotz der erhöhten Arbeitslosigkeit bestehen in vielen Wirtschaftszweigen weiterhin deutliche Personalengpässe. Besonders ausgeprägt ist der Mangel in:

• technischen und handwerklichen Berufen • Gesundheits- und Pflegeberufen • IT- und Engineering-Funktionen

Der Fachkräftemangel hat sich in den letzten Jahren nochmals verschärft und bleibt auch 2026 ein zentraler Engpassfaktor für viele Unternehmen. Er ist eine Folge sowohl struktureller Trends (Demografie, Qualifikationsanforderungen) als auch der dynamischen Erholung nach den Corona-Jahren.

Der österreichische Arbeitsmarkt bleibt 2026 weiterhin angespannt, geprägt von einem paradoxen Mix aus:

• steigender Arbeitslosigkeit • gleichzeitig hoher Zahl unbesetzter Stellen • wachsendem Fachkräftebedarf • deutlichen sektoralen und regionalen Disparitäten

Eine nachhaltige Entspannung ist kurzfristig nicht zu erwarten und auch nicht zu sehen.

Entwicklung von Oerlikon Balzers Coating Austria GmbH

In diesem allgemeinen Umfeld erzielte Oerlikon Balzers Coating Austria GmbH einen Umsatz von TEUR 18.732 was einem Umsatzplus von 1,20 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Somit fiel der Gesamtumsatz 2025 um TEUR 223 höher aus als im Jahr 2024.

Produktgruppen:

Grundsätzlich unterscheiden wir die Produktion zwischen „Tools" und „Components". Als „Tools" bezeichnet man alle Arten von Werkzeugen, egal ob neu oder wiederaufbereitet. „Components" sind alle Arten von Präzisionsbauteilen, die im Automotive- oder anderen Industriebereichen eingesetzt werden (hier wird das tatsächliche Endprodukt durch die Beschichtung veredelt).

Die Gesellschaft ist in der Werkzeugbeschichtung, im Wesentlichen in den Bereichen / Segmenten „Zerspanen“ und „Umformen“ sowie im „Automotive-Bereich" tätig. In diesen Bereichen ist die Gesellschaft in Osterreich, sowie in Ungarn und in Rumänien Marktführer.

Das Umsatzplus zum Vorjahr 2024 fiel mit TEUR 223 (+1,20 %) geringer aus als ursprünglich erwartet. Speziell der Monat Dezember 2025 war auftragstechnisch sehr verhalten. Das Ergebnis vor Steuern ist mit TEUR -418 gegenüber dem Vorjahresniveau von TEUR -417 fast ident, obwohl es im Vergleich zu 2024 ein Umsatzplus von TEUR 223 gab. Gründe hierfür finden sich im Wesentlichen in den nach wie hohen Energiepreisen für 2025 und den weiterhin hohen Personalkosten. Obwohl es mit Mitte Februar 2025 bereits zu Personalfreisetzungen und zusätzlichen Arbeitszeitflexibilisierungen gekommen ist, welche für neun Monate (bis Mitte November) Gültigkeit hatten, konnten die Gesamtkosten nicht stark genug abgefangen werden. Dies beeinflusst das Ergebnis nun in entsprechender Weise.

Grundsätzlich bewertet die Gesellschaft die Geschäftsentwicklung unter Berücksichtigung der Wettbewerbssituation, der Marktstellung und der konjunkturellen Situation infolge von Krieg, der grundsätzlichen strukturellen Schieflage und auch der beiden Rezessionsjahre 2023 und 2024 als durchaus angemessen.

Wesentliche Ereignisse des Geschäftsjahres 2025

Die im Fünf-Jahres-Business-Plan ursprünglich festgelegte Strategie, Implementierung von neuen Anlagentechnologien in all unseren Niederlassungen sowie Aufbau einer tragfähigen Personalstruktur, wurde auch im Jahr 2025 weiterverfolgt. Nach wie vor gibt es ausreichend Anfragen von Kundenseite, obwohl die allgemeine Auftragslage sich über das gesamte Jahr 2025 deutlich eingetrübt hat. Daher liegen die Erwartungen des Fünf-Jahres- Business-Plan nun unterhalb der ursprünglich gesetzten Zielmarken.

Neue Produkteinführungen von weiter optimierten high-performance Schichtsystemen wie die Produktfamilie BALIQ, die Balinit Mayura oder Balinit TurbinePro, für den Zerspanungsund Umformbereich sowie dem Bereich der Bauteilbeschichtung, wurden erfolgreich etabliert. Der klare Trend des Kunden zu verbesserten Schichtqualitäten spiegelt sich auch darin ab, dass wir mit den neuen optimierten Schichtsystemen eine Steigerung von über 90% im Vergleich zum Vorjahr 2024 erzielen konnten. Diese neuen Produkte bringen absolute Spitzenleistungen und werden die Marktführung von Oerlikon Balzers weiter nachhaltig sichern.

Im Jahr 2025 war die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft keineswegs stabil. Bereits ab Januar kam es in Osterreich zu einer merklichen Eintrübung der Industrie, die sich dann auch unmittelbar auf den Auftragseingang niederschlug. Zeitgleich kam es auch auf Seiten der Energiekosten und Personalkosten (durch wiederholt hohe Kollektivvertragsabschlüsse) zu erheblichen Preis- und Kostensteigerungen, die sich natürlich sofort auf die Gewinnspanne des Unternehmens ausgewirkt haben. Infolgedessen hat sich die Gesellschaft in Osterreich mittels Personalfreistellungen und einer rasch umgesetzten Arbeitszeitflexibilisierung im Bereich der Produktionsmitarbeiter kostentechnisch an diese Situation angepasst. Diese Flexibilisierung der Arbeitszeiten wurde für einen Zeitraum von neun Monaten bis November 2025 aufrechterhalten.

Am ungarischen Markt konnte ebenfalls kein wirklicher Aufschwung im Vergleich zu 2024 festgestellt werden. Die Hoffnungen, dass unter anderem die e-Mobility sich als einer der Treiber hervortun wird, haben sich nicht erfüllt. Geplante Investitionen wurden zeitgerecht zurückgezogen oder verschoben. Die dort generierten Umsätze entwickelten sich wesentlich schwächer als ursprünglich von uns prognostiziert. Positiv war, dass trotz der schwierigen Rahmenbedingungen (e-Mobility Anlaufschwierigkeiten und Russland-Ukraine Problematik) die finanziellen Ziele trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage gehalten werden konnten. Auf dem tschechischen Markt war die schwache Marktsituation, speziell im Bereich der Automobilhersteller und -zulieferer, zu spüren, konnte aber, aufgrund der Aufträge aus Süd-Ost-Deutschland im Bereich Werkzeugbeschichtung kompensiert werden und verhalf der tschechischen Niederlassung zu einer Übererreichung des Planbudgets.

In Rumänien zeigt sich keine signifikante Erholung des Marktes. Großkunden leiden weiterhin unter den Russland-Sanktionen und damit verbundenen Absatzschwierigkeiten. Bereits im Januar 2009 wurde zur Arbeitszeitflexibilisierung ein Plus/Minusstundenpool eingerichtet. Dieses Modell kam auch im Jahr 2025 verstärkt zum Einsatz, um die im Bereich der Produktion freiwerdenden Ressourcen weiterhin flexibel einsetzen zu können. Mit dem Plus/Minusstundenpool war es somit der Gesellschaft möglich fast alle Mitarbeiter während der auftragsschwächeren Zeiten im Unternehmen zu halten. Deswegen wurde von der Gesellschaft die Verlängerung des Plus/Minusstundenpool auch für das Jahr 2026 durchgeführt. Zudem die Akzeptanz hierfür innerhalb der Belegschaft ausgesprochen hoch ist. Zur Verbesserung der Qualitätssituation wurde bereits mit Jahresbeginn 2019 eine eigene Position „Qualitätsmanagement und HSE" installiert und mit Herrn Christian Tritremmel neu besetzt. Im Zuge dieser Stärkung kam es auch im Jahr 2025 wieder zu internen Mitarbeiterschulungen. Dadurch und durch technologische Veränderungen in den eigenen Prozessen wurde eine weitere Senkung der Ausschussraten (speziell im Components-Bereich) zum Jahresende erreicht.

Im Bereich der Compliance wurde im Jahr 2017 ein Internes Control Programm (ICP) für die Exportkontrolle erarbeitet, dass alle wesentlichen Arbeitsprozesse mit der Exportkontrolle in Einklang bringt. Eine Ausrollung des Internen Control Programmes für Rumänien erfolgte ebenfalls noch im Jahr 2017 und wurde bereits mit 2018 abgeschlossen. Zudem wurde, nach Vorgabe durch den Mutterkonzern, das bestehende ICS (Interne Control System) für alle Geschäftsbereiche im Jahr 2017 in einem einheitlichen Online- Tool zusammengefasst, das in den darauffolgenden Jahren ausgerollt wurde. Auch 2025 wurden einzelne Teilbereiche der ICP an aktuelle Gegebenheiten angepasst und in den Ländern implementiert. Zudem gab es auch von der Konzernseite sogenannte Prozessüberprüfungen (Monitoring Visits), um die Wirksamkeit der ICP in den einzeinen Ländern zu überprüfen. Das Online-Tool deckt somit alle Niederlassungen in Osterreich, als auch die Niederlassungen in Ungarn, der Tschechischen Republik und in Rumänien ab. Weitere Anpassungen sind aber ebenfalls für das Jahr 2026 angedacht und sollten bis Ende des Jahres unter Mithilfe von Group Trade Control (Oerlikon) umgesetzt sein.

Zudem war auch das Jahr 2025 weiterhin durch das im Jahr 2021 implementierte ERP- Systems SAP geprägt, das auch aufgrund der sehr sportlichen Zielsetzung von Seiten der Konzernleitung, auch im Jahr 2025 wesentliche Ressourcen in allen vier Ländern über Monate gebunden hatte. SAP wirkt sich nach wie vor auf die zuvor bestehende Prozesslandschaft aus. Neue Prozesse wurden daher infolge der SAP-Implementierung erforderlich. Zudem musste der Bereich Trade Control, welcher ebenfalls über SAP systemtechnisch abgewickelt wird, durch das SAP S4H abgelöst werden. Diese Umstellung fand im Herbst 2025 statt und wurde in allen Ländergesellschaften durchgeführt

B) Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Das Vermögen der Gesellschaft setzt sich in 2025 zu 33,44% (i. Vj. 40,95%) aus Anlagevermögen TEUR 2.907; (i. Vj. TEUR 3.642) und 65,09% (i. Vj. 58,32%) aus Umlaufvermögen TEUR 5.658; (i. Vj. TEUR 5.187) zusammen.

Mit einer Eigenkapitalquote (Eigenkapital zu Bilanzsumme) im Geschäftsjahr 2025 von 63,92% (i. Vj. 67,93%) liegt die Gesellschaft nach wie vor über dem Branchendurchschnitt.

Die Bilanzsumme beträgt TEUR 8.694; (i. Vj. TEUR 8.895)

Das Eigenkapital für 2025 beläuft sich auf TEUR 5.557; (i. Vj. TEUR 6.043).

Im Berichtsjahr betrugen die Investitionen insgesamt TEUR 445 (i. Vj. TEUR 897).

Aufgrund der wirtschaftlichen Situation wurde die Investitionstätigkeit im Jahr 2025 sehr stark zurückgefahren. Investiert wurde unter anderem in notwendige Anlagenerweiterungen und in die Aufrüstung von bestehenden Anlagen, um diese wieder auf neuesten Stand zu bringen. Mit OC Oerlikon Corporation AG, Pfäffikon (Schweiz) besteht ein Finanzierungsrahmen in der Höhe von TEUR 2.000, der derzeit mit TEUR 0,0 ausgeschöpft ist.

Die Umsatzrendite (Jahresgewinn zu Umsatzerlöse) beträgt im Geschäftsjahr 2025 TEUR -485 oder -2,58% (i. Vj. TEUR -517 oder -2,79%).

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 10
Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit:893 TEUR
Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit:-445 TEUR
Nettogeldfluss aus der FinanzierungstätigkeitO TEUR
Summe:448 TEUR
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 01.01.2025*1.627 TEUR
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 31.12.2025*2.074 TEUR
Veränderung Finanzmittelbestand:448 TEUR

*In den Fonds der flüssigen Mittel werden die Forderungen aus Vereinbarungen zum physischen Cash Poolung miteinbezogen

C) Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Oerlikon Balzers Coating Austria GmbH beschäftigte durchschnittlich 152 Mitarbeiter (i. Vj. 158 Mitarbeiter), von denen 26 Mitarbeiter (i. Vj. 26 Mitarbeiter) eine abgeschlossene akademische Ausbildung haben. Die für das Jahr 2025 budgetierte Beschäftigungsanzahl von 176 Mitarbeiter wurde aufgrund einer strikten Personalbedarfsplanung und eines der konjunkturellen Situation geschuldeten Kostensparprogramms sogar wesentlich unterschritten.

Die Aufteilung zwischen den Beschäftigtenverhältnis Arbeiter und Angestellte setzt sich wie folgt zusammen:

Angestellte durchschnittlich 2025 Arbeiter durchschnittlich 2025

2 58 26

2 94

• AT • HU • Z • RO • AT • HU CZ RO

Abbildung 6: Durchschnittliche Arbeiter / Angestellte 2025 (Oerlikon Balzers Coating)

Der Krankenstand lag 2025 im Durchschnitt bei 3,21% (i. Vj. 3,66%), wobei, wie in der Vergangenheit auch, mit Beginn der kalten Jahreszeit (Oktober, November und Dezember) eine Erhöhung zu verzeichnen war. Dies entspricht ca. 9,0 Krankenstandtagen/Jahr je Arbeitnehmer. Hier resultierten die erhöhten Krankenstandstage aber nicht nur aufgrund von Covid-19 Infektionen und anderen Erkrankungen (Grippe, udgl.), sondern ebenfalls durch Langzeitkrankenstände. Zudem konnten auch regionale Unterschiede ausgemacht werden. So liegt der Krankenstand am tschechischen Standort (2,39%) unter dem der übrigen Gesellschaft. Ebenfalls feststellbar ist, dass sich die Krankenstände am tschechischen Standort im Vergleich zu den Vorjahren zwar leicht erhöht haben, aber innerhalb der Gesellschaft nach wie vor sehr gering sind. Generell ist feststellbar, dass es im Jahr 2025, wie bereits im Jahr 2024 vermehrt Langzeitkrankenstände (vor allem in Osterreich und auch in Rumänien) gegeben hat, die in den Vorjahren (bis 2017) weitgehend in dieser Ausprägung nicht vorhanden waren. Allein in Osterreich waren 2 Mitarbeiter im Langzeitkrankenstand. Die Krankenstandsquote für die gesamte Gesellschaft liegt im Jahr 2025 somit bei: 3,21% (i. Vj. 3,66%).

Grundsätzlich hatte sich die Gesellschaft für 2025 das Ziel gesetzt, den Krankenstand wieder auf die Marke von 2,0% zu bringen und langfristig zu stabilisieren, bzw. einen Abwärtstrend zu etablieren. Das konnte nicht erreicht werden. Aber die Krankenstandsquote insgesamt wurde im Vergleich zu 2024 gesenkt. Für 2026 nimmt sich die Gesellschaft aber wieder vor, dass eine Marke von 2,0% ohne Berücksichtigung der Langzeitkrankenstände vor allem in Österreich im Bereich des Erreichbaren liegt. Zudem sollte auch die Quote in Rumänien wieder gesenkt werden können.

Krankenstandsquote 2024

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 12
durchschn.ArbeitstageKranken-ArbeitstageKranken-
MAje MAstandstageGesamtstandsquote
AT65,22501 03616 3006,36%
HU43,125420510 9471,87%
CZ34.62521368 7191,56%
RO15,1252783 8052.05%
AT 278158,02521 45539 7723,66%

Krankenstandsquote 2025

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 12
durchschn. 125ArbeitstageKranken-ArbeitstageKranken-
MAje MAstandstageGesamtstandsquote
AT51,324844212 7223.47%
HU40.425227510 1812,70%
CZ35.82512158 9862,39%
RO16,02482203 9685,55%
|AT 278143,52501 15235 8573,21%

Abbildung 7: Krankenstandsquote 2024 / 2025 (Oerlikon Balzers Coating)

D) Voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken Die weiterhin schwache Auftragslage in der europäischen Industrie - insbesondere im Automotive-Sektor und im Anlagenbau sowie die anhaltende globale Konjunkturverlangsamung beeinflussen die wirtschaftliche Entwicklung auch im Jahr 2026 negativ. Viele Industrieunternehmen haben umfassende Strukturanpassungen vorgenommen, wodurch sich auch die Betriebsgrößen auf Kundenseite reduziert haben. Diese Entwicklungen werden notwendigerweise Auswirkungen auf die organisatorische Struktur der Oerlikon Balzers Coating Austria haben. Nach der Rezession der Jahre 2023, 2024 und der sehr schwachen Wirtschaftsentwicklung in 2025 ist für 2026 lediglich eine stagnierende Entwicklung zu erwarten. Das Expansionstempo bleibt gering; die abgeschwächte globale Erholung, die sinkende Resilienz des Arbeitsmarkts und weiterhin herausfordernde Finanzierungsbedingungen wirken bremsend.

Die Konjunkturabkühlung ab der zweiten Jahreshälfte 2024 führte zu einem moderaten Anstieg der Arbeitslosigkeit in Osterreich. Diese Entwicklung verstärkte sich 2025 und äußerte sich zunehmend in größeren Personalabbaumaßnahmen in der Industrie. Für 2026 rechnet die Wirtschaft nur mit einem geringen, möglicherweise rein technischen Wachstum.

Eine spürbare wirtschaftliche Entspannung wird frühestens im letzten Jahresdrittel 2026 erwartet. Gründe dafür sind potenziell sinkende Rohstoff- und Energiekosten sowie eine gedämpfte Nachfrageentwicklung. Die Prognose bleibt jedoch aufgrund des weiterhin volatilen geopolitischen Umfelds insbesondere des anhaltenden Ukraine-Russland-Konflikts und der damit verbundenen Sanktionen – unsicher. Aus aktueller Sicht ist für 2026 weiterhin von einem herausfordernden Marktumfeld auszugehen, das eine Stabilisierung der kostendeckendem Niveau erwarten lässt. Umsätze lediglich auf niedrigem,

Die Umsatzentwicklung von Oerlikon Balzers Coating Austria GmbH muss differenziert betrachtet werden:

Im Bereich „Components" gehen wir davon aus, dass der Umsatz mit der Beschichtung von Präzisionsbauteilen im Jahr 2026 ein leichtes Wachstum zu den Ergebnissen von 2025 haben wird. Ausschlaggebend hierfür ist im Speziellen der Bereich Motorsport und OI und Gas, bei denen für 2026 neue Projekte akquiriert werden konnten.

Im Werkzeugbereich erwarten wir in den Segmenten für Wiederbeschichtung und Neuwerkzeuge von neuen Schichtsystemen, wie Diamond, Mayura, Optura oder Tisinos Pro grundsätzlich Umsatzzuwächse. Wir gehen aber davon aus, dass wir im Jahr 2026 die Jahreswerte von 2025 überschreiten werden können. Umsatzergebnisse wie 2019 werden auch in diesem Jahr nicht erreicht werden können, aufgrund Umstellung von Kunden auf „Inhouse-Lösungen".

In den übrigen Segmenten (Stanzen/Umformen, Kunststoff, Neuwerkzeuge) werden 2026 leichte Zuwächse der Umsatzzahlen erwartet.

Um auf der Kostenseite gegensteuern zu können, wird laufend die Personalstruktur den neuen wirtschaftlichen Gegebenheiten angepasst. Zudem werden durch flexible Arbeitszeitmodelle (Überstundenpool, Kurzarbeitszeitmodelle udgl.) freigewordene Personalkapazitäten kostentechnisch abgefangen, um die Mitarbeiter langfristig ans Unternehmen binden zu können. Des Weiteren bleibt das straffere Dienstreisereglement bestehen, sowie ein starker Fokus auf Überstunden-Vermeidung gelegt um dadurch einiges an Sparpotentialen zu generieren. Zusätzlich werden wir unser Produktportfolio versuchen weiter zu reduzieren, sowie eine Produktionsoptimierung zwischen den Standorten Ohlsdorf und Kapfenberg durchführen, um unsere Kosten zu reduzieren.

Durch eine Verbesserung der Pick-up - Routenoptimierung werden wir die Kosten im Bereich Logistik weiter reduzieren, ohne die Kundentouren bzw. die An- und Abhol- Frequenzen reduzieren zu müssen. Unrentable Pick-up Touren wurden und werden laufend evaluiert und gegebenenfalls wieder an externe Logistikanbieter ausgelagert, um eigene Ressourcen optimal und effizient einsetzen zu können. Auch eine Verrechnung von Pick-up Transportleistungen für sogenannte B- und C-Kunden ist angedacht und soll dadurch entweder zu einem höheren Beschichtungsvolumen oder zu einer teilweisen Transportkostenabdeckung durch den Kunden beitragen.

Auf Basis umfassender wirtschaftlicher und kostenstrategischer Analysen werden wir in den kommenden Monaten gezielt operative Optimierungsmaßnahmen in unseren Niederlassungen einleiten. Ziel dieser Initiativen ist es, unsere Prozesse noch effizienter zu gestalten, Kostenstrukturen nachhaltig zu verbessern und gleichzeitig eine für unsere Kunden langfristig verlässliche und qualitativ hochwertige Abwicklung sicherzustellen - im Einklang mit Oerlikons zentralen Kernkompetenzen und unserem Anspruch an operative Exzellenz.

Unser Business ist sehr mitarbeiterintensiv und aufgrund der Kundennähe dezentral geprägt. Dadurch haben wir, verteilt auf die von uns bearbeiteten Märkte, fünf Beschichtungszentren, sowie eine zentral angebundene (in Rumänien) Schleiferei, welches zu redundanten Kosten, insbesondere für Miete, Abschreibungen und Kosten der

Fertigungsleistung, führt. Das Hauptrisiko ist daher grundsätzlich in der Umsatzentwicklung zu sehen. Als Lohnveredelungsunternehmen haben wir bei einem Großteil unseres Geschäftes nur eine Auftragsreichweite von 2-3 Tagen. Schwankungen in den Jahresumsätzen wirken sich daher unmittelbar auf die Ertragslage aus.

Durch eine gezielte Bearbeitung unserer Märkte wird das Unternehmen alle vorhandenen Wachstumspotenziale konsequent ausschöpfen. Besonders wollen wir weiter daran arbeiten, gemeinsam mit unseren Kunden maßgeschneiderte Beschichtungslösungen zu entwickeln und so die Kundenbindung nachhaltig zu stärken.

Um die Nähe zum Kunden und die damit verbundene Kundenbindung und das langfristige Wachstum im Bereich der Oberflächenbeschichtung zu gewährleisten, wurde, via eines Business Cases, vom Konzern der Entschluss gefasst, in Serbien eine eigenständige Gesellschaft zu gründen. Die Firmengründung erfolgte in 2023, wobei Herr Ing. Hilbert Hönig, M.Sc. und Herr Dipl.-Ing. Dr. mont. Jörg Ulrich Paulitsch als interimistische Geschäftsführer, ohne Gehaltsauszahlung, eingesetzt wurden. Entsprechend den baulichen Entwicklungen des Beschichtungszentrums in Serbien wird ein Produktionsstart in Q3/4 2026 erwartet.

Durch ein fortschrittliches Qualitäts-Managementsystem und durch eine wiederkehrende Überprüfung der Geschäftsprozesse in unseren Niederlassungen in Ungarn, Rumänien und der Tschechischen Republik werden Risiken sowohl im Finanz- als auch im Fertigungsbereich präventiv reduziert.

Zusätzlich besteht zur Risikoabdeckung eine umfangreiche Versicherung innerhalb der OC Oerlikon Corporation AG, Pfäffikon (Schweiz).

Aufgrund der bestehenden Volatilität ist eine verlässliche Einschätzung der langfristigen Entwicklung derzeit schwierig, zumal auch die Dauer der eingeleiteten Maßnahmen noch nicht final absehbar ist. Dennoch sieht die Gesellschaft – insbesondere aufgrund der starken Einbindung in den Konzern – nur geringe Risiken, die den Fortbestand oder die zukünftige Entwicklung des Unternehmens wesentlich beeinträchtigen könnten

E) Finanzielle Risiken

Durch die bereits angesprochene Eigenkapitalsituation und die Einbindung in das Cash- Management der OC Oerlikon Corporation AG, Pfäffikon (Schweiz), ist zu jedem Zeitpunkt für optimale Liquidität gesorgt. Auch im Falle von Liquiditätsengpässen, resultierend aus verminderten Auftragseingängen wird durch den Konzern ausreichende Liquidität garantiert.

Der momentane Finanzierungsrahmen gegenüber der OC Oerlikon Corporation AG beträgt TEUR 2.000, der derzeit mit TEUR 0,0 ausgeschöpft ist.

F) Forschung und Entwicklung

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine Forschungs- und Entwicklungsleistungen erbracht.

G) Derivative Finanzinstrumente

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.

Kapfenberg, am 31. Mårz 2025

Dipl.-Ing. Br. mont. Jörg Ulrich Paulitsch Geschäftsführer

Ing. Hilbert Hönig, M.Sc. Geschäftsführer

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