Inhaltsverzeichnis
Evonik Fibres GmbH, Schörfling am Attersee
1. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage.
Geschäftsverlauf:
Im angespannten Heißgasfiltration Marktumfeld ist es Evonik Fibres gelungen, die Absatzmengen gegenüber 2024 leicht zu erhöhen. Trotz einer sehr schwachen Nachfrage in den Hauptmärkten, insbesondere China, mit einem deprimierten Zement Markt, haben wir, besonders in den anderen Regionen, unsere Position gefestigt.
Unsere Wettbewerbsfähigkeit ist immer noch sehr limitiert gegenüber den meisten Faserherstellern. Die erheblichen Rohmaterial- sowie Energiekostenerhöhungen der letzten Jahre haben zwar nachgelassen, nichtsdestotrotz können wir mit Billigmärkten nicht konkurrieren. Daher fokussieren wir uns nach wie vor auf die Märkte, die den technischen Vorteil und den Mehrwert unserer Faser honorieren. So haben wir es auch geschafft unser Preislevel zu halten.
Im Geschäft mit Hohlfasermembranen ist es Evonik Fibres gelungen, die Absatzmengen gegenüber 2024 insgesamt zu steigern. Im aktuellen Berichtsjahr hat sich im Biogasgeschäft insbesondere der Absatz in Europa gut entwickelt, während gleichzeitig der Absatz in den USA, bedingt durch die Politik der aktuellen Administration, rückläufig war. Weiteres Wachstum in den neuen Biogasmärkten in Asien und Lateinamerika hat außerdem zu dem guten Gesamtergebnis in diesem Geschäftsfeld beigetragen.
Evonik hat dabei seine Position als Marktführer im Biogas, in einem schwierigen Umfeld, gut behauptet und ausgebaut. Dem zunehmenden Wettbewerbsdruck wurde mit einem erweiterten Produktportfolio sowie einer aktiven Durchsetzung der IP-Rechte, u. a. in einem Gerichtsverfahren gegen die Wettbewerber in USA, entgegen gewirkt.
Auch das Geschäftsfeld mit den Process Gases ist im Berichtszeitraum gewachsen und hat sich zu einer weiteren tragenden Säule für das Geschäft der Evonik Fibres entwickelt. So konnten hier sowohl im Bereich industrieller Stickstoff, wie auch im Bereich der Luftfahrt, weitere neue Kunden hinzugewonnen und die Umsätze gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Hier erwarten wir auch für die Folgejahre ein weiteres Wachstum.
Im Markt für die Wasserstoff- und Heliumrückgewinnung konnten im Berichtszeitraum signifikante Projekte in USA, Europa und Asien erfolgreich am Markt platziert und damit der Umsatz auch in diesem Bereich gegenüber Vorjahr gesteigert werden.
Auch im Erdgas-Geschäft konnte das Wachstum der vergangenen Jahre global fortgesetzt und der Umsatz gesteigert werden.
Wesentliche Ereignisse im Geschäftsjahr:
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Kosteneinsparungen & Effizienzsteigerung
Ein wesentlicher Schwerpunkt lag im Berichtsjahr auf der konsequenten Reduzierung unserer fixen und variablen Kosten. Durch eine erhöhte Awareness für Kostenstrukturen, ein geschärftes Mindset der finanziellen Disziplin sowie den klaren Fokus, Ausgaben auf das wirklich Notwendige zu reduzieren, konnten wir unser Kostenniveau nachhaltig senken. Parallel wurden zahlreiche Projekte umgesetzt – von Prozessoptimierungen über Materialeffizienzmaßnahmen bis hin zu verbesserten Einkaufs- und Logistikstrategien - die unmittelbar zu deutlichen Einsparungen beigetragen haben. Diese breit angelegte Kosteninitiative stärkt unsere Wettbewerbsfähigkeit und schafft Freiräume für gezielte Zukunftsinvestitionen.
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Energiemanagement & ISO 50001
Nachhaltigkeit ist für uns ein zentraler Wachstumstreiber und fester Bestandteil unserer Produktionsstrategie. Unsere Werke in Lenzing und Schörfling zählen zu den ersten Evonik-Standorten weltweit, die vollständig mit erneuerbaren Energien (grüner Strom und Biogas) betrieben werden.
Durch Maßnahmen wie katalytische Nachverbrennung, intelligente Wärmerückgewinnung und effiziente Prozessführung, konnten wir unseren Energieverbrauch deutlich reduzieren und unsere CO₂-Emissionen um rund 90 % senken.
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TPM, KVP, Six Sigma & Risk-Based Maintenance
Zur Steigerung unserer operativen Exzellenz setzen wir auf bewährte Methoden wie TPM, KVP, Six Sigma und RBM.
Durch die gezielte Reduzierung von Verlusten und Verschwendung erhöhen wir die Effizienz unserer Anlagen und erzielen spürbare Kosten- und Energieeinsparungen. Mit einer vorbeugenden, risikobasierten Instandhaltungsstrategie identifizieren wir Störungen frühzeitig, minimieren Ausfälle und verlängern die Lebensdauer unserer Anlagen.
Diese systematische Vorgehensweise schafft eine solide Basis für kontinuierliche Verbesserungen und langfristige Wettbewerbsfähigkeit.
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Digitalisierung und Automatisierung
Unsere Digitalisierungs- und Automatisierungsstrategie beschleunigt die Stabilisierung und Weiterentwicklung unserer Produktionsprozesse.
Durch gezielte Investitionen – weitere sind bereits geplant – steigern wir unsere Kosteneffizienz, verbessern Transparenz und Prozesssteuerung und erweitern unsere Kapazitäten, ohne dass große strukturelle Investitionen notwendig sind.
Finanzielle Leistungsindikatoren:
Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Umsatzerlöse um 12,3 Mio. EUR bzw. 13,1 % erhöht.
Das EBIT hat sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 727 und das Ergebnis vor Steuern um 918 TEUR verbessert.
Die Eigenkapitalrentabilität reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr von 40,5 % auf 37,6 %.
Die Gesamtkapitalrentabilität erhöhte sich von 13,4 % auf 15,2 %. Beide Kennzahlen wurden auf Basis des Ergebnisses vor Steuern ermittelt.
Die Eigenkapitalquote beläuft sich zum 31.12.2025 auf 40,3 % (Vorjahr 33 %).
Die Investitionstätigkeit in Sachanlagevermögen betrug im Geschäftsjahr 2025 TEUR 13.938 Sie betrug im Vorjahr TEUR 32.103.
Am Bilanzstichtag hielt das Unternehmen derivativen Finanzinstrumente in Verbindung mit Währungssicherungsgeschäften. Sie dienen der Absicherung von Risiken im Verkaufsbereich.
Nicht finanzielle Leistungsindikatoren:
Evonik Fibres betreibt ein integriertes Managementsystem (Umwelt, Sicherheit, Gesundheit, Qualität und Energie) nach Vorgaben des Evonik Industries Konzerns und der relevanten internationalen Normen. Im September 2025 fand ein Audit gemäß 45001 durch KPMG statt, das nach Behebung der vier Nebenabweichungen erfolgreich absolviert wurde. Im Jänner 2025 fand ein Zertifizierungsaudit nach EN 9100 (QM-Zertifizierung für die Luft- und Raumfahrt und Verteidigung) durch DQS statt, das nach Behebung der zwei Nebenabweichung erfolgreich abgeschlossen wurde. Dadurch haben wir unser eigenständiges EN 9100-Zertifikat für den Geltungsbereich „Herstellung, Verkauf und Vertrieb von Hohlfasermembranen“ erhalten. Desweitern wurden mehrere interne Audits gemäß ISO 9001, 14001, 45001 und 50001 sowie EN 9100 durchgeführt. Damit wurde bestätigt, dass das Managementsystem den Anforderungen der Normen entspricht.
Im Rahmen der kontinuierlichen Verbesserung werden jährlich Leistungskennzahlen festgelegt und verfolgt. Unter anderem werden Qualitäts-, Umwelt-, Energie- und Sicherheitsziele definiert und deren Umsetzung verfolgt.
Sicherheit und Gesundheit sind und bleiben unsere höchste Priorität. Das oberste Sicherheitsziel konnte erreicht werden: 2025 gab es keinen meldepflichtigen Unfall in Lenzing und Schörfling. Hinsichtlich Gesundheit werden die Mitarbeiter der Produktion in festgesetzten Intervallen bezüglich der Belastung durch Chemikalien untersucht. Weiters wird allen Mitarbeitern eine erweiterte Vorsorgeuntersuchung sowie die Förderung persönlicher Gesundheitsmaßnahmen angeboten.
2. Voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens:
In der Heißgasfiltration rechnen wir weiterhin nicht mit einer Erholung der Nachfrage – insbesondere in China bleibt der Markt verhalten. Der Zementmarkt, unser größter Absatzmarkt, zeigt sich nach wie vor deutlich „depressed“, was die allgemeine Marktdynamik weiterhin stark belastet. Trotz dieses schwierigen Umfelds halten wir konsequent an unserer Strategie fest, uns auf profitables Geschäft zu konzentrieren. Preisgetriebene, margenschwache Bereiche werden wir daher bewusst nicht weiter verfolgen. Stattdessen
fokussieren wir uns gezielt auf neue Anwendungen, in denen die technisch überlegenen Eigenschaften der P84®-Fasern einen klaren Mehrwert bieten.
Für die P84®-Spezialitäten erwarten wir hingegen wieder eine positive Umsatzentwicklung. Bauteile aus P84®-Pulver eignen sich hervorragend für Anwendungen, die hohen thermischen und mechanischen Belastungen ausgesetzt sind – beispielsweise in der Automobilindustrie sowie in der Luft- und Raumfahrt. Dadurch ergeben sich attraktive Wachstumspotenziale in diesen technologisch anspruchsvollen Segmenten.
Für 2026 erwarten wir für das Membrangeschäft einen weiter steigenden Absatz im globalen Biogasmarkt getrieben über die Märkte in Europa und die wachsenden Märkte in Asien und Lateinamerika. Auch in den Märkten der Process Gases, insbesondere im Stickstoff, Erdgas und in der Luftfahrt, erwarten wir über das stetig weiter ausgebaute Produkt- und Kundenportfolio global weiteres Umsatzwachstum.
Mit der positiven Entwicklung der Verkäufe, sollte sich auch das Ergebnis deutlich positiv entwickeln. Bei den Kosten erwarten wir eine Stabilisierung oder sogar eine leichte Senkung bei einigen Rohmaterialen, so dass die Profitabilität sich etwas verbessern sollte.
Risiken:
- Steigende globale Unsicherheit und zentrale Risiken im Jahr 2026
Das Jahr 2026 wird geprägt sein von einer weiter zunehmenden globalen Unsicherheit. Für international agierende Unternehmen wie Evonik Fibres verschärft sich das Risikoumfeld erneut: geopolitische Spannungen (wie derzeit aktuell die Folgen der kriegerischen Auseinandersetzung im Nahen Osten und des bereits seit über 4 Jahren laufenden Russland-Ukraine-Kriegs) nehmen zu, wirtschaftliche Entwicklungen bleiben unvorhersehbar, globale Lieferketten bleiben störanfällig und Märkte reagieren zunehmend volatil. Der bereits erwähnte Krieg im Nahen Osten führte innerhalb kürzester Zeit zu deutlichen Preissteigerungen bei Energie. Es besteht das Risiko, dass die gestiegenen Energiekosten über längere Zeit hinweg erhalten bleiben und zu nicht unwesentlichen, negativen Effekten auf die Ergebnisentwicklung führen.
Für das Geschäftsjahr 2026 sind insbesondere die steigenden Energiekosten in den Bereichen Strom und Erdgas als relevante Risikofaktoren zu nennen. Das Unternehmen hat jedoch bereits im Vorfeld gezielte Maßnahmen zur Risikominimierung umgesetzt, wodurch die Auswirkungen dieser Kostensteigerungen deutlich reduziert werden konnten. So wurde bereits im Vorjahr rund 50 % der benötigten Gasmengen preislich abgesichert. Der Stromeinkauf erfolgt zudem im Rahmen eines konzernweiten Energieeinkaufs bei Anbietern erneuerbarer Energien, insbesondere aus Windkraft. Dadurch konnte das Risiko aus volatilen Strompreisen nach aktueller Einschätzung um rund 70 % reduziert werden.
Weiters steigt die Komplexität regulatorischer und Compliance-Anforderungen weltweit. Diese Entwicklungen verlangen von Unternehmen ein noch robusteres Risikomanagement sowie hohe strategische Anpassungsfähigkeit, um in diesem sich weiter destabilisierten Umfeld erfolgreich agieren zu können.
- Integriertes Risikomanagement als stabile Grundlage
Um diesen Unsicherheiten wirksam zu begegnen, ist das Risikomanagement fest in die Unternehmensführung und in alle wesentlichen Geschäftsprozesse von Evonik Fibres eingebettet. Unser extern zertifiziertes, integriertes Managementsystem für Qualität, Umwelt, Energie und Sicherheit bildet dabei ein zentrales Steuerungsinstrument. Risiken werden
systematisch erfasst, regelmäßig bewertet und in konkrete Maßnahmen überführt. So wird sichergestellt, dass wir jederzeit angemessen auf externe Veränderungen reagieren können.
- Steuerung von Kreditrisiken
Kreditrisiken werden durch klar definierte, strukturierte Prozesse gesteuert. Die Bonität unserer Kunden wird laufend geprüft, und Forderungen in OECD-Ländern sind teilweise über Kreditversicherungen abgesichert. Für Forderungen, die über den Versicherungsschutz hinausgehen, greifen interne Limits, die mehrfach pro Jahr neu bewertet und von Konzernverantwortlichen freigegeben werden. Dies stellt sicher, dass finanzielle Risiken auch in einem immer volatileren Umfeld kontrolliert bleiben.
- Absicherung operativer Risiken
Darüber hinaus sind wesentliche operative Risiken sowie potenzielle Risiken aus der Produkthaftpflicht über Versicherungen abgesichert. Damit stellen wir sicher, dass unerwartete Ereignisse – gerade in einer global zunehmend instabilen Lage – die Stabilität des Unternehmens so wenig wie möglich beeinträchtigen. Darüber hinaus werden seit dem Geschäftsjahr 2025 zur Absicherung von Risiken im Verkaufsbereich Derivate in Verbindung mit Währungssicherungsgeschäften eingesetzt.
Chancen:
Mit unseren Technologien und Produkten können wir die Wirtschaft nachhaltiger gestalten und unterstützen unsere Kunden zur Erreichung der Klimaneutralität in 2040.
Es wird in allen Ländern angezielt, die Energiequellen zu diversifizieren. Mit der Erzeugung von Biomethan aus Abfällen kann unsere Sepuran-Technologie einen wertvollen Beitrag dazu leisten.
3. Forschung & Entwicklung:
Im Laufe des Berichtszeitraumes wurde das Portfolio für industrielle Stickstoffanwendungen um weitere Modulgrößen erweitert, um maßgeschneiderte Lösungen mit minimaler Modulanzahl zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit bei Neubauprojekten zu ermöglichen. Eine hochkapazitive Biogaskartusche, das Standardprodukt für dieses Marktsegment, wurde weiterentwickelt. Die weiteren Entwicklungsarbeiten für ein besonders großes Kartuschen- Design sind erfolgreich fortgesetzt worden, so dass eine erfolgreiche Markteinführung möglich war.
Die Entwicklungsarbeiten für Produkte der Luftfahrtindustrie gehen planmäßig voran.
Neben den Produktneuentwicklungsarbeiten wurden verschiedene Projekte zur kontinuierlichen Verbesserung existierender Produkte hinsichtlich ihrer Produkteigenschaften und -qualitäten erfolgreich umgesetzt.
Die jahrzehntelangen Erfahrungen im Bereich des Polymer-Designs für Polyimide ermöglichten die Übertragung auf Anwendungen im Beschichtungsbereich. Ein für den Bereich der Drahtummantelungen von Elektrokabeln entwickeltes Material zeigt nicht nur die überlegene thermische- und Lagerbeständigkeit, sondern indiziert darüber hinaus auch eine für diese Anwendungen notwendige Flexibilität. Entsprechende Anwendungstests sind gestartet.
4. Investition:
Das Geschäft mit Membranen gehört zu den Wachstumsfeldern von Evonik. Das Unternehmen positioniert sich damit als Technologieführer auf dem attraktiven Markt für die Gasseparation.
Nach der erfolgreichen Erweiterung und Inbetriebnahme der Produktionskapazitäten an den Standorten Lenzing und Schörfling in den Jahren 2023 und 2024 wurden weitere Investitionen in 2025 für den gesamten Standortkomplex gestartet.
Trotz unternehmensweiter Budgetkürzungen wurden diese Projekte bewusst priorisiert, da sie strategisch entscheidend für unsere zukünftige Entwicklung sind, Die zusätzlichen Kapazitäten ermöglichen es uns, sowohl die steigende Nachfrage als auch das geplante Wachstum, in allen Teilmärkten des Membrangeschäfts in den kommenden Jahren zuverlässig zu bedienen.
Damit schaffen wir die notwendige Grundlage, um unser Geschäft nachhaltig auszubauen und unsere Marktposition weiter zu stärken.
Schörfling am Attersee, den 14. April 2026
Die Geschäftsführung:
gez.:
Jean-Marc hassagne