Inhaltsverzeichnis
I. Darstellung und Analyse des Geschäftsverlaufes und der Lage des Unternehmens
1. Ertragslage unter Einbeziehung finanzieller Leistungsindikatoren
Die Betriebsleistung 2025 (Umsatzerlöse plus Veränderung des Bestandes) beträgt TEUR 396.034 und hat sich gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr 2024 (TEUR 310571) um TEUR 85.463 erhöht.
Signifikant waren Preissteigerungen bei den Materialaufwendungen, die neben der Effizien‐ zerhöhung auch zur Ausweitung der Betriebsleistung 2025 beitrugen.
Vor diesem Hintergrund wurden im Geschäftsjahr rund 101.985 Rinder und Kälber (Vorjahr: rund 111.228) geschlachtet, davon rund 78.879 (Vorjahr 81.265) am Schlachthof Salzburg und rund 23.114 (Vorjahr 29.963) in Lohnschlachtungen in Deutschland und Österreich (ab 2025 nur noch Lohnschlachtungen in Deutschland). Im Jahr 2025 schrumpfte der Fleischmarkt in Österreich und den wesentlich ausländischen Märkten von Alpenrind. Alpenrind konnte Marktanteile konstant halten.
Die Aufwendungen für Material und bezogene Herstellungsleistungen haben sich gegenüber dem Geschäftsjahr 2024 um TEUR 76.246 auf TEUR 346.460 (Vorjahr: TEUR 270.214) erhöht.
Der Personalaufwand inklusive der lohnabhängigen Abgaben betrug im Geschäftsjahr TEUR 11.127 (Vorjahr: TEUR 10.093). Dies entspricht einer Erhöhung von TEUR 1.034 gegen‐ über dem Vorjahr. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich um TEUR 917 auf TEUR 23.457 (Vorjahr: TEUR 22.540) erhöht.
Im Folgenden wird ein Überblick über die Aufwands‐ und Ertragsstruktur sowie eine Wert‐ schöpfungsverteilungsrechnung dargestellt:
| Aufwandsstruktur 2025 | 2025 | 2024 | 2023 | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | 6 | TEUR | 6 | TEUR | 6 | |
| Materialaufwendungen | 346.460 | 90,2% | 270.214 | 88,3% | 243.275 | 85,7% |
| Personalaufwendungen | 11.127 | 2,9% | 10.093 | 3,3% | 9.814 | 3,5% |
| Abschreibungen Anlagevermögen | 2.484 | 0,6% | 2.436 | 0,8% | 2.241 | 0,8% |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 23.457 | 6,1% | 22.540 | 7,4% | 28.076 | 9,9% |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 577 | 0,2% | 643 | 0,2% | 442 | 0,2% |
| 384.106 | 100% | 305.926 | 100% | 283.848 | 100% | |
| Ertragsstruktur 2025 | 2025 | 2024 | 2023 | |||
| TEUR | 6 | TEUR | 6 | TEUR | 6 | |
| Umsatzerlöse | 390.455 | 98,5% | 306.063 | 97,1% | 290.292 | 95,5% |
| Bestandsveränderungen | 5.579 | 1,4% | 4.507 | 1,4% | -5.762 | -1,9% |
| Sonstige betriebliche Erträge | 72 | 0,0% | 3.630 | 1,2% | 19.191 | 6,3% |
| Ertäge aus Finanzinvestitionen | 175 | 0,0% | 966 | 0,3% | 303 | 0,1% |
| 396.281 | 100% | 315.167 | 100% | 304.024 | 100% |
| Wertschöpfungsverteilungsrechnung 2025 | 2025 | 2024 | 2023 |
|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR | |
| Anteil Kapitaleigner | 9.819 | 7.167 | 15.254 |
| Anteil Fremdkapitalgeber | 577 | 643 | 442 |
| Anteil Arbeitnehmer | 11.127 | 10.093 | 9.814 |
| Anteil öffentliche Hand | 3.021 | 2.090 | 4.934 |
| Wertschöpfung | 24.544 | 19.994 | 30.141 |
2. Vermögens- und Finanzlage unter Einbeziehung finanzieller Leistungsindikatoren
Das Gesamtvermögen der Gesellschaft beträgt zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 TEUR 79.249 (Vorjahr TEUR 66.806) und hat sich gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres um TEUR 12.443 erhöht.
Das Umlaufvermögen (inklusive Rechnungsabgrenzungsposten) zum 31. Dezember 2025 beträgt TEUR 48.466 (Vorjahr TEUR 35.046) und ergibt rund 61 % (Vorjahr 52 %) der Bilanzsumme. Gegenüber dem 31. Dezember 2024 ergibt sich daraus eine Erhöhung um TEUR 13.419.
Der Anstieg des Umlaufvermögens ist in erster Linie durch die Erhöhung der der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die Erhöhung der Lagervorräte zurückzuführen. Die Vorräte betragen zum Stichtag 31. Dezember 2025 TEUR 18.375 (gegenüber dem Vorjahr um TEUR 6.409 gestiegen). Die Hauptgründe dieser Steigerung liegen in erhöhten Einkaufspreisen, und die Aufstockung des Lagers in Wörnitz, Deutschland. Die Lagerausweitung erfolgte aus strategischer Überlegung im Zusammenhang mit dem Anspruch ständiger kundenorientierter Warenverfügbarkeit. Die Lieferforderungen und sonstigen Forderungen haben sich im Geschäftsjahr 2025 um TEUR 4.561 auf TEUR 27.586 erhöht. Das Anlagevermögen hat sich im Geschäftsjahr 2025 um TEUR 976 reduziert und beträgt zum 31. Dezember 2025 TEUR 30.784 (Vorjahr TEUR 31.760), das sind rund 39 % der Bilanzsumme. Es wurden keine größeren Investitionen getätigt.
Auf der Passivseite haben sich in Summe die kurzfristigen Verbindlichkeiten im Geschäftsjahr 2025 um TEUR 18.360 von TEUR 16.969 auf TEUR 35.330 erhöht. Die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben sich um TEUR 798 von TEUR 7.008 auf TEUR 6.209 reduziert. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betragen TEUR 20.323 (Vorjahr TEUR 2.509).
Das bereinigte Eigenkapital (Eigenkapital laut Jahresabschluss zuzüglich Investitionszuschüsse abzüglich latenter Steuern) zum 31. Dezember 2025 beträgt TEUR 33.806 (Vorjahr: TEUR 38.964), das sind 43 % (Vorjahr: 58 %) der Bilanzsumme. Die kurzfristen Rückstellungen (ohne Steuerrückstellungen) haben sich im Geschäftsjahr um TEUR 20 auf TEUR 3.647 redu‐ ziert. Die Reduzierung der kurzfristigen Rückstellungen ist überwiegend auf die Reduzierung der Rückstellung für ausstehende Rechnungen zurückzuführen.
Im Folgenden werden als Leistungsindikatoren Verschuldenskennzahlen dargestellt.
| Verschuldungskennzahlen 2025 | ||
|---|---|---|
| 2025 | 2024 | |
| Eigenkapital (bereinigt) | ||
| Eigenkapitalquote Gesamtvermögen | 42,66% | 58,32% |
| Fremdkapital | ||
| Verschuldungsgrad Gesamtvermögen | 57,34% | 41,68% |
3. Liquiditätslage des Unternehmens
| 31.12.2025 | |
|---|---|
| TEUR | |
| Netto‐Geldfluss aus der operativen Tätigkeit | 22.114 |
| Netto‐Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | ‐ 1.310 |
| Netto‐Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | ‐ 18.350 |
| zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes | 2.454 |
| Finanzmittelbestand am Beginn der Periode | 11 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 2.465 |
II.
Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Alpenrind wird den eingeschlagenen Weg eines kontinuierlichen Wachstums weiter fortset‐ zen und umfangreiche Investitionen in die Effizienzsteigerung und Modernisierung der Be‐ triebsanlagen tätigen. Im Jahre 2025 wurden keine großen Investitionen getätigt, da in den folge Jahren größere Modernisierungsinvestitionen geplantsind wie z.B. die Generalsanierung der Rampenanlagen (inklusive erheblicher Kapazitätsausweitungen).
Auch der zur Sicherung der Supply Chain für den deutschen Markt geschlossene Vertrag zur Lohnschlachtung mit VION Waldkraiburg wird weitergeführt. Dort wurden im Jahr 2025 rund 440 Tiere pro Woche geschlachtet.
Die Zerlegemenge betrug im Jahr 2025 rund 40.965 Tonnen (Vorjahr: 41.000) und war damit konstant zum Vorjahr. Es wurde der Anteil der Ware, die aus der Eigenen Schlachtung in die Zerlegung geht, weiter erhöht.
Für 2026 wird eine konstante Zerlegemenge erwartet, wobei die Schlachtzahlen unter Druck stehen werden.
Vom Rindermarkt (EU und Österreich) wird erwartet 2026 wieder leicht zu schrumpfen (wie bereits in den Vorjahren). Die OSI Group, zielt mit ihren 2 Betrieben in Österreich (Alpenrind & Grandits) auf weitere Marktanteilsausweitung, um dem schrumpfenden Markt entgegenzu‐ wirken.
Es wird erwartet, dass die Einkaufpreise im Jahr 2026 konstant auf hohem Niveau bleiben. Jedoch sind wir zuversichtlich, die erhöhten Kosten, wie in den Jahren zuvor, an den Endkun‐ den weitergeben zu können.
In Zeiten mitschrumpfenden oder langsam wachsenden Wirtschaftsleistungen sind wirzuver‐ sichtlich, dass die prognostizierten wirtschaftlichen und geopolitischen Ereignisse keine gro‐ ßen Auswirkungen auf unser Geschäft haben werden. Der Fleischmarkt hat sich bereits in der Vergangenheit als äußerst stabil in turbulenten und rezessiven Wirtschaftslagen mit teils dys‐ funktionalen Tendenzen erwiesen.
Alpenrind zeichnete sich in der Vergangenheit durch flache Strukturen und eine besonders niedrige Fixkostenstruktur aus, sodass wir auch in Zeiten eines erhöhten Inflationsdruckes die angestrebten Erfolgsziele durch permanente Kosteneffizienzmaßnahmen halten werden kön‐ nen. Unternehmensinterne Programme wie Cost Containment sollen zu einer Optimierung der Betriebsabläufe beitragen und weiterhin Maßnahmen zur Minimierung der Kostenstei‐ gungen vorantreiben.
Das Auftreten der Maul‐ und Klauenseuche in der Slowakei und Ungarn hat das Geschäft von Alpenrind in letztem Jahr nur geringfügig beeinflusst, da es zu keinen Fällen in Österreich ge‐ kommen ist.
Im Geschäftsjahr 2026 hat die Gesellschaft im Rahmen ihrer strategischen Weiterentwicklung Vermögenswerte eines Schlachtbetriebs in Deutschland erworben.
III. Forschung und Entwicklung
Die Gesellschaft betreibt keine Forschungs‐ und Entwicklungstätigkeit.
IV. Umweltbelange
Energieverbrauch und Klimaschutz sind untrennbar miteinander verbunden. Aus Umweltsicht ist der Klimaschutz eine der größten Herausforderungen der heutigen Zeit. Der Beitrag der Firma Alpenrind in der Produktion besteht im effizienten Umgang mit Energie und in der Wahl der Energieträger.
Im Umfang der Nachhaltigkeits‐Strategie der gesamten Gruppe hat Alpenrind das Ziel bis 2030 die Verbräuche für Gas, Strom, Wasser, Abfälle pro kg Produktion Menge zur Basis 2015 um 20% zu senken.
Es wird daran gearbeitet, Lösungen zu weiterer Reduzierung der Ausstöße zu ermitteln und den Effekt der Lieferkette besser zu dokumentieren.
V. Arbeitnehmerbelange
Die Mitarbeiteranzahl bei Alpenrind ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Ende 2024 waren insgesamt 152 Mitarbeiter bei Alpenrind beschäftigt, Ende 2025 zählte Alpenrind 155 Mitarbeiter. 2026 wird erwartet, dass der Mitarbeiterstand stabil bleibt, bis leicht abneh‐ mend.
Das Wohlergehen und die Gesundheit der Mitarbeiter hatte auch im Jahr 2025 höchste Prio‐ rität. Um dieszu gewährleisten, wurden umfangreiche Maßnahmen zur Arbeitsplatzsicherheit und Arbeitsplatzbereicherung eingeführt.
VI. Kundenbelange
Um die Zufriedenheit der Kunden zu messen, führt Alpenrind regelmäßig eine Befragung bei seinen Kunden durch. Es werden unter anderem Bereiche wie Vertrauen in Produktsicherheit, Lieferzuverlässigkeit, Problembehebungen, Einhaltung der Spezifikation/Zuschnitte, Haltbar‐ keit oder die Produktverpackung abgefragt. Damit stellen wir sicher, dass wir nicht nur allen regulatorischen Vorschriften Rechnung tragen, sondern auch ausreichende Informationen über Kundenbedürfnisse und Marktentwicklungen ableiten können.
VII. Bestehende Zweigniederlassungen
Die Gesellschaft betreibt eine Zweigniederlassung in Gersthofen, Deutschland.
VIII. Risikoberichterstattung
Neben dem Einsatz originärer Finanzinstrumente verwendet die Gesellschaft keine derivativen Finanzinstrumente.
Fremdwährungsrisiken bestehen nicht.
Die Gesellschaft ist markt- und produktimmanenten Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind. Im Unternehmen ist ein den Anforderungen des Unternehmens adäquates internes Kontrollsystem eingerichtet. Mit diesem Kontrollsystem werden Risiken erhoben, analysiert und bewältigt.
Zur Sicherung der Vermögenswerte sind entsprechende Versicherungen abgeschlossen worden. Zur Minimierung des Risikos von Forderungsausfällen werden laufende Kreditauskünfte eingeholt. Das Debitorenmanagement, umfasst die generelle Versicherung aller Außenstände. Das Liquiditätsrisiko ist gering, da durch Kreditinstitute oder verbundene Unternehmen falls erforderlich kurzfristig entsprechende Mittel zur Verfügung gestellt werden können.
Die interne Qualitätssicherungsabteilung führt laufend Auditierungen durch, und sorgt für einheitliche Prozesse und Produktionsmethoden. Die strenge Einhaltung der Normen von IFS (Internation Food Standard) und HACCP (Hazard analysis and critical control points) wird regelmäßig überwacht und mit entsprechenden Dokumentationen hinterlegt. Darüber hinaus ist die Gesellschaft in die Qualitätssicherung des OSI-Konzerns eingebunden. Alpenrind ist nach ISO 14001 zertifiziert.
Salzburg, am 26.06.2026
Der Geschäftsführe
Ing . Mag. Roland Ackermann