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BayWa Vorarlberg HandelsGmbH, Lauterach
Die Gesellschaft ist mit ihren Sparten in fünf unterschiedlichen Geschäftsfeldern tätig. Dazu zählen der Agrarhandel, der Einzelhandel im Bereich Bau & Garten, der Baustofffachhandel, das Heizöl- und Dieselgeschäft sowie der Technikhandel mit drei angeschlossenen Werkstätten. Durch diese breite Aufstellung der Geschäftstätigkeit verfügt die Gesellschaft über eine stabile Basis, da unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Geschäftsbereichen teilweise kompensierend wirken können.
Das Geschäftsjahr 2025 war jedoch von einer insgesamt gedämpften gesamtwirtschaftlichen Entwicklung geprägt. Das Marktumfeld stellte sich daher in allen Geschäftsbereichen als herausfordernd und von einem intensiven Wettbewerb gekennzeichnet dar.
Wirtschaftliches Umfeld
Das Marktumfeld blieb auch im Geschäftsjahr 2025 sehr herausfordernd. In einzelnen Branchen verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation gegenüber dem Vorjahr teilweise nochmals deutlich.
Im Privatkundengeschäft belasteten einerseits die weiterhin hohe Inflation in Kombination mit einem hohen Zinsniveau sowie andererseits wirtschaftliche und politische Unsicherheiten die Kaufstimmung. Die durch hohe Gehaltsabschlüsse gestärkte Kaufkraft war in den Bau- & Gartenmärkten der Gesellschaft kaum spürbar. Hohe Sparquoten sowie die sehr gute Entwicklung im Tourismus lassen darauf schließen, dass Konsumausgaben teilweise in andere Branchen verlagert wurden. Gleichzeitig erhöhte sich der Kostendruck – insbesondere bei den Personalkosten – durch weiterhin hohe Kollektivvertragsabschlüsse sowie den anhaltenden Fachkräftemangel.
Die Landwirtschaft war im Jahr 2025 von einem turbulenten Marktumfeld geprägt. Die Preise für Betriebs- und Futtermittel gingen zu Jahresbeginn teilweise zurück, was jedoch auch zu sinkenden Verkaufspreisen bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen führte. Insbesondere der
Milchpreis gab deutlich nach und reduzierte die Einkünfte der landwirtschaftlichen Betriebe entsprechend. Darüber hinaus bleibt der Strukturwandel in der Landwirtschaft ein wesentliches Thema. Der Standort Schruns wurde in Folge per Ende Juli 2025 geschlossen und das Geschäft auf den Standort Lauterach konzentriert.
Das Investitionsklima im Bereich Landtechnik trübte sich infolge sinkender Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie der weiterhin hohen Zinsbelastung deutlich ein. Die guten Marktanteile konnten im Jahr 2025 zwar gehalten werden, jedoch dämpften fehlende Finanzierungszusagen bei landwirtschaftlichen Betrieben den Absatz von Neumaschinen. Auch der Gebrauchtmaschinenmarkt ist derzeit europaweit stark umkämpft. Fehlende Absatzkanäle in die Ukraine und nach Russland führten zu einem Überangebot an Gebrauchtmaschinen innerhalb Europas.
In der Energiesparte ist der Heizölabsatz österreichweit – auch aufgrund der politischen Rahmenbedingungen – weiterhin rückläufig. Durch die Übernahme des Teilbetriebs Vorarlberg der WAV Wärme Austria VertriebsgmbH konnte die abgesetzte Menge im Jahr 2025 jedoch gesteigert werden. Das Diesel-Streckengeschäft zeigt sich weiterhin volatil und reduzierte sich insgesamt, was unter anderem auf die konjunkturelle Abschwächung in der Industrie zurückzuführen ist. Am Standort Lauterach wurde im Jahr 2020 eine neue Tankstelle in Verbindung mit E-Ladesäulen eröffnet. Die positive Entwicklung aus den Vorjahren konnte im Geschäftsjahr 2025 weiter bestätigt werden.
Im Bereich Bau konnte sich der private Wohnbau nach dem starken Einbruch im Jahr 2023 und 2024 bislang nicht erholen. Die Anzahl der Baubewilligungen befindet sich weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Aufgrund regulatorischer Vorgaben im Bankensektor, des hohen Zinsniveaus sowie weiterhin hoher Baukosten ist die Schaffung von Eigentum für viele Haushalte nur eingeschränkt möglich. Im Hochbau ist daher eine deutliche Abschwächung der Nachfrage festzustellen. Im Tiefbau wird hingegen weiterhin von einer guten Auslastung ausgegangen. Sanierungsprojekte können den Rückgang bei Neubauprojekten nur teilweise kompensieren.
Wesentliche Ereignisse während des Geschäftsjahres
Der teilweise Neubau sowie die Generalsanierung des Standorts Frastanz zu einem Landtechnikcenter wurden im April 2025 fertiggestellt und eröffnet.
Der Agrarstandort Schruns wurde mit Ende Juli 2025 geschlossen. Das Agrargeschäft wird künftig zentral vom Standort Lauterach aus betreut.
Per 31.12.2024 wurde die Beteiligung an der WAV Wärme Austria VertriebsgmbH (11 %) an die Raiffeisen Ware Austria AG veräußert. Im Gegenzug übernahm die Gesellschaft den Teilbetrieb Vorarlberg der WAV Wärme Austria VertriebsgmbH und konnte dadurch ihre Energiesparte nachhaltig stärken.
Darüber hinaus wurde die Entscheidung getroffen, die Techniksparte um den Bereich Nutzfahrzeuge zu erweitern. Mit der Marke IVECO konnte hierfür ein starker Partner gewonnen werden. Der Aufbau zum Nutzfahrzeug-Serviceanbieter startet mit 1. Jänner 2026.
Aufgrund der Veränderungen auf Eigentümerebene gehört die Gesellschaft seit 30. April 2025 der Unternehmensgruppe der RWA Raiffeisen Ware Austria AG, Korneuburg, als oberster Konzerngesellschaft an.
Der Gesamtumsatz belief sich auf 82,8 Mio. EUR (VJ 79,2). Das Wachstum resultiert aus der Übernahme des Teilbetriebs Vorarlberg der Wärme Austria GmbH in der Energiesparte. Die übrigen Sparten waren im Geschäftsjahr aufgrund der wirtschaftlichen Lage stark unter Druck und im Umsatz rückläufig.
Der Rohertrag ist um 1,2 Mio. EUR gesunken. Die Marge relativ ist um 2,6%-Punkte auf nunmehr 22,2% gesunken. Grund dafür ist der veränderte Sortimentsmix.
Der Personalstand reduzierte sich über alle Standorte zum Jahresende auf 212 (VJ 216). Der durchschnittliche Personalstand lag jedoch bei 215 (VJ 224).
Die Abschreibungen haben sich aufgrund der Zugänge im Vorjahr im laufenden Geschäftsjahr leicht erhöht.
Die übrigen Aufwendungen konnten v.a. im Bereich Energiekosten und EDV-Aufwand (durch verbesserte Einkaufskonditionen und Einführung SAP) reduziert werden.
Das Ergebnis vor Steuern liegt bei -1.201 Tsd. EUR, in Prozent vom Umsatz bei -1,5% (VJ 0,6%). Der Umsatzrückgang einerseits und die stark steigenden Personalkosten andererseits drücken aktuell deutlich auf die Profitabilität.
Finanzielle Leistungsindikatoren (ausgewählte Kennzahlen)
| 2025 | 2024 | 2023 | 2022 | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Vermögenslage | |||||
| Aktiva | |||||
| Anlagevermögen | TEUR | 24.755 | 23.372 | 21.424 | 20.393 |
| Umlaufvermögen | TEUR | 22.271 | 24.799 | 26.257 | 24.060 |
| Aktive latente Steuern | TEUR | 419 | 120 | 114 | 85 |
| Passiva | |||||
| Eigenmittel | TEUR | 12.831 | 13.934 | 14.409 | 13.574 |
| Langfristiges Fremdkapital | TEUR | 23.052 | 13.409 | 7.081 | 7.528 |
| Kurzfristiges Fremdkapital | TEUR | 11.779 | 21.045 | 26.358 | 23.471 |
| Ertragslage | |||||
| Umsatzerlöse | TEUR | 82.545 | 78.937 | 86.711 | 97.495 |
| Materialaufwand und sonstige | |||||
| bezogene Leistungen | TEUR | 64.128 | 59.321 | 66.321 | 76.494 |
| Personalaufwand | TEUR | 12.605 | 12.533 | 12.346 | 11.465 |
| Ergebnis vor Steuern | TEUR | -1.201 | 451 | 2.092 | 3.207 (ohne ao Effekte) |
| Kennzahlen | Erläuterung | ||||
| Anspannungsgrad | % | 271,5 | 247,3 | 232,1 | 228,4 Fremdkapital/Eigenkapital*100 |
| Forderungsumschlag | Tage | 11,5 | 16,5 | 20,2 | 166 Ø Lieferforderungen*360 / 16 6 Umsatzerlöse brutto |
| Eigenmittelquote gem § 23 URG | % | 26,9 | 28,8 | 30,1 | 30,5 EK abz InvZ/Gesamtkapital*100 |
| Fiktive Schuldentilgungsdauer | J Q 10 Gesamtverbindlichkeiten/ | ||||
| URG | Jahre | 51 | 16 | 10 | Mittelzufluss gem URG |
| Liquidität | % | 61,3 | 31,6 | 34,5 | 39,0 kfr Aktiva/ kfr Passiva*100 |
| Cashflow-Rate | % | 0,9 | 1,9 | 3,9 | 3,3 Betriebl Cash Flow/ Umsatzerlöse |
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Wir sehen in der ständigen Weiterentwicklung und den Ausbau unserer Standorte sowie der Umsetzung von regionalen, kundennahen Vertriebskonzepten ein wesentliches Erfolgspotenzial für unser Unternehmen. Unsere Modernisierungs- und Expansionsstrategie ist darauf ausgerichtet, unseren Kunden, Mitarbeitern und Lieferanten ein starker und innovativer Partner zu sein. Durch größere, aber konzentriertere Verkaufsflächen haben wir unsere Standorte für die Zukunft aufgestellt. Umfassende und qualitätsvolle Angebote sowohl stationär vor Ort als auch über das Lagerhausportal machen uns zum kompetenten Partner der Region.
Umwelt- und Arbeitnehmerbelange
Alle, in den verschiedenen Betriebsstätten unserer Tätigkeitsbereiche, bestehenden umweltrechtlichen Bestimmungen und Auflagen werden erfüllt. Die abfallrelevanten Problemfelder werden durch eine regelmäßige jährliche Überprüfung mit einem Entsorgungsunternehmen besprochen. Im Zuge der Generalsanierung in Frastanz wurde der Standort Frastanz nochmals überprüft, nachgerüstet und auf den neuesten Stand gebracht.
Dem akuten Fachkräftemangel begegnen wir mit einer hohen Ausbildungsquote. Derzeit machen 6 (VJ 8) junge Menschen bei der BayWa Vorarlberg ihre Ausbildung. Der durchschnittliche Mitarbeiterstand liegt bei 215 Mitarbeitern (VJ 224).
Risiko und Risikomanagement
Die BayWa Vorarlberg HandelsGmbH ist in das Risikomanagementsystem der Konzernmutter, der RWA AG, Korneuburg eingebunden. Durch das Risikomanagementsystem soll sichergestellt werden, dass nicht nur Chancen genützt, sondern auch Risiken realistisch bewertet und möglichst frühzeitig erkannt werden. Zur Früherkennung und Steuerung von Risiken wird jährlich das Risikopotential neu erhoben und gewichtet. Als wesentliche Risikopotentiale werden betriebswirtschaftliche Risiken wie z.B. Forderungsausfälle, Preisentwicklungen aber auch allgemeine volkswirtschaftliche Risiken wie z.B. Subventionsabbau oder Veränderungen im ökologischen Umfeld des Unternehmens gesehen.
Die Gesellschaft begegnet diesen Risiken mit laufender Marktbeobachtung, entsprechenden strategischen Ausrichtungen und Anpassungen in den Sparten sowie einem insgesamt straffen Forderungsmanagement. Risikomindernd wirkt im Geschäftsmodell der Gesellschaft die Diversifikation in mehrere Geschäftsfelder.
Derivative Finanzinstrumente werden nicht eingesetzt.
Die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung der BayWa AG München hat keine negativen finanziellen Auswirkungen auf die BayWa Vorarlberg HandelsGmbH. Es gibt keine direkten Darlehen, CashPooling oder sonstige Verpflichtungen wie z.B. Haftungen gegenüber der BayWa AG.
Compliance-System
Die BayWa Vorarlberg HandelsGmbH ist in das Compliance-Management des Konzerns mit eingebunden. Es finden regelmäßig Compliance-Schulungen und Unterweisungen durch zentrale Compliance-Mitarbeiter statt. Zusätzlich wird regelmäßig ein Quartalsreporting erstellt.
Nachhaltigkeitsbericht
Die BayWa Vorarlberg HandelsGmbH ist seit 2018 in dem Konzern Nachhaltigkeitsbericht der RWA Gruppe enthalten. Entsprechende Berichte und Daten werden in einem IT-System erfasst und immer aktuell an die Muttergesellschaft berichtet.
Forschung und Entwicklung
Die BayWa Vorarlberg HandelsGmbH ist in das Forschungs- und Entwicklungsprogramm des Konzerns und des internen Franchisings der Lagerhaus Franchise integriert.
Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2026
Das Hauptaugenmerk liegt im laufenden Jahr einerseits auf der weiteren Steigerung der operativen Exzellenz, andererseits wieder verstärkt auf der Vertriebsarbeit, nachdem die Großprojekte SAP sowie die Generalsanierung und der Umbau des Standorts Frastanz erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Operativ steht weiterhin die Konsolidierung der getätigten Investitionen im Fokus, insbesondere an den Standorten Bludenz und Rankweil sowie der Investitionen an den Standorten Lauterach und Frastanz.
Der neue Lagerhaus-Onlineshop ist auch im Jahr 2026 als zusätzliches Vertriebsangebot im Vollbetrieb und bleibt ein wesentlicher Schwerpunkt. Mit der Einführung der Funktion „Click & Collect“ wurde das Angebot weiter ausgebaut, um die Nutzung des Onlineshops zusätzlich zu stärken. Die Plattform soll kontinuierlich weiterentwickelt werden und künftig als digitale Filiale verstärkt als erster Kontaktpunkt für Neukunden dienen. Ungeachtet dessen bleibt der stationäre Handel das zentrale Element der Geschäftstätigkeit. Die Kombination aus Onlineshop und attraktiven Standorten vor Ort ermöglicht eine sinnvolle Verzahnung der Vertriebskanäle und erhöht die Attraktivität des Geschäftsmodells für die Kunden im Sinne eines Omnichannel-Ansatzes.
Für das Jahr 2026 wird auf Basis der Budgetplanung eine deutliche Ergebnisverbesserung gegenüber dem Jahr 2025 angestrebt sowie ein positives Ergebnis vor Steuern erwartet. Die größten Unsicherheiten bestehen weiterhin im privaten Konsumverhalten sowie in der Investitionsbereitschaft im landwirtschaftlichen Bereich. Im Bausektor wird zumindest eine Stabilisierung auf dem Niveau des Jahres 2025 erwartet. Das weiterhin hohe Zinsniveau erhöht den Druck, das eingesetzte Kapital möglichst effizient einzusetzen. Chancen ergeben sich insbesondere durch das neue Geschäftsfeld Nutzfahrzeuge, das zur nachhaltigen Stärkung der Profitabilität der Techniksparte beitragen soll.
Lauterach, den 21. April 2026
Geschäftsführer
gez. Martm Kónig 24.04.0006