← Zurück zum Firmenprofil

Lagebericht 2025

Hirschmann Automotive GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 28. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

für das Geschäftsjahr 2025

1. Geschäftsverlauf und Lage des Unternehmens

Im Jahr 2025 zeigte sich die weltwirtschaftliche Lage weiterhin fragil. Die anhaltenden geopolitischen Spannungen, strukturelle Schwächen in wichtigen Volkswirtschaften sowie die nur langsam nachlassenden inflationsbedingten Belastungen prägten weiterhin das wirtschaftliche Umfeld. Investitionsentscheidungen wurden von Unternehmen nach wie vor mit großer Zurückhaltung getroffen, während sich das Konsumverhalten der privaten Haushalte nur selektiv erholte.

Der globale Automotive-Sektor blieb auch 2025 von einem intensiven Wettbewerbs- und Transformationsdruck geprägt. Die weltweite Fahrzeugproduktion konnte sich gegenüber dem Vorjahr zwar stabilisieren, blieb jedoch insgesamt unter den langfristigen Erwartungen. Eine zunehmende Volatilität der Nachfrage sowie eine weiter verschärfte Preissituation belasteten insbesondere etablierte Hersteller und Zulieferer. Die andauernden Zollstreitigkeiten zwischen Europa, China und den USA sowie die neue Preisdynamik und Entwicklungsgeschwindigkeit im Sektor stellt vor allem die etablierten europäischen OEM vor große Probleme und zwingt diese zu radikalen Kurswechseln und Sparprogrammen.

Der chinesische Markt behauptete seine zentrale Rolle und gewann weiter an Bedeutung. Lokale OEM festigten ihre technologische und kostenseitige Wettbewerbsfähigkeit und bauten ihre Präsenz auf internationalen Märkten weiter aus. Die bereits bestehenden Handelsrestriktionen und Zölle blieben auch 2025 bestehen und führten zu anhaltenden Belastungen der globalen Lieferketten sowie zu zusätzlichen Kosten für international tätige Hersteller. Gleichzeitig intensivierte sich der Preiswettbewerb, was insbesondere auf dem europäischen Markt zu weiterem Margendruck führte.

In Europa blieb die Marktentwicklung insgesamt verhalten. Die wirtschaftliche Erholung verlief langsamer als erwartet und strukturelle Herausforderungen – insbesondere hohe Energiepreise, regulatorische Unsicherheiten sowie steigende Arbeitskosten – beeinflussten die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. Konsumenten agierten weiterhin preissensibel, wodurch sich der Trend zu günstigeren Fahrzeugsegmenten und längeren Haltedauern bestehender Fahrzeuge fortsetzte.

Der nordamerikanische Markt zeigte sich auch 2025 vergleichsweise stabil, wobei sich der Fokus weiter auf profitablere Fahrzeugsegmente und konventionelle Antriebskonzepte verlagerte. Die Dynamik im Bereich der Elektromobilität blieb hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Hersteller passten ihre Investitions- und Produktstrategien entsprechend an und setzten verstärkt auf Technologieoffenheit sowie hybride Antriebslösungen.

Die Transformation hin zur Elektromobilität blieb ein zentrales, jedoch zunehmend differenziert betrachtetes Thema der Branche. Politische Zielsetzungen wurden in mehreren Märkten überprüft oder zeitlich gestreckt, Förderprogramme angepasst oder reduziert. Parallel dazu führten technologische Fortschritte bei Batterien, Software und alternativen Antriebskonzepten zu einer Neubewertung von Investitionsprioritäten. Das Wachstum bei batterieelektrischen und hybriden Fahrzeugen wurde weiterhin maßgeblich vom chinesischen Markt getragen, während sich in Europa und Nordamerika eine Phase der Konsolidierung einstellte, wenngleich der Anteil an reinelektrisch betriebenen und Hybrid-Fahrzeugen im Vergleich zum Vorjahr weiter anstieg.

Insgesamt war das Jahr 2025 für den Automotive-Sektor von Anpassung, strategischer Neuausrichtung und einer zunehmenden Fokussierung auf Effizienz, Kostenstrukturen und resiliente Geschäftsmodelle geprägt.

In diesem Marktumfeld ist die Umsatzentwicklung der Hirschmann Automotive Gruppe leicht negativ -2,9% (Vorjahr: -4,4%, externe Umsätze lt. Einzelabschluss -2,2% gegenüber Vorjahr), wobei als Haupttreiber die Absatzschwäche wesentlicher Kunden der Gruppe, sowie wiederum die zu hohe Markterwartung an die Entwicklung der Elektromobilität genannt werden können.

In den Werken in China und Mexiko hat die Wachstumsdynamik nachgelassen. Nach Jahren konstanter Wachstumsraten war die Umsatzentwicklung negativ. Auch in diesen Einzelmärkten beeinflusste die Absatzschwäche einzelner Großkunden die Entwicklung maßgeblich. Die Ertragslage konnte jedoch in beiden Entitäten konstant gehalten werden. Der im Jahr 2024 noch avisierte Neubau in China wurde aufgrund fehlender Planungssicherheit bis auf weiteres verschoben.

In den EMEA-Standorten lag der Schwerpunkt der Aktivitäten im Abschluss großer Verlagerungen von Fertigungslinien nach und innerhalb von Marokko, sowie dem gleichzeitigen Aufbau neuer Linien für große Hochvoltprojekte für die Elektromobilität in

Rumänien. In Marokko wurde im Jahr 2025 nach nur 10-monatiger Bauzeit ein neuer Werksstandort eröffnet, um Kapazitäten für Neu- und Verlagerungsprojekte zu schaffen.

Das Ergebnis vor Steuern weist einen Gewinn von TEUR 57.935 aus (Vorjahr Gewinn: TEUR 34.290), der Jahresüberschuss beträgt TEUR 49.379 (Vorjahr: TEUR 31.836). Der Jahresüberschuss wurde maßgeblich durch positive Effekte im Finanzergebnis durch aus Beteiligungserträgen im Finanzergebnis, sowie aus der Veräußerung von Patenten an die neu gegründete 100% Tochter Hirschmann Automotive IP GmbH, beeinflusst. Trotz rückläufiger Produktumsätze blieb das operative Ergebnis stabil, wenngleich auf negativem Niveau, unterstützt durch geringere Personalkosten bei weitgehend konstanten Abschreibungen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen.

Der Cashflow aus dem Ergebnis beträgt TEUR 56.019 (Vorjahr: TEUR 11.652). Wesentlicher Einflussfaktor ist der Effekt aus der Übertragung von Patenten in die neu gegründete Hirschmann Automotive IP GmbH. Der operative Cashflow (OCF) weist zudem positive Effekte aus Lieferforderungen sowie aus Verbindlichkeiten gegenüber Dritten und Konzerngesellschaften auf. Investitionen in Sachanlagen, weitere Darlehen und Eigenkapitalzuschüsse an Tochtergesellschaften, sowie fällige Tilgungen bei Finanzierungen wirken negativ auf den Gesamt-Cashflow, der in Summe jedoch deutlich positiv ausfällt.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
Ausgewählte Kennzahlen:31.12.202531.12.2024
Eigenkapital in % des Gesamtkapitals (Eigenkapital / Gesamtkapital)51,3%48,9%
Umsatzwachstum-2,2%-5,2%
(Umsatz gegen Dritte aus Kerngeschäft im Vergleich zum Vorjahr)
Gesamtkapitalrentabilität nach Steuern (Jahresüberschuss + Fremdkapitalzins / Ø Gesamtkapital)8,2%6,0%
Cashflow in % der Betriebsleistung11,1%2,4%
(Cashflow aus dem Ergebnis / Betriebsleistung gegenüber Dritten)
Nettoverschuldung (in TEUR) (Verbindlichkeiten ggü Kreditinstituten - flüssige Mittel)226.642251.187
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
Verschuldungsgrad62,2%78,9%
(Nettoverschuldung / Eigenkapital)
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
Cashflow-Rechnung:31.12.202531.12.2024
(TEUR)(TEUR)
Cashflow (aus dem Ergebnis)56.01911.652
Mittelzufluss aus der gewöhnlichen Tätigkeit (OCF)82.5995.769
Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit (ICF)-48.036-13.003
Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit (FCF)-14.493-5.024
Veränderung des Finanzmittelfonds (OCF+ICF+FCF)20.070-12.258
Stand Finanzmittelfonds 1.1.5.38817.646
Stand Finanzmittelfonds 31.12.25.4585.388
Veränderung des Finanzmittelfonds20.070-12.258

Im Cashflow für Investitionen sind Dividenden der Töchter Hirschmann Automotive Mexico S.R.L. de C.V., Hirschmann Automotive North America LLC,der Hirschmann Automotive Industrie Investments Development Co., Ltd., China und der Hirschmann Automotive Engineering GmbH, Deutschland in Höhe von TEUR 21.451 enthalten.

Weiters wurden Kapitalerhöhungen in der Hirschmann Automotive OU SARL-AU, Marokko in Höhe von TEUR 823 und in der Hirschmann Automotive KE SARL-AU in Höhe von TEUR 14.400 getätigt.

Die Hirschmann Automotive IP GmbH wurde im Juli 2025 mit einem Stammkapital in Höhe von TEUR 35 gegründet. Im Dezember 2025 erfolgte ein Kapitalzuschuss in Höhe von TEUR 45.250 in die ungebundenen Kapitalrücklagen.

Zur Finanzierung von Wachstumsinvestitionen in den Werken wurden aus bestehenden und neu gewährten Darlehensverträgen sowie Finanzierungsrahmen TEUR 10.300 an die Hirschmann Automotive TM SRL, TEUR 24.500 an die Hirschmann Automotive KE SARL-AU, TEUR 5.550 an die Hirschmann Automotive OU SARL-AU und TEUR 5.000 an die Hirschmann Automotive Freyung GmbH geleistet.

2. Risikomanagement

Markt

Die Diversifizierung der Umsätze auf eine breitere Kunden- sowie Produktbasis aber auch auf neue Marktsegmente wurde weiter vorangetrieben.

Kreditrisiko

Die auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesenen Vermögensgegenstände stellen das maximale Bonitäts- und Ausfallrisiko dar, da Aufrechnungsvereinbarungen – sofern vereinbart – nur gegenüber Banken (Verbindlichkeiten/Guthaben bei Kreditinstituten) existieren.

Für alle bestehenden Risiken wurden entsprechende Wertberichtigungen durchgeführt. Das Risiko des Zahlungsverzugs der Vertragspartner wird durch die Anwendung von Kreditprüfungen, Kreditlimits und Prüfungsroutinen kontrolliert. Lieferforderungen sind überwiegend versichert.

Währungsrisiko

Der Großteil der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen besteht in EURO. Ein allfälliges Währungsrisiko besteht in möglichen Schwankungen des Euro- Wechselkurses jener Lieferungen und Leistungen, die in fremder Währung, insbesondere in CZK, RON, MAD, RMB, MXN und USD abgerechnet werden.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, sich jederzeit Finanzmittel beschaffen zu können, um eingegangene finanzielle Verbindlichkeiten zu begleichen. Dementsprechend wird dafür Sorge getragen, dass ausreichend flüssige Mittel vorhanden sind bzw. eine notwendige Finanzierung aus entsprechenden Kreditrahmen sichergestellt ist.

Die bestehenden Finanzierungen haben eine durchschnittliche Restlaufzeit von 2,9 Jahren (Vorjahr: 4 Jahre).

Im Geschäftsjahr 2025 wurde eine Finanzierung in Höhe von TEUR 50.000 (Vorjahr: TEUR 40.000) abgeschlossen. Per 31. Dezember 2025 liegt kein Covenant-Breach vor.

Preisänderungsrisiko

Auf der Beschaffungsseite werden zur Absicherung von Preisänderungsrisiken relevanter Inputfaktoren (insb. Energie und Material) kommerzielle oder technische Maßnahmen ergriffen, um gegen volatile Marktpreisentwicklungen abgesichert zu sein bzw. um ein etwaiges Exposure zu minimieren.

Zinsrisiko

Das Risiko aus Zinsänderungen bei Finanzanlagen und –verbindlichkeiten wird als nicht wesentlich eingestuft. Für die langfristigen Finanzierungen bestehen zum Großteil Fixzinsvereinbarungen. Die Verzinsung der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ist von der jeweils aktuellen Marktsituation abhängig.

Im Jahr 2019 wurde eine variable Investitionsfinanzierung in Höhe von TEUR 25.000 aufgenommen. Zur langfristigen Zinssicherung wurde dafür ein Zinsswap mit einer Nominale von TEUR 25.000 abgeschlossen. Der positive Marktwert per 31.12.2025 beträgt TEUR 298 (Vorjahr: TEUR 838).

3. Umwelt- und Arbeitnehmerbelange

Umweltbelange

Die Umweltpolitik leitet sich aus den Unternehmensgrundsätzen ab und umfasst den sorgfältigen Umgang mit Ressourcen, Emissions- und Abfallvermeidung. Dies setzt bereits beim Produktdesign an. Eine permanente Kommunikation der Umweltpolitik und deren Ziele sowie die Überprüfung der Umsetzung werden laufend vorgenommen.

Als innovativer Vorreiter in der Automobilbranche gestalten wir die nachhaltige Transformation mit Leidenschaft, Kooperation und Commitment. In unserem ersten globalen Nachhaltigkeitsreport (nach GRI Standards) haben wir unsere Nachhaltigkeitsagenda 2030, unsere CO₂-Roadmap sowie unsere elf materiellen Entwicklungsthemen veröffentlicht.

Mit unserer ambitionierten CO₂-Roadmap verfolgen wir das Ziel, entlang der gesamten Wertschöpfungskette bis 2039 NET ZERO zu produzieren und mittelfristig auf 100% grüne Energieversorgung an allen Produktionsstandorten umzustellen. Gleichzeitig investieren wir in Forschung, Innovation und Kreislaufwirtschaft, um nachhaltige Materialien und Prozesse zu etablieren. Unsere Nachhaltigkeits- und Arbeitsschutzstandards werden regelmäßig nach ISO 14001 und ISO 45001 auditiert. Zudem stellen wir sicher, dass alle rechtlichen Änderungen im Bereich Nachhaltigkeit kontinuierlich in unsere Prozesse und Strategie einfließen.

Parallel dazu bereiten wir uns auf die CSRD-Implementierung vor und planen aktuell die Erstellung unseres ersten integrierten Lageberichts nach ESRS-Standards.

Arbeitnehmerbelange

Zur Förderung der Mitarbeiterentwicklung werden im Rahmen eines umfassenden Konzepts bedarfsorientierte und individuell abgestimmte Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen durchgeführt. In allen Werken wird ein Werksküchenservice angeboten. Sporteinrichtungen, gesundheitliche Maßnahmen sowie gemeinschaftliche Aktionen werden regelmäßig unterstützt. Zur Förderung des Teamgeists und der Gemeinschaft finden regelmäßig Events wie Lauf- und Sportveranstaltungen sowie Sommer- und Weihnachtsfeste statt. Zusätzlich werden verschiedene Mobilitätsangebote bereitgestellt, wie beispielsweise die Förderung der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, Incentivierung der Nutzung von Fahrrädern für den Arbeitsweg, die Bereitstellung von Firmenfahrzeugen u.v.m. Die Gesundheit der Mitarbeitenden steht ebenfalls im Fokus, weshalb regelmäßige betriebsärztliche

Sprechstunden angeboten werden. Mitarbeitende profitieren darüber hinaus von allgemeinen Vergünstigungen, wie Online-Rabatten und weiteren Angeboten.

Die Personalfluktuation liegt im Konzern zwischen 6,91% (Vorjahr: 12,2%) am Standort Vsetin und 42,7% (Vorjahr: 56,0%) am Standort Nantong.

4. Die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Die wesentlichen Einflussfaktoren für den Ausblick bleiben auch für das Jahr 2026 grundsätzlich bestehen, wenngleich sich die Dynamik einzelner Entwicklungen weiter verändert hat. Der weitere Verlauf des Ukraine-Russland-Konflikts sowie die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten bleiben weiterhin schwer vorhersehbar. Gleichzeitig zeigen die ungelösten politischen Konflikte zunehmend Auswirkungen auf die globalen Wirtschaftsbeziehungen. Insbesondere die zunehmenden handelspolitischen Spannungen und Zollmaßnahmen zwischen großen Wirtschaftsräumen beeinflussen die internationalen Lieferketten und dürften den gesamtwirtschaftlichen Verlauf weiterhin prägen. Auch der Automotive-Sektor sieht sich dadurch mit zusätzlichen Unsicherheiten konfrontiert.

Der globale Wirtschaftsausblick für 2026 bleibt insgesamt verhalten. In vielen Regionen wird weiterhin nur moderates Wachstum erwartet, während einzelne Volkswirtschaften weiterhin mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert sind. Zwar haben sich die Inflationstendenzen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich stabilisiert, dennoch bleibt das wirtschaftliche Umfeld von Unsicherheiten geprägt. Unternehmen werden daher weiterhin ein besonderes Augenmerk auf ihre Kostenstrukturen, Investitionsentscheidungen und Effizienzprogramme legen.

Für den Automobilsektor bleibt die weitere Entwicklung der Elektromobilität ein zentraler Faktor. Damit der Absatz von Elektrofahrzeugen die erwarteten Wachstumsraten erreichen kann, sind weitere Fortschritte bei den Anschaffungskosten, der technologischen Leistungsfähigkeit sowie beim Ausbau der Ladeinfrastruktur erforderlich. Gleichzeitig stehen die OEM vor der Herausforderung, ihre Produktportfolios weiter zu diversifizieren und an die unterschiedlichen Anforderungen der globalen Märkte anzupassen.

Für europäische OEM wird darüber hinaus die weitere Entwicklung des chinesischen Marktes von besonderer Bedeutung bleiben. Der zunehmende Wettbewerb durch chinesische Hersteller sowie strukturelle Veränderungen im lokalen Marktumfeld haben in den vergangenen Jahren zu spürbaren Marktanteilsverschiebungen geführt. Vor diesem Hintergrund gewinnen strategische Anpassungen, neue Partnerschaften sowie eine stärkere regionale Ausrichtung der Geschäftsmodelle weiter an Bedeutung.

Die Hirschmann Automotive Gruppe konnte im abgelaufenen Wirtschaftsjahr wiederum einen sehr zufriedenstellenden Neuprojekteingang verzeichnen. Der überwiegende Teil der Neuprojekte ist der Elektromobilität zuzurechnen. Um diese bearbeiten zu können, wird

weiterhin in Maschinen und Werkzeuge investiert, der Ausbau einzelner Standorte geprüft und die Digitalisierung sämtlicher Prozesse vorangetrieben.

Bei stabiler Wirtschaftslage kann aufgrund voller Auftragsbücher und des zukunftssicheren Produktportfolios wieder von einem Wachstum ausgegangen werden. Sollte sich an der derzeitigen geopolitischen und gesamtwirtschaftlichen Situation in absehbarer Zeit nichts ändern, ist der Ausblick verhalten positiv aber keine klare Wachstumschance möglich.

Nach dem Bilanzstichtag haben sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung ereignet, die einen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens nehmen könnten.

Die Liquidität ist durch die vorhandenen Kreditlinien gesichert. Das geplante Wachstum kann aus dem freien Cashflow sowie durch die Aufnahme zusätzlicher Kredite finanziert werden.

5. Forschung und Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2025 wurden im Bereich Forschung & Entwicklung die strategischen Initiativen zur Weiterentwicklung der Entwicklungsprozesse sowie zur Stärkung der Innovations- und Effizienzprogramme konsequent fortgeführt.

Neben der Bereitstellung von Ressourcen für das unternehmensweite SAP S4/HANA- Umstellungsprojekt Value Sphere wurde insbesondere die Umsetzung des CATIA-3D- Referenzmodellprogramms weiter vorangetrieben. Der Q-Checker zur Sicherstellung der korrekten Erstellung von 3D- und 2D-Daten wurde produktiv gesetzt. Darüber hinaus wurde gemeinsam mit dem Messlabor das Quality Data Management (QDM) zur automatisierten Erstellung von Messprotokollen inklusive Datenbank vorbereitet; die Inbetriebnahme ist für Ende des ersten Quartals 2026 vorgesehen. Ergänzend wurde ein Benchmark im Bereich Requirement-Management durchgeführt.

Im Bereich der strategischen Produktentwicklung lag der Fokus auf der Konzeptentwicklung neuer Hochvoltkonnektoren für die Stromklassen 3 bis 5 einschließlich der Entwicklung eines neuen Kontaktteils (HFT). Parallel dazu wurde die Erweiterung der Produktfamilien Nano- MQS-Gehäuse sowie Easyconn 0,5 weiter vorangetrieben; entsprechende B- Musterwerkzeuge wurden gestartet.

Die Forschung zu alternativen Rohmaterialien wurde ebenfalls weiter intensiviert. Schwerpunkte bildeten Aluminiumverbindungen, alternative Kunststoffmaterialien – unter anderem auf PP-Basis – sowie Werkstoffe mit reduziertem CO₂-Fußabdruck. Zukünftige STV- Produkte sollen verstärkt auf Basis von PA6 GF30/20 oder PBT-Typen realisiert werden. Darüber hinaus konnte der Nachweis erbracht werden, dass eine Umstellung auf noch nachhaltigere Kunststoffe, einschließlich PCR-Materialien, grundsätzlich möglich ist.

Im Simulationsbereich lag der Schwerpunkt auf dem weiteren Ausbau eines Thermosimulationstools auf Basis elektrischer Schaltbilder einschließlich grafischer Benutzeroberfläche, um den Divisionen eine eigenständige Anwendung zu ermöglichen. Laboruntersuchungen bestätigten die Simulationsergebnisse weitgehend. Zudem konnte im Bereich der Moldflow-Simulation das Schwindungsverhalten der Materialien im Rahmen von Grundlagenprojekten verifiziert werden. Darüber hinaus wurde ein Konzept für ein simulatives Messprotokoll auf Basis eines Prozessmodells entwickelt, mit dem Ziel, Abstimmungszyklen von Spritzgießwerkzeugen zu reduzieren und die Time-to-Market zu verbessern.

Auch im Geschäftsjahr 2025 wurden mehrere neue Patentanmeldungen eingereicht, darunter erstmals eine Anmeldung durch das Entwicklungsteam am Standort Nantong (APAC).

Im Geschäftsjahr 2025 wurden 57 Patente (Vorjahr: 57 Patente) für neue Möglichkeiten und Absicherungen angemeldet: 30 deutsche (Vorjahr: 23), 13 PCT-Anmeldungen (Vorjahr: 10) und 14 internationale Patentanmeldungen in weiteren Ländern (Vorjahr: 24) – davon wurden 7 (Vorjahr: 13) Anmeldungen in China, 7 (Vorjahr: 6) in den USA vorgenommen.

Rankweil-Brederis, 23. März 2026

Die Geschäftsführung

Angèlo Holzknecht, MA e.h.

Mag.

Wir verwenden Cookies, um grundlegende Funktionen der Plattform sicherzustellen und anonymisierte Nutzungsstatistiken zu erfassen. Durch einen Klick auf "Akzeptieren" stimmst du der Verwendung dieser Cookies zu.