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Lagebericht 2025

Trotec Laser GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 30. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage

1.1

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft hat sich in diesem Jahr als widerstandsfähiger erwiesen als erwartet, gestützt durch verbesserte Finanzbedingungen, steigende Investitionen und Handel im Bereich der künstlichen Intelligenz sowie makroökonomischer Maßnahmen.

Nach den Zahlen der OECD1 ergibt sich für das Jahr 2025 ein globales BIP-Wachstum von 3,2% und für die OECD-Länder von 1,7%.

Die Risiken für die Aussichten bleiben erheblich, darunter die Aussicht auf weitere Handelsbarrieren, geopolitische Spannungen sowie eine mögliche drastische Neubewertung von Risiken an den Finanzmärkten. Die Arbeitsmärkte zeigen erste Anzeichen einer Abschwächung. In vielen Ländern sind die offenen Stellen unter den Durchschnitt von 2019 gefallen, und das Vertrauen schwächt sich ab wie sich an den World Uncertainty Indizes erkennen lässt. Dennoch sind auch positive Signale zu erkennen, wie die Erholung des Auftragseingangs des Deutschen Maschinenbaus in Q4 2025 sowie die Drehung des oberösterreichischen Konjunkturbarometers ins Positive zeigen.

Der Wert der für die Trotec Laser GmbH wichtigsten Fremdwährungen entwickelte sich im Vergleich zum Jahr 2024 wie folgt (Durchschnittskurs):

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 1
AUD-6,8%
CAD-6,5%
CHF+1,6%
CNY-4,5%
GBP-1,2%
JPY-3,2%
PLN+1,5%
USD-4,4%

1.2

Umsatz und Ertragslage

Die Trotec Laser GmbH bietet hochwertige Lösungen für Anwendungen in den Bereichen Gravieren (Engraving), Markieren (Marking) und Schneiden (Cutting).

Die Geschäfte der TroGroup haben im gesamten Jahr 2025 unter den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gelitten, wobei vor allem stark die verringerte Kaufbereitschaft für Umsatzrückgänge gesorgt hat.

Insgesamt liegt der Umsatz im Jahr 2025 bei M€ 56,1 (Vorjahr: M€ 62,1) und entspricht einem Rückgang von beinahe 10%. Analog zum Umsatz hat sich auch der Materialaufwand deutlich auf M€ 34,2 (Vorjahr: M€ 41,0) reduziert. Aufgrund eingeleiteter Optimierungs-, Digitalisierungs- und Sparmaßnehmen hat sich der Personalaufwand auf M€ 14,8 (Vorjahr: M€ 15,9) reduziert. Der sonstige betriebliche Aufwand beläuft sich für das Geschäftsjahr auf M€ 22,2 (Vorjahr: M€ 22,3).

Der hohe sonstige betriebliche Ertrag betreffen mit M€ 10 einen Schuldenerlass mit Verbesserungsvereinbarung von Seiten der TroGroup GmbH.

Im Finanzergebnis wurden Beteiligungserträge in Höhe von M€ 3,8 (Vorjahr: M€ 4,7) erfasst. Demgegenüber stehen Zinsen und ähnliche Aufwendungen von M€ 2,1 (Vorjahr: M€ 3,3). In Summe ergibt sich für das Geschäftsjahr ein Finanzergebnis von M€ 1,5 (Vorjahr: M€ 1,4). Die Steuern vom Einkommen und Ertrag ergeben einen Ertrag von M€ 4,0 (Vorjahr: M€ 4,9).

In der Konsequenz ergeben sich für das Geschäftsjahr ein Jahresüberschuss von M€ 0,4 (Vorjahr: M€ 5,9).

1.3. Vermögen und Finanzierung

Das Anlagevermögen (inkl. Immaterielles Vermögen und Finanzanlagevermögen) reduzierte sich auf M€ 37,2 (Vorjahr: M€ 37,7).

Das Vorratsvermögen reduzierte sich um M€ 2,5 auf M€ 15,2 (Vorjahr: M€ 17,7) und ist das Resultat aus diversen Optimierungsmaßnahmen.

Die Forderungen gegenüber Dritten reduzierten sich aufgrund geringer Umsätze um M€ 1,7 auf M€ 3,4 (Vorjahr: M€ 1,7).

Ebenso reduzierten sich die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen auf M€ 13,1 (Vorjahr: M€ 15,1).

Die Eigenkapitalquote beträgt zum Stichtag 37% (Vorjahr: 35%). Der Anstieg ist auf den positiven Jahresüberschuss in Höhe von M€ 0,4 in Kombination mit einer Bilanzsummenverkürzung zurückzuführen.

Der Finanzmittelbestand betrug T€ 23 (im Vorjahr: T€ 452), wobei die Gesellschaft in den Cash-Pool der TroGroup GmbH eingebunden ist.

Die Verbindlichkeiten haben sich im Geschäftsjahr von M€ 46,1 auf M€ 42,2 reduziert. Dieser Rückgang resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.

2. Zweigniederlassung

Die Trotec Laser GmbH besitzt keine Zweigniederlassungen.

3. Produktion, Logistik und Einkauf

Im Geschäftsjahr standen neben Effizienz- und Flexibilitätssteigerungen in der Produktion, konsequent die Qualität im Mittelpunkt aller Maßnahmen. Die Neugestaltung und Optimierung der Montagelinien erfolgte nicht nur unter produktiven Gesichtspunkten, sondern insbesondere mit dem Ziel, Prozessstabilität, Wiederholgenauigkeit und Fehlervermeidung nachhaltig zu verbessern. Durch standardisierte Arbeitsabläufe, klar definierte Qualitätsprüfpunkte sowie eine optimierte Linienbalance konnten Schwankungen reduziert und die Prozessfähigkeit erhöht werden. Qualitätsrelevante Kennzahlen werden kontinuierlich überwacht und systematisch ausgewertet, um Abweichungen frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei konsequent auf dem Null-Fehler-Prinzip. Darüber hinaus bildet die Standardisierung eine wesentliche Grundlage für stabile und reproduzierbare Fertigungsabläufe. Die konsequente Automatisierung reduziert manuelle Schnittstellen, minimiert Fehlerrisiken und erhöht gleichzeitig Präzision sowie Taktstabilität. Ergänzend dazu wird die Digitalisierung der Produktionsprozesse weiter vorangetrieben. Auch bei den zahlreichen Neuanläufen im Jahr 2025 wurde höchste Priorität auf eine stabile Anlaufqualität gelegt. Besonders hervorzuheben ist die Ausstattung der gesamten Speedy-Linie mit modernster SMART-Elektronik. Damit setzt die Produktfamilie nicht nur neue technologische Maßstäbe in ihrer Kategorie, sondern erreicht zugleich ein deutlich erhöhtes Niveau an Ausfallssicherheit, Stabilität und Leistungsfähigkeit.

Zur ganzheitlichen Steuerung und Überwachung der Abläufe entlang der gesamten Lieferkette wurde ein strukturiertes Supply Chain Management etabliert, das neben Produktion und Qualitätssicherung eine zentrale Säule des Bereichs „Operations“ bildet. Im Rahmen dieser strategischen Neuausrichtung konnten bereits wesentliche Optimierungspotenziale realisiert werden, insbesondere durch die Verbesserung der Containerauslastung, die Verringerung der Transportkosten mittels gezielter Ausschreibungen sowie die konsequente Digitalisierung der Prozesse entlang der gesamten Lieferkette – vom operativen Einkauf über Lagerhaltung und Logistik bis hin zum Customer Service. Darüber hinaus wurde die Integration der Supply-Chain-Prozesse in die übergeordnete Prozesslandschaft gestartet, um durchgängige Transparenz, klare Verantwortlichkeiten und stabile Schnittstellen sicherzustellen. Ziel ist die nachhaltige Optimierung und Stabilisierung der Warenströme, eine erhöhte Transparenz über Bestände und Durchlaufzeiten sowie eine insgesamt verbesserte Steuerungsfähigkeit innerhalb des Bereichs Operations. In Summe stärken diese Maßnahmen die Effizienz, Resilienz und Zukunftsfähigkeit der gesamten Wertschöpfungskette.

4. Umwelt-, Sicherheits- und Qualitätsmanagement

Arbeitssicherheit und Gesundheit:

Bereits seit vielen Jahren setzt die Trotec Laser GmbH Aktivitäten zur Betrieblichen Gesundheitsförderung um. Zur weiteren Aufrechterhaltung eines durch das Arbeitsinspektorat und externe Zertifizierungsunternehmen bestätigten hohen Niveaus an betrieblicher Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz wurden auch 2025 präventive Maßnahmen mit externen Partnern umgesetzt.

Dazu wurde bereits zu Jahresbeginn 2025 damit gestartet die Anforderungen an ein zur Unterweisung und Schulung geeignetes E-Tool zu definieren. Diese werden durch die Human Capital Management Software Workday erfüllt, die seitens der Shared Service Abteilung People&Culture mit Start Q3 2025 begonnen wurde im Headquarter Wels zu implementieren. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichtes ist das Ziel alle gesetzlich notwendigen Sicherheitsschulungen und Unterweisungen aus dem Bereich ESG am Headquarter in Wels bis Q4 2026 einzuführen.

Die Anzahl der jährlichen Arbeitsunfälle konnte 2025 abermals reduziert und das Ausmaß der Unfallschwere erneut auf einem niedrigen Niveau gehalten werden.

Qualitätsmanagement:

Im Geschäftsjahr wurde die bestehende Prozesslandschaft umfassend überarbeitet und ein neues integriertes Managementsystem eingeführt. Dieser Schritt stellt einen wesentlichen Meilenstein zur weiteren Harmonisierung innerhalb der Unternehmensgruppe dar. Durch die Standardisierung und Transparenz der Prozesse wurden Verantwortlichkeiten geschärft, Schnittstellen klar definiert und Synergien innerhalb der Gruppe gestärkt.

Ein weiterer bedeutender Fortschritt ist die Einführung eines gruppenweiten Projektmanagement-Tools. Damit werden künftig nicht nur Produktentwicklungsprojekte, sondern auch sämtliche Organisationsprojekte systematisch geplant, gesteuert und nachverfolgt. Dies erhöht Transparenz, Priorisierung und Effizienz in der Projektlandschaft deutlich. Begleitend dazu wurden Projektleiterschulungen durchgeführt, um ein einheitliches Projektverständnis sowie methodische Standards sicherzustellen.

In enger Zusammenarbeit mit Forschung & Entwicklung bereiten wir uns frühzeitig auf zukünftige regulatorische Anforderungen vor, insbesondere auf die neue Maschinenverordnung (MVO) sowie den Cyber Resilience Act (CRA). Durch die frühzeitige Analyse der Anforderungen und die Integration in bestehende Entwicklungsprojekte wird sichergestellt, dass sowohl bestehende als auch neue Produkte regulatorisch konform und zukunftssicher sind.

Zur besseren Messbarkeit und Steuerung der Produkt- und Prozessqualität wurden die Qualitätskennzahlen erweitert und systematisch weiterentwickelt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Optimierung der Kennzahl „Cost of Poor Quality“ (COPQ). Ziel ist es, Fehlerkosten transparent zu machen, systematisch zu reduzieren und präventive Maßnahmen zu stärken. Diese unternehmensweite Qualitätsoffensive zeigt bereits erste positive Effekte. Verbesserte Transparenz, klar definierte Zielwerte und ein konsequentes Monitoring tragen zur nachhaltigen Qualitätssteigerung bei. Der verstärkte Austausch zwischen Qualitätssicherung und Service eröffnet zusätzliche Perspektiven aus dem Feld. Somit kann bei Kundenproblemen schneller und gezielter reagiert werden. Dies führt zu verkürzten Reaktionszeiten, höherer Kundenzufriedenheit und einer weiteren Stabilisierung der Produktionsqualität.

5. Mitarbeiter, Aus- und Weiterbildung

Im Geschäftsjahr 2025 waren die Aktivitäten im Bereich People & Culture weiterhin wesentlich von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt. Der Umsatzrückgang machte in einigen Geschäftsbereichen einen weiteren Personalabbau notwendig. Parallel dazu lag der Fokus auf Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Prozessoptimierung, um die organisatorische Leistungsfähigkeit nachhaltig abzusichern.

Trotz reduzierter Ressourcen wurden bewusst gezielte Investitionen in die Führungskräfteentwicklung fortgeführt. Das angebotene Entwicklungsprogramm unterstützt insbesondere die Stärkung von Leadership- und Veränderungskompetenzen. Ende 2025 wurde darüber hinaus ein Prozess zur Evaluierung von HR Risiken im Unternehmen entwickelt, der im Geschäftsjahr 2026 erstmals zur Anwendung kommt. Der Prozess ermöglich das zeitgerechte Erkennen von Fluktuations- und Besetzungsrisiken und unterstützt die Identifikation und Weiterentwicklung von Talenten und Potentialen der Mitarbeitenden.

Mit dem Beginn der Einführung einer neuen HR Management Software wurde ein wesentlicher Grundstein für digitalisierte HR Prozesse, eine höhere Datenqualität und -transparenz sowie eine deutliche Reduktion administrativer Aufwände gelegt. Gleichzeitig wurde das interne Employer Branding weiter gestärkt. Maßnahmen wie die Sommerbetreuung für Mitarbeiterinnenkinder und die Würdigung langjähriger Kolleginnen im Rahmen der Jubilarsfeier förderten Identifikation, Motivation und Bindung innerhalb der Organisation.

6. Forschung und Entwicklung

Im Jahr 2025 lag der Schwerpunkt auf der Entwicklung der neuen Maschinengeneration Next Gen. Auf Basis, der im Jahr 2024 definierten Requirements wurden 2025 neue Simulationsmodelle entwickelt bzw. bestehende Modelle weiterentwickelt (von mechanischen Strukturen bis hin zur Strömungsmechanik). Parallel dazu erfolgte die detaillierte Ausarbeitung der einzelnen Module, vom Motionsystem über das Gehäuse bis hin zu den Elektronikkomponenten. Zusätzlich wurden Funktionsmuster konstruiert und aufgebaut, erste Tests wurden erfolgreich gestartet. Im Bereich Software, lag der Fokus auf der Entwicklung der neuen Ruby Architektur (Trotec Laser Software). Unter Berücksichtigung der Anforderungen des kommenden Cyber Resilience Act wurde Ruby grundlegend neu konzipiert. Zudem wurde mit der Migration von einer Windows basierten Architektur auf eine Linux ARM Architektur im Hinblick auf die Serienumsetzung begonnen. Zeitgleich wurden Justage und Servicetools für Produktion und Service vollständig neu entwickelt bzw. hinsichtlich Zeit optimiert. Parallel dazu konnten zwei Releases mit zahlreichen neuen Features erfolgreich ausgerollt werden.

Im Maschinenbereich wurde eine bestehende Plattform umfassend überarbeitet. Das größte Speedy System unseres Portfolios wurde auf die neue SMART Elektronik sowie die neue Ruby-Softwarearchitektur inklusive OptiMotion umgestellt. Zusätzlich wurde die Maschine um einen 400W SuperPulse CO2-Laser erweitert, wodurch sowohl Leistungsfähigkeit als auch Applikationsspektrum deutlich gesteigert werden konnten. Im MidRange Segment wurden neue Maschinenkonzepte erarbeitet. Diese befinden sich aktuell in der Vorbereitungsphase zur Umsetzung.

Im Galvo-Bereich wurde die XSeries fertiggestellt und befindet sich unmittelbar vor der Markteinführung. Im Zuge dessen wurde die SMART Elektronik inklusive der Lasersoftware Ruby speziell für Galvo-Systeme wesentlich weiterentwickelt. Komplexe Funktionen wie Segmentierung, erweiterte Kamerasteuerungen sowie zusätzliche Performance- Optimierungen wurden erfolgreich implementiert.

Darüber hinaus wurden Konzepte für einen VIN Marker auf Basis der SMART Elektronik erarbeitet. Dieses Projekt befindet sich derzeit in der Proof-of-Concept-Phase.

Im Jahr 2025 wurde erstmals ein zertifiziertes Löschsystem für Laserplotter bis zur Serienreife entwickelt. Dabei handelt es sich um ein CO2-basiertes Löschsystem, das im Brandfall automatisch auslöst und die Maschine gezielt löscht. Die mechanischen, elektrischen sowie softwareseitigen Komponenten wurden vollständig serienreif ausgearbeitet. Darüber hinaus konnte bereits die erste Maschine mit integriertem Löschsystem erfolgreich an einen Kunden ausgeliefert werden.

7. Finanzielle Risiken des Unternehmens

Kapitalrisikomanagement und Nettoverschuldungsgrad

Der Konzern setzt sein Eigen- und Fremdkapital mit dem klaren Ziel ein, die Erträge der einzelnen Unternehmensbeteiligungen bzw. der gesamten Gruppe im Sinne einer nachhaltigen hohen Ertragskraft und soliden Bilanzstruktur zu optimieren. Damit wird sichergestellt, dass alle Konzernunternehmen unter der Unternehmensfortführungsprämisse operieren können. Unverändert zum Vorjahr bestand die Finanzierungsstrategie des Konzerns im Geschäftsjahr darin, einen auf die Ziele und Bedürfnisse des Konzerns abgestimmten, ausgewogenen Nettoverschuldungsgrad zu erreichen.

Währungsrisiko

Zur Absicherung gegen Währungsrisiken aus dem operativen Geschäft werden in der TroGroup keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt. Da es in den für den Konzern wichtigsten Währungsräumen außerhalb der EU, nämlich USA und China, auch Produktionsstandorte der TroGroup gibt, bestehen hier bis zu einem bestimmten Grad natürliche Absicherungen. Die Risiken in den anderen Währungsräumen sind gegeben, aber keinesfalls existenzbedrohend bzw. wären Absicherungen für diese eher exotischen Währungen prohibitiv teuer und damit unökonomisch.

Liquiditäts- und Cash-Flow-Risiko

Der Konzern verfügt über eine solide Finanz- und Liquiditätslage. Auch die mit Finanzinstrumenten verbundenen Cashflow-Risiken, also Risiken die sich aus Schwankungen der aus den Finanzinstrumenten resultierenden Zahlungsströme ergeben, sind aufgrund der Kundenstruktur und der Bonität der Kunden gering bzw. werden durch Risikoabschläge berücksichtigt.

Kredit- und Ausfallsrisiko

Das Ausfallsrisiko ist im Hinblick auf die gute Bonität der meisten Vertragspartner und die langjährige Beziehung zu den Vertragspartnern, insbesondere in den Bereichen Stempel sowie Laser Sources, als gering einzustufen. Bei kritischen Kunden werden Kreditlimits verbindlich festgesetzt und teilweise wird nur nach Vorauszahlungen geliefert. Ausfallsrisiken in Bezug auf originäre Finanzinstrumente, nämlich Ausleihungen, Wertpapiere, Forderungen und Guthaben bei Kreditinstituten, wird sobald solche erkennbar sind, durch Wertberichtigungen Rechnung getragen. Das maximale Ausfallsrisiko stellen die in Bezug auf diese Finanzinstrumente in der Bilanz ausgewiesenen Buchwerte dar.

Ein konzernweites Reporting für das Forderungsmanagement ist implementiert, um Fristigkeiten und Fälligkeiten im Detail beobachten zu können.

8. Ausblick 2026

Das globale BIP-Wachstum wird voraussichtlich von 3,2 % im Jahr 2025 auf 2,9 % im Jahr 2026 zurückgehen und sich dann im Jahr 2027 leicht auf 3,1 % verstärken.

Auf kurze Sicht wird eine Abschwächung der Konjunktur erwartet, da sich die höheren effektiven Zollsätze allmählich auswirken und angesichts der anhaltenden geopolitischen und politischen Unsicherheit Investitionen und Handel belasten. Im weiteren Verlauf des Jahres 2026 dürfte sich das Wachstum wieder festigen, da die Auswirkungen der Zölle nachlassen, sich die finanziellen Rahmenbedingungen verbessern und die niedrigere Inflation die Nachfrage stützt, wobei die aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens weiterhin die wichtigsten Triebkräfte des globalen Wachstums bleiben werden.

Prognosen zum realen BIP-Wachstum für 2025, 2026 und 2027:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
202520262027
India6.2%6.4%
China5.0%4%4.3%
Indonesia.0%5.1%
Argentina.0%3.9%
Saudi Arabia3.9%
Türkiye494.0%
G20292.9%3.1%
Brazil4%1.7%2.2%
United States2.0%1.7%1.9%
Australia1.8%2.3%2.3%
United Kingdom1.4%1.2%1.3%
Japan1.3%0.9%0.9%
Canada1.1%1.3%1.7%
South Africa1.1%1.3%1.5%
Korea1.0%2.1%2.1%
France0.8%1.0%1.0%
Mexico0.7%1.2%
Russia0.7%0.5%0.6%
Italy0.5%0.6%0.7%
Germany$0.3%1.0%1.5%

Source: OECD Economic Outlook, December 2025.

Die Gesamtinflation bleibt in einigen Regionen hartnäckig, dürfte aber in fast allen großen Volkswirtschaften bis 2027 wieder auf das Zielniveau zurückkehren. Die jährliche Verbraucherpreisinflation in den G20-Staaten dürfte von 3,4 % in diesem Jahr auf 2,8 % im Jahr 2026 und 2,5 % im Jahr 2027 zurückgehen.

Neben den makroökonomischen Indikatoren BIP und Inflation, deuten branchenspezifische Indikatoren auf eine Konjunkturerholung hin. Im Laserbereich zeigt sich nach der erwähnten Bodenbildung der Auftragseingänge des deutschen Maschinenbaus in Q4 2025, ein positiver Ausblick für 2026. Zudem ist das für die Exportwirtschaft wichtige oberösterreichische Konjunkturbarometer erstmals seit Q1 2023 wieder über der Nullinie. Zusammengefasst ergeben sich dadurch etwas bessere Rahmenbedingungen die gemeinsam mit den beschriebenen Maßnahmen, zu einer deutlichen Profitabilitätssteigerung gegenüber 2025 beitragen sollen.

Der Ausblick bleibt jedoch mit erhöhten Risiken behaftet. Eine weitere Eskalation handelspolitischer Maßnahmen, insbesondere bei kritischen Vorprodukten, könnte globale Lieferketten und die wirtschaftliche Aktivität spürbar belasten. Zudem bergen hohe Vermögensbewertungen, die auf optimistischen Erwartungen hinsichtlich KI-getriebener Ertragszuwächse beruhen, das Risiko abrupten Korrekturen. Zudem bleibt der Wettbewerbs- und Kostendruck aus China unverändert stark. Durch eine konsequente Marktbearbeitung der Zielsegmente (Premium- und Mid-Segment) sowie durch fortgeführte Kostenoptimierungsmaßnahmen, soll dem entgegengewirkt werden.

Der Iran-Krieg stellt ein indirektes Risiko durch die Auswirkungen auf die Konjunktur, Energiepreise und Materialverfügbarkeit dar. Je nach Dauer, können diese Auswirkungen von gering bis erheblich ausfallen.

Aufgrund der Risiken und der 2025 eingeleiteten Restrukturierungs- und Professionalisierungsmaßnahmen sieht die Trotec das Jahr 2026 als weiteres Konsolidierungsjahr. Trotz vielversprechender Produktanläufen und der intensiven Bearbeitung von bestehenden und neuen Märkten wird in keinem Geschäftsbereich mit signifikantem Wachstum im Jahr 2026 gerechnet. Der Managementschwerpunkt wird 2026 auf der Erschließung von profitablen Wachstumspotentialen einerseits liegen. Andererseits liegt der Schwerpunkt weiterhin auf der Optimierung der Kosteneffizienz, um trotz flacher Umsätze nachhaltige Ergebnisse erzielen zu können. Dadurch sollen die langfristigen Zukunftsaussichten des Unternehmens gesichert werden.

9. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Bezüglich wesentlicher Ereignisse nach dem Bilanzstichtag wird auf die Ausführungen im Anhang verwiesen.

Marchtrenk, am 2. April 2026

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 7
gitally signed by PeterDigitally signed by Thomas
et2026-04-02Thomas Alfred Fenze date 2006.04.02
8:29+02:0015:43:50+02:00
Peter KratkyDI (FH) Mag. Thomas Fenzl
Geschäftsführung (CEO)Geschäftsführung (COO)

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