Inhaltsverzeichnis
L A G E B E R I C H T für das Geschäftsjahr 2025
I. GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG
Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2025 konnte sich das globale Wachstum gegenüber früheren Prognosen wieder etwas verstärken. Allerdings zeigen sich zwischen den Volkswirtschaften deutliche Unterschiede. Während die Wirtschaftsleistung in den USA mit einer Wachstumsrate von 1,8 % expandieren sollte, dürfte die Wirtschaft im Euroraum nur um 1,4 % zulegen. Vor allem Deutschland mit 0,1 % Wachstum im laufenden Jahr liegt hier unter den Erwartungen. Chinas Wirtschaftsleistung dürfte wiederum um 5,0 % wachsen. Somit geht das Wachstum der Weltwirtschaft laut Prognose im Jahr 2025 von zuletzt 3,3 % auf 3,1 % zurück.
In Österreich hat sich der private Konsum im Jahr 2025 wieder deutlich belebt. Einer Erholung von Industrie und Bauwirtschaft stehen allerdings eine verhaltene internationale Konjunktur und heimische Strukturprobleme gegenüber. Die weiterhin hartnäckige Inflation und die notwendige Budgetkonsolidierung dämpfen die Entwicklung der verfügbaren realen Haushaltseinkommen. Die heimische Wirtschaftsleistung wächst laut Prognose im Jahresverlauf lediglich um 0,5 %. Damit bleibt das derzeitige und das prognostizierte Wachstum weiterhin verhalten und jedenfalls geringer als in früheren Aufschwungphasen.
Die Inflation in Österreich wird mit voraussichtlich 3,6 % weiterhin höher als erwartet und auch um 1,4 % höher als im Euroraum ausfallen. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Sowohl der Energiebereich (durch das Auslaufen fiskalpolitischer Ausgleichsmaßnahmen) als auch dadurch bedingt gestiegene Lebensmittelpreise und Dienstleistungen, sowie höhere öffentliche Gebühren sind hier die Treiber. Die Arbeitslosenquote steigt voraussichtlich auf 7,4 %. Damit entwickelt sich der Arbeitsmarkt trotz der langen Konjunkturschwäche relativ robust. Nach einem kräftigen Rückgang der Investitionen in den beiden vergangenen Jahren, verbessern sich die Rahmenbedingungen vor allem für Ausrüstungsinvestitionen aktuell wieder. Handelspolitische Unsicherheiten belasten allerdings diese Entwicklung. Unter diesen Voraussetzungen liegt auch das Budgetdefizit für 2025 mit 4,4 % über den festgelegten Kriterien.
II.WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG DER WESENTLICHEN BETEILIGUNGEN
KERNUNTERNEHMEN I: ENERGIE STEIERMARK KUNDENGMBH
Die Energie Steiermark Kunden GmbH beliefert das Kundensegment Privatkunden, Kleinunternehmen, Landwirtschaft, Kommunen sowie kleine und mittlere Geschäftskunden, welche vor allem besondere Labelingbedürfnisse haben, mit Strom und Gas. Die Aufbringung erfolgt konzernintern über die Energie Steiermark Business GmbH. Weiters werden Wohnbaugesellschaften und öffentliche Gebäude mit dem Wärmecontracting Energy Complete sowie alle Kundensegmente mit Energiedienstleistungen versorgt, welche Kundenbindungs-, Sponsoring- und Geschäftsmodellcharakter aufweisen.
Privatkunden (PK)/Kleinunternehmen (KU)/Kommunen (KO) und Landwirtschaft Strom (LW) Im Jahr 2025 gab es im Kundensegment B2C eine Kampagne zur Preissenkung im Strom, eine Preiserhöhung im Gas und eine Tarifänderung bei den PV-Einspeisetarifen. Bei der Strompreissenkung waren wir, durch rechtliche Vorgaben gezwungen, eine Preissenkung von 25 % auf unsere Fixpreis Tarife ausschließlich mit aktiver Zustimmung durchzuführen. Durch zahlreiche Medienberichte und Reminder-Schreiben konnte schlussendlich 55 % der Kunden zur Annahme bewogen werden. Die restlichen 45 % wurden entsprechend §80(2) ElWOG lediglich um 10 % gesenkt. Trotz dieser Preissenkungen liegen unsere Fixpreise mit 16,42ct/kWh weit über den aktuellen Angreifern am Markt. Dies hatte im Jahr 2025 im Strom zu überschaubaren Kundenverlusten geführt. Wir gehen davon aus, dass sich die Preissituation Anfang 2026 wieder normalisiert und unsere Angebote entsprechend am Markt revidieren können. Die vermehrte Abhängigkeit von Erneuerbarer Energie macht die Preise zusehends volatiler und für Kunden – zumindest aktuell – sind Flex und Spot Tarife uninteressant, da Fixpreise am Markt angeboten werden, welche günstiger sind. Mit 1.12.2025 wurde mit smartCOMMUNITY unsere eigene In-House Energiegemeinschaftsplattform gestartet. Ziel ist es so viele Kunden wie möglich für diese Plattform zu begeistern, um weiter Kunden- und Mengenverluste abzuwenden. Diesbezüglich wird ab Anfang 2026 im Rahmen der Häuslbauermesse smartCOMMUNITY verstärkt mit attraktiven Marketingmaßnahmen in einem breiteren Fokus gerückt.
Geschäftskunden Strom
Bei kleineren Geschäftskunden wurde mit dem B2B Vario Produkt ein neuer Tarif eingeführt, der Kunden eine Mischung aus am Terminmarkt abgesicherten Mengen mit Floatinganteilen am Spotmarkt ermöglicht und so zur Flexibilität und Risikostreuung beiträgt. Zahlreiche Kunden haben 2025 von spotmarktindizierten Preismodellen profitiert und sich auch für das kommende Jahr für flexible Preismodelle entschieden. Der anhaltende Photovoltaik Ausbau unserer Kunden und konjunkturell bedingte Minderverbräuche führen zu einem geringeren Absatzvolumen in diesem Segment. Gleichzeitig hat sich die Zahl der PV-Einspeiseverträge nochmals erhöht, wobei hier, abhängig von der Anlagengröße, in der Regel ebenfalls flexible Preismodelle zum Einsatz kommen. Zur Absicherung potenzieller Zahlungsausfälle sind die größten Kunden weiterhin im Rahmen einer Kreditversicherung abgesichert.
Privatkunden/Kleinunternehmen Gas
Da die Preise relativ stabil sind, gibt es geringe Unterschiede zwischen den relevanten Anbietern am Markt und es kommt dadurch auch zu wenig Kundenwechsel. Mit 1.1.2026 ist bei den Fixpreisen eine vertraglich vorgesehene Preiserhöhung um 8 % gemäß ÖGPI vorgesehen.
Dienstleistungen und Zusatzprodukte und Energy Complete
Im Fokus steht unverändert ein komplettes Energiedienstleistungsangebot für Wohnbauträger, Hausverwaltungen, Gemeinden und kleine bis mittlere Gewerbebetriebe. Der notwendige hohe Investitionsbedarf für die Transformation des Energiesystems wird auch durch Contracting-Lösungen beim Kunden erfolgen müssen - die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen, vor allem für den Sektor Raumwärme wurden noch nicht eindeutig geschaffen. Die zentrale Forderung des Verbands, vertreten durch die Interessensvertretung DECA (Dienstleister Energieeffizienz und Contracting Austria), ist die Gleichstellung dezentraler Energieversorgungsanlagen für Raumwärme mit dem Geschäftsbereich der Fernwärme.
Bei Gewerbe- und Industriebetrieben werden Energieversorgungskonzepte mit Energiemonitoring und Photovoltaiklösungen (Contracting Produkt „Sun Complete Business“) angeboten. Die Nach-frage nach PV-Anlagen (100 kWp – 1,5 MWp) ist tendenziell wieder leicht steigend. Jedenfalls verstärkt nachgefragt sind (Contracting-)Gesamtkonzepte – bestehend aus Planung, Netzzutritt, Behördenwege, Errichtung, Speichersystemintegration sowie die optimierte Überschussvermark-tung und Lastgangsoptimierung.
Das Produkt Energy Complete - Wärmecontracting sieht sich vor allem bei den betriebenen Gasanlagen einem starken Mitbewerb durch Fern- und Nahwärmeanbieter ausgesetzt. Der Rückgang der Großhandelspreise für Erdgas und das überarbeitete Erneuerbaren Wärme Gesetz (EWG) und Unsicherheiten bzgl. zukünftiger Förderungen, führte zu einem Nachfragerückgang für die Umstellung von Gas auf erneuerbare Heizsysteme. Die zusätzliche Möglichkeit der Temperierung/Kühlung von Wohngebäuden mit Wärmepumpen, natürlich in Kombination mit PV-Anlagen, werden als Wettbewerbsvorteil gegenüber der Fernwärme gesehen, auch im Bestand. Die Dekarbonisierung der Raumwärme wird nur durch den Einsatz aller verfügbaren Technologien und Geschäftsmodelle umsetzbar sein (zentral und dezentral), was auch eine gerechte Förderlandschaft für alle Technologien und die Berücksichtigung der Lebenszykluskosten (CAPEX und OPEX) bedingt.
Die Anlagenverluste an lokale Fern- und Nahwärmenetze werden durch eine konsequente Umsetzung der Energy Complete Vertriebsstrategie kompensiert. In Abstimmung mit den Bestandskunden wird laufend der Anlagenbestand evaluiert und ein Sanierungsfahrplan, vor allem für fossile Heizzentralen, erarbeitet. Ziel ist die Vertragsverlängerung durch Umrüstung auf erneuerbare und effiziente Technologien. Bei Umrüstung von Bestandsanlagen auf lokale Fern- und Nahwärme gelingt es großteils ein Dienstleistungspaket (Wartung, Störmanagement) zu verkaufen, um die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen zu dämpfen. Zusätzlich kann mittlerweile die Wartung und Reparatur von Wohnungsstationen mittels Eigenpersonal einen positiven Beitrag zum Geschäftsergebnis liefern und das Dienstleistungsangebot weiter erhöhen.
Mobilität
Der Hochlauf der Elektromobilität nimmt weiterhin stetig zu. Dementsprechend werden Ladeinfrastrukturlösungen im öffentlichen Raum und im B2B Segment verstärkt ausgebaut. Neben der B2B-Vertriebssektion steht der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur und der laufende Betrieb der Stationen im Fokus.
Im Jahr 2025 wurde, wie auch im Vorjahr, keine Ausschüttung getätigt.
Im Jahr 2025 wurde der Beteiligungsansatz der Energie Steiermark Kunden GmbH um 26,57 MEUR abgeschrieben.
KERNUNTERNEHMEN II: ENERGIENETZE STEIERMARK GMBH
Die Energienetze Steiermark GmbH ist ein unabhängiger Stromnetz- bzw. Gasnetzbetreiber im Sinne des § 146 Abs. 2 Elektrizitätswirtschaftsgesetz 2025 i.d.g.F. (ElWG) bzw. des § 106 Abs. 1 Gaswirtschaftsgesetz 2011 i.d.g.F (GWG). Die Energienetze Steiermark GmbH betreibt zur Verteilung von Strom und Erdgas ein eigenes Leitungsnetz für Strom- und Gasleitungen. Das Stromnetz umfasst eine Länge von rund 32.100 km im Hoch-, Mittel und Niederspannungsbereich, das Erdgasleitungsnetz umfasst rund 4.200 km im Hoch- und Niederdruckbereich.
Die Neufestsetzung der Stromnetzentgelte für Verbraucher (Netznutzung- und Netzverluste) ergab für die Energienetze Steiermark GmbH für das Jahr 2025 eine durchschnittliche Änderung der Stromnetzentgelte in Höhe von +21 %, wobei die Netznutzungsentgelte sich durchschnittlich um +28 % erhöht sowie die Netzverlustentgelte sich durchschnittlich um -44 % gegenüber 2024 reduziert haben. Für Einspeiser reduziert sich das Netznutzungsentgelt für das Jahr 2025 um durchschnittlich -35 % (Differenzierung des Netzverlustentgeltes zwischen Verbraucher und Einspeiser).
Die Neufestsetzung der Gassystemnutzungsengelte für die Energienetze Steiermark GmbH per 01.01.2025 zeigt eine durchschnittliche Erhöhung von +18,8 %. Dabei ergab sich in der Netzebene 2 eine Erhöhung der Entgelte um durchschnittlich +17,3 % und in der Netzebene 3 eine Erhöhung um durchschnittlich +19,7 %.
Im Jahr 2025 wurde, wie auch im Vorjahr, keine Ausschüttung getätigt.
KERNUNTERNEHMEN III: ENERGIE STEIERMARK GREEN POWER GMBH
Im Geschäftsjahr 2025 wurden die Hauptbauarbeiten am Windpark Freiländeralm 2, dem zukünftig größten Windpark der Energie Steiermark, begonnen. Die Inbetriebnahme der ersten Anlagen wird sukzessive in den kommenden Monaten erfolgen. Daneben wurden wesentliche Vorbereitungsarbeiten für den etwa gleich großen Windpark Soboth-Eibiswald durchgeführt. Mit Inbetriebnahme dieser beiden Parks steigt die Eigenerzeugung des Energie Steiermark Konzerns um rund 400 GWh.
Die Energie Steiermark Green Power GmbH als nachhaltige Energieerzeugungstochter der Energie Steiermark AG ist das konzerninterne Kompetenzzentrum für das Thema „Bau“. Es werden eigene Wasserkraftwerke, Windparks und PV-Anlagen projektiert, errichtet und betrieben. Weiters erfolgt die vollinhaltliche Abwicklung von Bauvorhaben im Hoch- und Leitungsbau in der Mittel- und Niederspannungsebene sowie im Niederdruckgasnetz im gesamten Versorgungsgebiet der Energienetze Steiermark GmbH sowie die Errichtung von Netzanschlüssen, Hausanschlussleitungen und Trafostationen für Kund:innen. Ergänzend werden vermehrt Montagedienstleistungen in der Mittel- und Niederspannungsebene primär für Konzernunternehmen abgewickelt. Darüber hinaus werden technische Dienstleistungen im Rahmen von Betriebsführungsübereinkommen für elektrische Anlagen von Dritten erbracht.
Im Jahr 2025 wurde, wie auch im Vorjahr, keine Ausschüttung getätigt.
KERNUNTERNEHMEN IV: ENERGIE STEIERMARK WÄRMEGMBH
Die Energie Steiermark Wärme GmbH beliefert seit vielen Jahren zuverlässig die Energie Graz GmbH und damit anteilig die Fernwärmekunden in Graz sowie in 25 weiteren Städten und Gemeinden der Steiermark. Zum 1. Juli 2025 führte die Entwicklung auf den Energiemärkten bei rund 9.000 Kunden zu einer moderaten Preiserhöhung von 4,4 Prozent. In vier Fernwärmenetzen, die ehemals mit allen bestehenden Kundenverträgen und Tarifblättern von anderen Betreibern übernommen wurden, ergaben die vereinbarten Preisindizierungen für rund 1.200 Kunden hingegen Preissenkungen im einstelligen Prozentbereich. Der an die Energie Graz GmbH festgesetzte Fernwärmepreis wurde von der Preisbehörde überprüft, für korrekt befunden und daher nicht angepasst. Auch das im Zusammenhang mit der Preisregulierung geführte Regulierungskonto wurde geprüft und anerkannt. Es dient dazu, die tatsächlich erzielten Erlöse mit den zulässigen Einnahmen abzugleichen, wobei sowohl die Mengenentwicklung als auch die tatsächlich entstandenen Kosten berücksichtigt werden. In den Fernwärmeversorgungsgebieten südlich von Graz blieb der Energiepreis ebenfalls unverändert und liegt derzeit geringfügig über dem von der Energie Graz GmbH im stärker verdichteten Stadtgebiet angewendeten Tarif.
Fernwärme
Das Jahr 2025 war insgesamt etwas kühler als der Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Dieser kürzere Vergleichszeitraum bildet die aktuellen klimatischen Bedingungen und damit den tatsächlichen Wärmebedarf wesentlich genauer ab als langfristige Mittelwerte. Angesichts der deutlichen klimatischen Veränderungen der letzten Jahre würden längere Zeitreihen die aktuellen Trends nur unzureichend widerspiegeln.
Die Fernwärmeaufbringung lag 2025 bei 1.412 GWh (2024: 1.335 GWh). Der Anteil aus hocheffizienter KWK-Wärme, industrieller Abwärme und erneuerbaren Quellen betrug 60,6 % – ein deutlicher Anstieg gegenüber 50,7 % im Vorjahr. Außerhalb des Großraums Graz (Stadt Graz und südliches Umland) wurden sogar 81,3 % erreicht, nach 79,1 % im Jahr 2024.
Für die kommenden Jahre wird in den Netzen der Energie Steiermark Wärme GmbH weiterhin ein moderater Zuwachs des Fernwärmeabsatzes erwartet, getrieben durch Netzverdichtung und Neuanschlüsse. Die von der Bundesregierung beschlossene Förderung „Kesseltausch 2026“ als Nachfolger von „Raus aus Öl und Gas“, das nach wie vor positive Image der Fernwärme sowie die wieder günstigeren Preise werden diese Entwicklung zusätzlich unterstützen.
Strom
Im Jahr 2025 erzeugten die Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen der Energie Steiermark Wärme GmbH insgesamt 74 GWh Strom – überwiegend mit den Gasturbinen in Thondorf und Spielberg, ergänzt durch die Erdgasmotoren in Knittelfeld sowie die Biomasse-KWK-Anlage in Murau. Besonders die Gasturbine in Thondorf trug durch ihren äußerst zuverlässigen Einsatz maßgeblich zur deutlichen Steigerung der Stromproduktion bei, die im Vergleich zum Vorjahr von 32 GWh auf 74 GWh im Berichtsjahr anwuchs.
Im Jahr 2025 wurde, wie auch im Vorjahr, keine Ausschüttung getätigt.
KERNUNTERNEHMEN V: ENERGIE STEIERMARK SERVICE GMBH
Die Energie Steiermark Service GmbH erbringt Kundenservice-, Abrechnungs- und Messdienstleistungen für alle inländischen Gesellschaften des Energie Steiermark Konzerns sowie für ausgewählte externe Auftraggeber. Zum Leistungsportfolio zählen telefonische,schriftliche und persönliche Kundenberatung, die Abwicklung von Vertrags- und Marktprozessen, Fakturierung, Zahlungs- und Forderungsmanagement sowie Messdienstleistungen.
Der Fokus der Gesellschaft liegt auf der qualitativ hochwertigen Erbringung der beauftragten Dienstleistungen bei maximaler Kosteneffizienz (Cost-to-Serve) sowie auf dem kontinuierlichen Ausbau des externen BPO-Geschäfts (Business Process Outsourcing).
Die Optimierung der Dienstleistungsprozesse einschließlich der IT-Systeme wird maßgeblich durch die Projektfahrpläne der Auftraggeber bestimmt, zunehmend aber auch durch neue gesetzliche und marktseitige Anforderungen (z. B. Stromkostenzuschuss, SNE-VO). Ein zentrales Ziel ist die fortlaufende Digitalisierung der Serviceprozesse unter Anwendung von Customer-Experience-Methoden und dem Einsatz neuer Technologien, insbesondere Künstlicher Intelligenz.
Nach dem starken Anstieg der Kundenkontakte und Geschäftsfälle in den Jahren 2022 und 2023 infolge der turbulenten Entwicklungen am Energiemarkt hat sich das Volumen im Geschäftsjahr 2025 stabilisiert und liegt auf Vorjahresniveau – jedoch weiterhin rund 40 % über dem Durchschnitt der Vorkrisenjahre 2018–2021.
Die Dynamik des Energiemarktes führt weiterhin zu erheblichen Veränderungen und steigender Komplexität in sämtlichen Prozessen. Hinzu kommen laufend neue gesetzliche Anforderungen, die insbesondere die Abrechnungsteams sowie die Abteilung Messleistungen betreffen. Im Jahr 2025 stand zudem die Verabschiedung des neuen Strommarktgesetzes (ElWG) im Fokus; entsprechende Entwürfe wurden intensiv diskutiert und analysiert.
Wie in den Vorjahren wurde auch 2025 großer Wert auf die interne Weiterentwicklung gelegt. Das ES-Empowerment-Programm wurde erfolgreich fortgeführt. Für das erweiterte Führungskräfteteam wurde zudem das Entwicklungsprogramm „ES Future Lab“ mit dem diesjährigen Schwerpunkt „ESG und Nachhaltigkeit“ umgesetzt.
Der Beteiligungsertrag der Energie Steiermark Service GmbH liegt bei 1,33 MEUR. Im Vorjahr lag die Ausschüttung bei 0,19 MEUR.
ENERGIE GRAZ GMBH
Die Energie Graz gestaltet als kommunaler Energiedienstleister einen wesentlichen Teil der Infrastruktur in der steirischen Landeshauptstadt Graz. Das Unternehmen versorgt Kunden mit Strom, Erdgas und Fernwärme. Als nachhaltiger Energiedienstleister forciert das Unternehmen den regionalen Infrastrukturausbau und die Nutzung von neuen umweltfreundlichen Technologien, wie etwa Elektromobilität oder Photovoltaik.
Seit dem Jahr der Energiekrise 2022 ist das extreme Energiemarktpreisniveau wieder deutlich gesunken, die Preise bleiben dennoch deutlich über Vorkrisenniveau. Ende 2024 war aufgrund der Unsicherheit der Gasdurchleitung durch die Ukraine sowie aufgrund des russischen Gaslieferstopps betreffend OMV wieder ein zwischenzeitlicher Preisanstieg zu verzeichnen. Der zunächst umgesetzte Gaslieferstopp der OMV-Mengen und die mit Jahreswechsel gänzliche Unterbrechung der Gasdurchleitung durch die Ukraine haben zu einer rund 20%-igen Erhöhung des Spotpreises im Jänner 2025 auf rund 50 EUR/MWh geführt. Diese Preise haben sich im Laufe des Jahres 2025 wieder stabilisiert und liegen nun Ende 2025 bei rund 30 EUR/MWh.
Aufgrund der sich stark ändernden Marktgegebenheiten wurden auch entsprechende Preisänderungen bei Strom (deutliche Preissenkung per 1.10.2025) und Erdgas (Preissenkungen 2. Quartal 2024 und 1.1.2025, geringfügige Preisanhebung 1.7.2025) durchgeführt. Auf Basis des Preisprüfungsverfahrens des Landes Steiermark wurden per 1.10.2024 auch die Fernwärmepreise der Energie Graz um rund 20 % reduziert und blieben seither unverändert. Ein Aufholen der unzureichenden Kostenabgeltung der Wärmeerzeugung in der Energiekrise von Ende 2021 bis 2023 (Abbau des Regulierungskontos des Wärmelieferanten Energie Steiermark) wird auch noch ein wesentlicher Kostenbestandteil des Fernwärmepreises in den kommenden Jahren sein.
Vor dem Hintergrund des 100%-igen Beteiligungsverhältnisses wurde die Solar Graz GmbH als übertragende Gesellschaft auf die Energie Graz GmbH als übernehmende Gesellschaft Ende Juni 2025 verschmolzen. Seit der Verschmelzung werden die Naturstromtarife der ehemaligen Solar Graz unverändert über die Energie Graz GmbH angeboten. Zivilrechtlich erfolgte die Verschmelzung in Gesamtrechtsnachfolge, sodass alle Vertragsverhältnisse mit Eintragung ins Firmenbuch ohne weiteres Zutun auf die Energie Graz GmbH übergegangen sind.
Mit aller Energie für ein nachhaltiges und lebenswertes Graz! Dies ist die Vision der Energie Graz. Die Energie Graz übernimmt Verantwortung für eine nachhaltige Energiewende in Graz und entwickelt dafür zukunftsorientierte Energielösungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei in der Transformation zu einer hocheffizienten Fernwärmeerzeugung. Für diese Transformation wurde in Abstimmung mit Energie Steiermark Wärme GmbH ein Dekarbonisierungsplan erstellt, der den Anteil an grüner Wärme im Jahr 2030 mit über 60 % ausweist und insbesondere die Kriterien der qualitätsgesicherten Fernwärme mit 80 % ab dem Jahr 2035 dauerhaft sicherstellen soll. Der Dekarbonisierungsplan wurde als verbindliche Grundlage für die weitere Entwicklung des Fernwärmesystems im Großraum Graz festlegt. Schwerpunktprojekte sind unter anderem die Errichtung des Energiewerks Graz und der Energetischen Klärschlammverwertungsanlage in Gössendorf.
Um die Kunden mit möglichst regionaler erneuerbarer Energie zu versorgen, wird auch weiterhin in dezentrale nachhaltige Erzeugungsanlagen investiert werden. Mit dem Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur unterstützt die Energie Graz zudem die Verbreitung der Elektromobilität in Graz. Mit geplanten Investitionen von über 150 Mio. € in den nächsten fünf Jahren, vorwiegend in die Wärme- und Strominfrastruktur (das Energiewerk und die Klärschlammverwertungsanlage stellen darüberhinausgehende Investitionen dar), wird weiterhin eine Energiebereitstellung mit höchster Versorgungssicherheit gewährleistet.
Für das Geschäftsjahr 2026 plant die Energie Graz eine Betriebsleistung aus den Geschäftsbereichen Strom, Gas, Fernwärme und Licht, unter Berücksichtigung der jeweiligen Mengen- und Preisprognosen, von ca. 334 Mio. €. Das Investitionsbudget für das Jahr 2026 ist mit rund 35,1 Mio. € angesetzt. Das operative Ergebnis im Geschäftsjahr 2026 wird in Höhe von 19,6 Mio. € erwartet, mit steigender Entwicklung in den Folgejahren.
III. WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG DES UNTERNEHMENS
Die Energie Steiermark AG hält als Leitgesellschaft des Konzerns direkt und indirekt Beteiligungen in den Geschäftsbereichen Strom, Gas und Wärme. Hervorzuheben sind insbesondere Beteiligungen an der Energienetze Steiermark GmbH, der Energie Steiermark Kunden GmbH, der Energie Steiermark Service GmbH, der Energie Steiermark Green Power GmbH, der Energie Steiermark Wärme GmbH sowie der Energie Graz GmbH. Weiters ist die Energie Steiermark AG zentraler Dienstleister von Management-Services für alle verbundenen Unternehmen.
1. Geschäftsverlauf
Die Umsatzerlöse für 2025 betragen 93,42 MEUR und steigen gegenüber 2024 um 5,65 MEUR. Grund dafür sind höhere konzerninterne Verrechnungen aus Shared-Service-Dienstleistungen infolge steigender Kosten.
Der Personalaufwand für 2025 liegt bei 47,70 MEUR und steigt um 1,16 MEUR im Vergleich zum Vorjahr. Grund dafür sind KV-Erhöhungen und ein gestiegener Personalstand.
Die Abschreibungen für 2025 betragen 7,31 MEUR und steigen um 0,55 MEUR gegenüber dem Vorjahr und begründen sich mit den Investitionen in den Bereichen MMI und IT.
Der sonstige betriebliche Aufwand für 2025 liegt bei 39,35 MEUR und erhöht sich gegenüber 2024 um 5,10 MEUR. Gründe dafür sind insbesondere höhere Aufwendungen aus Rechts- und Beratungsaufwand im Zusammenhang mit Projekten, einem höheren Wartungsaufwand aus dem Bereich IT und höhere Fremdleistungen in den Bereichen MMI und CO.
Das Betriebsergebnis beträgt im Jahr 2025 1,11 MEUR und sinkt gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres (2024: 2,67 MEUR).
Das Finanzergebnis liegt bei 79,21 MEUR und reduziert sich gegenüber dem Vorjahr um 42,03 MEUR. Grund dafür ist der geringere Dividendenertrag aus der Verbund Hydro Power GmbH, welcher sich für 2025 (ex 2024) mit 79,70 MEUR niederschlägt und sich im Vergleich zum Vorjahr um 21,19 MEUR reduziertsowie geringere Dividendenerträge aus der phasenkongruenten Energie Graz GmbH ex 2025 mit 3,01 MEUR (2024: 4,39 MEUR) sowie geringere Dividendenerträge aus Elektrizitätswerke Bad Radkersburg GmbH (ex 2024) mit 0,13 MEUR (2024: 0,36 MEUR) und der Stadtwerke Bruck GmbH (ex 2024) mit 0,14 MEUR (2024: 0,21 MEUR).
Diese Effekte konnten durch höhere Dividendenerträge der STEFE SK (ex 2024) in Höhe von 8,77 MEUR (+3,26 MEUR im Vergleich zum Vorjahr), der Energie Steiermark Service GmbH in Höhe von 1,33 MEUR (+1,14 MEUR im Vergleich zum Vorjahr), der phasenkongruenten Energie Steiermark Finanz-Service GmbH in Höhe von 3,12 MEUR (+0,69 MEUR im Vergleich zum Vorjahr) und der Aqua.Net GmbH in Höhe von 1,14 MEUR (+0,43 MEUR im Vergleich zum Vorjahr) nicht kompensiert werden.
Es kam im Jahr 2025 zu einer Abschreibung des Beteiligungsansatzes der Energie Steiermark Kunden GmbH in Höhe von -26,57 MEUR und zu einer Zuschreibung des Beteiligungsansatzes der Energie Graz GmbH in Höhe von 7,72 MEUR (Vorjahr 6,23 MEUR).
Im Jahr 2025 entfallen 99,59 MEUR auf Beteiligungserträge (Vorjahr 116,85 MEUR) und -18,85 MEUR auf Beteiligungsbewertungen (Vorjahr 6,23 MEUR).
Nach Berücksichtigung der Steuern und Rücklagenbewegungen ergibt sich ein Bilanzgewinn in Höhe von 75 MEUR (Vorjahr: 70 MEUR).
2. Finanzielle Leistungsindikatoren
Für das Geschäftsjahr 2025 wurden folgende finanzielle Leistungsindikatoren errechnet:
| EBITDA (Betriebsergebnis + Abschreibungen) | 8,42 MEUR | (2024: 4,10 MEUR) |
|---|---|---|
| Finanzergebnis | 79,21 MEUR (2024: 121,24 MEUR) | |
| davon Beteiligungserträge | 99,68 MEUR (2024: 116,85 MEUR) | |
| Return on Equity (ROE: versteuertes Ergebnis/ø Eigenkapital) | 5,75 % | (2024: 8,42 %) |
| Eigenkapitalquote (Eigenkapital/Gesamtkapital) | 91,41 % | (2024: 91,52 %) |
Der durchschnittliche Personalstand liegt im Jahr 2025 mit 391,04 Mitarbeitern über dem Niveau des Vorjahres (368,02 Mitarbeiter).
IV. ZWEIGNIEDERLASSUNGEN
Die Energie Steiermark AG hat keine im Firmenbuch eingetragenen Zweigniederlassungen.
V. NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
1. Personal
Personalmanagement
Das Personalmanagement muss einerseits das für die Erschließung neuer Geschäftsfelder erforderliche Personal aufnehmen, andererseits geeignete Instrumente zur Optimierung der Belegschaftsstruktur und zur gezielten Verjüngung der Altersstruktur zur Verfügung stellen. So werden über ein gezieltes Recruiting jene potentiellen Mitarbeiter:innen angesprochen, die die dem Unternehmen gestellten neuen Aufgaben und Herausforderungen annehmen und bewältigen können. Die wesentlichste Herausforderung ergibt sich dabei aus der begrenzten Anzahl an geeigneten Kandidat:innen für eine große Anzahl an offenen Stellen vieler Arbeitgeber. Das Hervorheben von Unterscheidungsmerkmalen im Sinne eines employer brandings wird daher zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Andererseits ergibt sich durch die Beschäftigung einer großen Anzahl von älteren Mitarbeiter:innen und deren pensionsbedingten Ausscheiden in den kommenden Jahren die Notwendigkeit, Rahmenbedingungen für einen fließenden Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand festzulegen und gleichzeitig die entstehenden Lücken durch junge, motivierte Mitarbeiter:innen zu schließen. Das Altersteilzeitmodell 2022 und die Aufnahme und Weiterbeschäftigung von Lehrlingen bzw. Jungfacharbeiter:innen werden als wesentliche Mittel dazu betrachtet. Der Wichtigkeit der Investition in junge Mitarbeiter:innen wurde durch der beschlossenen Aufstockung der Lehrlingsaufnahmen um 40% Rechnung getragen.
Personalentwicklung
Der in der Energie Steiermark AG angesiedelten strategischen Personalentwicklung kommt die Aufgabe zu, Mitarbeiter:innen im Konzern bestmöglich auf die sich aus dem laufenden Betrieb ergebenden sowie auf zukünftige Aufgabenstellungen vorzubereiten.
Das ganzheitliche Aus- und Weiterbildungsangebot sowohl für Führungskräfte als auch für Mitarbeiter:innen reicht von fachspezifischen Schulungen und Schulungen zur Arbeitsmethodik über Initiativen zur betrieblichen Gesundheitsförderung bis zu gezielten Trainings zur Stärkung der persönlichen und sozialen Kompetenzen und wird zum größten Teil hausintern abgedeckt. In einer jährlichen Evaluierung des Bildungsbedarfs werden zukünftige bedarfsorientierte Weiterbildungsmaßnahmen konkretisiert und umgesetzt.
Das jährlich stattfindende Mitarbeiter:innengespräch dient als ein zentrales Entwicklungsinstrument, um die Mitarbeiter:innen bedarfsorientiert in der täglichen Arbeit sowie bei der Bewältigung zukünftiger Aufgaben zu unterstützen. Es erfolgt eine faire und offene Leistungsbeurteilung, wobei die Förderung von Leistungspotenzialen sowie die Entwicklungsplanung der Mitarbeiter:innen im Vordergrund stehen. Dieses zentrale Entwicklungsinstrument dient der gezielten Unterstützung für aktuelle und zukünftige Herausforderungen.
Mit dem Ziel, die Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen mit dem Status quo abzufragen, aber auch, um ihnen Raum für Anregungen oder Änderungswünsche zu geben, wird in regelmäßigen Abständen eine umfassende Mitarbeiter:innenbefragung durchgeführt.
Junge Menschen im Mittelpunkt
Die Lehrlingsausbildung hat im Unternehmen einen hohen Stellenwert. Die verschiedenen Lehrberufe bzw. Ausbildungen werden dem zukünftigen Bedarf bzw. den erwarteten Anforderungen entsprechend jährlich neu evaluiert. Auch im vergangenen Jahr wurde das hohe Niveau der Lehrlingsausbildung, die im österreichweit modernsten Ausbildungs- und Kompetenzzentrum für „Green Energy stattfindet, durch mehrere Auszeichnungen bestätigt.
Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter:innen
Um aktuelle und zukünftige Herausforderungen zu meistern, sind gesunde, motivierte und leistungsstarke Mitarbeiter:innen für das Unternehmen von größter Bedeutung. Die Energie Steiermark AG betrachtet es als eine ihrer Aufgaben, die Belegschaft im Sinne der Gesundheitsförderung aktiv zu unterstützen und gezielte Präventionsaktivitäten zu setzen. Eine vielseitige betriebliche Gesundheitsvorsorge mit Unterstützung von Betriebsärzten und Arbeitspsychologen trägt diesem Bestreben Rechnung.
2. Umwelt/Nachhaltigkeit
Die Energie Steiermark AG richtet sich konsequent nach den neuen Bedürfnissen des Marktes aus und positioniert sich als modernes Dienstleistungsunternehmen, bekennt sich zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und setzt alle ihre möglichen Maßnahmen zur Schonung der Umwelt. Die konkrete Umsetzung der Projekte erfolgt in den Tochtergesellschaften.
VI. VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG, RISIKEN UND KONZERNKRISENMANAGEMENT
1. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens und Ausblick
Ein Risiko für die weitere Entwicklung bleibt weiterhin die bestehende handelspolitische Unsicherheit, die auch international trotz einiger bereits geschlossener Handelsabkommen zu keinen stabilen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen führt. Innenpolitisch ist vor allem die nach wie vor hohe Inflation ein potenzieller Risikofaktor. Die weitere Entwicklung der Investitionstätigkeit ist wiederum stark von den bestehenden Erwartungen der Unternehmen abhängig. Dazu kommen Risiken aus der Umsetzung von notwendigen Konsolidierungsmaßnahmen.
Das Wachstum in Österreich wird im kommenden Jahr auf 1,0 % steigen und damit wieder auf dem Niveau des Euroraums mit 1,1 % liegen. Die Inflation soll auf 2,5 % zurückgehen und liegt weiterhin über der Inflation im Euroraum mit 2,1 %.
Die bereits beschlossenen Sparmaßnahmen zur Konsolidierung sollten die Budgets bereits entlasten und zu einem Defizit von 4,2 % im kommenden Jahr führen.
Geldpolitisch kam es 2025 im Euroraum zu mehreren Zinssenkungen bis auf derzeit 2,0 %. Mit weiteren Leitzinssenkungen im Jahr 2026 ist aktuell nicht zu rechnen. Sollte die Inflation aber nachhaltig unter 2 % liegen, könnte es durchaus zu nochmaligen Zinssenkungen seitens der EZB kommen.
Mit dem Auslaufen der staatlichen Entlastungsmaßnahmen einerseits (Strompreisbremse, Rücknahme der Senkung der Elektrizitäts- und Erdgasabgabe sowie Wiedereinhebung der Erneuerbarenpauschale und des Erneuerbarenförderbeitrags) und der Erhöhung der Netzentgelte für Strom und Gas bzw. der CO2-Preise andererseits kam es zu höheren Energiepreisen. Sinkende Großhandelspreise werden auch weitergegeben und führen in der Folge zu fallenden Konsumentenpreisen. Mit der europaweiten Einführung des Emissionshandelssystems ETS2 (CO2-Bepreisung auf Treibstoffe und Haushaltsenergie) Anfang 2027 ist ein Anstieg der Energiepreise zu erwarten. Für Österreich sollte dieser allerdings nur moderat ausfallen, da der angestrebte EU-weite CO2-Preis nur leicht über dem derzeitigen nationalen Niveau liegt.
Unmittelbares Umfeld
Zur Erreichung der vereinbarten Nachhaltigkeitsziele (COP-28 Ziel) ist eine jährliche Zunahme der Leistung aus Erneuerbarer Energie in Höhe von 1.122 GW/p.a. bis 2030 notwendig. Das entspricht einer Verdreifachung der bislang installierten Leistung. Die Wachstumsprognose für erneuerbare Energien liegt für den Zeitraum 2025-2030 allerdings um 5 % unter dem Wert des letzten Jahres und spiegelt damit die politischen, regulatorischen und marktbezogenen Veränderungen am weltweiten Energiesektor wider. Steigende Investitionen im Elektrizitätssektor fließen neben den Erneuerbaren Energien und Batteriespeicher auch wieder vermehrt in Kernkraft und Kohle. Die Ausgaben für Stromnetze sind in der EU in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen (+60 % seit 2021) und nehmen auch weiterhin zu.
Das nach wie vor hohe Energiepreisniveau in Europa belastet vor allem die Industrie und werden als Hemmnis für eine beschleunigte Elektrifizierung gesehen. In Österreich führt die Strompreiszonentrennung mit Deutschland zu einer erheblichen Verteuerung von Strom in Österreich (Österreichaufschlag).
Im Bereich Erdgas ist aufgrund des Importstopps für Gas aus Russland der Anteil von Flüssiggas auf rund 37 % der EU-Gasimporte gestiegen. Das hat auch Auswirkungen auf die Gasströme zwischen den Versorgungsmärkten und führt in der Folge zu Preisunterschieden zwischen den Hubs.
Am 11. Dezember 2025 wurde das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) mit einer Zwei-Drittel- Mehrheit im Nationalrat beschlossen. Dieses Gesetz schafft eine wichtige Grundlage für eine sichere, saubere und leistbare Energiezukunft. Weitere Gesetzesvorhaben im Energie- und Klimabereich (u. a. Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz, Erneuerbares-Gas-Gesetz, Gaswirtschaftsgesetz Neu, Klimagesetz) befinden sich weiterhin in unterschiedlichen Stadien des Gesetzgebungsverfahrens.
Die unmittelbaren Auswirkungen der Energiekrise haben sich im Laufe des letzten Jahres weiter abgeschwächt. Die Großhandelspreise von Strom und Erdgas haben sich auf einem erhöhten Niveau stabilisiert. Dazu kommt ein steigender Anteil an volatiler erneuerbarer Einspeisung und eine Zunahme von aktiven Marktteilnehmern durch vermehrte dezentrale Eigenoptimierung.
Die direkten Geschäftsfeldstrategien der Energie Steiermark werden im Rahmen des Strategieausschusses entwickelt und festgelegt. Der aktuelle Strategieprozess wurde im Jahr 2025 aktualisiert und angepasst. Schwerpunkthemen bis 2035 sind dabei
- Erneuerbare Erzeugung & H2: Ausbau der Erneuerbaren Erzeugung, H2-Elektrolyse, Ausbau der Batterie-Flexibilitäten. - - Zukunftsfitte Energienetze: Integration erneuerbarer Energie, Ausbau H2-Netze. Energielösungen & Vermarktung: Werthaltiges Kundenwachstum (grüne Energie-lösungen). - Dekarbonisierte Wärme: Erhöhung der Eigenaufbringung von erneuerbaren Energien für den Großraum Graz.
2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten (denen das Unternehmen ausgesetzt ist)
Wesentliche Risikomanagementmaßnahmen
Bilanzielle Ansatz- und Ausweisrisiken abgesichert
Eine wesentliche Risiko- und Chancenposition für die Energie Steiermark AG stellen potenzielle Bewertungsmaßnahmen für die großen Tochtergesellschaften Energienetze Steiermark GmbH, Energie Steiermark Kunden GmbH, Energie Steiermark Service GmbH, Energie Steiermark Green Power GmbH, Energie Steiermark Wärme GmbH, STEFE SK, Go Green Energy und la bellenergie dar. Bei erkennbaren Risiken für Werthaltigkeit und zukünftige Leistungsfähigkeit werden entschlossene Gegenmaßnahmen ergriffen. Das Performance- und Wachstumsprogramm PACE ist die zentrale Maßnahme zur Wertsicherung und gewährleistet durch einen umfassenden strategischen und organisatorischen Ansatz die Sicherung von Profitabilität, Werthaltigkeit und Wachstumspotenzialen im In- und Ausland. Das Risiko wesentlicher Bewertungsmaßnahmen bei verbundenen Unternehmen wird durch stringentes Beteiligungsmanagement und regelmäßige Überprüfung potenzieller Impairments gezielt minimiert.
Shared Services Risiken
Die Energie Steiermark AG erbringt Shared Services für ihre Tochtergesellschaften in den Bereichen Strategie, Unternehmensentwicklung, Beteiligungsmanagement, Kommunikation, Innovationsmanagement, Interne Revision, Controlling, Rechnungswesen, Recht und Human Resources. Um Prozessrisiken zu minimieren, setzt sie auf hohe Organisation, Digitalisierung und standardisierte Abläufe. Home-Office ist fest etabliert und wird durch eine leistungsfähige IT-Infrastruktur zuverlässig unterstützt.
Strategische Unternehmensrisiken
Strategische Risiken wie Nachfrageschwankungen, Lieferkettenprobleme, Marktvolatilität, regulatorische Änderungen, technologische Entwicklungen und Klimawandel beeinflussen die mittelfristige Entwicklung der Gesellschaft. Diese Risiken werden im Rahmen eines strukturierten Strategieprozesses und durch entsprechende Geschäftsfeldstrategien aktiv gesteuert.
IT-Risiken
Der Betrieb der IT sowie alle IT-Risiken betreffend die Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität der IT-Systeme und Daten werden durch ein nach ISO 27001 zertifiziertes Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) gemanagt. Technische und organisatorische Maßnahmen werden laufend gemäß Stand der Technik umgesetzt und das ISMS regelmäßig intern sowie extern auditiert.
Keine derivativen Finanzinstrumente
Die Energie Steiermark AG setzt keine derivativen Finanzinstrumente ein. Originäre Finanzinstrumente werden risikoavers und innerhalb klarer Limite zentral gesteuert, wodurch das Zielrating S&P A und eine nachhaltige Risikominimierung sichergestellt sind.
Gesamtrisikoposition und -beurteilung
Die Gesellschaft verfügt über eine robuste Risikotragfähigkeit und ein etabliertes Risikomanagementsystem. Es wurden keine wesentlichen Risiken, Bedrohungen und Ungewissheiten identifiziert, die für das Geschäftsjahr 2026 sowie in der Mittelfristsicht einzeln oder in ihrem Wirkungszusammenhang für die Energie Steiermark AG bestandsgefährdende Wirkung haben könnten.
VII. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
1. F&E-Koordination:
Das konzernweite F&E-Portfolio umfasste im Geschäftsjahr 2025 insgesamt 60 F&E-Aktivitäten, davon rund 45 geförderte F&E-Projekte, mit einem Gesamtaufwand von 2,28 MEUR. Darüber hinaus werden im Stabsbereich Innovation zentrale F&E-Dienstleistungen wahrgenommen, insbesondere die Vertretung in F&E-Gremien, das F&E-Prozessmanagement einschließlich Statistiken und Berichtswesen sowie die Leitung und Koordination ausgewählter F&E-Projekte auf Holdingebene.
Schwerpunkte der F&E-Aktivitäten auf Holding-Ebene sind insbesondere:
100 % Erneuerbare-Energie-Reallabore: Kooperationen mit den Innovationslaboren Weiz+, Murau und Stegersbach („act4energy next level“) Elektromobilität und Digitalisierung: Entwicklung von Ladeinfrastruktur als smarte Schnittstelle zwischen Energienetzen und Mobilität, unter anderem in den F&E-Projekten „friendlyCharge“, „Divergent“, „DiPS4EV@work“, „O-CEI“ sowie „Car2Flex“ (bidirektionales Laden) Energiespeicher: F&E-Aktivitäten wie die „Studie Batteriespeicher“ (Brachenprojekt), „Flexmodul“ (saisonaler Wärmespeicher) sowie das Projekt „EGent“ (agentenbasierte Optimierung von Batteriespeichern in Energiegemeinschaften) Wärmewende: Initiierung neuer F&E-Projekte im Rahmen des Förderprogramms „Leuchttürme der Wärmewende.
2. Forschungsinitiative Green Energy Lab (GEL)
Die Energie Steiermark AG ist Gründungsmitglied der Forschungsinitiative Green Energy Lab (www.greenenergylab.at). Im Berichtsjahr erfolgte eine strategische Neuausrichtung, in deren Zuge die Förderzusage als „Innovationslabor für die Wärmewende“ für den Zeitraum 2026 bis 2033 erlangt wurde. Das Green Energy Lab positioniert sich damit als relevanter Akteur in der F&E-Community sowie an der Schnittstelle zu öffentlichen Organisationen.
3. F&E-Partnerschaften / -kooperationen
• Der Innovationsbereich betreibt mit dem Next-Incubator eine Plattform für Nachhaltigkeitspartnerschaften – für dem F&E-Bereich bestehen unter anderem Kooperationen mit JOANNEUM RESEARCH / LIFE Institut, der Universität Graz / Wegener Center, dem Fraunhofer ISI (DE), dem Green Tech Cluster sowie Climate-KIC (EU). • Die Energie Steiermark AG hält Mitgliedschaften im Verein zur Förderung von Forschung und Entwicklung im Bereich Wasserstoff und erneuerbare Gase (WIVA P&G) sowie der Christian-Doppler-Gesellschaft (CDG).
4. Innovationsmanagement
Der next-incubator (www.next-incubator.com) ist der Innovations-Hub für Nachhaltigkeit der Energie Steiermark. Der Hub initiiert und pilotiert innovative Projekte und Maßnahmen mit internen sowie externen Expert*innen und Partner*innen. Der next-incubator arbeitet mit nationalen und internationalen Start-ups, Unternehmen und Organisationen an der Entwicklung von Lösungen in Bereichen wie Energieerzeugung, Energiespeicherung, Energieeffizienz und nachhaltiger Mobilität. Neben fachlicher Expertise bietet er Zugang zu einem weitreichenden Netzwerk aus Wirtschaft, öffentlichem Sektor und relevanten Innovations- und Nachhaltigkeits-Netzwerken. Zentrale Aktivitäten umfassen Innovationsprojekte, Calls für Start-ups, das konzernweite Ideen- und Förderungsmanagement, sowie die Durchführung von Workshops, Events und einem eigenen Podcast zu relevanten Zukunftsthemen. Die Schwerpunkte im Jahr 2025 wurden insbesondere auf Flexibilitäten, Energieinnovationen und Digitalisierung/KI gelegt.
Graz, am 23. Februar 2026
Der Vorstand:
Dipl-Ing.(EMag.(FH) Martin Graf, MBA
IyMag. Werner Ressi