Inhaltsverzeichnis
I) Einzelabschluss der Pierer Konzerngesellschaft mbH (nach UGB):
A. Geschäftsverlauf und Lage des Unternehmens
Das Geschäftsjahr für den Einzelabschluss der Pierer Konzerngesellschaft umfasst den Zeitraum vom 1.1.2025 bis 31.12.2025.
Die Pierer Konzerngesellschaft mbH hält zum 31.12.2025 unverändert 100 % Anteile an der Pierer Industrie AG, Wels, 100 % Anteile an der Pierer Beteiligungs GmbH, Wels, 100 % Anteile an der PIERER Digital Holding GmbH, 100 % Anteile an der P Immobilienverwaltung GmbH, 90 % Anteile an der Naturerlebnis Bürgeralm GmbH & Co KG, 82,22 % Anteile an der Westpark Wels GmbH, 73 % Anteile an der LX media GmbH, 49 % Anteile an der LiA GmbH, sowie 40 % Anteile an der METTOP GmbH.
Die Pierer Konzerngesellschaft mbH hat im GJ 2025 eine Stammkapitaleinzahlung in die MR IMMOREAL GmbH vorgenommen und hält zum Stichtag 90% Anteile an der Gesellschaft. Im GJ 2026 wurde das Vermögen der MR IMMOREAL GmbH in die PIERER IMMOREAL GmbH mit Wirkung 31.12.2025 verschmolzen.
Mit Kauf- und Abtretungsvertrag vom 24.7.2025 hat die Pierer Konzerngesellschaft mbH 100% Anteile an der NXT Technologies GmbH (vormals: KTM Technologies GmbH) erworben. Zum Bilanzstichtag 31.12.2025 wurde eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von EUR 1.371,96 vorgenommen.
Mit Einbringungs- und Sacheinlagevertrag vom 29.9.2025 hat Herr Dipl. Ing. Stefan Pierer seine 100% Anteile an der Pierer Invest GmbH in die Pierer Konzerngesellschaft mbH eingebracht. Mit Einbringungsund Sacheinlagevertrag vom 19.5.2026 hat die Gesellschaft 95% Anteile an der Pierer Invest GmbH an die Pierer Industrie AG als Kompensation für eine Genussrechtseinbringung abgetreten.
Die Gesellschaft hat am 9.10.2025 mit Anteilskaufvertrag 100% Anteile an der Naturerlebnis Bürgeralm GmbH erworben und diese in Folge an die Pierer Liegenschaft GmbH veräußert.
Die Gesellschaft hält zum Stichtag eine nachrangige Pierer Industrie AG Anleihe 5,75% (ISIN:
AT0000A1FJD2) ohne feste Laufzeit (ewige Anleihe) in Höhe von Nominale EUR 15.610.000,00.
Die Gesellschaft hält zum Bilanzstichtag direkt 20.000 Stück (0,06 %) Aktien an der Bajaj Mobility AG (Vormals: PIERER Mobility AG).
B. Ertrags- und Vermögenslage
| 1. Vermögenslage | ||||
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | +/- | ||
| TEUR | TEUR | TEUR | % | |
| kurzfristiges Umlaufvermögen | 10.453 | 73.369 | -62.916 | -85,8 |
| kurzfristiges Fremdkapital | 9.990 | 84.877 | -74.888 | -88,2 |
| Working Capital (Netto-Umlaufvermögen) | 463 | -11.508 | 11.972 | k. A. |
| Anlagevermögen | 491.517 | 444.455 | 47.062 | 10,6 |
| langfristiges Umlaufvermögen | 31.545 | 26.953 | 4.592 | 17,0 |
| langfristiges Fremdkapital | 31.268 | 186 | 31.082 >999,9 | |
| Reinvermögen (Eigenkapital) | 492.257 | 459.713 | 32.544 | 7,1 |
Bilanzanalyse
Die Bilanzsumme verminderte sich zum 31. Dezember 2025 trotz eines Anstiegs der Sach- und Finanzanlagen. Maßgeblich hierfür war der Abbau der liquiden Mittel, der insbesondere auf die Rückführung von Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sowie auf die Verringerung der sonstigen Verbindlichkeiten zurückzuführen ist.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2025 um EUR 56,4 Mio. auf EUR 462,7 Mio. Wesentlicher Grund hierfür war der Rückerwerb der Beteiligung an der PIERER IMMOREAL GmbH. Hinsichtlich der Details wird auf die Ausführungen im Anhang unter den Finanzanlagen verwiesen.
Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen reduzierten sich im Geschäftsjahr 2025 infolge der Tilgung eines nachrangigen Darlehens um EUR 11,0 Mio. auf EUR 0,0 Mio.
Die Beteiligungen erhöhten sich um EUR2,2 Mio. auf EUR 11,0 Mio. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus einem geleisteten Gesellschafterzuschuss in Höhe von EUR 2,0 Mio. sowie aus positiven Veränderungen der Teilwertabschreibungen in Höhe von EUR 0,2 Mio.
Die Wertpapiere des Anlagevermögens verringerten sich im Geschäftsjahr 2025 um EUR 1,3 Mio.
Die Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 2,8 Mio.
Die liquiden Mittel verminderten sich im Geschäftsjahr 2025 um EUR 46,5 Mio. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die Rückführung von sonstigen Verbindlichkeiten zurückzuführen. Darüber hinaus ergaben sich Mittelabflüsse aus Investitionen in Finanzanlagen sowie aus der Finanzierung verbundener Unternehmen. Die Verminderung der liquiden Mittel ist somit maßgeblich auf die im Geschäftsjahr durchgeführten Finanzierungs- und Investitionstätigkeiten zurückzuführen.
Die Verbindlichkeiten reduzierten sich im Geschäftsjahr 2025 um EUR 33,0 Mio. auf EUR 31,5 Mio. Wesentliche Ursachen hierfür waren die Verringerung der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um EUR 13,8 Mio. sowie die Reduktion der sonstigen Verbindlichkeiten um EUR 18,4 Mio.
Die Verringerung der Verbindlichkeiten spiegelt insbesondere den fortgesetzten Abbau konzerninterner Finanzierungen sowie die Rückführung sonstiger Verbindlichkeiten wider und trug wesentlich zur Veränderung der Bilanzstruktur im Geschäftsjahr 2025 bei.
Eigenmittelquote gemäß § 23 URG:
Eigenkapital x 100 Gesamtkapital 92,3 %
Die Eigenmittelquote zum Stichtag beträgt 92,3% (Vorjahr: 84,4%) und befindet sich somit weiterhin auf einem hohen Niveau.
2. Ertragslage
| 2025 | 2024 | +/- | ||
|---|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR | % | |
| Umsatzerlöse | 12.350 | 12.215 | 135 | 1,1 |
| Betriebsleistung | 12.350 | 12.215 | 135 | 1,1 |
| Aufwendungen für Material und sonstige bezogene | ||||
| Leistungen | -10.017 | -9.320 | -697 | -7,5 |
| Rohertrag I | 2.333 | 2.896 | -563 | -19,4 |
| Personalaufwand | -2.564 | -2.082 | -483 | -23,2 |
| Rohertrag II | -231 | 814 | -1.045 | k. A. |
| sonstige betriebliche Erträge | 746 | 116 | 630 | 543,2 |
| sonstige betriebliche Aufwendungen | -1.803 | -1.578 | -225 | -14,3 |
| Aufwendungen aus Finanzanlagen | -47 | -411 | 363 | 88,5 |
| Finanzerträge | 54.677 | 5.792 | 48.885 | 844,0 |
| Abschreibungen | -53 | -35 | -17 | -49,7 |
| Abschreibungen aus Finanzanlagen | -3.695 | -425.907 | 422.212 | 99,1 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -17.711 | -7.741 | -9.969 | -128,8 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | 31.883 | -428.950 | 460.833 | k. A. |
| Steuern vom Einkommen | 561 | -2.362 | 2.923 | k. A. |
| Sonderposten aus Spaltung | 0 | 9.410 | -9.410 | 100,0 |
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | 32.444 | -421.902 | 454.346 | k. A. |
Ergebnisanalyse
Die Pierer Konzerngesellschaft mbH hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Jahresüberschuss in Höhe von EUR 32,4 Mio. (Vorjahr: Jahresfehlbetrag EUR -421,9 Mio.) erwirtschaftet. Das Betriebsergebnis beläuft sich auf EUR -1,3 Mio. (Vorjahr: EUR -0,7 Mio.). Das Finanzergebnis beträgt im laufenden Geschäftsjahr EUR 33,5 Mio. (Vorjahr: EUR -428,3 Mio.). Das Finanzergebnis des laufenden Geschäftsjahres wurde vor allem durch erhaltene Dividenden in Höhe von EUR 50,7 Mio. positiv, sowie durch den Anstieg der Zinsen und ähnlichen Aufwendungen in Höhe von EUR 10 Mio. negativ beeinflusst.
C. NICHT - FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLLSYSTEMS § 243a (ABS 2) UGB
Das interne Kontrollsystem der Pierer Konzerngesellschaft mbH hat die Aufgabe, die Ordnungsmäßigkeit und Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung, die Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen gesetzlichen und unternehmensinternen Vorschriften sowie die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der betrieblichen Tätigkeit einschließlich des Schutzes des Vermögens vor Verlusten durch Schäden und Malversationen sicherzustellen. In der Gestaltung der Elemente des internen Kontrollsystems wurden international anerkannte Rahmenwerke für Interne Kontrollsysteme (z.B. COSO-Framework) berücksichtigt.
Das System umfasst:
• Konzernweite Vorgaben für die Rechnungslegung • Funktionstrennung als organisatorische Maßnahme • Systemgestützte und prozessabhängige Kontrollen • Prozessunabhängige Kontrollen • Management von Risiken der Bilanzerstellung
Die Gesellschaft setzt auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Verbesserung des internen Kontrollsystems. Dazu erfolgt regelmäßig eine Überwachung seiner Funktionsfähigkeit durch Prozess- und Datenanalysen sowie unabhängige, externe Prüfungstätigkeiten. Die wesentlichen Merkmale des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind:
KONTROLLUMFELD
Die Organisationsstruktur der Pierer Konzerngesellschaft mbH bildet die Basis für das Kontrollumfeld und das interne Kontrollsystem im Unternehmen. Im Bereich der Aufbauorganisation im (Konzern-) Rechnungswesen bestehen eindeutige Kompetenz- und Verantwortungsbereiche auf den unterschiedlichen Führungs- und Hierarchieebenen des Konzerns. Dies betrifft einerseits die Konzernzentrale in Wels sowie die österreichischen und alle internationalen Tochtergesellschaften.
Der starken internationalen Ausrichtung der Gruppe und der damit zusammenhängenden dezentralen Gesellschafts- und Standortstrukturen wird durch die Zentralisierung von wesentlichen Unternehmensfunktionen im Bereich der Finanzberichterstattung in den österreichischen Standorten begegnet. Die Wahrnehmung und Steuerung der nationalen Geschäftstätigkeiten obliegt dem jeweiligen lokalen Management und wird vom operativen Vorstand sowie vom Konzernvorstand überwacht.
In der Ablauforganisation setzt die Gruppe auf ein ausgeprägtes und umfangreiches Regelwerk an Bilanzierungs-, Bewertungs- und Kontierungsvorgaben. Dies stellt eine angemessene Basis für ein starkes Kontrollumfeld und Kontrollsystem dar. Neue Bilanzierungsstandards werden hinsichtlich ihrer Auswirkung auf die Rechnungslegung der Gruppe beurteilt. Die Vorgaben an die Rechnungslegung und die Rechnungslegungsprozesse werden laufend überprüft und mindestens jährlich, bei Bedarf häufiger, in enger Abstimmung der zuständigen Verantwortungsbereiche angepasst. Die Berichterstattung mit den zugehörigen Ergebnissen erfolgt anschließend im Konzernanhang. Die Uberwachung der Einhaltung der rechnungslegungsbezogenen Regelungen und Kontrollen liegt in der Verantwortung des jeweils zuständigen Bereichsmanagements.
RISIKOBEURTEILUNG
Risiken in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess werden durch das jeweilige Bereichsmanagement erhoben und überwacht sowie im Risikomanagementprozess berücksichtigt. Der Fokus wird dabei auf jene Risiken gelegt, die als wesentlich zu betrachten sind.
Die wesentlichen Risiken im Bereich der Rechnungslegung umfassen die nicht vollständige Erfassung von bilanzierungsrelevanten Sachverhalten, Fehler in der Belegerfassung sowie fehlerhafte Berechnungen. Komplexe Bilanzierungsgrundsätze könnten zu einem erhöhten Fehlerrisiko, unrichtigen Ausweis sowie verspätete Bilanzerstellung führen. Zudem besteht das Risiko eines Datenzugriffes von unberechtigten Personen bzw. Datenmanipulation, Ausfall von IT-Systemen und Datenverlust.
Für die Erstellung des Abschlusses müssen regelmäßig Schätzungen vorgenommen werden, bei denen das immanente Risiko besteht, dass die zukünftige Entwicklung von diesen Schätzungen abweicht. Dies trifft insbesondere auf die folgenden Sachverhalte/Posten des Konzernabschlusses zu: Sozialkapital, Ausgang von Rechtsstreitigkeiten, Werthaltigkeit von Forderungen, Beteiligungen und Vorräte. Teilweise werden externe Experten zugezogen bzw. wird auf öffentlich zugängliche Quellen abgestellt, um das Risiko einer Fehleinschätzung zu minimieren.
KONTROLLMASSNAHMEN
Die Pierer Konzerngesellschaft mbH hat ihre Kontrollen direkt in die (Konzern-)Rechnungslegungsprozesse integriert. Wesentliches Element ist dabei, neben prozessunabhängigen externen Kontrollmechanismen, das Prinzip der Funktionstrennung. Zur Gewährleistung einer vollständigen, zeitgerechten und richtigen Bilanzerstellung wurden in allen am Buchungsprozess beteiligten Bereichen Qualitätssicherungs- und Kontrollmaßnahmen implementiert. Sämtliche Kontrollmaßnahmen werden im laufenden Geschäftsprozess angewandt, um sicherzustellen, dass potenzielle Fehler in der Finanzberichterstattung vorgebeugt bzw. diese entdeckt und korrigiert werden. Die Gruppe sucht stets nach technisch-automatisierten Lösungen, um so bestehende Kontrollmechanismen zu verbessern bzw. neue zu implementieren. Der Fokus liegt einerseits auf ganzheitlichen, den Rechnungslegungsprozess überspannenden als auch andererseits auf detaillierten Anwendungsautomatismen wie beispielsweise bei der Abschlusserstellung sowie in der laufenden Buchhaltung. Des Weiteren führt die Anwendung von unternehmensinternen Richtlinien zu einer einheitlichen Behandlung der Geschäftsfälle sowie zu einer einheitlichen Bilanzierung und Berichterstattung.
In den wichtigen IT-Systemen mit Rechnungslegungsrelevanz sind unter anderem automatisierte Kontrollen integriert, die unter anderem die falsche Erfassung von Geschäftsvorfällen verhindern, die vollständige Erfassung von Geschäftsvorfällen beziehungsweise Bewertung der Geschäftsvorfälle entsprechend den Rechnungslegungsvorschriften sicherstellen oder die Uberprüfung der Konsolidierung unterstützen sollen. Im Hinblick auf die steigenden Anforderungen an IT-Systeme in der Rechnungslegung sowie den ständig steigenden technischen Möglichkeiten führt die Gruppe regelmäßig IT-gestützte Analysen der Wirksamkeit der gesetzten Maßnahmen durch, um etwaige aufgetretene Kontrollschwächen zu erkennen und anschließend zu beseitigen.
Kontrollmaßnahmen in Bezug auf die IT-Sicherheit stellen einen Eckpfeiler des internen Kontrollsystems dar. So wird die Trennung von sensiblen Tätigkeiten durch eine restriktive Vergabe von IT-Berechtigungen unterstützt. Durch die eingesetzte ERP-Software finden automatisierte Prüfungen statt, wie z.B. die automatisierten Kontrollen bei Rechnungsfreigabe und Rechnungsprüfung.
KOMMUNIKATION UND ÜBERWACHUNG
Die Verantwortung für die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems im (Konzern-) Rechnungslegungsprozess ist klar geregelt und liegt bei den verantwortlichen Führungskräften und Prozessverantwortlichen. In die Beurteilung der Wirksamkeit fließen neben den Ergebnissen aus der unternehmensinternen Einschätzung auch jene von externen Prüfungen, z. B. im Rahmen der Jahresabschlussprüfung oder von externen IT-Security Audits, sowie des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses ein. Schwächen im Kontrollsystem werden unter Berücksichtigung ihrer möglichen Auswirkung auf die Rechnungslegungsprozesse behoben.
Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Abschlüssen, welche den Führungsebenen zur Verfügung gestellt werden, wurde im Konzern auch ein umfangreiches Internes Berichtswesen implementiert, das je nach Berichtsempfänger in unterschiedlichen Aggregationstiefen erstellt und verteilt wird. Ziel ist es, über die verfolgte Standardisierung in der internen Berichterstattung Abweichungsanalysen zu vereinfachen, Risiken im Berichtsprozess zu erkennen und strategische Entscheidungen zu ermöglichen.
Weitere zentrale Instrumente der Risikoüberwachung und -kontrolle sind die unternehmensweiten Richtlinien über den Umgang mit wesentlichen Risiken, der Planungs- und der Controlling-Prozesse, sowie die laufende Berichterstattung. Die Richtlinien umfassen die Festsetzung und Kontrolle von Limits, insbesondere in Bezug auf das finanzielle Volumen bezogen gestaffelte Freigabeerfordernisse bis hin zur obersten Vorstandsebene, und Handlungsabläufe zur Begrenzung finanzieller Risiken, z.B. die Analyse der finanziellen Stabilität von Lieferanten, sowie die strikte Vorgabe des Vier-Augen-Prinzips bei Rechnungsund Zahlungsfreigaben.
Darüber hinaus basiert das interne Kontrollsystem auf präzisen Informationen über die Prozesse für die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung und schließt auch deren vorgelagerte Unternehmensprozesse, z.B. Bestellanforderungen oder Logistikprozesse, mit ein. Die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems wird vom Management dahingehend überprüft, dass die Ergebnisse, die in komprimierter Berichtsform an das Management übermittelt werden, von ihm analysiert, bewertet und kommentiert werden.
Die Geschäftsführung wird jährlich über die Einschätzung zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems in der Rechnungslegung unterrichtet. Bei wesentlichen Veränderungen der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems erfolgt eine unverzügliche Berichterstattung an die Geschäftsführung sowie eine Ergreifung adäquater Maßnahmen zur Erhöhung der Wirksamkeit.
RISIKOBERICHT
Der Hauptzweck des Risikomanagements der Pierer Konzerngesellschaft mbH sowie PIERER-Gruppe besteht in der Sicherung und Stärkung des Unternehmens durch eine rechtzeitige, vollständige und transparente Einschätzung der finanziellen, operativen und strategischen Chancen und Risiken.
Die Geschäftsführer sowie Vorstände übernehmen dabei gemeinsam mit dem Management der wesentlichen Konzerngesellschaften umfangreiche Steuerungs- und Controlling-Aufgaben im Rahmen eines internen, alle wesentlichen Standorte umfassenden, integrierten Kontrollsystems. Das rechtzeitige Erkennen, Evaluieren und Reagieren auf strategische und operative Risiken ist ein wesentlicher Bestandteil der Führungstätigkeit dieser Einheiten und leistet einen wesentlichen Wertbeitrag für die Gruppe. Grundlagen dafür sind ein einheitliches und konzernweites, auf Monatsbasis aufgebautes Berichtswesen und eine laufende Überwachung der operativen und strategischen Pläne.
Die Verantwortung und Bewertung der konzernweiten Risiken erfolgt in den Risikomanagement-Abteilungen des operativen Teilkonzern der Pierer Industrie AG sowie der PI Holding GmbH (vormals: PankI AG).
Die Geschäftsführer werden vom Vorstand und Aufsichtsrat der Pierer Industrie AG über die planmäßige Umsetzung der im Restrukturierungsplan vorgesehenen Maßnahmen der Pierer Industrie AG regelmäßig informiert.
Risiken im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten
In der Position Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Abschlussstichtag keine Fremdwährungsvaluten oder Schecks enthalten. Fremdwährungskredite sind derzeit keine aushaftend. Ausfallsrisiken für den Bankguthabenbestand schalten wir aus, indem wir unsere Mittel nur bei Banken bester Bonität veranlagen und unseren Zahlungsverkehr nur über solche abwickeln.
Forderungen:
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden laufend überwacht. Für Lieferungen und Leistungen innerhalb der Gesellschaften der PIERER-Gruppe bestehen laufend Gegenverrechnungen mit Gruppen-Verbindlichkeiten. Daher sind diese Forderungen nicht gesondert abgesichert.
Verbindlichkeiten:
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen notieren ausschließlich in Euro, daher ist kein Währungsrisiko gegeben, größere Beträge in Fremdwährung würden mittels Devisentermingeschäft abgesichert werden. In GJ 2025 waren keine Absicherungen erforderlich.
Liquiditātsrisiko:
Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, sich jederzeit Finanzmittel beschaffen zu können, um eingegangene Verbindlichkeiten zu begleichen. Das Unternehmen begegnet diesem Risiko mit einem wöchentlichen Liquiditätsstatus. Zudem erfolgt in der Gesellschaft auch die Steuerung und Mitigierung über die Erstellung und Uberwachung von Vorschaurechnungen.
Die operativen Einheiten der Pierer-Gruppe (u.a. Pankl Racing Systems AG, SHW AG, Abatec) steuern und überwachen das Liquiditätsrisiko jeweils auf ihrer Ebene bzw. soweit erforderlich auf den darunterliegenden Teilbereichen. Die Maßnahmen zur Oberwachung und Mitigierung des Liquiditätsrisikos beinhalten unter anderem die Erstellung kurz- und mittelfristiger Vorschaurechnungen und die Uberwachung der Einhaltung dieser. Um auf ungeplante, wesentliche Abweichungen im Liquiditätsplan reagieren zu können, verfolgt das Management das Ziel stets angemessene Liquiditätsreserven in Form von Kreditlinien und Barbeständen vorzuhalten. Darüber hinaus werden vom Management falls erforderlich kurzfristig Maßnahmen zur Stabilisierung der Liquiditätssituation eingeleitet. Darüber hinaus erfolgt auch eine Überwachung und Steuerung der langfristigen Liquiditätssituation, in der Rückzahlungen bzw. Refinanzierungen von langfristigen Finanzierungen, frühzeitig geplant werden. Weiters können sich auch im Falle der Verletzung von bestehenden Covenants in Finanzierungsverträgen ungeplante Auswirkungen auf die Liquiditätssituation ergeben. Dazu erfolgt eine laufende Uberwachung der Einhaltung der Covenants bzw. die Einleitung frühzeitiger Maßnahmen bei drohenden Verletzungen.
Zinsänderungsrisiko:
Das Zinsänderungsrisiko stellt das Risiko dar, das sich aus der Wertänderung von Finanzinstrumenten, anderen Bilanzposten und/oder zinsbedingten Zahlungsströmen infolge von Marktzinssätzen ergibt. Ein Zinsänderungsrisiko besteht hinsichtlich der Finanzierungsvereinbarungen mit den Kreditinstituten. Aufgrund der aktuell abgeschlossenen Finanzierungsvereinbarungen besteht ein geringes Zinsänderungsrisiko im Zusammenhang mit einer Anpassung der Marktzinssätze, da die wesentlichen Finanzierungen mit einem Fixzinssatz bis Ende der Laufzeit vereinbart wurde.
VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG DER GESELLSCHAFT
Der Fortbestand der Pierer Konzerngesellschaft hängt von der Fähigkeit ab, Dividenden zu vereinnahmen oder Erlöse aus dem Verkauf von Beteiligungen zu erzielen. Wir verweisen diesbezüglich auch auf die weiterführenden Ausführungen zur Unternehmensfortführung im Anhang.
Die Geschäftsentwicklung der Pierer Konzerngesellschaft mbH wird unter anderem von der Entwicklung der PIERER IMMOREAL GmbH beeinflusst. Im Bereich der Immobilienentwicklung liegt der Schwerpunkt derzeit auf der Verwertung beziehungsweise Deinvestition bestehender Immobilienprojekte. Es konnten bereits mehrere Transaktionen erfolgreich abgeschlossen werden. Die künftige Entwicklung hängt wesentlich von den Rahmenbedingungen auf den Immobilienmärkten ab. Die Gesellschaft beobachtet die Markt- und Preisentwicklung laufend und richtet ihre Aktivitäten entsprechend den jeweiligen Marktgegebenheiten aus. Ziel bleibt die weitere Optimierung des Immobilienportfolios sowie die Nutzung sich ergebender Marktchancen unter angemessener Berücksichtigung der damit verbundenen Risiken.
Die Geschäftsentwicklung der Pierer Konzerngesellschaft mbH wird auch künftig wesentlich durch die Entwicklung der Pierer Industrie AG-Gruppe beeinflusst.
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Restrukturierungsvereinbarung nach der Restrukturierungsordnung (ReO) im Februar 2025 hat die Pierer Industrie AG die im bestätigten Restrukturierungsplan vorgesehenen Maßnahmen konsequent umgesetzt. Im Geschäftsjahr 2026 konnte die Gesellschaft sämtliche im ReO-Verfahren geregelten Anleihen und Schuldscheindarlehen einschließlich der darauf entfallenden Zinsen deutlich vor den ursprünglich vereinbarten Fälligkeiten zurückführen. Der ursprünglich bis Ende 2026 bzw. Ende 2027 vorgesehene Zahlungsplan wurde damit bereits im August 2026 vollständig erfüllt.
Die vorzeitige Erfüllungsämtlicher finanzwirtschaftlicher Verpflichtungenaus dem Restrukturierungsverfahren stellt einen wesentlichen Meilenstein in der wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft dar. Dadurch konnte die Verschuldung der Gesellschaft nachhaltig reduziert und die Kapitalstruktur wesentlich gestärkt werden. Gleichzeitig wurde die im Zuge des Restrukturierungsverfahrens eingeleitete Stabilisierung der Finanz- und Vermögenslage erfolgreich fortgesetzt.
Einen weiteren wesentlichen Schritt in der strategischen Neuausrichtung stellte die Neuordnung der Eigentümerstruktur der Pankl Racing Systems AG dar. Im Mai 2026 wurde der Verkauf von zwei Dritteln der Anteile an ein österreichisches Investorenkonsortium bestehend aus der KNILL Gruppe, der Raiffeisen-Landesbank Steiermark und der Invest AG erfolgreich abgeschlossen. Die Pierer Industrie AG bleibt über die PI Holding GmbH weiterhin mit einem Drittel an der Pankl Racing Systems AG beteiligt und sichert sich damit die weitere Partizipation an der zukünftigen Entwicklung des Unternehmens.
Generell rechnet der Vorstand der Pierer Industrie AG aufgrund der zu erwarteten gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen und unter Abwägung der Risiko- und Chancenpotenziale mit einem leichten Wachstum des Umsatzes und des EBITDA für das Geschäftsjahr 2026.
Für den europäischen Automobilzulieferbereich rechnet der Vorstand mit einer weiteren Fortsetzung der Konsolidierungsentwicklungen in den kommenden Jahren. Für 2026 wird bei der deutschen SHW-Gruppe ein leichter Anstieg des Umsatzes sowie ein moderater Anstieg der EBITDA-Marge erwartet. Zudem rechnet die SHW für das Geschäftsjahr 2026 mit einem positiven Free Cashflow.
Uber die Robau Beteiligungsverwaltung GmbH wird eine At-Equity Beteiligung am Feuerwehrausstatter Rosenbauer International AG gehalten. Aus heutiger Sicht verfügt Rosenbauer über sehr gute Voraussetzungen für eine solide Geschäftsentwicklung im Jahr 2026.
Pierer Konzerngesellschaft mbH
D. Mitarbeiter
Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer während des Geschäftsjahrs 2025 beträgt 19 (Vorjahr: 17) und betrifft zur Gänze Angestellte.
E. Forschung und Entwicklung
Aufgrund der Geschäftstätigkeit, der einer geschäftsleitenden Holdinggesellschaft, ist der Bereich Forschung nicht anwendbar.
F. Bestehende Zweigniederlassungen
Es gibt keine Zweigniederlassungen.
Wels, am 28. September 2026
DI Stefan Pierer
/Mag. Alex Pierer
Beate Höfer