Inhaltsverzeichnis
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
1.1. Einleitende Erläuterungen
Die TOMRA Leergutsysteme GmbH ist ein Tochterunternehmen der internationalen TOMRA Group und in Osterreich ein führender Anbieter von Leergutrücknahmesystemen. Ergänzt wird das Leistungsangebot durch technische Service- und Reparaturleistungen. Die Kundenstruktur ist breit diversifiziert und umfasst große Handelsketten sowie regionale Marktteilnehmer, wodurch das Geschäftsmodell eine gewisse Resilienz aufweist.
1.2. Geschäftsverlauf
Durch die Einführung des Pfandsystems mit 1. Januar 2025 wurde bereits in 2024 ein Großteil der Kunden mit den neuen Leergutrücknahmesystemen ausgestattet. Im Berichtsjahr war deswegen der Anteil von Neukunden am Umsatz im Vergleich zum Vorjahr geringer, während der Anteil an kontinuierlichen Serviceund Wartungsaufträgen bestehender Kunden und der Anteil der Modernisierung bestehender Installationen höher war. Aufgrund dieser Umstände war im Geschäftsjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang des Umsatzes zu verzeichnen. Infolge dessen sank auch der Rohertrag (Umsatzerlöse abzgl. Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen) auf € 8 660 579,56 (2024: € 24 088 754,04).
Nach Berücksichtigung der sonstigen Erlöse, dem Personalaufwand, der Abschreibungen sowie der sonstigen Aufwendungen errechnet sich ein Betriebsergebnis von € 948 832,51 (2024: € 5 128 630,05).
Der Personalaufwand reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um rund 2,1 %. Der Rückgang resultiert aus den in 2024 höheren Prämien. Dieser Effekt wird durch einen geänderten Personalstand von 62 Dienstnehmern (2024: 56) sowie der jährlichen Erhöhung der Gehälter großteils kompensiert.
Im Geschäftsjahr 2025 errechnet sich ein Finanzergebnis in Höhe von € 685 963,72 (2024: € 562 482,56). Dies ergibt sich im Wesentlichen aus den Ausschüttungen in Höhe von € 475 875,12 (2024: € 572 133,30) und einem Zinssaldo in Höhe von € 210 088,60 (2024: € -9 650,74).
Unter Einbeziehung des Finanzergebnisses ergibt sich ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von € 1 634 796,23 (2024: € 5 691 112,61). Dies bedeutet eine Veränderung im Vergleich zu 2024 von € -4 056 316,38, welche durch die obigen Ausführungen erklärt wird.
Unter Einbeziehung der Ertragsteuern errechnet sich somit ein Jahresüberschuss in Höhe von € 2 648 637,62 (2024: € 3 621 617,39).
1.3. Bestehende Zweigniederlassungen
Die Gesellschaft verfügt über keine Zweigniederlassungen, jedoch wird ein flächendeckendes Servicenetz zur Betreuung der Kunden betrieben.
1.4. Finanzielle Leistungsindikatoren
Finanzlage - Geldflussrechnung
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Ergebnis vor Steuern | 1 635 | 5 691 |
| Uberleitung auf den Netto-Geldfluss aus dem Ergebnis vor Steuern | ||
| Verlust aus dem Abgang von Vermögensgegenständen des | ||
| Investitionsbereichs | 0 | 0 |
| Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens | ||
| sowie auf sonstige Finanzinvestitionen | 110 | 107 |
| Erträge aus der Auflösung von Bewertungsreserven aus | ||
| Investitionszuschüssen | -9 | -3 |
| Geldfluss aus dem Ergebnis | 1 736 | 5 795 |
| Ab-/Zunahme der Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | ||
| sowie anderer Aktiva | 13 589 | -4 998 |
| Ab-/Zunahme der Rückstellungen, ausgenommen für Steuern vom | ||
| Einkommen | -1 360 | 6 460 |
| Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie | ||
| anderer Passiva | -2 550 | -807 |
| 9 780 | 760 | |
| Netto-Geldfluss aus dem Ergebnis vor Steuern | 11 415 | 6 451 |
| Zahlungen für Steuern | ||
| Steuern vom Einkommen | 1 014 | -2 069 |
| sonstige Forderungen aus Steuern | -699 | 2 |
| aktive latente Steuern | -896 | 0 |
| Veränderungen Steuerrückstellungen | -1 934 | 1 531 |
| -2 514 | -537 | |
| Netto-Geldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 8 900 | 5 914 |
| Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | ||
| Anlagenzugänge It. Anlagenspiegel (ohne Finanzanlagen) | -170 | -516 |
| Investitionszuschüsse | 0 | 87 |
| -170 | -429 | |
| Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | ||
| Rückzahlung von Nennkapital | 0 | -1 |
| Auszahlungen aus der Bedienung des Eigenkapitals | -5 517 | 0 |
| Einzahlungen/Auszahlungen für die Aufnahme/Tilgung von sonstigen | ||
| Finanzkrediten | 1 | -3 092 |
| -5 516 | -3 093 | |
| zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes | 3 214 | 2 392 |
| Finanzmittelbestand am Beginn der Periode | 4 947 | 2 554 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 8 161 | 4 947 |
Umsatzrentabilität
Die Umsatzrentabilität entspricht dem Verhältnis aus Ergebnis vor Steuern und den Umsatzerlösen.
| Berechnung: | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern (EBT) x 100 | ||
| Umsatzerlöse | 7,0 % | 7,7 % |
Eigen kapita lrentabilität
Die Eigenkapitalrentabilität ergibt sich aus dem Verhältnis des Ergebnis vor Steuern (Summe aus Z 7 und Z 11) zum Eigenkapital.
| Berechnung: | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern (Summe aus Z 7 und | ||
| Z 11)x 100 | 16,4 % | 90,7 % |
| Eigenkapital zum 1.1.2025 |
Gesamtkapita lrentabilität
Die Gesamtkapitalrentabilität ergibt sich aus dem Verhältnis des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern zum Gesamtkapital.
| Berechnung: | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern x 100 | ||
| Gesamtkapital zum 1.1.2025 | 5,6 % | 26,1 % |
2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des
Unternehmens
2.1. Voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft
Die TOMRA Leergutsysteme GmbH erwartet für das Geschäftsjahr 2026 eine weiterhin stabile Entwicklung in einem durch regulatorische Impulse und nachhaltige Markttrends geprägten Umfeld. Der österreichische Markt für Leergutrücknahme befindet sich nach der Einführung des Einwegpfandsystems ab Beginn des Jahres 2025 in einer Konsolidierungs- und Optimierungsphase, in der vermehrt Service-, Wartungs- und Modernisierungsleistungen nachgefragt werden.
Auf Konzernebene ist die TOMRA Group globaler Marktführer im Bereich der Rücknahme- und Sortiertechnologien, mit hoher Innovationskraft und technologischer Führerschaft in Sensorik und Automatisierung. Die starke Position der Gruppe bildet eine solide Grundlage für weiteres Wachstum. Für 2026 und die Folgejahre wird erwartet, dass die Nachfrage nach effizienten Rücknahmesystemen und datengetriebenen Serviceleistungen weiter steigt, insbesondere im Hinblick auf die Modernisierungen bestehender Anlagen. Insgesamt ist unter Berücksichtigung der gezeigten Marktdynamik und der technologischen Führungsrolle von einer positive Geschäfts- und Ertragsentwicklung auszugehen.
2.2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Die wesentliche Risikolage der TOMRA Leergutsysteme GmbH wird u. a. durch die folgenden Faktoren bestimmt:
Regulatorische Risiken
Der Erfolg des Geschäftsmodells hängt signifikant von der Stabilität und Weiterentwicklung legaler Rahmenbedingungen wie Pfand– und Kreislaufwirtschaftsgesetzen ab. Verzögerungen, Anderungen oder politische Unsicherheiten in regulatorischen Prozessen können Investitionsentscheidungen verzögern oder Marktvolumina beeinflussen.
Technologische und Innovationsrisiken
Obwohl TOMRA Group weltweit als Innovationsführer im Bereich sensorgestützter Rücknahme– und Sortierlösungen gilt, muss TOMRA Group kontinuierlich in Forschung und Entwicklung investieren, um diese Position zu halten.
Markt- und Wettbewerbsrisiken
Die globale Marktposition TOMRAs ist stark, doch bestehen Risiken durch neue Anbieter im Rücknahme– oder Sortiersegment, Preisdruck im Handel, sinkende Investitionsbereitschaft bei konjunkturellen Abschwüngen.
Operative Risiken
Dazu zählen insbesondere Ausfallrisiken in der Lieferkette, Fachkräftemangel im technischen Service, Abhängigkeit von hochqualifiziertem Servicepersonal. Die breite Systemerfahrung TOMRAs reduziert diese Risiken.
Finanzinstrumente
Die TOMRA Leergutsysteme GmbH setzt Finanzinstrumente ausschließlich im Rahmen des üblichen operativen Geschäfts ein. Dies beinhaltet insbesondere Zahlungsmittel, Lieferforderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, konzerninterne Finanzierungsinstrumente, sofern erforderlich. Die Gesellschaft nutzt keine komplexen Finanzinstrumente wie Derivate, strukturierte Produkte oder spekulative Finanzinstrumente. Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind betragsmäßig unwesentlich.
Entsprechend dient der Einsatz von Finanzinstrumenten primär der Sicherstellung des operativen Zahlungsverkehrs sowie der effizienten Abwicklung laufender Geschäftsprozesse. Daher unterbleibt die Beschreibung eines Risikomanagements sowie die Angabe der Risikomangementziele.
TOMRA Leergutsysteme Ges.m.b.H. Brunn am Gebirge
Fremdwährungsrisiken
Zur Zeit bestehen keine Fremdwährungsrisiken für die Gesellschaft.
Chancen
Den Risiken stehen deutliche Wachstumschancen, wie verstärkte Nachfrage nach digitalen Lösungen und Serviceleistungen, strukturelle Markttrends durch Nachhaltigkeits- und ESG–Vorgaben sowie steigende Sammel- und Recyclingquoten, gegenüber.
Die TOMRA Group ist ein Treiber der zirkulären Wirtschaft – ein Umfeld, das grundsätzlich wachstumsstark bleibt.
3. Bericht über die Forschung und Entwicklung
Die Gesellschaft selbst betreibt keine Forschung und Entwicklung, jedoch wird innerhalb der TOMRA Group kontinuierlich in Forschung und Entwicklung investiert, um innovative Lösungen im Bereich sensorgestützter Sortier- und Rücknahmetechnologien weiter voranzutreiben.
Brunn am Gebirge, am 1. September 2026