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Lagebericht 2025

Oesterreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 10. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

OESTERREICHISCHE BANKNOTEN- UND SICHERHEITSDRUCK GMBH

zum Jahresabschluss per 31.12.2025

gemāß § 243 UGB

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Oesterreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH (OEBS) wird entsprechend des Beschlusses des Direktoriums der Eigentümerin Oesterreichische Nationalbank AG (OeNB) im Jahr 2012 als eine „In House“-Druckerei geführt.

Demzufolge wickelt die OEBS als Kernbereich ihrer Geschäftstätigkeit Aufträge der OeNB und anderer kooperierender Nationalbanken im EURO-System ab.

Die Geschäftsentwicklung der OEBS ist daher sowohl in den vergangenen Jahren als auch in den folgenden Jahren im Wesentlichen von Aufträgen aus dem EURO-System und den Geschäften mit den Kooperationspartnern in Europa geprägt.

Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

Die OEBS erfüllte im Jahr 2025 vor allem Banknotendruckaufträge der OeNB und kooperierender Nationalbanken im EURO-System sowie im Rahmen der Bedingungen für die Inhouse Geschäftstätigkeit auch Banknotendruckaufträge für andere Kooperationspartner. Überdies wurden auch Aufträge im Bereich Sicherheitsdruck, Vorstufenleistungen sowie Detektorenfertigung und Wartungsdienstleistungen für Geldsortiermaschinen abgewickelt.

Im Jahr 2025 wurden von der EZB für das EURO-System 3.422 Mio Banknoten (vgl. Vorjahr 3.533 Mio Banknoten) allokiert. (Quelle: https://www.ecb.europa.eu/stats/policy_and_exchange_rates/banknotes+coins/production/html/lindex.en.html). Hilfreich ist die seit 2020 wirksame Inhouse-Verwaltungskooperation auf Nationalbankebene zwischen der Oesterreichischen Nationalbank, der Nationalbank of Belgium und der Nationalbank of Portugal, in welche die OEBS als 100% Tochter der OeNB integriert ist. Diese Kooperation erhöht die Grundauslastung der Produktion mit EURO-Banknoten.

Weiters erfüllt die OEBS Serviceverträge für die EZB im Auftrag der OeNB.

Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Das Wirtschaftsjahr 2025 wurde mit einem EBT von rund 10,42 Mio EUR (Vorjahr 1,59 Mio EUR) abgeschlossen.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Das Eigenkapital steigt aufgrund der Ausschüttung und Zuschreibung aus langfristen Veranlagungen und gestiegenen Betriebsergebnis mit 31.12.2025 auf 121,92 Mio EUR (Vorjahr: 113,10 Mio EUR). Damit ist das Anlagevermögen von 106,95 Mio EUR (Vorjahr: 100,46 Mio EUR) weiterhin zur Gänze durch Eigenkapital gedeckt.

Die Lagerintensität ist sehr stark durch Schwankungen des Projektgeschäfts gekennzeichnet. Die Veränderung im Jahr 2025 ist überwiegend durch einen Lagerabbau Halb- und Fertigfabrikaten begründet. Die Umsatzrendite ist im Jahr 2025 mit 22,80% im Vergleich zum Vorjahr mit 3,82 %, aufgrund der höheren Auslastung, gestiegen

Die Veränderungen im operativen Finanzmittelbestand sind im Jahr 2025 hauptsächlich auf den Anstieg des betrieblichen Ergebnisses sowie die Erhöhung der erhaltenen Anzahlungen bedingt. Die Investitionstätigkeit ist im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der Investitionen in den Maschinenpark angestiegen. Nähere Erläuterungen zur Investitionstätigkeit sind dem Punkt Investitionen zu entnehmen.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
20252024
Umsatzerlöse45,69 Mio EUR41,65 Mio EUR
EBT10,42 Mio EUR1,59 Mio EUR
Finanzielle Leistungsindikatoren
20252024
Eigenkapitalquote
Eigenkapital (EK) / Bilanzsumme (BS) x 10088,81%88,82%
Anlagendeckung
EK / Anlagevermögen (AV) x 100113,99%112,58%
Anlagenzugang
Zugänge gem. Anlagespiegel / AV x 1009,08%1,44%
Lagerintensität
Vorräte / BS x 1006,53%7,87%
Umsatzrendite (vor Steuer)
EBT / Umsatzerlöse x 10022,80%3,82%
Netto-Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit7,82 Mio EUR1,61 Mio EUR
Netto-Cash Flow aus der Investitionstätigkeit-2,60 Mio EUR0,99 Mio EUR
Netto-Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit0,00 Mio EUR0,00 Mio EUR
zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes5,22 Mio EUR2,60 Mio EUR

Die Struktur der Darstellung des Cash Flow gemäß AFRAC 36.

Weitere Details sind auch im Anhang zu dem Jahresabschluss ausgeführt.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
Stromverbrauch20252024
je kg in Produktion eingesetztes Banknotenpapier4,3 kWh/kg6,7 kWh/kg
Femwärmeverbrauch
je kg in Produktion eingesetztes Banknotenpapier1,9 kWh/kg3,0 kWh/kg
Wasserverbrauch
Brauchwasser782 ma644 ma
Trinkwasser4.251 ma4.106 ma
CO2 Emission
je Mitarbeiter (Änderung Emissionskoeffizient und
Aktualisierung von GEMIS Osterreich von 4.5 auf 4.9)3.834 kg CO2/Mitarbeiter 3.585 kg CO2/Mitarbeiter
Reisekilometer
Flugdienstreisen139.617 km265.746 km
PKW Dienstreisen22.092 km28.712 km
Ausbildung
Ausbildungstage75 Tage157 Tage
Aus bildungstage/Mitarbeiter0,43 Tage0,92 Tage
Fluktuationsquote
Abgänge/durchschnittlicher Personalstand16,75%4,71%

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Der durchschnittliche Personalstand in Vollzeitäquivalente (VZA) betrug 2025 174,80 VZÄ (2024 164,11 VZA). Die Frauenquote der Führungskräfte der ersten Berichtsebene hat sich im Berichtsjahr 2025 mit 33,3% (2024 31,0%) erhöht

Die Arbeitssicherheit und der Gesundheitsschutz haben in der OEBS oberste Priorität. Laufende Begehungen der Präventivkräfte und Arbeitsplatzevaluierungen werden durchgeführt. In der Verantwortung für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unternimmt die OEBS stets erhebliche Anstrengungen, um hier einen führenden Standard zu gewährleisten.

Umweltschutz

Für die OEBS sind Umweltorientierung und Sicherung einer nachhaltigen, wirtschaftlichen Entwicklung unverzichtbare Voraussetzungen einer zukunftsweisenden und erfolgreichen Unternehmensführung. Als EMAS-Betrieb sind wir bestrebt, den Ressourceneinsatz und den Energieverbrauch bei den von uns eingesetzten Verfahren und damit hergestellten Produkten sowie in der Betriebsstätte so gering wie möglich zu halten und Umweltbelastungen weitestgehend zu vermeiden.

Die OEBS betreibt ein Umweltmanagementsystem und ist nach ISO 14001 zertifiziert.

Wie in den Vorjahren wurde im Jahr 2025 die Steigerung der Energieeffizienz und Achtung des Umweltschutzes fortgeführt. Die Digitalisierung von Prozessen wird weiter vorangetrieben, um auch die Notwendigkeit von Ausdrucken zu reduzieren. Die Makulaturrate in der Druckproduktion liegt deutlich

unter Branchenschnitt, wodurch ein Beitrag zur Ressourcenschonung geleistet wird. Ein weiterer Punkt der ständigen Verbesserungsarbeit ist die Reduktion des Druckfarbenverbrauches, wodurch sich einerseits der Materialeinsatz reduziert, aber auch im Bereich der Wischlauge und deren Aufbereitung Einsparungspotenziale gehoben werden können.

Der schrittweise Umstieg auf energiesparende LED-Leuchtmittel und die Reduktion des Strombezuges durch die Installation einer PV-Anlage auf dem Dach des Gebäudes der OEBS sind weitere Punkte in. der Reduktion des CO2-Fußabdruckes.

Der CO2-Ausstoß pro Mitarbeiter ist durch die höhere Auslastung in der Produktion angestiegen.

Bericht über die voraussichtliche Entwicklung sowie über die Chancen und Risiken des Unternehmens

Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Das im Jahr 2017 abgeschlossene Kooperationsabkommen der OeNB mit der National Bank of Belgium (NBB) und der Banco de Portugal BdP wurde im Jahr 2021 verlängert, sichert somit die höhere Auslastung der OEBS und erhöht den Inhouse-Anteil des Umsatzes über die Folgejahre hinaus.

Die bestehende Kooperation mit der Banque de France (BdF) im Bereich der Banknotenherstellung wurde durch die Beteiligung der OEBS an der Banknotenpapierfabrik EUROPAFI S.A.S. der BdF – siehe auch Berichtsteil ,Beteiligungen' – weitergeführt. Mit dem nach dem Bilanzstichtag vorgesehenen Erwerb eines 0,25 %-Anteils der Banque de France an der OEBS wird diese Zusammenarbeit zusätzlich gestärkt. Damit wird auch künftig die Akquisition von Subvergaben der BdF an die OEBS wesentlich unterstützt.

Der Auftragsstand (ohne Leistungsverrechnungen an die OeNB) per 31.1.2026 für das Wirtschaftsjahr 2026 beträgt rund 24,69 Mio EUR. Der geplante Umsatz 2026 setzt sich zu großen Teilen aus Umsatzpositionen zusammen, die bereits im Auftragsstand enthalten sind. Die laufenden Gespräche mit den Kooperationspartnern im Inhouse-Bereich bekräftigen die Einschätzungen der weiteren Planumsätze. Uberdies gibt es noch Gespräche mit neuen Kooperationspartnern, welche die geplanten Umsätze weiter stützen.

Die Serviceverträge der Europaischen Zentralbank mit der OEBS festigen die Stellung innerhalb des EURO-Systems und als Projektpartner im Forschungs- und Entwicklungsbereich. Der Vertrag für Leistungen der OEBS als EZB-Test Print Center und für den IPR-Watch der EZB wurden im Jahr 2024 verlängert und sind bis 2028 aufrecht.

Für 2026 sind Nettoerlöse in Höhe von 48,57 Mio EUR und sonstige betriebliche Erträge von rund 0,41 Mio EUR sowie ein EBT von rund 3,85 Mio EUR geplant. Für die Folgejahre 2027 bis 2030 sind in der mittelfristigen Planung positive EBTs und positive operative Cash Flows geplant.

Wesentliche Chancen

Wesentliche Chancen sind neben dem Auftragserhalt seitens der OeNB über den Druck von EURO- Banknoten die Aufträge aus Kooperationen der Inhouse-Gruppe innerhalb des EURO-Systems – siehe auch oben: Bericht über voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens.

Mit Nationalbanken und Kooperationspartnern außerhalb der Inhouse-Gruppe können sowohl im Sicherheitsdruck als auch im technischen Geschäft Aufträge bis zu einem Ausmaß von 20 % des Netto-

Umsatzes abgeschlossen werden. Im Bereich der Fremdbanknoten wird derzeit eine steigende Nachfrage am Weltmarkt verzeichnet.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der OEBS arbeiten stetig daran, Abläufe effektiver und effizienter zu gestalten. Das eingerichtete KVP-System erbringt laufend Impulse aus dem Kreis der Teams für solche kontinuierlichen Verbesserungen und schafft eine positive Sicht für Veränderungen.

Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Die Gesamtallokationsmengen der EZB sind in den letzten Jahren deutlich gesunken. Für 2026 wird eine Produktionsgesamtmenge auf niedrigem Niveau erwartet. Für die Folgejahre und die Phase rund um die Einführung der EURO-Serie 3 liegen von der EZB Szenarien vor, die von einer Gesamtmenge von rund 3,5 Mrd BN p.a. ausgehen. In Abhängigkeit des tatsächlichen Rollouts der neuen Serien können die Mengen deutlich darüber liegen.

Am Beschaffungsmarkt von für die Banknotenherstellung spezifischen Materialien (Papier, Farbe und Folie) sowie für Produktionsmaschinen bestehen deutlich marktbeherrschende Stellungen von wenigen Lieferanten in oligopolistischen Marktstrukturen. Durch diese Lieferantenstrukturen besteht ein Abhängigkeitsrisiko betreffend Qualität, Termintreue und Einkaufspreisen.

Die OEBS ist ein Produktions- und Technologieunternehmen, das infolge ihrer spezifischen Produkte Banknoten und Sicherheitsdruck sowie Sicherheitsfeatures in einem sehr stark reglementierten Umfeld im Spannungsfeld zwischen Erfüllung von ständig wachsenden Anforderungen aus Compliance- und Security Rules und der Wettbewerbsfähigkeit am Markt steht. Auch aus diesem Grund wird sehr großer Wert auf niedrige Makulaturraten gelegt. Vermiedener Materialeinsatz ist ein Beitrag zu dem nachhaltigen und wirtschaftlichen Handeln.

Risikomanagement

Für die OEBS ist Risikomanagement nicht nur aus unternehmerischer Sicht, sondern insbesondere durch ihre Geschäftstätigkeit im Banknoten- und Sicherheitsdruck sowie die Arbeit an und mit Sicher- - heitsfeatures und die damit verbundene Stellung als EURO-Banknotendruckerei und Tochter der OeNB ein zentrales Thema.

Das Unternehmen ist mit einer Anzahl von Risiken konfrontiert, die einem systematischen und kontinuierlichen Risikomanagement unterliegen. Damit wird auch die Risikoawareness aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stets gefördert bzw. erhalten.

Die Risikolandschaft der OEBS wird regelmäßig im Sinne von Corporate Risk Management analysiert und für alle wesentlichen Einzelrisiken entsprechende Maßnahmen zur Risikovermeidung bzw. -minimierung getroffen.

Den mit der Geschäftstätigkeit Banknotendruck verbundenen Risikopotentialen des Werteverlustes infolge externer oder interner Bedrohung wird mit entsprechenden Security-Maßnahmen präventiv entgegengewirkt. Ein Risk-Assessment wird jährlich durchgeführt. Auf die Erfüllung der EZB Security Rules wird strikt geachtet.

Die interne Revision führt ihre Aufträge gemäß der Evaluierung anhand der Risikolandkarte oder entsprechend von ad hoc Beauftragungen durch die Geschäftsführung durch. Des Weiteren werden die relevanten Prozesse im Rahmen der ISO 9001 Auditierung bewertet und auf Wirksamkeit kontrolliert.

Ein durchgängiges Vier-Augenprinzip sowie definierte Wertgrenzen und entsprechende Kontrollmaßnahmen im Freigabe- und Beschaffungsprozess sind implementiert.

Durch die Vereinbarung von Anzahlungen für Aufträge, die keine Lohnfertigung beinhalten, sowie aufgrund der derzeit gegebenen Kundenstruktur ist auch das Ausfallsrisiko von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als gering zu beurteilen. Aufgrund des Großteils vereinbarten Vorfinanzierung von Aufträgen durch Anzahlungen ist das Liquiditätsrisiko gering.

Das überarbeitete Notfall- und Krisenmanagement ist vollständig implementiert und wurde im Vorjahr im Rahmen einer Simulationsübung erfolgreich getestet und trainiert. Die regelmäßige Durchführung von Blackout-Tests bleibt weiterhin ein zentraler Bestandteil der Mitigationsmaßnahmen.

Berichterstattung über wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Ein wesentliches Ziel des internen Kontrollsystems (IKS) der OEBS ist die Sicherstellung einer vollständigen und richtigen Finanzberichterstattung unter Einhaltung der damit in Zusammenhang stehenden Gesetze und Vorschriften.

Für die Geschäftsführung besteht eine Geschäftsordnung, in der die aufsichtsratspflichtigen Geschäfte geregelt sind. Sonstige Vorgaben sind in Stellenbeschreibungen, internen Richtlinien und Verfahrensanweisungen festgelegt. Die aktive Vermittlung von Grundwerten erfolgt über den Verhaltenskodex, der eine zusammenfassende und verbindliche Leitlinie für alle in der OEBS beschäftigten Personen darstellt. Es ist eine Interne Revision in der OEBS eingerichtet und ein Compliance Officer beauftragt.

Um eine korrekte Finanzberichterstattung zu sichern, werden erhaltene oder weitergegebene Buchhaltungsdaten von den verantwortlichen Personen auf Vollständigkeit und Richtigkeit geprüft. Bei allen rechnungslegungsrelevanten Prozessen wird durchgängig das Vier-Augen Prinzip sowie das Prinzip der Funktionentrennung angewandt. Entsprechend geschulte Mitarbeitende, die Verwendung spezifischer Software sowie klare gesetzliche und firmeninterne Vorgaben bilden die Basis für einen ordnungsgemäßen, einheitlichen und kontinuierlichen Rechnungslegungsprozess.

Kontrollmaßnahmen werden von den beauftragten Personen zeitnah und prozessbegleitend durchgeführt und stellen sicher, dass Geschäftsfälle in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess bilanziell stets richtig erfasst, aufbereitet und in die Rechnungslegung übernommen werden. Entsprechende IT- Einrichtungen schützen vor unbefugten Zugriffen. Zeichnungsberechtigungen sind im Bestellanforderungssystem hinterlegt.

An das Beteiligungsmanagement der Muttergesellschaft werden quartalsweise Berichte über die wirtschaftliche Entwicklung gelegt. Der Aufsichtsrat hat in 2025 fünf Mal getagt. Ein Compliance Officer ist in der OEBS installiert und berichtet gemäß den Vorgaben der OeNB an den Aufsichtsrat. Der Bundes Public Corporate Governance Bericht der OEBS wird jährlich von dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung erstellt und auf der Internetseite der OEBS www.oebs.at veröffentlicht. Gemäß der Vorgabe des B-PCGK 2017 Zi 15.5 wurde dieser Bericht das letzte Mal im Jahr 2022 durch eine externe Institution evaluiert.

Die laufende Überwachung obliegt der Geschäftsführung sowie den jeweiligen Führungskräften. Zudem wird das IKS von der internen Revision überwacht. Die interne Revision sowie die Konzernrevision berichten ihre Ergebnisse aller Überwachungstätigkeiten an die Geschäftsführung und an den Aufsichtsrat.

Bericht über Forschung und Entwicklung

Die Forschungs- und Entwicklungszusammenarbeit mit der EZB wurde auch 2025 beibehalten und die Dienstleistungsverträge für EZB, der IPR-Watch-Vertrag und der Testprintcenter-Vertrag, wurden bis zum Jahr 2028 verlängert.

Die ES3 befindet sich in der Entstehungsphase, damit ergaben sich erste aufwendigere Aktivitäten als Test Print Center für die EZB. Es wurden Testserien in der Versuchspresse gedruckt, mit Sicherheitsfeature im Entwicklungsstadium aus EZB R&D Projekten. Zusätzlich wurden Resultate bezüglich optischer Eigenschaften ausgewählter Pigmente in Messserien an EZB geliefert.

Für die von uns im Einsatz befindlichen Bogenprüfgeräte der 2. Generation konnten durch die zurücklaufenden Informationen, Verbesserungen in den Mess- und Datenauswertungsroutinen eingebaut werden. Durch präzise Vorbereitung und Testläufe innerhalb der OEBS konnte alle Geräte mittels Fernwartung und Online-Kommunikation mit einem Softwareupgrade der Steuerungssoftware versehen werden.

Im Jahr 2025 konnten Detektoren für einen Kunden im Nicht-Euroraum ausgeliefert werden, nachdem 2024 der Kaufvertrag unterzeichnet und mit dem Aufbau begonnen wurde. Während dem „Factory Acceptance Test" kam es noch zum wechselseitigen Austausch mit dem Kunden. Die Detektoren haben diese Abnahme bestanden. 2026 werden die Detektoren endgültig für den Betrieb auf den Sortiermaschinen ausgeliefert.

Ein weiterer Vertrag mit einem Kunden eines Nicht-Eurolandes wurde unterzeichnet. Erste Vorbereitungsarbeiten haben Ende 2025 begonnen. Mit Anfang 2026 wird mit der Assemblierung der Detektoren gestartet. Der Kunde hat zusätzlich noch die Verifikationsmethode als Labor- oder Tischmessgerät angefragt. Die F&E hat hierzu ein Konzept ausgearbeitet und wird dieses weiter umsetzen. Die Erfahrungen und der Wissensaufbau aus diesem Projekt dient der zukünftigen Entwicklungen und Erweiterung der Produktpalette für Labormessgeräte.

Im Rahmen der Entwicklungsaktivität rund um die DLE-Technologie wurde ein neues Entwicklungsprojekt für Stahlplatten lanciert, um neues Plattenmaterial verwenden zu können. Das neue Plattenmaterial sollen es ermöglichen einen ganzen Arbeitsschritt im Herstellungsprozess von Intaglio-Stahlplatten einzusparen. Durch eine angepasste Plattenstärke soll das bis jetzt nötige Schleifen der Platten auf die richtige Endstärke entfallen. Dies würde die Produktionszeit verkürzen, Ressourcen einsparen und eine mögliche Fehlerquelle reduzieren.

Investitionen

Die Investitionstätigkeit wurde im Jahr 2025 mit Fokus auf Nachhaltigkeit und langfristige Werterhaltung ausgerichtet. Vorrangiges Ziel war die Instandhaltung des bestehenden Maschinen- und Anlagenbestandes. Investitionen wurden nur dort vorgenommen, wo eine wirtschaftliche Weiterführung nicht mehr sinnvoll war oder wo der Einsatz neuer, zukunftsorientierter Technologien erforderlich wurde. Im Berichtsjahr wurden daher sowohl Neuinvestitionen zur Erhaltung des Maschinenparks und der Gebäudeinfrastruktur als auch in effizienzsteigernde Technologien getätigt.

In der mittelfristigen Planung sind kontinuierliche Erneuerungen im Maschinenpark und laufende Effizienzsteigerungen enthalten, welche nach der vorliegenden Planrechnung zum Teil aus dem operativen Cash Flow und Rückflüssen aus Finanzveranlagungen abgedeckt werden.

Rechtliche Angelegenheiten

Zum Berichtsstichtag ist ein Rechtsstreit in Höhe von rund 60.000 EUR anhängig, für den eine vollständige Rückstellung gebildet wurde. Aus heutiger Sicht sind keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage zu erwarten.

Beteiliqungen, Zweigniederlassungen

Die OEBS halt Anteile an der PRINT and MINT SERVICES GmbH von 29%. Weitere Eigentümer sind die Münze Österreich AG (51%) und die Geldservice Austria GmbH (20%). Die PMS ist eine operative Tochter, in welcher die Einkaufsagenden gemeinsam abgewickelt werden.

Seit 2017 besteht eine Beteiligung der OEBS an der EUROPAFI S.A.S., der Banknotenpapierfabrik der Banque de France, in Höhe von 0,25%. Die OEBS hat einen Sitz und eine Stimme im Steering Committee der EUROPAFI S.A.S. und Stimmrecht gemäß Kapitalanteil im General Shareholders Meeting.

Es werden von der OEBS keine im Firmenbuch eingetragenen Zweigniederlassungen betrieben.

Bericht über den Bestand sowie den Erwerb und die Veräußerung eigener Anteile

Es sind keine eigenen Anteile vorhanden und es wurden auch keine eigenen Anteile erworben oder veräußert.

Angaben zu Kapital-, Anteil-, Stimm- und Kontrollrechten und damit verbundenen Vereinbarungen

Die Anteile an der OEBS werden zum 31.12.2025 zu 100 % von der OeNB gehalten.

Mit Wirkung zum 1.1.2026 erwirbt die Banque de France einen Anteil von 0,25 %. Dieses Ereignis nach dem Bilanzstichtag stärkt die bestehende Kooperation weiter.

Für die OEBS ist ein Aufsichtsrat eingerichtet.

Ausblick

Die Strategie, die OEBS als Inhouse Druckerei zu führen, hat sich bewährt und wird, wie in der mittelfristigen Planung der OEBS dargestellt, auch in Zukunft weiterverfolgt.

In den kommenden Jahren werden von der OEBS nach der mittelfristigen Planung der OEBS 2026 – 2030 (siehe „Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens“) positive Jahresergebnisse prognostiziert

Wien, am 24. Februar 2026

fata suppli

Mag. Julia Knaptisch, MBA

Dr. Matthias Schroth, LLM

Oesterreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH

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