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Lagebericht 2025

Stora Enso Wood Products GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 23. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

Die Stora Enso Wood Products GmbH gehört seit Ende 1998 zu Stora Enso Wood Products, einer Division des Stora Enso Konzerns, der weltweit zu den führenden Unternehmen der Forstindustrie zählt. Seit Mai 2025 mit 17 Produktionsstätten in Europa erreicht Stora Enso Wood Products eine Jahreskapazität von 6,1 Mio. m3 Schnittholz. Drei Werke in Finnland (Junnikkala) erhöhen die Kapazität um 700 Tsd m3 im Vergleich zum Vorjahr. Im Fokusbereich „Building Solutions“ werden derzeit 390.000m3 CLT (Cross-Laminated Timber) sowie 85.000m3 LVL (Laminated Veneer Lumber) hergestelt. Damit ist Stora Enso Wood Products einer der größten Schnittholzproduzenten weltweit und die Nummer 2 unter den europäischen Nadelschnittholz-Produzenten. Weiters wird eine Jahreskapazität von 460.000 Tonnen Pellets erreicht. In der Division Wood Products werden weltweit etwas mehr als 3.700 Mitarbeiter beschäftigt. Die Gesellschaft hat keine Zweigniederlassungen.

Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage

Die Stora Enso Wood Products GmbH betreibt in Osterreich an den Standorten Brand und Ybbs zwei Sägewerke, in denen im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 0,86 Mio. m3 Schnittholz (Vorjahr 0,87 Mio. m3) erzeugt und im Jahresdurchschnitt 772 Mitarbeiter (Vorjahr 757 Mitarbeiter) beschäftigt waren.

Die Produktion im CLT-Werk in Ybbs betrug 2025 knapp 73.000m3 und war um vier Prozent höher als im Vorjahr. Damit spiegelt sie die sehr schwierige wirtschaftliche Lage in der Bauwirtschaft wider und liegt klar unter den bereits erreichten jährlichen Produktionsständen von knapp 100.000m3.

Das Jahr 2025 war gekennzeichnet von einer zunächst Hoffnung gebenden, und im zweiten Halbjahr wieder stark gedämpften Nachfrage auf allen Märkten. Die Schnittholzpreise konnten zwar angehoben werden, aber trotz einer sinkenden Inflationsrate und einem geringeren Zinsniveau konnte der Bausektor keine signifikante Nachfragesteigerung verzeichnen. Das Vertrauen der Konsumenten ist aufgrund von Zollstreitigkeiten und verschiedenen Konflikten in wichtigen Regionen noch nicht nachhaltig zurückgekehrt.

Zusätzlich zur schwachen Entwicklung auf den Absatzmärkten erhöhte sich auch noch der Rundholzpreis signifikant im zweiten Halbjahr. Nach Jahren mit größeren Kalamitäten wird der Einschlag zurückgenommen, wodurch die Angebotsmenge auf den Rundholzmärkten nicht mit der Nachfrage Schritt halten kann. Diese Entkoppelung von Schnittholz- und Rundholzmärkten bringt große Herausforderungen mit sich.

Darüber hinaus belasten die Fixkosten, vor allem bedingt durch hohe Lohnabschlüsse in den vergangenen Jahren, massiv das Ergebnis.

Das weltweite Vertriebsnetz versucht durch eine aktive Optimierung der Verkaufsströme zwischen den

einzelnen Ländern und Regionen die oben beschriebene Situation optimal auszunützen und negative Effekte zu minimieren.

Zu den regelmäßig diskutierten Fokusbereichen zählt unter anderem die Kostenstruktur, welche laufend beobachtet wird. Um die Fixkostenbelastung an die gesunkenen Produktionsmengen anzupassen, wurden in vielen Bereichen Einsparungen getätigt, welche auch den Austritt von Personal zur Folge hatte. Der Bereich des Working Capital unterliegt strengen Zielsetzungen. Lagerstände, Forderungen (besonderes Augenmerk: überfällige Forderungen) sowie die Verbindlichkeiten werden laufend auf Verbesserungspotential hin überprüft. Auch hier wurde der Fokus im Berichtsjahr noch einmal verstärkt.

Der Umsatz erhöhte sich im Jahr 2025 um MEUR 9,7 oder 3,0 % gegenüber dem Vorjahr. Das Ergebnis vor Steuern hat sich im Vergleich zu 2024 von TEUR 29.071 auf TEUR 21.783 vermindert. Der Netto-Geldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrug TEUR 23.506 (Vorjahr TEUR 16.229). Der Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit belief sich auf TEUR -2.952 (Vorjahr TEUR -638). Hierbei werden die Auszahlungen für Investitionen den Einzahlungen aus Anlagenabgängen gegenübergestellt. Der Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit betrug im Berichtsjahr TEUR -40.491 (Vorjahr TEUR 1.028). Das ausgewiesene Eigenkapital hat sich von TEUR 119.751 auf TEUR 125.395 erhöht. Die Eigenkapitalquote beträgt somit 63,8 % (nach 54,4 % zum 31.12.2024).

Die Lagerstände 2025 waren zum Jahresende in allen Bereichen, mit Ausnahme der Säge in Ybbs, noch einmal leicht niedriger als im Vorjahr und erreichten in Summe beinahe wieder den niedrigen Wert des Vorjahres. Ein standardisiertes, monatliches Reporting zu den Lagerständen im allgemeinen sowie zu alten Lagern im speziellen unterstützen die Einhaltung der vorgegebenen Ziele. Bei Bedarf werden gezielte Aktionspläne erarbeitet.

Die Stora Enso Wood Products GmbH ist in die Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik des Stora Enso Konzerns eingebunden. Die Standorte Brand und Ybbs sind nach PEFC und FSC (Chain of custody) sowie ISO 9001 (Business Excellence), 14001 (Environmental Management), 50001 (Energy Management) und ISO 45001 (occupational health and safety) zertifiziert.

Die Mitarbeiter sind in ein konzernweites Aus- und Weiterbildungsschema eingebettet, das den Dienstnehmern angeboten wird. Besondere Aufmerksamkeit wird den Belangen des Arbeitnehmerschutzes gewidmet, wobei das Hauptaugenmerk auf die Arbeitsunfallverhütung gerichtet ist. In diesem Bereich wurden auch weiterhin im Jahr 2025 in allen Werken verstärkt Anstrengungen unternommen, um die Zahl der Arbeitsunfälle zu verringern.

Ausblick

Das Jahr 2026 wird sehr herausfordernd bleiben. Wichtige Indikatoren wie Housing Starts und Baugenehmigungen bleiben auf niedrigem Niveau. Obwohl das Zinsniveau niedriger als in den Vorjahren ist, bleibt ein konjunktureller Impuls aus. Unsere wichtigsten Fremdwährungen, USD und JPY sind schwach und geopolitisch bleiben Lösungen für zahlreiche Krisenherde in weiter Ferne. Vor allem der Konflikt zwischen dem Iran und den USA sowie Israel hat die Unsicherheit auf den Märkten weiter erhöht und die Nachfrage in der Region empfindlich gedämpft sowie die Logistikketten massiv gestört.

Die Versorgung mit ausreichend leistbarem Rundholz wird auch ein Kernthema des laufenden Jahres bleiben. Eine hohe Effizienz der Einkaufsorganisation, gepaart mit Anstrengungen, die Ausbeute weiter zu erhöhen sind Maßnahmen, welche wir unabhängig von der Marktentwicklung kontinuierlich durchführen. Ein maßvoller Abschluss bei den Lohn- und Gehaltsverhandlungen und weitere Anstrengungen zur Senkung der Inflation sollten uns helfen in dieser schwierigen Situation zu bestehen.

Einige grundlegende Trends haben sich jedoch herauskristallisiert beziehungsweise verstärkt:

Durch das steigende Umweltbewusstsein und die verbesserten gesetzlichen Rahmenbedingungen kommt es zu einer immer größeren Akzeptanz des mehrgeschossigen Holzbaus im urbanen Gebiet. Der (Mega-) Trend zu einer nachhaltigen Wirtschaft zeigt hier seine positiven Auswirkungen. Stora Enso wird auch weiterhin seine auf Nachhaltigkeit beruhende Devise („Alles, was heute aus fossilen Rohstoffen erzeugt wird, kann morgen aus Holz hergestellt werden.") einer breiten Offentlichkeit vorstellen. Hierzu werden zum Beispiel die nordischen Schiweltmeisterschaften 2027 in Falun gesponsert, um zu zeigen, wie bei Großveranstaltungen die Substitution von Plastikprodukten durch erneuerbare Rohstoffe funktionieren kann.

Den Herausforderungen der Digitalisierung stellt sich die Division durch die Bereitstellung von digitalen Werkzeugen und Plattformen, um mehr als nur ein Produzent von Holzprodukten zu sein. Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant weiter und mittels Schulungen und Werkzeugen wird die Belegschaft hier gefördert.

Risikoberichterstattung

Unter den strengen Vorgaben der Konzernleitung umfasst das Management der Geschäftsrisiken die kontinuierliche Verfolgung bekannter wesentlicher Risiken nach deren Wahrscheinlichkeit auf allen Ebenen der Organisation. Im Konzern gibt es einen „Crisis Communication Plan“. Dieses Dokument regelt die einheitliche Kommunikation im Krisenfall, benennt verantwortliche Personen („The Crisis Communication Team") und inkludiert eine eigene Checkliste („Check list Communications“). Zusätzlich hat die Division einen sogenannten „Business Continuity Plan" für außerordentliche Ereignisse und

Unterbrechungen erstellt. Ein verstärktes Augenmerk wird auf Back-up Möglichkeiten von Personen in Schlüsselpositionen gelegt.

In den Geschäftsumfeldrisiken wird laufend versucht, durch neue und wettbewerbsfähige Produkte die Wirtschaftlichkeit zu sichern. Laufende Beobachtung des Rohstoffmarktes, proaktives Kostenmanagement und ausreichende Produktivität sollen den steigenden Kostendruck mindern.

Das Geschäftsentwicklungsrisiko wird durch den Strategieprozess des Konzernmanagements überwacht. Die Strategie wird jährlich überarbeitet und strategische Chancen, wie die Konzentration auf weiterverarbeitete, höherwertige Produkte und Serviceleistungen werden gezielt vorangetrieben.

Durch langfristige Partnerschaften und einer Vielzahl von Lieferanten wird versucht, das Zulieferrisiko zu minimieren und ein kontinuierliches Liefervolumen zu erreichen.

Um das Personalrisiko zu mindern, werden die Kompetenzentwicklung des Personals und die Förderung von Schlüsseltalenten als wesentliche Elemente der Geschäftsentwicklung angesehen. Besonderes Anliegen ist auch die Sicherheit des gesamten Personalstandes, wobei das Hauptaugenmerk auf die Belange des Arbeitnehmerschutzes gerichtet ist.

Zur Absicherung des mit Schwankungen in den Devisenkursen verbundenen Risikos werden Kurssicherungsgeschäfte abgeschlossen. Die Abwicklung erfolgt ausschließlich auf Konzernebene entsprechend einer vom obersten Management vorgegebenen Hedging-Richtlinie.

Offene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellen ein kurzfristiges Kreditrisiko dar. Vom Konzern wurde deshalb eine Kreditpolitik ausgearbeitet, die interne Regeln und Methoden zur Bewertung der Kundenbonität festlegt. Diese Bonität wird laufend einer Uberprüfung und, falls notwendig, einer Korrektur unterzogen.

Außer den bereits im Jahresabschluss und im Anhang adressierten Risiken bestehen keine weiteren wesentlichen Preisänderungs-, Ausfalls-, Liquiditäts- und Cashflow-Risiken.

Bericht über Forschung und Entwicklung

Die Stora Enso Wood Products GmbH betreibt keine eigenen Forschungs- und Entwicklungsprojekte, ist aber in diesem Bereich in die Stora Enso Gruppe miteinbezogen.

Brand, am 10. Juni 2026

Ing. Eduard Reutner

Mag. Albert Sickl

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