Inhaltsverzeichnis
Fleischwaren Berger Gesellschaft m.b.H. & Co.KG.
Inhaltsverzeichnis:
1. Volkswirtschaftliche Entwicklung..............................................................................................2 2. Geschäftsverlauf und wesentliche Ereignisse..........................................................................2 3. Investitionen ............................................................................................................................7 4. Mitarbeiter ...............................................................................................................................7 5. Produktentwicklungen, Auszeichnungen und Öffentlichkeitsarbeit...........................................8 6. Umwelt und Nachhaltigkeit ......................................................................................................9 7. Risikomanagement / Qualitätsmanagement.............................................................................9 8. Ausblick 2026 ........................................................................................................................10
1. Volkswirtschaftliche Entwicklung
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich insgesamt in Österreich eine positive volkswirtschaftliche Entwicklung.
Das reale Wirtschaftswachstum im Jahr 2025 lag bei +0,6 % (2024: -0,7 %) und das Bruttoinlandsprodukt bei 512,81 Mrd. EUR (2024: 494,09 Mrd. EUR). In der gesamten Eurozone zeigte sich eine Steigerung von +1,4 % (2024: +0,9 %).
Die privaten Konsumausgaben in Österreich sind im Jahr 2025 real um +0,5 % (2024: +1,0 %) gestiegen, die Anzahl der unselbstständig Beschäftigten stieg von 3.898.000 auf 3.905.000 und die Arbeitslosenquote stieg von 7,0 % auf 7,4 %.
Mit 3,6 % im Jahr 2025 liegt die Inflationsrate (Veränderung des VPI) über dem Vorjahr 2024 mit 2,9 %.
2. Geschäftsverlauf und wesentliche Ereignisse
Ertragslage
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | Veränderung | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in % v. | in % | |||||
| TEUR | Umsatz | TEUR | v. Umsatz | TEUR | % | |
| Umsatzerlöse | 195.448 | 100,0% | 188.351 | 1000% | 7.097 | 3,8% |
| Betriebsergebnis | 12.323 | 6,3% | 8.834 | 4,7% | 3.489 | 39,5% |
| Jahresüberschuss | 12.425 | 6,4% | 9.254 | 4,9% | 3.171 | 34,3% |
Vermögenslage
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | Veränderung | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | % | TEUR | % | TEUR | % | |
| Langfristig gebundene Mittel | 22.707 | 32,1% | 22.369 | 36,0% | 338 | 1,5% |
| Kurzfristig gebundene Mittel | 47.966 | 67,9% | 38.421 | 64,0% | 9.545 | 24,8% |
| Aktiva | 70.674 | 100,0% | 60.791 | 100,0% | 9.883 | 16,3% |
| Eigenkapital | 36.003 | 50,9% | 25.327 | 35,9% | 10.676 | 42,2% |
| Wirtschaftliches Eigenkapital | 36.805 | 52,1% | 26.413 | 37,1% | 10.391 | 39,3% |
| Langfristiges Fremdkapital | 14.292 | 20,2% | 15.062 | 21,3% | -770 | -5,1% |
| Kurzfristiges Fremdkapital | 19.578 | 27,7% | 19.316 | 41,6% | 262 | 1,4% |
| Fremdkapital | 33.869 | 47,9% | 34.377 | 62,9% | -508 | -1,5% |
| Passiva | 70.674 | 100,0% | 60.791 | 100,0% | 9.883 | 16,3% |
Geldflussrechnung
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit | 11.958 | 7.381 |
| Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | -3.982 | -2.368 |
| Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | -1.751 | -9.426 |
| Veränderung der liquiden Mittel | 6.224 | -4.413 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 18.997 | 12.773 |
Kennzahlen
| 31.12.2025 31.12.2024 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Anlagen – | wirtschaftliches Eigenkapital | |||
| 225,0% | 185,4% | |||
| Deckungsgrad II | + langfristiges Fremdkapital | |||
| Anlagevermögen | ||||
| Eigenkapitalquote | = | wirtschaftliches Eigenkapital | 52,1% | 43,4% |
| Gesamtkapital | ||||
| Umsatzrentabilität | = | Jahresergebnis | 6,4% | 4,9% |
| Umsatz | ||||
Umsatz- und Produktionsentwicklung
Im Vergleich zum Jahr 2024 konnte der Umsatz um rund 7,1 Mio. EUR auf 195,5 Mio. EUR gesteigert werden. Damit liegt die Umsatzentwicklung über der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Dem gegenüber steht eine Produktionsmenge von rund 29.000 Tonnen Fleisch- und Wurstwaren, darunter etwa 60 Kochschinken- sowie 70 Wurstspezialitäten.
Absatzmarkt Österreich
Das Marktvolumen für Wurst-, Schinken und Fleischprodukten insgesamt verzeichnete im Berichtszeitraum ein wertmäßiges Wachstum, das primär auf gestiegene Preise zurückzuführen ist. Die Branche war weiterhin deutlich von der Inflation betroffen, wobei insbesondere erhöhte Energieund Produktionskosten zu spürbaren Preissteigerungen für Endverbraucher führten.
Gleichzeitig zeigte sich im Lebensmitteleinzelhandel ein mengenmäßiger Rückgang bei Wurst- und Schinkenprodukten. Innerhalb dieses Segments kam es jedoch zu strukturellen Verschiebungen: Der Anteil von Kochschinken erhöhte sich von 15,6 % auf 16,7 %, während Fleisch- und Speckwurst (von 5,7 % auf 5,4 %) sowie Brätwurst (von 23,9 % auf 23,0 %) rückläufig waren.
Im Fleischsegment insgesamt wurde hingegen ein leichtes Konsumwachstum von 1,6 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Die stärksten Zuwächse entfielen auf Hühnerfleisch (+4,8 %), Schweinefleisch (+3,3 %) sowie Faschiertes (+2,1 %). Rückgänge waren hingegen bei Rind- und Kalbfleisch (-3,6 %) sowie bei Putenfleisch (-7,4 %) zu beobachten.
Ein wesentlicher Trend ist weiterhin die steigende Nachfrage nach Bio-Produkten und Fleisch aus tierwohlgerechter Haltung. Trotz des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds gaben die österreichischen Konsumenten im Jahr 2025 rund 1,2 Milliarden Euro für Bioprodukte – einschließlich Bio-Fleisch – aus, was einem deutlichen Anstieg von 6,5 % entspricht. Parallel dazu wächst auch der Anteil von Schweinefleisch aus verbesserten Haltungsformen kontinuierlich.
Insgesamt ist in Österreich von einem Rückgang des Pro-Kopf-Fleischkonsums auszugehen, der auf ein steigendes Gesundheits- und Nachhaltigkeitsbewusstsein zurückzuführen ist. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach regional, hochwertig und tierwohlorientiert produziertem Fleisch, während pflanzenbasierte Alternativen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Insgesamt zeigt sich ein Wandel hin zu einem qualitätsorientierten Konsumverhalten.
Die österreichische Gastronomie stabilisiert sich leicht, bleibt jedoch unter Vorkrisenniveau. Umsatzzuwächse sind überwiegend preisgetrieben, bei weiterhin niedrigen Gästezahlen. Eine nachhaltige Erholung ist noch nicht erreicht.
Rohstoffpreise
Nach dem historischen Allzeithoch im Jahr 2023 beim Schweinepreis und einem überwiegend stabilen Jahr 2024, das im letzten Jahresdrittel einen leichten Abwärtstrend aufwies, zeigte sich der Schweinepreis im Jahr 2025 deutlich volatil.
Zu Jahresbeginn setzte zunächst der Abwärtstrend des Vorjahres bis Anfang März fort. Im Anschluss kam es zu einer Erholungsphase, in der sich das Preisniveau annähernd auf dem Niveau des Jahres 2024 stabilisierte. Ab Juli 2025 folgten jedoch ein deutlicher Preiseinbruch sowie ein erneuter Abwärtstrend. Der Rückgang führte zu einem Basispreis von 1,64 EUR/kg und entspricht einem Minus von rund 10 % im Vergleich zum Vorjahr.
Der Gesamtbestand an Tieren in Österreich lag zum Stichtag 1. Dezember 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 % bzw. 55.400 Tiere niedriger. Dabei war insbesondere bei Tieren unter 110 kg ein Rückgang zu verzeichnen, während bei Tieren über 110 kg eine Zunahme von 2,4 % bzw. 136.600 Stück festgestellt wurde.
Gleichzeitig erhöhte sich die Anzahl der österreichischen Schlachtungen im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 2,3 % auf insgesamt 4,77 Mio. Schweine. Dies entspricht einer Produktionsmenge von 471.600 Tonnen Schweinefleisch und einem Anstieg von 3,0 %.
Der Strukturwandel in der Schweineproduktion setzte sich fort: Weniger, aber größere Betriebe prägen auch 2025 das Bild der österreichischen Schweinebauern. Die Anzahl der Betriebe sank österreichweit erneut um 4,7 % auf 15.800, während die durchschnittliche Bestandsdichte von 153 Schweinen auf 157 Schweine je Betrieb gestiegen ist.
Im Gegensatz dazu zeigte die Preisentwicklung bei Rindern einen klar gegenläufigen Trend: Nach moderaten Steigerungen 2024 kam es 2025 zu deutlichen Anstiegen bis auf 7,03 EUR pro kg, während Bestand, Schlachtungen und Anzahl an Betriebe leicht rückläufig waren und lediglich die Bestandsdichte je Betrieb geringfügig zunahm.
Die Preisentwicklung bei zentralen Hilfstoffen der Lebensmittelverarbeitung waren wie auch 2024 stark von globalen Marktverwerfungen geprägt. Ausgehend von der bereits hohen Basis des Vorjahres sind auch 2025 weitere Preissteigerung zu verzeichnen. Insbesondere bei Gewürzen kam es erneut zu deutlichen Zuwächsen (+24,6 %). Auch die Frachtkosten entwickeln sich weiterhin steigend. Die zugrunde liegende Situation bleibt von den bereits 2024 wirksamen Faktoren geprägt: Die Preisentwicklung zentraler Rohstoffe in der Lebensmittelverarbeitung ist weiterhin stark durch globale Marktverwerfungen beeinflusst. Extreme Wetterereignisse wie Hitze, Dürre und Überflutungen führen nach wie vor weltweit zu erheblichen Ernteeinbußen. Dies betrifft insbesondere Gewürze wie Pfeffer, Paprika, Kümmel, Knoblauch sowie Kräuter wie Majoran und Basilikum, die weiterhin auf hohem Preisniveau gehandelt werden.
Zusätzlich tragen anhaltend steigende Frachtkosten – unter anderem infolge geopolitischer Spannungen und weiterhin bestehender Umleitungen im internationalen Schiffsverkehr – zur weiteren Verteuerung bei.
Die Preisentwicklung bei Verpackungsmaterialien war im Jahr 2025 insgesamt von deutlichen Belastungen und unterschiedlichen Dynamiken geprägt. Die Papier-, Karton- und Wellpappenindustrie stand infolge anhaltend hoher Energie- und Produktionskosten erheblich unter Druck. Im Bereich Kunststoffe und Folien zeigte sich eine uneinheitliche Preisentwicklung, wobei insbesondere die Kosten für Rohstoffe wie Polyethylen spürbar anstiegen. Die Preise für Polyethylen (HDPE und LDPE) erhöhten sich im Jahresverlauf um rund 3 % bis 4 % und erreichten damit ein Niveau wie zuletzt Anfang 2023. Gleichzeitig führen nachhaltige Verpackungslösungen, etwa umweltfreundliche, pflanzenbasierte Materialien oder optimierte Monomaterialien, zu erhöhten Beschaffungskosten von etwa 20 % bis zu 50 %.
Personalkosten
Die Personalkosten wurden maßgeblich durch den Abschluss der Kollektivvertragsverhandlungen beeinflusst. Nach mehreren Verhandlungsrunden konnte erst am 19. November 2025 eine finale
Einigung erzielt werden. Die Anpassungen traten mit 1. Dezember 2025 in Kraft. Alle kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltskategorien wurden österreichweit um 1,8 % angehoben. Die Dienstalterszulagen stiegen um 2,6 %. Auf eine rückwirkende Aufrollung wurde laut Vereinbarung verzichtet, die Mitarbeiter erhielten dafür eine einmalige steuerbegünstigte Kaufkraftsicherungsprämie in Höhe von EUR 350,00 (bzw. EUR 175,00 für Lehrlinge) zur Abfederung der Inflation.
Energiekosten
Die gesamten Energiekosten für Strom und Gas verzeichneten im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr 2024 einen spürbaren Anstieg. Während sich die reinen Großhandelspreise an den Energiebörsen nach den historischen Höchstständen der Vorjahre weitgehend stabilisierten oder leicht nachgaben, wurden diese Effekte auf der Endkundenseite vollständig durch regulatorische und infrastrukturelle Faktoren kompensiert. Der primäre Treiber für die gestiegenen Stromkosten im Jahr 2025 war das vollständige Auslaufen der staatlichen Krisenmaßnahmen. Parallel dazu führte die gesetzlich festgelegte Erhöhung der CO₂-Bepreisung zu einer direkten Verteuerung von fossilem Erdgas. Den gravierendsten Anteil an den Preissteigerungen beider Energieträger hatten jedoch die massiv gestiegenen Netzentgelte. Diese Refinanzierungskosten für den dringend notwendigen Ausbau der Netzinfrastruktur im Zuge der Dekarbonisierung trafen Unternehmen wie Privathaushalte gleichermaßen und machten den Energiesektor im Jahr 2025 erneut zu einem spürbaren Kostentreiber.
Betriebsbezogene Dienstleistungen
Im Bereich der betriebsbezogenen Dienstleistungen verzeichnete das Geschäftsjahr 2025 einen signifikanten Kostenanstieg über dem allgemeinen Inflationsniveau, der maßgeblich durch die heimischen Kollektivvertragsabschlüsse und hohe Energiekosten getrieben wurde. Diese Faktoren schlugen sich direkt in erhöhten Stundensätzen für externe Reparatur, Service-, Wartungs- und Laborleistungen nieder und verteuerten zudem energieintensive Dienstleistungen wie die Mietwäsche. Gleichzeitig führten gestiegene Rohstoffpreise zu spürbaren Preisaufschlägen bei Ersatz- und Instandhaltungsteilen, während Anpassungen der Lkw-Maut und erhöhte Treibstoffkosten die Frachtraten im Logistiksektor weiter nach oben trieben.
Tiergesundheit
Österreich behauptete seinen Status als offiziell frei von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Jahr 2025 erfolgreich und verzeichnete im Inland weiterhin keine Infektionsfälle. Im krassen Gegensatz dazu manifestierte sich auf europäischer Ebene nach einer temporären Konsolidierung im Jahr 2024 eine signifikante Trendumkehr, die im Folgejahr zu einer drastischen Eskalation der Fallzahlen bei Nutz- und Wildschweinen führte.
Angesichts dieser hochdynamischen epidemiologischen Entwicklung in den direkten Nachbarstaaten klassifiziert die AGES das Einschleppungsrisiko für den österreichischen Markt unverändert, als hoch, was eine strikte Fortführung der Biosicherheits- und Präventionsmaßnahmen zur strategischen Absicherung der nationalen Wertschöpfungskette unabdingbar macht.
3. Investitionen
Das Gesamtinvestitionsvolumen 2025 beläuft sich auf rund 4,1 Mio. Euro. Im Zuge dessen wurden Modernisierungsmaßnahmen in den Produktionsanlagen umgesetzt, darunter die Anschaffung einer Vakuumfüllmaschine, einer Abdreh- / Aufhängelinie, einer Massieranlage, eines Winkelwolfs sowie Verpackungsmaschinen.
Zur weiteren Verbesserung der Hygiene wurden Reinluft-Druckmodule installiert. Zusätzlich erfolgte die Investition in einen Trockenkühler. Für eine geplante Erweiterung der Produktionsflächen wurde ein Grundstück angekauft.
Darüber hinaus wurde das ERP-System teilweise bereits auf CSB umgestellt. Der Fuhrpark wurde durch neue Lastkraftwagen, Kastenwagen sowie Elektrofahrzeuge erweitert. Weiters fielen Planungskosten für den Bau von Mitarbeiterwohnungen sowie für eine Betriebserweiterung an.
4. Mitarbeiter
Mit Stand 31.12.2025 waren in der Fleischwaren Berger GmbH & Co KG im Jahresdurchschnitt 277,50 Mitarbeiter beschäftigt (255 Arbeiter und 22,5 Angestellte). Davon 268,58 Mitarbeiter Vollzeit und 8,92 Teilzeit. Der Anteil der weiblichen Mitarbeiter lag bei 12,8 %.
Mit Stichtag 31.12.2025 werden im Betrieb 6 Lehrlinge ausgebildet.
Am 7. November 2025 nahm unser Unternehmen am Lehrlings-Speed-Dating der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) in der Bezirksstelle Purkersdorf teil. Die Veranstaltung bot eine ausgezeichnete Gelegenheit, mit zahlreichen engagierten Jugendlichen in Austausch zu treten, unser Unternehmen vorzustellen und potenzielle zukünftige Lehrlinge kennenzulernen.
Zudem waren wir bei der Lehrstellenbörse am 23. Oktober 2025 im Atrium des Rathauses Tulln vertreten, wo wir interessierten Besucherinnen und Besuchern unter anderem mithilfe einer Virtual- Reality-Anwendung spannende Einblicke in die Welt von Berger ermöglichen konnten. Beide Veranstaltungen leisteten einen wertvollen Beitrag zur Nachwuchsgewinnung und stärkten unsere Präsenz als attraktiver Ausbildungsbetrieb.
Der Berger Family Day 2025 fand am 27. September erstmals in der Donauhalle am Messegelände Tulln statt und stand ganz im Zeichen von Familie, Zusammenhalt und Genuss. Im zweijährlichen Rhythmus lädt das Unternehmen seine Mitarbeiter:innen und deren Familien zu diesem besonderen Event ein, das auch heuer mit einer äußerst positiven Stimmung überzeugte. Ein vielfältiges Angebot – von kulinarischen Highlights über ein eigens gestaltetes Berger-Kino bis hin zu Unterhaltung für alle Generationen wie Hüpfburg und Karikaturist – sorgte für ein gelungenes Fest. Die Veranstaltung unterstreicht den hohen Stellenwert des gelebten Miteinanders im Unternehmen und würdigt das Engagement der Mitarbeiter:innen sowie ihrer Familien.
5. Produktentwicklungen, Auszeichnungen und Öffentlichkeitsarbeit
Unser bestehendes Produktportfolio wurde dieses Jahr um den Bio-Wellness-Schinken, vegane Preiselbeer-Pastete, geselchten Schicken, Wachauer Käsekrainer etc.
Im Jahr 2025 konnten wir mit unseren Produkten folgende Preise erzielen:
• Berger Preiselbeer-Pastete: 2. Platz Regal Top-Produkt 2025 (Wurst, Schinken & Selchwaren) • Berger Trüffel Schinken 100 g: 2. Platz Regal Top-Produkt 2025 (Limited Edition Frische) • Berger Rosmarin-Schinken: 3. Platz Regal-Hit 2025 (Wurst, Schinken und Selchwaren) • Berger Puten-Rostbratwürstel: 2. Platz Regal Hit 2025 (Wurst, Schinken und Selchwaren) • Berger Trüffel Schinken: 2. Platz Regal Hit 2025 (Saisonprodukt)
Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit war das Unternehmen im Berichtsjahr auf mehreren renommierten Fachveranstaltungen und Genussmessen vertreten und konnte dort seine Markenpräsenz sowie den direkten Austausch mit Kunden und Branchenpartnern erfolgreich stärken. Dazu zählten unter anderem das Falstaff Bar & Spirits Festival sowie die Gault&Millau Genussmesse, bei denen die Schinken-Spezialitäten auf große Resonanz stießen und zahlreiche positive Rückmeldungen verzeichnet wurden. Ebenso bot das CASH Handelsforum in St. Wolfgang eine wertvolle Plattform für intensive Fachgespräche und die Vertiefung bestehender Kontakte. Auf der Transgourmet PUR im Messezentrum Salzburg präsentierte sich das Unternehmen erneut erfolgreich als kompetenter Partner für Gastronomie und Hotellerie. Ergänzend dazu wurde mit der Teilnahme am REGAL Fachforum „Free From“ insbesondere das Segment pflanzlicher Alternativen gezielt positioniert und einem interessierten Fachpublikum nähergebracht. Insgesamt trugen die Aktivitäten maßgeblich zur Steigerung der Sichtbarkeit sowie zur positiven Wahrnehmung der Marke bei.
6. Umwelt und Nachhaltigkeit
Im Rahmen unseres kontinuierlichen Engagements für Umwelt- und Ressourcenschonung wurde 2025 das EU-geförderte Projekt zur nachhaltigen Verbesserung der Abwasserreinigung und Reststoffverwertung in Zusammenarbeit mit der BOKU Wien erfolgreich fortgeführt. Die wissenschaftliche Begleitung stellte sicher, dass sämtliche Maßnahmen fundiert analysiert, systematisch beobachtet und kontinuierlich bewertet wurden. Die bisherigen Ergebnisse zeigen eine weiterhin positive Entwicklung und bestätigen die Wirksamkeit der gewählten Ansätze: Das aufbereitete Abwasser kann künftig als Kühlmittel im Betrieb wiederverwendet werden, wodurch der Frischwasserverbrauch reduziert und die Kreislaufwirtschaft nachhaltig gestärkt wird. Darüber hinaus eröffnen organische Reststoffe zusätzliche Potenziale zur energetischen Verwertung, insbesondere zur Gewinnung von Biogas. Der Projektverlauf entwickelt sich insgesamt äußerst vielversprechend; ein finaler Projektabschluss ist für das Jahr 2026 vorgesehen.
Die Einführung einer neuen Verpackungslösung für die Gastronomie stellt einen wichtigen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und Innovation dar. Vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an die Reduktion von Verpackungsmüll bietet das Unternehmen ab sofort Großpackungen Faschiertes in einem recyclingfähigen Schlauchbeutel aus Polypropylen an. Diese Lösung reduziert den Kunststoffverbrauch im Vergleich zur herkömmlichen Schalenverpackung um rund 80 %, ist kompakter sowie leichter und trägt damit wesentlich zur Abfallvermeidung bei. Die Verpackung wiegt maximal 11 Gramm, ist vollständig über den gelben Sack entsorgbar und gewährleistet zugleich einen optimalen Produktschutz. Damit wird sowohl den ökologischen Anforderungen als auch den praktischen Bedürfnissen der Gastronomiebetriebe Rechnung getragen.
Die Maßnahmen zur Verbesserung der Energiebilanz wurden fortgeführt und knüpfen an die Aktivitäten aus dem Vorjahr an. Dazu gehörten insbesondere laufende Instandhaltungsmaßnahmen im Bereich Isolierung und Dämmung sowie zusätzliche energetische Optimierungen.
Parallel dazu wurde mit der schrittweisen Umstellung der Beleuchtung auf LED-Technologie begonnen. Die vollständige Umstellung erfolgt sukzessive und trägt ebenfalls zur nachhaltigen Reduktion des Energieverbrauchs bei.
7. Risikomanagement / Qualitätsmanagement
Die Zertifizierung nach IFS erfolgte auch dieses Jahr auf höherem Niveau.
Das Funktionieren des HACCP-Systems zur Erhaltung der Lebensmittelsicherheit wurde durch interne und externe Audits bestätigt.
Gegen das QM-System wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr keine Beanstandungen von außen vorgebracht. Es mussten keine Rückrufe und auch keine Rückholungen von Produkten durchgeführt werden.
Gegen das Unternehmen wurden keine Klagen eingebracht und es sind keine offenen Rechtsverfahren anhängig.
8. Ausblick 2026
Die Entwicklung der Rohstoffmärkte und Kostenentwicklung bleibt auch im Jahr 2026 von hoher Unsicherheit geprägt. Insbesondere vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen, etwa im Zusammenhang mit Konflikten im Nahen Osten, ist weiterhin mit einer erhöhten Volatilität bei Energiepreisen (Diesel, Gas und Strom) zu rechnen. Dies führt zu spürbaren Belastungen bei Produktions- , Transport- und Logistikkosten.
Auf den Fleischmärkten zeigt sich eine differenzierte Entwicklung: Während die Schweinepreise zuletzt deutlich gestiegen sind, ist im Rindfleischsegment ein Rückgang zu beobachten. Insgesamt ist beim Bezug von Rindfleisch von einer Stabilisierung auf erhöhtem Preisniveau auszugehen. Beim Schweinefleisch wird eine weitere Reduktion der Anzahl bei den Mastbetrieben erwartet, sodass mittelfristig von einem sinkenden Schlachtvolumen und somit weiter steigenden Preisen auszugehen ist.
Die Entwicklung der Rohölpreise führt zu spürbaren Verteuerungen bei Verpackungsmaterialien, was insbesondere bei kunststoffbasierten Verpackungslösungen zu einer signifikanten Kostenbelastung führt.
Darüber hinaus sind auch im Bereich des Warenbezugs beispielsweise bei Ersatzteilen deutliche Preissteigerungen zu verzeichnen. Diese resultieren zum einen aus gestiegenen Rohstoffkosten und zum anderen aus eingeschränkten Verfügbarkeiten einzelner Materialien. Ergänzend dazu tragen erhöhte Transportkosten – bedingt durch gestiegene Energiepreise sowie strukturelle Herausforderungen im Logistiksektor – zu einer weiteren Steigerung der Bezugspreise bei.
Im Bereich Absatzmärkte und struktureller Wandel ist weiterhin ein rückläufiger Fleischkonsum in Europa festzustellen, während pflanzliche Alternativprodukte an Bedeutung gewinnen. Diese Entwicklung erfordert eine strategische Transformation hin zu einem hybriden Produktionsmodell, das sowohl klassische Fleischprodukte als auch alternative Proteinlösungen umfasst. Parallel dazu ist im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel eine fortschreitende Konzentration zu beobachten, wodurch sich der Wettbewerbs- und Preisdruck weiter erhöht. Vor diesem Hintergrund gewinnt die
gezielte Erschließung neuer internationaler Märkte zunehmend an Bedeutung, um zusätzliche Wachstumspotenziale zu nutzen.
Ein wesentlicher Schwerpunkt im Bereich Energieversorgung und Vertragsstrategie liegt auf der Neuausschreibung der Energieverträge für die Jahre 2027 und 2028 im Bereich Strom und Gas. Ziel ist es, langfristig Planungssicherheit zu schaffen und wettbewerbsfähige Konditionen zu sichern. Angesichts der volatilen Energiepreise werden darüber hinaus alternative Beschaffungsstrategien sowie Maßnahmen zur Erhöhung der Eigenversorgung zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Im Bereich Investitionen und Projekte setzt das Unternehmen weiterhin gezielt Maßnahmen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und zur nachhaltigen Weiterentwicklung des Standorts. Dazu zählen insbesondere die Errichtung von Mitarbeiterwohnungen zur Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber sowie die Überdachung des Mitarbeiterparkplatzes mit Photovoltaikanlagen zur Erhöhung der Energieunabhängigkeit. Zusätzlich wird die Umstellung auf ein neues ERP-System konsequent fortgeführt, um betriebliche Prozesse effizienter zu gestalten und die Datenbasis zu verbessern. Der Abschluss des Projekts zur betrieblichen Abwasseraufbereitungsanlage ermöglicht wichtige Erkenntnisse für zukünftige Umbau- und Optimierungsmaßnahmen. Darüber hinaus werden Planungskosten für eine Betriebserweiterung berücksichtigt sowie laufende Investitionen in die bestehende Infrastruktur durchgeführt, um die Leistungsfähigkeit langfristig sicherzustellen.
Die Situation im Bereich Personal und Arbeitsmarkt bleibt weiterhin angespannt. Die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte stellt auch im Jahr 2026 eine wesentliche Herausforderung dar, insbesondere in technischen und produktionsnahen Bereichen. Vor diesem Hintergrund wird die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber konsequent weiterentwickelt. Ziel ist es, bestehende Mitarbeiter langfristig zu halten und gleichzeitig neue Fachkräfte für das Unternehmen zu gewinnen.
| Sieghartskirchen, | 206 |
|---|
Mag. Rudolf Berger