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Lagebericht 2025

Telekom Austria Aktiengesellschaft

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 01. Juni 2026

Inhaltsverzeichnis

Geschäftsumfeld

Im Jahr 2025 setzt sich die im Vorjahr beobachtete leichte gesamtwirtschaftliche Erholung fort. Die Inflation geht weltweit zwar zurück, zeigt jedoch regionale Unterschiede. Die geldpolitischen Lockerungen - die Zinssenkungen der US-Notenbank und der Europäischen Zentralbank - haben ihre Wirkung entfaltet.

Die Finanzierungskosten sind gesunken, was die Investitionstätigkeit und die Konsumnachfrage stützen. Für das Jahr 2026 zeichnet sich ein vorsichtig positives gesamtwirtschaftliches Bild mit moderatem, leicht steigendem globalen Wirtschaftswachstum ab. In unseren Märkten bleibt das Wachstum moderat, die meisten Märkte verzeichnen ein leichtes Plus im Bruttoinlandsprodukt (BIP). Die Inflation ist spürbar rückläufig, nähert sich aber erst langsam dem Zielniveau der Zentralbanken.1]

Nach dem spürbaren Rückgang der Inflation im Verlauf des Jahres 2024, setzte sich der disinflationäre Trend in 2025 weiterhin fort: Im Dezember 2025 sank die Inflation in den USA auf etwa 2,7% 2}, In der Eurozone sank die durchschnittliche Inflation von 2,4% in 2024 auf durchschnittlich 1,9% in 2025.3)

Für die kommenden Jahre rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) auf Basis der Schätzungen von Jänner 2026 weiterhin mit einem stabilen globalen Wirtschaftswachstum. Nach einem Anstieg des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 3,2 % im Jahr 2024 wird für 2025 und 2026 ein Wachstum von jeweils 3,3 % prognostiziert.

Für die fortgeschrittenen Volkswirtschaften erwartet der IWF ein Wachstum von 1,9% im Jahr 2025 und 1,8% im Jahr 2026. In den USA wird für 2025 ein Wachstum von 2,7% und für 2026 von 2,1 % prognostiziert. In der Eurozone wird das Wachstum 2025 auf 1,0% geschätzt und soll 2026 auf 1,4% steigen. Die Prognose zeigt, dass sich die regionale Wachstumsverteilung weiter fortsetzt: Während sich das Tempo in den Industrieländern etwas abschwächt, bleiben die Schwellen- und Entwicklungsländer Wachstumstreiber.a)

Für die Schwellen- und Entwicklungsländer bleibt die Dynamik hoch: Hier wird mit einem Wachstum von 4,2% für 2025 und einem weiteren Anstieg auf 4,3% im Jahr 2026 gerechnet. Besonders in Asien bleibt das Wachstum überdurchschnittlich - so wird für China ein BIP-Plus von 4,6% für 2025 und 4,5% für 2026 prognostiziert, während Indien sogar konstant um 6,5% pro Jahr wächst. Laut aktueller Prognose des IWF von Oktober 2025 entwickeln sich die Märkte der A1 Group insgesamt positiv im Hinblick auf das reale BIP. Gleichzeitig wird für die Inflation in den meisten Ländern, in denen wir aktiv sind, ein Rückgang erwartet.

Auch wenn für Osterreich für 2025 und 2026 nach Jahren des Rückgangs wieder ein leichtes Wachstum von 0,3% bzw. 0,8% erwartet wird, bleiben die Wachstumsraten dennoch hinter denen des Euroraums zurück.5]

Entwicklung des realen BIP und Inflation in den Märkten der A1 Groupa)

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 1
in %20242025e2026e
BIPInflationBIPInflationBIPInflation
Osterreich-1,02,90,33,60,82,3
Bulgarien2,82,63,13,63,13,4
Kroatien3,94,03,14.42,72,8
Belarus4,05,82,16,81,47,5
Slowenien1,72,01,12,52,32,4
Serbien3,94,72,44,63,64,0
Nordmazedonien2,83,53,43,93,23,0

1) Quelle: https://www.wko.at/statistik/jahrbuch/worldgdp.pdf

2) Quelle: https://tradingeconomics.com/united-states/inflation-cpi

3) Quelle: https://tradingeconomics.com/euro-area/inflation-cpi

6) Quelle: https://www.imf.org/-/media/files/publications/weo/2025/update/january/english/text.pdf

5 Quelle: https://www.imf.org/en/publications/weo/issues/2025/10/14/world-economic-outlook-october-2025

6) Quelle: https://www. imf.org/en/publications/weo/issues/2025/1 0/1 4/world-economic-outlook-october-2025, Daten zur Inflation gemäß dem harmonisiertem Verbraucherpreisindex

Finanzielle Leistungsindikatoren

Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2025 betrug EUR 8.398 Mio. (Vorjahr: EUR 8.213 Mio.). Das Anlagevermögen sank im Geschäftsjahr 2025 primär aufgrund von Rückzahlungen von Gesellschafterzuschüssen auf EUR 7.21 5 Mio. (Vorjahr:

EUR 7.278 Mio.).

Der Anstieg des Umlaufvermögens um EUR 247 Mio. auf EUR 1.182 Mio. per 31. Dezember 2025 resultierte im Wesentlichen aus höheren Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen, vor allem aus kurzfristigen Veranlagungen bei der Telekom Finanzmanagement GmbH.

Der Umsatz reduzierte sich im Geschäftsjahr 2025 leicht um 1,0% auf EUR 44,7 Mio. (Vorjahr: EUR 45,2 Mio.).

Das Betriebsergebnis verbesserte sich im Geschäftsjahr 2025 auf EUR -32,5 Mio. (Vorjahr: EUR -38,0 Mio.).

Die Erträge aus Beteiligungen stiegen auf EUR 437,7 Mio. (Vorjahr: EUR 286,6 Mio.). Die Erhöhung ist vor allem auf die Dividendenausschüttung von EUR 200 Mio der mobilkom Bulgarien BeteiligungsverwaltungsgmbH im Jahr 2025 zurückzuführen, teilweise kompensiert durch eine geringere Ausschüttung der mobilkom Belarus Beteiligungsverwaltung GmbH.

In 2024 wurde die Beteiligung and der mobilkom Belarus Beteiligungsverwaltung GmbH mit EUR 61,1 abgeschrieben. Diese Beteiligung wurde aufgrund einer Wertaufholung im Berichtsjahr um EUR 33,9 Mio wieder zugeschrieben. Die Zinsaufwendungen waren mit EUR 12 Mio. unverändert zum Vorjahr.

Bedingt durch die zuvor beschriebenen Faktoren stieg das Ergebnis vor Steuern auf EUR 446,6 Mio. (Vorjahr: EUR 198,5 Mio.).

Unter dem Posten Steuern vom Einkommen wurde für 2025 ein Ertrag von EUR 28,4 Mio. ausgewiesen (Vorjahr: EUR 6,0 Mio.), der im Wesentlichen aus der Körperschaftssteuer der Steuergruppe resultiert.

Der Jahresüberschuss betrug im Geschäftsjahr 2025 EUR 475,1 Mio. (Vorjahr: EUR 204,4 Mio.).

Der Vorstand plant, vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats, der Hauptversammlung vorzuschlagen, vom Bilanzgewinn eine Dividende von EUR 0,42 (Vorjahr: EUR 0,40) je dividendenberechtigter Stückaktie auszuschütten.

Im Folgenden wird auf die für die Telekom Austria AG wichtigsten finanz- bzw. erfolgswirtschaftlichen Kennzahlen eingegangen:

• Die Eigenmittelquote gemäß § 23 URG betrug zum 31. Dezember 2025 90,1 % (Vorjahr: 89,6%). Die Kennzahl errechnet sich aus der Summe des Eigenkapitals dividiert durch das Gesamtkapital. • Die „fiktive Schuldentilgungsdauer“ gemäß § 24 URG betrug zum 31. Dezember 2025 1,9 Jahre (Vorjahr: 3,2 Jahre). Die „fiktive Schuldentilgungsdauer” zeigt an, wie viele Jahre auf Basis des Ergebnisses vor Steuern die Rückzahlung der Gesamtschulden theoretisch dauert. • Die Eigenkapitalrentabilität (Verhältnis aus EBIT zum Eigenkapital) betrug 5,8% (Vorjahr: 2,5%). Die Gesamtkapitalrentabilität (Verhältnis aus EBIT zum Gesamtkapital) betrug 5,2% (Vorjahr: 2,3%). • Die Nettoverschuldung ergibt sich als Saldo des verzinslichen Fremdkapitals und der flüssigen Mittel. Zum 31. Dezember 2025 betrug die Nettoverschuldung EUR 622 Mio. (Vorjahr: EUR 591 Mio.). • Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 2025 beträgt EUR -12,3 Mio. Im Jahr 2025 beträgt der Mittelzufluss der Investitionstätigkeit EUR 259,4 Mio., was vor allem auf die erhaltenen Dividenden aus den Beteiligungen zurückzuführen ist, die teilweise durch den Rückgang der Veranlagungen im Cash Pooling kompensiert wurden. 2025 betrug der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit EUR 277,4 Mio., was auf die Dividendenausschüttung von EUR 265,6 Mio. sowie dem Zinsaufwand von EUR 11,8 Mio zurückzuführen ist.

Beteiligungen

Die A1 Group ist vor allem in sieben regionalen Märkten in Mittel- und Osteuropa tätig:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
Einwohner:innen1)BIP pro Kopf2)Mobilfunkkund:innenRGUs
in Millionenin USDin MillionenMarktposition 3)in MillionenMarktposition 3)
Osterreich9,271.6005,2#12,6#1
Bulgarien6,441.5003,9#21,5#2
Kroatien3,948.8002,2#20,7#2
Belarus9,133.0005,0#21,1#2
Slowenien2,156.5000,8#30,2#3
Serbien6,632.2002,4#30,0O.A.
Nordmazedonien1,826.5001,1#10,4#2

1)Quelle für Einwohner:innen und BIP pro Kopf (KKP, aktuelle internationale USD): https://data worldbank.org, jüngste verfügbare Daten für das Jahr 2024, Werte gerundet

21Quelle für BIP pro Kopf (KKP, aktuelle internationale USD): https://data.worldbank.org/indicator/NY.GDP.PCAP.PP.CD, jüngste verfügbare Daten für das Jahr 2024, Werte gerundet

31$Marktpositionen für den Mobil- und Festnetzmarkt basieren auf dem Marktanteil der Umsatzerlöse aus Dienstleistungen

Die Anzahl der Mobilfunkkund:innen der A1 Group stieg um 11,3% auf 30,2 Mio. (2024: 27,1 Mio.). Besonders hervorzuheben ist das starke Wachstum der M2M Kund:innen. Ohne M2M verzeichneten Slowenien (+4,7% auf 0,8 Mio.), Serbien (+3,1 % auf 2,4 Mio.), Bulgarien (+2,6% auf 3,9 Mio.), Kroatien (+2,3% auf 2,2 Mio.) sowie Osterreich (+1,4% auf 5,2 Mio.) Zuwächse. In Belarus (+0,8% auf 5,0 Mio.) und Nordmazedonien (+0,5% auf 1,1 Mio.) stieg die Anzahl ebenso.

Die Gesamtzahl der RGUs im Festnetz stieg um 1,7% auf 6,5 Mio.. Deutliches Wachstum kam dabei aus Belarus (+12,1 % auf 1,1 Mio.) und Bulgarien (+8,5% auf 1,5 Mio.). In Nordmazedonien wurde ebenfalls ein Zuwachs erzielt (+1,9% auf 0,4 Mio.).

In Osterreich war mit -5,3% auf 2,6 Mio. ein Rückgang zu verzeichnen. Sinkende Werte zeigten sich auch in Kroatien (-1,4% auf 0,7 Mio.) und Slowenien (-1,6% auf O,2 Mio.). Serbien verzeichnete nach dem Beginn des Festnetzgeschäfts im Jahr 2025 nun 0,03 Mio. RGUs per Jahresende 2025.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2026

Die A1 Group erwartet für das Geschäftsjahr 2026 eine Fortsetzung der bisherigen Trends. Das Wachstum der Umsatzerlöse in den internationalen Märkten wird weiterhin der wichtigste Treiber bleiben. In Osterreich rechnen wir auch 2026 mit einem anhaltend herausfordernden Wettbewerbsumfeld; zudem dürfte sich die wirtschaftliche Lage nur langsam erholen.

Insgesamt sehen wir als wichtigste Wachstumstreiber weiterhin Upselling im Mobilfunk-Endkundengeschäft, eine hohe Nachfrage nach Konnektivitäts- und ICT-Lösungen im Geschäftskundensegment sowie Wachstum im Festnetzgeschäft in den internationalen Märkten. Demgegenüber stehen weiterhin rückläufige Erlöse im Sprachgeschäft sowie geringere Erlöse aus Zusammenschaltungen. Für das Geschäftsjahr 2026 erwarten wir ein Umsatzwachstum von insgesamt 2% bis 3%, wobei der Großteil dieses Wachstums aus höheren Umsatzerlösen aus Dienstleistungen resultieren dürfte.

Der belarussische Rubel blieb 2025 gegenüber dem Euro weitgehend stabil und konnte im vierten Quartal leicht aufwerten. Für 2026 rechnen wir damit, dass der belarussische Rubel gegenüber dem Euro an Wert verliert.

Auf der Kostenseite werden wir Effizienz- und Transformationsinitiativen fortführen, unser Competence Delivery Center (CDC) gezielt nutzen und den Fokus auf strikte Kostenkontrolle legen, um Kosten umzuschichten und umsatzwachstumsbedingte Kostensteigerungen abzufedern.

Die Investitionen (CAPEX) vor Spektrum werden sich voraussichtlich auf rund EUR 750 Mio. belaufen. Die A1 Group wird weiterhin den Fokus auf den Ausbau der Glasfaser- und 5G-Netze legen, sowohl in Osterreich als auch international.

Hinsichtlich der Frequenzen sind in Osterreich Vergaben im 2.300 MHz-Bereich (neu) und die Verlängerung im 2.600 MHz-Bereich vorgesehen. In Slowenien sind Verlängerungen der 800-, 900-, 1.800- und 2.600 MHz-Bänder frühestens für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Diese Aufzählung ist nicht abschließend und impliziert weder die Durchführung dieser Auktionen noch eine Teilnahmeabsicht der A1 Group.

Vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats beabsichtigt der Vorstand, der Hauptversammlung 2026 für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividende von EUR 0,42 je Aktie vorzuschlagen (2025 für das Geschäftsjahr 2024: EUR 0,40).

Risiko- und Chancenmanagement

Grundsätze und Organisation

Da die Telekom Austria AG ausschließlich als Holdinggesellschaft tätig ist und selbst keine operativen Geschäfte betreibt, hängen ihre wesentlichen Risiken und Chancen von den Beteiligungen und den jeweiligen Märkten ihrer Konzerngesellschaften ab Das Risikoprofil der Telekom Austria AG wird daher maßgeblich durch deren wirtschaftliche Entwicklung sowie die im Konzernlagebericht dargestellten Risiken bestimmt.

Die A1 Group verfolgt ein systematisches Risikomanagement, in dem Chancen und Risiken analysiert und bewertet, sowie Maßnahmen zur Vermeidung und Behebung von Risiken implementiert und laufend verbessert werden.

Die A1 Group ist als Telekommunikationsunternehmen in Österreich und sechs weiteren Ländern aktiv und mit A1 Digital zusätzlich in Deutschland, der Schweiz und seit 2025 in Spanien vertreten. Sie profitiert daher von geografischer Diversifikation.

Um die jeweiligen marktspezifischen Risiken direkt zu adressieren, obliegt das Risikomanagement vor Ort den operativen Einheiten, während die zentrale Steuerung durch die Holding erfolgt. Das unternehmensweite Risikomanagement erfolgt durch das Group Enterprise Risk Management (ERM), welches strukturell unabhängig von den Geschäftsbereichen im Verantwortungsbereich der Group CFO angesiedelt ist.

Das Enterprise Risk Management berichtet mindestens jährlich sowie ad-hoc an den Vorstand, der relevante Entwicklungen an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats beziehungsweise direkt dem Aufsichtsrat berichtet. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements wird sowohl intern durch die Interne Revision als auch jährlich vom Wirtschaftsprüfer der A1 Group geprüft und an den Vorstand und Aufsichtsrat berichtet.

Vorgehensweise

Ausgangspunkt für das Enterprise Risk Management (ERM) der A1 Group sind strategische Diskussionen mit dem Aufsichtsrat. Dabei präsentiert der Vorstand unter anderem im Rahmen des Budgetplanungsprozesses strategische Risiken, ihre Relevanz für die A1 Group und entsprechende Gegenmaßnahmen. Gleichzeitig werden Annahmen für die Planung vorgestellt, darunter die strategische Ausrichtung für die kommende Businessplan-Periode sowie ein Maßnahmenplan zur Realisierung von Chancen. Im Businessplan werden die Erwartungen an den Geschäftserfolg, erforderliche Kosten und Investitionen abgebildet, wobei die übernommenen Risiken übergeordneter Ziele evaluiert werden, sowohl in Bezug auf Wachstum als auch auf Ausgaben.

Risikobeurteilung

Ausgehend vom Budget beziehungsweise vom Forecast identifiziert und analysiert das Enterprise Risk Management gemeinsam mit den jeweiligen Bereichen Risiken und Chancen. Die Risikobeurteilung erfolgt systematisch, iterativ und kollaborativ unter Nutzung der Kenntnisse, Erfahrungen und Ansichten der involvierten Parteien. Zusätzlich werden sogenannte Emerging Risks betrachtet. Hierbei handelt es sich um neuartige, langfristige Risiken, deren Gefährdungspotenzial aufgrund der großen Unsicherheit schwierig zu beurteilen ist.

Nach der Identifikation und Bewertung der Risiken und Chancen werden die Risiken aggregiert und simuliert, um eine Gesamtrisikoposition des Unternehmens gegenüber dem geplanten Budget beziehungsweise Forecast quantitativ darzustellen. Dabei dienen Kennzahlen wie EBITDA@Risk und Free Cash Flow@Risk als zentrale Messgrößen. Risiken und Chancen werden mindestens jährlich im Group Enterprise Risk Management aktualisiert und neu bewertet.

Effektives Risikomanagement erfordert weiters die Entwicklung bzw. Durchführung wirksamer Maßnahmen zur Chancenwahrnehmung und Risikoreduktion. Diese erfolgen unter anderem im Zuge der Risikobeurteilung mit den Bereichen sowie durch monatliche Performance Calls zwischen Group und der lokalen Gesellschaft, aufbauend auf Leadership Meetings des erweiterten Vorstands der Gesellschaften. Dabei werden kritische Abweichungen von den gesetzten Zielen analysiert, ebenso wie die Effektivität der gesetzten Gegenmaßnahmen. Nach erfolgter Risikopriorisierung werden die größten Risiken betrachtet, um gezielt weitere Maßnahmen zu planen. Zusätzlich zu den regelmäßigen Steuerungsrunden sowie strategischen Besprechungen verfügt die A1 Group über eine Mehrjahresplanung. Die enge Verzahnung des Mehrjahresplans mit dem Risikomanagement stellt eine adäquate längerfristige Risikosteuerung sicher. Zudem ist ein Risiko-Komitee eingerichtet, um unter anderem die Überwachung von Risiken durch den Vorstand effektiver zu gestalten, eine zentrale Stelle zur Abstimmung von Risiken und Chancen zu etablieren und somit Transparenz zu erhöhen.

Risiken und Chancen

Das Risikomanagementsystem ist in die folgenden vier Risikokategorien gegliedert:

ERM Risikokategorien

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
1. Strategische Risiken &2. ESG Risiken & Chancen3. Finanzielle Risiken &4. Operative Risiken &
Chancen• Environmental (E) - Um-ChancenChancen
• Makroökonomie,weltrisiken und -chancen• Treasury• Verfügbarkeit und
Geopolitik, Regulierung• Social (S) - Soziales und• SteuernKontinuität
• Markt und MitbewerbGesellschaft• Sonstige finanziellen• Technologische
• Lieferanten und Lieferkette• Governance (G)Risiken und ChancenTransformation
• Neue Wachstumsfelder• Sonstige• Cyber -Security
• Businessplan und Budget• Litigation
• Image• Vertrieb & Marketing
• Sachschäden
• Sonstige

Aus der Gesamtheit der für die A1 Group identifizierten Risiken werden nachfolgend die wichtigsten Einzelrisiken, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich beeinflussen können, erläutert.

(1) Strategische Risiken und Chancen

Makroökonomie, Geopolitik und Regulierung

Makroökonomische Risiken und Chancen entstehen einerseits durch die wirtschaftliche Entwicklung der Märkte, in denen die A1 Group tätig ist, sowie deren Folgeeffekte (eine stark steigende Inflation wirkt sich beispielsweise auf Zinsniveaus, Wechselkurse, und schlussendlich auf die Nachfrage aus). Andererseits können wirtschaftspolitische Konflikte mittelbare oder unmittelbare Auswirkungen haben (z. B. Strafzölle, Lieferstopps, Produktionsengpässe). Während makroökonomische Entwicklungen besser prognostizierbar und bewertbar sind, sind handelspolitische Entscheidungen schwerer vorhersehbar.

Im Zusammenhang mit dem Konflikt in der Ukraine sind sowohl Belarus als auch die sanktionierenden Länder und Wirtschaftsregionen von gegenseitigen Sanktionen betroffen. Die A1 Group stellt die Einhaltung der anwendbaren Sanktionen wie die nachhaltige Bereitstellung von Produkten und Services sicher.

Im zweiten Quartal 2024 hat die belarussische Regierung vorübergehende Beschränkungen für die Auszahlung von Dividenden an ausländische Investoren eingeführt, die ihren Sitz in der Europäischen Union oder anderen, als „unfreundlich” erachteten Ländern haben. Die A1 Group ist von diesen Beschränkungen betroffen. Wir arbeiten derzeit an der Umsetzung von mitigierenden Maßnahmen. Die Situation in Belarus wird vom Vorstand und dem Enterprise Risk Management der Gruppe kontinuierlich beobachtet.

Auch wenn die Inflationsdynamik im Vergleich zu den Jahren 2022 und 2023 deutlich nachgelassen hat, bleibt das Thema für die A1 Group weiterhin von Bedeutung. Im Berichtszeitraum hat sich die Inflation nicht stabilisiert, in manchen Ländern ist sie erneut angestiegen und lag damit über dem Niveau des Vorjahres. Die A1 Group ist dem Risiko nachhaltig gestiegener Kosten, die durch Preiswettbewerb erlösseitig nicht kompensiert werden, ausgesetzt. Als mitigierende Maßnahme setzt die A1 Group auf striktes Kostenmanagement, das Heben von Effizienzen und Harmonisierung von Prozessen, Tools und Systemen sowie Zentralisierung.

Markt und Mitbewerb

Insbesondere in der mobilen Kommunikation führt das Mengenwachstum bei Datendiensten aufgrund der Frequenz und Aggressivität der Angebote nicht notwendigerweise zu steigenden Erlösen. Während diese Datenvolumina durch neue Technologien effizienter abgeführt werden können, besteht für die A1 Group das Risiko, dass neue Technologien ohne Aufschlag vermarktet werden und höhere Ubertragungsraten, Qualität sowie geringere Latenz ebenfalls zu keiner Leistungssteigerung und damit einhergehend zu keiner entsprechenden Ertragssteigerung führen.

Lieferanten und Lieferkette

Als Unternehmen mit zahlreichen Lieferanten ist die A1 Group potentiell Nachfrageschwankungen und Lieferengpässen ausgesetzt. Die A1 Group wirkt diesem Risiko mit Maßnahmen, die auch in der Responsible Sourcing Policy festgehalten sind, aktiv entgegen. Diese Maßnahmen umfassen beispielsweise das Sicherstellen alternativer Beschaffungskanäle für kritische Güter sowie die laufende Evaluierung und Minderung von Lieferantenabhängigkeiten.

Durch die Abspaltung des Funkturmgeschäfts im Jahr 2023 ist für die A1 Group mit EuroTeleSites AG ein zentraler Lieferant für Funktürme entstanden. Aufgrund der unbefristeten Verträge mit langfristigem Kündigungsverzicht seitens der EuroTeleSites ist die Nutzung der Funktürme für die A1 Group nachhaltig gesichert. Daher ist das Risiko in diesem Zusammenhang limitiert (Details siehe „Abspaltung des Funkturmgeschäfts „EuroTeleSites AG“ im Konzernlagebericht 2024)

Die A1 Group ist mit steigenden Preisen bzw. verzögerten Lieferzeiten für Modems, Set-Top-Boxen, Storage, Servern und Laptops aufgrund teurer Memory Chips konfrontiert, die auch im Jahr 2026 anhalten wird. Grund für dieses Risiko ist die Verlagerung von Fertigungskapazitäten auf die Produktion von HBM (High-Bandwidth Memory) aufgrund der KI-getriebenen Nach frage, was die Herstellung von Standard-Chips einschränkt.

Neue Wachstumsfelder

Eine Herausforderung in der Telekommunikationsbranche stellen die immer kürzeren Zeiträume dar, in denen Unternehmen ihr Angebot um neue Dienstleistungen und Produkte anpassen müssen. Cloud Services, Over-The-Top-Dienste und Machine-to- Machine-Kommunikation sind nur einige Beispiele für neue Geschäftsfelder, deren Wachstumspotenzial die A1 Group nutzt. Kürzere Innovationszyklen sind jedoch auch mit Innovationsrisiken, wie etwa Investitionen, verbunden. Die größten Herausforderungen stellen die Skalierung der Dienste, unterschiedliche Reifegrade sowie die Nachfrage in den Märkten der A1 Group dar. Als Teil der América Móvil-Group ist die A1 Group am Austausch und am Diskurs sowie der Implementierung von Innovationen beteiligt.

Businessplan und Budget

Der Businessplan reflektiert die Bewertung der Planungsannahmen und bezieht unternehmensexterne Effekte bestmöglich ein. Die herausfordernde wirtschaftliche Entwicklung sowie die steigende Anzahl an Insolvenzen, z.B. in Österreich, wurden im Planungsprozess mit den Landesorganisationen diskutiert und stellen insbesondere auf der Umsatzseite ein Risiko dar.

Budgetäre Risiken betreffen vor allem noch nicht durchgängig mit Maßnahmen hinterlegte Zielvorgaben zur weiteren Steigerung der Kosten-, Investitions- und Humanressourceneffizienz.

Image

Risiken im Zusammenhang mit dem öffentlichen Image ergeben sich aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (im gesamten Lebenszyklus der Kundenbeziehung) und aufgrund gesellschaftlicher Diskussionen oder der Thematisierung durch Meinungsführer:innen (Influencer). Ein Standardprozedere greift hier zu kurz. Unbedingte Voraussetzungen für das Vermeiden negativer Auswirkungen sind eine hochprofessionelle Kommunikation und entsprechende Expertise.

(2) ESG-Risiken und Chancen

ERM führt gemeinsam mit den verantwortlichen Bereichen jährlich einen Review der doppelten Wesentlichkeitsanalyse (DMA) nach Vorgaben des ESRS durch. Dabei wird weitestgehend Konsistenz mit den etablierten Risikomanagement Prozessen angestrebt, z.B. durch identische Bewertungsskalen. Unterschiede bestehen u.a. in der Bruttobetrachtung der Risiken bei der DMA im Vergleich zur Nettobetrachtung im ERM sowie im Zeithorizont, da die DMA auch eine Bewertung der langfristigen Perspektive (30 Jahre) verlangt. Alle Themen, die in der doppelten Wesentlichkeitsanalyse aufgrund ihrer Risiken- und Chancenbewertung wesentlich sind, fließen in das ERM ein. Die ESG-Risiken und Chancen sind im Detail in der Nachhaltigkeitserklärung beschrieben.

Environmental (E) – Umweltrisiken und -chancen

Die Umweltrisiken resultieren aus den wesentlichen Themen Anpassung an den Klimawandel und Klimaschutz.

Aufgrund des Klimawandels können physische (z.B. Hochwasser, Hitzewellen) sowie transitorische Risiken für die A1 Group entstehen (höhere Bepreisung von Treibhausgasemissionen oder Kosten des Übergangs zu emissionsärmeren Technologien). Aus diesem Grund hat die A1 Group 2024 eine Klimarisikoanalyse entsprechend den Anforderungen der ESRS durchgeführt. Für die Untersuchung der physischen Klimarisiken wurden basierend auf IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) die Szenarien RCP2.6, RCP4.5, RCP6.0 und RCP8.5 herangezogen. Anschließend wurden mit Expert:innen Risikoreduktions- und -anpassungsmaßnahmen evaluiert und festgelegt (Details dazu siehe Kapitel E1 in der Nachhaltigkeitserklärung).

An erster Stelle der physischen Klimarisiken stehen Erdrutsche, gefolgt von Hitzestress/Hitzewellen sowie Überflutung und Kältewellen/Frost. Von diesen Klimarisiken sind vorrangig die mobile und Festnetzinfrastruktur der A1 Group betroffen, kurz- und mittelfristig ist die Infrastruktur nur in geringem Ausmaß exponiert, allerdings steigen die Risiken langfristig an. Um diese zu reduzieren, fließen bei der Neuerrichtung von Standorten die Ergebnisse der Klimarisikoanalyse ein. Für bestehende Standorte werden beispielsweise Anpassungsmaßnahmen wie Hitzeschilder, die Verlegung von Standorten oder Hochwasserschutz laufend evaluiert. Das finanzielle Risiko eines Schadens wird darüber hinaus durch eine gruppenweite Versicherung mitigiert.

Klimabezogene Übergangsrisiken bilden besonders die steigende CO2-Bepreisung. Höhere CO2 Steuern können zu höheren Preisen von Rohstoffen und Materialien führen. Mitigierende Maßnahmen der A1 Group sind im Climate Transition Plan verankert und sind im Budget- und Businessplan berücksichtigt.

Darüber hinaus stellen volatile Energiepreise weiterhin eine Chance bzw. gleichzeitig ein Risiko für die A1 Group dar. Durch die Reduktion des Energieverbrauchs beispielsweise durch die Modernisierung von Equipment und Infrastruktur können Risiken reduziert und durch engmaschiges Monitoring des Energiepreises Chancen gehoben bzw. Risiken reduziert werden.

Social (S) – Soziales und Gesellschaft

Die Kategorie “Social“ beinhaltet Risiken und Chancen in Bezug auf Sozialbelange, Arbeitnehmer:innenbelange sowie Menschen rechte. Darunter fallen Risiken und Chancen wie etwa die sozialen Auswirkungen von Internetnutzung bzw. Medienkonsum, Zugang zu Information und Bildung oder Arbeitskräftemangel

Sozialbelange

Der Zugang zu Information und Bildung sowie die Förderung des Umgangs mit digitalen Medien wird als positive Auswirkung auf die Gesellschaft bewertet, denn der sichere und kompetente Umgang mit neuen Medien hat mittlerweile alle Lebensbereiche – Bildung, Beruf, Freizeit – durchdrungen. Als Netzwerk- und Internetprovider spielt die A1 Group dabei eine wesentliche Rolle und trägt gegenüber ihren Kund:innen gesellschaftliche Verantwortung, indem sie zur Vermittlung digitaler Kompetenzen beiträgt. Die zunehmende Digitalisierung bringt allerdings nicht nur Vorteile für die Gesellschaft, sondern birgt auch Gefahren wie etwa übermäßige Nutzung, Vereinsamung, Cyber-Mobbing oder Cyberkriminalität. Besonders Kinder, Jugendliche und Senior:innen sind aufgrund unzureichender Erfahrung bzw. Bildung davon betroffen. Daher sieht sich die A1 Group verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, wie etwa Schulungen und Trainings für vulnerable Gruppen anzubieten (siehe Nachhaltigkeitserklärung Kapitel S4). Die A1 Group sieht darin gleichzeitig eine Chance für die Stärkung ihrer Reputation.

Human Kapital und Arbeitskräftemangel

Die Kategorie „Human Kapital und Arbeitskräftemangel“ umfasst die Chancen aus den wesentlichen Themen aus „ESRS S1 Arbeitskräfte des Unternehmens“. Die A1 Group sieht derzeit kein akutes Risiko aus dem Arbeitskräftemangel. Durch den rasanten technologischen Wandel und den sich abzeichnenden Fachkräftemangel, besonders in Bereichen wie IT-Sicherheit, Datenanalyse und KI Kompetenzen, könnte langfristig aus dieser Materie ein Risiko entstehen. Die A1 Group ist darum bemüht, qualifizierte Talente zu gewinnen und bestehende Mitarbeiter:innen durch gezielte Weiterbildungen auf neue Technologien wie beispielsweise 5G, KI und Cloud-Lösungen vorzubereiten sowie diese Kompetenzen länderübergreifend zu bündeln. Fehlen diese Maßnahmen, drohen Kompetenzlücken, die Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit gefährden und zu höheren Kosten oder Umsatzeinbußen führen könnten. Durch flexible Arbeitszeitmodelle sowie die Chancengleichheit, faire Gehälter und Diversität, die in der A1 Group angeboten bzw. gelebt werden, wird kurz- und mittelfristig eine Chance gesehen, um Mitarbeiter:innen in der A1 Group zu binden sowie zukünftig neue und qualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen.

Governance (G) – Risiken und Chancen

Unter Governance-Risiken und -Chancen fallen Themenbereiche wie zum Beispiel Compliance, Sanktionsbestimmungen sowie Datenschutz.

Compliance

Compliance-Risiken umfassen rechtliche, finanzielle und Reputationsrisiken für die A1 Group, welche sich aus möglichen Verstößen gegen Gesetze, Vorschriften oder interne Richtlinien durch eine Führungskraft, eine:n Mitarbeiter:in oder eine:n Vertreter:in des Unternehmens ergeben. Im Rahmen des jährlichen Compliance Risk Assessment Prozesses – dieser stellt ein wesentliches Element des Compliance Management Systems der A1 Group dar – werden auf Basis strukturierter Management-Interviews und Workshops relevante Compliance-Risiken identifiziert und gegebenenfalls zusätzliche risikominimierende Maßnahmen definiert. Aber auch das etablierte Whistleblowing System der A1 Group „tell.me“ hilft internes Fehlverhalten aufzudecken und in weiterer Folge Risiken und Schäden abzuwenden. Die Wirtschaftsprüfungskanzlei BDO hat zuletzt Anfang 2024 die Konzeption, Umsetzung und Wirksamkeit des A1 Group Compliance Management Systems in den Bereichen Anti-Korruption, Kartellrecht, Sanktionen und Kapitalmarkt-Compliance nach dem Deutschen Prüfungsstandard für Compliance Management Systeme, IDW PS 980, vollinhaltlich bestätigt und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Sanktionen

Das Risiko im Zusammenhang mit Sanktionen besteht in deren Nichteinhaltung. Diese kann finanzielle Strafen, eine Gefährdung von Verträgen mit Lieferanten, Kund:innen und Banken sowie einen Reputationsschaden nach sich ziehen. Aufgrund des in der A1 Group etablierten Prozesses zur Prüfung und Sicherstellung der Einhaltung von Sanktionsbestimmungen wird die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos minimiert.

Datenschutz

Die Produkte und Dienstleistungen der A1 Group unterliegen Risiken in Bezug auf Datenschutz und Datensicherheit. Das betrifft vor allem das unrechtmäßige Handhaben von Daten bzw. der Verlust von sensiblen Daten. Aus möglichen Verstößen gegen die seit Mai 2018 gültige EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) können sich erhebliche rechtliche und finanzielle Risiken ergeben sowie das Vertrauen der Stakeholder in die und das öffentliche Ansehen der A1 Group schwächen. Es wird laufend in Datenschutz- und Sicherheitsmaßnahmen investiert, um die Risiken so gering wie möglich zu halten. So werden im Bereich Datenschutz neben der Umsetzung der Richtlinien, welche die Einhaltung rechtlicher Anforderungen sicherstellen, Zertifizierungen sowie regelmäßige Trainings und Schulungen durchgeführt. Weiters wird an der Zielerreichung im Rahmen des Datenschutz-Reifegradmodells gearbeitet. Alle Unternehmen der A1 Group verpflichten sich zur Einhaltung höchster Datenschutz- und Datensicherheitsstandards. Die Effektivität der Datenschutzmaßnahmen innerhalb der A1 Group zeigt sich unter anderem durch die behördliche Überprüfung des Telekomsektors durch die österreichische Datenschutzbehörde im Jahr 2024, die ohne Beanstandungen abgeschlossen wurde.

(3) Finanzielle Risiken und Chancen

Die A1 Group ist Liquiditäts-, Kredit-, Wechselkurs- und Zinsrisiken ausgesetzt. Diese Risiken werden im Kapitel 33 „Finanzinstrumente“ des Konzernanhangs weiter erläutert. Steuerliche Risiken sind ebenfalls Teil der Risikobetrachtung.

Treasury

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko besteht darin, dass die A1 Group ihre finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nicht erfüllen kann. Die Zielsetzung des Risikomanagements der A1 Group ist, ausreichend Liquidität zu schaffen, um unter normalen, aber auch angespannten Bedingungen fällige Verbindlichkeiten begleichen zu können. Zu diesem Zweck wird monatlich rollierend eine konsolidierte Liquiditätsplanung durchgeführt, auf deren Basis der Liquiditätsbedarf ermittelt wird. Darüber hinaus wird eine Liquiditätsreserve in Form von kommittierten Kreditlinien gehalten.

Kreditrisiko

Die A1 Group hält ihre liquiden Mittel bei verschiedenen Kreditinstituten. Die A1 Group stützt sich auf externe Kredit-Ratings, liegt kein externes Kreditrating vor, wird ein internes Rating auf Basis der Eigenmittelausstattung der Vertragspartner durchgeführt. Finanzinvestitionen werden grundsätzlich nur mit Vertragspartnern mit guter Bonität getätigt.

In Belarus ist das Angebot an internationalen Banken aufgrund von aktuellen, wirtschaftlichen Herausforderungen begrenzt. Aufgrund der derzeitigen Auszahlungsbeschränkung von Dividenden, hält die A1 Group liquide Mittel und Finanzinvestitionen in

Belarus bei lokalen Kreditinstituten (siehe Anhangangaben im Konzernabschluss (9) und (19)). Die Kreditrisikoeinschätzungen dieser Finanzinvestitionen erfolgen auf Basis lokal verfügbarer Informationen.

Wie in den Jahren zuvor lag auch im aktuellen Berichtsjahr ein Schwerpunkt auf dem Rechnungs- und Forderungsmanagement. Trotz gestiegener Insolvenzen und Privatkonkurse sowie der herausfordernden makroökonomischen Entwicklung konnten die Zahlungsausfälle auf einem relativ stabilen Niveau gehalten werden. Offene Rechnungen und Veränderungen im Zahlungsverhalten der Kunden wurden weiterhin mit hoher Aufmerksamkeit überwacht, um die Liquidität der A1 Group weiterhin zu gewährleisten und im Bedarfsfall effektiv und effizient gegensteuern zu können.

Wechselkursrisiken

Die A1 Group ist in Belarus, Serbien und Nordmazedonien Wechselkursrisiken ausgesetzt. Abhängig von Volumen und Schwankungsbreiten der Fremdwährungsrisiken steuert die A1 Group entsprechend gegen. Mitigationsmaßnahmen inkludieren beispielsweise Vertragsabschlüsse in Lokalwährung.

Darüber hinaus ergibt sich ein Risiko aus der oben in den makroökonomischen Risiken beschriebenen vorübergehenden Beschränkungen für die Zahlungen von Dividenden an ausländische Investoren in Belarus. Wie oben erwähnt arbeiten wir derzeit an der Umsetzung von mitigierenden Maßnahmen und die Situation in Belarus wird engmaschig im A1 Group Vorstand sowie im Rahmen des Enterprise Risk Management überwacht.

Zinsrisiko

Die Risiken sind unter anderem angesichts der im September 2023 erfolgten Abspaltung der Funktürme und der damit übertragenen Schulden sowie der bisherigen weiteren Entschuldung weiterhin als gering anzusehen.

Steuerliche Risiken

Zur Identifizierung von Steuerrisiken und Einleitung etwaiger Maßnahmen führt die Konzernsteuerabteilung in jedem Quartal eine interne Durchsicht der Steuerthemen mit allen Landesgesellschaften durch. Der Bericht zu der im vierten Quartal erfolgten externen Durchsicht an die Konzern-Steuerabteilung stellt fest, dass im Jahr 2025 keine wesentlichen Sachverhalte in Bezug auf Steuerrisiken bestehen.

Finanzielle Berichterstattung

Um Risiken bei der finanziellen Berichterstattung vorzubeugen, hat die A1 Group ein engmaschiges Netz von SOX-Kontrollen (US-Sarbanes-OxleyAct). Darüber hinaus reduzieren Ergebnisanalysen, monatliche Ergebnisdiskussionen durch das Top-Management und davon getrennt eine Ergebnisbesprechung der Finanzvorstände in den Tochtergesellschaften mit der Group CFO das Risiko einer wesentlichen Falschdarstellung.

(4) Operative Risiken und Chancen

Diese Kategorie deckt folgende Schwerpunktsetzungen ab:

Verfügbarkeit und Kontinuität

Die Sicherstellung der Kontinuität und des Zugangs zu den angebotenen Telekommunikationsleistungen und Services stellt einen zentralen Fokus im Rahmen des operativen Risikomanagements dar. Diverse Bedrohungen wie Naturkatastrophen, technische Störungen, Einflüsse Dritter durch Bautätigkeit, verborgene Mängel oder kriminelle Handlungen können die Verfügbarkeit der Netze und Dienste beeinträchtigen und bis hin zu einer Betriebsunterbrechung führen. A1 Group mitigiert dies durch langfristige Planungen, die die technische Entwicklung berücksichtigen. Eine redundante Ausführung kritischer Komponenten sorgt für hohe Ausfallsicherheit. Effiziente Organisationsstrukturen in Betrieb und Sicherheit dienen der Absicherung der hohen Qualitätsstandards. Eine Konzernrichtlinie stellt zudem eine einheitliche Methodik für die Erkennung und das Management der wichtigsten Risiken sicher. Die laufende Identifikation und Bewertung von Risiken mündet in die Entscheidung, ob Maßnahmen zur Risikominimierung getroffen werden oder das mögliche Risiko von der A1 Group getragen wird. Bei jeder Großstörung werden die Ursachen geklärt und es wird eruiert, wie eine Wiederholung vermieden werden kann. Durch einen zentralen Ansatz bei Versicherungen gegen physische Schäden werden die finanziellen Auswirkungen minimiert. Die Ergebnisse der Klimarisikoanalyse 2024 zeigt, dass die mobile und Festnetzinfrastruktur der A1 Group den Klimarisiken kurz- und mittelfristig nur in geringem Ausmaß ausgesetzt ist. Langfristige Anpassungsmaßnahmen wie Hitzeschilder, die Verlegung von Standorten oder Hochwasserschutz werden laufend evaluiert. Das finanzielle Risiko wird durch eine gruppenweite Versicherung mitigiert.

Technologische Transformation

Im Bereich der BSS (Business Support Systems) und der OSS (Operations Support Systems) gestalten sich Modernisierung und Komplexitätsreduktion als langfristige Aufgabe. Die Erneuerung von Infrastruktur und Software ermöglicht eine nachhaltige Risikoreduktion. Die Integration von Plattformen reduziert die Komplexität und soll Offenheit für neue Services und Partner gewährleisten. Damit verbundene Risiken werden im Hinblick auf IT-Sicherheit, Flexibilität in der Servicebereitstellung sowie die damit verbundenen mittelfristigen Kosten analysiert.

Cyber-Security

Die A1 Group legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Umsetzung von Standards für Informationssicherheit. Hierfür besteht eine Reihe interner Richtlinien und Prozesse. Diese werden in kritischen Situationen durch konkrete Verantwortlichkeiten gesteuert, umgesetzt und auf ihre Wirksamkeit hin überwacht. Ein besonderer Fokus wird dabei auf die Risikoprävention im Bereich kritischer und wichtiger Netzelemente sowie bei BSS und OSS gelegt. Die A1 Group orientiert sich an den internationalen IT-Standards für Sicherheitstechniken (ISO 27001) und hat einheitliche, hochmoderne Standards für die Informationssicherheit und Richtlinien zur Informationssicherheit festgelegt.

Ein essenzielles Element zum Management von Cyber-Risiken sind kontinuierliche Überprüfungen und Software-Updates der zu schützenden Infrastruktur sowie Schulungen und Trainings der Mitarbeiter:innen. Das A1 Telekom Austria Security Committee setzt sich aus hochqualifizierten Security-Experten aller Länder der A1 Group zusammen und tauscht regelmäßig Informationen zu aktuellen lokalen, regionalen und globalen Cyber-Risiken und Cyber-Attacken aus. Darüber hinaus informiert und koordiniert diese Arbeitsgruppe im akuten Bedarfsfall auch landesübergreifende Schutzmaßnahmen.

Anders als in der Nachhaltigkeitserklärung unter SBM-3 dargestellt, wird die Informationssicherheit im Enterprise Risk Management nicht als Chance gesehen, da die positive Entwicklung dieses Geschäftsfeldes bereits im Budget und Businessplan reflektiert ist.

Litigation

Unternehmen der A1 Group sind Parteien in mehreren gerichtlichen und außergerichtlichen Verfahren mit Behörden, Mitbewerbern sowie anderen Beteiligten. Der Dialog mit den involvierten Stakeholdern und ein laufender Informationsaustausch zu Themen, die eine Gefahr für das Unternehmen darstellen könnten, ermöglichen eine frühzeitige Problemerkennung und Erarbeitung möglicher gegensteuernder Initiativen.

Die Überwachung der rechtlichen Risiken erleichtert die Bewertung möglicher Zahlungen im Zusammenhang mit rechtlichen Verfahren. Diese Position wird quartalsweise aktualisiert und basiert auf der laufenden Einschätzung des Verfahrenserfolgs.

Wie bereits ausführlich in unserem Ergebnisbericht 2024 beschrieben, hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) eine Klage gegen A1 Austria eingereicht. Gegenstand war die Indexierungsklausel in Kundenverträgen, wobei der VKI argumentierte, dass die Bezugnahme auf den Index des Vorjahres vor Vertragsabschluss unzulässig sei. Das Handelsgericht hat als Gericht erster Instanz mit Urteil vom 29.09.2025 zugunsten von A1 Austria entschieden. Das Urteil bestätigt die Zulässigkeit der Klausel und steht im Einklang mit früheren Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs (OGH) sowie ähnlichen Fällen bei anderen Marktteilnehmern. Der VKI hat ein Rechtsmittel gegen diese Entscheidung erhoben; das Unternehmen ist zuversichtlich, dass eine Entscheidung im Sinne des Unternehmens fallen wird.

Weiters haben der Verein für Konsumenteninformation (VKI ) und die Bundesarbeitskammer im Geschäftsjahr 2024 zahlreiche Klauseln in Verbraucherverträgen in Zusammenhang mit Einmalentgelten gerichtlich beanstandet. Mit beiden Institutionen konnten Vergleiche abgeschlossen werden, die im Falle des VKI alle beanstandeten und im Falle der Bundesarbeitskammer alle bis auf zwei Klauseln umfassten. Die Bundesarbeitskammer führte das gerichtliche Verfahren hinsichtlich der nicht verglichenen Klauseln fort. Nachdem im Jänner 2025 das Verfahren in erster Instanz gewonnen werden konnte, bestätigte das Oberlandesgericht (OLG) im August 2025 die Zulässigkeit der Klausel im Festnetzbereich, entschied jedoch im Mobilfunkbereich gegen A1 Austria. Das Verfahren befindet sich derzeit beim Obersten Gerichtshof (OGH); eine Entscheidung wird im ersten Halbjahr 2026 erwartet. Sollte der OGH wider Erwarten dem VKI recht geben, könnte ein wesentlicher Ergebniseffekt eintreten.

Die Bundesarbeitskammer (BAK) fordert im Rahmen einer im Jänner 2024 eingebrachten Verbandsklage im Zusammenhang mit wiederkehrenden Entgelten, dass A1 bestimmte Klauseln nicht mehr verwenden und sich auch auf diese nicht berufen darf; Ansprüche auf automatische Rückzahlung hat die BAK mittlerweile zurückgezogen. Das erstinstanzliche Urteil zugunsten der BAK ist nicht rechtskräftig. Die A1 ist nach wie vor bestrebt, die Gerichte bis hin zum Obersten Gerichtshof von der Rechtmäßigkeit der Klauseln zu überzeugen, zumal die Regulierungsbehörde für Telekommunikation seit 2011 diese Klauseln regelmäßig überprüft

und akzeptiert. Darüber hinaus gibt es spezielle gesetzliche Bestimmungen in der Telekommunikationsbranche, auch aufgrund europäischen Rechts, die die Verwendung dieser Klauseln unterstützen. Seit Februar 2024 werden diese Klauseln nicht mehr mit den Kund:innen vereinbart. Es wurden entsprechende Rückstellungen gebildet.

Sachschäden

Schäden an der Infrastruktur können durch verschiedene Gründe verursacht werden und in Betriebsunterbrechungen und/oder finanziellen Verlusten resultieren. Das Risiko finanzieller Schäden wird größtenteils durch eine Versicherung abgedeckt.

Emerging Risks

Jedes Unternehmen ist mit einer Reihe von Unwägbarkeiten konfrontiert, bei denen sich ein neu auftretendes Risiko potenziell auf den Betrieb auswirken kann. Bei neuartigen bzw. für die Zukunft absehbaren langfristigen Risiken (‚Emerging Risks‘) liegen in der Regel nicht genügend Informationen vor, um die Eintrittswahrscheinlichkeit und -geschwindigkeit, und die Auswirkungen des Risikos zu bewerten. Infolgedessen ist die A1 Group möglicherweise nicht in der Lage, einen vollständigen Plan zur Risikominderung festzulegen, bis ein besseres Verständnis der Bedrohung vorhanden ist. Die A1 Group identifiziert neue Risikotrends, indem sie sich auf die Analyse des externen Umfelds und interner Quellen stützt. Risiken werden über verschiedene Zeiträume hinweg bewertet, so dass ein angemessener Fokus auf diese neu auftretenden Risiken sichergestellt ist. Unter den wesentlichen Emerging Risks sieht die A1 Group Risiken im Zusammenhang mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz sowie mit dem EU-Lieferkettengesetz.

Künstliche Intelligenz

Der Einsatz künstlicher Intelligenz, generativer Künstliche Intelligenz (genAI) und maschinellem Lernen bringt nicht nur erhebliche Chancen, sondern birgt auch Risiken in Zusammenhang mit Richtlinien und Vorschriften. Bestehende Regulierungen in den Bereichen Datenschutz, Schutz des geistigen Eigentums und Cybersicherheit treffen auf neue Regelungen, die für künstliche Intelligenz geschaffen werden. Im Zusammenhang mit der Angleichung dieser Vorschriften ist das Risiko gegeben, dass getätigte Investitionen noch nicht alle zukünftigen Anforderungen erfüllen, während eine späte Anpassung einen Wettbewerbsnachteil bedeuten würde. In beiden Fällen würde sich das Risiko in einem möglichen Rückgang des Cashflows niederschlagen, sei es durch höhere Investitionen oder durch die verspätete Nutzung von Chancen. Betreffend Risikominderung verfolgt die A1 Group einen Weg der kontinuierlichen Verbesserung in Bereichen wie Datenschutz und Sicherheit und integriert ethische Grundsätze in die Entwicklung, um die Einhaltung künftiger Vorschriften zu antizipieren.

Grundlegende Marktveränderungen

Das wachsende Angebot alternativer Telekommunikationslösungen, wie beispielsweise Satelliteninternet, stellt ein strategisches Risiko für die Marktstruktur in den A1 Group Ländern dar. Diese Technologien sind unabhängig von lokalen Infrastrukturen und länderspezifischen Versorgungsgrenzen und ermöglichen neuen Wettbewerbern den Markteintritt. Hinzu kommt, dass potenzielle Mitbewerber für das gleiche Serviceangebot zum Teil anderen oder abweichenden regulatorischen Verpflichtungen unterliegen können. Dies führt zu einer Wettbewerbsverzerrung und erschwert es etablierten Anbietern, gleiche Marktbedingungen aufrechtzuerhalten. Infolge dieser Entwicklungen besteht die Gefahr einer negativen Preisdynamik sowie eines Rückgangs der Kundenzahl. Um dieses aufkommende Risiko frühzeitig zu adressieren, setzt die A1 Group auf eine engmaschige Beobachtung technischer und regulatorischer Entwicklungen und fördert gezielt Partnerschaften und Kooperationen, um die eigene Marktposition zu stärken.

EU-Lieferkettengesetz (Corporate Sustainability Due Diligence Directive)

Das Vorhaben der EU, die regulatorischen Anforderungen im Bereich Nachhaltigkeit zu vereinfachen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, wurde 2025 durch umfassende Gesetzesänderungen („Omnibus-Paket“) umgesetzt. In diesem Rahmen kam es unter anderem auch zu einer Verschiebung des EU-Lieferkettengesetzes um ein Jahr sowie zu einer Reduktion der inhaltlichen Anforderungen. Die Mitgliedstaaten haben nun bis Mitte 2028 Zeit, die geänderte Richtlinie in nationales Recht umzusetzen.

Die A1 Group nimmt bereits seit mehreren Jahren aktiv Verantwortung für die Sorgfalt in der Lieferkette wahr. Die Maßnahmen reichen von der Fortführung der Compliance-Selbsterklärung der Lieferanten über Bestimmung von Reifegrad und Verbesserungsmaßnahmen zu Emissionen hin zu externen Audits an den Standorten der Lieferanten durch die Mitgliedschaft der A1 Group in der Joint Alliance for CSR (JAC), die Teilnahme an entsprechenden externen Ratings bis hin zur Schaffung von Transparenz auf Ebene drei der Lieferkette. Die Summe gesetzter Maßnahmen findet sich in der A1 Sustainable Sourcing Policy wieder. Gemeinsam mit den Lieferanten der A1 Group sieht das Unternehmen eine jährliche Weiterentwicklung der Aktivitäten

als wesentlichen Beitrag, relevante Bereiche zu rohstoff- und energieschonende Produktion, menschenrechtsentsprechenden Arbeitsbedingungen wie einer verantwortungsvollen Geschäftsgebarung nachhaltig zu verbessern.

Wir sind daher bereits jetzt für das EU-Lieferkettengesetz vorbereitet, mitigieren die damit verbundenen Risiken und werden trotz der Verschiebung des Gesetzes unsere Aktivitäten unvermindert fortsetzen.

Internes Kontrollsystem der Finanzberichterstattung

Die Telekom Austria Aktiengesellschaft verfügt über ein internes Kontrollsystem (IKS) der Finanzberichterstattung nach den geltenden gesetzlichen Vorschriften. Das IKS soll ausreichende Sicherheit über die Verlässlichkeit und Richtigkeit der externen Finanzberichterstattung in Übereinstimmung mit internationalen und nationalen Standards gewährleisten. Mittels regelmäßiger interner Berichterstattung an das Management sowie der Prüfung des IKS durch die Interne Revision wird zudem sichergestellt, dass Schwachstellen rechtzeitig erkannt sowie entsprechend kommuniziert und behoben werden. Die wichtigsten Inhalte und Grundsätze gelten für alle Gesellschaften der A1 Group. Die Effektivität des IKS-Systems wird in periodischen Abständen analysiert, und bewertet. Jeweils zum Jahresende wird für relevante Konzerngesellschaften unter Einbindung zuständiger Fachbereiche eine Bewertung des IKS durch das Management durchgeführt. Die Unternehmensführung hat, basierend auf den Erkenntnissen dieser Bewertung und den definierten Kriterien, das interne Kontrollsystem über die Finanzberichterstattung zum 31. Dezember 2025 als effektiv beurteilt.

Die Notierung des (indirekten) Mehrheitseigentümers América Móvil an der New Yorker Börse (NYSE) erfordert die Einhaltung des Sarbanes-Oxley Act (SOX). Das interne Kontrollsystem umfasst die relevanten Vorgaben dieses US-Gesetzes.

Sonstige Angaben

Offenlegung gem. § 243a UGB: Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital

Mit Jahresende 2025 befanden sich 60,9 % der Aktien der Telekom Austria Aktiengesellschaft im Besitz von América Móvil B.V., Niederlande („América Móvil B.V.“), einem hundertprozentigen Tochterunternehmen von América Móvil, S.A.B. de C.V. („América Móvil“). Die Republik Österreich hält über die Österreichische Beteiligungs AG („ÖBAG“) 28,4 % der Aktien, der Rest entfällt auf den Streubesitz. Darin enthalten sind 415.159 eigene Aktien sowie 369.500 Mitarbeiteraktien, die in einem Sammeldepot gehalten werden.

Die Gesamtzahl der Stückaktien liegt unverändert bei 664.500.000.

Die folgenden Informationen bezüglich eines Syndikatsvertrags basieren ausschließlich auf veröffentlichten Informationen.

Darüberhinausgehende Informationen liegen der Gesellschaft nicht vor.

Am 27. Juni 2014 wurde der Syndikatsvertrag zwischen ÖBAG und América Móvil wirksam. In dem Syndikatsvertrag haben die Parteien vereinbart, im Hinblick auf das Management der Telekom Austria Aktiengesellschaft langfristig ihre Stimmrechte abgestimmt auszuüben. Am 6. Februar 2023 einigten sich América Móvil und ÖBAG auf die Verlängerung ihres Syndikatsvertrags für weitere zehn Jahre, wobei der Syndikatsvertrag unmittelbar in Kraft trat.

Die beiden Syndikatspartner vereinbarten ein Investitionspaket im Gesamtvolumen von 1 Milliarde Euro. Das Investitionspaket soll den seit 2022 laufenden, beschleunigten Ausbau von Hochgeschwindigkeitsinternet in Österreich garantieren, im Besonderen den Ausbau der Glasfasernetze.

Der verlängerte Syndikatsvertrag enthält unter anderem die Fortsetzung des sogenannten „Österreich-Pakets.“ Damit werden unter anderem der Firmensitz in Wien und die Notierung an der Wiener Börse gesichert. ÖBAG und América Móvil haben vereinbart, dass weiterhin mindestens 10 % der Aktien der Gesellschaft frei handelbar sein sollen. Darüber hinaus enthält der Syndikatsvertrag Regeln für die gemeinsame Ausübung der Stimmrechte in den Gremien der Gesellschaft für die Wahl von Aufsichtsrats- und Vorstandsmitgliedern sowie Aktienverkaufsbeschränkungen.

Der Aufsichtsrat der Gesellschaft besteht aus zehn Kapitalvertretern, wobei weiterhin acht Mitglieder von América Móvil – darunter der Stellvertreter des oder der Vorsitzenden – und zwei Mitglieder – darunter der oder die Vorsitzende – von der ÖBAG nominiert werden. Der Vorstand besteht aus zwei Personen; das Nominierungsrecht für den Vorstandsvorsitzenden obliegt América Móvil. Die ÖBAG nominiert den Vorstandsvorsitzenden-Stellvertreter.

Des Weiteren wurde in der außerordentlichen Hauptversammlung am 14. August 2014 die Satzung dahingehend geändert,

dass, solange die Republik Osterreich direkt oder indirekt mindestens 25% plus eine Aktie am Grundkapital der Gesellschaft hält, Kapitalerhöhungsbeschlüsse und die Begebung von Instrumenten, die ein Wandlungsrecht oder eine Wandlungsverpflichtung in Aktien der Gesellschaft beinhalten, sowie Anderungen dieser betreffenden Satzungsbestimmungen einer Mehrheit bedürfen, die mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals umfasst.

Solange die ÖBAG mehr als 25% plus eine Aktie oder mehr am Grundkapital der Telekom Austria Aktiengesellschaft hält, stehen der OBAG nach dem Stimmbindungsvertrag die folgenden Mitbestimmungsrechte zu: unter anderem Vetorechte bei Kapitalerhöhungen der Telekom Austria Aktiengesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften, bei der Ausgabe bestimmter wandelbarer Instrumente, bei der Bestellung des Abschlussprüfers, beim Abschluss von Rechtsgeschäften mit nahestehenden Personen, bei der Verlegung des Firmensitzes und wesentlicher Geschäftsfunktionen, einschließlich Forschung und Entwicklung, beim Verkauf des Kerngeschäfts, bei der Änderung der Firma der Telekom Austria Aktiengesellschaft und der Marken der Telekom Austria Aktiengesellschaft.

Corporate-Governance-Bericht

Gemäß C-Regel 61 des Österreichischen Corporate Governance Kodex wird darauf hingewiesen, dass der konsolidierte Corporate-Governance-Bericht im Internet unter https://www.a1.group/de/group/corporate-governance abgerufen werden kann.

Forschung und Entwicklung

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine Forschungs- und Entwicklungsprojekte in einer für das Unternehmen wesentlichen Größenordnung durchgeführt.

Wien, am 09. Februar 2026

Der vostone dar Telegom funty fo X Algjandro Plater, CEO Thomas Arnoldner, Deputy CEO

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