Inhaltsverzeichnis
MASTRO Hirtenberg GmbH zum 31. Dezember 2025
1. Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage des Unternehmens
1.1. Geschäftsverlauf
Der Geschäftsverlauf 2025 war geprägt von der Stabilisierung des Unternehmens, der weiteren Optimierung der Geschäftsprozesse, der Ankoppelung an die MASTRO Gruppe sowie der Kostenoptimierung. Im Dezember 2025 erfolgte die neuerliche erfolgreiche IATF-Zertifizierung am Standort Hirtenberg – dies ermöglicht künftig deutliche Umsatzsteigerungen.
Trotz sehr guter Produktqualität und hoher Termintreue reduzierten sich die Serienteil-Bedarfe unserer Kunden, insbesondere im Segment Automotive. Erfreulicherweise konnten 2025 zahlreiche Werkzeug-Projekte gewonnen werden, welche die Serienteil-Umsätze ab 2026 erhöhen werden.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 hat sich die Unsicherheit in der Belegschaft zum Fortbestand des Unternehmens weiter reduziert, obwohl die Anzahl der Mitarbeiter sank. Trotz rückläufigem Umsatz lag der Fokus weiterhin darauf, bestehende Kunden bestmöglich zu beliefern, neue Kunden und Märkte zu akquirieren und die Stabilität im Team zu erhöhen.
Der hohe Bekanntheitsgrad des Unternehmens, das umfangreiche Know-how der Belegschaft sowie die Einbindung in das Netzwerk der MASTRO Gruppe haben wesentlich dazu beigetragen, dass im Geschäftsjahr 2025 erneut eine große Anzahl von Neuprojekten gewonnen werden konnte.
Infolge einer der Umsatzgröße angepassten Kostenstruktur liegen wir bei Angeboten in einer marktüblichen Preisspanne, was uns durch zahlreiche Aufträge sowohl von bestehenden Kunden als auch von Neukunden bestätigt wird. Dennoch ist ein Trend zu günstigeren Werkzeugen und kürzeren Lieferzeiten erkennbar.
Die Situation in der Materialbeschaffung war im Geschäftsjahr 2025 herausfordernd. Zu Beginn des Jahres war die Materialverfügbarkeit etwas eingeschränkt. Das verbleibende Jahr war gekennzeichnet durch tendenziell steigende Preise bei unseren wichtigsten Materialien, wodurch verfügbares Material teilweise zu sehr hohen Preisen gehandelt wurde. Nach Möglichkeit haben wir die Verkaufspreise unserer Serienteile um diesen Faktor erhöht.
Durch das implementierte Management Team und den Fokus auf eine zukunftsorientierte Wachstumsstrategie ist auch in der Belegschaft eine positive Grundstimmung spürbar. Das oberste Ziel besteht darin, das Unternehmen so schnell wie möglich wieder in eine positive Ertragssituation zurück zu bringen.
1.2. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
| in TEUR | 2024 | 2025 | Abw. |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 13 207 | 11 641 | -1 566 |
| EBITDA | -1 122 | -993 | 129 |
| in % vom Umsatz | -8,5% | -8,5% | |
| EBIT | -1 441 | -1 310 | 131 |
| in % vom Umsatz | -10,9% | -11,3% | |
| EBT | -1 800 | -1 601 | 199 |
| in % vom Umsatz | -13,6% | -13,7% | |
| Eigenkapital | -1 807 | -3 413 | -1 606 |
| EK-Quote | -21,6% | -45,6% | |
| Working Capital | 4 531 | 2.992 | -1 539 |
| in % vom Umsatz | 34,3% | 25,7% | |
| Nettoverschuldung | 6 461 | 6 641 | 180 |
Im Vergleich zum Jahr 2024 verringerte sich der Umsatz im Jahr 2025 um rd. 1,57 MEUR. Dies ist im Wesentlichen auf die allgemein rückläufige Nachfrage im Automotive Markt, insbesondere im DACH-Raum, zurückzuführen.
Dieser Umsatzrückgang konnte nicht kompensiert werden und schlug teilweise auf das Ergebnis durch. Die Personalaufwendungen konnten im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen durch eine Verringerung der Mitarbeiteranzahl sowie durch teilweise Stundenreduktionen und temporäre Freistellungen um 0,62 MEUR reduziert werden.
Im Bereich der sonstigen Aufwendungen wurden Einsparungen in Höhe von 0,30 MEUR insbesondere in den Bereichen Dienstleistungen, Energie, Versicherung sowie sonstigem Aufwand umgesetzt.
Allerdings konnten und können Kostenerhöhungen in den Bereichen Dienstleistungen, Energie und Roh- und Verpackungsmaterialien vertraglich nur teilweise, im Wesentlichen nur im Rohmaterialbereich, an Kunden weitergegeben werden.
Das Ergebnis vor Steuern lag daher im Jahr 2025 bei -1,60 MEUR (VJ: -1,80 MEUR) bzw -13,7 % des Umsatzes. Das Eigenkapital belief sich auf -3,41 MEUR. Aufgrund einer Rückstehungserklärung der MASTRO Holding GmbH in Höhe von 4,50 MEUR ist die Eigenmittelquote gem. URG jedoch deutlich positiv.
Das Working Capital reduzierte sich angepasst an die Umsatzentwicklung.
Auf Basis der AFRAC Stellungnahme 36 (Juni 2020) stellte sich die Finanzlage im Geschäftsjahr 2025 wie folgt dar (Beträge in TEUR):
| 2024 | 2025 | |
|---|---|---|
| Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit | -1.351 | -170 |
| Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | -309 | 2 |
| Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | 1.087 | 47 |
1.3. Bestehende Zweigniederlassungen
Es bestehen keine Zweigniederlassungen.
1.4. Besondere Vorgänge nach dem Geschäftsjahrabschluss
Es bestanden keine besonderen Vorgänge nach dem Abschluss des Geschäftsjahres.
2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Die Aussichten für das Geschäftsjahr 2026 werden vom Management der MASTRO Hirtenberg GmbH konservativ positiv bewertet. Wir gehen von leicht höheren Umsätzen und aufgrund von weiteren Kosteneinsparungen von einem deutlich verbesserten Ergebnis aus.
Durch das Heben von Synergien innerhalb der MASTRO Gruppe als Österreichs größte Stanzerei sehen wir Einsparungsmöglichkeiten im Bereich des Materialeinkaufs und der Oberflächenbearbeitung. Zudem werden im Personalbereich weitere Synergien innerhalb der Gruppe identifiziert und gehoben.
Im 2. und 3. Quartal 2026 stehen zahlreiche Werkzeug-Vergaben bei bestehenden und neuen Kunden an. Werkzeugverlagerungen mit gleichzeitig auch kurzfristig realisierbaren Serienteil- Umsätzen sind möglich.
Mittelfristig sind wir zuversichtlich, dass die reduzierten Bedarfe wieder deutlich steigen werden – dies insbesondere aufgrund unserer Bekanntheit am Markt als Österreichs größte Stanzerei, unserer hohen Produktqualität bzw. Fertigungskompetenz und Termintreue.
3. Risikoberichterstattung
3.1. Kontrollumfeld und Kontrollsysteme im Rechnungslegungsprozess
Der Bereich Rechnungswesen der MASTRO Hirtenberg GmbH wurde im Geschäftsjahr 2025 mit
einem eigenen Team abgebildet. Der Verhaltenskodex bietet den passenden Rahmen, auf
welchen sich Mitarbeiter in unternehmens-ethischen Fragen beziehen können. Folgende Punkte
werden im Rahmen des Code of Conduct detailliert geregelt:
| - | Vertrauen und Verantwortung |
|---|---|
| - | Integrität und Respekt |
| - | Fairer Wettbewerb |
| - | Antikorruption und Vermeidung von Interessenskonflikten |
| - | Sicherheit, Nachhaltigkeit und Umweltschutz |
| - | Kommunikation |
| - | Datenschutz und Geheimhaltung |
| - | Schutz von Firmeneigentum |
| - | Meldung von Fehlverhalten |
| - | Aktiv handeln |
Die MASTRO Hirtenberg GmbH verfolgt einen mehrstufigen Zugang zum Thema Kontrollsysteme und arbeitet laufend an deren Weiterentwicklung insbesondere in den folgenden Bereichen:
- klare Richtlinien - - - einheitliche, IT-gestützte Systeme und Prozesse im Finanz- und Beschaffungsbereich (insbesondere durch das integrierte ERP System sowie die daran angekoppelten Software-Pakete) monatliche Management Reporting- und Meeting-Zyklen für finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsparameter, mit festgelegten Analysen zur Identifikation von potentiellen Risiken, sowie Bewertung, Steuerung, Kommunikation und Dokumentation regelmäßige Forecast-Berechnungen zur frühzeitigen Identifikation und Bewertung von Risiken und deren Mitigation
Unternehmensentwicklung und Kennzahlen, Chancen und Risken, entsprechende Mitigationspläne sowie eine laufend aktuelle Balance Scorecard werden in regelmäßigen Management Team-Meetings genau besprochen und analysiert.
3.2. Beschreibung der wesentlichen Risiken und Chancen
Die Ukraine Krise mit ihren Auswirkungen auf die Inflation, steigende Materialpreise, die allgemeine volkswirtschaftliche Schwäche in Europa, die Entwicklung der Kundenabrufe sowie die globale politische Unsicherheit stellen für 2026 das größte Risiko dar. Vor allem im automotiven Bereich gibt es weiterhin eine Verunsicherung hinsichtlich weiteren Entwicklung der Technologie, weshalb die Absatzmenge seit rund 1,5 Jahren auf einem unterdurchschnittlichen Niveau liegt.
Produktionsfehler können zu Rückruf- bzw. Austauschaktionen führen, die mit hohen Kosten und entsprechendem Imageverlust verbunden sind. Deshalb sind bei der Produktion besonders strenge Qualitätskriterien und entsprechende Qualitätskontrollen vorgesehen sowie eine sukzessive Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements geplant.
Ausfälle von Produktionsmaschinen könnten zu Produktionsengpässen und Verzögerungen in der Erfüllung von Kundenaufträgen führen. Durch Redundanzen im Maschinenpark, eine laufende Maschineninstandhaltung sowie Aufbau und Erweiterung von mechanischem und elektrotechnischem Know-How kann dieses Risiko minimiert werden.
Ein modernes Mitarbeiterentwicklungsprogramm sowie zeitgemäße Arbeitsbedingungen (Home- Office Regelung, modernes Arbeitsumfeld, Mitarbeitergesundheitsprogramm, regelmäßige Mitarbeitergespräche u.v.m.) sollen das Risiko von Personalfluktuation in Zeiten von Fachkräftemangel auf einem geringen Niveau halten (siehe auch Arbeitnehmerbelange).
Im Rahmen des Gruppenversicherungsprogramms sind die wesentlichen unternehmerischen Risiken inklusive Cyber-Security abgedeckt.
3.3. Sicherungsgeschäfte
Wie im Vorjahr bestanden auch zum Stichtag des Geschäftsjahres 2025 keine Sicherungsgeschäfte für Rohstoffe oder Fremdwährungen.
4. Analyse nicht finanzieller Leistungsindikatoren
4.1 Umweltbelange
Ein wesentliches Ziel der MASTRO Gruppe ist es die durch die Unternehmen entstehende Umweltbelastung zu minimieren. So wird zum Beispiel die Abwärme der Maschinen und Anlagen zur Beheizung genutzt. Weiters wird die Logistik stetig optimiert, sodass hier die Emissionen durch den LKW Verkehr soweit wie möglich reduziert werden können. Ein Teil des erforderlichen Strombedarfs stammt aus der auf dem Dach befindlichen Photovoltaikanlage. Darüber hinaus ist man seit vielen nach den Umweltstandards gemäß ISO 14001 zertifiziert.
4.2. Arbeitnehmerbelange
Die Erreichung der strategischen und finanziellen Ziele hängen maßgeblich von unseren Mitarbeitern, ihren Fähigkeiten und ihrem Engagement ab. Steigende Komplexität bei Werkzeugen und Stanz-, Biegeteilen haben zu einem steigenden Bedarf an Fach- und
Führungskräften geführt. Um die Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern, setzt das Unternehmen neben einer fairen und werteorientierten Unternehmenskultur auch auf persönliche Entwicklungsmöglichkeiten.
Eines der wesentlichen Ziele des Unternehmens ist es die Attraktivität als Arbeitgeber weiter zu steigern und den Bekanntheitsgrad in der Region zu erhöhen. Vor allem im Bereich der Facharbeiter im Werkzeugbau ist massiver Einsatz gefordert, um auch mittel- und langfristig über das notwendige Wissen und die Erfahrung in der Instandhaltung der Werkzeuge zu verfügen. Ein Großteil der Facharbeiter hat in der Vergangenheit die Lehre am Standort Hirtenberg absolviert und daraus resultiert ein sehr hohes Niveau an Wissen und Kompetenzen. Dieser Weg soll auch in Zukunft weitergeführt werden und dafür ist es erforderlich, in eine gute Ausbildung zu investieren.
5. Bericht über Forschung und Entwicklung
Die MASTRO Hirtenberg GmbH treibt die Entwicklung der Stanzwerkzeuge weiter voran. Ziel ist es die Standzeiten der Werkzeuge mit unterschiedlichen Maßnahmen, wie Materialien, Ole, Oberflächenbeschichtungen usw., weiter zu erhöhen. Ein weiteres Entwicklungsprojekt betrifft die Optimierung der Produktivität und der Logistik.
Hirtenberg, am 19. Mai 2026
Ing. Mag. Franz Müller
DI (FH) Florian Reiterer
MMag. Hans-Georg Panzirsch, MBA