Inhaltsverzeichnis
der Beiser GmbH & Co KG für das Geschäftsjahr 2025 gemäß § 243 UGB
1. Grundlagen des Unternehmens
Die Beiser GmbH & Co KG (im Folgenden „BKG“) ist ein mittelständisches Industrieunternehmen mit Sitz in Götzis, Vorarlberg. Das Unternehmen ist auf die galvanische Oberflächenveredelung für die Möbel- und Beschlägeindustrie spezialisiert. Kernkompetenz ist die industrielle Galvanisierung von Stahlblechteilen mit Kupfer und Nickel im Trommelverfahren.
Am Stammsitz in Götzis beschäftigte die Gesellschaft zum Bilanzstichtag 44 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 13 Angestellte und 31 Produktionsmitarbeiter. Die Gesellschaft unterhält keine Zweigniederlassungen.
Die Eigentumsstruktur stellte sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar: 95 % der Anteile werden von der BE Holding gehalten, 5 % von Herrn Dr. Maximilian Beiser.
2. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
2.1 Geschäftsverlauf
Das Geschäftsjahr 2025 verlief stabil, allerdings auf einem suboptimalen Auslastungsniveau von knapp über 50 % der Produktionskapazität. Die im Geschäftsjahr 2024 eingeleiteten Maßnahmen zur Reduktion der Fixkostenblöcke wurden 2025 konsequent fortgeführt und im niedrigen einstelligen Prozentbereich nochmals ausgeweitet. Diese Maßnahmen leisteten einen wesentlichen Beitrag zum positiven Betriebsergebnis des Geschäftsjahres.
Besonders hervorzuheben ist die im Berichtsjahr erzielte Einigung mit dem Hauptkunden über den Verkauf der Anlage P300 und einem Schuldnachlass in Höhe von TEUR 2.800.
2.2 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Das Ergebnis vor Steuern beträgt 3,23 Mio. Euro und wurde durch den vorgenannten Vergleich mit dem Hauptkunden positiv beeinflusst. Nach dem negativen Ergebnis des Vorjahres stellt dies eine sehr erfreuliche Entwicklung dar.
Der operative Cashflow belief sich auf -0,33 Mio. Euro (VJ 2,72 Mio. Euro). Das Nettoumlaufvermögen erhöhte sich von 1,03 Mio. Euro auf 2,62 Mio. Euro.
Durch den Erlös aus dem Anlagenverkauf konnte die Nettoverschuldung von rund 7,0 Mio. Euro auf 35 Tsd. Euro zurückgeführt werden. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich in der Folge auf 67,3 % (VJ negativ).
Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren stellen sich damit wie folgt dar:
| Kennzahl | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern | 3,23 Mio. € | 615k € |
| Operativer Cashflow | 3,8 Mio. € | 2,7 Mio. € |
| CF aus der Investitionstätigkeit | 4,0 Mio. € | -0,2 Mio. € |
| CF aus der Finanzierungstätigkeit | -7,6 Mio. € | -1,2 Mio, € |
| Nettoumlaufvermögen | 2,62 Mio. € | 1,03 Mio. € |
| Nettoverschuldung | 0,035 Mio. € | 7,0 Mio. € |
| Eigenkapitalquote | 67,3 % | negativ |
Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft ist insgesamt als geordnet und deutlich verbessert zu beurteilen.
3. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Das wesentliche Betriebsrisiko bleibt unverändert die hohe Abhängigkeit vom Hauptkunden. Die Geschäftsführung begegnet diesem Risiko durch die schrittweise Erschließung neuer Kundensegmente und Geschäftsfelder.
Positiv hervorzuheben ist ein Auftrag aus der Luftfahrtindustrie zur Verzinnung von Kupferkabeln, wenngleich mit derzeit noch geringem Volumen.
Die Versorgung mit Metallen und Prozesschemikalien ist stabil, steht jedoch weiterhin unter hohem Preisdruck. Aufgrund der schwachen konjunkturellen Lage wurden Investitionen in Automatisierung und Prozessüberwachung bis auf Weiteres zurückgestellt.
Parallel dazu befindet sich die BKG in Bemusterungs- und Qualifizierungsprozessen mit namhaften Kunden aus der Elektromobilitäts- und Elektronikbranche. Konkret handelt es sich um den Aufbau von Silber- und Zinnbeschichtungen für hochleitfähige Kontaktelemente. Die Bemusterungs- und Anlaufperioden in diesen Branchen erstrecken sich erfahrungsgemäß über mehrere Jahre, sodass ein langfristiger Planungshorizont erforderlich ist. Erste Aufträge sind – abhängig vom Verlauf der Validierungen – frühestens 2027, wahrscheinlicher ab 2029 zu erwarten.
Risiken aus der Verwendung von Finanzinstrumenten bestehen in keinem für die Beurteilung der Lage der Gesellschaft wesentlichen Umfang.
4. Forschung und Entwicklung
Der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit lag im Berichtsjahr auf der Weiterentwicklung der Abwasseraufbereitung. Gemeinsam mit mehreren Fachfirmen wurde mit der Ausarbeitung eines Gesamtkonzeptes zur Sanierung und teilweisen Ersetzung des Altbestands
begonnen. Die beengten Platzverhältnisse und die fehlende Möglichkeit, parallel zum laufenden Bestand redundante Systeme zu errichten, erfordern eine sorgfältige Konzeption der notwendigen Umbauten.
5. Voraussichtliche Entwicklung (Prognosebericht)
Für das Geschäftsjahr 2026 wird eine Fortsetzung der Fixkostenreduktion durch organisatorische und prozessuale Optimierungen erwartet.
Der Hauptkunde prognostiziert eine stabile Seitwärtsbewegung der Produktionsmengen mit leichter Tendenz nach unten.
Strategisch fokussiert sich die Geschäftsführung auf:
– Effizienzsteigerungen der internen Prozesse, – die technologische Modernisierung der Infrastruktur, – sowie die Vorbereitung neuer Geschäftsfelder im Bereich hochfunktionaler Beschichtungen, etwa für die Medizintechnik und die Luftfahrt.
Langfristig bleibt die Zielsetzung, die wirtschaftliche Unabhängigkeit zu stärken, die technologische Differenzierung voranzutreiben und die Nachhaltigkeit der Prozesse weiter zu erhöhen.
Götzis, am 23.09.2026
Die Geschäftsführung
Dr. Maximilian Beiser