Inhaltsverzeichnis
Rupert Fertinger GmbH Kottingbrunn
1. Geschäfts- und Rahmenbedingungen
Unternehmen
Die Rupert Fertinger GmbH (RF) entwickelt und produziert Komponenten aus Metall für den Bereich Fahrzeugtechnik, hier insbesondere automotives Temperaturmanagement und Autoelektrik, sowie einbaufertige Zulieferteile für den Industrie- und Gerätebau. Beliefert werden die führenden Tier 1 Konzerne mit Werken weltweit, mit diesen Kunden wird auch eng in der Entwicklung zusammengearbeitet.
Die Rupert Fertinger GmbH hat ihren Sitz in die politische Gemeinde Kottingbrunn verlegt (Eintragung am 08.01.2025 im Firmenbuch), die Übersiedelung des Werkes in Wolkersdorf nach Kottingbrunn erfolgte bereits im Jahre 2024. Ein Zweigwerk in 2183 Neusiedl an der Zaya ist vornehmlich auf die Herstellung von automotiven Klimaanlagenkomponenten spezialisiert. Eine Tochtergesellschaft in Polen fungierte als verlängerte Werkbank. Im Geschäftsjahr 2025 wurde der Maschinenpark und die dahinter liegende Produktion von Polen zu einem polnischen Zulieferer sowie nach Kottingbrunn verlagert. Die Gesellschaft soll im Jahr 2026 auch rechtlich geschlossen werden.
Die Gesellschaft ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Innerio Group GmbH mit Sitz in Kottingbrunn und steht dadurch mit ihrer Gesellschafterin sowie deren verbundenen Unternehmen in einem Konzernverhältnis.
Wirtschaftliche Rahmenbedinqungen und Geschäftsverlauf
Die für die Rupert Fertinger GmbH relevanten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen liegen weiterhin vor allem in der europäischen Konjunktur. In 2025 stabilisierte sich die Wirtschaftslage gegenüber den Vorjahren, blieb jedoch auf verhaltenem Niveau, Eine dauerhafte Erholung blieb branchenübergreifend aus, während sich die Zinssituation auf niedrigem Niveau stabilisiert hat.
Das Jahr 2025 war weiterhin durch eine verhaltene Konsumlage geprägt. Weltweit wurden um 1,8 % mehr Fahrzeuge neu zugelassen, dabei wurde ebenfalls ein leichter Anstieg im europäischen Raum erzielt.
Während die Elektromobilität Marktanteile gewinnt, ist sie weiterhin bei den Zulassungszahlen mit einem Marktanteil von rd. 17,4% deutlich unter den Verbrennermodellen. Auch mittelfristig wird von einer Koexistenz ausgegangen. Dies hat für die Rupert Fertinger GmbH positive Effekte, da die Lebenszeit bestehender Plattformen verlängert wird. Damit verlängert sich auch der Lebenszyklus der aktuellen Produkte von Rupert Fertinger, was zusätzliche Zeit für Neuentwicklungen und Marktgewinnung bringt.
Die Umsatzerlöse der Rupert Fertinger GmbH betrugen im Wirtschaftsjahr Jänner 2025 bis Dezember 2025 15,9 Mio. € und lagen damit um 8,2 Mio. € oder 34,0 % unter dem Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2025 sind die Volumina bestehender Aufträge zurückgegangen.
Demgegenüber positiv wirkten die gegenüber den Kunden durchgesetzten Preiserhöhungen 2025. Diese Preisanpassungen waren eine notwendige Konsequenz erhöhter Aluminium-, Energie-, sowie Personalkosten.
Im Wirtschaftsjahr Jänner 2025 – Dezember 2025 erzielte die Gesellschaft ein Jahresergebnis (Ergebnis nach Steuern) iHv -0,3 Mio. €. Dabei lag das operative Ergebnis der Gesellschaft bei - 0,1 Mio. €.
Im Vergleich zu den ursprünglich budgetierten Umsätzen lagen die tatsächlich erzielten Umsatzerlöse mit 15,9 Mio, € mit rund 2,3 Mio, € unter dem Budget, In den Umsatzerlösen enthalten sind dem Kostendruck geschuldete Preiserhöhungen auf Kundenseite, Ein Teil der budgetierten Preiserhöhungen konnte kundenseitig nicht durchgesetzt werden. Trotz dieses Umstandes konnte die Materialquote mit 48,6 % im Vergleich zum Planwert annähernd konstant gehalten werden.
Die Betriebsleistung der Gesellschaft iHv 16,0 Mio. € hat sich gegenüber dem Vorjahr um 8,4 Mio. € reduziert.
Die Personalkosten inklusive Aufwendungen für bezogenen Leistungen lagen mit EUR 7,7 Mio. Euro deutlich über dem Planwert. Die Lohnverrechnung der Mitarbeiter von Rupert Fertinger am Standort Kottingbrunn wurde über die IHE abgewickelt, diese wurden jedoch zu 100 % an die Rupert Fertinger GmbH weiterverrechnet. Es ist davon auszugehen, dass die Prozessstabilität durch den Wegfall des mit dem Produktionsstart in Zusammenhang stehenden Produktivitätsverlustes im Jahr 2026 erreicht wird.
Die Geschäftsleitung hat insbesondere im Berichtsjahr ein umfassendes Maßnahmenpaket im Rahmen von kurzfristigen, aber auch mittelfristigen Initiativen und Programmen eingeleitet, die auf Produktivitätssteigerung, Kostensenkung und Maximierung des Gross Profits ausgerichtet sind, beschlossen. Darüber hinaus wurde die Produktpalette aktualisiert und einer Preisprüfung unterzogen, sodass spezifische Preiskorrekturen im Markt begründet durchgesetzt werden können.
Abschließend ist anzuführen, dass die Verlagerung des Betriebsstandortes der Rupert Fertinger GmbH von Wolkersdorf, Weinviertel nach Kottingbrunn, Industrieviertel eine Verbesserung operativer und organisatorischer Konzernabläufe (Prozessoptimierung) bringt. Der bereits durchgeführte Wechsel des Betriebsstandortes erlaubt deutliche Synergien bei den Standortkosten (Miete und Infrastrukturkosten). Zudem werden Logistikabläufe zwischen den darüber hinaus auch wirtschaftlich miteinander agierenden Gesellschaften optimiert. Weiters haben sich die Transportkosten reduziert. Ein weiterer wesentlicher Kostenvorteil liegt in der gemeinsamen Nutzung von Verwaltungsfunktionen. Durch die räumliche Nähe und die engen Lieferbeziehungen wurde das Verwaltungspersonal optimiert und Redundanzen abgebaut, Für die Rupert Fertinger GmbH wurde im Berichtsjahr die Migration in das SAP-System der Innerio Heat Exchanger begonnen und per 28. Februar 2026 erfolgreich abgeschlossen.
Durch Wegfall der Sondereffekte sowie Optimierung der Kostenstruktur wird 2026 von einem weiteren Rückgang der Fixkosten ausgegangen.
Durch die Reduzierung von Kundenabrufen infolge der generellen Nachfragesituation auf OEM-Seite und daraus resultierender TIER 1-Seite ist im Jahr 2026 von einem weiter sinkenden Umsatz von circa 3 % auszugehen. Ziel im Jahr 2026 ist eine weitere Optimierung der Kostenstruktur. Diese Maßnahmen unterstützen mittelfristig optimale Voraussetzungen für 2027 zu schaffen.
Arbeitnehmerbelange
Zum 31. Dezember 2025 waren in der Rupert Fertinger GmbH weder Arbeiter noch Angestellte beschäftigt. Die Personalkosten wurden gemäß Dienstleistungsvereinbarung von der Innerio Heat Exchanger GmbH verursachungsgerecht an die Rupert Fertinger GmbH verrechnet.
Umweltaspekte
Die Rupert Fertinger GmbH hat die Verantwortung für die Umwelt in einer umfassenden Umweltpolitik festgeschrieben. Diese stellt eine konsequente Weiterentwicklung dar und orientiert sich an der Vision von „Zero Emission“. Die Umsetzung erfolgt insbesondere über das am Produktionsstandort seit vielen Jahren etablierte Umweltmanagementsystem gemäß der internationalen Norm ISO 14001:2015. Die Normkonformität dieses Managementsystems wurde auch im abgelaufenen Geschäftsjahr durch die routinemäßig vorgesehenen externen Audits erneut bestätigt. Durch die konsequente Anwendung des Umweltmanagementsystems konnten die umweltbezogenen Erwartungen unserer Kunden sowie weiterer Stakeholder weiterhin zuverlässig erfüllt werden.
Die Umweltpolitik umfasst zudem das Ziel, den Einsatz besonders gefährlicher Stoffe kontinuierlich zu reduzieren. Dieser Grundsatz wird über das Lieferantenhandbuch auf die globalen Lieferketten übertragen und ist damit ein wesentlicher Bestandteil der vertraglichen Anforderungen an alle Lieferanten.
Auch im Geschäftsjahr Jänner 2025 bis Dezember 2025 wurde der im Produktionsprozess anfallende Verschnitt vollständig einem werterhaltenden und ressourcenschonenden Recycling zugeführt.
Die im Jahr 2023 auf dem Dach des Produktionsgebäudes in Betrieb genommene Photovoltaikanlage wird überwiegend zur Eigenversorgung genutzt; der Anteil des in das öffentliche Netz eingespeisten Stroms ist von untergeordneter Bedeutung.
Relevante regulatorische Entwicklungen, wie etwa geplante Beschränkungen für PFAS im Rahmen der europäischen Chemikaliengesetzgebung sowie neue Anforderungen aus der Corporate Sustainability Reporting Directive, werden kontinuierlich beobachtet, Im Berichtszeitraum wurde ein internes Projekt zur Analyse der Anforderungen der CSRD gestartet. Dabei werden die für das Unternehmen wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen identifiziert und die erforderlichen Prozesse und Strukturen für eine zukünftige Berichterstattung schrittweise aufgebaut. Die daraus resultierenden Anforderungen werden in das bestehende Managementsystem integriert.
2. Ertragslage
Die Umsatzerlöse reduzierten sich im Vorjahresvergleich um rund 34,0 % auf 15,9 Mio. €.
Die Bestandsveränderungen lagen im Geschäftsjahr bei etwa + 0,1 Mio, €.
Die sonstigen betrieblichen Erträge, übrige reduzierten sich im Verhältnis zum Vorjahr um 3,7 Mio. € auf 2,2 Mio. €.
Die Materialquote erhöhte sich von 44,0 % auf 48,6 %. Die eben angeführte Erhöhung ist im Wesentlichem auf die erhöhten Metallpreise 2025 zurückzuführen.
Die Personalquote inklusive der bezogenen Leistungen für temporär Beschäftigte erhöhte sich von 38,4 % auf 48,2 %. Dies ist im Wesentlichen auf den im Vorjahr durchgeführten Integrationsprozess der Rupert Fertinger GmbH und die im Jahr 2025 noch vorhandene Prozessinstabilität zurückzuführen.
Die Abschreibungen auf Sachanlagen 2025 reduzierte sich im Verhältnis zum Vorjahr um 0,1 Mio. € und betrugen zum Abschlussstichtag 0,3 Mio. €.
Die Quote der sonstigen betrieblichen Aufwendungen (im Verhältnis zum Umsatz) reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr von 24,7 % auf 16,9 %. Hierbei reduzierten sich die Verlagerungsaufwendungen um 1,4 Mio, €, der Rechts- und Beratungsaufwand um 0,4 Mio, €, die Instandhaltungs- und Betriebsaufwendungen um 0,4 Mio. €, die Miet- und Pachtaufwendungen um 0,2 Mio. € sowie die Transportkosten um 0,1 Mio. €.
Das Finanzergebnis verbesserte sich um 0,2 Mio, € auf -0,2 Mio, €.
Beginnend mit dem Veranlagungsjahr 2024 ist die Innerio Group GmbH Gruppenträger der am 5. Februar 2025 bescheidmäßig festgestellten Unternehmensgruppe iSd § 9 KStG mit der Innerio Heat Exchanger GmbH, Rupert Fertinger GmbH sowie Innerio Immobilien GmbH als Gruppenmitglieder. Die im Jahr 2025 basierend auf dem Steuerumlagevertrages berechnete Steuerumlage gegenüber der Innerio Group GmbH ist von untergeordneter Bedeutung.
3. Vermögenslage
Der Buchwert des immateriellen Anlagevermögens erhöhte sich im Geschäftsjahr Jänner 2025 – Dezember 2025 um 0,2 Mio. €. Diese Erhöhung ist im Wesentlichen auf die bilanzierten geleisteten Anzahlungen in Höhe von 0,2 Mio. € zurückzuführen.
Der Buchwert des Sachanlagevermögens reduzierte sich im Geschäftsjahr Jänner 2025 Dezember 2025 um 0,2 Mio. €. Die Investitionen in neue Anlagen lagen dabei mit 0,1 Mio. € unter der Jahresabschreibung von 0,3 Mio. €. —
Der Buchwert des Finanzanlagevermögens blieb im Vergleich zum Vorjahr unverändert.
Nähere Details zu der Entwicklung des Anlagevermögens können dem Anlagenspiegel entnommen werden.
Das Umlaufvermögen inklusive Rechnungsabgrenzungsposten und aktive latente Steuern reduzierte sich um 4,0 Mio. € auf 5,5 Mio. €.
Dabei reduzierten sich die Vorräte um 0,5 Mio. €.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände reduzierten sich um 2,9 Mio, €.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen reduzierten sich um 1,8 Mio. € auf 0,6 Mio. €. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf die reduzierten Volumina zurückzuführen.
Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände reduzierten sich um 1,1 Mio. €. Dies ist im Wesentlichen auf den Erhalt einer im Jahr 2024 bilanzierten Kaution in Höhe von 0,6 Mio. € zurückzuführen.
Das Eigenkapital reduzierte sich um das Jahresergebnis iHv -0,3 Mio. € auf 2,4 Mio. € und umfasst 35,8 % der Bilanzsumme, nach Berücksichtigung der Investitionszuschüsse sowie nachrangigen, langfristigen Gesellschafterdarlehen iHv 0,2 Mio € (beträgt die Eigenmittelquote 38,5 % der Bilanzsumme.
Die Rückstellungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Mio. € reduziert und betrugen zum 31. Dezember 2025 0,7 Mio. €.
Der Rückgang der Verbindlichkeiten iHv 3,2 Mio, € ist im Wesentlichem auf einen durch eine Schwesterngesellschaft gewährten Forderungsverzicht unter Besserungsabrede zu erklären,
Das langfristige Fremdkapital in Höhe von 1,9 Mio. € besteht im Berichtsjahr im Wesentlichem aus Intercompany Darlehensverbindlichkeiten.
Die Nettoverschuldung (=Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten + Abfertigungs- & Jubiläumsgeldrückstellung – liquide Mittel) betrug zum Geschäftsjahresende per 31. Dezember 2025 0,2 Mio. €.
4. Finanzlage
| Jänner 2025 – | |
|---|---|
| Dezember 2025 | |
| TEUR | |
| Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit | 3 |
| Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | -338 |
| Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | -286 |
| Zahlungswirksame Veränderung des | |
| Finanzmittelbestandes | -621 |
Der Netto-Geldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit resultiert aus dem Jahresfehlbetrag (- 0,3 Mio. €), den Abschreibungen (+0,3 Mio. €), der Veränderung des Working Capital (0,5 Mio. €) sowie der Veränderung der Rückstellungen (-0,5 Mio. €).
Der Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit betrug -0,3 Mio. €. Dabei ist anzuführen, dass im Jahr 2025 Investitionen iHv 0,1 Mio. € unter der Jahresabschreibung von 0,3 Mio. € getätigt wurden.
Der Netto-Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit betrug -0,3 Mio. €.
Im zugrundeliegenden Wirtschaftsjahr gab es eine zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes in Höhe von -0,6 Mio. € (Vorjahr: +0,8 Mio. €).
5. Nachtragsbericht
Nach Abschluss des Geschäftsjahres fielen keine Vorgänge von besonderer Bedeutung an, die nicht in diesem Lagebericht einer Erörterung unterzogen wurden.
6. Forschung und Entwicklung
Im Geschäftsjahr Jänner 2025 bis Dezember 2025 wurde an der Entwicklung von zusätzlichen Technologien für Produkte und Verfahren für die Entwicklung, das Design und die Produktion von Komponenten für Wärmetauscher und ergänzende Aggregate für das automotive Temperaturmanagement gearbeitet. Diese Entwicklungstätigkeit wird sich auch im Geschäftsjahr 2026 und den danach folgenden Geschäftsperioden fortsetzen, Im Rahmen dieser Entwicklungstätigkeit achtet das Management insbesondere auf die Erwartungen und den Bedarf der Kunden, aber auch auf die in diesen Bereichen rasch voranschreitende technische Entwicklung.
7. Risikoberichterstattung
Der Innerio Group Konzern unterhält ein Risikomanagementsystem, das den gesetzlichen, kundenseitigen und betrieblichen Anforderungen Rechnung trägt.
Die Gesellschaft trägt der Komplexität von Chancen - und Risikobewertung durch systematische Planungs- und Controlling-Systeme sowie regelmäßige Überprüfung der Unternehmensrisiken Rechnung. Abweichungen von den Plandaten werden durch ein ausführliches monatliches Berichtswesen, bei Vertriebsdaten und im Finanzbereich auch mit kürzeren Fristen festgestellt. Bei negativen Abweichungen werden auch unterjährig Maßnahmen zur Gegensteuerung ergriffen.
Die Rupert Fertinger GmbH ist aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit in erheblichem Maße von den allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie dem konkreten Abrufverhalten einiger Großkunden abhängig, Dies betrifft vor allem die europäische Konjunkturentwicklung, die die Entwicklung des Fahrzeugmarktes maßgeblich beeinflusst, ebenso wie die Entwicklung der für die Rupert Fertinger GmbH wichtigen Preise für Rohstoffe wie Aluminium oder Kupfer.
Die Geschäftsleitung hat sich im Rahmen der Budgetierung für das Geschäftsjahr 2026 intensiv mit den Chancen und Risken in den kommenden Jahren und mit den aktuellen Trends auf den Abnehmer- aber auch Zuliefermärkten befasst.
Als wesentliche Risikofaktoren sind die multiplen Krisen auf den Weltmärkten einzustufen: der jüngst begonnene Krieg im Nahost und das damit verbundene Risiko in der Energieversorgung 2026 ist bis dato noch nicht abschätzbar.
Da Rupert Fertinger GmbH als ein energieintensives Unternehmen eingestuft werden kann, ist eine mögliche erhebliche Verteuerung elektrischer Energie nicht zu vernachlässigen, Darüber hinaus hat dieser Konflikt Verunsicherungen im Konsumverhalten in der Gesellschaft ausgelöst. Abschließend
sind krisenhafte Symptome hinsichtlich der Versorgung mit Containern für den Warenaustausch mit Asien zu berücksichtigen.
Die Geschäftsführung steht hinsichtlich dieser Herausforderungen im ständigen Austausch mit dem Kunden- und Lieferantennetzwerk, aber auch mit öffentlichen Institutionen und Interessensvertretungen, um die Risken frühestmöglich zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern.
Die Automobilindustrie steht immer noch vor großen Neuerungen und damit verbundenen Herausforderungen, die Anderung der Antriebssysteme und die damit verbundenen notwendigen technischen Neuerungen in Konstruktion und Ausstattung der Fahrzeuge ist für die Zulieferindustrie eine wichtige Aufgabe, die hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit, im Hinblick auf die richtigen Lösungen, Risken aber auch Chancen beinhalten.
Schließlich kann das Risiko der Wechselkursrisiken nicht unerwähnt bleiben, dies betrifft die EUR- USD Relation ebenso wie die EUR-RMB-Wechselkurse.
8. Prognosebericht
Für den Prognosezeitraum bis 31.12.2026 wird folgendes relevante Konjunkturbild erwartet:
Für das Planungsjahr 2026 war ursprünglich von einer leichten Erholung der Wirtschaftslage in den für Rupert Fertinger relevanten Märkten (v.a. Europa) auszugehen. Am Finanzmarkt war damit eine schrittweise Senkung der Zinsen antizipiert. Aufgrund der starken global geopolitischen Ereignisse werden die erwartenden Konjunkturerholungen hintangestellt. Somit ist mit keinem wesentlichen Kaufstimulus bei Neuwägen zu rechnen. Basierend auf den Produktabrufen der Kunden lässt sich dennoch ein relativ stabiles Absatzbild zeichnen. Dies u.a. auch aufgrund der starken Produktpositionierung und Aufträge bei den globalen OEMs. Wie oben beschrieben kommt es zu einer Verlängerung bestehender Produktlebenszyklen, da die Elektromobilität einerseits nicht so schnell wächst wie erwartet und andererseits, weil es zu einer Verschiebung neuer Plattformen der OEMs und in der Folge Tier1-Konzernen kommt.
Dies erlaubt Rupert Fertinger bei stabilem Absatz Neuentwicklungen im Bereich der Komponenten für die neuen gemischten Antriebsarten wie e-Mobilität, aber auch optimierter Hybrid-Mobilität voranzutreiben und beim Kunden zu platzieren. Durch den in der Innerio Group erfolgten Zugang der Innerio Thermal Technology SARL (vormals ESTRA Automotive Systems Luxembourg S.à.rl.) in Verbindung stehenden Obernahme eines Entwicklungszentrums wurden hierfür ausreichend hochwertig qualifizierte Fachkapazitäten (zB Ingenieure im Thermal Management) geschaffen, Mittelfristig ist mit einem stabilen bis leicht abreifenden Umsatz zu rechnen, was kombiniert mit starkem Fokus auf eine gruppenweite Vertriebsorganisation, operative Exzellenz im Herstellungsprozess und Optimierung in der Verwaltung zu einer stabilen Ergebnissituation beitragen wird.
Im Jahr 2025 wurde durch die Verlagerung des Betriebsstandortes der Tochtergesellschaft Fertinger Polska GmbH von Polen nach Kottingbrunn bzw. zu einem Drittlieferanten in Polen mit der Verbesserung operativer und organisatorischer Konzernabläufe (Prozessoptimierung) begonnen.
Diese Gesellschaft befindet sich aktuell in Liquidation. Der bereits durchgeführte Wechsel des Betriebsstandortes erlaubt eine deutliche Reduktion der Standortkosten (Miete und Infrastrukturkosten). Zudem werden Logistikabläufe zwischen den darüber hinaus auch wirtschaftlich miteinander agierenden Gesellschaften optimiert.
Diese eben angeführten Kostenreduktionsmaßnahmen sollen die Gesellschaft insgesamt wettbewerbsfähiger machen, um zukünftige Neuaufträge zu lukrieren.
9. Chancen
Die umfassenden Anderungen im Mobilitätsmarkt stellen insgesamt wachsende Chancen für die Gesellschaft dar. Eine Stärke der Gesellschaft liegt wie erwähnt in der engen Vernetzung zu den wichtigen OEMs und Tier1-Konzernen.
Moderne Fahrzeuge haben einen zunehmenden Bedarf an Klimatechnik und optimierten Temperaturmanagementaufgaben. Elektrofahrzeuge benötigen spezifische – von Rupert Fertinger angebotene Komponenten für Wärmetauscher und Kühlmoduleinheiten, Die Effizienz des Thermalsystems (Heiz- Kühl- & Klimatisierungsleistung) ist ausschlaggebend für die gesamte Antriebsleistung des Fahrzeuges und damit wettbewerbsrelevant.
Der Bedarf der Fahrzeugindustrie, durch spezifisch optimierte Lösungen für Wärmetauscheraufgaben unter Beachtung der Air Conditioning-Anlagen, der Motorenkühlung, der Batteriekühlung, aber auch der Temperierung von elektronischen Komponenten, bedeutet für die Gesellschaft unter Nutzung der gegebenen Kompetenzen und Verfahren zusätzliche Chancen und vergrößerte Geschäftsfelder.
Auf diese Aufgaben ist der Entwicklungsbereich ebenso ausgerichtet wie die Verkaufsstrategie. Das dadurch mögliche Wachstumspotential soll in den kommenden Jahren konsequent genutzt werden.
Weiterhin geplant über die gesamte Programmbreite ist kundenorientiert auf Anforderungen zu reagieren und durch zusätzliche Weiterentwicklungen am Endprodukt die Wertschöpfungskette ergebnisoptimiert anzupassen.
Kottingbrunn, am 16. April 2026
Die Geschäftsführer:
Dipl.-Ing. Andreas Zwerger e.h.
Dipl.-Ing. Günter Muhr e.h.