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Lagebericht 2025/26

Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H.

Original-PDF

Stichtag 28. Feb. 2026 · Eingereicht am 12. Okt. 2026

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Organigramm……………………………………………………………………………………………………………………………… 2 Zweigniederlassungen……………………………………………………………………………………………………………….. 2 Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage………………………………………………... 2 Rohstoff und Produktion................................................................................................................. 2 Qualität, Umwelt & Nachhaltigkeit………………………………………………………………………………..…………… 5 Forschung und Entwicklung……………………………………………………………………………………………………….. 5 Personal & Soziales……………………………………………………………………………………………………………………. 5 Risikobericht………………………………………………………………………………………………………………………………. 5 Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens………………………………………………………………..……. 7

1.Organigramm

Die Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. gehört zu 86% der AGRANA Sales & Marketing GmbH mit Sitz in Wien.

Die Gesellschaft ist für die Produktion und den Einkauf von Saatgut zuständig und betreibt Forschung und Entwicklung im Bereich der Rüben-Saatguterzeugung und des Rübenanbaus.

Die Gesellschaft hält keine eigenen Beteiligungen.

2. Zweigniederlassungen

Im Geschäftsjahr gab es keine Zweigniederlassungen. Der Sitz der Gesellschaft befindet sich in 1020 Wien, das Werk befindet sich in 3430 Tulln an der Donau.

3. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

3.1. Highlights des Geschäftsjahres

Mit Umsatzerlösen von 18,1 Mio. € (Vorjahr: 26,7 Mio. €) schloss die Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. das Geschäftsjahr planmäßig ab, die niedrigeren Umsatzerlöse ergaben sich aufgrund des verringerten Verkaufs von zugekauftem Saatgut aufgrund einer gesunkenen Rübenanbaufläche. Dies wirkte sich auch mit einem niedrigeren Materialaufwand aus. Die am Bilanzstichtag vorhanden Vorräte wurden um –0,01 Mio. € abgewertet. Das positive Ergebnis vor Steuern betrug 0,6 Mio. € (Vorjahr: 0,6 Mio. €), was zu einem Jahresüberschuss von 0,2 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €) führte.

4. Rohstoff und Produktion

4.1. Rübensaatgut

Nach einem trockenen Winter konnte früh mit dem Auspflanzen der Stecklinge begonnen werden. Die günstige Witterung mit guten Niederschlägen brachte ein sehr rasches Anwachsen der Stecklinge mit sich. Die erstgesetzten Bestände wurden vom Frost getroffen, was zum verzögerten Wachstum führte. Dennoch wurden die Bestände weitergeführt und es gab keine Umbrüche.

Es folgten im April und Mai regelmäßige Regenfälle, sodass sich gute und gleichmäßige Rübensamenbestände entwickeln konnten. Durch die temperaturbedingte rasche Abreife Ende Juni blieb das Samenkorn eher klein, jedoch mit guten Qualitäten.

Das Schwadmähen und die darauffolgende Ernte mittels Pickup-Mähdrescher startete Mitte Juli und erfolgte witterungsbedingt mit einigen Unterbrechungen. Anfang August konnte mit der Aufbereitung des Saatgutes begonnen werden, aufgrund der guten Erträge wurde diese Ende November abgeschlossen. Im Geschäftsjahr 2025|26 wurden 175 ha geerntet und für den Export aufbereitet.

Zusätzlich zu dem in Österreich produzierten Saatgut wurde noch Saatgut in großem Umfang zugekauft. Im Rübensaatgutbereich konnte sich das System Conviso Smart gut etablieren und machte somit das umsatzstärkste Segment aus. Die Cercospora-resistenten Sorten (CR+) haben aufgrund der Witterung nicht an die gewünschte Blattgesundheit der letzten Jahre anschließen können. Ein Zuwachs in den kommenden Jahren ist bei diesen Sorten nicht mehr zu erwarten.

Die Beizung für den Anbau der Zuckerrübensamen wurde aufgrund einer Notfallzulassung mit dem Insektizid „Buteo Start“ durchgeführt.

Die Produktkonformität des Saatgutes wurde von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bzw. dem BSA in Kassel/Deutschland bestätigt und freigegeben. Die GMO-Freiheit wurde durch externe Labore bestätigt.

4.2. Zwischenfruchtsaatgut

Die beiden Zwischenfruchtmischungen Beta-Florin TG Plus und Beta-Florin SH haben sich bewährt und wurden in unveränderter Zusammenstellung zum Verkauf angeboten. Damit stehen nach wie vor Produkte am Markt zur Verfügung, die den aktuellen GAP-Vorgaben (Gemeinsame Agrarpolitik) entsprechen. Die Verkaufszahlen waren im Geschäftsjahr 2025/26 leicht rückläufig.

Die Ernteergebnisse aus der Eigenvermehrung von Buchweizen waren sehr positiv. Durchwegs konnten Erträge über dem langjährigen Mittel erzielt werden. Sämtliche erzeugte Partien waren hinsichtlich Qualität sehr zufriedenstellend. Linse wurde in der Saison 2025/26 nicht vermehrt, da aufgrund der hohen Erntemengen noch ausreichend Saatgut auf Lager ist. Die Eigenvermehrung von Kresse wurde seit diesem Geschäftsjahr nicht mehr verfolgt, da die Wirtschaftlichkeit für die ÖRZG sowie für die Vermehrer-Landwirte aufgrund von hohem Krankheitsdruck nicht mehr gegeben ist.

Zu Mischungszwecken wurden die Komponenten Kresse, Ölrettich, Phacelia, Ramtillkraut, Saatwicke und Sandhafer zugekauft.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
4.3. Finanzielle Leistungsindikatoren
a) Kennzahlen zur Ertragslage2025|262024|25
Umsatzerlöse18.117.31926.696.830
Betriebserfolg800.8811.302.879
Ergebnis vor Steuern581.539625.840
Jahresüberschuss201.2311.008.785
Vermögensrentabilität6,37%11,85%
= Betriebsergebnis x 100 / durchschn. Vermögen
Umsatzrentabilität4,4%4,9%
= Betriebsergebnis / Umsatzerlöse
Eigenkapitalrentabilität28,89%44,44%
= Ergebnis vor Steuern x 100 / durchschn. Eigenmittel
b) Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage
Sachanlagenintensität4,7%4,4%
= Sachanlagevermögen / Vermögen
Return on Investment7,8%8,8%
= Betriebserfolg / Vermögen
Return on Capital employed (ROCE)9,5%52,7%
= Jahresüberschuss/eingesetztes Kapital
Working Capital2.002.9851.703.268
= kfr. Vermögen - kfr, Fremdkapital
Working Capital Ratio127%114%
= kfr. Vermögen / kfr, Fremdkapital
Eigenkapitalquote (Equity Ratio)20,59%12,85%
= Eigenkapital / Gesamtkapital
Cash-Flow zum Umsatz-27,2%33,4%
= Cash-Flow vor Steuern / Umsatz

Die angeführten Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage sollen die finanziellen Status der Österreichischen Rübensamenzucht GmbH darlegen.

Die vorliegenden Kennzahlen zur Ertragslage wurden ausgewählt, um die finanziellen Leistungsindikatoren kompakt und übersichtlich darzustellen und einen Überblick über die wirtschaftliche Situation zu geben.

5. Qualität, Umwelt & Nachhaltigkeit

5.1. Qualitätsmanagement

Wichtige Bereiche wie die Bewertung von Kunden und Lieferanten, Aspekte der Arbeitssicherheit, Schulungen, etc. bleiben fixer Bestandteil im Qualitätsmanagement der Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H.

5.2. Nachhaltigkeitsverständnis

Inhaltlich lassen sich alle Aktivitäten im Rahmen der drei AGRANA-Konzernleitsätze folgendermaßen zusammenfassen:

Wir bei AGRANA…

• verwerten annähernd 100 % der eingesetzten Rohstoffe und nutzen emissionsarme Technologien zum Schutz der Umwelt; • achten alle unsere Stakeholder und die Gesellschaften, in denen wir tätig sind; • leben langfristige Partnerschaften mit Lieferanten und Kunden.

Die Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. hat im Geschäftsjahr 2025|26 weiter intensiv an der Einbeziehung von Nachhaltigkeitsaspekten in die operativen Geschäftsabläufe gearbeitet.

5.3. Gesetze- und Regelkonformität

Die Geschäftsgebarung der Gesellschaft orientiert sich an den Compliance-Richtlinien der AGRANA-Gruppe.

6. Forschung und Entwicklung

Ertrag und Qualität von Zuckerrüben hängen stark von klimatischen Bedingungen sowie von Krankheits- und Schädlingsdruck ab. Um möglichst hochwertige Ware in der Zuckerfabrik verarbeiten zu können, bedarf es einer ständigen Optimierung der Sortenwahl sowie einer effektiven, ökologischen und ökonomischen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Daher konzentrierten sich die Versuchsthemen in Zusammenarbeit mit der AGRANA Research and Innovation Center GmbH (ARIC) im Jahr 2025 auf Sorten, Herbizide, Insektizide und Fungizide. In Kooperation mit der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) wurden im Zuge der Sortenwertprüfung Spezialsorten mit Toleranz gegenüber Nematoden und Rhizoctonia getestet. Die ÖRZG selbst hat Feldversuche zur Überlagerung sowie zur Keimfähigkeit und Triebkraft von Saatgut durchgeführt. Die eben genannten Kleinparzellen-Exkatversuche wurden von der Gesellschaft an Standorten im Tullnerfeld, Weinviertel, Marchfeld und in Oberösterreich angebaut, gepflegt, bonitiert und geerntet.

7. Personal & Soziales

Die Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H baut auf die Leistungsbereitschaft und Integrität ihrer Mitarbeiter verbunden mit deren sozialem Bewusstsein. Mitarbeiter werden gefördert und ermutigt, unternehmerisch zu denken und zu handeln. Unser Arbeits- und Führungsstil ist von Kooperation und gegenseitiger Wertschätzung geprägt. Jeder Mitarbeiter bzw. dessen Führungskraft übernimmt in diesem Sinne auch Verantwortung für die eigene Weiterentwicklung. HR Management bietet Möglichkeiten und Hilfestellungen an, die jeweils im Einklang mit den Geschäftszielen stehen. Nur durch diese langfristige Weiterentwicklung kann auch die weitere Wettbewerbsfähigkeit gesichert werden. Neben einer Vielzahl an fachlichen Schulungen wie auch Trainings- und Coachings im persönlichkeitsbildenden Bereich werden gezielte interne und externe Ausbildungen angeboten.

8. Risikobericht

8.1. Risikopolitik

Die Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H sieht im verantwortungsvollen Umgang mit Chancen und Risiken eine wesentliche Grundlage für eine ziel- und wertorientierte sowie nachhaltige Unternehmensführung. Die Risikopolitik der Unternehmensgruppe zielt auf risikobewusstes Verhalten ab und sieht klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikomanagement und die Durchführung interner Kontrollen vor.

8.2. Operative Risiken

Bei der Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. werden Rohstoffe zu Saatgut verarbeitet. Die Gesellschaft ist auf ausreichende Verfügbarkeit des Rohstoffes in der benötigten Menge und Qualität angewiesen. Wesentliche Treiber für Verfügbarkeit, Qualität und Preis sind wetterbedingte Gegebenheiten in den Anbaugebieten, regulatorische sowie auch gesetzliche Regelungen.

Die Gesellschaft sieht in der Produktion von qualitativ hochwertigen und sicheren Produkten eine Grundvoraussetzung für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Das Unternehmen verfügt über ein laufend weiterentwickeltes Qualitätsmanagement. Die Einhaltung der Qualitätsstandards wird regelmäßig durch interne Audits verifiziert. Darüber hinaus sollen abgeschlossene Versicherungen allfällige Restrisiken abdecken.

8.3. Rechtliche Risiken

Die Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H verfolgt laufend rechtliche Änderungen, die ihre Geschäfte betreffen und zu einer Risikosituation führen können und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen.

8.4. Finanzielle Risiken

Der Geschäftsführung obliegen die Steuerung von Liquiditätsrisiko und die Begrenzung finanzwirtschaftlicher Risiken. Risiken aus Forderungsausfällen werden durch Kreditlimits und laufende Überprüfung der Überfälligkeiten minimiert. Das verbliebene Risiko wird durch Vorsorgen in angemessener Höhe abgedeckt.

8.5. Ukraine- und Nahost-Krise

Die Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. erwartet aus den Auswirkungen des Russland-Ukraine Krieges bzw. der Nahost-Krise keine negativen Abweichungen von Prognosen oder Zielen des Unternehmens.

8.6. Nicht-Finanzielle Risiken

Die Unternehmensgruppe ist nicht-finanziellen bzw. nicht primär finanziellen Risiken ausgesetzt, die sich aus dem operativen Geschäft sowie aus nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ableiten. Im Zuge der Geschäftstätigkeit mit agrarischen Rohstoffen stellen z.B. klimatische Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Verfügbarkeit der Rohmaterialien potenzielle Risiken dar. Die Gesellschaft hat angemessene Maßnahmen gesetzt, um nachteiligen Effekten aus nicht-finanziellen Risiken aus der strategischen und operativen Geschäftsgebarung entgegen zu wirken. Die Maßnahmen betreffen Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange und stehen im Einklang mit nationalen und internationalen Standards zur Wahrung der Qualitäts- und Reputationsansprüche im Interesse der AGRANA-Gruppe.

9. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Die Gesellschaft ist durch aktuelle geopolitische Krisen oder durch zollpolitische Turbulenzen nicht direkt in ihrer Geschäftstätigkeit betroffen und rechnet daher nicht mit negativen Entwicklungen bzw. Nichterreichen ihrer Budgetziele für das Geschäftsjahr 2026 | 27.

Durch die Entscheidung des AGRANA-Aufsichtsrats im März 2025, das Werk der AGRANA Zucker GmbH in Leopoldsdorf im Marchfelde mit sofortiger Wirkung zu schließen, hat sich der Saatgutverkauf der Gesellschaft auf das Werk Tulln und die erwartende Rübenfläche konzentrieren, dies wurde jedoch bereits in zukünftige Pläne entsprechend eingearbeitet.

Die Vermehrungsfläche von Rübensaatgut wird im Jahr 2026 rund 190 ha betragen, wovon die Gesamtmenge für den Export vorgesehen ist. Durch das stärkere Auftreten der Pilzkrankheit Cercospora im Rübenanbau gewinnen Sorten mit einer höheren Cercospora-Toleranz an Bedeutung sowie die herbizidtoleranten Sorten „Conviso“. Diese Entwicklung wurde von manchen Züchterfirmen früher antizipiert, wodurch deren Marktanteil an Rübensorten sich schrittweise erhöht.

Aufgrund rückläufiger Vermehrungsflächen bei Saatmais wird der Maissaatgut-Bereich nicht mehr weitergeführt.

Die Investitionen im Geschäftsjahr 2026|27 werden im Bereich der Produktion angestrebt, eine reduzierte Investitionssumme wird aufgrund von Einsparungsgründen über die gesamte Unternehmensgruppe umgesetzt.

Wien, am 02. Juni 2026

DIE GESCHÄFTSFÜHRUNG:

Werner Zuser

Digitally signed by Werner Date: 2026-06-05 14:11:01+02:00

Dipl. Ing. Werner ZUSER

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