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Flatz GmbH, 6923 Lauterach Lagebericht 2025
des Geschäftsführers der Firma Flatz GmbH über das Geschäftsjahr 2025 (01.01.2025 – 31.12.2025)
I. Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage
a) Geschäftsverlauf und Rahmenbedingungen
Die Tätigkeit der Flatz GmbH konzentrierte sich im Jahr 2025 unverändert auf drei strategische Geschäftsfelder: Verpackungen mit rund 70 % des Gesamtumsatzes aus Wellpappe, Faserformteilen und Partikelschäumen, Dämmstoffe mit rund 20 % des Gesamtumsatzes aus EPS sowie technische Bauteile mit rund 10 % des Gesamtumsatzes aus Partikelschäumen. Die Geschäftsfelder ergänzen sich und ermöglichen es, Kunden unterschiedliche Verpackungsund Materiallösungen aus einer Hand anzubieten.
Die breite Kunden-, Branchen- und Produktstruktur reduziert Konzentrationsrisiken. Der Unternehmenserfolg wird durch kundenspezifische Lösungen, laufende technische Optimierungen und eine hohe Serviceorientierung, insbesondere in der Logistik, unterstützt. Das Geschäftsjahr 2025 war weiterhin von einer schwachen europäischen Konjunktur, Überkapazitäten in mehreren Absatzmärkten und entsprechend hohem Preisdruck geprägt. Die Absatzmengen entwickelten sich insgesamt stabil mit einer leicht positiven Tendenz, wobei zwischen den einzelnen Geschäftsbereichen deutliche Unterschiede bestanden. In der Wellpappe lagen die Mengen etwa auf Vorjahresniveau. Ziehdosen, technische EPS- Formteile und EPS-Dämmstoffe entwickelten sich mengenmäßig positiv. Der Bereich EPP war durch die schwache Nachfrage der europäischen Automobilindustrie belastet. Die Faserformteile stabilisierten sich nach dem Wachstum der Vorjahre auf hohem Niveau; die Nachfrage nach Faserformverpackungen mit Barriereeigenschaften für Lebensmittel blieb positiv.
Die Energiepreise lagen unter den Höchstständen der Vorjahre, blieben jedoch auf einem im langfristigen Vergleich hohen Niveau. Die Rohstoffversorgung war weitgehend gesichert; bei einzelnen Materialien kam es zu Preissteigerungen. Besonders belastend wirkten die kollektivvertraglichen Lohnsteigerungen und der höhere Personalstand. Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer erhöhte sich auf 384 (Vorjahr 374).
Die Investitionstätigkeit wurde gegenüber den Vorjahren reduziert und an die Marktverhältnisse angepasst. Die Zugänge bei immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen beliefen sich auf rund 4,1 Mio. EUR. Im Vordergrund standen die Fertigstellung laufender Projekte sowie die Optimierung, Stabilisierung und Effizienzsteigerung bestehender Anlagen.
Die Umsatzerlöse beliefen sich auf 90,97 Mio. EUR (Vorjahr 90,98 Mio. EUR) und blieben damit praktisch unverändert. Die Betriebsleistung erhöhte sich auf 93,32 Mio. EUR (Vorjahr 92,34 Mio. EUR).
Der Jahresüberschuss sank auf 0,92 Mio. EUR (Vorjahr 3,44 Mio. EUR). Ursachen waren vor allem der Preis- und Margendruck, gestiegene Personalkosten und die unzureichende Auslastung einzelner Bereiche. Der positive Finanzerfolg wirkte teilweise ausgleichend.
b) Finanz-, Vermögens- und Ertragslage
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
|---|
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern | |||
|---|---|---|---|
| (Earnings before Interest and Tax - EBIT) | TEUR | TEUR | TEUR |
| Ergebnis vor Steuern + Zinsen und ähnliche Aufw endungen | 1.085,00 | 4.438,00 | 5.482,00 |
| gem. § 231 Abs 2 Z 15 bzw . Abs 3 Z 14 UGB | -183,00 | -324,00 | -211,00 |
| = Ergebnis vor Zinsen und Steuern | 902,00 | 4.114,00 | 5.271,00 |
| Umsatzrentabilität (Return on Sales - ROS) | |||
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern Umsatzerlöse | 0,99 % | 4,52 % | 5,57 % |
| Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity - ROE) | |||
| Ergebnis vor Steuern bereinigtes Eigenkapital | 1,27 % | 5,22 % | 6,65 % |
| Gesamtkapitalrentabilität (Return on Investment - ROI) | |||
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern Gesamtkapital | 0,91 % | 4,05 % | 5,47 % |
| Nettoverschuldung (Net Debt) | TEUR TEUR | TEUR | |
| verzinsliches Fremdkapital | 4.325,00 | 4.692,00 | 5.806,00 |
| - flüssige Mittel | 7.679,00 | 13.223,00 | 10.496,00 |
| = Nettoverschuldung | -3.354,00 | -8.531,00 | -4.690,00 |
| Nettoumlaufvermögen (Working Capital) | TEUR TEUR | TEUR | |
| Umlaufvermögen | 30.383,00 | 35.358,00 | 28.991,00 |
| - langfristiges Umlaufvermögen | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| = kurzfristiges Umlaufvermögen | 30.383,00 | 35.358,00 | 28.991,00 |
| - kurzfristiges Fremdkapital | 8.263,00 | 9.529,00 | 11.103,00 |
| = Nettoumlaufvermögen | 22.120,00 | 25.829,00 | 17.888,00 |
| Equity Ratio (Eigenkapitalquote) | |||
| bereinigtes Eigenkapital bereinigtes Gesamtkapital | 85,73 % | 83,72 % | 85,52 % |
| Nettoverschuldungsgrad (Gearing) | |||
| Nettoverschuldung bereinigtes Eigenkapital | -3,94 % | -10,03 % | -5,69 % |
Die Bilanzsumme betrug zum 31. Dezember 2025 99,38 Mio. EUR (Vorjahr 101,57 Mio. EUR). Die bereinigte Eigenkapitalquote erhöhte sich auf 85,73 % (Vorjahr 83,72 %). Das Nettoumlaufvermögen belief sich auf 22,12 Mio. EUR und die Nettoverschuldung auf -3,35 Mio. EUR. Damit waren die Vermögens- und Finanzlage sowie die Liquidität zum Bilanzstichtag weiterhin sehr solide.
a) Allgemeine Beschreibung der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten
Regulatorische Anforderungen an Verpackungen, insbesondere an Kunststoffverpackungen, können bestehende Produktlösungen einschränken. Gleichzeitig entstehen Chancen für materialeffiziente, recyclingfähige und faserbasierte Lösungen. Diesen Entwicklungen wird durch die Weiterentwicklung des Produktportfolios und der eingesetzten Materialien begegnet.
Die wirtschaftliche Entwicklung in Europa bleibt angesichts der schwachen Konjunktur und geopolitischer Unsicherheiten schwer prognostizierbar. Daraus können Nachfragerückgänge, Störungen in Lieferketten sowie kurzfristige Preisänderungen bei Rohstoffen und Energie entstehen. Größere Investitionen werden daher weiterhin besonders sorgfältig geprüft.
Der Arbeitskräftemangel hat sich konjunkturbedingt entspannt. Bei einer deutlichen Belebung ist jedoch erneut mit Schwierigkeiten bei der Besetzung qualifizierter Stellen zu rechnen. Die Lehrlingsausbildung und die interne Weiterentwicklung von Mitarbeitern bleiben daher wichtige Bestandteile der Personalpolitik.
b) Besondere Risikoberichterstattung zu den Finanzinstrumenten und Risikomanagementziele und -methoden
Ziel des Risikomanagements ist es, wesentliche Risiken frühzeitig zu erkennen, soweit möglich zu quantifizieren und durch geeignete kaufmännische und operative Maßnahmen zu begrenzen. Die Entwicklung der wesentlichen Risiken wird im Rahmen des monatlichen Berichtswesens laufend überwacht.
c) Mit Finanzinstrumenten verbundene Risiken
• Forderungsausfallrisiko: Das Ausfallrisiko bei Kundenforderungen wird durch ein konsequentes Debitorenmanagement, Kreditlimits, Bonitätsinformationen, ein striktes Mahnwesen und, soweit erforderlich, Wertberichtigungen begrenzt. • Währungsrisiko: Wesentliche Fremdwährungsrisiken bestehen vor allem im Schweizer Franken. Sie werden laufend überwacht und sind im Jahresabschluss durch die Bewertung zum Bilanzstichtag berücksichtigt. Durch die weitgehende Fakturierung in Euro ist das Risiko begrenzt. • Zins-, Liquiditäts- und Cashflow-Risiko: Für die wesentlichen Bankverbindlichkeiten bestehen langfristige Fixzinsvereinbarungen. Die hohe Eigenkapitalquote, die negative Nettoverschuldung und das positive Nettoumlaufvermögen begrenzen die Liquiditätsund Cashflow-Risiken. Die Liquiditätsentwicklung wird laufend geplant und überwacht. • Risiken aus Finanzanlagen: Die im Anlagevermögen ausgewiesenen Wertpapiere unterliegen marktbedingten Wertschwankungs- und Emittentenrisiken. Die Geschäftsleitung beobachtet diese Risiken laufend. Derivative Finanzinstrumente wurden im Geschäftsjahr 2025 nicht eingesetzt.
• Preisänderungs- und Verfügbarkeitsrisiko bei Rohstoffen: Die Beschaffungsmärkte für Papier, Zellstoff, EPS und EPP unterliegen Preis- und Verfügbarkeitsschwankungen. Im Jahr 2025 war die Versorgung weitgehend gesichert. Risiken werden durch laufende Marktbeobachtung, abgestimmte Beschaffung und eine vorsichtige Bewertung der Bestände begrenzt.
d) Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, einschließlich Informationen über Umwelt- und Arbeitnehmerbelange
• Bei den Umweltbelangen liegen die Schwerpunkte auf Materialeffizienz, dem Einsatz recycelter Rohstoffe, der internen Wiederverwertung von Produktionsresten sowie der Reduktion des Energieverbrauchs. In den Produktbereichen werden, soweit technisch und qualitativ möglich, Recyclingmaterialien eingesetzt. Faserformteile bestehen überwiegend aus recycelten Papierfasern. • Im Jahresdurchschnitt beschäftigte die Gesellschaft 384 Mitarbeiter (Vorjahr 374). Als Familienunternehmen legt die Flatz GmbH Wert auf Aus- und Weiterbildung, Lehrlingsausbildung, Arbeitssicherheit und Gesundheitsvorsorge. Die Initiative "Flatz for life" und gemeinsame Betriebsveranstaltungen unterstützen Gesundheit, Motivation und Zusammenhalt.
III.
Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Für 2026 wird insgesamt von stabilen bis moderat steigenden Absatzmengen ausgegangen. Die bisherige Entwicklung zeigt jedoch weiterhin deutliche Unterschiede zwischen den Bereichen: Während technische EPS- und EPP-Formteile eine positive Mengenentwicklung aufweisen, bleiben Dämmstoffe und einzelne Faserformbereiche hinsichtlich Preisniveau, Auslastung und Projektverlauf anspruchsvoll.
Der Wettbewerbs- und Preisdruck bleibt hoch. Steigende Lohn- und Rohstoffkosten können nur zeitverzögert an Kunden weitergegeben werden. Die Sicherung angemessener Margen hat daher Vorrang vor reinem Mengenwachstum.
Die Investitionen konzentrieren sich 2026 auf die Stabilisierung und Industrialisierung der bestehenden Produktionsprozesse, Produktivitätssteigerungen und gezielte Ersatzinvestitionen. Wesentliche neue Kapazitätserweiterungen sind derzeit nicht vorgesehen.
Die Energiemärkte haben sich gegenüber den Krisenjahren beruhigt. Aufgrund geopolitischer Entwicklungen bleiben kurzfristige Rohstoff- und Energiepreisschwankungen sowie Verfügbarkeitsrisiken dennoch möglich und werden laufend beobachtet.
Die Geschäftsleitung überwacht die Geschäftsentwicklung und die wesentlichen Risiken mit einem monatlichen Reporting-Package, das insbesondere Umsatz, Ergebnis, Liquidität, Auftragslage und die kurzfristige Vorschau umfasst.
Qualifizierte Mitarbeiter bleiben ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Die im internationalen Vergleich hohen Lohnkosten am Standort Vorarlberg erfordern weitere Produktivitätsfortschritte und eine flexible Einsatzplanung.
Auf Basis der stabilen Auftragslage und der soliden Finanzstruktur wird für 2026 weiterhin mit einem positiven Jahresergebnis gerechnet. Die Planungen für 2026 und 2027 weisen auch unter Berücksichtigung konjunktureller Unsicherheiten eine ausreichende Liquidität aus.
IV. Forschung und Entwicklung
Die Gesellschaft betreibt Forschung und Entwicklung im branchenüblichen Umfang. Der Bereich Technik & Innovation befasst sich mit neuen Materialien, recyclinggerechten Produktlösungen, Faserform- und Barrieretechnologien, Partikelschäumen sowie der Automatisierung und Industrialisierung von Produktionsprozessen. Ziel ist die Entwicklung technisch und wirtschaftlich tragfähiger Lösungen für Kunden und die laufende Verbesserung bestehender Produkte und Verfahren.
V. Eigene Anteile
Im Geschäftsjahr 2025 wurden weder von der Gesellschaft selbst noch von einem verbundenen Unternehmen oder einer für Rechnung der Gesellschaft handelnden Person eigene Geschäftsanteile erworben oder als Pfand genommen.
VI. Zweigniederlassung
Die Gesellschaft unterhält keine Zweigniederlassung.
Lauterach, 10. 9. 2026
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Mag Stefan Flatz (GP