Inhaltsverzeichnis
Laqebericht 2025
A. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
Geschäftsverlauf
Die Bio-Energie Köflach GmbH betreibt an 17 Standorten in Osterreich Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen. Die Energiegewinnung erfolgt ausschließlich aus CO2-neutralen Rohstoffen wie Biomasse, sowie Wind- und Wasserkraft. Die Preise für Wärmeenergie waren im Jahr 2025 stabil bis leicht fallend. Rückgänge bei den Einheitspreisen konnten durch Mehrlieferungen mehr als ausgeglichen werden. Im Berichtjahr konnten wiederum Neukundenanschlüsse, vom Einfamilienhaus bis zum Industriebetrieb, realisiert werden. Der Strompreis hat sich vor allem im 1. Quartal gegenüber dem Vorjahr stabilisiert. Die Erlösseite konnte dadurch gegenüber dem Vorjahr verbessert werden.
Auf der Beschaffungsseite zeigte sich im Bereich Biomasse eine weitere Entspannung der Preissituation. Zusammen mit Maßnahmen zur Effizienzsteigerung lag damit der Materialaufwand unter dem Vorjahresniveau. Bei Fremdleistungen ist die nach wie vor hohe Inflation spürbar. Dadurch ist auch die Lohnentwicklung getrieben, wobei im Jahr 2025 auch die Zahl der Mitarbeiter erhöht wurde und Tätigkeiten im Bereich Anlagenbetreuung vermehrt mit eigenem Personal durchgeführte wurden.
Der Abwärtstrend bei den Zinsen zeigte im Berichtsjahr Wirkung.
Bericht über die Zweigniederlassungen
Das Unternehmen mit Sitz in Köflach und den dortigen Anlagen KWK Köflach I und KWK Köflach II hat folgende Zweigniederlassungen:
• KWK Melk • KWK Vorau • Wärmekraftwerk Puchbach • Wärmekraftwerk Stallhofen • Wärmekraftwerk Stift Rein • Wärmekraftwerk Seggauberg • Wärmekraftwerk Eisenerz • Wärmekraftwerk Gröbming • Wärmekraftwerk Gabersdorf • Wärmekraftwerk Lilienfeld • Wärmekraftwerk Traisen • Wärmekraftwerk Maria Trost • Wärmekraftwerk Pielachberg • Wärmekraftwerk Umdasch • Windkraftwerk Gaberl • E-Werk Freiland
Unter den
Kraftwerken der Bio-Energie Köflach GmbH befinden sich vier sogenannte Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen), welche sich in Köflach, Vorau und Melk befinden und mittels derer Strom erzeugt und Abwärme genutzt wird. Weiters werden für die Stromerzeugung fünf Windkraftanlagen auf dem Gaberl, sowie drei Wasserkraftwerke am Fluss Traisen in Niederösterreich betrieben.
Die Stromproduktion lag geringfügig unter dem Niveau des Vorjahres, wobei die KWK-Anlagen aufgrund des eingangs erwähnten stabileren Strompreises besser genutzt werden konnten. Das konnte aber den Rückgang bei Windkraft, aufgrund eines schwachen Windjahres, nicht vollständig kompensieren.
Die Wärmeproduktion wurde gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert.
Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Die Ertragslage im Geschäftsjahr 2025 mit einem Ergebnis nach Steuern in Höhe von EUR 2.083.014,83 war durch die vorgenannten Faktoren beeinflusst. Der Cash Flow entwickelte sich analog. Verbindlichkeiten wurden innerhalb der vereinbarten Zahlungsziele beglichen. Sämtliche Ratenzahlungen an Finanzierungs- und Kreditinstituten zuzüglich Zinsen wurden fristgerecht durchgeführt.
Die wichtigsten finanziellen Kennzahlen entwickelnden sich wie folgt:
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | € 22.336.107,05 | € 21.466.281,11 |
| Ergebnis vor Steuern | ||
| + Zinsen und ähnliche Aufwendungen gem. § 231 Abs 2 Z 15 bzw. Abs 3 Z 14 UGB | ||
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | 2025 | 2024 |
| EBIT | € 3.990.889,33 | € 2.584.959,12 |
| Umsatzrentabilität (Return on Sales – ROS) | 2025 | 2024 |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern x 100 | ||
| Umsatzerlöse | 17,87 % | 12,04 % |
| Gesamtkapitalrentabilität (Return on Equity - ROI | 2025 | 2024 |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern x 100 | ||
| Gesamtkapital | 6,67 % | 4,37 % |
| |Eigenkapitalquote (Equity Ratio) | 2025 | 2024 |
| Eigenkapital | ||
|---|---|---|
| Gesamtkapital | 25,28 % | 22,04% |
| Cash-Flow in EURO | 2025 | 2024 |
| Jahresüberschuss/Fehlbetrag | 2.084.564 | 667.184 |
| + Abschreibung AV u. UV | 3.661.671 | 3.485.997 |
| + Abschreibung Disagio | 0 | 0 |
| + RBW ausg. AG | 5.714 | 0 |
| - Zuschreibungen | 0 | 0 |
| - Aufl. Inv.Zuschuss | -445.649 | -254.337 |
| Cash-Flow I | 5.304.750 | 3.898.805 |
| + Dot. Abfert. RST | 19.083 | 10.570 |
| Cash-Flow Il | 5.323.833 | 3.909.375 |
| - Aufl. Rückstellungen | 0 | 0 |
| - Eigenverbrauch | 0 | 0 |
| Cash-Flow Ill | 5.323.833 | 3.909.375 |
Durch den Einsatz von Biomasse, Wind- und Wasserkraft an Stelle von OI, konnten im Jahr 2025 bei der Bio-Energie Köflach GmbH 95.711 Tonnen an klimaschädlichen CO2 eingespart werden.
Mit Stichtag 31.12.2025 waren bei der Bio-Energie Köflach GmbH 23 MitarbeiterInnen (VJ.: 17) beschäftigt. Die Mitarbeiterlnnen der Bio-Energie Köflach werden über dem gesetzlichen Grundlohn des zugrundeliegenden Kollektivvertrages entlohnt. Die Fluktuation des fachlich sehr qualifizierten Personals ist sehr gering.
B. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens
Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Der Ausstieg aus fossilen Energieträgern im Kampf gegen den Klimawandel, aber auch die Verringerung der Abhängigkeit von Energieimporten sind unumgänglich. Dadurch wird der Markt für die Bio-Energie Köflach GmbH weiter wachsen. Entsprechend werden in Vorprojekten neue Standorte entwickelt. Gleichzeit liegt auch ein Fokus weiterhin auf der Optimierung und Erweiterung bestehender Standorte. Auch im Jahr 2026 sind Netzerweiterungen und Netzverdichtungen in den Bestandnetzen geplant. Bei den Strompreisen wird für 2026 von einer ähnlichen Entwicklung wie im abgelaufenen Jahr ausgegangen, während bei den indexgebundenen Wärmetarifen mit einem leichten Rückgang zu rechnen ist. Eventuelle Auswirkungen auf den Umsatz, können voraussichtlich durch gesteigerte Absatzmengen kompensiert werden. Das Wiederauflegen der Förderungen Raus aus ÖI und Gas sollte bei der Gewinnung neuer Kunden unterstützen.
Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Nach wie vor ist unklar wie sich der Ukraine-Krieg entwickelt. Dazu kommt die Unsicherheit durch die allgemeine geopolitische Lage und die Unsicherheit durch Entscheidungen des amerikanischen Präsidenten, im Besonderen dessen Zollpolitik und welche langfristigen Auswirkungen dadurch auf den Energiesektor gegeben sind. Gleiches gilt für die schleppende Erholung der Konjunktur in Osterreich und in Europa was auch Auswirkungen auf den Energiebedarf von Industriekunden hat. Ebenfalls sind die
Auswirkungen des Nahost Konfliktes aktuell schwer einzuschätzen. Die Maßnahmen zur Stützung sind in der Prioritätenliste der Politik an oberster Stelle und sollen positive Impulse liefern. Die noch immer vorhandene Notwendigkeit der Dekarbonisierung und der Reduktion der Abhängigkeit von Energieimporten ist für das Geschäftsmodell der Bio-Energie Köflach GmbH eine Chance. Die Bio-Energie Köflach GmbH verfügt über rund 2.400 Kunden mit indizierten Abnahmeverträgen, mit zumeist langfristiger Bindung. Auf der Beschaffungsseite hält die Bio-Energie Köflach GmbH weiterhin an ihrer Einkaufstrategie fest, bei der höheren Lagerbeständen bei Biomasse akzeptiert werden und auf eine erweiterte Lieferantenstruktur zugegriffen wird. Damit können Schwankungen in der Verfügbarkeit abgefedert werden und preisoptimiert eingekauft werden.
Das Unternehmen ist im Rahmen seiner Finanzierungstätigkeit Zinsänderungsrisiken ausgesetzt, insbesondere aus variabel verzinsten Kreditverbindlichkeiten. Zur Begrenzung dieser Risiken werden derivative Finanzinstrumente in Form von Zinsswaps eingesetzt, durch die variable Zahlungsströme in fixe Zahlungen umgewandelt werden. Dadurch wird eine bessere Planbarkeit der zukünftigen Zinsaufwendungen erreicht und das Risiko durch steigenden Marktzinsen reduziert.
Neben der üblichen betrieblichen Versicherung wurde auch eine Vermögensschaden-Versicherung für Cyber-Risiken abgeschlossen.
Es gibt keine wesentlichen Rechtsstreitigkeiten.
Entsprechend der langfristigen Ausrichtung unserer Projekte erfolgt die Fremdfinanzierung über Bankkredite mit entsprechend langen Laufzeiten. Bei der Projektkalkulation wird mit entsprechenden Risikozuschlägen gerechnet.
Bericht über die Forschung und Entwicklung
Die einzelnen Heizwerke der Bio-Energie Köflach werden kontinuierlich verbessert und effizienter gestaltet. Darüber hinaus wurden in 2025 keine Forschungs- und Entwicklungsprojekte betrieben.
Die Geschäftsführer
Mag. Jakob Edler 27.03.2026 DI Bernhard Karrer