Inhaltsverzeichnis
Ausrichtung des Unternehmens
Als Betreiberin der Börsenplätze Wien und Prag und mit ihren Partnern in der zentraleuropäischen Region ist die Wiener Börse AG (WBAG) fest als Infrastrukturanbieterin etabliert. Die Wiener Börse zählt zu den effizientesten und profitabelsten Börsenplätzen ihrer Größe. Das Ergebnis erreichte auch im Jahr 2025 wieder annähernd das Rekordniveau der Vorjahre. Die immer stärkere Diversifikation der fünf Geschäftsfelder trägt zu diesem Erfolg bei. Im Hauptgeschäftsfeld Wertpapierhandel profitierte der Börsenbetreiber vom stark volatilen Umfeld. Das zweitgrößte Geschäftsfeld Datenverkauf blieb in schwierigem Umfeld stabil. Das Geschäftsfeld der administrativen Gebühren erreichte erstmals einen Ertragsbeitrag von über 10 Millionen EUR und verzeichnet hohe Wachstumsraten. Hinzu kommen strategische Beteiligungen an regionalen Unternehmen im Börsenumfeld.
Österreich glänzt im internationalen Marktumfeld
Geo- bzw. handelspolitische Spannungen sorgten 2025 für ein insgesamt volatiles Marktumfeld. Gleichzeitig wurde der österreichische Aktienmarkt durch europäische, allen voran deutsche Investitionspakete sowie die Aussicht auf ein Ende des Ukraine-Krieges beflügelt. Das mündete gegen Jahresende in einem Rekordjahr für den österreichischen Aktienmarkt. Der österreichische Nationalindex ATX inklusive Dividenden stieg im Jahresverlauf um 52,17 % (exkl. Dividenden 45,41 %) und erreichte vor dem Jahreswechsel am 30. Dezember ein neues Allzeithoch von 12.990,45 Punkten. Österreichs Leitindex zählte damit zu den weltweiten Top-Performern im Jahr 2025. Der deutsche DAX legte 23,01 % zu, der Eurostoxx 50 verzeichnete einen Zuwachs von 18,39 %.
Dritthöchstes Handelsvolumen seit 2021
Die Aktienumsätze an der Wiener Börse profitierten stark von dem schwankungsreichen Marktumfeld mit positiver Perspektive für die gelisteten Unternehmen. Gemessen an den Handelsumsätzen verzeichnete die Wiener Börse das drittstärkste Handelsjahr seit 2021. Im Jahresverlauf verzeichnete der Wiener Handelsplatz 2025 bei inländischen Wertpapieren einen Umsatz von 66,6 Mrd. EUR (2024: 63,0 Mrd. EUR). Die fünf meistgehandelten österreichischen Aktien waren 2025 Erste Group Bank AG, OMV AG, BAWAG Group AG, Raiffeisen Bank International AG und VERBUND AG.
Internationale Handelsmitglieder generieren über 85 % des Aktienumsatzes in Wien. Ein Großteil des Handelsumsatzes stammt aus Deutschland (47,3 %), Frankreich (18,9 %) und Irland (15,8 %). Insgesamt sind 65 Mitglieder, darunter 19 österreichische und 46 internationale Banken und Wertpapierfirmen, zum Handel an der Wiener Börse zugelassen.
Börsendebüts im Jahr 2025
Die IPO-Aktivität in Europa war sowohl zahlenmäßig als auch gemessen an den Erlösen rückläufig. Dennoch verzeichnete die Wiener Börse mit der Steyr Motors AG, REPLOID Group AG und Gallmetzer HealthCare S.p.A. drei Neuzugänge im KMU-Segment direct market plus. Rosenbauer International AG, Wolford AG und Marinomed Biotech AG holten sich mittels Kapitalerhöhung frisches Eigenkapital.
Die Marktkapitalisierung österreichicher Unternehmen belief sich zum 30. Dezember 2025 auf insgesamt 179,68 Mrd. EUR.
Anleihen-Rekordjahr als Turbo für Listinggebühren
Die Wiener Börse hat ihre globale Reichweite im Anleihen-Bereich im Jahr 2025 – unter anderem durch neue Emittenten aus Zentral- und Ostasien, der Türkei, Australien, Mexiko sowie Nordafrika – weiter ausgebaut. Das spiegelt sich in einer enormen Zahl an Neunotierungen wider. So wurden mehr als 31.487 Primärlistings verzeichnet und damit der bisherige Rekord aus dem Jahr 2024 (13.400) mehr als verdoppelt. Die Wiener Börse überzeugt durch herausragende Servicequalität, Kundenorientierung und hohe Effizienz im Notierungsprozess. Insgesamt betreut der Börsenbetreiber über 1.300 aktive Anleihen-Emittenten aus 50 Ländern mit einem Gesamtvolumen von mehr als einer Billion EUR. Während im Jahr 2020 noch Listings von 191 Emittenten aus 17 Ländern aufgenommen wurden, waren es 2025 682 neue Emittenten aus 43 Nationen. Im Vienna ESG Segment waren per 31. Dezember 2025 40 Emittenten mit 138 aktiven Anleihen und einem Volumen von 35,47 Mrd. EUR an aktiv, welche der nachhaltigen Transformation zugutekommen und besonders hohen Transparenzkriterien unterliegen.
Insgesamt waren per 30. Dezember 2025 an der Wiener Börse 962 Aktien, 38.692 Anleihen, 1.511 Optionsscheine, 6.638 Zertifikate und 336 ETFs handelbar.
Datenvertrieb
Die Einnahmenentwicklung war trotz eines schwierigen Umfelds sehr stabil. Der sehr erfolgreichen Neukundenakquise von 22 neuen Verträgen und Upgrades von 15 bestehenden Kunden im Jahr 2025 für die WBAG, stehen 19 Kündigungen bzw. Produktdowngrades gegenüber, was im Bereich der Lizenzgebühren zu einer untypisch verhaltenen Entwicklung führte. Ebenfalls eher statisch entwickelte sich die Einnahmenentwicklung bei den Partnerbörsen. Die Entwicklung bei den WBAG-Enduser Terminals war deutlich besser als erwartet, da sich der Rückgang von -6% auf -2% verlangsamte. 2025 gab es durchschnittlich 15.466 Enduser pro Monat (2024: 15.790).
IT-Projekte
Die Wiener Börse zeichnete sich auch im vergangenen Geschäftsjahr als verlässliche Anbieterin kritischer Infrastruktur aus. Die Verfügbarkeit aller Systeme war auf höchstem Niveau. Das Jahr 2025 war durch die Nacharbeitung der DORA-Anforderungen bzw. durch Änderungen im MIFID Umfeld (ADH-Release), durch Erneuerung von Hardware (z.B.: Bladeinfrastruktur) sowie durch Softwaremigrationen (z.B: Windows Server, Windows Clients) geprägt. Nach einem sorgfältigen Auswahlprozess wurde auch ein neues SOC (Security Operation Center) erfolgreich implementiert. Ebenso wurde die Software für die Börsengeschäftsverrechnung neu programmiert.
Index-Management
Im Jahr 2025 wurde die Indexpalette der Wiener Börse AG um 3 zusätzliche Themenindizes erweitert; CECE Ukraine Reconstruction, CECE Defence und CECE AI Infrastucture. Alle drei Indizes sollen Investoren die Gelegenheit geben an aktuellen mehrjährigen Trends zu partizipieren. Weiters wurde die Einführung des Euro in Bulgarien entsprechend implementiert, als Folge wurde der Bulgarian Traded Index in lokaler Währung eingestellt. Im aufsichtsrechtlichen Bereich, im Rahmen der EU-Referenzwertverordnung, wurde 2025, im Zuge der EU-Entbürokratisierungsoffensive "Omnibus", der Indexbereich der WBAG einer Prüfung unterzogen. Als Resultat wurde die WBAG von den Auflagen der EU-Referenzwertverordnung entbunden und ist fortan kein Benchmarkadministrator mehr. Um die Indizes dennoch in einem regulatorischen Rahmen zu halten, wurde seitens der WBAG entschieden fortan die IOSCO Principles for Benchmarks einzuhalten.
Die WBAG berechnete und verteilte zum Ultimo 2025 insgesamt 137 eigene Indizes, wobei 98 die Entwicklung der CEE/CIS-Region abbilden. Darüber hinaus berechnete die WBAG für Budapest, Ljubljana, Prag und Zagreb 25 Indizes. Im Bereich Customized Indizes berechnete die WBAG 3 Indizes.
Finanzielle Leistungsindikatoren
Kennzahlen im Überblick
| 2025 | 2024 | +/– % | |
|---|---|---|---|
| Werte | in EUR | in EUR | |
| Umsatzerlöse | 62.033.348,10 | 58.229.23682 | 6,53% |
| EBITDA | 45.798.291,42 | 44.430.963,88 | 3,08% |
| EBITDA-Marge | 74% | 76% | |
| EBIT | 48.580.463,65 | 53.934.507,75 | -9,93% |
| EBIT-Marge | 78% | 93% | |
| EBT | 50.355.812,30 | 56.298.516,91 | -10,56% |
| Bilanzgewinn | 41.544.564,99 | 46.404.319,75 | -10,47% |
| Bilanzsumme | 233.725.721,51 | 226.630.713,24 | 3,13% |
| Eigenkapital | 215.723.465,10 | 208.981.025,79 | 3,23% |
Das EBIT der WBAG ergibt sich aus der Summe des Ergebnisses vor Steuern iHv 50.355.812,30 EUR abzüglich den Zinserträgen iHv 1.775.348,65 EUR. Das EBITDA ergibt sich in weiterer Folge durch den Abzug der Erträge aus der Zuschreibung zu Finanzanlagen in Höhe von 3.712.641,00 EUR und der Addition der im EBIT enthaltenen laufenden Abschreibungen iHv 930.468,77 EUR. Die Margen errechnen sich jeweils durch die Division durch den Umsatz.
Wie aus der obigen Tabelle ersichtlich ist, konnte das EBITDA, welches weder Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen noch Zu- und Abschreibungen des Finanzergebnisses enthält, auch in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden (+3,08%). Die Verringerung des EBITs lässt sich auf mehrere Faktoren zurückführen. Einerseits sind im Vorjahr deutlich höhere Erträge aus der Zuschreibung von Finanzanlagen enthalten (2025: 3.712.641,00 EUR 2024: 10.448.537,00 EUR), andererseits sind die Betriebsaufwendungen aufgrund von inflationär bedingten Preiserhöhungen sowie der kollektivvertraglichen Erhöhungen der Gehälter gestiegen. Die Reduktion des EBTs lässt sich ebenfalls auf jene Faktoren zurückführen. Insgesamt kann zusammengefasst werden, dass das deutlich niedrigere Finanzergebnis den größten Einfluss auf die Verringerung der beiden Kennzahlen hat.
Eine detaillierte Aufgliederung der Umsatzerlöse und der Betriebsaufwendungen kann dem Anhang entnommen werden. Den gesamten Betriebseinnahmen iHv 62.355.022,80 EUR (2024: 58.396.370,06 EUR) standen 28.267.621,21 EUR) gegenüber. Betriebsaufwendungen iHv 29.987.089,15 EUR (2024:
Der Bilanzgewinn gibt den Jahresüberschuss exakt wieder.
Vermögenslage
Bilanz (Kurzfassung)
| 2025 | Anteil | 2024 | Anteil | |
|---|---|---|---|---|
| Werte | in EUR | in EUR | ||
| Aktiva | 233.725.721,51 | 100% 226.630.713,24 | 100% | |
| Anlagevermögen | 140.082.332,46 | 60% 136.379.980,92 | 60% | |
| Umlaufvermögen | 92.938.705,43 | 39% | 89.473.995,13 | 40% |
| Aktive Latente Steuern | 704.683,62 | 1% | 776.737,19 | 0% |
| Passiva | 233.725.721,51 | 100% 226.630.713,24 | 100% | |
| Eigenkapital | 215.723.465,10 | 92% 208.981.025,79 | 92% | |
| Investitionszuschüsse | 15.809,97 | 1% | 27.290,37 | 0% |
| Langfristige Schulden | 5.397.641,35 | 2% | 5.600.284,35 | 2% |
| Kurzfristige Schulden | 12.588.805,09 | 5% | 12.022.112,73 | 5% |
Das Anlagevermögen stieg von 136.379.980,92 EUR auf 140.082.332,46 EUR. Dies ist primär auf die Aufwertung eines verbundenen Unternehmens zurückzuführen, andererseits aber auch auf die getätigten Investitionen in den Büro- und Serverräumen.
Das Umlaufvermögen inklusive Rechnungsabgrenzungsposten erhöhte sich von 89.473.995,13 EUR auf 92.938.705,43 EUR. Dies ist primär wieder auf die Ausschüttungsquote von 75% zurückzuführen, welche die liquiden Mittel bzw. die Termin- und Kündigungsgelder entsprechend erhöht hat.
Die aktiven latenten Steuern haben sich von 776.737,19 EUR auf 704.683,62 EUR reduziert. Dies ist einerseits auf eine weitere Reduktion der Differenz zwischen der Rückstellung für Abfertigungen nach IAS 19 und der Rückstellung nach EStG durch weiter gestiegene Zinsen zurückzuführen. Andererseits ist es auf die planmäßigen Siebentelabschreibungen zurückzuführen.
Das Eigenkapital des Unternehmens nahm auf Grund der teilweisen Thesaurierung vom letztjährigen Gewinn und dem beständig hohen Jahresüberschuss von 208.981.025,79 EUR auf 215.723.465,10 EUR zu. Die Position der langfristigen Schulden umfasst die Rückstellungen für Abfertigungen iHv. 5.209.641,35 EUR, welche sich auf Grund des gestiegenen Zinssatzes weiter verringert hat, sowie anteilige langfristige Bonuszahlungen in Höhe von 188.000,00 EUR.
Die Position der kurzfristigen Schulden enthält hauptsächlich aus der passiven Rechnungsabgrenzung, sonstigen Rückstellungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Basierend auf den weiter steigenden passiven Rechnungsabrenzungen aus den Benutzungsgebühren des Anleihe- Listings erhöhte sich die Position im Vergleich zum Vorjahr nochmals von 12.022.112,73 EUR auf 12.588.805,09 EUR.
Finanzlage
Cashflow-Kennzahlen
| 2025 | 2024 | +/– % | |
|---|---|---|---|
| in EUR | in EUR | ||
| Operativer Cashflow | 40.929.816,73 | 34.962.639,33 | 17,07% |
| Netto-Geldfluss aus der | |||
| Investitionstätigkeit | -920.180,01 | -3.539.937,57 | 74,01% |
| Netto-Geldfluss aus der | |||
| Finanzierungstätigkeit | -34.802.125,68 | -29.653.496,60 | -17,36% |
Berechnung laut Fachgutachten KFS/BW 2
Der operative Cash-Flow enthielt im Jahr 2025 eine Veränderung von +5.000.000,00 EUR bzw. im Jahr 2024 -5.000.000,00 aus der Veränderung von diversen Termin- und Kündigungsgeldern, welche in den sonstigen Forderungen gegliedert sind. Nach Beachtung dieser Verschiebungen sank der operative Cashflow trotz eines gestiegenem EBITDA um -10,1% im vergangenen Jahr.
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren werden direkt aus dem eingesetzten Handelssystem ausgewertet und können demnach nicht über den Jahresabschluss hergeleitet werden. Die Auswirkung dieser Indikatoren ist teilweise unmittelbar mit dem Geschäftserfolg der WBAG verbunden, wie etwa bei den vom Umsatz und der Transaktionsanzahl abhängigen Trade Fees, und teilweise indirekt über die Erhöhung der Attraktivität des Finanzplatzes Wien, wie etwa bei den ATX TR-Zuwächsen und der Steigerung der Gesamtmarktkapitalisierung.
| 2024 2025 | +/– % | |||
|---|---|---|---|---|
| ATX TR per Ultimo | Punkte | 12.990,45 | 8.536,92 | 52,17% |
| ATX TR höchst | Punkte | 12.990,45 | 8.706,77 | 49,20% |
| ATX TR tiefst | Punkte | 8.480,91 | 7.376,63 | 14,97% |
| Umsätze Kassamarkt p.a.* | Mrd. EUR | 66,6 | 63,0 | 5,68% |
| Durchschnittlicher Monatsumsatz * | Mrd. EUR | 5,5 | 5,3 | 5,68% |
| Gelistete Unternehmen (Inland) | Anzahl | 68 | 69 | -1,45% |
| Kapitalzufluss | Mio. EUR | 145 | 5 | 2667,61% |
| Marktkapitalisierung per Ultimo* | Mrd. EUR | 180 | 126 | 42,60% |
| Transaktionen Kassamarkt (Doppelzählung) | Anzahl | 7.555.342 | 7.318.042 | 3,24% |
* inklusive Genussscheine und Partizipationsscheine (Geregelte Märkte und Vienna MTF)
Direkte negative Umwelteinflüsse durch die Geschäftstätigkeit der Wiener Börse AG entstehen nicht.
Personal
Im Geschäftsjahr 2025 waren durchschnittlich 90,6 (im Vorjahr: 88,9) Vollzeitäquivalente beschäftigt (nur Angestellte). Der Anteil der weiblichen Angestellten in FTE beträgt 40,3 % (im Vorjahr: 40,9 %). Die WBAG ist ein attraktiver Arbeitgeber, was sowohl in einer niedrigen Fluktuation als auch in lang andauernden Beschäftigungsverhältnissen zum Ausdruck kommt.
Die wirtschaftliche Entwicklung stellt an unsere Mitarbeitenden ständig neue Anforderungen. Mit gezielten Weiterbildungsmaßnahmen wird die Belegschaft bestmöglich auf die sich wandelnden Arbeitsbedingungen vorbereitet.
Forschung und Entwicklung an der Wiener Börse
Die Aktivitäten der WBAG im Bereich F&E fokussieren sich in erster Linie auf die Entwicklung neuer Produkte und neuer Vertriebswege. Die Produktentwicklung erfolgt dabei in verschiedenen Bereichen des Unternehmens. So werden in der Sparte Market Data Services etwa neue Feedprodukte und im Bereich Listing & Indizes neue Indizes entwickelt.
Nachhaltigkeit an der Wiener Börse
Im Spannungsfeld zwischen wirtschaftspolitischen sowie klima- und gesellschaftsrelevanten Nachhaltigkeitszielen leistet die Wiener Börse als zentrale Infrastrukturplattform am Finanzplatz Österreich gemeinsam mit ihrem Netzwerk und den börsennotierten Unternehmen einen wichtigen Beitrag, die Wettbewerbsfähigkeit des Landes im globalen Umfeld zu stärken. Die Wiener Börse legt dabei einen verstärkten Fokus darauf über ihr Netzwerk und Ihre Öffentlichkeit die Nachhaltkeitsinitiativen der österreichischen gelisteten Leitbetriebe sichtbar zu machen.
Die Wiener Börse AG hat dabei für sich selbst folgende drei Säulen identifiziert und definiert:
- Die Wiener Börse als Wegbereiterin der Transformation - Menschen, Bildung & Gesundheit - Verantwortung als IT-Infrastrukturdienstleisterin
Die Wiener Börse als Wegbereiterin der Transformation
Der größte Hebel für die Transformation der gesamten Wirtschaft liegt darin, dass Kapitalmärkte Rahmenbedingungen schaffen, die Kapitalflüsse gezielt in nachhaltige Aktivitäten lenken.
Die Wiener Börse bietet ihren Investoren, Emittenten und anderen Marktteilnehmern neben der Infrastruktur daher ein breites Angebot an Produkten und Services, um nachhaltige Finanzgeschäfte zu tätigen oder Finanzinstrumente zu emittieren. Zudem stellt die Wiener Börse für Emittenten einen Leitfaden als Hilfestellung für die Nachhaltigkeitsberichterstattung bereit.
Zusätzlich berechnet die Wiener Börse mit den Nachhaltigkeitsindizes CECE SRI (CECE Socially Responsible Investment) und VÖNIX (nur Österreich) zwei kapitalisierungsgewichteter Preisindizes, welche aus jenen Unternehmen bestehen, die hinsichtlich sozialer und ökologischer Leistung jeweils führend sind. Die tägliche Berechnung und Veröffentlichung erfolgten durch die Wiener Börse AG.
Das Vienna ESG Segment bietet Emittenten ein transparentes, eigens für nachhaltige Anleihen konzipiertes Segment, um Anlegern einen leichteren Zugang zu nachhaltigen Finanzinstrumenten zu verschaffen, welche die grüne Transformation der Kapitalmärkte fördern. Anleihen, die entweder im EU-regulierten (Amtlichen Handel) oder börsenregulierten (Vienna MTF) Markt der Wiener Börse gelistet sind, können bei Einhaltung der Aufnahmekriterien gemäß Regelwerk für das Vienna ESG Segment in diesem aufgenommen werden.
Menschen, Bildung & Gesundheit
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden das zentrale Fundament und Herzstück der Wiener Börse AG. Gleichberechtigung wird großgeschrieben. Mehr als die Hälfte der Abteilungen im Unternehmen werden von Frauen geleitet. Entsprechend legt die Wiener Börse AG großen Wert darauf diese, unabhängig von Geschlecht, Religion, Nationalität, Alter oder sexueller Orientierung, zu fördern und die Bindung an das Unternehmen zu festigen. Die Ermöglichung diverser Aus- und Weiterbildungen sind hier ebenso integraler Bestandteil, wie kulturelle Events oder auch eine für alle nutzbare Fahrradflotte.
Aber auch die kapitalmarktbezogene Bildung unserer Stakeholder ist uns ein wichtiges Anliegen. Zahlreiche Studien belegen, dass Finanzwissen und das Bewusstsein für wirtschaftliche Zusammenhänge in der österreichischen Bevölkerung wenig verankert sind. Wirtschaftliches Basiswissen ist jedoch Voraussetzung für eine selbstbestimmte finanzielle Zukunft und Bildung der beste Anlegerschutz. Mit zahlreichen Maßnahmen – wie der Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien oder dem umfangreichen Seminarangebot der Wiener Börse Akademie – trägt die Wiener Börse dazu bei, das Thema „Financial Literacy“ mit Schwerpunkt auf Börse und Kapitalmarkt in Österreich voranzutreiben. Vom Angebot profitieren Interessierte ebenso wie die Mitarbeitenden der Wiener Börse.
Zusätzlich unterstützt die Wiener Börse seit 2011 das Projekt START, ein Stipendienprogramm für engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. Mit dieser Patenschaft werden die Bildungskarrieren der Jugendlichen gefördert und ihr soziales wie gesellschaftliches Engagement bestärkt.
Verantwortung als IT-Infrastrukturdienstleisterin
Als Dienstleisterin im IT-Bereich kommen wir als Unternehmen unserer Verantwortung nicht nur in Sachen Klimaschutz nach, sondern setzen den Fokus insbesondere auf Datenschutz und IT Security. Als vollelektronische Wertpapierbörse sind Informationssicherheit sowie Datenschutz für die Wiener Börse essenziell und das G in ESG schon immer ein integraler Bestandteil der DNA der Wiener Börse AG.
Neben der Governance ist auch ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen für die Wiener Börse AG von entscheidender Bedeutung. Dazu gehören nicht nur Bemühungen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes und ein Abfallwirtschaftskonzept, sondern auch die effiziente Nutzung von IT- Equipment. Darüber hinaus tragen effiziente Server, energieeffiziente Rechenzentren und optimierte Geräte dazu bei, den Energieverbrauch zu reduzieren.
Bereits im Jahr 2020 hat die Wiener Börse begonnen, ihren CO2-Fußabdruck in Anlehnung an das internationale Treibhausgasprotokoll (GHG Protocol) zu erheben. Das GHG-Protokoll ist globaler Standard zur Quantifizierung und Kommunikation von Treibhausgasemissionen. Die Messung unseres Carbon Footprints gibt uns die Möglichkeit, unsere Emissionen zu bewerten, und Maßnahmen zu ihrer weiteren Reduzierung zu erarbeiten. Nicht vermeidbare CO2- Emissionen werden durch geeignete Klimaschutzprojekte kompensiert.
Risiko- und Chancenbericht
Die Geschäftstätigkeit der WBAG ist bestimmten Chancen und Risiken ausgesetzt, deren Eintreten sich sowohl positiv als auch nachteilig auf die künftige Entwicklung der Geschäfts-, Finanz- und Ertragslage auswirken kann. Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement der Wiener Börse AG liegt beim Vorstand, welcher laufend von der ernannten Risikomanagerin diesbezüglich informiert wird. In den folgenden Kapiteln werden die Risiken und Chancen des operativen Betriebes der Wiener Börse beschrieben.
Geschäftsrisiko
Der Geschäftserfolg der WBAG ist in erheblichem Maß von der Entwicklung des Handelsvolumens und der Entwicklung der Börsezulassungen bzw. Kapitalerhöhungen abhängig. Es besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen den Erträgen aus Transaktionserlösen und ein mittelbarer auf viele sonstige Services, da diese von der generellen Attraktivität des Kapitalmarktes Österreich abhängig sind. Aufgrund der schlanken Kostenstruktur und geringen variablen Kostenanteilen der Wiener Börse besteht ein entsprechendes finanzielles Risikopotenzial bei einem Rückgang der Handelsvolumina. Auf der anderen Seite bieten sich hier auch große Chancen, da bei steigenden Volumina die Profitabilität des Unternehmens überproportional ansteigt.
Auch durch die Umstellung von einem halbjährlichen Risikobericht zu einem jährlichen Bericht hat sich der Value at Risk der Wiener Börse AG im Jahr 2025 deutlich erhöht. Die drei am höchsten bewerteten kurzfristigen Risiken im vergangenen Jahr betrafen die Beteiligungen, die Cyber Security und einen Rückgang des Handelsvolumens.
Mittelfristig bleibt das finanziell größte Risiko der Wiener Börse AG die EU-weite Regulierung des Datenverkaufs. Dieses besteht einerseits aus der ab Q3/Q4 2026 geltenden Reasonable Commercial Basis (RCB), die zu einer Politik- und Preisanpassung für die WBAG-Marktdaten und der der MiFID-unterliegenden Partnerbörsen, an deren Einnahmen die WBAG beteiligt ist, führen wird. Andererseits besteht das Risiko aus den von der EU beschlossenen europäischen Datentickern (Consolidated Tapes) für die verschiedenen Assetklassen, die große Teile der von der Wiener Börse AG produzierten Marktdaten reguliert verteilen werden. Die Tapes für Bonds und Equities/ETFs werden 2026 ihren Betrieb aufnehmen. Was den Bereich Equities / ETFs betrifft haben die WBAG und die Partnerbörsen derzeit das Recht des „Opt-In“, eine Teilnahme an diesem Tape ist damit freiwillig und nicht obligatorisch. Dies gilt nicht für den Bond-Tape, hier ist die WBAG verpflichtet ihre Marktdaten einzuliefern. Die Auswirkungen der CTPs können noch nicht exakt abgesehen werden, sie werden aber zumindest langfristig stark negativ für die Einnahmen aus dem Datenvertrieb sein. Die Wiener Börse AG selbst wird diesen Prozess weiterhin genau beobachten und sowohl daraus resultierende Risiken wie auch Chancen laufend evaluieren.
Durch die Beteiligung an der im Jahr 2023 gegründeten EuroCTP B.V, der die Ausschreibung für den Equity und ETF-Tape gewonnen hat, versucht die Wiener Börse AG die negativen Auswirkungen des Datentickers mit einem etwaigen Beteiligungsgewinn abzufedern.
Die WBAG hat eine für ihre Bedürfnisse adäquate Compliance-Funktion in der Abteilung „Legal & Compliance“ eingerichtet. Innerhalb der WBAG ist ein systemunterstütztes, unternehmensweites Risikomanagement implementiert. Der Risikobericht des Jahres 2025 wurde dem Management und dem Prüfungsausschuss berichtet.
Im internen Kontrollsystem der Wiener Börse AG sind die Kernprozesse modelliert sowie die wesentlichen Risiken identifiziert, bewertet und erfasst. Für die erfassten Risiken sind geeignete Kontrollaktivitäten definiert, welche das Risiko auf ein angemessenes Ausmaß reduzieren bzw. gänzlich vermeiden. Die Wirksamkeit der festgelegten Kontrollen wird im Rahmen einer periodischen Selbstevaluierung überprüft und systemunterstützt dokumentiert.
Die interne Revision der WBAG wurde auch im Jahr 2025 von der NWT Consulting & Compliance GmbH durchgeführt. Über das Ergebnis der Revision wird dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss regelmäßig berichtet.
Zur Risikoabwälzung besteht eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (D&O- Versicherung) zugunsten der früheren und gegenwärtigen leitenden Organe. Darin sind der Vorstand, der Aufsichtsrat sowie Mitarbeitende, sofern sie als Organ tätig sind, einbezogen. Die Kosten werden vom Unternehmen getragen. Weiters besteht eine Vermögensschaden- Versicherung für Cyber-Risiken.
Beteiligungsrisiko
Unter dem Beteiligungsrisiko versteht die WBAG die potenziellen Wertverluste aufgrund von außerplanmäßigen Abschreibungen, Dividendenausfällen und Veräußerungsverlusten.
Zur Minimierung des Beteiligungsrisikos ist die WBAG bei allen Beteiligungen mindestens durch eine leitende angestellte Person in den Aufsichtsgremien vertreten und kann damit Einfluss auf die Geschäfts- und Risikopolitik der Beteiligungsunternehmen nehmen.
Das Beteiligungsrisiko wird bei allen Beteiligungen durch regelmäßige Bilanzanalysen überwacht. Darüber hinaus werden die Beteiligungsrisiken mittels Plausibilitätskontrollen von Planzahlen und der Kalkulation indikativer Unternehmenswerte einer Prüfung unterzogen.
Operationelle Risiken
Der gesamte Wertpapierhandel an der WBAG wird über das von der Deutsche Börse AG entwickelte System Xetra® T7 abgewickelt. Auf diesem aufbauend bietet die WBAG auch eigene Interfaces sowie das kostengünstige Frontend-System CEE Trader an. Daneben setzt die WBAG unzählige weitere, in der Regel selbst entwickelte, Down- und Upstream-Systeme ein.
Daraus kann abgeleitet werden, dass die erheblichsten operationellen Risiken in der Funktion der eingesetzten elektronischen Systeme liegen. Diese müssen entsprechend kritisch überwacht und geprüft werden. Bei den eingekauften Lösungen wird eine laufende Evaluierung, basierend auf einer festgeschriebenen Outsourcing-Richtlinie, der liefernden Unternehmen durchgeführt.
Verfügbarkeitsrisiko
Das Verfügbarkeitsrisiko bildet eines der maßgeblichsten Risiken, da die für den Börsebetrieb der WBAG im Einsatz stehenden Systeme ausfallen könnten. Als Auslöser kommen Störungen bei Hard- und Software, Schäden an einem der Rechenzentren oder externe höhere Gewalt (z.B. Stromausfälle) in Frage. Die WBAG schützt sich gegen das Verfügbarkeitsrisiko, indem die IT- Systeme redundant aufgesetzt sind und regelmäßige Tests durchgeführt werden. Außerdem stehen der Belegschaft im Ernstfall Notfallarbeitsplätze mit Notstromaggregaten zur Verfügung.
Die Systemverfügbarkeiten waren im gesamten vergangenen Jahr sehr hoch. Alle betriebenen Xetra® T7 Systeme hatten im Jahr 2025 eine Verfügbarkeit von 100,0% (wie im Vorjahr). Jegliche daran angeschlossene Down-Stream Systeme (CEESEG FIX, CEE-Trader und ADH) hatten mindestens eine Verfügbarkeit von über 99,6% (2024: 99,6 %).
Fehlverarbeitungsrisiko
Das Risiko von Fehlverarbeitungen aufgrund manueller Falscheingaben oder durch fehlerhafte Datenverarbeitung führte bislang zu keinerlei Beeinträchtigungen im Börsebetrieb. Vor Implementierung neuer Software-Releases werden regelmäßig umfangreiche Tests und Simulationen durchgeführt, um das Risiko von Softwarefehlern zu reduzieren. Hierzu stehen eigene Testumgebungen der Handelssysteme zur Verfügung.
IT-Sicherheit
Seit vielen Jahren legt die Wiener Börse AG einen starken Fokus auf dieses Risiko. Neben regelmäßigen Awareness Schulungen der Mitarbeitenden werden regelmäßig externe und interne Pen-Tests mit externen Beratern durchgeführt. Die ständige Anpassung und Weiterentwicklung der Sicherheitsmaßnahmen, Notfallmaßnahmen und -pläne ist integraler Bestandteil der generell implementierten und gelebten IT-Strategie der Wiener Börse AG.
Finanzwirtschaftliche Risiken
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko besteht darin, dass nicht genügend Liquidität für die Erfüllung der erforderlichen Zahlungsverpflichtungen vorhanden sein könnte bzw. im Falle von Engpässen eine Refinanzierung erforderlich wäre. Die tägliche Liquidität wird von der Finanzabteilung laufend überwacht. Durch die hohe Liquidität der Wiener Börse AG ergeben sich Chancen, welche in den letzten Jahren durch hohe Zinserträge genutzt werden konnten.
Fremdwährungsrisiko
Ein Fremdwährungsrisiko besteht im Speziellen durch die Beteiligung an der Börse Prag. Diese hat Ihren Sitz in der Tschechischen Republik und die Tschechische Krone als funktionale Währung. Dadurch ergeben sich sowohl Risiken im Zusammenhang mit den jährlichen Dividendenzahlungen dieser Beteiligung als auch für die Bewertung von dieser im Anlagevermögen.
Ausfallrisiko
Das Ausfallrisiko der Wiener Börse AG beschränkt sich auf alle Erlöse abseits der Transaktionserlöse. Durch die Kundenstruktur der Wiener Börse AG mit potenziell großen internationalen Konzernen und einem aktiven Management der Debitoren wird das Ausfallsrisiko auch bei den davon betroffenen Geschäftszweigen (Marktdatenverkauf, Anleihen Listing und Indexlizenzverkauf) laufend überwacht und minimiert.
Regulatorische Risiken
Gemäß § 4 Abs. 1 Z 6 Börsegesetz ist die WBAG verpflichtet, Eigenkapital in der Höhe von mindestens 5.000.000,00 EUR vorzuweisen. Diese Mindesteigenkapitalgrenze wird von der WBAG per 31. Dezember 2025 ausreichend erfüllt. Etwaige regulatorische Änderungen werden laufend von der Abteilung Legal überwacht.
Erfüllungsrisiko
Das Erfüllungsrisiko im Kassamarkt wird durch die Zwischenschaltung der EMIR-zertifizierten Clearingstelle Central Counterpart CCP.A von der WBAG abgewälzt.
Zinsänderungsrisiko
Die WBAG besitzt mit Ausnahme der Personalrückstellungen keinerlei verzinsliches Fremdkapital. Entsprechend wirken sich Zinsänderungen nur auf diese direkt aus. Die indirekten makroökonomischen Auswirkungen auf den Aktien- und Anleihenmarkt werden innerhalb der Geschäftsrisiken laufend verfolgt.
Ausblick
Die Wiener Börse AG wird ihre Position als moderne, leistungsfähige Dienstleisterin und Infrastrukturanbieterin in Zentraleuropa weiter festigen und gezielt ausbauen. Die konsistent umgesetzte Strategie und die daraus abgeleiteten Geschäftsinitiativen werden weiterverfolgt. Neben organischem Wachstum prüft die Wiener Börse AG weiterhin gezielt Optionen für anorganisches Wachstum durch wertschaffende Akquisitionen in angrenzenden Geschäftsfeldern. Für das kommende Jahr strebt der Börsenbetreiber weiteres Wachstum an und damit die Grundlage für eine weiterhin positive Unternehmensentwicklung.
Im Aktienhandel fokussieren sich die Nationalbörsen Wien und Prag weiter auf ihre Marktführerschaft. Der Fokus liegt auf höchster Handelsqualität, aktive Marktmodellierung und Konkurrenzanalyse. Potenzielle neue internationale Handelsmitglieder werden vom Bereich Business Development konsequent angesprochen und an den Markt herangeführt.
Die rückläufigen Inflationsraten und die Trendumkehr bei den Leitzinsen lässt ein positiveres Marktumfeld für Aktien-Neuemissionen im Jahr 2026 erwarten. Bei der Ansprache potenzieller Emittenten setzt das Team der Wiener Börse weiterhin auf IPO-Workshops, gezielte Medienkooperationen (Scale-Ups), Events, Netzwerkpflege mit Multiplikatoren sowie die persönliche Betreuung aussichtsreicher Börsenkandidaten. Eine Kontaktaufnahme erfolgt aufgrund von Abschlüssen großer Finanzierungsrunden von Wachstumsunternehmen, Medienberichten oder der Vergabe von Innovations-Awards.
Im stark wachsenden Bereich Anleihen-Listings wird die Position als führender europäischer Debt-Listing-Plattform weiter ausgebaut. Die globale Reichweite soll sich auf weitere Kontinente erstrecken. Eckpfeiler der erfolgreichen Vertriebsstrategie bleiben weiterhin der persönliche Kontakt zu Multiplikatoren wie großen Anwaltskanzleien, Gewinnung von Neukontakten auf etablierten Branchenmessen, gezielte Kundenevents in den Metropolen mit größerem potenziellen Kundenkreis (Dublin, London, Mailand, Madrid) sowie Social Media Präsenz in der Debt Listing Community (Landmark-Emissionen).
Um den Dialog mit internationalen Investoren zu pflegen und die bereits gelisteten Unternehmen bei der Investorenansprache zu unterstützen, organisiert die Wiener Börse auch im Jahr 2026 wieder internationale Konferenzen in Kooperation mit renommierten Investmentbanken. Als Destinationen sind Frankfurt, London, Madrid, Zürich sowie ein virtueller Austrian Day geplant. Zudem wird Ende des Jahres eine Konferenz in Wien organisiert. Die Website der Wiener Börse ist die zentrale digitale Anlaufstelle für das interessierte Anlagepublikum. Dort und auf den Social- Media-Kanälen gibt es ein umfassendes Multimedia-Angebot zur Wiener Börse.
Die Initiative „beteilig dich“ soll die Aufmerksamkeit für den heimischen Kapitalmarkt im Inland steigern. Die Zielgruppe 18-35 wird mit einer digitalen Kampagne angeregt, sich mit den Vorteilen des Aktienmarktes und persönlicher Vorsorge zu beschäftigen. Die Kommunikation findet dort statt, wo sich die junge Generation informiert (Instagram, Tik Tok, Podcast).
Die Herausforderungen für die IT sind wie in den Vorjahren multipel. Neben der Erfüllung gesteigerten regulatorischer Anforderungen, sowie der laufenden Aktualisierung und Verbesserung unserer Cyber Security, wird der Einsatz künstlicher Intelligenz für ausgewählte, geeignete Use Cases hinsichtlich Prozessoptimierung und organisatorische Effizienz evaluiert. Die Infrastruktur der WBAG wird laufend erweitert um effizient, effektiv und sicher den Kapitalmarkt zu unterstützen.
Mit der Verteilung von Handelsdaten von zwölf Börsen betreibt die Wiener Börse seit Jahren eine zentrale Kapitalmarktinfrastruktur im CEE-Raum. Im Zuge des MiFIR-Reviews wurde auf EU- Ebene beschlossen, einen zentralen Datenticker („Consolidated Tape*) für alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zu errichten. Vor diesem Hintergrund entstand ein Joint-Venture von 14 europäischen Börsen bzw. Börsengruppen, zu dessen Initiatoren die Wiener Börse zählt. Dies ist auch im Zusammenhang mit einem aktiven Risiko- und Chancenmanagements der Wiener Börse AG zu sehen. Das daraus entstandene Unternehmen EuroCTP B.V. wurde im August 2023 gegründet, und hat Ende 2025 die Ausschreibung für den zukünftigen europäischen Datenticker gewonnen.
Die Europäische Kommission erwartet laut EUROSTAT-Statistik Herbst 2025 für die Eurozone ein BIP-Wachstum von +1,2 % im Jahr 2026 und +1,4 % im Jahr 2027. Dabei ist die Prognose für Osterreich mit +0,9 % für das Jahr 2026 und +1,2% für 2027 weiterhin unter dem Schnitt der Eurozone. Das weltweite Wachstum im Jahr 2026 wird nach Konjunkturprognosen der OECD mit +3,1 % deutlich höher ausfallen. Dabei ging sie von einem BIP-Wachstum von +1,9 % in den USA und +4,6 % in China im Jahr 2026 aus.
Mit 28. Februar 2026 verschärfte sich die Nahost-Krise mit dem Angriff Israels und der USA auf den Iran. Dieser wiederum griff mehrere Länder in der Golfregion an und drohte mit der Sperre der Straße von Hormus, über die ein wichtiger Teil des globalen Ols befördert wird. Kurzfristig kam es zu einem deutlichen Anstieg der Energiepreise. Zum aktuellen Zeitpunkt lassen sich jedoch mögliche längerfristige Folgen der Krise nicht abschätzen. Wir gehen von keinen wesentlichen Auswirkungen auf die dargestellten Konjunkturszenarien und die Wiener Börse AG aus.
Die WBAG hatte im Geschäftsjahr 2025 keine Zweigniederlassungen.
Wien, am 24. März 2026
Wiener Börse AG Der Vorstand
Dr. Ghristoph Boschan
rea Herrmann, MBA
Ing. Petr Koblic