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Lagebericht 2024

Liebenau Österreich gemeinnützige GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2024 · Eingereicht am 24. Sep. 2025

Inhaltsverzeichnis

Stiftung Liebenau

für das Geschäftsjahr 2024

1.) Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Die Liebenau Österreich gemeinnützige GmbH betreibt in Vorarlberg 7, in Oberösterreich zwei und in Tirol eine Pflegeeinrichtung. Zudem betreibt das Unternehmen in Kärnten eine Einrichtung der Behindertenhilfe.

Diese stationären Angebote werden durch eine größere Zahl weiterer Angebote ergänzt, In Bregenz hat die Liebenau Österreich gemeinnützige GmbH die inhaltliche Verantwortung für eine Wohnanlage nach dem Konzept „Lebensräume für Jung und Alt". Seit 2015 gibt es in Bregenz in der Wohnanlage Blumenegg eine „Pflegewohngemeinschaft" für die Betreuung von bis zu 16 in kleinen Appartements wohnenden Menschen. An 7 Standorten werden Betreuungsleistungen im Zusammenhang mit den Angeboten „heimgebundenes Wohnen" oder „betreutes Wohnen" erbracht. Seit mehreren Jahren gibt es in Nüziders und Bregenz jeweils ein Angebot einer Tagesbetreuung mit gerontopsychiatrischem Schwerpunkt. In Stadl-Paura betreibt das Unternehmen im Sozialzentrum Kloster Nazareth mit dem „Kapellerhof" eine kleine Hoteleinrichtung. An drei Standorten gibt es größere Küchen, die nicht nur den eigenen Standort versorgen, sondern auch Schulverpflegungen und „Essen auf Rädern” produzieren und verkaufen.

Der Betrieb von stationären Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe ist geprägt durch Vorgaben der jeweiligen Aufsichtsbehörden. So werden in aller Regel die maßgeblichen Strukturvorgaben hinsichtlich der Gebäudeausstattung aber auch hinsichtlich der Personalausstattung (Anzahl und Qualifikationen der Mitarbeiter) vorgegeben. Auch die Festlegung der Preise bzw. Entgelte für die Leistungen der Liebenau Österreich gemeinnützige GmbH erfolgt faktisch durch einseitige Festlegungen der jeweiligen Kostenträger. Von daher ist es Aufgabe und Anspruch des Unternehmens, innerhalb dieser Vorgaben bestmögliche Qualität in der Versorgung der Bewohner der jeweiligen Einrichtungen zu erzielen und wirtschaftlich mit den vorhandenen Rahmenbedingungen auszukommen. Als eine der Hauptherausforderungen in den vergangenen Jahren erweist sich dabei die Aufgabe, gut qualifizierte Mitarbeiter in ausreichender Anzahl zu finden und möglichst längerfristig an das Unternehmen zu binden.

2.) Geschäftsverlauf und Geschäftsergebnis

Das Geschäftsjahr 2024 war erneut von größeren wirtschaftlichen Herausforderungen geprägt. Vor allem die Einrichtungen in Vorarlberg waren insgesamt weiterhin deutlich unterfinanziert. Dagegen konnten in Oberösterreich aufgrund angepasster Tarife und deutlich gestiegener

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Auslastung grundsätzlich operative Überschüsse erzielt werden. Im Gegenzug waren für die oberösterreichischen Einrichtungen periodenfremde Rückstellungsanpassungen in Höhe von knapp 400.000 Euro für neu in den Kollektivvertrag aufgenommene Jubiläumsgeldansprüche der Mitarbeiter erforderlich.

Die Umsatzerlöse konnten deutlich gesteigert werden. Dies lag zum einen an der im Laufe des Jahres umgesetzten Erhöhung der Platzanzahl in Gaissau, wo die Kapazität von 44 auf nunmehr 60 Plätze erhöht werden konnte. Zudem wurden die Tarife zwischen 8,5 % und 12 % angehoben und es konnten in den allermeisten Einrichtungen weitgehende Vollauslastungen umgesetzt werden.

Im Vergleich zum Vorjahr deutlich erleichternd haben sich die wieder normalisierten Energiekosten (Strom und Gas) ausgewirkt. Zudem konnte im Berichtsjahr eine Förderung des Bundes für die gestiegenen Energiekostenbelastungen in Höhe von 330.000 Euro vereinnahmt werden.

Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren war es letztlich möglich, ein leicht positives Jahresergebnis von etwas mehr als 160.000 Euro auszuweisen. Damit konnte erstmals seit 3 Jahren wieder insgesamt ein positives Ergebnis erzielt werden.

Dabei sind die Personalausgaben um 11,8 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das lag zum einen an kollektivertraglichen Anpassungen, die durchschnittliche Gehaltserhöhungen von mehr als 9 % bewirkten, zudem aber auch daran, dass die Mitarbeiteranzahl gegenüber dem Vorjahr um 23 Vollzeitstellen erhöht werden konnte. Diese Erhöhung war erforderlich, um die Erhöhung der Bewohneranzahl in Gaissau umzusetzen, aber auch um die angestrebte Vollauslastung der Einrichtungen personell bewältigen zu können. Real umgesetzt wurde die Erhöhung der Mitarbeiteranzahl - annähernd zahlengleich - erneut durch die Rekrutierung von indischen und philippinischen Mitarbeiterinnen.

3.) Finanz- und Vermögenslage

Mit dem Jahresgewinn des Berichtsjahres konnte der Verlustvortrag aus der Vorjahresbilanz reduziert werden und beträgt nunmehr noch knapp 530.000 Euro. Unter Berücksichtigung der Stammeinlage in Höhe von 1,8 Millionen Euro verfügt die Gesellschaft noch über ein Eigenkapital in Höhe von etwas mehr als 1,27 Millionen Euro. Obwohl sich auch die Bilanzsumme um 1,2 Millionen Euro auf nunmehr 13,3 Millionen erhöht hat, konnte die Eigenmittelquote geringfügig auf knapp 9,6 % der Bilanzsumme verbessert werden. Dennoch liegt die Eigenmittelquote damit weiterhin nur knapp über dem nach dem URG geforderten Mindestmaß von 8 % der Bilanzsumme. Die fiktive Schuldentilgungsdauer beträgt 11,8 Jahre.

Im Geschäftsjahr 2024 wurden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.

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4.) Forschung und Entwicklung

Die Liebenau Österreich gemeinnützige GmbH ist laufend bemüht, ihre Dienstleistungen qualitativ zu verbessern. Sie steht hierzu in laufendem Austausch mit den anderen Gesellschaften im Verbund der Stiftung Liebenau. So wird gewährleistet, dass gelungene Entwicklungen anderer Gesellschaften auch in die eigene Gesellschaft übertragen werden können. Zudem finden mehrmals jährlich Besuche bei anderen Trägern und in anderen Ländern statt, um auch hier zukunftsfähige Entwicklungen zu entdecken und ggf. in die eigene Arbeit implementieren zu können. Insbesondere ist die Gesellschaft bemüht, Weiterentwicklungen im Bereich des Ambient Assisted Living (AAL) zu erkennen und in die eigenen Arbeitsprozesse zu implementieren.

Im Berichtsjahr erhielt die Gesellschaft gemeinsam mit ihrer für die Errichtung von Gebäuden zuständigen Schwestergesellschaft Liebenau Österreich Sozialzentren gGmbH den Zuschlag für die Errichtung und den zukünftigen Betrieb des neuen Sozialzentrums Brachsenweg in Bregenz. Hierfür wurde ein Architekturwettbewerb durchgeführt und der Architekturauftrag vergeben. Derzeit wird die weitere Detailplanung für das Haus erarbeitet. Das neue Sozialzentrum soll den bisherigen Standort Tschermakgarten ersetzen und zukünftig 90 Bewohnerplätze in 6 Hausgemeinschaften anbieten, zudem wird ein Gesundheitszentrum für mehrere Ärzte, eine Kleinkindbetreuung, eine Tagesbetreuung für Senioren und mehrere Wohnungen für heimgebundenes Wohnen und für Mitarbeiter integriert.

Inhaltlich wurde 2024 in Vorarlberg eine neue Pflegedokumentationssoftware implementiert und die gesetzlich erforderliche Anbindung an die elektronische Patientenakte ELGA vorbereitet. Damit arbeiten erstmals alle Einrichtungen der Liebenau Österreich mit gleichen Softwarelösungen. Dies war auch eine Voraussetzung für die bevorstehende stiftungsweite Migration des bestehenden SAP ERP Systems auf SAP S/4HANA, Mit der Umstellung soll die wirtschaftliche, aber auch inhaltliche Steuerungsmöglichkeit des Unternehmens qualitativ und zeitlich nochmals deutlich verbessert werden.

5.) Risikoberichterstattung und voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Die künftige wirtschaftliche Unternehmensentwicklung hängt weiterhin sehr stark davon ab, ob es gelingt, in Vorarlberg ausreichende Refinanzierungstarife zu erhalten. In Vorarlberg ringen die Träger der Pflegeheime weiterhin gemeinsam um auskömmlichere Tarife. Seitens des Landes gibt es mittlerweile zwar Vorschläge bezüglich einer Tarifreform, noch ist aber nicht abzusehen, ob diese Tarifreform für eine wirtschaftliche Betriebsführung der Einrichtungen ausreichend sein wird und ob diese Tarifreform noch im Jahr 2025 umgesetzt werden kann. Da in Vorarlberg knapp zwei Drittel der gesamten Umsatzerlöse generiert werden ist es derzeit fast unmöglich einzuschätzen, wie das laufende Jahr wirtschaftlich verlaufen wird.

Stiftung

Liebenau

In Tirol hat der Gemeindeverband Wipptal, der bislang das Klaraheim in Matrei am Brenner betreibt, dieses Pflegeheim in eine neu gegründete Betriebsgesellschaft überführt und auch die bisherigen Aufgaben des dortigen Sozialsprengels im Rahmen der Steuerung ambulanter Pflegedienstleistungen, der Essensversorgung durch „Essen auf Rädern“ und der Betreuung von Mietern der betreubaren Wohnungen integriert. Die Liebenau Österreich soll diese Gesellschaft längerfristig übernehmen. Die Gemeinden als bisherige Gesellschafter der GmbH haben der Liebenau Österreich daher ein Optionsrecht eingeräumt, zum 1.1.2026 zunächst 51 % der Gesellschaftsanteile zu übernehmen und ab 1.1.2030 die restlichen Gesellschaftsanteile. Zur Vorbereitung dieser schrittweisen Integration hat die Liebenau Österreich gGmbH bereits einen Mitarbeiter abgestellt, der bereits jetzt die Geschäftsführung der Gesellschaft übernommen hat.

6.) Zweigniederlassungen

Die Gesellschaft unterhält keine im Firmenbuch eingetragenen Zweigniederlassungen.

Bregenz, den 25. Ápril

Klaus Müller

Geschäftsführung

Raphael Girardi Geschäftsführung

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