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Lagebericht 2024/25

Reform-Werke Bauer & Co Gesellschaft m.b.H.

Original-PDF

Stichtag 30. Sep. 2025 · Eingereicht am 03. Mai 2026

Inhaltsverzeichnis

L A G E B E R I C H T

der

Reform-Werke Bauer & Co Gesellschaft m.b.H.

Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

Im Berichtszeitraum zeigte sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld in Europa weiterhin verhalten. Der Internationale Währungsfonds erwartet laut World Economic Outlook (Oktober 2025) ein globales Wachstum von rund 3,2 % für 2025 (3,1 % für 2026), bei schwächerer Dynamik in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften. Die Risiken bleiben angesichts handelspolitischer Spannungen und erhöhter Unsicherheit abwärtsgerichtet.

In Österreich deuten die aktuellen Prognosen von WIFO und IHS auf eine nahezu stagnierende Wirtschaftsleistung im Jahr 2025 hin, mit ersten Aufwärtssignalen für 2026. WIFO und IHS sprechen von „knapp um null“ bis leicht negativ im Jahr 2025 und einer moderaten Erholung 2026.

Für Deutschland zeichnen Regierungs-, IWF- und Institutsindikatoren 2025 ein Bild sehr verhaltenen Wachstums. Die Bundesregierung und Nachrichtenagenturen berichten für 2025 aktuell von ca. +0,2 %, mit einer Belebung erst 2026. Das ifo-Institut bestätigt 0,2 % für 2025 und 1,3 % für 2026. Die wesentlichen Belastungsfaktoren sind schwache Industrienachfrage, hohe Energiekosten und anhaltende Unsicherheit im Welthandel.

In der Schweiz bleibt die Konjunktur relativ robust, wenn auch gedämpft. Der IWF erwartet im Rahmen der Article-IV-Konsultation 2025 rund 1,3 % BIP-Wachstum für 2025.

Für die europäische Landtechnik/Agromaschinen-Industrie (CEMA) markierten die Traktorenerstzulassungen 2024 ein Zehnjahres-Tief (–8,1 % ggü. 2023). 2025 hellte sich das Geschäftsklima zunächst auf: Das CEMA-Business-Barometer sprang im September 2025 von +4 auf +11 Punkte (Skala −100 bis +100), getragen von besseren Erwartungen. Allerdings blieb die Nachfrage regional heterogen und die Auftragslage zeigte noch keine flächendeckende Trendwende.

Dieses Umfeld wirkt sich auch auf unsere Branche aus. So zeigte sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Auf und Ab, sichtbar auch in den Umfragen und Branchenprognosen. Darüber hinaus dämpfen die unverändert volatilen Agrarpreise und die Budgetsituation der „Öffentlichen Hand“ die Kauffreude unserer Kunden.

Positiv zu erwähnen ist jedoch, dass die übervollen Läger der letzten Jahre bei den Händlern weitgehend abgebaut wurden. Damit kommt der Auftragseingang des Händlers mittlerweile auch wieder bei den Herstellern an. Der Auftragseingang lag bei uns um rund 10% gegenüber dem Vorjahr.

Angaben finanzieller Leistungsindikatoren

Trotz dieses nach wie vor schwierigen Umfelds konnten wir einen Umsatz von EUR 70,2 Mio. erzielen und damit den Vorjahresumsatz von EUR 62,2 Mio. um 12,8% deutlich übertreffen. Die Betriebsleistung stieg um 14,6% auf EUR 70,6 Mio. Die übrigen Erträge verringerten sich zum Vorjahr um rund EUR 0,8 Mio. aufgrund eines geringeren Zuschusses der Forschungsprämie als im VJ. Der Materialaufwand und die Aufwendungen für bezogene Leistungen sind in Summe um EUR 5,4 Mio. bzw. 17,2% gestiegen und verzeichnen damit gesamthaft eine stärkere relative Erhöhung als der Umsatz. Hauptgründe sind höhere Aufwendungen für bezogene Leistungen für Leasingpersonal, bezogene Fremdleistungen und erhöhte Energiekosten. Durch ein weitreichendes Einsparprogramm im Personalbereich konnte der Personalaufwand um EUR 1,5 Mio. auf EUR 22,9 Mio. (VJ EUR 24,4 Mio.) reduziert werden. Die durchschnittliche Mitarbeitenden Zahl ist dadurch von 317 FTE auf 277 FTE gesunken. Die Abschreibungen sind um EUR 0,2 Mio. gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen mit EUR 9,8 Mio. um EUR 1,1 Mio. deutlich über dem Vorjahresniveau. Hauptursache sind erhöhte Beratungsaufwendungen sowie Aufwendungen für Instandhaltungen und Gewährleistungen. Das Finanzergebnis liegt auf Vorjahresniveau. In Summe konnte dadurch das Ergebnis von Steuern von EUR -5,6 Mio. auf EUR -1,4 Mio. verbessert werden.

Die Bilanzsumme vermindert sich um rund EUR 4,0 Mio. von EUR 49,8 Mio. auf EUR 45,8 Mio., wobei das Anlagevermögen um EUR 1,7 Mio. abnahm. Die Vorräte konnten um EUR 4,2 Mio. reduziert werden. Die Forderungen haben sich um EUR 1,3 Mio. erhöht, die flüssigen Mittel sind gleichgeblieben, das Umlaufvermögen konnte somit in Summe um rund EUR 2,3 Mio. reduziert werden.

Das Eigenkapital verringert sich von EUR 10,2 Mio. im Vorjahr auf Euro 8,9 Mio. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich dadurch leicht von 20,7% auf 19,4%.

Ausgehend vom Jahresverlust von EUR -1,4 Mio., zuzüglich Abschreibungen, dem Abbau der Vorräte und der Rückstellungen sowie Steigerung der Forderungen und Senkung der Verbindlichkeiten ergibt sich ein operativer Cash-Flow von EUR 1,3 Mio. (Vorjahr EUR 2,2 Mio.) mit einer Cash-Flow-Rendite von 2,9 % (Vorjahr 4,3%).

Stellt man zur Beurteilung der Liquidität die flüssigen Mittel einschließlich der kurzfristigen Forderungen, den kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen gegenüber, ergibt sich eine Deckungsrate von 36,7% (Vorjahr 27,2%).

Weitere Kennzahlen siehe Beilage.

Angaben nichtfinanzieller Leistungsindikatoren

Auch in diesem Geschäftsjahr wurde die Strategie wieder in Workshops überprüft und entsprechend der Situation adaptiert. Der Fortschritt der dort festgelegten Maßnahmen wird monatlich unternehmensübergreifend auf Geschäftsleitungsebene reviewt. Bei Bedarf werden die Maßnahmen ergänzt und/oder auch angepasst.

Zur Sicherung und Nutzung des internen Wissens wurde die in den Vorjahren ins Leben gerufene REFORM-Akademie – Mitarbeiter/innen trainieren Mitarbeiter/innen - weiterentwickelt. Die laufenden Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen werden in jährlichen Mitarbeitergesprächen abgestimmt und überprüft.

Das ISO 9001:2000 QM-System wurde im Qualitätsmanagement 1996 erstmals zertifiziert, im Jahr 2005 wesentlich überarbeitet und wird alle 3 Jahre regelmäßigen Erneuerungsaudits unterzogen. Das letzte Erneuerungsupdate hat im Herbst 2024 stattgefunden. Ergänzend dazu wurde das Umweltmanagementsystem nach ISO 14001:2015 im Jahr 2023 erstmals zertifiziert. Auch dieses System unterliegt einer dreijährlichen Re-Zertifizierung, wobei das jüngste Erneuerungsaudit ebenfalls im Herbst 2024 erfolgreich durchgeführt wurde.

Durch das Omnibus Paket sind wir nicht mehr zur Umsetzung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) Richtlinie verpflichtet. Wir haben uns jedoch entschieden die freiwilligen Reporting Standards (VSME) anzuwenden. Damit wollen wir sicherstellen, dass wir auch auf Anfragen unserer Geschäftspartner entsprechend vorbereitet sind.

Die Netz- und Informationssicherheitsrichtlinie 2 (NIS-2) ist eine Weiterentwicklung der ursprünglichen NIS-Richtlinie, die seit 2016 europaweit gilt. Ihr Ziel ist es, ein hohes gemeinsames Cyber-Sicherheitsniveau in Europa zu gewährleisten. Sie ist ab 17.Oktober 2024 EU-weit aktiv. Die Umsetzung in das nationale Recht ist immer noch offen. Wir haben unsere IT-Systeme extern im Hinblick auf die bereits bekannten/erwarteten Änderungen prüfen lassen. Auf Basis dieser Erkenntnisse wurden Maßnahmen zur Verbesserung und Umsetzung aufgesetzt.

Bericht über die Zweigniederlassung

Es bestehen keine Zweigniederlassungen.

Risikobericht

REFORM ist anerkannter Spezialist in der Bergland- und Kommunaltechnik und agiert als Spezialist in Nischenmärkten mit typischem „Mokkatassen-Effekt“: Schon relativ kleine Änderungen haben eine relativ große Wirkung. Markt und Konkurrenz werden entsprechend sorgfältig beobachtet. Beeinflusst wird der Geschäftsverlauf unter anderem auch von den Entwicklungen im landwirtschaftlichen Umfeld und der Investitionsbereitschaft der „Öffentlichen Hand“.

Die Zahlungsausfälle von Kunden waren im Geschäftsjahr 2024/25, wie auch in vergangenen Geschäftsjahren, gering. Durch ein laufendes internes Mahnwesen wird jedoch das Debitorenrisiko überwacht und durch den Einsatz einer Kreditversicherung möglichst klein gehalten.

Ein besonderes Augenmerk wird auf die wirtschaftliche Entwicklung unserer Lieferanten gelegt, um die Versorgungsrisiken gering zu halten.

Zu den originären Finanzinstrumenten zählen insbesondere Wertpapiere, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Guthaben bei Kreditinstituten, Finanzverbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Zur Absicherung der Währungsrisiken aus dem Schweizer Franken werden Termingeschäfte und Optionsgeschäfte eingesetzt. Ziel der Absicherung ist, dass zum Beginn des Geschäftsjahres die in der Planung verwendeten Währungskurse gesichert sind und negative Abweichungen gegenüber der Planung durch Währungsdifferenzen ausgeschlossen werden.

Prognosebericht

Durch das nach wie vor herausfordernde Umfeld sehen wir für das kommende Geschäftsjahr ein vergleichbares Wachstum. Hauptsächlich verantwortlich dafür sehen wir einerseits eine Sortimentserweiterung bei Handelswaren und andererseits die Verfügbarkeit unseres neuen Flaggschiffs, dem Muli T15V. Dies soll zu einem Ansteigen des Umsatzes und der Betriebsleistung im Geschäftsjahr 2025/26 führen. Im Kostenbereich erwarten wir nur moderate Steigerungen. Dadurch soll das Ergebnis vor Steuern leicht im positiven Bereich liegen.

Dennoch können die obenstehend beschriebenen Risiken, insbesondere eine weiterhin volatile Nachfrage, die geplante Ziel- bzw. Budgeterreichung und infolgedessen die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft im kommenden Geschäftsjahr negativ beeinflussen. Sollte es zu rückläufigen Umsätzen und Ergebnissen kommen, ist die Gesellschaft ggf. auch auf die Aufnahme zusätzlicher Finanzmittel angewiesen. Auf Grundlage der aktuellen Planungsrechnungen bzw. Liquiditätsvorschauen geht die Gesellschaft jedoch davon aus, ausreichende Liquidität sicherstellen zu können.

Forschungsbericht

Unsere Entwicklungsabteilung hat im Berichtsjahr die Entwicklung marktgerechter und konkurrenzfähiger Produkte weiter vorangetrieben – Entwicklungsschwerpunkte waren:

• Die Einführung der Oberklasse Muli T15 V mit 140 PS und lastschaltbarem Getriebe hat sich verschoben und wird erst im kommenden Geschäftsjahr geliefert werden. • Der Metrac H70 R mit höherer Leistung und großen Rädern sowie der Ladewagen PrimAlpin mit geraden Wänden wurden erfolgreich in die Serie übergeführt. • Größere Entwicklungsprojekte wurden spezifiziert und freigegeben – mit den Entwicklungsarbeiten wurde begonnen. • Weiters hat die Entwicklungsabteilung im Berichtsjahr an der Produktpflege und Weiterentwicklung unserer bestehenden Fahrzeugpalette gearbeitet.

Wir danken unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren großen Einsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Wels, 21. November 2025

Die Geschäftsführer

Markus Wieshofer

Wolfgang Zauner MSc

Beilage zu Lagebericht Finanzielle Leistungsindikatoren 2024/25

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
24/2523/24
Umsatzrentabilität (ROS):
Ergebnis vor Steuern x 100-1,9 %-8,9 %
Umsatz
Eigenkapitalrentabilität:
Jahresüberschuss x 100-14,4 %-43,0 %
Durchschnittliches Eigenkapital
Cash-flow-Rendite:
operativer Cash-flow x 1002,9 %4,3 %
Gesamtkapital
Lagerintensität:
Vorräte x 10046,2 %50,2 %
Gesamtvermögen
Working Capital Ratio:
Umlaufvermögen x 100134,9 %142,6 %
Kurzfristiges Fremdkapital
Eigenmittelquote gemäß § 23 URG:
(Eigenkapital) x 10019,4 %20,7 %
Gesamtkapital - Investitionszuschüsse
Liquidität:
(flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen) x 10036,7 %27,2 %
Kurzfristiges Fremdkapital

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