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Die Evonik Treibacher GmbH ist ein Joint Venture der internationalen Unternehmen Treibacher Industrie AG, Treibach, Österreich (75%) und der Evonik Peroxid GmbH, Weißenstein, Österreich (25%), beides führende Unternehmen in ihren Bereichen der chemischen Industrie. Evonik Treibacher bietet die gesamte Bandbreite an Persalzprodukten vorwiegend für die Wasch- und Reinigungsmittelindustrie an.
1. Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft
Die Evonik Treibacher GmbH erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen um rund 2,5% unter dem Vorjahresniveau liegenden Umsatz von EUR 27,3 Mio (Vorjahr: EUR 28,0 Mio).
Der Exportanteil ist mit 93,37 % gegenüber dem Vorjahr (97,17 %) leicht gesunken.
Der Ausbau der operativen Leistungsfähigkeit, die Sicherstellung einer hohen Lieferzuverlässigkeit sowie die Stärkung der Ertragskraft blieben zentrale Schwerpunkte der Unternehmensführung. Die Gesellschaft setzt weiterhin auf langfristige und verlässliche Partnerschaften mit Kunden und Lieferanten.
2. Vermögens- und Ertragslage
Die Bilanzsumme verringerte sich zum 31. Dezember 2025 auf TEUR 22.165 (Vorjahr: TEUR 24.664). Das Anlagevermögen reduzierte sich leicht auf TEUR 3.692 (Vorjahr: TEUR 3.804). Die Finanzanlagen blieben mit TEUR 1.500 unverändert, während sich das Sachanlagevermögen auf TEUR 2.192 verringerte (Vorjahr: TEUR 2.304).
Das Eigenkapital verringerte sich leicht auf TEUR 13.824 (Vorjahr: TEUR 14.126). Die Eigenmittelquote stieg auf 62,4 % nach 57,3 % im Vorjahr. Die Rückstellungen verringerten sich auf TEUR 1.053 (Vorjahr: TEUR 1.194), die Verbindlichkeiten gingen auf TEUR 7.254 zurück (Vorjahr: TEUR 9.305). Insgesamt war die Vermögens- und Finanzlage zum Bilanzstichtag solide.
Das EBIT betrug im Berichtsjahr TEUR 2.249 nach TEUR 2.758 im Vorjahr. Das EBITDA belief sich auf TEUR 2.715 (Vorjahr: TEUR 3.199). Die EBIT-Marge lag bei 8,2 % nach 9,9 % im Vorjahr.
Finanzielle Leistungsindikatoren
Vermögenslage:
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Anlagevermögen | 3.692 | 3.804 |
| Umlaufvermögen (einschließlich | ||
| Rechnungsabgrenzungsposten) | 18.473 | 20.859 |
| Eigenmittel | 13.824 | 14.126 |
| Fremdkapital | 8.341 | 10.690 |
| Effektivverschuldung nach URG | ||
| (Rückstellungen + Verbindlichkeiten - flüssige Mittel) | 3.960 | 5.149 |
| Schuldentilgungsdauer nach URG | 0,6 Jahre | 0,5 Jahre |
Ertragslage:
Nachstehende Kennzahlen verdeutlichen die Ertragskraft der Gesellschaft:
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| in % | in % | |
| EBITDA / Umsatzerlöse | 9,9 | 11,4 |
| EBIT / Umsatzerlöse | 8,2 | 9,9 |
Der operative Cash-flow 2025 ist mit EUR 8,3 Mio deutlich positiv (Vorjahr: rund EUR 6,9 Mio)
3. Investitionen
Die Investitionstätigkeit blieb im Berichtsjahr insgesamt moderat. Die Maßnahmen betrafen überwiegend Ersatz- und Ergänzungsinvestitionen sowie sicherheits-, umwelt- und anlagentechnische Anpassungen. Das Sachanlagevermögen verringerte sich zum Bilanzstichtag auf EUR 2,2 Mio nach EUR 2,3 Mio im Vorjahr.
4. Forschung und Entwicklung
Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten beschränkten sich im Geschäftsjahr auf die technische Kundenbetreuung und Produktweiterentwicklungen. Darüber hinaus wurden Themen wie Nachhaltigkeit, Vermeidung von Umweltbelastungen und die Steigerung der Energieeffizienz weiterhin aktiv verfolgt.
5. Finanzinstrumente, Risikomanagement und -strategien
Die Gesellschaft verwendet keine derivativen Finanzinstrumente.
Beschaffungsrisiken werden durch langfristig angelegte Lieferbeziehungen, eine Streuung der Bezugsquellen, eine sorgfältige Planung sowie eine vorausschauende Lagerhaltung begrenzt.
Die Kreditvereinbarungen werden regelmäßig in Zusammenarbeit mit den Kreditinstituten evaluiert und dem aktuellen Zinsniveau sowie den Erfordernissen der Gesellschaft angepasst. Die hohen Bankguthaben, die laufende Überwachung des Working Capital und vertraglich gesicherte Kreditlinien bei Banken gewährleisten ausreichende Liquidität.
Das Ausfallsrisiko bei Forderungen gegenüber Kunden wird durch die laufende, systemtechnisch unterstützte Kreditlimit-Überwachung und die Versicherung der Forderungen möglichst gering gehalten.
Operative Vermögensrisiken werden über branchenübliche Versicherungen abgedeckt. Zusätzlich ergeben sich Risiken aus anhaltendem Preisdruck auf den Absatzmärkten, aus hohen Energie-, Regulierungs- und Personalkosten sowie aus geopolitischen und geoökonomischen Unsicherheiten.
Die Gesamteinschätzung der Risikosituation der Gesellschaft weist keine bestandsgefährdenden Elemente auf; derartige Risiken sind aus heutiger Sicht auch im kommenden Geschäftsjahr nicht zu erwarten.
6. Ausblick auf 2026
Für die Evonik Treibacher GmbH ist für das Geschäftsjahr 2026 von einem weiterhin anspruchsvollen, jedoch leicht stabilisierten Marktumfeld auszugehen. Nach den vorläufigen Ergebnissen von Statistik Austria wuchs die österreichische Wirtschaft 2025 real um 0,6 %; der produzierende Bereich blieb mit -1,2 % zwar noch im Minus, die Herstellung von Waren verzeichnete jedoch bereits ein Wachstum von 1,2 %. Die OeNB erwartet für 2026 lediglich ein reales BIP-Wachstum von 0,8 % und eine HVPI- Inflation von 2,4 %. Auch das WIFO rechnet nur mit einer verhaltenen Erholung; die Export- und Industriekonjunktur dürfte sich zwar beleben, bleibt aber anfällig für Rückschläge.
Die Kosten- und Standortbedingungen in Österreich bleiben für energieintensive Industrieunternehmen herausfordernd. Die Inflationsrate lag in Österreich im Jahresdurchschnitt 2025 bei 3,6 %; ein wesentlicher Treiber waren höhere Preise für Haushaltsenergie, insbesondere Strom. Zugleich deuten aktuelle Produktionsindikatoren nur auf eine sehr verhaltene Belebung hin; der Produktionsindex für Industrie und Bau lag im Jänner 2026 arbeitstägig bereinigt lediglich um 0,3 % über dem Vorjahreswert.
Hinzu kommt, dass die chemische Industrie in Österreich weiterhin unter erheblichem Wettbewerbsdruck steht. Laut einer FCIO-Umfrage berichten 55 % der Unternehmen
über Umsatzeinbußen; 84 % nennen Arbeitskosten, 72 % Energiekosten und 65 % Regulierung bzw. Bürokratie als zentrale Wettbewerbshemmnisse. Diese Rahmenbedingungen sind auch für die Evonik Treibacher GmbH maßgeblich und prägen den Ausblick für das kommende Jahr.
Die Gesellschaft erwartet für das Geschäftsjahr 2026 ein weiterhin anspruchsvolles Marktumfeld für Persalze. Nach ihrer Einschätzung begrenzen strukturelle Entwicklungen in der Waschmittelindustrie, insbesondere Effizienzsteigerungen und der Trend zu flüssigen Waschmitteln, die Nachfrage nach klassischen Persalzen. Darüber hinaus rechnet die Gesellschaft mit anhaltend hohem Wettbewerbsdruck durch nichteuropäische Anbieter, wodurch der Preis- und Margendruck für europäische Produzenten bestehen bleibt. Eine wesentliche Entlastung bei Rohstoff-, Energie- und Standortkosten wird derzeit nicht erwartet
Trotz der Herausforderungen geht die Gesellschaft davon aus, den Marktbedingungen positiv begegnen zu können. Weiterhin gilt die Sicherstellung der Verfügbarkeit unserer Produkte als eines der obersten Ziele für die Gesellschaft.
Für 2026 ist in Summe daher bestenfalls von einer Stabilisierung als von einer Ergebnisverbesserung auszugehen.
Unverändert bestehen die strategischen Schwerpunkte in den Bereichen Zuverlässigkeit, Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Digitalisierung und kontinuierliche Weiterentwicklung des Produktportfolios.
Chancen können sich aus einer schrittweisen gesamtwirtschaftlichen Erholung sowie aus der wachsenden Nachfrage nach nachhaltigen und ökologischen Produkteigenschaften ergeben.
Treibach, am 13.04.2026
Evonik Treibacher GmbH Die Geschäftsführung
Dr. Franz Melcher
Dipl.Ing, Dr. Josef Miklautsch