Inhaltsverzeichnis
1. Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage des Unternehmens
Die Rich. KLINGER Dichtungstechnik GmbH & Co KG entwickelt und produziert Hochleistungs- Dichtungsmaterialien. Das Unternehmen ist eine 100% Tochter der KLINGER Holding GmbH.
Das Geschäftsjahr 2025 war für die Rich. KLINGER Dichtungstechnik GmbH & Co KG geprägt von einer leichten Erholung nach dem herausfordernden Jahr 2024. Trotz eines weiterhin unsicheren makroökonomischen Umfelds konnte das Unternehmen den Umsatz um ca. 10% auf 29,5 Mio. steigern. Maßgebliche Treiber dieser positiven Entwicklung waren die starke Nachfrage im Exportgeschäft, insbesondere in die USA, sowie der erfolgreiche Absatz der Topchem-Produktlinie.
Die globale Industriekonjunktur zeigte 2025 eine moderate Stabilisierung, wenngleich die regionalen Unterschiede weiterhin groß waren. Während sich der europäische Markt insgesamt als schwach erwies und insbesondere in Deutschland die anhaltende Rezession spürbar blieb, verzeichnete das Unternehmen in mehreren außereuropäischen Märkten deutliche Zuwächse.
Im Bereich der faserverstärkten Dichtungsmaterialien (KLINGERSIL) kam es nach einem Rückgang in 2024 zu einer teilweisen Normalisierung der Nachfrage. Ein wesentlicher Wachstumsimpuls resultierte aus dem Exportgeschäft in die USA. Trotz der bestehenden Zollthematik blieb die Nachfrage nach faserverstärkten Dichtungsmaterialien stabil. Im europäischen Markt hingegen blieb der Nachfrageaufbau verhalten. Kunden bestellten aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit weiterhin zurückhaltend, und hohe Kostenniveaus in energieintensiven Branchen wirkten dämpfend auf Investitionsentscheidungen.
Im Bereich der PTFE-Platten zeigte sich im Geschäftsjahr 2025 eine sehr positive Entwicklung. Während der europäische Markt in den vergangenen Jahren rückläufig war, kam es 2025 zu einer Erholung der Nachfrage. Die vom Unternehmen gesetzte Vertriebsinitiative für diese Produktlinie zeigte klar Wirkung. Darüber hinaus wurde Mitte des Jahres 2025 die Topchem-Produktlinie erfolgreich auf FPA-freies Rohmaterial umgestellt. Als erstes Unternehmen am Markt setzte die Rich. KLINGER Dichtungstechnik GmbH & Co KG diesen Schritt um und positionierte die Produktfamilie damit klar im Bereich Nachhaltigkeit und regulatorische Zukunftssicherheit.
Trotz der positiven Umsatzentwicklung blieb das operative Ergebnis im Geschäftsjahr 2025 hinter den Erwartungen zurück. Maßgeblich dafür war der strategische Abbau der im Vorjahr aufgebauten Lagerbestände. Da 2024 aufgrund einer erwarteten Markterholung bewusst höhere Vorräte produziert worden waren, wurde 2025 eine gezielte Bestandsreduktion vorgenommen, die sich dämpfend auf das Ergebnis auswirkte. Die gestiegenen Personalkosten der letzten Jahre sowie die weiterhin erhöhte Energiekosten haben das Unternehmen auch in 2025 vor Herausforderungen gestellt. Die eingeleiteten Kosteneinsparmaßnahmen, darunter strukturelle Anpassungen im Personalbereich sowie das Verschieben geplanter Investitionen, wirkten zwar stabilisierend, konnten die Ergebnisbelastungen jedoch nur teilweise kompensieren. Resultierend daraus liegt das finanzielle Ergebnis um 8,9% hinter dem Vorjahr.
1.1 Ertragslage
Die Gesellschaft hat das Jahr 2025 mit einem Ergebnis vor Steuern von 1,4 Mio. EUR abgeschlossen (1,5 Mio. EUR in 2024).
Der Jahresumsatz aus Plattenverkäufen lag mit 29,02 Mio. EUR um +10,1% über dem Vorjahreswert (26,4 Mio. EUR) und kam um -7,6% unter dem Budgetwert zu liegen.
Die Liefermenge 2025 betrug 2.358 Tonnen und lag +5,4 % über dem Vorjahreswert und -5,2% unter der geplanten Tonnage.
| Umsatz und Ergebnis | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| TSD € | ||||||
| Plan 2026 2025 | Veränderung 2024 | 2023 2022 | ||||
| % zu 2024 | ||||||
| Umsatz | 31 941 | 29 493 | 10,1 | 26 786 36 135 | 34 601 | |
| Abschreibungen | 1 326 | 1 228 | 13,5 | 1 082 | 1 034 | 952 |
| Betriebsergebnis | 2 550 | 1 368 | -7,5 | 1 479 | 6 680 | 6 924 |
| in % vom Umsatz | 8,0 | 4,6 | 5,5 | 18,5 | 20,0 | |
| Finanzergebnis | 0 | 4 | -84,2 | 26 | 17 | 0 |
| Ergebnis vor Steuern | 2 550 | 1 372 | -8,9 | 1 505 | 6 697 | 6 924 |
| in % vom Umsatz | 8,0 | 4,7 | 5,6 | 18,5 | 20,0 | |
1.2. Vermögens- und Finanzlage
Das Gesamtvermögen der Gesellschaft reduzierte sich von 24.722 TEUR auf 23.914 TEUR, welche im Wesentlichen im Anlagevermögen, durch geringere Investitionen und im Umlaufvermögen auf gesunkene Vorräte sich zurückzuführen lässt. Dies spiegelt sich in Folge positiv in den liquiden Mitteln wider.
2025 betrugen die Investitionen 630 TEUR (Vorjahr 950 TEUR) bei einem Abschreibungsvolumen von 1.228 TEUR (Vorjahr: 1.082 TEUR).
Vermögensstrukturkennzahlen
| 2025 | 2024 | 2023 | 2022 | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Sachanlagenintensität = | Sachanlagevermögen | 0,22 | 0,23 | 0,21 | 0,18 |
| Gesamtvermögen | |||||
| Investitionsdeckung | Nettosachanlageinvestitionen SAV | 0,51 | 0,97 | 2,39 | 1,72 |
| Sachanlagevermögen | Abschreibungen auf Sachanlagen |
1.3 Liquiditätslage
Der Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 2.437 TEUR (Vorjahr 3.361 TEUR). Die liquiden Mittel stiegen von 2.211 TEUR auf 2.509 TEUR.
| 2025 | 2024 | 2023 | 2022 | |
|---|---|---|---|---|
| Eigenkapital Anlagendeckungsgrad I | 2,99 | 2,97 | 3,20 | 3,80 |
| Anlagevermögen | ||||
| Risikokapital (Eigenkapital + | 3,27 | 3,29 | 3,53 | 4,28 |
| = Sozialkapital) Anlagendeckungsgrad II | ||||
| Anlagevermögen | ||||
| Working Capital TSD € | 14 080 15 610 | 17 548 | 15 930 | |
| Working Capital Ratio | 4,89 | 7,79 | 7,45 | 4,16 |
| -12 314 | -13 369 -15 234 -13 595 | |||
| Effektivverschuldung TSD € | ||||
1.4 Forschung und Entwicklung
Im Jahr 2025 wurden 842 TEUR (Vorjahr 784 TEUR) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Das entspricht 2,9% (im Vorjahr 2,9 %) vom Umsatz.
Im Geschäftsjahr 2025 konzentrierten sich die F&E-Aktivitäten auf mehrere strategischen Entwicklungen. Dazu gehörte erste Maßnahmen zur Sicherstellung der Konformität mit der neuen EU-Trinkwasserverordnung. Zudem wurden aufgrund absehbarer regulatorischer Vorgaben alternative Vernetzungssysteme für bestimmte KLINGERSIL-Produkte entwickelt.
Darüber hinaus wurden neue Oberflächenprofilierungen für PTFE-Dichtungen ausgelegt und getestet, um die Dichtheit bei geringerer Einbaukraft zu verbessern. Ergänzend wurden an der Weiterentwicklung eines Schweißverfahrens zum Fügen übergroßer PTFE-Dichtungen, bei dem verschiedene Schweißwerkstoffe untersucht und im internen Labor analysiert wurden, gearbeitet.
2. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Das Budget für das Jahr 2026 weist einen steigenden Umsatz (+8,3%) bei einer höheren fakturierten Menge (+7,9%) auf. Aufgrund des erwarteten, höheren Umsatzes wird mit einem höheren Betriebsergebnis (+86,5%) gerechnet. Investitionen in allen Bereichen (jedoch vor allem in der Fertigung) im Wert von TEUR 2.001 sind budgetiert.
3. Risikoberichterstattung
Die Rich. KLINGER Dichtungstechnik GmbH & Co KG sieht sich im Geschäftsjahr 2026 weiterhin einem von hoher Unsicherheit geprägten Umfeld gegenüber.
Die geopolitischen Spannungen, insbesondere die Ausweitung der militärischen Konflikte im Nahen Osten zu Beginn des Jahres, führen zu anhaltender Volatilität auf den Energie- und Rohstoffmärkten sowie zu Störungen in internationalen Lieferketten. Parallel dazu bleibt die wirtschaftliche Entwicklung in Europa fragil. Zwar zeigen einzelne Indikatoren eine leichte Stabilisierung, jedoch wirken sich die schwache Industriekonjunktur, anhaltende Preissteigerungen aufgrund der geopolitischen Spannungen sowie eine weiterhin zögerliche Investitionstätigkeit belastend auf Nachfrage und Planungssicherheit aus.
In den USA prägt die Handelspolitik die Risikolage maßgeblich. Die von der US-Regierung eingeleiteten Maßnahmen, können den Marktzugang europäischer Industriegüter weiter erschweren. Das Unternehmen verfolgt die Entwicklungen eng und erarbeitet entsprechende Szenarien zur Absicherung ihrer Exporttätigkeit.
Auf regulatorischer Ebene führen die fortschreitenden europäischen Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit und Chemikalienrecht zu weiteren Anforderungen. Die laufende Bewertung der PFAS-Beschränkung durch die ECHA kann zu künftigen Anpassungen führen. Ergänzend werden die Vorgaben der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) in den kommenden Jahren eine zunehmende Bedeutung für Berichts-, Daten- und Compliance-Prozesse haben.
Gleichzeitig ergeben sich für das Unternehmen wesentliche Chancen. Die starke Marktposition in den USA bietet weiterhin Wachstumspotenzial, zumal die Nachfrage trotz möglicher Zollrisiken robust bleibt. Die frühzeitige Umstellung der PTFE-Produktlinie auf FPA freie Rohmaterialien stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und stellt eine wesentliche Reduktion des Risikos dar. Darüber hinaus eröffnen sich im Zuge der globalen Energie- und Industrieentwicklung neue Anwendungschancen, etwa im Bereich Wasserstoff- und Prozessindustrie, während die Digitalisierung von Prozessen Effizienzpotenziale und zusätzliche Absatzmöglichkeiten schaffen.
Insgesamt bewertet das Unternehmen die Risikosituation als beherrschbar. Die Kombination aus internationaler Marktpräsenz, technologischen Stärken, nachhaltigkeitsorientierter Produktentwicklung und konsequenter Anpassung interner Strukturen bildet eine solide Grundlage, um sowohl bestehende Risiken angemessen zu steuern als auch die sich bietenden Marktchancen im Jahr 2026 erfolgreickzū nutzen.
Barbara Köfinger, MA
Dipl.- İg. Ernst Schäfer
Gumpoldskirchen, 08.05.2026