Inhaltsverzeichnis
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1. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
Die INTERVET GesmbH, Wien, ist in zwei Geschäftsbereichen tätig: Der Vertrieb von Tierpharmazeutika in Südosteuropa steuerte 8 % (Vorjahr: 7 %) zu den Umsatzerlösen bei. Der Bereich Produktion und Verpackung, den das Unternehmen als Hersteller und Lieferant bedarfsgerecht für verbundene Konzerngesellschaften abwickelt, bildete mit 92 % (Vorjahr: 91 %) den Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit.
Der Geschäftsverlauf sowie die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2025 waren maßgeblich durch folgende Faktoren geprägt:
- - - - - - - - - Reorganisationsaktivitäten am Standort, um den Anforderungen innerhalb des Konzerns und am Markt gerecht werden zu können Weiterführung der Adaptierungen im Bereich der Produktion und Verpackung zur Verbesserung der Exportmöglichkeiten Erhalt und Verbesserung der Marktposition Verstärkung der Kundenfokussierung Ausbau einzelner Produktionsbereiche, um den Marktanforderungen besser gerecht werden zu können Diverse Aktivitäten zur Integration in Merck & Co., Inc. Weitere Konsolidierung der EDV-Infrastruktur und der zugeordneten Prozesse Reorganisation im Beschaffungswesen zur Schaffung weiterer Synergien innerhalb des Konzerns Organisation oder finanzielle Unterstützung von wissenschaftlichen Tagungen und Online-Fortbildungen für den österreichischen Markt
2. Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Jahr 2025 anhand finanzieller und nichtfinanzieller Leistungsindikatoren
2.1 Finanzielle Leistungsindikatoren
Zur Messung der wirtschaftlichen Leistung des Unternehmens werden folgende Leistungsindikatoren herangezogen:
• Betriebsleistung (Umsatz +/- Bestandsveränderung) • Ergebnis vor Steuern
2.1.1. Ertragslage
Die Betriebsleistung in Höhe von EUR 235 Mio. (Vorjahr: EUR 237 Mio.) blieb im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverändert. Dies ist auf die anhaltend starke Nachfrage der Kunden (vorwiegend der Konzerngesellschaften im Ausland) zurückzuführen, die wiederum durch die hohe Verbrauchernachfrage getrieben wird.
Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge betrifft im Wesentlichen höhere Wechselkursgewinne.
Die Materialkosten sanken einerseits aufgrund der um rd EUR 2 Mio. niedrigeren Betriebsleistung und andererseits bedingt durch die Wechselkursschwankungen des JPY für den wesentlichen Wirkstoff Flurolaner.
Die übrigen Betriebskosten stiegen primär durch die Einführung neuer Produkte sowie den damit verbundenen Mehraufwand für externe Validierungsdienstleistungen im Zuge der Laborqualifizierung.
Der Anstieg des Personalaufwandes ist im Wesentlichen durch den Anstieg der allgemeinen Lohn- und Gehaltserhöhungen sowie den Anstieg der durchschnittlichen Mitarbeiterzahlen begründet.
Die Abschreibungen haben sich aufgrund der Aktivierung von Investitionen in die Produktionsanlagen um rund EUR 2 Mio. erhöht.
Das Ergebnis vor Steuern ist verglichen mit dem vorherigen Jahr auf stabilem Niveau geblieben.
2.1.2. Vermögens- und Finanzlage
Der Abschluss der Investitionen sowie die Inbetriebnahme der neuen Produktionsgebäude und Verpackungslinien im vergangenen Geschäftsjahr bildeten die Basis für eine deutliche Erweiterung der Kapazitäten. Dies sichert die langfristige, nachhaltige Entwicklung des Werks und ermöglichte die Einführung neuer Produkte innerhalb der Unternehmensgruppe.
Infolge der Produktionssteigerung und der Einführung zweier neuer Produkte in der Europäischen Union und Lateinamerika erhöhten sich die Lagerbestände. Zudem erforderte die Herstellung neuer Produkte wie Bravecto TriUNO und Numelvi sowohl den Zukauf neuer Rohstoffe als auch eine gesteigerte Bevorratung bestehender Materialien.
Der Rückgang der Konzernforderungen resultiert im Wesentlichen aus zwei gegenläufigen Einflussfaktoren:
a) um EUR 14,1 Mio. niedrigere Forderungen aus Transferpreis-Adjustments
b) um EUR 6,7 Mio. höheren Forderungen aus dem Verkauf von Fertigerzeugnissen
Der Rückgang der sonstigen Forderungen betrifft niedrigere Forderungen aus der Umsatzsteuerverrechnung sowie dem Umstand, dass im Vorjahr die Körperschaftsteuer- Vorauszahlungen um EUR 0,7 Mio. höher waren als der Körperschaftsteueraufwand, in der Berichtsperiode es jedoch umgekehrt ist, sodass zum Bilanzstichtag eine Steuerrückstellung in Höhe von EUR 0,3 Mio. ausgewiesen wird.
| Cashflow: | 2025 | 2024 | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1. Cashflow aus operativer Tätigkeit: | EUR | +17,7 Mio. | EUR | -57,2 Mio. | |
| 2. Cashflow aus Investitionstätigkeit: | EUR | - 12,1 Mio. | EUR | -21,8 | Mio. |
| 3. Cashflow aus Finanzierungstätigkeit: | EUR | - 5,6 Mio. | EUR | +79,0 | Mio. |
| Veränderung Bankguthaben: | EUR | 0,0 Mio. | EUR | 0,0 | Mio. |
|---|
Für die Unternehmensgruppe unter der Leitung von Merck & Co., Inc. wurde im Jahre 2023 die Inhouse Bank gegründet, um als internationale Treasury-Gesellschaft zu fungieren. Die interne Bank und das verbundene Unternehmen haben eine physische Pooling- Vereinbarung umgesetzt, die auf Konten bei Finanzinstituten mit Sitz im Vereinigten Königreich und/oder einem Mitgliedsstaat des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) betrieben wird. Infolgedessen werden im Bericht die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bzw. Banken als Verbindlichkeiten im Konzern gezeigt.
Im Geschäftsjahr 2025 wurde beschlossen, keine Dividende auszuschütten.
2.2. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Mitarbeiter
Im Geschäftsjahr 2025 lag die durchschnittliche Mitarbeiterzahl bei 393 (2024: 382). Der Anstieg der Mitarbeiterzahl ist auf ein gestiegenes Umsatzvolumen durch die Einführung neuer Produkte zurückzuführen.
Umweltbelange
Bei all unseren Aktivitäten achten wir auf Umweltschutz und integrieren einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen in alle Prozesse. Durch die Installation von Photovoltaikanlagen auf den Dächern von Neubauten und dem Garagendach konnten wir unsere Energieunabhängigkeit weiter steigern und Ressourcen optimieren.
Liefertreue
Die INTERVET GesmbH, Wien, beliefert weltweit die Vertriebsorganisationen von MSD Animal Health. Die Liefertreue ist als klares Konzernziel vorgegeben, um die Kundenzufriedenheit entsprechend zu messen.
3. Forschungs- und Entwicklungstätigkeit
Mit Ausnahme technologischer Unterstützungsentwicklungen betreiben wir am Standort Wien keine Forschung und Entwicklung.
4. Zweigniederlassung
Die Gesellschaft betreibt keine Zweigniederlassungen.
5. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens (Prognosebericht)
Im Geschäftsjahr 2026 werden wir am weiteren Ausbau unserer Produktionskapazitäten sowie der Erweiterung unseres Personalstandes zu Erfüllung des Markbedarfes arbeiten. Wir haben in 2025 zwei Produkte erfolgreich in der EU und LATAM gelauncht. Dieses Jahr ist für ein Produkt der US-Launch vorgesehen, nachdem wir in der EU schon eine 50%ige Volumensteigerung hatten. Wir haben mehrere neue Anlagen im Routinebetrieb, die uns unterstützen unsere Produktivität zu steigern und den Marktbedarf mit erhöhten Volumen zu erfüllen. Zusätzlich zur Entwicklung unserer Produktionskapazitäten und Produktangebot werden wir die Betreuung der lokalen Tierärzte durch Veranstaltungen, Symposien und zielgerichtete Informationen weiter verstärken.
6. Finanzinstrumente und Risikomanagement
6.1. Finanzinstrumente
Zu den wesentlichen Finanzinstrumenten des Unternehmens gehören insbesondere Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Salden gegenüber verbundenen Unternehmen. Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind detailliert im Anhang zum Jahresabschluss erläutert.
Im Geschäftsjahr 2025 sowie in den vorangegangenen Perioden wurden keine derivativen Finanzinstrumente zur Absicherung von Risiken eingesetzt
6.2. Risikomanagement
Im Rahmen unserer internationalen Tätigkeit sind wir verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere Fremdwährungs-, Kredit-, Preisänderungs- und Liquiditätsrisiken.
Das installierte Risikofrüherkennungs- und Risikomanagementsystem bündelt die Aktivitäten der Treasury-Abteilungen auf Konzern- und Unternehmensebene. Ziel ist es, die Eintrittswahrscheinlichkeit von Verlusten zu minimieren und negative Auswirkungen auf die Finanzlage abzuwenden. Die Treasury-Abteilungen agieren dabei auf Basis der vom Vorstand der Alleingesellschafterin verabschiedeten Konzernrichtlinien.
Das Unternehmen setzt keine derivativen Finanzinstrumente zur Absicherung offener Fremdwährungspositionen ein, da das Wechselkursrisiko von untergeordneter Bedeutung ist.
Aufgrund des internationalen Kundenstamms in verschiedenen Märkten besteht eine breite Risikostreuung hinsichtlich des Kredit- und Ausfallrisikos. Zur Risikominimierung werden potenzielle Kunden vor Geschäftsabschluss einer ausführlichen Bonitätsprüfung nach klar definierten Prozessen unterzogen. Zudem werden die Außenstände wöchentlich anhand von Aging-Listen analysiert und für zweifelhafte Forderungen angemessene Wertberichtigungen gebildet.
Der Geschäftsführung sind derzeit keine Umstände bekannt, die auf Kredit- oder Ausfallrisiken hindeuten, für welche im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2025 nicht bereits ausreichend Vorsorge getroffen wurde.
Die Gesellschaft wird hauptsächlich durch das Konzern-Cashpooling finanziert. Folglich ist das Unternehmen derzeit keinen wesentlichen Liquiditäts- oder Zinsschwankungsrisiken ausgesetzt.
Da die Konzerneinstandspreise in der Vergangenheit keinen signifikanten Fluktuationen unterworfen waren, ist das angebotsseitige Preisänderungsrisiko von untergeordneter Bedeutung. Im Gegensatz dazu beeinflusst das nachfrageseitige Preisänderungsrisiko die Leistungsindikatoren des Unternehmens unmittelbar.
Um diesem Risiko zu begegnen, setzen der Konzen und das Unternehmen auf proaktive Forschung und Entwicklung, die frühzeitige Antizipation von Markttrends sowie eine kompetitive Preisgestaltung zur Neukundengewinnung und Festigung bestehender Geschäftsbeziehungen. Zudem wurde ein verlässlicher Kundenservice etabliert, der individuell auf die spezifischen Kundenbedürfnisse zugeschnitten ist.
Zusammenfassend erachtet die Geschäftsführung das erläuterte Risikomanagementsystem angesichts der Geschäftstätigkeit als effizient und adäquat.
Wien, den 2. Juni 2026
Die Geschäftsführung:
Katharina Kosted
a) st Michael Schmidt