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Lagebericht 2025

IMA Schelling Austria GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 17. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

IMA SCHELLING AUSTRIA GMBH

1) Lage des Unternehmens und Geschäftsverlauf

Die IMA Schelling Austria GmbH zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Maschinen und Anlagen zur Bearbeitung - insbesondere Aufteilung - von Platten aus vielfältigen Materialien. Dabei zeichnet sich die Gesellschaft durch hohe Produktqualität und maßgeschneiderte Lösungskompetenz aus. Die Produktpalette der IMA Schelling Austria GmbH umfasst eine breite Vielfalt an modularen Einzelund Standardmaschinen für Zuschnitt und Bearbeitung von Platten aus Holz, Kunststoff, Dämmmaterial, Metallen (Aluminium, Stahl, Blech, etc.), Span- und Sperrholz und diversen anderen Materialien.

Darüber hinaus verfügt die IMA Schelling Austria GmbH durch jahrzehntelange Erfahrung über ein hohes Know-how für die Entwicklung von komplexen, verketteten Produktionsanlagen und Fertigungsstraßen für Industriebetriebe aus den Bereichen Möbelherstellung, Automotive, Kunststoffbearbeitung und zahlreichen anderen Branchen.

Im Geschäftsjahr 2025 musste die IMA Schelling Austria GmbH einen Umsatzrückgang auf MEUR 101,5 (Vorjahr: MEUR 113,6) verzeichnen, dies entspricht einem Rückgang von ca. -10,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Dabei teilten sich die Umsätze in MEUR 64,7 Neumaschinen- und Anlagenumsätze (Vorjahr: MEUR 83,8) und MEUR 36,8 Umsätze aus dem Bereich After-Sales (Service und Ersatzteilgeschäft, Umbauten, Optimierungen, Weiterverrechnungen, Fracht und Transport) (Vorjahr: MEUR 29,8). Der Maschinen- und Anlagenumsatz teilt sich mit rund 31,4 % (Vorjahr: 38,9 %) auf standardnahe Produkte und mit 68,6 % (Vorjahr: 61,1 %) auf Sonder- und Spezialanfertigungen (Großanlagen) auf.

Die Umsatzerlöse in 2025 haben einen Teil des hohen Auftragsbestands aufgezehrt. Der durchschnittliche Auftragsstand während des abgelaufenen Geschäftsjahres sank auf MEUR 59,8 (Vorjahr: MEUR 70,0). Der Auftragseingang in 2025 blieb etwas hinter den Erwartungen, speziell die Sommermonate Juni bis September waren von einem geringen Auftragseingang geprägt. Im vierten Quartal 2025 sind die Auftragseingänge wieder spürbar gestiegen. Auch die ersten beiden Monate im Jahr 2026 lagen in etwa auf dem budgetierten Niveau. Der Auftragsstand beträgt zum aktuellen Zeitpunkt (März 2026) MEUR 52,2, was in etwa 73,1 % des budgetierten Neumaschinen- und Anlagengeschäfts des Jahres 2026 entspricht. Darin sind bereits Aufträge für das Jahr 2027 enthalten, mit einem Volumen von rund MEUR 2,3.

Sowohl auftrags- als auch kostenseitig konnte die standortübergreifende Zusammenarbeit mit der konzernverbundenen IMA Schelling Deutschland-Gruppe weiter gefördert und ausgebaut werden. Die gemeinsamen Töchterunternehmen sind mittlerweile fast alle umfirmiert und treten einheitlich als IMA Schelling Marke auf.

Weiterhin wird das gemeinsame Vertriebsnetz ausgebaut und die Arbeitskräfte im Service- und Vertriebsbereich auf beide Marken und Produkte geschult. Der Montagestandort in Polen wurde im vergangenen Jahr ebenfalls gemeinschaftlich genutzt, was die konzernweiten Outsourcing-Kosten kontinuierlich sinken lässt. Gemeinsame IT-Lösungen werden umgesetzt und eine einheitliche Maschinensoftware für die Unternehmensgruppe wird derzeit entwickelt und ist bereits bei den ersten Maschinen im Einsatz.

Im Geschäftsjahr 2025 belief sich die Exportquote über alle verrechneten Produkte und Dienstleistungen auf 94,9 % (Vorjahr: 94,9 %). Wie in den Vorjahren hat Deutschland seinen Spitzenplatz als wichtigster Exportmarkt mit einem Umsatzanteil von 31,6 % (Vorjahr: 32,8 %) behauptet, gefolgt von Italien mit 14,8% (Vorjahr: 7,0%). Als drittwichtigster Absatzmarkt erwiesen sich vergangenes Jahr die USA

mit 9,6 % (Vorjahr: 18,1 %). Dahinter rangieren Polen mit 7,4 % (Vorjahr: 84,4 %) und Osterreich mit 5,1 % (Vorjahr: 5,1 %) auf den Plätzen vier und fünf.

Der hohe Exportanteil und somit Erfolg an den internationalen Märkten zeigt den Bekanntheitsgrad und die Reputation der Produktmarke IMA Schelling. Sowohl Industrie- als auch Handwerkskunden schätzen die hochtechnologischen Maschinen und Anlagen und vertrauen auf die bewährte Vorarlberger Lösungskompetenz für Spezialanwendungsfälle. Weltweit existieren mehr als 10.000 im Dauereinsatz befindliche Maschinen und Anlagen der Marke Schelling, welche in unterschiedlichsten Industriezweigen Ihren Einsatz finden. Durch die weltweite Präsenz unserer Kundendienstspezialisten, sowohl im Stammwerk als auch bei Konzerngesellschaften und Vertriebspartnern, kann die notwendige Nähe zum Kunden optimal gewährleistet werden.

Alle Produkte werden in Schwarzach entwickelt und konfiguriert. Der wesentliche Teil der Produkte wird zudem in Osterreich bautechnisch umgesetzt und finalisiert. Dabei werden rund 95% der Materialien und bezogenen Dienstleistungen aus dem Inland sowie dem umliegenden EU-Raum bezogen (insbesondere Deutschland). Die Konzerngesellschaft IMA Schelling Polska Sp. z o.o. fungiert als Hersteller von bestimmten Rohmaterialien, Bauteilen und Baugruppen.

Das sehr tiefe Produktportfolio der IMA Schelling Austria GmbH bietet Lösungen sowohl für Kunden mit sehr hohen Produktionsvolumina (Massenfertigung), als auch für maßgeschneiderte Einzelplattenzuschnitte (Individualfertigung).

Das Geschäftsjahr 2025 war maßgeblich von der schwachen wirtschaftlichen Lage in Deutschland und der Zollthematik in den USA getrübt. Das Jahr wurde mit einem negativen Ergebnis vor Steuern in Höhe von EUR -4.357.335,93 (Vorjahr: EUR 1.440.782.26) abgeschlossen, was einer Umsatzrentabilität von -4,3 % (Vorjahr: 1,3 %) entspricht.

2) Finanzielle Leistungsindikatoren

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
20252024
Eigenkapitalquote(EK/GK)24,5 %33,1 %
Anlagenintensität(AV/GV)14,7 %13,8 %
Anlagendeckungsgrad(EK/AV)166,4 %239,8 %
Umsatzrentabilität(Ergebnis vor Steuern/Umsatz)-4,3 %1,3 %

Im Geschäftsjahr 2025 wurden nur kleinere bis mittlere Investitionen am Verwaltungs- und Ingenieursgebäude getätigt. In der Produktionshalle wurde in eine neue Krananlage investiert (TEUR 236) und das Lager wurde um eine zusätzliche Kommissionierstation enweitert (TEUR 336).

Die Softwarelandschaft ist neben den laufenden Wartungs- und Lizenzkosten zusätzlich um rund TEUR 425 ergänzt und erweitert worden. Außerdem wurden Investitionen in Höhe von rund TEUR 314 in die EDV-Hardware getätigt.

Das vorhandene Anlagevermögen ist nach wie vor mit ausreichend Eigenkapital gedeckt (Anlagendeckungsgrad 166,4 %; Vorjahr: 239,8 %).

Das Vorratsvermögen setzt sich zu ca. 41,3 % aus unfertigen oder fertigen Erzeugnissen und zu rund 58,7 % aus Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen zusammen. Die Position wird um geleistete Anzahlungen auf Vorräte sowie erhaltene Anzahlungen für angearbeitete Aufträge ergänzt. Das ausgewiesene Vorratsvermögen ist um MEUR 0,2 geringer als im Vorjahr.

Die stichtagsbezogenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten sind von MEUR 8,5 im Dezember 2024 auf MEUR 10,3 angewachsen. Im Geschäftsjahr 2025 wurde kundenseitig eine sehr gute Zahlungsmoral beobachtet. Alle ausgewiesenen Forderungen sind werthaltig oder bereits entsprechend um Einzelwertberichtigungen gemindert.

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen konnten im Laufe des Jahres 2025 auf MEUR 24,4 (Vorjahr: MEUR 27,0) reduziert werden. Insbesondere die IMA Schelling Deutschland GmbH und die Tochtergesellschaften in Amerika, Polen und Großbritannien wurden entsprechend ihrem Auftragsverlauf mit Handelsware und Maschinen ausgestattet. Die Konzernforderungen werden regelmäßig und planmäßig erfüllt.

Die ausgenutzten Kurzfristfinanzierungen belaufen sich zum Stichtag auf rund MEUR 15,9 und sind gegenüber dem Vorjahreswert von MEUR 12,5 etwas gestiegen.

Das Niveau der erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen ist trotz des rückläufigen Auftragsbestandes von rund MEUR 8,6 im Jahr 2024 auf ca. MEUR 9,1 per Ende 2025 gestiegen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten (aus Lieferungen und Leistungen), jene gegenüber Konzernunternehmen und die sonstigen Verbindlichkeiten sind von MEUR 8,6 im Vorjahr auf insgesamt MEUR 9,6 angestiegen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen konnten reduziert werden, im Gegenzug dazu haben sich die Verbindlichkeiten gegen Lieferanten und die sonstigen Verbindlichkeiten erhöht. Während des gesamten Geschäftsjahres war die notwendige Liquidität durchgehend gesichert. Es konnten alle anfallenden Verbindlichkeiten stets termingerecht beglichen werden.

Die Eigenkapitalquote betrug zum Bilanzstichtag des Geschäftsjahres 24,5 % (Vorjahr: 33,1 %).

Aufgrund des negativen Ergebnisses (Ergebnis vor Steuern) von TEUR -4.357,3 (Vorjahr: TEUR 1.440,8) hat sich im Geschäftsjahr 2025 die Umsatzrentabilität von 1,3 % auf -4,3 % verschlechtert.

Im Geschäftsjahr 2025 musste ein negativer Nettogeldfluss aus dem Ergebnis vor Steuern in Höhe von TEUR -293,6 (Vorjahr: TEUR -3.849,3) verzeichnet werden.

Der Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit entstammt im Wesentlichen aus den Investitionen in die Krananlage sowie die neue Kommissionierstation und betrug im Berichtsjahr TEUR -1.676,0 (Vorjahr: TEUR 3.992,0).

Die Zahlungsabflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit wurden vor allem durch die Erhöhung der Finanzverbindlichkeiten gedeckt. Durch die Finanzierungsmaßnahmen betrug der Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit im Geschäftsjahr TEUR 1.951,0 (Vorjahr: TEUR -126,8). Darin enthalten ist auch ein Kapitalfluss durch eine Gewinnausschüttung an die Muttergesellschaft in Höhe von TEUR 1.500,0.

Insgesamt blieb der Bestand an verfügbaren Barmitteln im Vergleich zur Vorperiode mit TEUR 126,0 nahezu unverändert (Vorjahr: TEUR 146,8).

Die Geldflussrechnung wurde entsprechend dem Fachgutachten KFS/BW2 des Fachsenats für Betriebswirtschaft und Organisation der Kammer der Wirtschaftstreuhänder erstellt.

3) Wesentliche Risiken, denen die Gesellschaft ausgesetzt ist

Das Unternehmen ist im Rahmen seiner weltweiten geschäftlichen Tätigkeit unterschiedlichen Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit seinem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Unsere Risikopolitik zielt darauf ab, vorhandene Chancen optimal auszuschöpfen und Risiken nur dann einzugehen, wenn im Gegenzug die Chance auf eine entsprechende Wertsteigerung gegenübersteht. Dem weltweit intensiven Preis-, Qualitäts- und Innovationswettbewerb begegnen wir durch kontinuierliche Innovation, Weiterentwicklung und Kompetenz.

In der derzeitigen Marktsituation bestehen Unsicherheiten in Bezug auf Wechselkurs- und Zinsänderungen, die mittels Zinsswaps bzw. bei Bedarf Devisentermingeschäften abgesichert werden. Die Gesellschaft unterhält keine Fremdwährungskredite.

Zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit ist eine entsprechende Liquiditätssteuerung eingerichtet. Weiters ist ein adäquates Mahnwesen und Debitorenmanagement für die Minimierung der Ausfallrisiken vorhanden. Steigender Liquiditätsbedarf im Fall von hohem Auftragseingang wird durch entsprechende Zwischenfinanzierungen gedeckt.

Beschaffungsrisiken werden durch eine kontinuierliche Beobachtung der entsprechenden Märkte, sorgfältige Lieferantenauswahl und prozessbegleitenden Kontrollen minimiert. Risiken von Preissteigerungen bestehen vor allem auf dem Rohstoffmarkt für Metallvorprodukte, die durch den Abschluss entsprechender Rahmenverträge verringert werden.

Die Situation auf den Beschaffungsmärkten hat sich weiter entspannt und hat keine größeren Auswirkungen mehr auf die Unternehmung.

Der Ukraine-Krieg hat nur geringe unmittelbaren Auswirkungen auf die IMA Schelling Austria GmbH, da sowohl der ukrainische als auch der russische Markt eine untergeordnete Bedeutung haben.

Die derzeitige Zollpolitik in den USA hat selbstverständlich auch Auswirkungen auf die IMA Schelling Austria GmbH. Von Vorteil ist hierbei, dass keiner der Konkurrenten in den USA produziert und somit auch diese von den Zöllen betroffen sind. Die Unsicherheit bzgl. der Zollpolitik hemmt derzeit die Nachfrage in den USA.

Aus heutiger Sicht ist die Lage als schwierig aber nicht bestandsgefährdend einzustufen. Sollte sich die Auftragslage wie erwartet langsam erholen, oder zumindest nicht weiter verschlechtern, wurden die nötigen Schritte eingeleitet, um in 2026 spätestens jedoch 2027 wieder positive Ergebnisse zu erzielen. Die Lage bleibt jedoch unübersichtlich und volatil, was Anpassungswillen und -fähigkeit erfordert.

4) Verwendung von Finanzinstrumenten

Die Gesellschaft hält zum Bilanzstichtag einen Zinsswap zur Absicherung künftiger Zinsrisiken aus einem Immobilienleasingvertrag. Fremdwährungsrisiken im Rahmen von Geschäften in Fremdwährung werden durch den Abschluss entsprechender Devisentermingeschäfte minimiert.

5) Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung haben für die IMA Schelling Austria GmbH sehr hohe Priorität. Die entwickelten Produkte zeichnen sich durch Variabilität und dadurch flexible Anpassung an kundenspezifische Anforderungen sowie einen hohen Grad an Innovation aus. Dies trägt dazu bei, sich nachhaltig als Premiumhersteller von der Konkurrenz abzuheben.

Die bestmögliche Diversifizierung durch ein breites und tiefes Produktportfolio ist vorrangiges Ziel der IMA Schelling Austria GmbH. So werden einerseits Spezialmaschinen für unterschiedliche Werkstoffe (Holz, Nichteisenmetall, Kunststoff) entwickelt, andererseits aber auch Märkte vom Handwerk über Serienfertigung bis zur Industrie bedient. Die Abdeckung mehrerer Marktsegmente hilft dabei, Konjunkturschwankungen der einzelnen Märkte abzufedern.

Neben dem Kernstück der angebotenen Produkte, nämlich der Sägetechnologie, die permanent optimiert wird, nehmen Nebenleistungen wie Handling, Materialausnutzung, Leistungsausstoß, Individuallosgrößen, Sauberkeit und Prozesssicherheit einen immer höheren Stellenwert ein. Dasselbe trifft auf die Software zur Steuerung und Bedienung der Anlagen zu. Zahlreiche Neuentwicklungen münden in einer Patentanmeldung.

In der Möbelindustrie zeichnet sich ein deutlicher Trend ab, der sich immer mehr von Einheitsmöbeln entfernt, hin zu einer individuellen und kundenspezifischen Einzelfertigung von Möbeln. Hierfür fiel im Geschäftsjahr 2021 der Startschuss für die Entwicklung einer neuartigen Anlage zur Erzeugung von Einzelteilen in großer Stückzahl (Hochleistungszuschnitt für Losgröße 1). Im Jahr 2023 wurde eine

Prototypenanlage an den renommierten französischen Küchenhersteller Cuisines Schmidt ausgeliefert und in Betrieb genommen. Im Folgejahr konnten weitere Projekte platziert und ausgeliefert werden. Im Jahr 2025 wurde der Baukasten um eine neuartige Lösung für die Queraufteilung der Streifen erweitert, die das Produkt noch individueller an Kundenwünsche anpassbar macht. Die Maschinetype hl 1 kann inzwischen als gut im Markt eingeführt betrachtet werden.

Marktbeobachtungen sowie konkrete Anforderungen in Kundenprojekten haben gezeigt, dass es sowohl im Holz- als auch im Kunststoffbereich einen Bedarf an sogenannten „fliegenden Sägen" gibt. Dies bezeichnet Sägevorrichtungen, welche in einem quasi endlosen Fertigungsprozess (z.B. Strangpressprofile) diese Endlosmaterialien auf eine vorgegebene Länge zuschneiden können, ohne dabei den Fertigungsprozess anhalten zu müssen bzw. zu unterbrechen. Hierfür wurde im Jahr 2025 die Entwicklung einer eigenen Sägemaschine gestartet, welche bis Ende 2025 im Grunde fertig konstruiert ist und 2026 ein Prototyp gebaut werden wird.

Ein weiterer Schwerpunkt in der Entwicklung betrifft die Automatisierung manueller Maschinen. Ziel dabei ist es, durch höhere Automatisierung ein autonomes Betreiben der Maschinen zu ermöglichen und dadurch eine Leistungssteigerung durch Nutzungsgraderhöhung bis hin zu „Geisterschichten" zu erreichen. Im Jahr 2025 wurde für einen Referenzkunden im Präzisionsbereich (Fa. Multivac, renommierter Hersteller von Verpackungsanlagen) eine automatisierte Anlage zur Aufteilung von Aluminiumund Kunststoffplatten gebaut. Die Anlage besteht im Kern aus einer Präzisions-Plattenaufteilsäge der Type fm 10, welche mittels eines Handlingsportals und Manipuliergeräten automatisiert wurde. Diese Zusatzgeräte erledigen die üblicherweise weitgehend durch Bedienpersonal erfolgenden Manipulationen der Platten, Streifen und Zuschnitte vollautomatisch. Hierbei werden Platten bis zu 3.000 kg Gewicht verarbeitet. Die Anlage wurde 2025 montiert und in Betrieb genommen und ist derzeit im Probebetrieb. Sie wird voraussichtlich Anfang 2026 abgenommen werden.

Im Präzisionsbereich sind vermehrt Anfragen für Ablängsägen feststellbar. Einsatzbereich solcher Maschinen ist das Ablängen insbesondere von (Aluminium-)Profilen und Stangenmaterial in hoher Stückzahl, wobei mehrere Profile neben- und übereinander gestapelt und gleichzeitig im Paket aufgeteilt werden. Da auch unser Vertrieb hier ein deutliches Marktpotenzial sieht, wurde die Entwicklung einer derartigen Maschine als Erweiterung unseres Portfolios beschlossen. Entwicklungsziel war eine Ablängsäge für Hersteller und Händler von Aluprofilen und Langgut. Durch das Produkt wird die Business Unit Precision zum Komplettanbieter für Kunden aus dem Bereich Aluminiumhandel. Die Maschine soll sich durch Sauberkeit, niedrigen Schallpegel und hochwertige Verarbeitung auszeichnen. Im Jahr 2025 wurde ein Prototyp gebaut, welcher derzeit im Haus in Betrieb genommen und getestet wird und im nächsten Jahr zur Marktreife gebracht werden soll.

Auch im Jahr 2025 wurde weiter an einem einheitlichen, modernen und konzernübergreifenden Softwareauftritt gearbeitet. Einheitliche Benutzeroberflächen sollen in das gesamte Produktspektrum der IMA Schelling Gruppe eingearbeitet werden, um unseren Kunden einen größtmöglichen Bedienkomfort mit einer durchgängigen Bedienphilosophie zu gewährleisten.

Permanente Forschungsarbeiten laufen in den Gebieten Schnittplanoptimierung, Abfallreduktion und Umwelt- und Ressourcenmanagement, Staubvermeidung sowie Handling und Transport. Die Forschungstätigkeit wird nicht nur durch die unternehmenseigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in den Bereichen mechanische Entwicklung und Softwareentwicklung vorangetrieben. Die Kooperationen mit externen Partnern wie Schulen, Fachhochschulen und Universitäten sowie mit speziellen Forschungseinrichtungen des Landes nehmen von Jahr zu Jahr zu und bilden ein wichtiges Standbein der Forschungstätigkeit.

Ausgewählte Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten werden auch in den Folgejahren mit höchster Priorität vorangetrieben.

6) Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr 2025 durchschnittlich 383 (Vorjahr: 389) Arbeitnehmer/innen. Für 2026 sind Personaleinstellungen derzeit nur restriktiv und in begründeten Ausnahme-

fällen vorgesehen. Gleichzeitig wird in einzelnen Bereichen ein Stellenabbau umgesetzt. Die Zahl der im Unternehmen auszubildenden Lehrlinge betrug zum Stichtag 33.

7) Zweigniederlassungen

Die IMA Schelling Austria GmbH betreibt am Standort Micheldorf (Oberösterreich) eine Zweigniederlassung mit 15 Mitarbeitern. Die Betriebsstätte betreut den österreichischen und osteuropäischen Servicemarkt (Tschechien, Ungarn, Slowakei). Dieser Standort hat sich unter anderem auf den Gebrauchtmaschinenbereich spezialisiert und erzielte im vergangenen Jahr rund MEUR 3,6 Umsatzerlöse durch den Ankauf von gebrauchten Maschinen und Baugruppen der Marken Schelling und Panhans, bei anschließendem Verkauf dieser Maschinen nach einer Generalüberholung. Außerdem übernimmt die Betriebsstätte seit 2019 die Abwicklung des Ersatzteil- und Servicegeschäfts der IMA Schelling Deutschland GmbH in diesen Märkten.

8) Töchterunternehmen

Eine internationale Marktpräsenz ist für ein Unternehmen mit innovativen Produkten unerlässlich. Durch die sehr gut etablierten Vertriebs- und Serviceniederlassungen, welche größtenteils für den Vertrieb der gesamten IMA Schelling Produktpalette zuständig sind, können Kunden auf der ganzen Welt zeitnah und nach lokalen Anforderungen bedient werden.

Auch im vergangenen Geschäftsjahr haben die Vertriebs- und Servicestandorte ihre Zuverlässigkeit und Ertragsstärke erneut bewiesen.

Zu den erfolgreichsten Vertriebs- und Servicestandorten gehörte wie gewohnt die Schelling America Inc., die in Raleigh, North Carolina, beheimatet ist. Gemeinsam mit der IMA America Inc., die am selben Standort ansässig ist, wird der nordamerikanische Markt mit Produkten und Serviceleistungen versorgt. In 2025 sind die Umsatzerlöse u.a. aufgrund der Unsicherheit durch die aktuelle Zollpolitik, auf rund MUSD 24,6 (Vorjahr: MUSD 32,9) zurückgegangen. Das Jahresergebnis vor Steuern konnte dennoch etwas verbessert werden auf MUSD 1,8 (Vorjahr: MUSD 1,6). Kunststoff- und Metallbearbeitungsmaschinen sind in diesem Absatzmarkt mittlerweile ein verlässliches zweites Standbein neben den gewohnt erfolgreichen Standardmaschinen für die holzverarbeitende Industrie. Durch die intensive Zusammenarbeit mit der in 2018 gegründeten Konzerngesellschaft in Brasilien, wurde der Grundstein für die weitere Verbesserung der Verfügbarkeit von Service- und Inbetriebnahmetechnikern in Süd- und Mittelamerika gelegt, um die dort vorhandenen Marktpotentiale noch effektiver heben zu können.

Die IMA Schelling UK Ltd. mit Sitz in Wetherby konnte ein solides Geschäftsjahr 2025 verzeichnen. Die Umsatzerlöse sind auf MGBP 5,7 (Vorjahr: MGBP 6,5) gesunken. Das vorläufige Ergebnis vor Steuern von MGBP 0,2 (Vorjahr: MGBP 0,6) war dennoch im positiven Bereich. Die Gesellschaft vertreibt neben den Produkten der IMA Schelling Austria GmbH auch Erzeugnisse der IMA Schelling Deutschland GmbH für den britischen und irischen Markt.

Der chinesische Markt, welcher durch die Vertriebs- und Servicegesellschaft in Changzhou (China) betreut wird, zeigte sich auch in 2025 im Präzisionssägenbereich (Metall- und Kunststoffmaschinen) als stabiler Markt. Die Möbelindustrie hingegen litt unter der Immobilienkrise in China. Die Gesellschaft hat das Wirtschaftsjahr aufgrund von Umsatzeinbußen (MRMB 23,3; Vorjahr: MRMB 54,2) mit einem negativen Ergebnis vor Steuern in Höhe von MRMB 3,5 (Vorjahr: MRMB 1,2) abgeschlossen.

Für das Jahr 2025 ist eine noch intensivere Kooperation und teilweise Verschmelzung mit den Niederlassungen der IMA Schelling Deutschland-Gruppe angedacht. Außerdem soll die erfolgreiche Kooperation mit dem Produktionsstandort der IMA Schelling Deutschland-Gruppe in Sroda Wielkopolska (Polen) weiter intensiviert werden, um allfällige Ressourcenengpässe am Standort in Osterreich abzufedern. Der Standort übernimmt vermehrt die Erzeugung und Montage von Baugruppen und Komponenten.

Die bereits spürbaren Synergieeffekte innerhalb der gesamten Gruppe sollen durch die noch intensivere konzernübergreifende Kooperation weiter ausgebaut werden.

9) Ausblick

Aufgrund des schwachen Auftragseingangs im zweiten und dritten Quartal 2025 ist der Auftragsstand per März 2026 auf MEUR 52,2 (Vorjahr Stand Februar: MEUR 59,3) gesunken. Dennoch befindet sich der Auftragsstand noch auf einem soliden Niveau und ermöglicht somit die Erreichung der geplanten Budgetziele für 2026.

Die VDMA prognostiziert für 2026 ein leichtes preisbereinigtes Wachstum des Weltmaschinenumsatzes von real + 2,0 %.

Der schwierigen Marktlage wird mit selektivem Personalabbau und Kosteneinsparungen begegnet. Diese beginnen sich positiv auszuwirken und die Effekte sollten sich verstärken. Trotz eines schwierigen Umfeldes ist die Geschäftsführung zuversichtlich hinsichtlich einer positiven Entwicklung, da das Unternehmen die Fähigkeiten und Ressourcen hat auch schwierige Phasen zu meistern.

Schwarzach, 92. Apri 2626

Christoph Golger Maximilian Lehner

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