Inhaltsverzeichnis
L A G E B E R I C H T
der MHS Montagesysteme für Heizung und Sanitär GmbH zum 31. Dezember 2024
1. Geschäftstätigkeit, Geschäftsverlauf einschließlich Geschäftsergebnis und Lage des
Unternehmens
1.1 Geschäftstätigkeit
Im Jahre 1995 entwickelte die MHS GmbH das erste Boxsystem für die Installationstechnik, dies stellte eine absolute Revolution für das Handwerk dar. Alle für die Rohinstallation im Heizungs- und Sanitärbereich erforderlichen Komponenten sind dabei in einbaufertigen Boxen integriert. Für die Installationstechnik bedeutete diese Erfindung einen neuen Stand der Technik, der sowohl enorme Zeitgewinne als auch eine Steigerung der Installationsqualität brachte. Denn durch die normgerechte Ausführung der Boxen fielen jetzt Fehlerquellen weitgehend weg, die bei herkömmlichen Montagen auf der Tagesordnung standen. Aufgrund der klaren technischen und ökonomischen Vorteile setzte sich das MHS-System rasch bei den Installationsbetrieben durch. Rund 35 % aller Installationen in Osterreich werden heute mit Boxsystemen durchgeführt. Anfangs fungierte ein umgebauter Stall als Entwicklungs- und Produktionsstätte.
MHS ist nicht nur das einzige Original unter den Boxsystemen, sondern auch Osterreichs führender Hersteller von Installationsboxen. Durch stetige Weiterentwicklung, dank unserer hauseigenen Forschungsabteilung, haben wir mittlerweile eine einzigartige Produktvielfalt erreicht, welche niemand sonst bieten kann. Da man auf Wünsche und Anregungen der Installationsbetriebe konsequent eingeht, steigt die Zahl der Varianten praktisch im Tagesrythmus.
Nach der erfolgreichen Etablierung am Heimmarkt begann MHS 2013 auch in Italien aktiv zu werden. Zwei Jahre später erfolgte der Markeintritt in den um vieles interessanteren Markt in Deutschland. Heute werden nahezu alle großen industriellen Hersteller im Heizungs- und Sanitärbereich mit Boxsystemen von MHS beliefert, darunter so prominente Marken wie Geberit, Kemper, Rehau und JRG GF.
1.2 Geschäftsverlauf einschließlich Geschäftsergebnis
Die Gesellschaft verzeichnete im Geschäftsjahr 2024 einen Rückgang der Betriebsleistung von EUR 1,0 Mio. (8,2%) und hat einen Jahresüberschuss von EUR 0,6 Mio. (Vorjahr: EUR 0,4 Mio.) erzielt. Die Ergebnisverbesserung resultiert im Wesentlichen daraus, dass die gesunkene Betriebsleistung durch niedrigere Materialaufwendungen und bezogenen Leistungen kompensiert wurde und bei den anderen Betriebsaufwendungen (Personal, AfA, übrige Aufwendungen) Einsparungen erzielt werden konnten.
1.3 Finanzlage
Aus der betrieblichen Tätigkeit hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2024 einen Cash-flow von EUR 0,5 Mio. erwirtschaftet, dieser wurde zur Gänze zur Finanzierung der Investitionen verwendet. Die liquiden Mittel sind nahezu unverändert.
Das Working Capital stellt das kurzfristige Finanzierungspotential zum Bilanzstichtag dar und ist wie im Vorjahr deutlich positiv, die Finanzlage der Gesellschaft ist somit zum Bilanzstichtag ausgewogen.
Die Eigenmittelquote gem. URG beträgt rd. 77 % (Vorjahr: rd. 72 %), die fiktive Schuldentilgungsdauer gem. URG beträgt wie im Vorjahr unter 1 Jahr. Beträgt die Eigenmittelquote weniger als 8 % und die fiktive Schuldentilgungsdauer mehr als 15 Jahre, so liegt ein gesetzlich vermuteter Reorganisationsbedarf vor. Aus den Kennzahlen ergibt sich, dass die Vermutung des Reorganisationsbedarfs infolge des Uberschreitens bzw. Unterschreitens der genannten Grenzen nicht gegeben ist.
1.4 Vermögenslage
Die Investitionsdeckung als Relation der Investitionen in das Sachanlagevermögen zu den Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen beträgt rd. 111 % (Vorjahr: rd. 118 %). Das Anlagevermögen wird ständig am neuesten Stand gehalten.
Das Sachanlagevermögen ist zu rd. 55 % (Vorjahr: rd. 51 %) abgeschrieben. Je höher dieser Anlagenabnutzungsgrad ist, desto früher müssen tendenziell Reinvestitionsmaßnahmen erfolgen müssen.
Die durchschnittliche Außenstandsdauer der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beträgt 21 bzw. 18 Tage (Vorjahr: 17 bzw. 24 Tage).
2. Forschung und Entwicklung
Die Unternehmensbereiche der MHS sind die Entwicklung, Produktion und Service. Für den Erfolg nach wie vor bestimmend sind die Ergebnisse der Entwicklungsabteilung. Hier geht es in Zukunft noch stärker darum, die Erkenntnisse aus der Praxis, die über Kunden (Co- Creation) oder über den eigenen Service hereinkommen, in marktfähige Lösungen umzusetzen. Die permanent steigende Zahl an Boxvarianten ist aber nur ein Ergebnis dieser Entwicklungsarbeit. Denn bei MHS begnügt man sich nicht damit, nur auf die konkreten Anforderungen aus der Praxis zu reagieren. Man versucht immer auch, den einen Schritt weiter zu denken. Folge davon sind u.a. die zurzeit 20 gültigen Patente und so wegweisende Innovationen wie die Vitalboxtechnik.
Legionellen sind Bakterien, die überall dort vorkommen, wo Wasser über lange Zeit unbewegt steht, also auch in den sogenannten Totleitungen von Wohnhäusern. Legionellen lösen die Legionärskrankheit aus, woran in Deutschland jährlich mehr Menschen als an AIDS sterben.
MHS ist der erste Anbieter mit einem eigenen Boxsystem, das derartige Totleitungen unmöglich macht. Die Vitalbox sorgt für eine aktive Wasserführung, das heißt, dass alle Wasserauslässe mit aktivem Wasser versorgt werden. Trinkfähiges Wasser steht dadurch jederzeit sofort zur Verfügung. Auf warmes Wasser z.B. für die Dusche braucht nicht mehr lange gewartet zu werden. Durch den Entfall der Leitungsspülung bei jedem Auslass, werden außerdem große Mengen kostbares Trinkwasser und die teure Kanaleinleitung eingespart. Wie bei der Einführung der ersten Boxsysteme werden diese Vorteile der MHS-Vitalboxtechnik die gesamte Installationsbranche nachhaltig revolutionieren.
3. Bestehende Zweigniederlassungen
Es bestehen keine Zweigniederlassungen.
4. Prognose- und Risikobericht (voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens)
Per Ende August 2025 liegt eine umsatz- und ergebnismäßig über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres liegende kurzfristige Erfolgsrechnung vor. Auch für das Gesamtjahr 2025 erwarten wir ein positives Ergebnis.
Aufgrund der bestehenden Unsicherheiten, speziell auch in Osterreich, sind selbst kurzfristige Umsatz- und Ergebnisprognosen jedoch mit sehr hoher Unsicherheit behaftet.
Aufgrund unserer sehr soliden Eigenkapitalausstattung sowie ausreichender Liquidität, sind wir der Überzeugung, dass wir für die ungewisse Zukunft gut aufgestellt sind.
Stainz, am 29. September 2025
H
chart-Peiner