← Zurück zum Firmenprofil

Lagebericht 2025

VAMED ENGINEERING GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 22. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

VAMED ENGINEERING GmbH, Wien

1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

1.1 Erläuterung zu Geschäft und Rahmenbedinqungen:

Das Geschäftsjahr 2025 der VAMED ENGINEERING GmbH, im Folgenden kurz VE GmbH genannt, war durch den Kauf der gesamten VAMED Engineering Gruppe durch Worldwide Hospital Group (WWH) per 01.04.2025 geprägt. Für die internationalen Kunden, Lieferanten als auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ergab sich damit eine neue Perspektive für die Weiterentwicklung des Geschäfts unter einem neuen Eigentümer.

Mit dem Zusammenschluss mit der WWH Group erfolgt nun eine Neuausrichtung der Gesellschaft auf modulare Krankenhäuser auf See und an Land mit einem integriertem Serviceangebot von Betrieb und Personal bis zu Medizintechnik, Wartung, Procurement und IT.

Im Geschäftsverlauf 2025 sind folgende Projekte hervorzuheben:

• Fertigstellung des Projektes An Giang in Vietnam (Lieferung Medizintechnik) • Fertigstellung des Projektes CPEDU in Mongolei (Lieferung Medizintechnik) • Fertigstellung des Projektes RSAL Dr. R. Oetojo in Indonesien (Lieferung Medizintechnik) • Finalisierung und Inbetriebnahme des Projektes Nueva Segovia in Nicaragua (Planung, Bau und Lieferung Medizintechnik)

Es ist wichtig zu betonen, dass es aufgrund des Financial Engineerings in Form von Projektfinanzierungen durch diverse europäische Exportkredit Agenturen und den damit einhergehenden Vorgaben betreffend lokale Wertschöpfung notwendig ist, dass VE GmbH in den finanzierenden europäischen Ländern Tochterunternehmen unterhält, die den jeweiligen Projektauftrag abschließen und unter der Führung der VE GmbH abwickeln. Ein Großteil der Vertriebs- und Verwaltungsleistungen für die gesamte VE-Gruppe wird daher von VE GmbH erbracht, wie insbesondere das Management, die Regionalleitungen samt Verwaltung der Regionen, sämtliche Assurance Funktionen und der überwiegende Teil des Engineerings.

Die Töchter arbeiten in der Projektabwicklung eng mit VE GmbH zusammen, es gibt gemischte Projektteams und eine einheitliche Projektaufsicht durch die VE GmbH. Leistungen der VE GmbH werden unter Berücksichtigung der Transferpreisregelungen an die Töchter verrechnet.

1.1.1 Lage des Unternehmens

Das Eigenkapital der VE GmbH besteht aus dem Stammkapital in Höhe von EUR 3,74 Mio. den Kapitalrücklagen in Höhe von EUR 449,06 Mio., den Gewinnrücklagen von EUR 45,36 Mio. sowie dem Bilanzverlust von EUR 262,26 Mio. und betrug zum Bilanzstichtag EUR 235,90 Mio.

Die Aktiva setzen sich im Wesentlichen aus Finanzanlagen in Höhe von EUR 67,31 Mio., aus Vorräten in Höhe von EUR 29,07 Mio., aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 40,94 Mio. gegenüber Dritten, aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 104,15 Mio., sonstigen Forderungen gegenüber Dritten in Höhe von EUR 178,19 Mio. sowie aus liquiden Mitteln in Höhe von EUR 71,77 Mio, zusammen.

Die Rückstellungen sind gegenüber dem Vorjahr von EUR 55,76 Mio. auf EUR 53,98 Mio. zurückgegangen. Bei den Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 214,81 Mio. sind die erhaltenen Anzahlungen in Höhe von EUR 60,36 Mio., die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 39,87 Mio., die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Finanzierungen und Konzernclearing in Höhe von EUR 102,45 Mio. und die sonstigen Verbindlichkeiten in der Höhe von EUR 12,13 Mio, als größte Positionen zu nennen.

Die Umsatzerlöse 2025 in der Höhe von EUR 135,97 Mio. sind gegenüber dem Vorjahr um EUR 183,03 Mio (-57%) zurückgegangen.

Das Ergebnis vor Steuern beträgt EUR -19,88 Mio (RoS von -14,6%). Dieses resultiert im Wesentlichen aus einem negativen Betriebserfolg in Höhe von TEUR -44.433 (Vorjahr: TEUR -98.103), der durch ein insgesamt mit TEUR 24.554 (VJ TEUR -67.540) im Wirtschaftsjahr positives Finanzergebnis nicht ausgeglichen werden konnte.

Für bestehende Risiken aus Projekten wurden ausreichend Rückstellungen gebildet, die zu dem ausgewiesenen negativen Betriebserfolg führen.

Per 31.12.2025 betrug der Personalstand der VE GmbH mit Zweigstellen 166.

1.1.2 Analyse

1.1.2.1 Ertragslage:

Die Betriebsleistung beträgt EUR 95,31 Mio. (Vorjahr EUR 115,33 Mio.).

Der ordentliche Betriebserfolg wird mit EUR -44,43 Mio. ausgewiesen und resultiert im Wesentlichen aus Projektvorsorgen und Wertberichtigungen.

1.1.2.2 Vermögenslage:

Die Bilanzsumme ist gegenüber dem Vorjahr um EUR 339,60 Mio. gestiegen. Dies ist auf der Aktivseite v.a. auf die Erhöhung der Immateriellen Vermögenswerte um EUR 11,46 Mio., der Erhöhung der Finanzanlagen um EUR 62,15 Mio., der Erhöhung der Vorräte um EUR 10,89 Mio., dem Anstieg der Forderungen um EUR 192,12 Mio. sowie Erhöhung des Kassenbestandes/Guthaben bei Kreditinstituten um EUR 62,79 Mio. zurückzuführen.

Auf der Passivseite ergibt sich die Erhöhung der Bilanzsumme neben der Erhöhung des Eigenkapitals um EUR 280,79 Mio. vor allem aus der Erhöhung der Verbindlichkeiten um EUR 60,59 Mio.

1.1.3 Eigenkapital

Zum Jahresende 2025 betrug die Eigenmittelquote der VE GmbH nach URG 46,7%.

Die Kapitalrücklage wurde im Geschäftsjahr 2025 durch Gesellschafterbeschlüsse der VIACAMA AG (vormals VAMED AG) um insgesamt EUR 303,0 Mio. erhöht. Aus der im Geschäftsjahr 2025 neu gebildeten Kapitalrücklage sind zum 31. Dezember 2025 insgesamt noch EUR 168,0 Mio. ausstehend. Hiervon erwarten wir die Einzahlung eines Teilbetrags in Höhe von EUR 110,0 Mio. im Geschäftsjahr 2026 und eines Teilbetrags in Höhe von EUR 58,0 Mio. im Geschäftsjahr 2027.

1.2 Bericht über die Zweiqniederlassungen:

Im Berichtszeitraum hatte die Gesellschaft Zweigniederlassungen in:

Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate), Cordoba (Argentinien), Georgetown (Guyana), Hanoi (Vietnam), Jakarta (Indonesien), La Paz (Bolivien), Lima (Peru), Managua (Nicaragua), Manila (Philippines), Muskat (Oman), Nairobi (Kenia), Port of Spain (Trinidad & Tobago), Praia (Cap Verde), Quito (Ecuador), Tripoli (Libyen), Tunis (Tunesien), Ulan Bataar (Mongolei).

Folgende Zweigniederlassungen sind dormant und/oder mit geplanter Liquidation:

Accra (Ghana), Bagdad (Irak), Damascus (Syria).

Zweigniederlassungen in folgenden Ländern wurden in 2025 geschlossen/liquidiert:

Australien, Azerbaijan, Belarus, Equatorial Guinea, Greece, Iran, Kasachstan, Mali, Mozambique, Panama, Honduras

1.3 Finanzlage:

1.3.1

Finanzielle Leistungsindikatoren:

Im Folgenden eine Darstellung der Cash-Flow-Entwicklung:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
20252024
in EUR Mio.
Cash-Flow aus der laufenden
Geschäftstätigkeit-77.55739.327
Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit-15.398-103.946
Cash-Flow nach
Investitionen/Deinvestitionen-92.956-64.619
Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit155.75045.460
Unternehmens-Cash-Flow62.794-19.159
= Veränderung der Liquiden Mittel

Der Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit 2025 resultiert in der Höhe von EUR 135,04 Mio aus der Zuführung von Eigenkapital und in der Höhe von EUR 20,70 Mio aus der Veränderung von Darlehensständen.

Der Finanzmittelfonds (Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten) beträgt per 31.12.2025 EUR 71,77 Mio. (Vorjahr: EUR 8,97 Mio.).

Die Umsatzrentabilität beträgt -14,6 % auf Basis Ergebnis vor Steuern (im Vorjahr -51,9%).

Die Eigenkapitalquote ist gegenüber dem Vorjahr von -27,2% auf 46,7% gestiegen.

1.3.2 Nicht-Finanzielle Leistungsindikatoren:

VE GmbH kann als Mitglied der WWH-Gruppe auf die Gesamtkompetenz im Gesundheitswesen verweisen. Das Potential beruht vor allem auf folgenden Schlüsselfaktoren:

- - - - Fähigkeit und Bereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Ausbildung, Fachwissen und Projekterfahrung über geografische Grenzen hinweg „Networking“ zu betreiben Multikulturelles Projektmanagement Durch die Internationalität weltweit passende Lösungen zu entwickeln Organisationsstruktur, die neben den jeweiligen Projektbüros auch Engineering und Projekt Management Hubs mit lokalen Kompetenzen in den jeweiligen Zielregionen unterhält.

Die aktuellen Entwicklungen im Umweltbereich zeigen sowohl Fortschritte bei nachhaltigen Maßnahmen als auch weiterhing bestehende Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf Klimaschutz und Ressourcenmanagement.

Die Arbeitnehmerbelange werden überwiegend durch den Betriebsrat wahrgenommen, der als zentrale Interessenvertretung der Belegschaft fungiert und den Dialog zwischen Arbeitnehmern und Unternehmensleitung sicherstellt.

2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung, Risiken und Chancen des Unternehmens

2.1 Proqnosebericht: Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens 2026

Die WWH-Gruppe (WWH), ein Gesundheitsunternehmen mit Sitz in Deutschland, hat sich auf flexible modulare Krankenhauslösungen spezialisiert – sowohl auf See als auch auf Land. Das Projektgeschäft der VE GmbH ergänzt und erweitert das Kerngeschäft der WWH Group. Die derzeitige politische Situation im Iran und die damit verbundenen geopolitischen Spannungen führen aktuell zu wirtschaftlichen Unsicherheiten, insbesondere im Energie- und Handelsbereich. Wir sehen diesbezüglich begrenzte Auswirkungen auf unser Geschäftsumfeld (dies hängt natürlich von der derzeit unabsehbaren weiteren Entwicklung ab!).

Für das Geschäftsjahr 2026 werden in Zusammenarbeit mit der WWH-Gruppe auf Ebene der VE GmbH erste Aufträge zur Errichtung von modularen Hospitallösungen erwartet, deren Umsetzung in den Folgejahren zunehmend neben die Abwicklung der bestehenden Aufträge treten wird.

Das Unternehmen hat bislang Lieferungen und Leistungen im Bereich der Medizintechnik erbracht. Ein strukturiertes After-Sales-Geschäft wurde bisher jedoch nicht etabliert, obwohl hierin ein erhebliches Potenzial für die Generierung langfristiger und stabiler Cashflows liegt.

Vor diesem Hintergrund hat das Management im Verlauf des Geschäftsjahres die strategische Entscheidung getroffen, die Entwicklung einer innovativen Krankenhaussteuerungssoftware voranzutreiben. Die Lösung ist als modulares System konzipiert und umfasst bis zu 19 spezialisierte Applikationen, woraus die Gesundheitseinrichtungen sich die unterschiedlichen Applikationen flexibel auswählen können.

Die Markteinführung der ersten fünf Applikationen (Patientenmanagement, Krankenverlaufsberichte, Staffing /Shift-Planing, Procurement, Medical Devices Monitoring) ist für Herbst 2026 geplant und richtet sich zunächst an Krankenhäuser in Schwellen- und Entwicklungsländern.

Es konnte diesbezüglich bereits ein bedeutender Meilenstein erzielt werden: Mit dem langjährigen Kunden der VAMED in Westafrika, und dort dem Gesundheitsministerium des 36 Mio Einwohner umfassenden Staats, welcher selbst mehr als 280 Krankenhäusern betreibt, wurde ein Software-Vorvertrag abgeschlossen. Dieser Vertrag soll später in einen 10-Jährigen Festvertrag hineinfließen.

Die zu erzielenden, zukünftigen Lizenzgebühren betragen zwischen 9 und 38 EuroCent pro APP und Einwohner p.a. ( Durchschnitt 98 EuroCent /Einwohner und Jahr = € 36 Mio )

Alle Länder zusammen in Afrika, in denen die Gesellschaft in den letzten 25 Jahren mit der Lieferung von Medical Equipment und Krankenhäusern namhaft tätig geworden ist, weisen zusammen circa 685 Millionen Einwohner aus.

Der vorhandene Auftragsstand der Gesellschaft zum Jahresende beträgt rd. EUR 208,54 Mio.

2.2 Risiko- & Chancenbericht

Ausreichende Vorbeugung in Bezug auf Ausfalls-, Liquiditäts- und Cash-Flow-Risiken erfolgt durch eine laufende Projektverfolgung und –überwachung sowie durch umfangreiches Risikomanagement. Weiterhin verfolgen wir Finanzierungen über Exportkredite in Euro mit europäischen Exportgarantien um das Fremdwährungsrisiko als auch das Zahlungsausfallrisiko zu minimieren.

Der Transformationsprozess in Richtung neue Geschäftsfelder der VE birgt natürlich auch ein Personalrisiko in sich, welches durch Kommunikation, Schulungen und Neuaufnahmen reduziert wird.

Bei der Projektfinanzierung wird darauf geachtet, dass der jeweilige Projekt Cash-Flow durch entsprechende An- bzw. Vorauszahlung und Fortschrittszahlungen gesichert ist.

Um eventuelle Ausfallsrisiken zu vermeiden, sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Großteil durch unwiderrufliche, bestätigte Akkreditive oder entsprechende Ziehungspläne aus den Exportkrediten abgesichert.

Weiters wurde durch die Bildung von Rückstellungen für laufende Projekte, für Nachtragskosten und Gewährleistungen Vorsorge getroffen.

3. Bericht über die Forschung und Entwicklung

Es wurde die Abteilung Technologie und Engineering in 2023 gegründet, um vor allem technische Neuerungen in der Planung, der Bauabwicklung und der Inbetriebnahme aufzunehmen. Einen wesentlichen weiteren Arbeitsschwerpunkt für diesen Bereich bildet auch die voranschreitende Digitalisierung in allen Wertschöpfungs-Bereichen von der Spitalsprojekt-Errichtung über den technischen und klinischen Spitalsbetrieb bis hin zum Recycling der Projektmaterialien und technischen Ausrüstungen in einzelnen Projekten.

Im Rahmen der Einbindung des Vamed-Projektgeschäftes in die WWH-Gruppe erfolgt eine gesellschaftsübergreifende Neuausrichtung der Aktivitäten in Forschung und Entwicklung, die sich schwerpunktmäßig auf modulare Lösungen bezieht.

Wien, den 10. April 2026

Der Geschäftsführer:

gez.:

o Maille

(Ulrich Marseille)

Wir verwenden Cookies, um grundlegende Funktionen der Plattform sicherzustellen und anonymisierte Nutzungsstatistiken zu erfassen. Durch einen Klick auf "Akzeptieren" stimmst du der Verwendung dieser Cookies zu.