← Zurück zum Firmenprofil

Lagebericht 2024/25

Infineon Technologies Austria AG

Original-PDF

Stichtag 30. Sep. 2025 · Eingereicht am 02. Apr. 2026

Inhaltsverzeichnis

Infineon Technologies Austria AG, Villach (IFAT) Lagebericht per 30.09.2025

Hinweis:

Der Lagebericht enthält auch in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf aktuellen Planungen und Schätzungen beruhen. Sie sind nur für den Zeitpunkt gültig, an dem sie gemacht werden. IFAT übernimmt dazu keine Überarbeitungsverpflichtung, Zukunftsaussagen unterliegen daher immer Risiken und Unsicherheiten.

1. Überblick über den Geschäftsverlauf 2024/25

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte die Infineon Technologies Austria AG (im Folgenden die Gesellschaft bzw. Infineon Austria) einen Umsatz in Höhe von 4.526,8 Millionen Euro und lag damit um 1 Prozent knapp unter dem Vorjahreswert (4.582,0 Millionen Euro).

Der Geschäftsverlauf und die Marktsituation waren neuerlich geprägt von andauernden geopolitischen Krisen sowie zurückhaltendem Kaufverhalten der Konsumenten.

Die Nachfrage war weiterhin in viele Geschäftsbereichen zurückhaltend – mit Ausnahme des Bereichs Datenzentren und Künstliche Intelligenz. Die Kursentwicklung des US-Dollars sowie notwendige Preissenkungen wirkten sich darüber hinaus negativ auf den Umsatz aus.

Das Ergebnis vor Steuern betrug minus 62,7 Millionen Euro (Vorjahr: 151,2 Millionen Euro), das entspricht einem Anteil von minus 1,4 Prozent des Umsatzes (Vorjahr: plus 3,3 Prozent).

Die Anzahl der Mitarbeitenden ist im Jahresschnitt um ein Prozent auf 5.523 Personen (Vorjahr: 5.585), der Endstand per September um drei Prozent auf 5.449 Personen gesunken (Vorjahr: 5.617).

Es wurden Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 234,5 Millionen Euro getätigt (Vorjahr: 310,1 Millionen Euro, davon 230 Millionen Euro für Sachanlagen): Rund vier Prozent davon wurden in die neuen Halbleitermaterialien Siliziumkarbid (SiC) und Galliumnitrid (GaN) investiert, weitere rund drei Prozent in die 300-Millimeter- Dünnwafer-Technologie.

Die Produktion wurde im 3-Schichtbetrieb fortgeführt und wichtige Forschungsprojekte abgeschlossen. Aufgrund der Auftragslage wurde die Kapazität rund um den Jahreswechsel 2024/25 für drei Wochen abgesenkt. Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten wurden weiter auf konstantem Niveau beibehalten.

Mit Anfang Oktober 2024 wurde im Rahmen der globalen Harmonisierung der IT- Systeme SAP4Hana erfolgreich implementiert.

(Personelle) Veränderungen in den Tochtergesellschaften

Im Geschäftsjahr 2024/25 gab es folgende (personellen) Veränderungen in den Tochtergesellschaften von Infineon Austria: Mag. Peter Zeiner ist aufgrund seines Eintritts in den Ruhestand aus der Geschäftsführung unserer Tochtergesellschaft KAI Kompetenzzentrum Automobil- und Industrieelektronik GmbH ausgetreten. Mag. Marlis Stifter-Lindner wurde als neue Geschäftsführerin berufen und hat die Funktion mit Wirkung 01.07.2025 übernommen. Sie vertritt die Gesellschaft gemeinsam mit DI Josef Fugger.

Personelle Veränderungen im Aufsichtsrat

Im Geschäftsjahr 2024/25 gab es keine personellen Veränderungen im Aufsichtsrat von Infineon Austria.

Angabe zu den Zweigniederlassungen

Die Gesellschaft betreibt neben dem Hauptsitz in Villach Zweigniederlassungen für Entwicklungsaktivitäten in Graz, Linz und Innsbruck sowie für Vertriebsaktivitäten in Wien.

2. Berichte aus den Unternehmensbereichen

2.1 Entrepreneur

Überblick über unsere Produktlinien

Als Teil des Infineon-Konzerns verantwortet Infineon Austria dreizehn Produktlinien aus drei Segmenten. Diese Segmente sind auf verschiedene Schwerpunkte ausgerichtet, die wir im Folgenden näher erläutern.

Das Segment Power and Sensors Systems (PSS) ist ein Geschäftsbereich, der sich auf die Entwicklung und Herstellung von Halbleitern für Leistungswandlung und Sensorik konzentriert. Diese Produkte finden sich in Anwendungen wie intelligenten Strommanagementsystemen sowie in Sensoren, die für eine erhöhte Kontextsensitivität sorgen. Typische Anwendungsfelder für diese Produkte sind auch KI-Rechenzentren, Server, Notebooks, Smartphones, Tablets und Unterhaltungselektronik.

Das Segment Green Industrial Power (GIP) konzentriert sich auf die Entwicklung von Leistungskomponenten für industrielle Anwendungen und grüne und effiziente Energieumwandlung. Die Hauptanwendungen sind Solaranlagen, aber auch elektrische Antriebe in der Industrie und der Anschluss an das Stromnetz gehören dazu.

Das Segment Automotive (ATV) umfasst alle Halbleiteranwendungen für Fahrzeuge, Karosserie- und einschließlich Antriebsstrang, Energiemanagement, Komfortelektronik, Sicherheit, und Konnektivität. Aus Österreich heraus wird das globale Geschäft für Steuerelektronikbauteile für den Antrieb von Elektrofahrzeugen betrieben und weiterentwickelt.

Ab 01. Mai 2025 hat Infineon Austria die vollständige Gesamtgeschäftsverantwortung für den Geschäftsbereich Galliumnitrid (GaN) der Infineon-Gruppe übernommen, der unter PSS konsolidiert wird. Durch die Bündelung der GaN-Aktivitäten in Österreich treiben wir die Entwicklungen der Produktlinien GaN High Voltage, GaN Medium Voltage sowie GaN Auto innovativ und effizient voran.

Das breite Produktportfolio in Kombination mit herausragendem Anwendungs-Knowhow bei der Entwicklung von GaN-basierten Lösungen festigt die führende Position von Infineon im Bereich Energiesysteme. Mit diesen energieeffizienten und CO2- sparenden Technologielösungen tragen wir dazu bei, die Dekarbonisierung weltweit vorantreiben.

2.2 Forschung und Entwicklung (F&E)

An den Standorten Villach, Graz, Linz und Innsbruck entwickeln F&E- Mitarbeiter*innen komplexe Lösungen, um die reale mit der digitalen Welt zu verbinden und die Digitalisierung und Dekarbonisierung voranzutreiben. Die Kompetenzen decken dabei alle Fokusbereiche von Infineon - Energie, Mobilität und Internet der Dinge (IoT) - weltweit ab. Zusätzlich werden auch die Methodiken für die Entwicklung von Analog-, Mixed Signal- und Power-Schaltungen weiterentwickelt.

Auch im vergangenen Geschäftsjahr wurde die Entwicklungskompetenz der Gesellschaft ausgebaut: Die Anzahl der F&E-Mitarbeitenden verringerte sich geringfügig auf 2.521 (Vorjahr 2.542), was einem Minus von einem Prozent entspricht.

Nachfolgend stellen wir die wichtigsten Projekte im Geschäftsjahr 2024/25 dar:

Für das Segment Automotive (ATV) wird die nächste Generation von Halbleitern für die Fahrzeugelektronik entwickelt. Die Kombination von Leistungselektronik und Sensorik ermöglichen intelligente Lösungen, die den Komfort erhöhen und den Energieverbrauch senken. Im Fokus steht zudem die Weiterentwicklung des automatisierten und autonomen Fahrens sowie von Lösungen für die Elektromobilität. Die aktuelle Generation von 77GHz-Radarchips ermöglicht mit der Kaskadierung mehrerer Sensoren die Erstellung von besonders hochauflösenden Radarbildern.

Das Segment Connected Secure Systems (CSS) arbeitet an neuen Mikrokontrollern für Industrieanwendungen wie batteriebetriebene Werkzeuge, Haushaltsgeräte, E- Ladesäulen und Akkus für E-Bikes, Solaranlagen, Industrieroboter und Automatisierungssysteme. Darüber hinaus wurde am Standort Graz ein UWB (Ultra Wide Band)-Labor in Betrieb genommen. Diese Funktechnologie ermöglicht die zentimetergenaue, sichere Lokalisierung und schnelle Datenübertragung und trägt beispielsweise zu einem sicheren, schlüssellosen Fahrzeugzugang über Kindersicherheit im Auto bis hin zu präziser In-Door-Lokalisierung für Logistik und Industrie 4.0 bei.

Für das Segment Power & Sensor Systems (PSS) werden Siliziummikrofone der neuesten Leistungsklasse sowie Bausteine für Hochfrequenzfunktionen in Mobiltelefonen entwickelt. Ergänzt wird das Entwicklungsportfolio durch diverse Drucksensoren.

Weltweite Expertise im Analog-Mixed-Signal-Bereich kommt bei der neuesten Generation von Mikrokontrollern zum Einsatz. Zahlreiche Produkte in der 28- und 22- Nanometer-Technologie wurden im laufenden Jahr weiterentwickelt. Diese Komponenten kommen in der Automobilindustrie, in industriellen Anwendungen, bei

IoT-Lösungen sowie in Rechenzentren und in der Telekommunikation zum Einsatz. Erste Chips in FinFET-Technologie sind bereits im Einsatz.

Das Infineon Systems Competence Center Innsbruck folgt dem Infineon-Ansatz "From Product to System" und kombiniert neueste Hard- und Softwarelösungen. Die Demonstratoren für Hochleistungs- und Miniaturanwendungen der in Innsbruck entwickelten Systeme können in der E-Mobilität, im Life Science-Bereich, in Stromversorgungen für KI-Datenzentren oder als Serviceroboter in Industrie, Logistik und Medizintechnik eingesetzt werden.

Für diese umfassenden bundesweiten Forschungsaktivitäten nimmt Infineon Austria Fördermaßnahmen in Anspruch, die allen Unternehmen in Österreich und in der EU im Rahmen der jeweiligen Anspruchskriterien offenstehen. Beispiele dafür sind die Forschungsprämie (14 Prozent der begünstigten Forschungsaufwendungen am Standort Österreich), Mittel aus Programmen der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft, den EU-Programmen Horizon 2020 bzw. Horizon Europe sowie dem Public-Private-Partnership-Programm KDT (Key Digital Technologies) und Chips Joint Undertaking. Eine weitere Förderung wird im Rahmen des EU-Programmes IPCEI (Important Project of Common European Interest) on Microelectronics and Communication Technology in Anspruch genommen.

Ausbau Forschung und Entwicklung

Als aktuell forschungsstärkstes Unternehmen Österreichs (lt. Trend 500-Ranking Juni 2025) investiert Infineon Austria weiterhin in den Ausbau der Infrastruktur und Ausrüstung für Forschung und Entwicklung an den Standorten Villach, Graz, Linz und Innsbruck.

Die Strukturen der Entwicklungszentren („Development Centers“) haben wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen. Diese wurden weiterentwickelt und zukunftsweisend adaptiert. Seit 1. Oktober 2024 bündelt Infineon Austria seine Forschungs- und Entwicklungszentren in Villach, Graz und Linz erstmals unter einer Leitung: Stefan Rohringer verantwortet als „Country R&D Officer“ (CRO) die gesamte länderspezifische Forschungsstrategie, die F&E-Infrastruktur, das F&E-Talente- Mentoring sowie das Netzwerkmanagement.

2.3 Produktion

Im Geschäftsjahr 2024/25 wurden in der Innovationsfabrik Villach rund 1,75 Millionen Scheiben in Silizium (Si), Siliziumkarbid (SiC) und Galliumnitrid (GaN) in den Durchmessern 300-, 200-, und 150-Millimeter prozessiert. Dies entspricht rund acht Milliarden produzierter Chips.

Angesichts der anhaltend schwachen Marktentwicklung und unterausgelasteten Produktionskapazitäten in der Produktion lag der Fokus auf Produktivität und Entwicklungsgeschwindigkeit, vorrangig in der Weiterentwicklung der neuen Halbleitermaterialien SiC und GaN und der Umstellung auf größere Scheibendurchmesser.

Der Produktmix befindet sich weiterhin im Wandel, um die Konversion auf größere und damit effizientere Scheibendurchmesser zu gewährleisten. Etablierte Produkte und Technologien werden damit u.a. in Richtung des Schwesterwerkes in Kulim transferiert.

Schneller, größer, innovativer: Infineon beherrscht mit Silizium (Si), Silizium-Carbid (SiC), Gallium-Nitrit (GaN) alle Schlüsselmaterialien der modernen Halbleitertechnologie und hat im vergangenen Geschäftsjahr entscheidende Meilensteine erzielt. Diese wurden von Teams der Villacher Innovationsfabrik maßgeblich mitentwickelt: einerseits die Umstellung von SiC-Wafern auf 200 Millimeter und die Entwicklung der weltweit ersten GaN-300-Millimeter-Wafer. Andererseits die weltweit einzigartige Fertigung von 20 Mikrometer dünnen Siliziumwafern im Hochvolumen: Diese sind nur ein Viertel so dick wie ein menschliches Haar und halb so dick wie die aktuell fortschrittlichsten Wafer. Diese energieeffizienten Produkte spielen besonders bei KI-Anwendungen, v.a. bei der steigenden Rechenleistung der KI-Server, eine entscheidende Rolle.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Produktion beschleunigt den Weg von der Innovation bis zum Kunden und ist damit ein zentraler Wettbewerbsvorteil von Infineon Austria und der Infineon Gruppe als Ganzes. Gewürdigt wurde diese Fertigungskompetenz in Villach mit der Auszeichnung des renommierten Industrial Excellence Awards Europe.

Villach ist gemeinsam mit den Standorten Dresden und Kulim das Herzstück der sogenannten „Infineon One Virtual Fab“. Dabei bildet Villach gemeinsam mit Dresden bei 300-Millimeter-Siliziumtechnologien und gemeinsam mit Kulim für Wide Band Gap (WBG) Technologien eine virtuelle Megafabrik. Durch intensive Zusammenarbeit in beide Richtungen werden die Technologieprozesse weiter harmonisiert. Damit bieten wir unseren Kunden höchste Flexibilität und zuverlässige Kapazitätssicherung, indem wir unsere Stärken an den verschiedenen Standorten optimal bündeln und weiterentwickeln.

Der Fertigungsschritt Wafer Test war bisher an den Standorten Dresden und Villach teilweise automatisiert und wurde im vergangenen Geschäftsjahr auf vollständige Automatisierung umgestellt. Infineon ist somit der erste Halbleiterhersteller mit vollautomatisiertem Wafer Test weltweit. Der Wafer Test stellt – quasi als „Quality Gate“ der Fertigung - den letzten Fertigungsschritt dar, bevor die Scheiben ins „Backend“ zur Weiterverarbeitung geliefert werden. Die 300-Millimeter-Linie wurde damit vollständig automatisiert, der Automatisierungsgrad der 150- und 200-

Millimeter-Linien wird weiter schrittweise erhöht. Zudem startete ein Projekt zur Einführung eines hochautomatisierten Produktionssystems für diese Linien.

Der Bereich Instandhaltung testet aktuell in einer Pilotphase das neue KI- Assistenzsystem „TALK“. Der Chatbot sorgt für schnellen und einfachen Zugang zu Anlagendaten, unterstützt Anlagen-Analysen und steigert trägt zur Steigerung der Effizienz bei. Im kommenden Geschäftsjahr soll das System auf alle Bereiche der Instandhaltung ausgeweitet werden.

Die Zukunft aktiv gestalten: Die fortschreitende Automatisierung verlangt nach qualifizierten Fachkräften. Aus diesem Grund hat Infineon Österreich für die Schichtmitarbeiter*innen in der Produktion eine verkürzte Elektrotechniklehre ins Leben gerufen. Im Januar 2025 starteten zwölf Teilnehmer*innen in den ersten Pilotjahrgang. Zudem begannen im September 2025 insgesamt 39 Lehrlinge ihre Ausbildung am neuen Infineon Lehrlingscampus im Technologiepark Villach im Doppelberuf Elektro- und Metalltechnik bzw. in der IT-Lehre Applikationsentwicklung & Coding.

Ein bedeutender Schritt Richtung CO2-Neutralität bis 2030: In diesem Geschäftsjahr wurde die Wasserstoff-Elektrolyseanlage am Standort Villach erfolgreich in Betrieb genommen. Die innovative Anlage produziert Wasserstoff, der in der Fertigung benötigt, wird direkt vor Ort ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen. Damit setzt Infineon nicht nur ein starkes Zeichen für Nachhaltigkeit, sondern erhöht auch die eigene Versorgungssicherheit.

2.4 Bereichsübergreifende Aktivitäten

2.4.1 Innovation Leadership

Die Innovationsinitiative von Infineon Austria wurde auch im abgelaufenen Geschäftsjahr fortgeführt. Zu den Schwerpunkten im Geschäftsjahr 2024/25 zählte die Fortsetzung der drei Initiativen Innovation Accelerator, Kooperationen und Kompetenzzentrum Wide Band Gap. Mit fast 100 eingereichten Konzepten und Projektvorschlägen wurde auch heuer wieder eine sehr hohe Anzahl an Einreichungen bei sogenannten „open“ und „guided“ calls erzielt.

Im Bereich strategischer Themen in Zusammenarbeit mit den Segmenten (z.B. Kooperationen mit Universitäten, Forschungseinrichtungen, Kompetenzzentren, Stiftungsprofessuren, iHubs) wurde der Fokus auf die Zusammenarbeit mit Startups (Beiträge auf Startup Konferenzen, Initiieren von Startup-Challenge und Startup Days) fortgeführt.

Besonders hervorzuheben ist die Startup Challenge 2025: 49 Startups aus ganz Europa haben sich beworben, um mit ausgewählten Infineon Produkten an der

Erstellung und Optimierung von EdgeAI Modellen sowie neuen Applikationen zu arbeiten. Diese dritte Infineon Startup Challenge wurde von zukunftsweisenden Produktentwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz dominiert. Der Sieger: Das Startup NOSI aus Österreich punktete mit einer KI-gestützten Technologie, die komplexe Geruchsmuster in realen Umgebungen erkennt, um potenzielle Gefahren wie Brände frühzeitig zu erkennen.

Es wurden insgesamt 32 neue Projekte mit einem Budget von rund 4,8 Millionen Euro ausgewählt und freigegeben.

2.4.2

Partnerschaften

Partnerschaften mit Industrie, Universitäten und Forschungseinrichtungen wurden weiter fortgesetzt. Dazu zählen Institutionen wie zum Beispiel das AIT (Austrian Institute of Technology), Joanneum Research, SAL (Silicon Austria Labs) sowie die Technischen Universitäten in Graz und Wien und die Universitäten in Innsbruck und Klagenfurt. Es wurden folgende Forschungszentren und Professuren an den Hochschulen in Österreich und Italien fortgeführt bzw. gestartet:

      Politechnico di Milano (POLIMI): Initiierung einer Joint Research Platform mit Schwerpunkt RF Design & Mixed Signal IP Universität Udine: Professur für Power Conversion & Wireless Power Transfer Universität Modena: Professur für Simulation & Defect Analysis on GaN Universität Linz: CD-Labor für Verteilte Mikrowellen- und Terahertz-Systeme für Sensoren und Datenverbindungen Technische Universität Graz: CD-Labor für elektromagnetisch verträgliche robuste elektronische Systeme TU Wien: CD-Labor für Chemische Analyse von Materialien aus industriellen Prozessen und Anwendungen

Die Kooperation mit den Silicon Austria Labs (SAL) wurde erfolgreich ausgebaut. Insgesamt wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr sieben neue Projekte gestartet.

Im Rahmen der „Spill Over-Aktivitäten“ von IPCEI Microelectronics and Communication Technology (ME/CT) (2021-2026) wurden weitere neue Partnerschaften in den EU-13 Ländern etabliert und initiiert.

Die seit 2016 etablierten Winter und Summer Schools haben ihre erfolgreiche Tradition fortgesetzt: Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde im Rahmen der IPCEI Spill Over Aktivitäten eine Online-WinterSchool zum Thema "Shaping the Future through Data Engineering!" durchgeführt. Ein Höhepunkt des Jahres war die

Summer School, die im September in Villach stattfand. Unter dem Titel "One prompt, one chip - Unlocking the potential of AI" kamen 37 ausgewählte Studierende zusammen, um sich mit den neuesten Entwicklungen und Perspektiven im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) zu beschäftigen.

2.4.3 Vorschlagswesen

Im Sinne kontinuierlicher Verbesserung ist das interne Vorschlagswesen „YIP – Your Idea Pays“ aktiv. Im Geschäftsjahr 2024/25 wurden von Mitarbeiter*innen 1.313 Verbesserungsvorschläge eingebracht, wodurch ein Nutzen von 19,6 Millionen Euro realisiert werden konnte.

3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Ertragslage

Der Umsatz von Infineon Austria betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 4.526,8 Millionen Euro (ein Rückgang um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 4.582,0 Millionen Euro).

Das Ergebnis vor Steuern beträgt minus 57,0 Millionen Euro (Vorjahr: plus 151,2 Millionen Euro). Das entspricht einem Rückgang von 138 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gründe dafür sind die schwache Marktnachfrage mit einer einhergehenden Unterauslastung der Produktionskapazitäten verbunden mit hohen Leerstandskosten. Weiters belasten Preisnachlässe und eine nachteilige Entwicklung des US-Dollar Kurses die Profitabilität.

Für das konzernweite Produktivitätssteigerungsprogramm „Step Up“ wurden auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/25 wie im Vorjahr entsprechende Vorsorgen gebildet.

Im Geschäftsjahr fanden im Zuge der jährlichen Beteiligungsbewertung außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von 12 Millionen Euro statt (Vorjahr: 0). Die Abschreibung betraf die rumänische Tochtergesellschaft NoBug Consulting S.R.L.

Die Exportquote liegt unverändert bei 100 Prozent.

Das Einkaufsvolumen betrug im Geschäftsjahr 2024/25 978,60 Millionen Euro: rund 365 Millionen Euro wurden mit österreichischen Partnerfirmen realisiert, 178 Millionen Euro davon gingen an Lieferanten aus Kärnten.

Vermögens- und Finanzlage

Der Verringerung des Anlagevermögens um 94 Millionen Euro standen der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber verbundenen Unternehmen und Dritten um 239,7 Millionen Euro und ein Anstieg der Bestände um 149 Millionen Euro gegenüber. Dies führte zu einem Anstieg der Bilanzsumme um 302 Millionen Euro auf 3.868,0 Millionen Euro. Die Eigenmittelquote ist aufgrund des negatives Jahresergebnisses gegenüber dem Vorjahr von 65,9 auf 60,2 Prozent gesunken.

Im Berichtsjahr wurde ein negativer operativer Cash-Flow in Höhe von 56,2 Millionen Euro erwirtschaftet (Vorjahr: + 469,0 Millionen Euro). Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit betrug im Berichtsjahr 330,2 Millionen Euro (Vorjahr: 343,5 Millionen Euro). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug 357,0 Millionen Euro (Vorjahr minus 95,8 Millionen Euro).

Kennzahlen

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 11
30.9.202530.9.2024
%%
(Eigenmittel + langfristiges
AnlagendeckungFremdkapital) x 100102,7101,7
Langfristiges Vermögen
Fremdkapital x 100
AnspannungsgradEigenmittel66,151,7
(Flüssige Mittel + kurzfristige
LiquiditätForderungen) x 10046,639,9
Kurzfristiges Fremdkapital
EigenmittelquoteEigenkapital x 100
60,265,9
gemäß § 23 URGGesamtkapital
Ordentliches
VermögensrentabilitätBetriebsergebnis x 100negativ1,1
Durchschnittliches Vermögen
Ordentliches
EigenkapitalrentabilitätGeschäftsergebnis x 100negativ1,5
Durchschnittliches Eigenkapital

4. Belegschaft: Infineon als attraktiver Arbeitgeber in herausforderndem Umfeld

Infineon Austria positioniert sich seit Jahren als exzellenter Arbeitgeber für engagierte und talentierte Mitarbeitende und wird hierfür auch regelmäßig ausgezeichnet. Der Employer Branding Award, der Constantinus Award oder der Diversitätspreis der Industriellenvereinigung sind Beispiele aus dem vergangenen Geschäftsjahr. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist dabei ein hohes Maß an gelebter Diversität, die in der Unternehmenskultur fest verankert ist. Der Anteil der internationalen Belegschaft aus 80 Nationen beträgt 31 Prozent. Rund die Hälfte aller Neueintritte im Geschäftsjahr 2024/25 kamen aus dem Ausland. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden zudem zahlreiche Initiativen fortgeführt, um den Frauenanteil im Unternehmen zu erhöhen. Unter anderem wurde der Frauenförderpreis in Kooperation mit dem ORF zum bereits dritten Mal ausgerufen sowie ein unternehmensweites Frauennetzwerk etabliert, um die diversen Maßnahmen noch zielgerichteter zu bündeln. Der Frauenanteil liegt aktuell bei rund 22 Prozent, im Management bei 10,6 Prozent. Innerhalb der letzten 20 Jahre hat sich die Akademikerquote auf über 60 Prozent mehr als verdoppelt. Im letzten Geschäftsjahr verfügten über 75 Prozent der Neueintritte über einen Hochschulabschluss.

Der neue Infineon Lehrlingscampus ist seit September 2024 im Regelbetrieb. Mit Start des Lehrjahres im September 2025 bilden wir in Summe 139 Lehrlinge als Fachkräfte für die Zukunft aus. Dies bedeutet ein neues Allzeithoch in unserer Lehrlingsausbildung.

Um Beruf und Familie bestmöglich kombinieren zu können, ist eine hochwertige und zeitlich flexible Kinderbetreuung für unsere Mitarbeiter*innen ein zentraler Faktor. Über unseren langjährigen Kooperationspartner Sonnenstrahl GmbH stehen unseren Mitarbeiter*innen rund 290 Kindergarten- und Kindertagesstätten-Plätze zur Verfügung Zudem bieten wir unseren Mitarbeiter*innen in Graz seit Herbst 2025 auch Kinderbetreuungsplätze über unseren neuen Kooperationspartner, dem Verein für Franziskanische Bildung - Betriebstageseltern Elisabethinen Graz, an. Für unsere Aktivitäten wurden wir im letzten Geschäftsjahr bereits zum fünften Mal mit dem Gütesiegel „berufundfamilie“ zertifiziert.

Im Zuge des konzernweiten, strukturellen Produktivitätssteigerungsprogramms „Step Up“ wurde das Ziel von Infineon Austria 380 Positionen mittels sozialverträglicher Maßnahmen und ohne betriebsseitige Aussprache von Kündigungen abzubauen, erreicht.

5. Umweltschutz und Arbeitssicherheit

Umweltschutz- und Arbeitssicherheitsmaßnahmen haben im Unternehmen weiterhin einen hohen Stellenwert. Die umfangreichen Maßnahmen aus unserem integrierten Managementsystem für Umwelt, Energie, Arbeitssicherheit und Gesundheit wurden mit allen relevanten Daten und Initiativen in der jährlich erstellten und EMASauditierten Umwelterklärung veröffentlicht. Ein regelmäßiger Austausch zu Umweltschutz- und Arbeitssicherheitsthemen wird mit allen relevanten Stakeholdern, zu denen auch die Behörden oder Anrainer*innen gehören, gepflegt.

Infineon Austria unterstützt mit seinen Aktivitäten sowohl das vom Konzern ausgesprochene Ziel der CO2-Neutralität 2030 (Scope 1 und Scope 2 Emissionen sowie SBTi commitment für Scope 1, 2 und 3).

Um ESG-Themen (Environment, Social, Governance) über die rechtlichen Anforderungen hinaus ganzheitlich zu betrachten, wurde ein „ESG-Board“ installiert, in welchem regelmäßig relevante Nachhaltigkeitsthemen und -maßnahmen identifiziert, diskutiert und für eine allfällige Umsetzung entschieden werden. In diesem Board sind neben Fachexpert*innen auch alle drei Vorstandsmitglieder vertreten, was die Bedeutung der ESG-Bestrebungen unterstreicht.

6. Risiken, Herausforderungen und Ausblick

Die Gesellschaft ist in das Risikomanagementsystem und in das System der internen Kontrollen und internen Revision des Infineon Konzerns integriert. Die wesentlichen Teile des Risikomanagements des Konzerns beziehen sich auf eine umfassende Risikoanalyse, die quartalsmäßig aktualisiert wird.

Wesentliche Risiken betreffen vor allem die Sicherstellung der Produktion, der Produktqualität, Vermeidung von Verzögerungen bei der Produktentwicklung sowie Gewährleistung der vereinbarten Lieferungen an unsere Kunden. Weiters sind auch die Lieferfähigkeit und Termintreue der Lieferanten ein nicht zu vernachlässigendes Risiko in der Produktionsplanung.

Weitere Risiken betreffen die Marktentwicklung und damit verbunden das Unterauslastungsrisiko, darüber hinaus die Sicherstellung der Produktqualität und die Vermeidung von Verzögerungen bei der Produktentwicklung. Auch rechtliche Risiken im Wettbewerb um Innovationsvorsprünge sind zu beachten.

Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zu Sicherungszwecken genutzt. Durch Devisentermingeschäfte und durch Währungs-Swaps abgesichert, die im Anhang zum Jahresabschluss erläutert werden.

Das Finanzierungsrisiko ist gering, da ein etwaiger Finanzierungsbedarf konzernintern gedeckt wird. Zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Standortes wurden im Rahmen der Infineon „Next Level of“- Initiativen diverse Projekte zur Automatisierung und Digitalisierung initiiert bzw. weitergeführt. Darüber hinaus wird mit dem konzernweiten Programm „Step Up“ langfristig profitables Wachstum abgesichert. Des Weiteren erfordert das sich ändernde Produktportfolio strukturelle Investitionen. Einerseits in die Wide Band Gap Technologien SiC und GaN. Andererseits wird die im Sommer 2021 in Betrieb genommene Fertigungshalle für 300-Millimeter-Dünnwafer entsprechend der Marktnachfrage und -entwicklung in ihrer Kapazität weiter hochgefahren, wobei effizientes Kosten- sowie Qualitätsmanagement im Fokus stehen.

Zur Entwicklung der Forschung und Entwicklung an den Standorten Villach, Graz, Linz und Innsbruck verweisen wir auf unsere Ausführungen unter Punkt 2.2.

Seit 2011 besteht im Unternehmen ein etabliertes und umfangreiches Compliance Management System (CMS). Dieses wurde 2014 von einer externen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nach den „Grundsätzen ordnungsgemäßer Prüfung von Compliance Management Systemen (IDW PS 980)“ des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland zertifiziert. Dieses Compliance Management System wurde seither wiederholt auch von externem Wirtschaftsprüfer*innen überprüft.

Für die Standorte liegen eigene Sicherheits- und Funktionspläne auf. Zusätzlich gibt es im Rahmen des Notfall- und Krisenmanagements von Corporate Business Resilience (CBR) entsprechende Business Continuity Pläne, um bestmöglich für etwaige Ereignisse gerüstet zu sein. Diese werden turnusmäßig überarbeitet und an geänderte Rahmenbedingungen angepasst. In regelmäßigen Abständen finden Krisenstabsübungen statt, wo unter Annahme von fiktiven Szenarien die Einsatzbereitschaft, der Alarmierungsprozess sowie die Behebung des Störfalles unter Mitwirkung von externen Beobachtern durchgespielt werden. Seit 2018 ist der Standort Villach nach der ISO-Norm 22301 Business Continuity Management zertifiziert. Dieses Zertifikat wurde durch den TÜV Rheinland für den Zeitraum 2024 bis 2027 neuerlich bestätigt.

Die Regelungen des österreichischen Mindestbesteuerungsgesetzes (in der Folge „öMinBestG“) kommen für die IFAT erstmalig für das Geschäftsjahr 2024/25 zur Anwendung. Die Evaluierung der möglichen Auswirkungen der Mindestbesteuerungsregelungen wurden auf Basis des vorläufigen Country-by- Country Reports für das Geschäftsjahr 2024/25, der IFRS-Reporting Packages und Jahresabschlüsse der Geschäftseinheiten jeweils für das Geschäftsjahr 2024/25 für die gesamte Unternehmensgruppe der obersten Muttergesellschaft vorgenommen.

Auf Basis der bisher durchgeführten Berechnungen kommen für die Jurisdiktion Osterreich die Regeln des Safe Harbour für vereinfachte Berechnungen zur Anwendung (Routinegewinn-Test). Damit entfällt auf die Jurisdiktion Österreich für das Geschäftsjahr 2024/25 auf Basis der bisher durchgeführten Berechnungen kein zusätzlicher Steueraufwand durch die Mindeststeuer.“

Infineon Austria konnte die Erwartungen trotz anspruchsvoller gesamtwirtschaftlicher und geopolitischer Rahmenbedingungen erfüllen. Als Ausblick auf das Geschäftsjahr 2025/26 wird eine schrittweise Erholung des Marktes sowie ein moderates Umsatzwachstum erwartet. Der Bedarf an Halbleitern wird durch den Einsatz künstlicher Intelligenz vorangetrieben. Infineon setzt seinen Fokus weiterhin auf die Entwicklung und Produktion eines breiten Portfolios an effizienten und skalierbaren Lösungen für diesen Wachstumsmarkt.

Villach, 28.11.2025

Der Vorstand

DI Dr. Sabine Herlitschka e.h.

Mag. Jörg Eisenschmied e.h.

Dr. Thomas Reisinger e.h.

Wir verwenden Cookies, um grundlegende Funktionen der Plattform sicherzustellen und anonymisierte Nutzungsstatistiken zu erfassen. Durch einen Klick auf "Akzeptieren" stimmst du der Verwendung dieser Cookies zu.