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I. Makroökonomisches Umfeld und Konjunkturentwicklung
Österreichs Wirtschaft erholt sich zaghaft von der zwei Jahre andauernden Rezession. Für 2025 wird ein schwaches BIP-Wachstum von 0,6% erwartet. 2026 und 2027 erhöht sich dieses voraussichtlich auf 0,8% bzw. 1,1%. Die schwache Wirtschaftsentwicklung hinterlässt ihre Spuren auf dem Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote steigt 2025 auf 7,5 % und sinkt voraussichtlich erst wieder ab 2027. Die Inflation lag 2025 bei 3,6%. Ein schwächeres Lohnwachstum und auslaufende Energiepreis-Basiseffekte können diese 2026 auf 2,4% und 2027 auf 2,1% sinken lassen. Der Budgetsaldo verbesserte sich 2025 auf -4,5% des BIP. Werden die bisher hinreichend konkretisierten Konsolidierungsmaßnahmen umgesetzt, wird er sich 2026 und 2027 bei -4,2% liegen.
Die österreichische Wirtschaft verzeichnete im Jahr 2025 nach zwei Rezessionsjahren wieder ein positives Wirtschaftswachstum. Mit 0,6% ist dieses jedoch nur schwach ausgefallen. In den Jahren 2026 und 2027 sollte sich das Wachstum leicht auf 0,8% und 1,1% erhöhen - für einen Aufschwung nach einer Rezession eine sehr verhaltene Entwicklung.
Die Exportwirtschaft als tragende Säule der österreichischen Wirtschaft steht unter mehrfachem Druck. Neben der schwachen deutschen Industriekonjunktur belasten die US-Zölle, hohe Lohn- und Energiekosten sowie die zunehmende Konkurrenz Chinas die Exportentwicklung. In der Folge beurteilt die exportorientierte Industrie - trotz einer leichten Erholung im Jahr 2025 - ihre Lage noch mehrheitlich eher pessimistisch. Von der Bauwirtschaft sind in den nächsten drei Jahren ebenfalls keine starken Impulse zu erwarten. Die Wohnbauinvestitionen sind seit 2022 aufgrund gestiegener Finanzierungskosten, des Auslaufens des Wohnbauzyklus und der allgemeinen konjunkturellen Schwäche deutlich gesunken und sie werden sich in den kommenden Jahren nur leicht erholen. Ein schrittweiser Rückgang der historisch hohen Sparquote in den Jahren 2025 und 2026 ermöglicht trotz nahezu stagnierender real verfügbarer Haushaltseinkommen ein - wenn auch nur moderates - Wachstum der privaten Konsumausgaben.
Die schwache Wirtschaftsentwicklung der letzten drei Jahre kommt zunehmend auf dem Arbeitsmarkt an. Die Arbeitslosenquote gemäß AMS stieg 2025 um 0,5 Prozentpunkte auf 7,5%, und wird wahrscheinlich erst ab 2027 wieder sinken. Die Verschlechterung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit und der hohe Spardruck im öffentlichen Sektor haben zu moderaten Lohnabschlüssen im Herbst 2025 geführt. Die mehrjährigen Abschlüsse in der Metallindustrie, im öffentlichen Dienst und im Handel liegen teils spürbar unter der rollierenden Inflation und helfen den kostenseitigen Preisdruck zu verringern.
Die österreichische HVPI-Inflation hat sich in den letzten Monaten bei rund 4,0% eingependelt. Für das Jahr 2026 wird ein Rückgang auf 2,4% erwartet, gefolgt von einer weiteren Abnahme auf 2,1% in den Jahren 2027 und 2028. Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) dürfte 2026 mit 2,7% noch über der Gesamtinflation liegen, sollte sich aber in den Folgejahren - ähnlich wie die HVPI-Inflation - auf 2,1 % einpendeln. Hauptgründe für den Rückgang der Inflation sind das schwächere Lohnwachstum, Basiseffekte bei den Energiepreisen, rückläufige Rohstoffpreise für Energie und die Aufwertung des Euro.
Der Budgetsaldo verbesserte sich 2025 leicht auf -4,5% des BIP. Für 2026 und 2027 wird auf Basis der bisher bekannten und hinreichend konkretisierten Konsolidierungsmaßnahmen eine Verbesserung des Saldos auf -4,2% erwartet.
2028 kommt es durch die Einführung der EU-weiten CO2-Bepreisung im Rahmen des Emissionshandelssystems ETS 2 zu einer Verschlechterung des Saldos auf -4,4%. Die bisherige nationale CO2-Steuer läuft Ende 2027 aus, die Einnahmen aus ETS 2 werden aber erst 2029 als Staatseinnahmen verbucht. Die Schuldenquote wird 2025 bei etwa 81,9% des BIP liegen und bis 2028 auf 86,8% steigen. Verantwortlich dafür sind sowohl das weiterhin hohe Primärdefizit als auch das geringe nominelle Wachstum des Bruttoinlandsprodukts.
Die Risiken für das Wachstum sind weitgehend ausgeglichen. Während weitere erforderliche Konsolidierungsmaßnahmen und die hohe geopolitische Unsicherheit ein Abwärtsrisiko darstellen, kann eine stärkere Erholung im Wohnbau und eine Erholung des Konsument:innenvertrauens zu einem höheren Wachstum führen.
Im Fall der Inflationsprognose halten sich Aufwärts- und Abwärtsrisiken derzeit die Waage. Zusätzliche Konsolidierungsmaßnahmen des öffentlichen Sektors könnten ein Aufwärtsrisiko darstellen. Die nach Fertigstellung der Dezemberprognose beschlossene Senkung der Energieabgabe auf Elektrizität konnte nicht mehr berücksichtigt werden. Diese Maßnahme sollte die HVPI-Inflation im Jahr 2026 um rund 0,1 Prozentpunkt dämpfen.
(Quelle:https://www.oenb.at/Publikationen/Volkswirtschaft/reports/2025/report-2025- 23-prognose/html-version.html Report 2025/23: Stabilisierung der Konjunktur in herausforderndem Umfeld- Oesterreichische Nationalbank (OeNB) )
Die weltweite Stahlrohrproduktion (in Tonnen) für das 1. Halbjahr 2025 ist in der unten angeführten Tabelle ersichtlich:
| seamless tubes | welded tubes <406 welded tubes>406 | welded tubes | TOTAL | ||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Region/ | Hi Year | 17 Year | |||||||||||||||
| country | 2024 | 2025 | In % | 2004 2005 in 200 2005 in | 2002 2005 1 | 2022 2005 | in % | ||||||||||
| EU | 1.210 | 1.260 | 4,1 | 3.360 | 3.230 | -3,9 | 450 | 580 | 28,9 | 3.810 | 3,810 | 0,0 | 5.020 | 5.070 | 1.0 | ||
| USA | 1.300 | 1.400 | 77 | 4.450 5.100 | 14,6 | 750 | 900 | 20,0 | 5.200 | 6.000 15,4 | 6.500 | 7.400 | 13,8 | ||||
| Japan | 1.000 | 1.000 | 0,0 | 2.550 | 2.350 | -7.8 | 750 | 700 | -6,7 | 3.300 | 3.050 | -7,6 | 4.300 | 4.050 | -5,8 | ||
| CIS | 3.520 | 3,400. | -3,4 | 1.400 | 1.350 | -3,6 | 1.900 | 1.800 | -5,3 | 3.300 | 3.150 | -4,5 | 6.820 | 6,550 | -4,0 | ||
| India | 550 | 600 | 9.1 | 1.050 | 1.080 | 2,9 | 1.270 | 1,320 | 3,9 | 2.320 | 2.400 | 3,4 | 2.870 | 3.000 | 4,5 | ||
| China | 14.300 13.500 | -5,6 | 25.000 28.000 | 12,0 | 5.000 | 5.560 | 11.2 | 30,000 33.560 11,9 | 44.300 47,060 | 6,2 | |||||||
| Other | 950 | 920 | -3,2 | 8.500 | 8,100 | -4,7 | 1.400 | 1,450 | 3.6 | 9.900 | 9.550 | -3,5 | 10,850 10,470 | -3,5 | |||
| World | 22.830 22.080 | -3,3 | 46.310 49.210 | 6,3 | 11.520 12,310 | 6,9 | 57.830 61.520 6,4 | 80.660 83.600 | 3,6 | ||||||||
(Quelle: https://www.itatube.org/download/epaper/ITA-tubejournal_3-25/index.html)
Durch den anhaltenden Krieg in der Ukraine bewegen sich die Preise für Energie (Strom, Gas, CO2 etc.) trotz Reduktionen noch immer auf einem hohen Niveau. Sie sind nicht mehr auf ein Preisniveau von 2020/2021 gesunken.
Im Zuge des Nahostkonflikts, insbesondere durch die Blockade der Straße von Hormus, sind die Preise für Strom und Gas deutlich gestiegen. Mittlerweile haben sich die Preise für Strom und Gas wieder nach unten entwickelt. Die Gesellschaft beobachtet laufend die Energiepreise, ist jedoch durch ihre Einkaufsstrategie vor möglichen negativen Entwicklungen gut abgesichert.
Der Nickelpreis stieg 2025 vor allem aufgrund erhöhter Nachfrage nach Elektrofahrzeugen sowie Edelstahlprodukten und befand sich im Dezember bei einem Schlusskurs von 16.485 USD/t. (Quelle: https://www.finanzen.at/rohstoffe/historisch/nickelpreis/usd/1.1.2025_31.12.2025).
II. GESCHÄFTSVERLAUF UND LAGE DER GESELLSCHAFT
Der Schwerpunkt der Tätigkeit der SCHOELLER-BLECKMANN Edelstahlrohr GmbH (SBER) liegt in der Produktion und im weltweiten Vertrieb von nahtlosen Rohren aus rost-, säure- und hitzebeständigen Stählen. Die Produkte werden zu ca. 80% im Export abgesetzt, Hauptabsatzgebiete sind dabei der europäische Wirtschaftsraum, sowie Nordamerika bzw. Asien.
Die Umsatzerlöse der Gesellschaft sind 2025 von EUR 135,0 Mio. im Vorjahr auf EUR 122,5 Mio. gesunken. Dies lässt sich insbesondere aufgrund der weltweit schwächelnden Exportwirtschaft begründen. Die Betriebsleistung reduzierte sich von
EUR 126,81 Mio. im Jahr 2024 auf EUR 121,88 Mio. im Jahr 2025. Die Reduktion resultiert im Wesentlichen durch die niedrigeren Umsatzerlöse.
Das Stammrohrwerk erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von EUR 50,8 Mio. (Vj EUR 72,0 Mio.). Im Spezialrohrwerk ist im Jahr 2025 der Umsatz von EUR 55,7 Mio. auf EUR 65,8 Mio. im Jahr 2025 gestiegen. Die restlichen Umsatzerlöse resultieren größtenteils aus Schrotterlösen und Leistungsverrechnungen an verbundene Unternehmen.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden Investitionen in Höhe von 2,8 Mio. zur Produktionseffizienz- und Kapazitätssteigerung getätigt. Produktionsanlagen der Warm- und Kaltfertigung wurden mit moderner MES IT-Software versehen. Das Investitionsvolumen hierfür betrug rund 400k EUR und sichert die lückenlose Rückverfolgung und Kostenreduktion unserer Fertigungsprozesse. Weiters wurde der RODR 6000 Ofen für die Produktion von Rohren für den Nuklearbereich adaptiert und ein eigener Bereich für die Inspektion und Abnahme dieser Spezialrohre geschaffen. Für eine Hochdruckrohrspülanlage, welche im nächsten Geschäftsjahr geliefert und in Betrieb genommen wird, wurden bereits im laufenden Geschäftsjahr 400k EUR an Anzahlungen geleistet, welche mittels Bankgarantie besichert wurden. Das Gesamtbudget dieser Neuinvestition beträgt 800k EUR und die Lieferung und Inbetriebnahme ist im 1. Quartal 2026 vorgesehen.
Der Auftragsstand betrug zum 31.12.2025 EUR 57,9 Mio. (EUR 23,8 Mio. für das Standardrohrwerk und EUR 34,1 Mio. für das Spezialrohrwerk).
Die Personalkosten haben sich im Jahresverlauf um TEUR 1.723 erhöht. Der Anstieg lässt sich einerseits durch den höheren Personalstand sowie die aufgrund der Inflation sehr hohen Lohn- und Gehaltssteigerungen erklären. Der durchschnittliche Personalstand von 433 im laufenden Geschäftsjahr ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen (Vorjahr 393). Die Erhöhung des Personalstands betraf Arbeiter und Angestellte gleichermaßen. Die Gesellschaft beschäftigte zum 31. Dezember 2025 6 Leiharbeiter (Vj 9).
Aufgrund von Rechtsstreitigkeiten mit einem Kunden wurden im laufenden Geschäftsjahr damit verbundene Außenstände in der Höhe von EUR 1,3 Mio. abgewertet. Das Geschäftsjahr 2025 wurde aufgrund der schwierigen, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, bedingt durch die schwächelnde, weltweite Exportwirtschaft, sowie durch die in Österreich im EU-Vergleich hohe Inflation mit einem negativen Ergebnis vor Steuern in Höhe von TEUR -1.377 (Vj TEUR -933) beendet.
Die Eigenkapitalquote zum Ende des Geschäftsjahres beträgt 24,6 %. (Vj 19,3 %). Die Prozentsteigerung gegenüber dem Vorjahr ist insbesondere durch die Zurückzahlung des BBVA-Kredites von ca. EUR 13 Mio. sowie des IC-Kredites von EUR 10 Mio. zurückzuführen.
III. FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
Ertragslage
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Umsatzerlöse | 122.476 | 135.032 |
| Betriebsleistung1 | 121.877 | 126.807 |
| Cashflow | ||
| Operative Tätigkeit | 5.422 | 30.628 |
| Investitionstätigkeit | 16 | 909 |
| Finanzierungstätigkeit | -28.951 | -13.197 |
| EBITDA2 | 3.635 | 5.887 |
| Abschreibungen | -4.697 | -5.162 |
| EBIT3 | 690 | 3.167 |
| Ergebnis vor Steuern | -1.377 | -933 |
| Aufwendungen für Material und sonstige | ||
| bezogene Herstellungsleistungen | -73.903 | -79.576 |
| Personalaufwand | -31.269 | -29.546 |
| Mitarbeiterstand (Jahresschnitt) | 433 | 393 |
| Personalkosten pro Mitarbeiter | 72 | 75 |
| Umsatz pro Mitarbeiter | 283 | 344 |
Das EBITDA ist von EUR 5,9 Mio. im Vorjahr auf EUR 3,6 Mio. im Jahr 2025 gesunken. Der Rückgang ist insbesondere durch die gesunkenen Umsatzerlöse zurückzuführen.
Der im Vergleich zum Vorjahr wesentlich niedrigere positive Cashflow aus der operativen Tätigkeit resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang der Vorräte sowie Forderungen.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit enthält die Ein- und Auszahlungen aus den Anlagenzu- bzw. -abgängen. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Erträge aus Beteiligungen zurückzuführen.
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ergibt sich im Wesentlichen aus der Rückzahlung des BBVA-Kredites (TEUR 13.080) sowie der des bestehenden IC-Kredites (TEUR 10.000).
1 Betriebsleistung: Umsatzerlöse +/- Bestandsveränderung + aktivierte Eigenleistungen + sonstige betriebliche Erträge ¹ 2 EBITDA: Betriebsergebnis exklusive Abschreibungen 2
3 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern inkl. Beteiligungserträge 2
Vermögens- und Finanzlage
| 2025 | 2024 | |||
|---|---|---|---|---|
| Aktiva | TEUR | % | TEUR | % |
| Anlagevermögen | 38.829 | 357 | 40.770 | 28,6 |
| Umlaufvermögen und Rechnungsabgrenzungsposten | 68.916 | 63,4 | 100.800 | 70,7 |
| Aktive latente Steuern | 873 | 0,9 | 921 | 0,7 |
| Summe | 108.618 | 100,00 | 142.491 | 100,0 |
| 2025 | 2024 | |||
| Passiva | TEUR | % | TEUR | % |
| Eigenkapital | 26.742 | 24,6 | 27.537 | 19,3 |
| Investitionszuschuss | 706 | 0,6 | 403 | 0,3 |
| Rückstellungen | 6.929 | 6,4 | 7.930 | 5,6 |
| Verbindlichkeiten | 74.241 | 68,4 | 106.621 | 74,8 |
| Summe | 108.618 | 100,00 | 142.491 | 100,0 |
Das Umlaufvermögen hat sich in Summe deutlich reduziert. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen durch eine Verringerung des Kassabestandes um EUR 23,5 Mio. sowie durch einen Abbau des Vorratsbestandes von EUR 7,6 Mio.
Die Rückstellungen sind gegenüber dem Vorjahr um ca. EUR 1,0 Mio. gesunken. Der Rückgang ergibt sich aus der Auflösung von Abfertigungsrückstellungen sowie Rückstellungen in Bezug auf Bonuszahlungen an Kunden.
Die Verbindlichkeiten insgesamt haben sich um ca. EUR 32,3 Mio. reduziert. Dies ist hauptsächlich auf die Rückzahlung des BBVA-Kredites von ca. EUR 13 Mio. sowie auf die Rückzahlung des IC-Kredites gegenüber dem Mutterkonzern TUBACEX S.A. um EUR 10 Mio. zurückzuführen.
Die Kundenanzahlungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um ca. EUR 1,5 Mio. reduziert, was vor allem wegen niedrigeren Anzahlungen von Kunden aus dem Umbilical-Bereich zurückzuführen ist.
Die Veränderung des Eigenkapitals ist ausschließlich auf das Jahresergebnis 2025 zurückzuführen.
IV. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG UND ZWEIGNIEDERLASSUNGEN
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung 2025 betreffen die Versuchs-Produktion von Hyper-Duplex Rohren für die Anwendung im Harnstoff-Segment sowie deren metallurgischer Charakterisierung nach den einzelnen Fertigungsschritten. Ein weiteres Entwicklungsfeld war der Erarbeitung von möglichen Produktionsroutinen für Mitteldruckrohren gewidmet. Die gleichzeitige Anforderung von engsten Toleranzen bei gleichzeitiger Zielfestigkeit bedingt Werkzeugentwicklung als auch metallurgischtechnologische Untersuchungen und Maschinen-Adaptionen.
Des Weiteren wurde die Nickelbasis Legierung Alloy C276 erstmals großtechnisch verarbeitet und industrialisiert, sowie weitere Nickelbasis-Legierungen durch das Ingenieursteam von SBER begleitet.
Die Gesellschaft betreibt keine Zweigniederlassungen.
V. NICHT FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
Alle im Betrieb anfallenden Abfallprodukte wurden an behördlich zugelassene Entsorgungsfachbetriebe zur umweltgerechten Verwertung übergeben. Im Geschäftsjahr 2025 konnten 2.879 Tonnen (VJ 2.765) an Abfällen verwertet/recycelt werden.
Die neue Berichtspflicht der Directive über die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen trifft erstmals die Muttergesellschaft TUBACEX S.A. (Sitz: Llodio, Spanien) als Unternehmen von öffentlichem Interesse mit mehr als 500 Mitarbeitern. Sie gilt erstmals für Wirtschaftsjahre, die ab 23. Dezember 2023 beginnen. Die TUBACEX S.A. kommt der Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung entsprechend der CSRD in Form des jährlich erscheinenden „Sustainability-Reports“ in ihren konsolidierten Lagebericht nach („Sustainability-Report“). Der betreffende Bericht des Geschäftsjahres 2025 kann auf der Konzernwebsite abgerufen werden.4
Die regelmäßige Aus- und Weiterbildung der Belegschaft sind wesentliche Voraussetzungen, damit sich Mitarbeiter den Qualitäts-, Umwelt- und Sicherheitsansprüchen verpflichtet fühlen. Sicherheitsunterweisungen und Schulung der Mitarbeiter sind uns ein wichtiges Anliegen und werden in häufigen Abständen durchgeführt. Im Geschäftsjahr 2025 lag die Anzahl der Unfälle bei 12 (VJ 20). Die IFB LTI-rate5 betrug 17,39 (VJ 29,38).
Im Berichtsjahr wurden insgesamt mehr als 6.677 (VJ 3.866) Ausbildungs- und Trainingsstunden absolviert. Darüber hinaus wird der Ausbildung von Lehrlingen größtes Augenmerk gewidmet. Dies manifestiert sich in einer hohen Anzahl an angebotenen Ausbildungsplätzen.
⁴ 4 Transparency - Stainless steel tubing - Stainless steel pipe manufacturers
5 IFB LTI-rate: Anzahl der Unfälle mit Ausfallstunden x 1 Mio./ Produktionsstunden 5
VI. RISIKOBERICHT
Das Unternehmen ist mit einer geringen Anzahl von Risiken konfrontiert, welche nach Einschätzung der Geschäftsführung gut überschaubar und beherrschbar sind. Durch ein systematisches Management wird diesen Risiken folgendermaßen begegnet:
Das Preisrisiko wird größtenteils durch eine Weiterverrechnung des Legierungszuschlages an die Kunden abgefedert. Zur Abfederung von Wechselkursschwankungen bestehen zum Bilanzstichtag derivative Finanzinstrumente.
Das Beschaffungsrisiko wird durch den Abschluss von Jahresverträgen mit den wichtigsten Vormateriallieferanten weitestgehend ausgeschaltet. Zusätzlich wird das Beschaffungsrisiko durch die Versorgung der Gesellschaft durch das konzerneigene Stahlwerk vermindert. Um die Risiken bei den Strom- und Gaskosten zu reduzieren hat das Unternehmen seit Jahren eine entsprechende Einkaufsstrategie entwickelt, um die erwarteten Energiemengen der nächsten Jahre vorab zuzukaufen. Derzeit werden 45-70% der Energien für die Folgejahre zugekauft. Die Differenz zu dem tatsächlich verbrauchten Mengen wird über dem Spotmarkt zugekauft.
Eine mögliche Betriebsunterbrechung ist durch den Abschluss einer entsprechenden Versicherung abgedeckt.
Das Währungsrisiko wird größtenteils durch Kursabsicherungen mittels Devisentermingeschäfte reduziert.
Das Ausfallsrisiko wird durch Abschluss einer Forderungsausfallsversicherung größtenteils abgedeckt.
Dem Liquiditätsrisiko wird durch eine ausgebaute Finanzplanung begegnet. Einerseits wird sowohl jährlich eine langfristige Finanzplanung für die nächsten 10 Jahre erstellt als auch monatlich ein rollierender Forecast für die nächsten drei Monate. Im Berichtsjahr war das Unternehmen überwiegend langfristig finanziert. Die Gesellschaft kann dabei auf einen langfristigen IC-Kreditrahmen in Höhe von EUR 80 Mio von der Konzernmuttergesellschaft Tubacex S.A., Alava zurückgreifen, wovon per 31.12.2025 44,5 Mio. ausgenutzt wurden. Weiters besteht seit dem Geschäftsjahr 2020 ein langfristiger Darlehensvertrag mit der Schoeller Bleckmann Edelstahlrohr Immobilien GmbH, wodurch sich der Liquiditätsrahmen des Unternehmens, um weitere EUR 1,5 Mio., erhöht hat.
VII. DIE VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG DES UNTERNEHMENS
Die aktuelle Marktlage ist geprägt von globalen Krisenherden, US-Importzöllen und von hohen Energie- und Lohnstückkosten. Zudem erschwert die hohe Inflation sowie wirtschaftliche Krisen in den meisten europäischen Ländern (vor allem Deutschland) die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Industrie. Trotz dieser herausfordernden Marktgegebenheiten konnten Ende 2025 und Anfang 2026 im Spezialrohrbereich „Umbilicals“ Projekte im Gesamtwert von EUR 84 Mio. gewonnen werden und durch Preisanpassungen die Kostensteigerungen Richtung Kunden weitergegeben werden. In den letzten Jahren legte das Unternehmen die Priorität weniger auf die massenhafte Erzeugung von Standardprodukten. Es wurde der Fokus auf bestimmte Segmente (Umbilical, Nuklear) gelegt, bei welchen hohe Qualitätsstandards vorausgesetzt sind. Die Planung der Inbetriebnahme einer 6. Schweißlinie für das Jahr 2026 unterstreicht den Fokus des Unternehmens, sich zukünftig weiter auf die Herstellung von Premiumqualitätsrohren zu qualifizieren. Zusätzlich sind bzw. werden im Bereich Nuklear für das Jahr 2026 weitere Folgeaufträge gebucht.
Der gegenwärtige Nahost-Konflikt hat die globalen Energiemärkte stark verunsichert. Durch Störungen der kritischen Energieinfrastruktur sowie Schifffahrtsrouten wie der Straße von Hormus, reagieren Energiemärkte mit Preissteigerungen. Etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung wird über die Straße von Hormus abgewickelt, sodass jede Sperrung erhebliche globale Versorgungsengpässe bedeutet. Neben dem Lieferstopp von Öl und Gas im Zuge der Sperrung von Seewegen sind Angriffe auf die Energieinfrastruktur ein weiterer Unsicherheitsfaktor. Die Spotpreise für Gas stiegen erheblich, nachdem Angriffe auf Gasfeldanlagen zu einem vorübergehenden Produktionsstopp von QatarEnergy, welches zu den größten Exporteuren von LNG weltweit zählt, geführt haben. Auch beim Öl kam es nach Angriffen auf Handelsschiffen in der Region Hormus zu signifikanten Preissteigerungen, die Rohölsorte Brent verzeichnete mit ca. 60% einen der höchsten monatlichen Anstiege seit Jahrzehnten. Diese Ereignisse führen zu einer großen Unsicherheit hinsichtlich der zukünftigen Energieversorgung auf dem Weltmarkt. Aufgrund von Waffenruhen sowie beginnenden Verhandlungen hat sich die Situation auf den Energiemärkten etwas beruhigt.
Die Zollpolitik der USA führt zu einer hohen Unsicherheit im globalisierten Wirtschaftssystem. Seit dem 1. Quartal 2025 verhängt die USA neue Importzölle bzw. erhöht bestehende gegenüber den meisten Staaten der Welt. Viele davon betreffen weltweit wichtige Exportprodukte, wie Stahl und Aluminium sowie Kupfer (je 50%). Auch wenn viele dieser Maßnahmen im weiteren Verlauf abgeschafft oder abgeschwächt wurden, beeinflussen diese aufgrund der damit verbundenen höheren Kosten die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie auf dem Weltmarkt.
Die Europäische Union konnte zwar aufgrund eines Abkommens mit der USA Zölle für bestimmte Bereiche (wie z.B Autos) reduzieren. Jedoch ist im Jahr 2026 mit zusätzlichen Zöllen der USA auf europäische Importe sowie damit verbundene Gegenmaßnahmen der Europäischen Union zu rechnen.
Hinzu kommen weitere politische Unsicherheiten, wie etwa der anhaltende Russland- Ukraine Konflikt, die gedämpfte weltwirtschaftliche Entwicklung sowie die hohen Inflationsraten in vielen europäischen Ländern. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden zusätzlich durch volatile Preisentwicklungen bei Rohstoffen und Energie erschwert.
Die Einführung von Gegenzöllen der Handelspartner könnte zwar eine Zollspirale in Gang setzen und in einem Handelskrieg zwischen den USA und dem Rest der Welt münden, dennoch wird die Notwendigkeit, die weltweite Energieversorgung zu sichern, die Nachfrage nach Rohrprodukten hochhalten.
Der Bedarf an neuen Pipeline-Projekten ist nach wie vor hoch. Geopolitische Veränderungen und wirtschaftliche Bedürfnisse erfordern enorme Investitionen in die Verteilungsnetze für Öl und Gas. Aus derzeitiger Sicht werden US-Zölle daher keinen signifikanten Einfluss auf den Geschäftsverlauf der SCHOELLER-BLECKMANN Edelstahlrohr GmbH darstellen.
Durch die Marktentwicklung und Umsetzung verschiedenster interner Maßnahmen wie Housekeeping konnte der Energieverbrauch je Einheit/produzierter Menge vor allem in den Bereichen Druckluft reduziert werden.
Um dem Fachkräftemangel gegenzusteuern, werden im Schulungs- und Ausbildungszentrum “Future Zone” aktuell 29 Lehrlinge in unterschiedlichen Lehrberufen ausgebildet.
Die Liquidität des Unternehmens ist trotz der Herausforderungen durch einen Konzernfinanzierungsrahmen mit langfristigen Verträgen und Working Capital Optimierungen gesichert.
Das Hauptziel des Managementplans ist weiterhin eine Stärkung des Produktionsstandortes Ternitz innerhalb der Tubacex Gruppe und eine damit einhergehende langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen.
Ternitz, am 18. Juni 2026
SCHOELLER-BLECKMANN Edelstahlrohr GmbH Geschäftsführung
SCHOFLLER-BLECKMANN
EDELSTAHLROHR GmbH
Rohrstraße 1 A-2630 Ternitz
Gerold Ennen
Geschäftsführer