Inhaltsverzeichnis
L A G E B E R I C H T für das Geschäftsjahr 1. Juli 2024 – 30. Juni 2025
Die Holter Großhandel GmbH ist innerhalb der HOLTER-Gruppe vorwiegend für den Verkauf – beschränkt auf das Gebiet des Bundeslandes Salzburg - zuständig.
Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
Die Holter Großhandel GmbH erzielt im GJ 24/25 Umsatzerlöse von MEUR 36,6 (Vorjahr: MEUR 38,7), dies entspricht einem Umsatzrückgang von MEUR 2.109 bzw. 5,4 % gegenüber dem Vergleichszeitraum 23/24. Der im Geschäftsjahr verzeichnete Umsatzrückgang ist vor allem auf nicht realisierte Großprojekte im Gebiet Salzburg zurückzuführen. Infolge der schwachen Wirtschaft sind die Investitionen in der Bauwirtschaft (Tourismus und Wohnbau) rückläufig.
Die Marktentwicklung ist weiterhin geprägt von der Bewältigung der historisch hohen Inflation trotz einem aktuell stagnierendem Zinsniveau. Die gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise sowie die hohen Personalkosten können nur teilweise kompensiert werden.
Die Gesellschaft reagierte bis Ende Juni 2025 auf die zurückhaltende Nachfrage mit einer 10%igen Stundenreduktion bei einem Lohnverzicht von 5%. Die Maßnahme wurde gemeinsam mit der Belegschaft entwickelt und basierte auf freiwilliger Basis.
Das Ergebnis vor Steuern veränderte sich um TEUR 490 auf TEUR 1.021 (Vorjahr: TEUR 1.511).
Der noch anhaltende Konflikt in Russland/Ukraine hat aufgrund der Kundenstruktur keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Ertragslage.
Es bestehen keine Zweigniederlassungen.
Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Mit einer Eigenmittelquote von 81,9 % (VJ 78,9 %) verfügt die Holter Großhandel GmbH über eine solide und ausgeglichene Finanzstruktur.
| Berechnung | Einheit | 2024/25 | 2023/24 | 2022/23 | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. Rentabilität: | |||||
| Ordentliches Betriebs- | |||||
| Vermögens- | |||||
| rentabilität | ergebnis * 100 | % | 7,6 | 11,0 | 17,0 |
| Ø Vermögen | |||||
| Cash-flow aus dem | |||||
| Cash-flow | |||||
| aus dem Ergebnis | Ergebnis* 100 | % | 2,4 | 2,0 | 3,8 |
| Betriebsleistung | |||||
| Eigenkapitalrenta- | EBT * 100 | ||||
| bilität vor Steuern | Ø Eigenkapital | % | 12,2 | 16,6 | 23,3 |
| Eigenkapitalrenta- | EBT abzüglich | ||||
| bilität nach | Ertragsteuern | % | 10,8 | 11,1 | 16,2 |
| Steuern | Ø Eigenkapital | ||||
| Finanzierung | |||||
| 2. und | |||||
| Liquidität: | |||||
| (Eigenmittel + langfristige | |||||
| Anlagendeckung 2. Grades | Fremdmittel) * 100 | % | > 100,0 | > 100,0 | > 100,0 |
| Anlagevermögen | |||||
| Kurzfristiges Vermögen | |||||
| Working Capital | - Kurzfristige Schulden | TEUR | 8.239 | 6.516 | 8.300 |
Gemäß §§ 23 und 24 Unternehmensreorganisationsgesetz (URG) lassen sich aus den letzten Jahresabschlüssen folgende Kennzahlen ableiten:
| Berechnung | Einheit 2024/25 | 2023/24 | 2022/23 | ||
|---|---|---|---|---|---|
| 3. URG-Kennzahlen: | |||||
| (Eigenkapital + unversteuerte | |||||
| Eigenmittelquote | Rücklagen) * 100 | ||||
| gemäß § 23 | Gesamtkapital - von den | % | 81,9 | 78,9 | 77,3 |
| URG | Vorräten absetzbare An- | ||||
| zahlungen | |||||
| Fiktive | (Rückstellungen + Schulden | ||||
| Schulden- | - liquide Mittel) | ||||
| tilgungsdauer | Mittelüberschuss aus der | Jahre | 1,8 | 2,8 | 1,5 |
| gemäß § 24 Abs gewöhnlichen | |||||
| 1 URG | Geschäftstätigkeit | ||||
Es liegt kein gesetzlich vermuteter Reorganisationsbedarf im Sinne des Unternehmensreorganisationsgesetz vor.
Im Laufe des Berichtsjahres 2024/25 bildete die Holter Großhandel GmbH 5 Lehrlinge aus. Holter bietet in den kommenden Jahren eine erstklassige Ausbildung mit vielfältigen Chancen, in dem sich Talente entfalten und weiter entwickeln können, unterstützt von einem starken Team und einer Kultur des Zusammenhalts.
In einem herausfordernden Umfeld, das durch Fachkräftemangel und steigende Wechselbereitschaft geprägt ist, setzt Holter gezielt auf Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung.
Freiwillige Sozialleistungen und Mitarbeiter Benefits, Programme im Bereich der Gesundheit, Firmenrad und ein eigenes Mitarbeiterbudget für interne Abteilungsveranstaltungen tragen zum Wohlbefinden unserer Mitarbeiter bei. Wir übernehmen mit unserer Vorgangsweise Verantwortung und setzen auf Nachhaltigkeit bei unseren MitarbeiterInnen.
Als Familienunternehmen ist der Holter Großhandel GmbH das Thema „Nachhaltigkeit“ in allen Belangen ein besonderes Anliegen, da mit diesen strategischen Entscheidungen, die Weichen für die künftige Generation gestellt werden. Neben den gesetzlichen Anforderungen spiegelt sich unser Nachhaltigkeitsmanagement in der Produktstrategie wider.
Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens
Die Gesellschaft sieht sich weiterhin mit einem zunehmenden herausfordernden Geschäftsfeld und einer angespannten Marktsituation konfrontiert.
Die konjunkturelle Entwicklung in Österreich ist stark durch die zukünftige Investitionsbereitschaft, aufgrund der enormen Preissteigerungen, beeinflusst. Die Entwicklung der Geschäftstätigkeit wird in den Folgejahren durch einen starken Preiskampf im Wettbewerb und die sich verändernden Marktbedingungen bestimmt werden. Der geringe Anstieg der österreichischen Wirtschaftsleistung um 0,1% im ersten Quartal 2025 wird laut der Konjunkturprognose der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) den Beginn einer zaghaften Erholung einleiten. Vom privaten Konsum sollen in den nächsten Monaten leicht positive Impulse ausgehen, die den Weg der Rezession ebnen. Die OeNB erwartet für Österreich ein geringes BIP-Wachstum von 0,2%.
Die anhaltenden Konflikte zwischen Russland/Ukraine und der aktuell andauernde Israel Konflikt tragen zu Schwankungen bzw. zu einer Erhöhung der Energiepreise bei. Auf die Ertragslage der Gesellschaft werden sich aufgrund der Lieferanten- und Kundenstruktur die geopolitischen Krisen nicht unmittelbar auswirken. Mögliche Preissteigerungen aufgrund von mittelbaren Implikationen im Einkauf versuchen wir teilweise an die Kunden weiterzugeben.
Das Ergebnis wird im Geschäftsjahr 25/26 vor allem von der weiteren Entwicklung der Baukonjunktur sowie von Förderungen, der Rohstoffpreise und des Zinsumfeldes weiter beeinflusst.
Für das Geschäftsjahr 2025/26 rechnen wir aufgrund der ungewissen Marktsituation mit keiner wesentlichen Umsatzsteigerung.
Im Fokus stehen daher Lieferbereitschaft und Liefertreue durch Holter, Neukundenakquise, Prozessoptimierungen und -automatisierung, Kosteneffizienz und mögliche Kosteneinsparungen.
Berichterstattung über wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
Auf das Liquiditätsrisiko und diverse Risiken aus Zahlungsstromschwankungen bei Forderungen gegenüber KundenInnen wird ein verstärktes Augenmerk gelegt. Durch die anhaltende schlechte Wirtschaftskonjunktur rechnen wir mit Zahlungsausfällen. Bestehende Lieferlimits werden laufend kontrolliert und die Bonitätsprüfung als auch das Rating aller KundenInnen werden sorgsam verwaltet. Zusätzlich sind die Forderungen entsprechend versichert. Dem Risiko wird mit Wertberichtigungen Rechnung getragen.
Eine Clearingvereinbarung regelt die gegenseitige Zurverfügungstellung von freier Liquidität. Aufgrund der bestehenden und gelebten Aufgabenverteilung innerhalb der Holter-Gruppe führt diese Vereinbarung zu wesentlichen wirtschaftlichen Vorteilen für jedes einzelne Mitglied und damit auch zu einer höheren Wettbewerbsfähigkeit.
Die Preisentwicklung bzw. Preisstrategie unserer Lieferanten wird intensiv überwacht, um einem eventuellen Preisänderungsrisiko entgegenzuwirken. Aus dem operativen Geschäft ergeben sich keine weiteren Zins- und Währungsrisiken, weshalb auch der Einsatz von Finanzinstrumenten nicht als notwendig erachtet wird.
Grundsätze, Richtlinien, Prozesse und Verantwortlichkeiten sind so festgelegt, dass eine korrekte und zeitnahe Bilanzierung aller geschäftlichen Transaktionen gewährleistet ist. Dadurch wird eine frühzeitige Erkennung von Risiken ermöglicht und können verlässliche Informationen über die finanzielle Situation des Unternehmens zur internen und externen Verwendung geliefert werden. Risiken, die einzeln oder hinsichtlich des Gesamtrisikos bestandsgefährdend sein könnten oder geeignet erscheinen, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu gefährden, sind nicht erkennbar.
Zum Schutz von allgemeinen Risiken wurden folgende Maßnahmen getroffen:
IT: Die Sicherheit unserer IT-Systeme, insbesondere der Schutz vor unbefugtem Zugriff und Manipulationsmöglichkeiten durch Dritte wird regelmäßig durch die interne IT überprüft. Aus Sicherheitsgründen wurden zusätzliche IT-Security Lösungen implementiert um damit noch höhere Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Interne Schulungen werden verstärkt durchgeführt.
Beschaffung: für die Ertragskraft im Großhandel sind die Einkaufsbedingungen und Einkaufspreise der Lieferanten von großer Bedeutung. Die Menge der Preisanpassungen wird geringer, es finden regelmäßig neue Verhandlungen statt.
Die Prozesse des internen Kontrollsystems werden laufend auf Aktualität geprüft und unterziehen sich jährlich einer externen Prüfung durch Dritte.
Bericht über die Forschung und Entwicklung
In Bereich Forschung und Entwicklung wurden keine Maßnahmen gesetzt.
Wels, am 24. September 2025
Der Geschäftsführer
Markus Steinbrecher