Inhaltsverzeichnis
FOOD & DAIRY PRODUCTS GMBH L A G E B E R I C H T
für das Geschäftsjahr 2025
1. EIGENTÜMERSTRUKTUR:
Die Alpina Food & Dairy Products GmbH hatte zum 31.12.2025 nachstehende Gesellschafter:
74,9 % Anteil SBH - Vermögensverwaltung GmbH Hofgasse 3 4020 Linz eingetragen am 2. Juli 2015 Landesgericht Innsbruck
25,1 % Anteil BRUNONE S.R.L.
Via Sivieri 1 37030 Vestevanova (VR) Italien eingetragen am 25. April 2012 Landesgericht Innsbruck
Im Dezember 2025 wurde beschlossen, die Geschäftsanteile der BRUNONE S.R.L. an der Alpina Food & Dairy Products GmbH auf die im Wege der Abspaltung entstehende IDA S.r.L. zu übertragen, bis dato ist dies im Firmenbuch noch nicht eingetragen.
2. ZIELSETZUNG DES UNTERNEHMENS:
Zielsetzung der Alpina Food & Dairy Products GmbH ist es, neben einem wirtschaftlichen Erfolg auch die Rohstoffbelieferung und Rohstoffsicherung für ein verbundenes Unternehmen des Minderheitsgesellschafters zu gewährleisten und zu sichern.
3. GESCHÄFTSVERLAUF UND WIRTSCHAFTLICHE LAGE:
3.1 MARKTLAGE 2025 – Rückblick:
Allgemein:
Der Markt war wie auch im Jahr 2024 sehr von Volatilität geprägt und dazu kamen noch die geopolitischen Ereignisse (Kriege im Nahen Osten – Ukraine), die nicht wirklich positive wirtschaftliche Situation Chinas (geringes Wachstum), die nicht nachvollziehbare Zollpolitik der USA und der Abschluss des Mercosur-Handelsabkommen EU mit Südamerika (Zollfreiheit landwirtschaftlicher Produkte). All diese Entwicklungen haben, neben der von der EU Kommission eingeschlagenen Agrarpolitik (Flächenrenaturierung, CO2 Reduktion), Unsicherheit bei den Landwirten hervorgerufen. Mit Jahresbeginn trat noch ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor am Rohstoff- & Absatzmarkt ein, nämlich das Auftreten der Maul- & Klauenseuche in Deutschland, Ungarn und Slowakei, wodurch der Exportmarkt in der 1.
Jahreshälfte massiv beeinträchtigt wurde. Dies und das starke Milchaufkommen ab der Jahresmitte konnte man an den BKB-Notierungen und an den Kieler Rohstoffwerten (starker Preisverfall) im abgelaufenen Jahr ersehen.
Am Pulvermarkt war die Nachfrage nach europäischer Ware auch eher beschränkt, hervorgerufen durch die Maul- & Klauenseuche (Exportbeschränkungen), eine verringerte Nachfrage aus China in der 1. Jahreshälfte und die ungewisse Zollpolitik der USA. Der Milchpulvermarkt (Preisbasis) wurde aber auch stark beeinflusst durch die weltweit gestiegene Rohstoffanlieferung von +10% (Absatzprobleme).
Die Alpina Food & Dairy Products GmbH ist in den folgenden Bereichen (Molke konventionell (WPC, Permeat, Molkekonzentrat) und Biomolke) tätig, darum werden diese gesondert dargestellt.
Molke – Proteinbereich:
Der Derivatbereich konnte trotz der verringerten Nachfrage aus China in der ersten Jahreshälfte eine starke Belebung erfahren. Die Nachfrage nach WPC’s ist vom Weltmarkt her gestiegen, hat sich auch preislich gefestigt und scheint anhaltend zu sein, da die tierischen Produkte wieder mehr Akzeptanz in der Ernährung erfahren.
Biobereich:
Ein wichtiger Bereich für Alpina ist der des Biorohstoffes und den daraus hergestellten Produkten. Der Marktverlauf zeigt sich immer noch positiv, trotz der preislichen und mengenmäßigen Reduktion und ist wesentlich für Alpina.
3.1.1. ABSATZMARKT:
Im konventionellen Bereich gab eseine Mengenund Preissteigerung. Im Biobereich gab es eine deutliche Mengenreduktion und keinen wesentlichen Preiseffekt. Die Absatzmärkte sind unverändert in der Zusammensetzung, wobei aber bei der Kundenstruktur vor allem seit dem Jahr 2020 eine Ausweitung erfolgte, um die anfallenden Rohstoffmengen möglichst optimal verwerten zu können.
3.1.2. ROHSTOFFMARKT:
Gegenüber den Rohstofflieferanten sind, außer der Erhöhung der Lieferantenanzahl auf Grund der Erhöhung der Produktionsmenge, keine wesentlichen Veränderungen zu 2024 gegeben. Die Berglandmilch eGen, Wörgl ist der größte Rohstofflieferant im konventionellen Bereich. Im Biobereich sind die Lieferanten ausgeglichener im Mengengefüge.
3.2. GESCHÄFTSERGEBNIS:
Das Betriebsergebnis hat sich von TEUR 307 im Jahr 2024 auf TEUR 698 im Jahr 2025 erhöht; die Erhöhung resultiert im Wesentlichen aus der deutlichen Mengensteigerung im konventionellen Bereich und einer deutlichen preislichen Verbesserung in der Verwertung.
Das Jahr 2024 war von schwierigen Marktbedingungen geprägt; die Bedingungen haben sich 2025 leicht verbessert sind aber immer noch herausfordernd (Preisentwicklung am Rohstoffmarkt, hohe Energie- & Logistikkosten).
4. VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG:
Wesentliche Faktoren im Jahr 2026 werden sein, wie ist der weitere Verlauf der geopolitischen Situation (Kriege, Zolldiskussion USA – EU, Mercosurabkommen), wie ist die Entwicklung am Energiesektor, der Inflationsverlauf, wie entwickelt sich das weitere Konsum- & Kaufverhalten (Kaufkraft - Lebenshaltungskosten - Wohnung - Arbeitslosigkeit) und welche Mengen an Rohstoff werden von den Milchlieferanten an die Verarbeitungsbetriebe angeliefert (angesichts der EU Agrarpolitik, Tierwohlstandard, Seuchen).
Die volatile Rohstoffsituation, die weiterhin hohen Energiepreise und die stark angestiegenen Logistikkosten werden sich auf das Preisniveau weiterhin deutlich auswirken. Nicht vorhersehbar ist die Entwicklung am Weltmarkt, durch die weltpolitischen Einflüsse anlässlich der anhaltenden Kriege und vor allem durch den Präsidenten der USA (Zollvorschriften).
Diese Situation wird auch auf den Molke- und Derivatbereich einen nicht unwesentlichen Einfluss haben und zeigt uns, dass der Markt auch weiterhin sehr volatil in der Menge, wie auch preislich, verläuft. Wenngleich die Inflationsraten zuletzt deutlich abgeschwächt sind, wird auch für 2026 davon ausgegangen, dass Konsumenten (Beeinflussung durch die Politik) preissensibel agieren werden. Ein weiterer entscheidender Erfolgsfaktor wird im kommenden Jahr das Nachfrageverhalten aus China sein und das Mengengefüge am Rohstoffmarkt.
Deshalb sind die langfristigen Kunden- & Lieferantenbeziehungen, breite Abnehmerstruktur, sehr wesentlich für die Vermarktung der anfallenden Produkte und die Wirtschaftlichkeit. Für Alpina ist daher die Pflege der Kunden- und Lieferantenbeziehung sehr wesentlich, mit entsprechender Intensität eines Ausbaues und Erweiterung der Kundenstruktur.
Die Gesellschaft plant für 2026 etwa gleichen Ergebnis vor Steuern im Vergleich zu 2025. mit einem
5. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG:
Die Gesellschaft hat im Berichtszeitraum keine Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten durchgeführt.
6. FINANZINSTRUMENTE, RISIKEN UND STRATEGIEN:
Das Unternehmen bediente sich im Geschäftsjahr 2025 außer Warenterminkontrakten keiner derivativen Finanzinstrumente. Originäre Finanzinstrumente kommen im Bereich der Passiva in Form von kurzfristigen Finanzierungen durch Kreditinstitute, sonstige Verbindlichkeiten aus Mietkaufvertrag sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und auf Seiten der Aktiva in Form von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Einsatz.
7. ZWEIGNIEDERLASSUNGEN:
Die Gesellschaft betrieb im Berichtszeitraum keine Zweigniederlassungen.
8. FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN (AUSGEWÄHLTE KENNZAHLEN):
Die Gesellschaft verfügt per 31.12.2025 über eine Eigenmittelquote (gem. § 23 URG) von 46,9 % (2024: 44,7 %; 2023: 49,9 %).
Die Eigenkapitalrentabilität (berechnet auf Basis des Betriebsergebnisses) beläuft sich auf rund 18,6 % (2024: 8,2 %; 2023: 11,5 %).
Die fiktive Schuldentilgungsdauer (gem. § 24 URG) beläuft sich auf 6,5 Jahre (2024: 5,1 Jahre;
2023: 3,1 Jahre).
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Gesellschaft einen Cash-Flow (vereinfacht berechnet aus dem Ergebnis nach Steuern zuzüglich Abschreibungen abzüglich Gewinne aus Anlagenabgängen sowie unter Berücksichtigung der Veränderung der langfristigen Rückstellungen) von TEUR 859 (2024: TEUR 693; 2023: TEUR 753).
9. ARBEITNEHMERBELANGE:
Der Mitarbeiterstand beträgt zum 31.12.2025 13 Personen inkl. Geschäftsführung. Darüber hinaus ereigneten sich im Geschäftsjahr 2025 in diesem Bereich keine berichtenswerten Themen.
10. WESENTLICHE RISIKEN UND UNGEWISHEITEN SOWIE BERICHT ZUM
RISIKOMANAGEMENT:
Sofern ein Potential besteht, ist dies im Rohstoffbereich gegeben, durch den großen Mengenanteil bei konventioneller Molke durch Berglandmilch. Es wird daher alles darangesetzt, um hier die vorgegebene Abhängigkeit in ein verträgliches Risiko abzubauen und abzusichern.
Zur Absicherung von Forderungs- und Zahlungsausfällen der Kunden (In- und Ausland) werden spezielle Ausfallversicherungen abgeschlossen.
Zur Absicherung der produzierten Mengen werden zusammen mit den wesentlichsten Kunden vorab Abnahmemengen fixiert.
Die Auswirkungen der vorherrschenden Situation am Weltgeschehen (Präsident USA- Zolldiskussionen, Mercousor - Abkommen, anhaltenden Kriege Ukraine & Naher Osten) Energie- & Logistikkosten, Umweltthematik, Wirtschaftsprognosen & Arbeitsmarkt, sowie die Inflationsraten werden den Geschäftsverlauf beeinflussen. Die Preisentwicklungen am Rohstoff- & Absatzmarkt wie auch die Energiekosten, sind aktuell nicht einschätzbar. Da die Gesellschaft im Lebensmittelbereich tätig ist, wird von keiner gravierenden Auswirkung auf die produzierten, abgesetzten Mengen ausgegangen.
Wörgl, am 17.3.2026
Der Geschäftsführer der Alpina Food & Dairy Products GmbH
Wimmer Sebastian MBA