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Lagebericht 2025

Erne Fittings GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 29. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

zum 31. Dezember 2025

Nachträgliche Änderungen im Lagebericht

Die Gesellschafter haben mit Umlaufbeschluss vom 26.06.2026 die nachträgliche Auflösung der Kapitalrücklagen in Höhe von EUR 19.490.191,50 zur Erhöhung eines ausschüttungsfähigen Bilanzgewinns zum Bilanzstichtag 31.12.2025 beschlossen. Aufgrund der Beschlussfassung wurde der Jahresabschluss zum 31.12.2025 entsprechend angepasst sowie in folgenden Punkten eine Anpassung des Lageberichts im Punkt „2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens“ vorgenommen:

- Ergänzung hinsichtlich der Einschätzung der Auswirkungen infolge des Kriegsausbruchs am 28. Februar 2026 im Nahen Osten auf das Tochterunternehmen Erne Fittings Middle East Co. Ltd - Aktualisierte Darstellung hinsichtlich etwaiger Liquiditätsrisiken

1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

Der Unternehmensgegenstand der Erne Fittings GmbH („ERNE“) umfasst die Herstellung und den Vertrieb von Rohrleitungskomponenten, Rohrfittings und anderen Metallprodukten sowie den Handel mit diesen Waren.

Das Geschäftsjahr 2025 war von einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld geprägt. Die anhaltende Rezession in Europa, geopolitische Unsicherheiten sowie handelspolitische Maßnahmen, insbesondere im Zusammenhang mit US-Zöllen, führten zu einer insgesamt verhaltenen Nachfrage. Gleichzeitig nahm der Wettbewerbsdruck, insbesondere durch steigende Direktimporte bei Commodity-Produkten, weiter zu.

Trotz dieses Umfelds konnte ERNE seine Marktposition in strategisch wichtigen Segmenten behaupten. Die konsequente Spezialisierung auf höherwertige Produkte, insbesondere im Nuklearbereich sowie bei Gasleitungswerkstoffen, erwies sich als richtig und wirksam. Die Margensituation blieb insgesamt gut, wenngleich das Geschäftsjahr 2025 maßgeblich durch einen deutlichen Rückgang der Absatzmengen belastet war.

Der Umsatz der Erne Fittings GmbH belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf rund MEUR 49,2 und lag damit unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr: MEUR 70,6). Der Rückgang des Umsatzes ist auf die gesunkene Absatzmenge sowie die allgemeine handelspolitische Unsicherheit

zurückzuführen. Der Auftragseingang stabilisierte sich jedoch im Jahresverlauf und lag nur mehr 1,8 % unter dem Vorjahr, was auf eine beginnende Bodenbildung hindeutet.

Die Betriebsleistung ist von MEUR 70,4 auf MEUR 50,6 gesunken, was einer Verringerung von 28,0% entspricht. Der Rohertrag (ermittelt aus Umsatzerlösen, Bestandsveränderungen, aktivierten Eigenleistungen und sonstigen Erträgen abzüglich Materialaufwendungen und bezogene Leistungen) verringerte sich von MEUR 33,1 auf MEUR 25,2, was einer Verringerung von 23,9% entspricht. Das operative Ergebnis wurde zusätzlich durch Einmalkosten im Zusammenhang mit der weiteren Standortzusammenlegung und der Verlagerung von Produktionskapazitäten nach Schlins belastet.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank auf EUR -5.303.368,83 (Vorjahr: EUR 4.890.165,63) und lag damit unter Plan. Der Netto-Geldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrug TEUR -926 (Vorjahr: TEUR 9.062). Der Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit belief sich auf TEUR 1.290 (Vorjahr: TEUR -2.932) und der Netto- Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit auf TEUR -318 (Vorjahr: TEUR -6.511). Die Liquidität der Gesellschaft konnte zu jedem Zeitpunkt ohne Zugriff auf definierte strategische Reserven sichergestellt werden.

Der Vormaterialbestand blieb mit rund 4.000 t gegenüber dem Vorjahr unverändert. Der Bestand an Fertigteilen am Standort Schlins erhöhte sich zum Bilanzstichtag geringfügig von 2.050 t auf 2.180 t. Der überwiegende Teil dieser Bestände betrifft kundenspezifische Ware, die zum Bilanzstichtag noch nicht abgeholt wurde. Echte Lageraufbauten wurden nicht vorgenommen.

Das Unternehmen weist ein Eigenkapital von MEUR 31,7 (Vorjahr: MEUR 37,1) auf, was einer Eigenkapitalquote von rund 45,4% (Vorjahr: rund 48,5%) entspricht. Investitionen in Höhe von MEUR 3,7 entfielen hauptsächlich auf die im Bau befindliche neue Produktionshalle sowie auf eine Produktionsanlage am Hauptstandort Schlins.

Im Berichtsjahr verfügte die Erne Fittings GmbH über die im Anhang angegebenen Beteiligungen. Die Gesellschaft verfügt über zwei Produktionsstätten (Schlins und Mürzzuschlag), es bestehen keine Zweigniederlassungen.

Die Erne Fittings GmbH beschäftigte im Jahresdurchschnitt 219 Mitarbeiter (FTE) (Vorjahr: 222 Mitarbeiter).

Im Jahr 2025 konnten die Arbeitsunfälle von 43 auf 40 gesenkt werden, davon entfielen 32 Unfälle auf den Standort Schlins und 8 Unfälle auf Mürz.

2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens

Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet die Gesellschaft eine verhaltene Entwicklung. Geopolitische Unsicherheiten sowie der niedrige Ölpreis lassen kurzfristig nur begrenzte Impulse für größere Investitionen erwarten. Vor diesem Hintergrund wurden bereits Maßnahmen zur Kostensicherung eingeleitet.

Der Fittings-Markt in Europa, als der Kernmarkt für ERNE, zeigte sich 2025 abermals besonders herausfordernd. Es wird von einer Bodenbildung mit einer möglichen Erholung in der zweiten Jahreshälfte 2026 ausgegangen.

Der US-Markt zeigt sich derzeit schwer planbar; eine zunehmende Anfrageaktivität deutet jedoch auf eine Stabilisierung auf dem aktuellen Niveau hin. Der Wegfall von Umsätzen im Großbogengeschäft infolge der US-Zölle traf im Jahr 2025 insbesondere den Standort Schlins, wird jedoch als temporärer Effekt eingeschätzt.

Zum Jahresbeginn 2026 gab es aus den Märkten Europa und USA positive Signale und der Auftragseingang in der Erne Fittings GmbH konnte im Jänner im Vergleich zu den Vormonaten leicht gesteigert werden. Für das Jahr 2026 wird ein moderates Wachstum prognostiziert, das budgetierte Ergebnis liegt bei MEUR 0,5 und soll sich in 2026 wieder stabilisieren. Der Auftragsbestand 2026 wird per Februar mit MEUR 18,1 angenommen. Wesentliche neue Risiken gegenüber dem Vorjahr bestehen nicht. Die bestehenden Markt-, Beschaffungs-, Energie- und Währungsrisiken werden laufend beobachtet und durch geeignete Maßnahmen gesteuert.

Das Unternehmen hat, bedingt durch das Geschäftsmodell als lagerhaltender Hersteller, signifikante Bestände an Vorräten. Dies bringt ein grundsätzliches Preisänderungsrisiko mit sich. Diesem Umstand wird mit Bedarfs- und Gängigkeitsanalysen begegnet, wobei eine laufende Bewirtschaftung unter Einbeziehung der Nachfrage- und Marktpreisentwicklung erfolgt. Der Lagerbestand an Fertigteilen konnte gegenüber dem Vorjahr nochmals um weitere 374 Tonnen bzw. um -15% reduziert werden.

Die immanenten Sicherheits-, Umwelt-, Unfall- und Qualitätsrisiken werden laufend überwacht und durch ständige Verbesserungsmaßnahmen minimiert. Externe Auditoren im Rahmen von Zertifizierungen sowie Risikomanagement-Experten von Versicherern begleiten diese Anstrengungen.

Die Entwicklung des Tochterunternehmens Erne Fittings Middle East Co. Ltd. („EFM“) in Saudi-Arabien hat sich operativ positiv fortgesetzt. EFM profitiert wesentlich von der hohen Investitionstätigkeit in Saudi-Arabien, wodurch in den Folgejahren von einem weiterhin

positiven Trend ausgegangen werden kann. Infolge des Kriegsausbruches am 28. Februar 2026 hat sich die geopolitische Lage insbesondere im Nahen Osten seither deutlich verschärft. Der Ölpreis ist infolge dieser Entwicklung spürbar angestiegen. Gleichzeitig ist die Geschäftstätigkeit in Teilen des Middle-East-Marktes aufgrund der aktuellen Situation temporär beeinträchtigt bzw. schwerer planbar. Die Gesellschaft beobachtet diese Entwicklung laufend und berücksichtigt daraus resultierende Risiken in der operativen Planung, insbesondere im Hinblick auf Projektverschiebungen, Lieferketten, Zahlungsflüsse und die weitere Entwicklung der Investitionstätigkeit in der Region. Die Geschäftsführung geht in 2026 vor diesem Hintergrund von einem gegenüber 2025 rückläufigen, aber deutlich positiven Jahresergebnis aus.

Aus dem operativen Geschäft resultieren keine wesentlichen Liquiditäts- und Cash-Flow- Risiken für ERNE. Ausfallsrisiken werden nach wie vor durch antizipative Bonitätsprüfungen des Adressrisikos und in der Folge risikoadäquate Zahlungsbedingungen nach Möglichkeit vermieden. Zahlungsausfälle sind auf Basis von Erfahrungswerten kaum signifikant. Bestehende Kundenforderungen werden zu einem überwiegenden Anteil durch Kreditversicherungen gedeckt. Für Projektgeschäfte wird nach Möglichkeit und in Einzelfällen zusätzlich das Produktionsrisiko versichert, soweit dies wirtschaftlich vertretbar ist und notwendig erscheint.

Währungsrisiken werden nach Möglichkeit durch ein Abstimmen von verkaufs- und beschaffungsseitigen Geschäftstransaktionen in Fremdwährungen eliminiert (natürliches Hedging). Das verbleibende Nettorisiko wird auf Basis der mit den Hausbanken abgestimmten Kurserwartungen und im Rahmen von zur Verfügung stehenden Treasury-Linien durch Devisentermingeschäfte oder vergleichbare – nicht spekulative – Sicherungsgeschäfte mittels einer definierten und implementierten rollierenden Sicherungsstrategie adressiert.

Die Finanzierung und Liquidität der Gesellschaft sehen wir durch den operativen Cash-Flow ausreichend sichergestellt. Das Instrument der wöchentlich rollierenden Liquiditätsplanung mit einer 13-Wochen- sowie einer Jahresbetrachtung, in Zusammenschau mit einer wöchentlichen Beurteilung der Umsatz- und Auftragssituation, liefert hier stabile Informationen, dass es mittelfristig bei verlängerten Kreditzusagen zu keiner Unterdeckung kommen sollte. Hinsichtlich der geplanten Gewinnausschüttung wird auf die vorliegende Erklärung der Gesellschafterin im Anhang im Abschnitt „Ergebnisverwendung“ verwiesen, sodass sich daraus kein Liquiditätsrisiko ergibt. Aufgrund der bestehenden Unsicherheiten im Auftragseingang kann es zu zeitlichen Verschiebungen hinsichtlich der Erlösrealisierung kommen. Diese betreffen insbesondere mögliche Verschiebungen bei Kunden sowie die weitere Entwicklung der geopolitischen Rahmenbedingungen. Im Fall von kurzfristigen Abweichungen zur Erlösplanung kann Erne Fittings GmbH innerhalb der ERNE-Gruppe auf

bestehende Liquiditätsreserven zurückgreifen und unter Inanspruchnahme fremdüblicher Intercompany-Kredite einen kurzfristigen Liquiditätsbedarf abdecken. Darüber hinaus hat ERNE weiterhin Zugang zu Kreditversorgung bei seinen Hausbanken.

3. Bericht über die Forschung und Entwicklung

Die Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung wurden im Geschäftsjahr 2025 fortgeführt. Der Fokus lag weiterhin auf der Optimierung bestehender Produktionsverfahren sowie auf Maßnahmen zur Steigerung des Automatisierungsgrades. Ziel ist es, die Produktivität weiter zu erhöhen, die Abhängigkeit von Personal zu reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern.

4. Nachhaltigkeit und Soziales

Die im Jahr 2024 etablierten Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit und Soziales wurden im Geschäftsjahr 2025 unverändert fortgeführt. Dazu zählen insbesondere der Bezug von Strom aus erneuerbaren Energiequellen, Maßnahmen zur Energieeffizienz, hohe Recyclingquoten sowie soziale Initiativen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Neue wesentliche Programme wurden im Berichtsjahr nicht eingeführt.

5. Bericht über wesentliche Merkmale des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Das interne Kontrollsystem wurde im Geschäftsjahr 2025 unverändert fortgeführt. Die Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips sowie die regelmäßige Uberprüfung der definierten Kontrollmechanismen sind sichergestellt. Das monatliche Reporting an die Geschäftsführung erfolgt unverändert und gewährleistet eine zeitnahe Information über die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft.

Schlins, am 30. Juni 2026

sführer

Matthias Kaufmann

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