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Lagebericht 2025

ManpowerGroup GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 28. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

ManpowerGroup GmbH, Wien Lagebericht 2025

1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

a. Geschäftsverlauf

Die unterschiedlichen globalen Krisen der letzten Jahre hatten wesentliche Auswirkungen auf das allgemeine wirtschaftliche Umfeld. Die Branche der Arbeitskräfteüberlassung und der Arbeitsmarkt im Allgemeinen leiden mit diesen wirtschaftlichen Herausforderungen. Auch der Geschäftsverlauf der ManpowerGroup GmbH blieb von diesen Einflüssen nicht verschont.

Viele Branchen leiden an deutlich höheren Energiekosten, die indirekt auch eine Vielzahl anderer Güter verteuern. Die allgemeine wirtschaftliche Erholung hat im Jahr 2025 nicht wie erwartet eingesetzt. Das führte zu erhöhtem Einsparungsdruck bei vielen Kunden und in weiterer Folge auch zur Reduktion von angestellten und überlassenen Mitarbeitern.

Als Spätfolge aus der zurückliegenden Covid 19 Krise ist das allgemeine Niveau an Krankenständen im Vergleich zu früheren Jahren signifikant angestiegen. Betrug die durchschnittliche Anzahl von Krankenständen im Zeitraum von 2001 bis 2021 rund 12,8 Arbeitstage pro Jahr, so ist dieser Wert in den Jahren ab 2022 auf durchschnittlich 15,1 Tage deutlich gestiegen. Dieser Wert entspricht auch der Anzahl der Krankenstandstage im Jahr 2025.

Dies wirkt sich unmittelbar und signifikant auf das Ergebnis aus der Arbeitskräfteüberlassung aus.

In Zeiten von Krisen ist die Leiharbeitsbranche immer eine der ersten Branchen, die einen Rückgang verzeichnen muss.

Insgesamt hat ManpowerGroup 2025 mit einem Umsatz von EUR 50,2 Mio. ein Umsatzminus von rund 7,9 % gegenüber EUR 54,5 Mio. im Jahr 2024 erzielt.

Die sonstigen betrieblichen Erträge betragen EUR 40.810,19 gegenüber

TEUR 4.924 im Vorjahr.

Der durchschnittliche Beschäftigtenstand ist von 1.052 im Jahr 2024 auf 931 im Jahr 2025 gesunken, das entspricht einem Rückgang um 11,5%, wobei der Rückgang bei Angestellten um rund 12% etwas stärker ausfiel als bei Arbeitern (rund 11%).

Im Geschäftsbereich der Fixstellenbesetzung ging der Umsatz im gesamten Jahr kumuliert von EUR 1,2 Mio im Jahr 2024 auf rund EUR 1,0 Mio im Jahr 2025 zurück. Der Markttrend der Vorjahre hat sich fortgesetzt, dass sich auf offene Stellen merkbar weniger Bewerber gemeldet haben.

Die Sparte „Express Services“ für kurzfristige Bereitstellung von Arbeitskräften hat sich seit dem drastischen Rückgang zu Coronazeiten noch nicht auf Vorkrisenniveau erholt. Der Umsatz ist gegenüber EUR 1,62 Mio im Jahr 2024 auf EUR 1,19 Mio im Jahr 2025 zurückgegangen.

b. Bericht über die Zweigniederlassungen

Die Gesellschaft unterhält derzeit 5 Zweigniederlassungen/Geschäftsstellen in Wien, Linz, Graz, Salzburg und Klagenfurt. Kandidat:innen und Kunden werden fast ausschließlich per Online-Interview und -Bewerbung betreut, daher hat eine unmittelbare lokale Präsenz vor Ort nicht mehr dieselbe Relevanz wie in der Vergangenheit. Aus Kostengründen wurde teilweise auf die Nutzung von Shared Offices umgestellt. An einigen Standorten wurde die Bürofläche auf die aktuell notwendigen Gegebenheiten reduziert.

c. Gesellschaftsrechtliche Änderung

Die Anteile an der Gesellschaft werden zu 100% von der ManpowerGroup Holding GmbH gehalten. Die Anteile der Gesellschafterin stehen zu 100% im Eigentum von natürlichen Personen.

Durch den indirekten Eigentümerwechsel und das Herausschälen der Gesellschaftsanteile aus einem globalen Konzern im Jahr 2024 haben sich einige Änderungen für die Gesellschaft ergeben. Die Gesellschaft tritt weiterhin unter der Marke „Manpower“ am Markt in Österreich auf. Die Nutzung der Marke und einiger Serviceleistungen der globalen Gruppe sind in einem Franchise- Vertrag geregelt.

Operativ ist die Gesellschaft jedoch unverändert in der Lage, die Leistungen und Services selbständig anzubieten und zu erbringen. Der Auftritt der Gesellschaft am Markt hat sich durch diesen Wechsel in der Gesellschaftersphäre nicht verändert.

d. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Nach einem Jahresüberschuss von rund TEUR 162 im Jahr 2024 wurde im Jahr 2025 ein Jahresfehlbetrag von TEUR 2.288 erwirtschaftet.

Das Ergebnis des Jahres 2024 war stark geprägt vom Verzicht des Manpowerkonzerns auf Lizenzkosten der Vergangenheit. Dieser Verzicht resultiert aus einem Ergebnis einer steuerlichen Betriebsprüfung. Ohne diesen Verzicht entspräche das Jahresergebnis 2024 annähernd dem des Jahres 2025.

Dem allgemeinen Marktrückgang und dem Umsatzrückgang wurde bereits beginnend im Jahr 2023 durch deutliche Kosteneinsparungen begegnet. Die Kosten für das Backoffice wurden von EUR 9,9 Mio im Jahr 2023 auf EUR 7,4 Mio im Jahr 2024 und schließlich EUR 6,9 Mio im Jahr 2025 gesenkt.

Der Bilanzverlust ist von EUR 8,58 Mio. im Jahr 2024 auf rund

EUR 10,86 Mio. im Jahr 2025 gestiegen.

Die Veränderung des Zahlungsmittelbestands resultiert, wie auch im Vorjahr, fast ausschließlich aus dem operativen Cashflow.

Zur Deckung des Finanzierungsbedarfes hat die Gesellschaft einen Vertrag mit einer Factoring-Bank abgeschlossen, die die erwirtschafteten Forderungen aus dem operativen Geschäft erwirbt und damit die Gesellschaft laufend

finanziert. Zusätzlich stellte die Gesellschafterin ein Überbrückungsdarlehen zur Verfügung, das jedoch im Jahr 2025 nicht in Anspruch genommen werden musste.

2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens

a. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Im Jahr 2026 kann weiterhin nicht ausgeschlossen werden, dass krankheitsbedingte Abwesenheitszeiten und Krankenstände im Leiharbeitsbereich noch über dem langjährigen Durchschnitt bleiben.

Im Bereich der permanenten Vermittlung lassen die ersten Zahlen aus 2026 erwarten, dass bereits ein leichtes Wachstum erwartet werden kann. Daher wurden die internen Abläufe zur Steigerung der Effizienz bei der Suche nach geeigneten Bewerber:innen verbessert.

Die Gesellschaft wird die aktuelle Phase der angespannten allgemeinen wirtschaftlichen Lage zur Steigerung von Effizienzen in den internen Abläufen und Kosteneinsparungen nutzen. Mit der Erholung der Wirtschaft wird auch der Markt für Arbeitskräfteüberlassung als Frühindikator profitieren. Generell ist auch mit einer Marktbereinigung – insbesondere von kleineren Anbietern - zu rechnen. Diese hat auch bereits begonnen.

Inhaltlich wird daher 2026 der Schwerpunkt nicht ausschließlich auf Umsatzwachstum, sondern auch auf Konzentration auf Kunden mit einer zufriedenstellenden Marge gelegt.

Besonderes Augenmerk wird weiterhin auf Initiativen zur Diversifikation, Digitalisierung und Innovation gelegt.

Eine effiziente Kostenstruktur wird auch 2026 im Fokus stehen. Im Bereich der Standortkosten werden weitere Optimierungsschritte gesetzt, weitere Effizienzsteigerungen werden laufend verfolgt. Darüber hinaus soll die Automatisierung von Backoffice-Prozessen vorangetrieben werden. Knowledge-Sharing und Best Practice innerhalb der Gesellschaft werden weiter vorangetrieben und führen zu Kostensenkungen im Backoffice Bereich.

b. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Ein bedeutendes Risiko stellt die anhaltend angespannte wirtschaftliche Gesamtsituation und ihre Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt dar. Aktuell steigen die Zahlen der Arbeitssuchenden noch weiter an, gleichzeitig geht die Zahl an offenen Stellen zurück.

Die Gefahr, dass internationale Firmen Produktionsstandorte in Österreich verkleinern oder ganz schließen oder Kunden gänzlich wegfallen, stellt weiterhin ein Risiko dar. Weiters erzeugt der Rückgang an industrieller Fertigung Druck auf den Arbeitsmarkt.

Dem soll weiterhin durch eine möglichst breite Branchen- und Kundenstreuung begegnet werden. Wir beobachten die Lage weiterhin sehr genau und sind in engem Austausch mit unseren Kunden.

Außer den bereits im Jahresabschluss und im Anhang adressierten Risiken sind keine weiteren Preisänderungs-, Ausfall-, Liquiditäts- und Cashflow-Risiken bekannt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.

3. Bericht über die Forschung und Entwicklung

Es wurden im Berichtsjahr keine Ausgaben für Forschung und Entwicklung aufgewendet

Der Gesellschaft sind das Know-How und die Ausbildung der Mitarbeiter:innen ein wichtiges Anliegen. Es finden daher regelmäßig Grundschulungen für neu eingetretene Mitarbeiter:innen sowie für bestehende Mitarbeiter:innen Weiterbildungen für fachliche Themen und Compliance statt.

4. Umweltbelange

Um einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, wurde bereits 2013 die Wiener Zentrale in ein Leeds Platin zertifiziertes Gebäude verlegt. Auch der Salzburger Standort ist in einem Gebäude mit energieeffizienteren Werten (DGNB in Silber) untergebracht.

Der Austausch der Fahrzeugflotte gegen energiesparende Fahrzeuge erfolgt laufend.

Wien, den 12. Juni 2026

Die Geschäftsführerin:

Dr. Ulla Havas-Harsch

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