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Lagebericht 2025

Umweltdienst Burgenland GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 16. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

der Umweltdienst Burgenland GmbH zum Jahresabschluss per 31.12.2025

Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft sowie wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Umsatzeriöse der Umweltdienst Burgenland GmbH überschritten im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals die Marke von 50 Mio Euro. Die Umsatzerlöse lagen bei EUR 51.105 tsd und damit um EUR 2.506 tsd über den Erlösen des Vorjahres.

Die Erlöse im Gewerbebereich erhöhten sich um EUR 223 tsd auf EUR 21.409 tsd. Der Wegfall der Metallverpackungssammlung wurde durch Zuwächse bei Containerabfällen, bei Küchenabfällen, beim Bauschutt und in der Papiersammlung kompensiert. Die Erlöse im Haushaltsbereich erhöhten sich um EUR 1.539 tsd auf EUR 26.101 tsd. Die Steigerungen kamen beim Restmüll, Biomüll, bei Holzabfällen und der Papiersammlung zustande.

Die sonstigen Umsatzerlöse erhöhten sich um EUR 744 tsd auf EUR 3.595 tsd. Diese setzen sich vorwiegend aus der Altstoffverwertung und aus gruppeninternen Leistungen zusammen. Die sonstigen betrieblichen Erträge reduzierten sich um EUR 144 tsd auf EUR 221 tsd. Grund war der Wegfall eines in 2024 ausbezahlten Zuschusses.

Bei den betrieblichen Aufwendungen reduzierte sich der Materialaufwand um EUR 51 tsd auf EUR 3.991 tsd. Einsparungen konnten bei der Vergütung von Altstoffübernahmen und beim Bezug von Treibstoff erzielt werden. Der Fremdleistungsaufwand erhöhte sich um EUR 519 tsd auf EUR 18.051 tsd. Die Steigerungen kamen bei Fremdtransporten und -sammlungen, bei der thermischen Abfallverwertung und bei Bearbeitungsleistungen der UDB Abfallservice GmbH zustande.

Der Personalaufwand erhöhte sich um EUR 1.496 tsd auf EUR 19.221 tsd. Die Zahl der durchschnittlich Beschäftigten stieg um 9,8 auf 270 Mitarbeiter. Der Anstieg resultiert zu einem wesentlichen Teil aus der Übernahme von Mitarbeitern aus der UDB Plus GmbH. Die für das Geschäftsjahr 2025 maßgeblichen kollektivvertraglichen Erhöhungen für die Metallindustrie lagen im November 2024 bei 4,8%, jene im November 2025 bei 1,4%.

Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Anlagen verringerten sich um EUR 44 tsd auf EUR 4.356 tsd. Höhere Abschreibungen resultierten aus Anlagenzugängen bei immateriellen Anlagen/Softwarelizenzen, bei Maschinen und bei Fahrzeugen. Zu Verringerungen bei den Abschreibungen kam es bei den Gebäuden, Sammelgefäßen und Containern und bei der Betriebsausstattung.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich geringfügig um EUR 1 tsd auf EUR 5.072 tsd. Höhere Aufwendungen gab es bei Altlastenbeiträgen, Mautgebühren, der Gebäude- und Fuhrparkinstandhaltung, bei Leasingentgelten, Tagesgeldern, Versicherungsprämien und bei Ausbildungsmaßnahmen. Rückgänge waren bei Gebäudeinstandhaltungen und beim IT-Aufwand zu verzeichnen.

Das Betriebsergebnis erhöhte sich um EUR 445 tsd auf EUR 636 tsd Das Finanzergebnis reduzierte sich um EUR 54 tsd auf EUR 145 tsd. Grund dafür ist der durch die hohen Sachanlageninvestitionen der vergangenen Jahre reduzierte Wertpapier-Veranlagungsumfang.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Anlagen lagen bei EUR 5.203 tsd. Davon entfielen EUR 96 tsd auf den Erwerb von Softwarelizenzen, EUR 461 tsd auf Investitionen in maschinelle Anlagen, EUR 1.195 tsd auf Container und Sammelbehälter, EUR 205 tsd auf technische Einrichtungen und die Betriebs- und Geschäftsausstattung, EUR 3.210 tsd auf den Fuhrpark und Arbeitsmaschinen und EUR 36 tsd auf in Bau befindliche Anlagen. Die Finanzierung der Investitionsvorhaben erfolgte aus Eigenmitteln. Wertpapiere im Buchwertumfang von EUR 1.000 tsd wurden im Geschäftsjahr veräußert.

Die Umsatzrentabilität auf Basis Ergebnis vor Steuern/Umsatzerlöse erhöhte sich von 0,8% auf 1,5%. Das Eigenkapital im engeren Sinn erhöhte sich ausgehend vom Jahresgewinn von EUR 746 tsd auf EUR 37.337 tsd. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 65,1% auf 66,4%. Die Eigenkapitalrentabilität auf Basis Jahresüberschuss/Eigenmittel im weiteren Sinn erhöhte sich von 0,4% auf 2,0%.

Die Bankguthaben und Kassabestände verringerten sich um EUR 1.553 tsd auf EUR 4.087 tsd. Darin enthalten sind täglich fällige Festgeldveranlagungen von EUR 2.000 tsd. Der Cash Flow aus dem Ergebnis erhöhte sich um EUR 439 tsd auf EUR 5.015 tsd. Der Cash Flow aus dem Ergebnis vor Steuern verringerte sich um EUR 3.955 tsd auf EUR 2.517 tsd. Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit belief sich unter Berücksichtigung der Einzahlungen aus Anlagenabgängen auf EUR -4.033 tsd.

Unternehmensrisiken/-chancen

In den vergangenen Jahren wurden im Burgenland mehrmals Vorhaben mit dem Ziel gestartet, die Zuständigkeit für die Abfallentsorgung von den Gemeinden an das Land zu übertragen. Die Standpunkte der Landes- und Gemeindevertreter gestalteten sich dabei sehr unterschiedlich.

Ein Wechsel in der Zuständigkeit kam letztendlich nicht zustande. Auf die Arbeit der Gremien des Burgenländischen Müllverbandes und die dort zu treffenden Entscheidungen hatte die Situation jedoch weitreichende Folgen. Demnach wurden umfangreiche Erweiterungen der gegenüber den Gemeinden zu erbringenden Leistungen beschlossen, ohne jedoch für einnahmenseitige Maßnahmen zu sorgen.

Der Burgenländische Müllverband wird infolgedessen seine Jahresverluste deutlich ausweiten. Diesen stehen umfangreiche finanzielle Reserven gegenüber, jedoch müssen zur Sicherstellung der mittel- und langfristigen Stabilität Ergebnisverbesserungsmaßnahmen in den kommenden Jahren getroffen werden. Unsicher ist, inwieweit Einigung darüber hergestellt werden kann. Die finanzielle Stabilität hat aufgrund der Eigentümer- und Auftraggeber-Funktion des Verbandes maßgeblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage der Unternehmen der Umweltdienst Burgenland-Gruppe.

Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Aus der Unternehmenshistorie geht hervor, dass zufriedenstellende und konstante Jahresergebnisse stets in Zeiträumen erzielt wurden, die von hoher Preisstabilität und dem Fehlen ungeplanter und nicht steuerbarer externer Einflussfaktoren geprägt waren. Zuletzt war es der Angriffskrieg auf die Ukraine, dessen Auswirkungen auf die Energiepreise und in weiterer Folge auf die Personal- und Fremdleistungskosten und die Sachanlagenpreise zu einem empfindlichen Ergebnisrückgang geführt haben.

Eine in der Tragweite bislang weniger deutliche, aber generell vergleichbare Situation zeichnet sich zum Bilanzierungszeitpunkt durch den Iran-Konflikt ab. Neben den höheren Treibstoffkosten sind auch die Preise für Fremdtransporte durch Kostenaufschläge kurzfristig angestiegen.

Es wird erwartet, dass der jetzige Vertrauensverlust in die internationalen Energiemärkte zu weitreichenden Maßnahmen führt, die darauf abzielen, die Abhängigkeit von ausländischen Energieimporten zu reduzieren. Das Unternehmen selbst hat im Vorjahr erstmals 5 E-LKWs angeschafft und in Betrieb genommen. Die gewonnenen Erfahrungen sprechen sowohl in technischer wie auch in wirtschaftlicher Hinsicht für eine Fortsetzung und eine Ausweitung dieser Beschaffungsstrategie.

Die Betriebsergebnisse haben sich in den vergangenen Jahren auf einem niedrigen Niveau eingependelt, konnten aber ausnahmslos über der Nulllinie gehalten werden. Die Umsatzrentabilität liegt bei lediglich 1,5%, sodass ein Abrutschen in die Verlustzone bei nur kleinsten Erlös- oder Kostenverschiebungen möglich ist.

Stabilisierend wirkt der mit dem Burgenländischen Müllverband vereinbarte, kostenbasierte Verrechnungsmodus für die Sammel- und Entsorgungsleistungen. Darüber hinaus ist es in den letzten Jahren gelungen, Kostensteigerungen über die Beaufschlagung der eigenen Leistungen zu einem großen Teil zu kompensieren. Es wird erwartet, dass das aktuelle, knapp positive Ergebnisniveau in den kommenden Jahren aufrechterhalten werden kann.

Technische Projektvorhaben

In der Abfallbehandlungsanlage in Oberpullendorf wurden 2024 umfassende Erneuerungsarbeiten umgesetzt. Nach deren Abschluss im Herbst 2024 starteten im Folgejahr die Planungsarbeiten für den zweiten und abschließenden Teil der Arbeiten.

Die Maßnahmen zielen auf den alters- und verschleißbedingt erforderlichen Austausch von Anlagenkomponenten ab. Darüber hinaus wird durch den Einsatz neuer Technologien die Abfallbehandlung im Hinblick auf die Sortiergüte, den Energiebedarf und die Wartungsintensität verbessert.

Mit der neu geschaffenen Möglichkeit zur Ausschleusung der heizwertreichen Fraktion > 80 mm und 25 – 80 mm in der Siebhalle kann flexibel auf Marktänderungen hinsichtlich benötigter Outputfraktionen reagiert werden. Zwei bereits seit mehreren Jahrzehnten in Betrieb befindliche Siebtrommeln werden mit einer Bypass-Lösung versehen, um kurzfristig auf einen Ausfall reagieren zu können.

Finanzinstrumente

Vom Unternehmen wurden im vergangenen Geschäftsjahr keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.

Zweigniederlassungen

Die Umweltdienst Burgenland GmbH unterhält keine Zweigniederlassungen. Die an vier Standorten außerhalb der Zentrale betriebenen Umladestationen werden nicht als Zweigniederlassung geführt.

Die Geschäftsführung

Mag.Markus Szlinger

DDI Dr. Chriştoph Wagner

Oberpullendorf, am 02.06.2026

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