Inhaltsverzeichnis
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
Geschäftsverlauf
Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte die GAW technologies GmbH Umsatzerlöse in Höhe von EUR 41,00 Mio. (VJ: EUR 33,81 Mio.) und eine Betriebsleistung von EUR 39,61 Mio. (VJ: EUR 32,44 Mio.).
Die nachstehende Tabelle zeigt die Umsatzentwicklung der letzten zehn Jahre.
Umsatzentwicklung 2015/16 - 2024/25 in Mio. EUR
| 20 | 20/21 | 21/22 | 22/23 | 23/24 | 24/25 |
|---|
Nach Regionen betrachtet war Asien (v.a. China, Indien und Indonesien) mit EUR 30,07 Mio. (VJ: EUR 16,31 Mio.) der größte Absatzmarkt. Darauf folgte die Europäische Union mit EUR 9,28 Mio. (VJ: EUR 14,55 Mio.), davon wurden EUR 2,76 Mio. in Osterreich (VJ: EUR 4,87 Mio.) umgesetzt. Im restlichen Drittland (v.a. USA) wurden Umsatzerlöse in der Höhe von EUR 1,65 Mio. (VJ: EUR 2,95 Mio.) realisiert.
Die Exportquote lag im Berichtsjahr bei rund 93% (VJ: 86%).
Im Berichtsjahr erzielte die GAW technologies GmbH bei einer Betriebsleistung von TEUR 39.614 (VJ: TEUR 32.441) ein ordentliches Betriebsergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Ertragsteuern im Umfang von TEUR 3.956 (VJ: TEUR 1.889), was – bezogen auf die Betriebsleistung – einer Marge von 9,99% (VJ: 5,82%) entspricht.
Finanzielle Leistungsindikatoren
| Erfolgswirtschaftliche Kennzahlen | ||
|---|---|---|
| 2024/25 | 2023/24 | |
| Umsatzerlöse (in TEUR) | 41.003 | 33.806 |
| Ergebnis vor Steuern (in TEUR) | 3.998 | 2.363 |
| Kapitalrentabilität | ||
| Eigenkapitalrentabitlität (EvSt/Eigenkapital zu Beginn des GJ) | 35,04% | 23,18% |
| Gesamtkapitalrentabilität (EvSt/Gesamtkapital zu Beginn des GJ) | 13,00% | 8,76% |
| Finanzwirtschafltiche Kennzahlen | ||
| 2024/25 | 2023/24 | |
| Nettoumlaufvermögen (in TEUR) (Umlaufvermögen abzgl. kfr. Fremdkapital) | 11.616 | 9.398 |
| Eigenkapitalquote | 39,68% | 37,10% |
| Nettoguthaben (in TEUR) *) (liquide Mittel abzgl. verzinsliche Rückstellungen & Verbindlichkeiten) | 6.387 | 6.745 |
| Nettoguthaben/Eigenkapital *) | 47% | 59% |
| *) Vorjahresdaten angepasst | ||
| Cash Flow Kennzahlen (in TEUR) | ||
| 2024/25 | 2023/24 | |
| Mittelzu(ab)fluss aus dem Ergebnis | 3.959 | 1.768 |
| Mittelzu(ab)fluss aus betrieblicher Tätigkeit | 752 | 3.027 |
| Mittelzu(ab)fluss aus Investitionen | 240 | 890 |
| Mittelzu(ab)fluss aus Finanzierung | -1.315 | -1.067 |
| zahlungswirksame Veränderung | -323 | 2.850 |
| Flüssige Mittel, Wertpapiere Anfangsbestand | 14.650 | 11.799 |
| Flüssige Mittel, Wertpapiere Endbestand | 14.327 | 14.650 |
2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Bereits seit Jahren sind die Welt und auch die Märkte geprägt von multiplen geopolitischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Disruptionen, Krisen und Volatilitäten. Die Wirtschaft insgesamt ist mit nie dagewesener Komplexität konfrontiert, die weiterhin anhält. Andauernde Kriege und zwischenstaatliche Spannungen sowie ein Kurswechsel in der internationalen Handelspolitik unter der neuen US-Administration führen zu schwer kalkulierbaren Risiken und beeinflussen Beschaffungs- und Absatzmärkte maßgeblich. Mit ihrer hohen Exportquote von 93% kann sich auch GAW technologies nicht diesen globalen Entwicklungen entziehen.
Geschäftsbereich Papier
Nach Jahren des Rückgangs sind sowohl Verbrauch als auch Produktion von Papier und Karton 2024 weltweit wieder etwas angestiegen und Prognosen zufolge hat insbesondere der Markt für Verpackungspapiere einen anhaltenden Ausblick nach oben. Dazu tragen das Wachstum bei Konsumgütern, kleinere Packungsgrößen im Lebensmittelbereich, boomender Versandhandel und immer mehr Interaktivität und Erkennung per QR, RFID und KI bei. Wichtiger Wachstumstreiber ist zudem die steigende Nachfrage aus der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Gefragt sind Fertiggerichte, Tiefkühlkost und Fertigsnacks, die eine schützende und haltbare Verpackung benötigen. Gleichzeitig erfordern gesetzliche Regelungen sowie ein gesteigertes Umweltbewusstsein der Konsumenten den Ersatz von Kunststoff durch umweltfreundliche Alternativen. Ein Trend, der auch die weltweiten Absätze an Wellpappe ankurbeln wird. Wellpappe gilt nicht nur aufgrund ihres geringen Gewichts als ökonomisch, sondern aufgrund ihrer vollständigen Wiederverwertbarkeit über den Altpapierkreislauf auch als ökologisch nachhaltig. Ein für uns neuer Markt mit Potential, in welchem wir erwarten, mit unserem neu entwickelten und im industriellen Versuchsbetrieb bereits getesteten Verfahren Starch2Glue, relativ rasch Fuß zu fassen.
Geschäftsbereich Kunststoffrecycling
Eine wichtige Rolle für unser weiteres Unternehmenswachstum spielt der noch junge Geschäftsbereich Kunststoffrecycling mit seinem Vorzeigeprojekt CreaSolv®, einem Verfahren welches das Recycling komplexer und bisher nicht als recyclebar geltender Kunststoffabfälle ermöglicht. Die Technologie erschließt den Zugang zu einem stark wachsenden Markt im hochwertigen Kunststoffrecycling und eröffnet Geschäftschancen im Verpackungs-, Automobil-, Elektronik- und Textilsektor. Seit 2021 betreibt GAW technologies einen industriellen Demonstrator zum Recycling realer Abfallströme und zur Vorbereitung konkreter Anlagenprojekte. Aktuell bearbeiten wir im Rahmen eines Kundenprojekts die Konzeption einer 20.000-Tonnen Anlage, eine erste kommerzielle Auslieferung ist 2026/27 geplant – getragen von validierter Verfahrenstechnik, industriellen Partnerschaften und Rückenwind aus der EU-Kreislaufwirtschaftsstrategie.
3. Wesentliche Risiken und Risikomanagement
Die Hauptaufgabe des Kontroll- und Steuerungssystems bei GAW ist es, entstehende Risiken bereits in einem frühen Stadium zu identifizieren und, wenn notwendig, rasch Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Das Management der Risiken ist integraler Bestandteil des Rechnungswesens und Controllings sowie des Projektmanagements.
Finanzielle Risiken
Zahlungsausfallsrisiko:
Das Zahlungsausfalls- und -verzugsrisiko von Kunden wird durch regelmäßige Kreditprüfungen sowie, für einen Großteil der Aufträge, durch Besicherung von Zahlungen durch Banken und durch
Abschluss von Exportversicherungen reduziert. Hohes Augenmerk wird daraufgelegt, dass der Zahlungsverkehr mit den Kunden über Banken mit erstklassiger Bonität erfolgt. Im Ausmaß des maximal erwarteten Ausfallsrisikos der Forderungen werden Einzelwertberichtigungen gebildet.
Zinsänderungsrisiko:
Das Risiko aus Zinsänderungen bei Finanzanlagen und –verbindlichkeiten wird als gering eingeschätzt. Mit den Hausbanken bestehen für Kredite fixe Zinsvereinbarungen. Betriebsmittelkredite, für die variable Vereinbarungen gelten, werden aufgrund der sehr guten Liquidität des Unternehmens so gut wie nicht in Anspruch genommen.
Preisänderungsrisiko:
Die Preise für Edelstahlmaterial unterliegen starken Schwankungen, womit ein Preisänderungsrisiko gegeben ist. Dieses wird jedoch bereits in der Phase der Kalkulation und Angebotserstellung regelmäßig beobachtet und eingearbeitet und somit weitgehend minimiert. Darüber hinaus unterhalten wir für unsere Zukaufteile langfristige Lieferantenbeziehungen, welche Preiserhöhungen in überschau- und vorhersehbarer Höhe limitieren.
Währungsänderungsrisiko:
Das Fremdwährungsrisiko im EU-Raum wurde durch die Einführung des Euro in einem Großteil der Länder deutlich reduziert. Darüber hinaus gelingt es zum Großteil auch mit Drittländern die Kaufverträge in Euro abzuschließen. Wechselkursrisiken bestehen insbesondere noch bei Projekten mit Kunden aus den USA bzw, teilweise auch mit Kunden aus Asien. Bei in Fremdwährung fakturierten Aufträgen wird die Nettowährungsposition durch den Abschluss von Devisentermingeschäften gesichert.
Risiken in Verbindung mit der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung
Unser Geschäftsumfeld wird durch die weltweite Nachfrage nach Investitionsgütern bestimmt, die wiederum vom globalen makroökonomischen Umfeld beeinflusst wird. Das Preisniveau für die von GAW gelieferten Anlagen und Produkte steht teilweise in direktem Zusammenhang mit dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage der Endprodukte, die mit den von GAW gelieferten Anlagen und Produkten hergestellt werden. Mögliche Preisschwankungen können daher einen direkten Einfluss auf die Investitionsentscheidungen von Kunden und in weitere Folge auf den Auftragseingang von GAW haben. So beeinflusst zum Beispiel der Kurswechsel in der internationalen Handelspolitik unter der neuen US-Administration die Beschaffungs- und Absatzmärkte maßgeblich. Ein wesentliches Risiko stellen geopolitische Spannungen dar, so könnten Unterbrechungen von Aufträgen die Folge terroristischer oder kriegerischer Aktivitäten oder politischer Veränderungen sein.
Infrastrukturrisiken
Cyber-Security/Hackerangriffe:
Cyber-Risiken begegnen wir durch den Einsatz von modernsten IT-Sicherheitstechnologien sowie durch die verstärkte Kontrolle von Zugriffsberechtigungen. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Sicherheitsmaßnahmen und die stetige Optimierung der IT-Infrastruktur stellen wir sicher, dass mögliche Attacken frühzeitig erkannt und abgewehrt werden können. Neben diesen technischen Maßnahmen trainieren und informieren wir unsere Mitarbeiter über Awareness- Kampagnen über den sicheren Umgang mit Daten.
Personal:
Hoch qualifizierte Fach- und Führungskräfte sind die tragende Säule unseres Erfolgs und wir sind bestrebt, langjährige Beziehungen mit unseren Mitarbeitern aufzubauen. Bei der Sicherstellung einer ausreichenden Anzahl dieser Mitarbeiter stehen wir im Wettbewerb mit anderen international tätigen, verfahrenstechnisch orientierten Unternehmen. Familienfreundlichkeit, Flexibilität und individuelle Karrieremöglichkeiten, ebenso wie eine stärkenorientierte Mitarbeiterentwicklung stehen daher im Fokus unserer Personalpolitik.
Standortkosten:
Die – auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern – anhaltend hohe Inflation und die entsprechende Berücksichtigung in den Gehalts- und Lohnabschlüssen führten zu hohen Kostenbelastungen, die nicht in vollem Umfang an Kunden weitergebeben werden können. Diesen wird durch das Ausschöpfen von Effizienzpotentialen entgegengewirkt.
4. Bericht über die Forschung und Entwicklung
Die Innovationsstrategie von GAW technologies zielt auf eine nachhaltige, ressourcenschonende Produktion unserer Kunden sowie auf Effizienzsteigerung ab. Der Fokus liegt darauf, den Einsatz von Wasser, Energie und Rohstoffen im Produktionsprozess zu reduzieren. Digitalisierung spielt dabei eine wesentliche Rolle.
Die Aufwendungen für diesen Bereich betrugen im Berichtsjahr TEUR 2.663 bzw. 6,72% der Betriebsleistung (VJ: TEUR 4.870 bzw. 15,01%) und konnten damit über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre gehalten werden.
Graz, 13. Juni 2025
| Die Geschäftsführung | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 1. | DI Alexander Rinderhofer, MA | ||||
Mag. Nina Piidner-Steinby