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Lagebericht 2025

WIENER STADTWERKE GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 14. Aug. 2026

Inhaltsverzeichnis

WIENER STADTWERKE GmbH

L A G E B E R I C H T für das

Geschäftsjahr 2025

Inhaltsverzeichnis

1. Geschäftstätigkeit .......................................................................................................................... 3 2. Gruppenstrategie ........................................................................................................................... 6 3. Entwicklung des Umfelds............................................................................................................... 7 4. Mitarbeiter*innen.......................................................................................................................... 11 5. Compliance.................................................................................................................................. 14 6. Forschung und Innovation ........................................................................................................... 15 7. Geschäftsverlauf.......................................................................................................................... 18 8. Umwelt und Nachhaltigkeit .......................................................................................................... 23 9. Chancen und Risiken................................................................................................................... 25 10. Ausblick........................................................................................................................................ 34

1. Geschäftstätigkeit

Die Wiener Stadtwerke sind eine moderne Infrastrukturdienstleisterin und der größte Klimaschutzkonzern in Wien und Umgebung. Er zählt zu den größten Mischkonzernen und Arbeitgebern Österreichs mit hoher volkswirtschaftlicher Bedeutung. Die wirtschaftliche Tätigkeit umfasst die Bereiche Energie, Netze, Verkehr, Bestattung und Friedhöfe, Immobilienbetreuung sowie Garagen. Die Bereiche Energie und Netze umfassen die Sparten Produktion, Vertrieb sowie Netzbetrieb, wodurch eine zuverlässige Versorgung mit Strom, Gas, Wärme und Kälte gewährleistet wird. Die Services der Wiener Stadtwerke umfassen weiters den Bereich des ÖPNV: den Öffentlichen Personennahverkehr (Wiener Linien und Wiener Lokalbahnen), die Bestattung und Friedhofsverwaltung sowie Garagen (Wipark). Die zuverlässigen Dienstleistungen tragen wesentlich zur hohen Lebensqualität Wiens bei. Wir halten Wien am Laufen. Dies wird durch zahlreiche Studien bestätigt.

Die Unternehmen der Wiener Stadtwerke-Gruppe müssen sich in weiten Teilen in einem liberalisier-ten, gleichzeitig aber auch in einem regulierten Umfeld behaupten. Während beispielsweise die Ab-satzmärkte der WIEN ENERGIE GmbH sowie ihrer Tochter WIEN ENERGIE Vertrieb GmbH & Co KG vollständig dem Wettbewerb unterliegen, erfolgt die Tariffestlegung für die Strom- und Gasnetze der Wiener Netze durch den staatlichen Regulator Energie-Control Austria (ECA).

ENERGIE

Als größter regionaler Energieanbieter Österreichs versorgt Wien Energie etwa zwei Millionen Men-schen und Tausende Gewerbebetriebe in und um Wien mit Strom, Erdgas, Wärme, Kälte und innovativen Energiedienstleistungen. Strom und Wärme erzeugt Wien Energie aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonnen-, Wind- und Wasserkraft sowie Biomasse in Abfallverwertungs- und in Kraft-Wärme- Kopplungsanlagen (KWK). Darüber hinaus ist Wien Energie auch im Telekommunikations- und Elektromobilitätsbereich tätig und erbringt weitere Energie- und Infrastruktur-Dienstleistungen. Wien Energie steht zu 100 % im Eigentum der WIENER STADTWERKE GmbH. Mit Innovation und Forschung gestalten die Wiener Stadtwerke die nachhaltige Energiezukunft aktiv mit. Mit dem Erwerb des Unternehmens ImWind gelang Wien Energie ein Meilenstein in der Geschäftshistorie. Durch die immense Erweiterung des regenerativen Portfolios wird die Abhängigkeit von Gas weiter zurückgedrängt.

NETZE

Die WIENER NETZE GmbH ist Österreichs größter Kombinetzbetreiber. Die Netze verbinden über zwei Millionen Menschen in Wien, Teilen von Niederösterreich und des Burgenlandes und versorgen sie mit Wärme, Licht und Energie.

Die Wiener Netze verantworten die Netzstrategie und -planung und bauen, erweitern und betreiben Wiens Netze. Sie sind für Zähler und Daten verantwortlich, kümmern sich um ein integriertes Sicherheitsmanagement und organisierten den Umstieg auf Smart Metering. Als Unternehmen bieten die Wiener Netze vielfältige Netzdienstleistungen an – unter anderem zu Schaltanlagen und Transformatoren oder

Sicherheitsprüfungen von Gasanlagen. Wenn Strom, Gas oder Fernwärme trotzdem einmal ausfallen sollten, sind 24-Stunden-Teams sofort rund um die Uhr im Einsatz.

VERKEHR

Die Wiener Linien sind der führende Mobilitätsdienstleister in Wien und fungieren als direkter Ansprechpartner für die Stadt in Angelegenheiten des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Neben dem Betrieb von U-Bahn-, Straßenbahn- und Autobuslinien übernehmen sie alle Aufgaben des Verkehrs- Managements, wie Betriebszeiten- und Intervallplanung, Linien- und Haltestellenplanung für alle Verkehrsträger, Marketing und Vertrieb sowie die Betriebslenkung. Darüber hinaus sind sie für die Bereitstellung der erforderlichen Infrastruktur und der einzusetzenden Fahrzeuge verantwortlich sowie für die Instandhaltung aller Anlagen zuständig.

Mit diesen Kompetenzen wird ein integriertes Gesamtnetz für den öffentlichen Verkehr (ÖV) in Wien angeboten und dabei ein hohes Augenmerk auf die bestmögliche Effizienz und das Heben von Optimierungspotenzialen gelegt. Gleichzeitig soll den Fahrgästen unter Wahrung bzw. Ausbau der Qualität ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis geboten werden. Um die moderne und urbane Mobilität für die Kund*innen so einfach wie möglich zu gestalten, übernehmen die Wiener Linien weiterhin verstärkt Informations- und Koordinationsleistungen in vielfältigen Bereichen und sehen sich für die Planung sowie den ständigen Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes verantwortlich. Zukünftige Schwerpunkte liegen auf dem Bau des Linienkreuzes U2xU5, dem Betrieb von vollautomatischen U-Bahnen, dem Ausbau der Straßenbahninfrastruktur und der Dekarbonisierung der Busflotte.

Die Wiener Linien treiben die Mobilitätswende in der Stadt unermüdlich voran. Rund 1,3 Millionen Menschen im Großraum Wien sind bereits Öffi-Stammkund*innen. Es wird auch eine Mobilitäts-App (WienMobil) betrieben, wodurch den Kund*innen eine digitale „All-in-One“ Mobilitäts-Anwendung für den innerstädtischen öffentlichen Verkehr geboten wird. Zusätzlich schreitet die Umsetzung der WienMobil Stationen kontinuierlich voran. Die Mobilitätsstationen umfassen neben verschiedenen Sharing-Angeboten (z.B. E-Car, E-Bike, Lastenfahrrad) auch Fahrradabstellboxen und E-Ladesäulen bei Stationen/Haltestellen der Wiener Linien.

Die WIENER LOKALBAHNEN GmbH (WLB) ist Betreiber der Badner Bahn zwischen Wien Oper und Baden Josefsplatz. Diese Bahnstrecke ist eine wichtige Pendlerverbindung im südlichen Umland Wiens. Die Badner Bahn ist in den Verkehrsverbund Ostregion (VOR) integriert. Darüber hinaus bietet der Konzernbereich Wiener Lokalbahnen über die Tochtergesellschaft Wiener Lokalbahnen Verkehrsdienste GmbH (WLV) Fahrtendienste und private Reisen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität an. Dies umfasst neben Schüler*innen- und Regelfahrten im Auftrag der öffentlichen Hand auch Freizeitfahrten, die durch die Kund*innen selbst beauftragt werden. Des Weiteren betreibt die WLV im Auftrag der Wiener Linien Rufbus-Linien und Buslinien und entwickelt ihr Angebot kontinuierlich weiter. Um die Geschäftsfelder kontinuierlich zu erweitern und Potenziale auszuschöpfen, bieten die WLV mit ihren Kleinbussen und speziellen vollelektrischen Lieferfahrzeugen ebenfalls Liefer- und Botenfahrten an. In den vergangenen

Jahren wurde das bisherige Kerngeschäftsfeld der Fahrtendienste um Lieferdienste und On-Demand- Personenbeförderungen erweitert und Synergien innerhalb des Wiener Stadtwerke Konzerns genutzt.

BESTATTUNG UND FRIEDHÖFE

Die BESTATTUNG WIEN GmbH ist das größte Bestattungsunternehmen Österreichs und auch Euro-pas. Das Traditionsunternehmen hat seit Bestehen mehr als zwei Millionen Beerdigungen – von Trau-erfeiern im engsten Familienkreis bis hin zu großen Staatsbegräbnissen – und weltweite Überführun-gen organisiert. Die Bestattung Wien betreibt in Wien 23 Kundenservicestellen. Die speziell geschulten Mitarbeiter*innen beraten eingehend und organisieren abhängig von den Wünschen der Hinterbliebenen individuelle, würdige Trauerfeiern. Das Leistungsspektrum der Bestattung Wien reicht von der Abholung der Verstorbenen, über die umfassende Organisation der Beerdigung, das Abhalten der Trauerfeier bis hin zur Bestattungsvorsorgeberatung. Auch spezielle Angebote wie Naturbestattungen, Diamantbestattungen, historische Trauerkutschen, Totenmasken, Kirchenaufbahrungen und Seebestattungen werden angeboten.

Die Geschäftstätigkeit der FRIEDHÖFE WIEN GmbH umfasst die vier Bereiche Friedhöfe, Friedhofsgärtnerei, die Steinmetzwerkstätte am Wiener Zentralfriedhof sowie das Krematorium am Friedhof Feuerhalle Simmering. Im Bereich Friedhöfe werden Grabnutzungsrechte für Grabstellen verschiedener Art angeboten (Sarg- und Urnengrabstellen). Um dem Trend der Urnenbeisetzung sowie der naturnahen Bestattung folgen zu können, werden zusätzlich verschiedene Gemeinschaftsgrabanlagen angeboten (Baum-, Rasen-, Strauch-, Urnengarten, Waldgräber, Familien- und Freundschaftsbäume, Regenwasserurnen, Wiener Naturgrab) sowie Urnengräber für gemeinsame Mensch-Tier-Beisetzungen. Im Bereich Friedhofsgärtnerei werden Grabpflegen und Grabschmückungen durchgeführt sowie Floristikprodukte (Trauer- und Anlassfloristik) angeboten. Der Bereich Steinmetzwerkstätte bietet umfangreiche Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Errichtung und Erhaltung von Grabanlagen an. Das Krematorium führt Kremationen im Auftrag von Bestattungsunternehmen, Krankenhäusern und im Rahmen von Körperspendeprogrammen durch.

IMMOBILIENBETREUUNG

Mit über 800 betreuten Immobilien auf 1,8 Millionen qm gehört immOH! zu den größten Facility Dienstleisterinnen in Österreich. Das Unternehmen deckt den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie ab: Von der Errichtung bis hin zu technischen und infrastrukturellen Instandhaltungen. Als Full Service- Dienstleisterin arbeiten immOH! Energie und Gebäudemanagement und HC immOH! Infrastruktur Services eng zusammen, um Immobilien in höchstem Glanz erstrahlen zu lassen.

GARAGEN

Gegenstand der WIPARK Garagen GmbH ist der Betrieb und das Management von Garagen und Kraftfahrzeugabstellplätzen jeder Art sowie die Planung und Durchführung von Bauprojekten, welche die Parkraumbewirtschaftung oder die Errichtung und den Betrieb von Parkgaragen betreffen. Die Wipark unterhält neben den Garagenstandorten keine weiteren Zweigniederlassungen.

2. Gruppenstrategie

Der Wiener Stadtwerke Konzern ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für die Metropolregion Wien und ein attraktiver Arbeitgeber für rund 19.000 Mitarbeiter*innen. Mit einem neu eingeführten Gruppenstrategieprozess verfügt die Wiener Stadtwerke-Gruppe erstmals über einen einheitlichen strategischen Steuerungs- und Kommunikationsrahmen für die Konzernunternehmen Wiener Netze, Wien Energie, Wiener Linien, WLB, WLV, Wipark, Bestattung und Friedhöfe, sowie außerdem die WienIT, GWSG, und immOH!.

Die WSTW-Gruppe agiert in einem Umfeld, das von zunehmender Regulierung, hohem Wettbewerb, demografischem Wandel, ambitionierten Klimaschutzzielen, steigenden Anforderungen an Sicherheit und Krisenresilienz, intensiv voranschreitender Digitalisierung und Innovation, Fachkräftemangel sowie dem Erfordernis finanzieller Stabilität bei gleichzeitig hohem Investitionsbedarf geprägt ist. Um unter diesen Rahmenbedingungen eine einheitliche Ausrichtung sicherzustellen, steuert die WIENER STADTWERKE GmbH die Konzernunternehmen anhand abgestimmter strategischer Vorgaben und Kennzahlen. Hierfür wurde 2024 ein gruppenweit einheitlicher, wiederkehrender Gruppenstrategieprozess konzipiert. Dieser wurde 2025 erstmalig durchgeführt und wird 2026 weiter geschärft.

Im Rahmen des Gruppenstrategieprozesses wird die strategische Ausrichtung der WSTW-Gruppe entlang von vier klar definierten Dimensionen – Kund*innen und Märkte, Prozesse, Mitarbeiter*innen und Finanzen – sowie insgesamt zehn strategischen Handlungsfeldern festgelegt. In der Dimension Kund*innen und Märkte stehen das Stärken des Kerngeschäfts, die Erschließung neuer bzw. angrenzender Geschäftsfelder sowie die Verbesserung der Kund*innen-Erfahrung und -bindung im Fokus. Die Dimension Prozesse umfasst Digitalisierung und moderne IT-Infrastruktur, Sicherheit und Resilienz, Innovationen sowie die Etablierung von Nachhaltigkeit. In der Dimension Mitarbeiter*innen liegen der Gewinn, die Entwicklung und die Bindung der besten Talente im Zentrum. Die Dimension Finanzen richtet den Blick auf die Optimierung der Profitabilität und die Sicherstellung der Liquidität. Die Dimensionen und Handlungsfelder bilden die Struktur, entlang derer strategische Ziele (inkl. -Kennzahlen) und prioritäre strategische Initiativen aller Konzernunternehmen definiert werden.

Die in den strategischen Handlungsfeldern verankerten Ziele richten die Wiener Stadtwerke auf die Erreichung der im Jahr 2024 neu erarbeiteten Vision und Mission aus. Die Vision ist es, dass „Wir als Wiener Stadtwerke-Gruppe im Jahr 2040 internationales Vorbild der Klimaneutralität sind“ und die Mission lautet: „Wir versorgen die Metropolregion Wien mit innovativen, leistbaren und sicheren Lösungen für die nachhaltige Mobilitäts- und Energiewende. Wir verschreiben uns der bestmöglichen Lebensqualität der Menschen und der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Wien.“ Vor diesem Hintergrund konzentrieren sich die strategischen Ziele insbesondere auf die Transformation des Erzeugungs- und Wärmeportfolios hin zu erneuerbaren Energien und dekarbonisierter Raumwärme sowie auf den bedarfsgerechten Ausbau von Netzen und Ladeinfrastruktur bei gleichzeitig hoher Versorgungssicherheit. Darüber hinaus sollen der öffentliche Verkehr durch Netz- und Angebotserweiterungen sowie Infrastrukturerneuerungen gestärkt und

Servicequalität, Kund*innenzufriedenheit und Effizienz durch digitale und innovative Angebote erhöht werden. Ergänzend adressieren die Ziele den Aufbau und die Bindung kritischer Kompetenzen in der Belegschaft sowie die Sicherung einer soliden Ertrags- und Finanzkraft, um die erforderlichen Transformations- und Ausbauinvestitionen nachhaltig finanzieren zu können.

Über den Gruppenstrategieprozess als wiederkehrenden gruppenweiten Steuerungszyklus werden diese strategischen Ziele, Kennzahlen und prioritären strategischen Initiativen systematisch in Investitionsentscheidungen sowie in das laufende Monitoring integriert und bilden zugleich eine zentrale Grundlage für weitere Managementprozesse. Die Gruppenstrategie wird mit einem Zeithorizont von zehn Jahren erarbeitet und in einem Fünfjahresrhythmus grundlegend überprüft und fortgeschrieben. Aktuell liegt der Fokus auf dem Zeithorizont bis 2035; die nächste umfassende Überarbeitung erfolgt 2030 mit einem Planungshorizont bis 2040. In den Zwischenjahren erfolgen regelmäßige Reviews, um auf geänderte Rahmenbedingungen reagieren und die strategische Ausrichtung bei Bedarf gezielt anpassen zu können.

Der Gruppenstrategieprozess der Wiener Stadtwerke-Gruppe und die Gruppenstrategie 2035 bilden gemeinsam eine tragfähige Grundlage und den Kompass zur Erreichung der Vision 2040.

3. Entwicklung des Umfelds

Konjunkturelles Umfeld

Die österreichische Konjunktur befindet sich in einem schrittweisen Erholungsprozess, der jedoch deutlich verhaltener ausfällt als in früheren Phasen. Für das Jahr 2025 erwartet die OECD ein moderates Wirtschaftswachstum von 0,3 %, das von der Inlandsnachfrage getragen wird. Im kommenden Jahr soll die Konjunktur mit einem BIP-Wachstum von 0,9 % etwas an Fahrt gewinnen. Laut OECD sind hierfür ein Anstieg des privaten Konsums, höhere Investitionen und eine leichte Exportbelebung verantwortlich. Die rückläufige Inflation unterstützt den privaten Konsum, während gesunkene Zinsen und ein erhöhter Kapitalersatzbedarf die Investitionen anregen dürften.

Strukturelle Herausforderungen – wie der zunehmende Protektionismus, der Verlust an preislicher Wettbewerbsfähigkeit, die gestiegene chinesische Konkurrenz und die Schwäche der deutschen Industrie – schaffen jedoch ein ungünstiges Umfeld für die österreichische Exportwirtschaft. Außerdem dürfte der Welthandel an Schwung verlieren, wodurch sich die Wahrscheinlichkeit einer kräftigen Exporterholung weiter verringert.1

Österreichs Wirtschaft kehrt nach einer zweijährigen Rezession auf einen moderaten Wachstumspfad zurück. Im Jahr 2025 wird die heimische Wirtschaftsleistung um +0,5 % steigen (WIFO, IHS).

¹ 1 https://www.wko.at/oe/news/konjunkturradar-2025-12.pdf – Abruf am 22.01.2026

Zur konjunkturellen Aufhellung trugen steigende Ausrüstungsinvestitionen, eine leichte Ausweitung des privaten Konsums sowie eine starke Expansion des öffentlichen Konsums bei. Demgegenüber wirkten die Exporte weiterhin bremsend.

Laut den Instituten soll die Erholung im Jahr 2026 etwas an Fahrt gewinnen (WIFO: +1,2 %, IHS: +1,0 %). Günstigere Kreditfinanzierungsbedingungen, ein wachsender Investitionsersatzbedarf und verbesserte Konjunkturaussichten der Industrie dürften die Investitionstätigkeit ankurbeln. Die erwartete Exportbelebung sowie die Industrieentwicklung bleiben jedoch anfällig für Rückschläge.

Beide Institute betonen, dass die wirtschaftliche Erholung schwächer ausfällt als in früheren Aufschwungphasen. Dies ist auf den Verlust an internationaler Wettbewerbsfähigkeit und den gestiegenen Protektionismus im Welthandel zurückzuführen.

Die Inflation wird zu Jahresbeginn 2026 durch den Wegfall des Basiseffekts aus dem Energiepreisanstieg des Vorjahres um bis zu einem Prozentpunkt zurückgehen. Dennoch wird sie auch im Jahr 2026 über dem EZB-Ziel sowie dem Durchschnitt des Euroraums liegen (WIFO: 2,6 %, IHS: 2,5 %).2

2025 wird voraussichtlich das dritte Jahr in Folge mit rückläufigen Warenexporten sein. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres sind die Warenausfuhren insgesamt um 2,2 % gesunken. Besonders stark fielen die Rückgänge bei Straßenfahrzeugen (-9 %) sowie bei medizinischen und pharmazeutischen Erzeugnissen (-16 %) aus. Aufgrund der protektionistischen US-Handelspolitik sanken die Warenausfuhren in die USA in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 um 22,2 % und jene nach China um 9,8 %. Auch die Exporte nach Deutschland leiden unter den indirekten Auswirkungen der schwachen Nachfrage auf Drittmärkten.3

Das anhaltend niedrige Wirtschaftswachstum führte im Jahr 2025 zu einem merklichen Anstieg der Arbeitslosigkeit: Die Arbeitslosenquote gemäß AMS stieg um 0,5 Prozentpunkte auf 7,5 %. Der leichte Aufschwung der österreichischen Wirtschaft im Jahr 2026 reicht nicht aus, um die Arbeitslosigkeit zu senken. Erst 2027 und 2028 wird es zu einem leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit auf 7,3 % kommen. Die Gesamtbeschäftigung in Personen stagniert 2025 und wächst im Prognosezeitraum um durchschnittlich 0,5 % pro Jahr. Die Zahl der gesamten geleisteten Arbeitsstunden nimmt bereits im heurigen Jahr wieder zu und entwickelt sich für die Jahre 2026 bis 2028 ähnlich wie die Beschäftigung in Personen.4

Die Inflation in Osterreich hält sich hartnäckig. Im ablaufenden Jahr lag die Inflationsrate zum Jahresende bei der 4-Prozent-Marke. Im Jahresschnitt 2025 belief sich der Preisauftrieb auf 3,6 %, wobei die Preise in der Breite angestiegen sind. Zum einen sind fiskalpolitische Ausgleichsmaßnahmen (Stromkostenbremse und dergleichen) zu Jahresbeginn ausgelaufen, was die Inflationsrate erhöhte. Zum anderen haben die Lebensmittelpreise kräftig zugelegt und der Preisauftrieb bei den lohnkostenintensiven Dienstleistungen hat kaum nachgelassen. Mit dem Wegfall der Effekte aufgrund ausgelaufener fiskalpolitischer Ausgleichsmaßnahmen aus dem Vorjahr wird zu Jahresbeginn 2026 die Inflation merklich zurückgehen.

² https://www.wko.at/oe/news/konjunkturprognose-wifo-ihs-4-2025.pdf – Abruf am 22.01.2026

3 https://www.wko at/oe/news/konjunkturradar-2025-12.pdf – Abruf am 22.01.2026

4 https://www.oenb.at/Geldpolitik/Konjunktur/wirtschaftsprognosen-fuer-oesterreich.html - Gesamtwirtschaftliche Prognose für

Osterreich 2025 bis 2028 vom Dezember 2025 (PDF) - Abruf am 22.01.2026

Zudem sollten von den Lohnstückkosten wegen moderater Kollektivvertragsabschlüsse weniger preistreibende Effekte ausgehen. Dem steht ein von der Erhöhung von Gebühren und Verbrauchssteuern, etwa auf Tabak, ausgehender Inflationsdruck gegenüber. Alles in allem erwartet das IHS für den Jahresdurchschnitt 2026 eine Inflationsrate von 2,5 %. Im Jahresschnitt 2027 sollte die Inflation auf 1,9 % fallen.5

Im Euro-Raum ist die Konjunktur moderat aufwärtsgerichtet. Die europäische Exportwirtschaft leidet darunter, dass die chinesische Regierung zunehmend auf die Förderung von Hochtechnologie setzt, und so der Wettbewerb auf dem Weltmarkt zunimmt, während Erzeugnisse aus dem Euro-Raum in China immer weniger Absatz finden. Darüber hinaus werden Europas Exporte zunehmend von den Zollerhöhungen belastet.

Die Inflation verlangsamte sich im Jahresverlauf 2025 deutlich und liegt seit dem Frühjahr nahe bei 2 %. Die EZB senkte ihren Leitzinssatz (Einlagensatz) daher in mehreren Schritten auf 2 %. Die Fiskalpolitik im Euro-Raum ist insgesamt in etwa neutral. Die EZB dürfte die Zinssätze auf absehbare Zeit nicht weiter senken.6

Die derzeit unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die ambitionierten Klima- und Energieziele stellen die Wiener Stadtwerke vor große Herausforderungen. Diesen kann das Unternehmen durch konsequentes Arbeiten an neuen innovativen Dienstleistungen und Produkten, die bestmögliche Betreuung bestehender Kund*innen und durch permanente Effizienzsteigerung erfolgreich begegnen.

Rechtliches Umfeld

Rechtliche Rahmenbedingungen

Die Abteilung Recht und Vergabeangelegenheiten koordiniert ein gruppenübergreifendes Netzwerk für rechtliche Angelegenheiten. Es stellt die Einhaltung der hohen rechtlichen Standards des Unternehmensverbunds sicher.

Um den sich laufend verändernden Rahmenbedingungen erfolgreich begegnen zu können, werden von den jeweiligen Rechtsabteilungen regelmäßig Evaluierungen und Stellungnahmen zu Gesetzes- und Verordnungsentwürfen, Rechtsgutachten bzw. rechtlichen Fragen mit dem Bezug auf die Wiener Stadtwerke durchgeführt. Die Mitarbeiter*innen der Rechtsabteilung stellen ihr Wissen den anderen Abteilungen in den einzelnen Unternehmensbereichen beratend zur Verfügung, um sie bei der Umsetzung ihrer Aufgaben zu unterstützen.

5 https://www.ihs. ac.at/de/datencenter/konjunkturprognose/ , Allmähliche Erholung der Investitionstätigkeit (PDF) – Abruf am 22.01.2026

6 https://www.wifo ac.at/publikationen/wifo-konjunkturprognose/ - Osterreichs Wirtschaft sieht Licht am Ende des Tunnels - Abruf am

22.01.2026

Neben dem üblichen Geschäftsbetrieb hat man sich im Geschäftsjahr 2025 intensiv mit der Implementierung und Umsetzung der Regelungen des Wiener Public Corporate Governance Kodex in der Corporate Governance der Wiener Stadtwerke-Gruppe beschäftigt.

Datenschutz

Datenschutz ist für die Wiener Stadtwerke ein wichtiges Thema. Die Konzernrichtlinie betreffend die Datenschutzorganisation legt die Grundsätze für die Verarbeitung personenbezogener Daten in der Gruppe fest. Die Datenverarbeitung wird durch einen Prozess für konzernrelevante Data Breach-Fälle ergänzt. Datenschutzrelevante Themen, die mehrere Konzernunternehmen betreffen, werden in regelmäßigen Abständen zwischen den Datenschutzverantwortlichen der Konzernunternehmen abgestimmt. Neue IT- Systeme werden vor ihrer Einführung datenschutzrechtlich geprüft. Einmal jährlich wird eine für alle Mitarbeiter*innen verpflichtende Datenschutz-Schulung durchgeführt.

Die Löschkonzepte für konzernweite Applikationen werden weiterhin laufend in der Gruppe abgestimmt und implementiert. Es wurden das konzernweite Statement zum Thema Generative KI vertieft, entsprechende Use Cases erstellt sowie die Anforderungen aus dem AI-Act evaluiert. Für die künftige Einführung neuer Applikationen wurde ein einheitlich strukturierter Prozess aufgesetzt.

4. Mitarbeiter*innen

Rund 336 Mitarbeiter*innen der Wiener Stadtwerke GmbH leisten einen wesentlichen Beitrag zur Absicherung der hohen Lebensqualität in Wien.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 11
IstIstAbw. zu VJ
durchschnittlicher Personalstand (Ø FTE)20242025+/-+/- %
ArbeiterInnen0,10,0-0,1-100,0%
Angestellte285,4351,566,123,1%
Gesamt285,5351,566,023,1%
davon abgeordnet16,016,00,00,0%
Summe Aktive Konzernleitung269,5335,566,024,5%
Lehrlinge8,513,24,754,9%

Rundungsdifferenzen nicht ausgeglichen

Stabile Lehre

Mit September 2025 wurden 239 neue Lehrlinge in der Wiener Stadtwerke-Gruppe aufgenommen. Mit einem Plus von 6 % gegenüber dem Vorjahr ist das ein starkes Zeichen für die zukunftsorientierte Ausbildung bei den Wiener Stadtwerken. Die jungen Talente werden in 20 Lehrberufen ausgebildet, darunter Elektrotechnik, Gleisbautechnik und Maschinenbautechnik und der neue Lehrberuf Fernwärmetechnik. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 befinden sich 720 Lehrlinge in Ausbildung.

In allen Lehrberufen besteht die Möglichkeit, die Lehre mit der Matura zu verbinden. In der Regel bleiben Personen, die ihre Lehre bei den Wiener Stadtwerken abgeschlossen haben, im Unternehmen, was die Übernahmequote von 80 % verdeutlicht. Der Frauenanteil in technischen und handwerklichen Berufen konnte bis 2025 auf 30 % gesteigert werden. Damit nimmt die Wiener Stadtwerke-Gruppe eine Vorreiterrolle ein und setzt weiterhin auf die Begeisterung von Frauen für technische Berufe.

Das zentrale Lehrlingsmanagement ist für die konzernweite Koordination und Weiterentwicklung der Lehrlingsausbildung zuständig. Um dem Fachkräftemangel und den Herausforderungen der Klimakrise erfolgreich zu begegnen, wird das Lehrangebot innerhalb der Wiener Stadtwerke-Gruppe laufend angepasst und überarbeitet. Das bedeutet auch, den Ausbilder*innen die dafür notwendigen Weiterbildungen zu ermöglichen, um die Lehrausbildung auf höchstem Niveau zu halten.

Personalentwicklung

Die Abteilung Talentmanagement umfasst vier Bereiche: Employer Branding, People Development & Processes, Learning & Talent Hub und das Career Center. Sie orientiert sich an der Vision und Mission 2040 der Wiener Stadtwerke-Gruppe, integriert die WSTW-Führungsleistung und entwickelt evidenzbasiert mit den HR-Abteilungen aller Konzernunternehmen und relevanten Stakeholder*innen wirksame und inklusive Rahmen und Maßnahmen, um (potenzielle) Mitarbeiter*innen als Employer of Choice

anzusprechen, in der Wiener Stadtwerke-Gruppe zu entwickeln und die Mitarbeiter*innen-Bindung zu stärken. Die übergreifenden Verantwortungsbereiche tragen allesamt nachhaltig zur Gruppenwerdung und langfristigen Fachkräftesicherung bei.

Die Leistungen umfassen unter anderem Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität, gruppenweite Personalmarketingmaßnahmen, Personalentwicklungsinstrumente für Führungskräfte und Mitarbeiter*innen, Etablierung einer Lernkultur- und Feedbackkultur, Rahmen und Prozesse entlang der Employee Experience (wie z.B. Onboarding-Mindeststandards, Performance Management und Exit- Gespräche). Das neue Career Center bietet Karriereberatung rund um unternehmensübergreifende Karrierewege und fördert die interne Jobmobilität. Zusätzlich leisten Employee Listening Instrumente wie die Mitarbeiter*innenbefragung oder 360 Grad Feedbacks einen wesentlichen Beitrag zur individuellen und organisationalen Entwicklung. Das in die Abteilung integrierte Qualitätsmanagement für Employer Branding, Recruiting & Learning ermöglicht evidenzbasierte Weiterentwicklung des Portfolios.

Recruiting

Die Abteilung zentrales Recruiting der Wiener Stadtwerke-Gruppe beschäftigt sich damit qualifizierte Mitarbeiter*innen zu finden und für die einzelnen Konzernunternehmen zu gewinnen. Das zentrale Recruiting ist zielgruppenorientiert aufgestellt und in die Bereiche IT, sowie kaufmännisches und technisches Recruiting strukturiert. Eigene Mitarbeiter*innen mit Schwerpunkt im Active Sourcing unterstützen dabei passende Kandidat*innen aktiv anzusprechen und für ausgewählte Positionen zu begeistern.

Der Fokus liegt auf der Sicherstellung einer effizienten, transparenten und zukunftsorientierten Recruiting- Strategie für alle Konzernunternehmen. Definierte Kennzahlen ermöglichen eine Optimierung der Personalgewinnung über alle Konzernunternehmen hinweg. Zur Unterstützung eines innovativen Recruiting-Prozesses wird die bestehende IT-Systemlandschaft laufend evaluiert. Wichtige Stakeholder*innen im End-to-End Prozess sind neben den Bedarfsträger*innen auch die jeweilige Personalabteilung.

Gesundheit und Arbeitssicherheit

Die Gesundheit und der Schutz der Mitarbeiter*innen haben für die Wiener Stadtwerke höchste Priorität. Die Maßnahmen in diesen Bereichen gehen vielfach über gesetzliche Anforderungen hinaus und unterstreichen die Verantwortung der Unternehmensgruppe gegenüber seinen Beschäftigten.

Gesundheit und Arbeitssicherheit sind strategisch relevant und sowohl in der übergreifenden Governance als auch in den Funktionalstrategien des Chief Climate Office und des Chief Human Resource Office verankert. Die gruppenweite strukturelle Umsetzung erfolgt über die Arbeitskreise „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ sowie „Arbeitssicherheit“ mit Vertreter*innen aller Tochterunternehmen. Ergänzend sorgt ein gruppenweiter Arbeits- und Gesundheitsschutzbeirat mit definierten

Ansprechpersonen für die strukturelle Verankerung und die Erreichung der gesetzten Ziele, um v.a. das Sicherheitsbewusstsein auf allen Ebenen zu fördern.

Die Wiener Stadtwerke-Gruppe ist überzeugt: Gesunde, arbeitsfähige und gut geschützte Mitarbeiter*innen tragen wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg bei. Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) verfolgt das Ziel, eine resiliente Organisation zu fördern und Gesundheit als Führungs- und Kulturthema zu etablieren. Dazu gehören strukturierte Vernetzung, Wissenstransfer sowie die Identifikation von Synergien mit gesundheitsrelevanten Zukunftsthemen, um passgenaue Initiativen umzusetzen. Das BGM konzentriert sich dabei auf die Förderung und den Erhalt der Arbeitsfähigkeit, die Reduzierung krankheitsbedingter Ausfälle und Arbeitsunfälle, die Stärkung der Gesundheitskompetenz sowie die Wiedereingliederung langzeiterkrankter Mitarbeiter*innen.

Die operative Umsetzung der zentralen BGM-Säulen – Vorsorge, Fürsorge und Nachsorge – liegt bei den einzelnen Konzernunternehmen, um spezifische Anforderungen bestmöglich zu berücksichtigen. Die Konzernleitung unterstützt durch gemeinsame Standards und deren Einhaltung.

Die Wiener Stadtwerke-Gruppe bietet allen Mitarbeiter*innen und deren Angehörigen anonyme und kostenlose psychologische Unterstützung in schwierigen Arbeits- und Lebenssituationen. Die externe Beratungsstelle bei Health Consult ist unkompliziert per Telefon erreichbar. Intern stehen Betriebsärzt*innen, Arbeitsmediziner*innen sowie Arbeitspsycholog*innen für Beratung zur Verfügung.

Zukünftig soll das Ziel darin bestehen, Gesundheit und Arbeitssicherheit noch stärker als festen Bestandteil der unternehmerischen und sozialen Verantwortung der Wiener Stadtwerke-Gruppe zu verankern und diese Themen strukturell sowie prozessual in der Organisation weiter auszubauen.

Barrierefreiheit, Vielfalt und Gleichstellung

Barrierefreiheit, Vielfalt und Gleichstellung sind in der Wiener Stadtwerke-Gruppe von strategischer Relevanz und sowohl in der übergreifenden Governance als auch in der bereichsspezifischen Funktionalstrategie verankert. Fachlich verantwortet werden die Themen in den strategischen Kompetenzfeldern Barrierefreiheit und Menschen mit Behinderungen sowie Vielfalt und Gleichstellung in der Strategieabteilung im Chief Climate Office. Die strukturelle, gruppenweite Verankerung wird über die jeweiligen Arbeitskreise mit Vertreter*innen aller Konzernunternehmen als Barrierefreiheitsbeauftragte bzw. Beauftragte für Vielfalt & Gleichstellung sichergestellt.

Barrierefreiheit, Vielfalt und Gleichstellung werden integriert bearbeitet. Es wird kontinuierlich daran gearbeitet, Vielfalt in all ihren Facetten zu stärken und sowohl die Arbeitsbedingungen als auch die Produkte und Dienstleistungen der Wiener Stadtwerke-Gruppe barrierefrei zu gestalten. Der Anspruch der Wiener Stadtwerke als größte Infrastrukturdienstleisterin im Raum Wien ist es, im Sinne einer konsequenten Kund*innen-Orientierung, zu jeder Lebenslage die passenden Produkte und Dienstleistungen diskriminierungsfrei und barrierefrei anzubieten. Dieser Anspruch wird auch nach innen verfolgt.

Mit einer klaren Null Toleranz-Haltung zu sexueller Belästigung, Mobbing und Diskriminierungen in all ihren Formen und einer entsprechenden Unterstützungsarchitektur für Betroffene wird ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld als Grundlage für gelebte Vielfalt und Gleichstellung gefördert. Im Bereich der Personalentwicklung wird dies in diversen Trainings und Lehrgängen für Führungskräfte und Mitarbeiter*innen sowie auch in spezifischen Mentoring-Angeboten sichtbar. Auch im Lehrlingsmanagement der Wiener Stadtwerke werden gezielt Maßnahmen gesetzt. Ebenso wird ein verstärkter Fokus auf die Einstellung von Menschen mit Behinderungen gelegt – u.a. durch Kooperationen mit externen Organisationen und Einrichtungen und innovativen Trainings im Recruiting-Bereich.

Mit Blick in die Zukunft liegt das Ziel darin, die Themen Barrierefreiheit, Vielfalt und Gleichstellung weiter als Teil der unternehmerischen und sozialen Verantwortung der Wiener Stadtwerke-Gruppe zu etablieren und noch stärker strukturell und prozessual in der Organisation zu verankern.

5. Compliance

Die Wiener Stadtwerke-Gruppe trägt als DIE Infrastrukturdienstleisterin Wiens große Verantwortung für das am Laufen halten der Stadt. Nur wer moralisch einwandfrei und gesetzeskonform agiert, kann garantieren, dieser Verantwortung auch gerecht zu werden. Das ist mit ein Grund dafür, warum regel-konformes Handeln und Unternehmensethik einen so hohen Stellenwert für die Gruppe hat und für ihre tägliche Arbeit essenziell sind.

Aus diesem Grund haben die Wiener Stadtwerke ein gruppenweites Compliance-Management-System (CMS) eingerichtet, welches vom Compliance Officer der WIENER STADTWERKE GmbH gemeinsam mit den Compliance Officers in den Tochterunternehmen in regelmäßigen Abständen weiterentwickelt bzw. verbessert wird. Das CMS wird auch hinsichtlich der Wirksamkeit regelmäßig einer unabhängigen Prüfung unterzogen. Geschäftsführung und Aufsichtsrat erhalten eine regelmäßige Berichterstattung und bei Bedarf wird ad-hoc informiert. Zur Aufdeckung von Compliance-Verstößen existiert neben anderen Meldekanälen ein gruppenweites Hinweisgeber*innensystem, welches den gesetzlichen Anforderungen zur Wahrung von Anonymität und Datenschutz entspricht und von den Mitarbeiter*innen, Kund*innen und Lieferant*innen genutzt wird. Im Geschäftsjahr 2025 wurde eine gruppenweit einheitliche, digitalisierte Risikoanalyse durchgeführt und aus den identifizierten Risiken Maßnahmen zur Risikoreduzierung abgeleitet. Weiters erhielten die Mitarbeiter*innen unternehmensübergreifend Präsenz- und Onlineschulungen. An der Weiterentwicklung des CMS wurde auch im Geschäftsjahr 2025 aktiv gearbeitet. Die Einhaltung aller für die Gruppe maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften wird von der Compliance Organisation in Zusammenarbeit mit weiteren maßgeblichen Abteilungen überwacht und auch im Rahmen von risikoorientierten Compliance Checks kontrolliert.

6. Forschung und Innovation

Zukunftsfähigkeit

Die Wiener Stadtwerke-Gruppe trägt wesentlich zur hohen Lebensqualität in Wien und darüber hinaus bei. Mit ihren Tochterunternehmen sorgt sie durch wichtige und innovative Projekte sowie hohe Investitionen dafür, dass das Leben in der Metropolregion funktioniert – auch für künftige Generationen. Die Innovationsund Forschungstätigkeiten wurden 2025 konsequent vorangetrieben. Unterschiedlichste Projekte in der gesamten Gruppe wurden initiiert und umgesetzt – von kleinen Alltagslösungen über neue Produkte und Services bis hin zu großen Technologieprojekten.

Synergienutzung

Damit in einem großen Unternehmensverbund wie den Wiener Stadtwerken Synergien optimal genutzt und Redundanzen vermieden werden, wurden vor wenigen Jahren die sogenannten Competence Center geschaffen. Sie bündeln zu bestimmten Themengebieten die Kräfte und das Wissen der Gruppe, bieten diese Expertise in Form von Wissen und konkreten Dienstleistungen für andere Konzernunternehmen an und entwickeln sie laufend weiter. Dabei wird bewusst intern Know-how aufgebaut und das Prinzip „intern first“ verfolgt. Im Jahr 2025 zählte die Gruppe bereits 20 Competence Center – vom Betrieblichen Mobilitätsmanagement über ein zentrales Fördermanagement, die Umsetzung von Proof of Concepts im Bereich Künstlicher Intelligenz bis hin zu Drohnen- und Robotiklösungen. Durch diese zentrale Wissensbündelung und Leistungserbringung entstand sowohl quantitativer als auch qualitativer Mehrwert.

Empowerment

Um Neues mutig und strukturiert zu erproben, braucht es oft einen Anschub. Diesen liefert der „Wiener Stadtwerke Zukunftsfonds“. Er fungiert als starkes konzerninternes (Teil-)Finanzierungsinstrument zur gezielten Unterstützung von Innovations-, Klimaschutz- und Start-up-Kooperationen. Im Fokus stehen die Erprobung neuer Ansätze und die Validierung von Ideen unter realen Bedingungen, damit eine spätere Skalierung durch die Fachbereiche möglich wird. Damit wird die Innovationskraft der gesamten Gruppe gestärkt und ein aktiver Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Stadt Wien geleistet. Im Jahr 2025 wurde der Zukunftsfonds mit insgesamt EUR 5 Mio. dotiert, wovon 19 Projekte eine Genehmigung für eine (Teil- )Finanzierung erhielten.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 15
Zukunftsfonds der Wiener Stadtwerke20242025+/-+/- %
Budget des Zukunftsfonds (Mio. EUR)4,05,0+1,0+25%

Anzahl genehmigter Projekte:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 15
Konsolidierte Unternehmen2519-6-24%
Nicht konsolidierte Unternehmen40-4-100%
Genehmigte Projekte WSTW-Gruppe2919-10-34,5%

Highlights

In der Aspern Smart City Research GmbH (ASCR) wird anwendungsorientierte Forschung zu Lösungen für die Energiezukunft im urbanen Raum betrieben. 2024 begann die neue Forschungsperiode, die bis 2028 läuft. Seither wurden zahlreiche Projekte initiiert und teilweise bereits abgeschlossen. Im Jahr 2025 kamen aus der Wiener Stadtwerke-Gruppe mehrere spannende Vorhaben in den Bereichen Smart Grids, Building Information Modelling, Energiemanagement und Internet of Things hinzu.

Im Climate Lab Wien fand im Mai 2025 im Rahmen des Start-up-Festivals ViennaUP der Smart City SuMMit 2025 unter dem Motto „Let’s Co-Create Circular Cities!“ statt. Die Wiener Stadtwerke waren erneut Partner des Events, das führende Köpfe aus Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtentwicklung zusammenbrachte, um innovative Lösungen für die Kreislaufwirtschaft in städtischen Räumen zu diskutieren.

Im November 2025 waren die Wiener Stadtwerke Hauptpartner des „New Technologies Summit“ am Flughafen Wien. Dort drehte sich alles um Künstliche Intelligenz, autonome Systeme, Virtual und Augmented Reality sowie Robotik. Monika Unterholzer, stv. Generaldirektorin der Wiener Stadtwerke, und Gerald Stöckl, Geschäftsführer der WienIT, gaben in einem Vortrag Einblicke, wie die Wiener Stadtwerke das KI-Potenzial nutzen. Weitere Beiträge an Marktständen und Workshops kamen von den gruppenweiten Competence Centern Smart Inspection, Internet of Things, Digi.Lab und Process Mining.

Wiener Stadtwerke, Asfinag, Flughafen Wien und ÖBB spielen als große, innovative Leit- und Infrastrukturbetriebe sowie Arbeitgeber*innen eine zentrale Rolle für die Ostregion und ganz Österreich. Um die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft proaktiv zu bewältigen, braucht es konsequente Innovationen und einen stärkeren wechselseitigen Austausch. Daher haben die vier Unternehmensverbunde 2025 vereinbart, in Sachen Innovation enger zusammenzuarbeiten und eine „Cross-Company-Kollaboration“ gestartet. Geplant sind Formate wie Community-Meetings, interdisziplinäre Workshops zu gemeinsamen Schwerpunktthemen und Lernreisen zu innovativen Standorten der jeweiligen Konzerne. Die Kooperation wird 2026 fortgesetzt.

41 Lehrlinge aus vier Konzernunternehmen nahmen 2025 am Hackathon teil. In Zweier- oder Dreierteams entwickelten sie App-Konzepte und setzten erste Prototypen um. Im Mittelpunkt standen Kreativität, Teamwork, digitale Skills sowie Zeit- und Projektmanagement. 20 Projekte wurden eingereicht. Den ersten Platz holte eine App, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz Gegenstände oder Räume analysiert und Vorschläge zur Verbesserung, Reparatur oder nachhaltigen Gestaltung liefert.

Das Wien Energie-Projekt „Hyoneer“ erreichte beim STADTWERKE AWARD 2025 in Mainz den 2. Platz. „Hyoneer“ ist eine europaweit einsetzbare Plattform, die Produktions- und Verbrauchsdaten entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette automatisiert erfasst, unveränderbar speichert und für Zertifikatsanträge aufbereitet. Damit wird die komplexe Nachweisführung für grünen Wasserstoff effizient, transparent und manipulationssicher gestaltet.

Ebenso erfolgreich startete 2025 der Tiefengeothermie-Test der Wien Energie in Aspern. Erstmals wurde heißes Wasser mit rund 100 °C aus 3.000 Metern Tiefe an die Oberfläche gepumpt. Das Wasser wird in Becken geleitet, um Temperatur, chemische Zusammensetzung und Fördermenge zu untersuchen. Mit den Erkenntnissen aus den Fördertests kann die Obertage-Anlage fertig geplant werden.

Die Wiener Linien feiern eine Wasserstoff-Premiere. Nach den neuen Batterie-Wasserstoff-Bussen für die Innenstadt nehmen ab Dezember weitere zehn emissionsfreie Busse in Döbling auf der Linie 39A ihren Betrieb auf. Die zwölf Meter langen Fahrzeuge der Firma CaetanoBus setzen beim Antrieb vollständig auf Wasserstoff und sind ein weiterer Schritt der Wiener Linien zur Erreichung der Klimaziele.

Das Thema additive Fertigung (3D-Druck) ist seit mehreren Jahren in der Wiener Stadtwerke-Gruppe verankert. Über die Jahre wurde viel Wissen aufgebaut, und zahlreiche Drucker produzieren bereits wichtige Bau- und Ersatzteile. 2025 wurde erstmals ein 3D-Metalldrucker im Kraftwerk Simmering in Betrieb genommen und damit die Fertigungsmöglichkeiten für anspruchsvolle Metallbauteile gruppenweit erweitert.

Die Wiener Netze und PORR läuteten den ersten Schritt in Richtung Dekarbonisierung ihres Störfalldienstes ein. In einem Pilotprojekt setzt der „CO₂-neutrale Bautrupp“ ausschließlich Geräte mit alternativen Antrieben ein, um Arbeiten im Strom-, Gas-, Fernwärme- und Datennetz des österreichweit größten Kombinetzbetreibers durchzuführen. Dazu zählen insbesondere ein Baggerlader und ein Mannschaftstransportfahrzeug, die mit erneuerbarem Wasserstoff angetrieben werden, sowie elektrische Kleingeräte wie Schneidgeräte und Rüttelplatten mit Akku-Lösungen.

7. Geschäftsverlauf

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 18
IstIstAbw. zu VJ
Gewinn- und Verlustrechnung in MEUR20242025+/-+/- %
Umsatzerlöse54,855,50,71,3%
Sonstige betriebliche Erträge1,70,7-1,1-60,5%
Personalaufwand-12,013,525,5212,0%
Abschreibungen-2,6-9,0-6,3-242,3%
Sonstige betriebliche Aufwendungen-58,3-68,2-10,0-17,1%
Betriebsergebnis-16,4-7,58,954,3%
Finanzergebnis245,4205,7-39,7-16,2%
Ergebnis vor Steuern (EBT)229,0198,2-30,8-13,5%
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag10,416,86,461,6%
Jahresfehlbetrag / -überschuss239,3214,9-24,4-10,2%
Bilanzgewinn239,3214,9-24,4-10,2%

Rundungsdifferenzen nicht ausgeglichen

Die Umsatzerlöse der Wiener Stadtwerke GmbH liegen etwas über dem Niveau des Vorjahres, was im Wesentlichen auf höhere Verrechnungen aus dem Konzerndienstleistungsvertrag zurückzuführen ist, während geringere Weiterverrechnungen von Aufwendungen Personalbeistellungen dem teilweise entgegenstehen. und geringere Erlöse aus

Die sonstigen betrieblichen Erträge liegen vor allem aufgrund geringerer Rückstellungsauflösungen unter dem Wert des Vorjahres.

Der Personalaufwand enthält neben den laufenden Bezügen der Mitarbeiter*innen auch die Veränderung der Pensionsrückstellungen. Durch die Übernahme der Pensionsverpflichtungen der Wiener Netze GmbH mit 31.12.2016 sind seit 2017 auch die Veränderungen der Pensionsrückstellungen sowie die laufenden Pensionsauszahlungen der Pensionist*innen der Wiener Netze GmbH enthalten. Der starke positive Effekt in dieser Position ist weitestgehend auf die Aufwendungen für Altersversorgung zurückzuführen (+34,1 MEUR aufgrund positiver Effekte iZm der Veränderung der Pensionsrückstellungen, wo v.a. die Entwicklung des Rechnungszinssatzes zu einem Ertrag aus Rückstellungsauflösung führt und damit die Gesamtposition des Personalaufwands ins Positive dreht). Die laufenden Löhne und Gehälter sowie der gesetzliche Sozialaufwand liegen 2025 aufgrund von Bezugsanpassungen und eines höheren Personalstandes hingegen auf höherem Niveau als im Vorjahr (-8,7 MEUR).

Der Anstieg der Abschreibungen resultiert im Wesentlichen aus einer außerplanmäßigen Abschreibung immaterieller Vermögensgegenstände (Software).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen höher als im Vorjahr, was im Wesentlichen auf höhere (zum Teil weiterverrechnete) Rechts- und Beratungsaufwendungen, EDV-Aufwendungen, Werbeaufwendungen sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit den Competence Centern (in konzernweiten und unternehmensübergreifenden Competence Centern werden Kompetenzen in den

Supportbereichen gebündelt und in Folge dem gesamten Konzern zur Verfügung gestellt) zurückzuführen ist.

Aus den oben erwähnten Effekten, vor allem iZm den Aufwendungen für Altersversorgung, ergibt sich ein gegenüber dem Vorjahr verbessertes Betriebsergebnis.

Das Finanzergebnis liegt hingegen unter dem Niveau des Jahres 2024, was vor allem auf die geringeren Dividenden der Verbund AG (-54,7 MEUR) und der EVN AG (-12,3 MEUR) sowie auf den Entfall der 2024 enthaltenen Ausschüttung der ASCR Aspern Smart City Research GmbH & Co KG (-2,5 MEUR) zurückzuführen ist. Negativ wirken weiters geringere Zinserträge aus Cashpooling aufgrund der geringeren Forderung aus Cashpooling (-5,1 MEUR) und der höhere Zinsaufwand für langfristige Personalrückstellungen (-1,1 MEUR). Dem stehen höhere konzerninterne Dividenden (+25,9 MEUR v.a. von Wien Energie GmbH, WienIT GmbH und ImmOH! Energie und Gebäudemanagement GmbH) entgegen. Positiv wirken weiters geringere Zinsaufwendungen aufgrund der vorzeitigen Rückzahlung eines Teils der Bankverbindlichkeiten aus dem Erwerb der Beteiligung an der EVN AG im Jahr 2024 (+4,0 MEUR), Erträge aus dem Abgang von WSTW-Fonds (+3,2 MEUR) sowie positive Effekte aus Wertberichtigungen von Beteiligungen (+2,9 MEUR).

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) liegt v.a. aufgrund des geringeren Finanzergebnisses unter dem Wert des Vorjahres.

Der Anstieg bei den Steuern vom Einkommen und Ertrag resultiert im Wesentlichen aus der höheren Steuerumlage der Wien Energie GmbH.

Für das Jahr 2025 wird ein Bilanzgewinn von 214,9 MEUR ausgewiesen.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 19
IstIstAbw. zu VJ
Bilanz in MEUR20242025+/-+/- %
Anlagevermögen8.565,58.854,6289,13,4%
Umlaufvermögen309,0366,057,018,4%
Aktive Rechnungsabgrenzung15,213,3-1,9-12,3%
SUMME AKTIVA8.889,79.233,9344,23,9%
Eigenkapital3.925,44.124,3198,95,1%
Rückstellungen3.913,83.817,5-96,2-2,5%
Verbindlichkeiten942,61.204,3261,827,8%
Passive Rechnungsabgrenzung108,087,7-20,3-18,8%
SUMME PASSIVA8.889,79.233,9344,23,9%

Rundungsdifferenzen nicht ausgeglichen

Die Aktivseite der Bilanz besteht zum größten Teil aus dem Anlagevermögen und hier wiederum im Wesentlichen aus den Beteiligungsansätzen der verbundenen Unternehmen, den Beteiligungen an der Verbund AG und der EVN AG, Ausleihungen an verbundene Unternehmen sowie Anteilen an WSTW-

Fonds. Das Anlagevermögen liegt über dem Niveau des Vorjahres, was vor allem auf den Erwerb der bisher von der Wien Energie GmbH gehaltenen Anteile an der Verbund AG (+373,6 MEUR) zurückzuführen ist. Weiters erhöhen Zuschüsse an die Wiener Lokalbahnen GmbH (+7,0 MEUR) und an die Wiener Stadtwerke Kundenservice GmbH (+5,0 MEUR), der Erwerb des Anteils der Wiener Linien an der Upstream Next Level Mobility GmbH (+5,2 MEUR) sowie die Zuschreibung der Beteiligung an der Wiener Stadtwerke Vermögensverwaltung GmbH (+4,2 MEUR) das Finanzanlagevermögen. Dem gegenüber stehen v.a. geringere Ausleihungen an verbundene Unternehmen (in Summe -85,8 MEUR) sowie nach dem Verkauf von WSTW-Fonds ein geringerer Bestand an Wertpapieren des Anlagevermögens (-22,9 MEUR).

Der Großteil des Umlaufvermögens betrifft Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen (327,7 MEUR) sowie Forderungen gegenüber dem Finanzamt (rd. 37,6 MEUR), die zum größten Teil aus KESt-Rückforderungen bestehen. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus der höheren Mittelaufnahme der Wien Energie GmbH (+100,0 MEUR). Dem gegenüber stehen v.a. eine geringere Forderung aus Cashpooling (-25,4 MEUR), geringere Forderungen aus KESt gegenüber dem Finanzamt (-10,8 MEUR) sowie geringere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (-6,7 MEUR).

Die Aktiven Rechnungsabgrenzungen enthalten hauptsächlich die Abgrenzung der im Vorhinein ausbezahlten Pensionen und Bezüge der Beamten und Vertragsbediensteten sowie die abgegrenzte Upfrontfee iZm der Finanzierung der WE.

Der Großteil der Rückstellungen betrifft Pensionsverpflichtungen. Der Rückgang ergibt sich aus der Verwendung sowie der laufenden Dotierung der Pensionsrückstellungen (per Saldo rd. -98,5 MEUR).

Die Verbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (818,0 MEUR), wobei 228,0 MEUR davon auf die an die Wien Energie GmbH und Wipark Garagen GmbH weitergegebenen Finanzierungen sowie 70,0 MEUR auf ein an Wien Energie GmbH weitergegebenes EIB- Darlehen entfallen. Die restlichen 520,0 MEUR entfallen auf die aushaftende Finanzierung aus dem Erwerb der Beteiligung an der EVN AG im Jahr 2020 (320,0 MEUR) sowie auf ein im Jahr 2025 neu aufgenommenes Darlehen iHv 200,0 MEUR zur Finanzierung des Erwerbs der bisher von der Wien Energie GmbH gehaltenen Beteiligung an der Verbund AG. Weiters bestehen an Konzernunternehmen weitergegebene Schuldverschreibungen (330,0 MEUR), Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sowie Verbindlichkeiten aus Zinsen und Lohnabgaben. Der Anstieg der Verbindlichkeiten resultiert hauptsächlich aus der Darlehensaufnahme zum Erwerb der Beteiligung an der Verbund AG (+200,0 MEUR) und aus der höheren kurzfristigen Finanzierung der Wien Energie GmbH (+100,0 MEUR). Geringere weitergegebene Schuldverschreibungen (-27,0 MEUR) sowie geringere Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, vor allem gegenüber der Wien Energie GmbH aus KESt (-11,9 MEUR), stehen dem teilweise entgegen.

Die Passiven Rechnungsabgrenzungen enthalten vor allem die Abgrenzungen für Anwartschaften im Zusammenhang mit der Übertragung der Pensionsverpflichtungen der Wiener Netze GmbH auf die Wiener

Stadtwerke GmbH (rd. 82,5 MEUR). Der Rückgang ergibt sich vor allem aus der jährlichen Auflösung der Abgrenzungen für Anwartschaften.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 21
IstIstAbw. zu VJ
adaptierte URG - Kennzahlen20242025+/-+/- %
Eigenmittelquote [%]44,244,70,51,2%
Eigenkapital i. e. S.
Eigenmittelquote gem. §23 URG =
Bilanzsumme − erh.Anz. auf Best. − IZS — — ——— ×

Die Eigenmittelquote der Wiener Stadtwerke GmbH zeigt 2025 gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg. Verantwortlich dafür ist vor allem der Anstieg des Eigenkapitals aufgrund des positiven Ergebnisses. Die Neuaufnahme von Fremdmitteln zur Finanzierung des Erwerbs der bisher von der Wien Energie GmbH gehaltenen Beteiligung an der Verbund AG steht dem nur teilweise entgegen.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 21
IstIstAbw. zu VJ
Investitionen in MEUR20242025+/-+/- %
Immaterielle Vermögensgegenstände6,39,02,641,7%
Sachanlagen0,70,4-0,3-46,2%
Finanzanlagen139,7404,5264,8189,5%
SUMME INVESTITIONEN146,7413,9267,1182,1%

Rundungsdifferenzen nicht ausgeglichen

Die Investitionen bestehen vor allem aus Finanzanlageninvestitionen. Der größte Teil betrifft den Erwerb der bisher von der Wien Energie GmbH gehaltenen Anteile an der Verbund AG im Ausmaß von 5.998.455 Stück zu einem Kaufpreis von rd. 373,6 MEUR. Weiters erfolgten Eigenkapitalzuschüsse an die Wiener Lokalbahnen GmbH (7,0 MEUR), die Wiener Stadtwerke Kundenservice GmbH (rd. 5,0 MEUR), an die Wiener Wasserstoff GmbH (2,0 MEUR) in Form eines Forderungsverzichts auf ein aushaftendes Gesellschafterdarlehen sowie an die Aspern Smart City Research GmbH (rd. 1,4 MEUR). Ebenfalls in den Finanzanlageninvestitionen enthalten sind der Kauf des bisher von der Wiener Linien GmbH & Co KG gehaltenen Anteils an der Upstream Next Level Mobility GmbH (rd. +5,2 MEUR) und eine Ausleihung an die Wipark Garagen GmbH iHv 10,0 MEUR. Die Investitionen in Immaterielle Vermögensgegenstände resultieren zum Großteil aus der Rückverrechnung der im Rahmen des One Stop Shop Programms an die Unternehmen des Wiener Stadtwerke Konzerns verrechneten Kosten für die logwien Software (rd. 5,6 MEUR) und aus der Aktivierung des SAP S/4 Systems der immOH! Energie und Gebäudemanagement GmbH in der Wiener Stadtwerke GmbH als in Entwicklung befindliche immaterielle Vermögenswerte (+3,3 MEUR).

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 22
IstIstAbw. zu VJ
Cashflow in MEUR20242025+/-+/- %
Jahresüberschuss/-fehlbetrag239,3214,9-24,4-10,2%
unbare Aufwendungen/Erträge sowie Umglied.-285,6-284,11,50,5%
Cashflow aus dem Ergebnis-46,3-69,2-22,9-49,6%
Veränderung des Working Capital320,1-93,8-414,0-129,3%
Cashflow aus dem operativen Bereich273,9-163,0-436,9-159,5%
Cashflow aus dem Investitionsbereich143,7-87,2-231,0-160,7%
Cashflow aus dem Finanzierungsbereich-511,3224,8736,1144,0%
Gesamtcashflow-93,6-25,468,272,9%
Liquide Mittel* am Beginn der Periode236,4142,7-93,6-39,6%
Liquide Mittel* am Ende der Periode142,7117,3-25,4-17,8%

Rundungsdifferenzen nicht ausgeglichen

* Die liquiden Mittel setzen sich aus den Posten Kassa und Guthaben bei Kreditinstituten sowie Forderung/Verbindlichkeit

aus Cashpooling zusammen

Der Cashflow aus dem operativen Bereich zeigt 2025 gegenüber dem Vorjahr einen starken Rückgang. Dies ist neben dem geringeren Cashflow aus dem Ergebnis vor allem auf Effekte im Working Capital zurückzuführen, wo die Weitergabe von Darlehen an die Wien Energie GmbH einen Mittelabfluss von rd. -100,0 MEUR zur Folge hat, während im Vorjahr eine Rückführung von Darlehen durch Wien Energie GmbH zu einem Mittelzufluss von rd. +300,0 MEUR geführt hat.

Der Cashflow aus dem Investitionsbereich zeigt den Zahlungsmittelabfluss für Investitionen sowie Einzahlungen aus Beteiligungs- und Zinserträgen. Den Mittelabflüssen für den Erwerb der von der Wien Energie GmbH gehaltenen Anteile an der Verbund AG (-373,6 MEUR), für Ausleihungen, Zuschüsse an Konzernunternehmen und den Erwerb der Upstream Next Level Mobility GmbH (in Summe rd. –31,0 MEUR) sowie für Investitionen in Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen (-9,5 MEUR) stehen Mittelzuflüsse aus Dividenden (+219,9 MEUR exkl. Dividende der Wiener Netze GmbH iZm der Pensionstransaktion), Zinsen (+33,5 MEUR exkl. Zinsen der Wiener Netze GmbH iZm der Pensionstransaktion), Darlehenstilgungen von verbundenen Unternehmen (rd. +44,7 MEUR) sowie Wertpapierverkäufen (+26,1 MEUR) gegenüber.

Der Cashflow aus dem Finanzierungsbereich zeigt vor allem den Mittelzufluss aus den Aufnahmen von Darlehensverbindlichkeiten für den Erwerb der bisher von der Wien Energie GmbH gehaltenen Beteiligung an der Verbund AG (+200,0 MEUR) sowie für Finanzierungen der Wien Energie GmbH (+100,0 MEUR) sowie Mittelabflüsse für Zinsen (-32,2 MEUR), Tilgungen von Schuldscheindarlehen (-27,0 MEUR) und die Dividendenausschüttung an die Stadt Wien (-16,0 MEUR).

Die Verwendung weiterer (nicht finanzieller) Kennzahlen erscheint aufgrund der nicht operativen Tätigkeit der Wiener Stadtwerke GmbH als nicht zweckmäßig.

8. Umwelt und Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit als zentraler Unternehmenswert

Die Wiener Stadtwerke-Gruppe bekennt sich klar zu ihrer Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft und trägt wesentlich zur nachhaltigen Entwicklung in Wien und darüber hinaus bei. Nachhaltigkeit ist ein zentraler Unternehmenswert und umfasst die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Hand-lungsfelder der Gruppe. Als größte kommunale Infrastrukturdienstleisterin Österreichs nutzt die Gruppe ihre bedeutenden Einflussmöglichkeiten und tätigt umfangreiche Investitionen, um eine klimafreundliche und zukunftsfähige Stadtentwicklung zu fördern.

Wichtige Zukunftsprojekte

Der Beitrag zur Nachhaltigkeit der Wiener Stadtwerke-Gruppe sowie zur zukunftsfähigen Entwicklung der Metropolregion Wien erstreckt sich auch 2025 über zahlreiche Schlüsselbereiche: von der Dekarbonisierung der Energieversorgung und der Förderung nachhaltiger Mobilität bis hin zu innovativen Ansätzen im Bereich Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung. Große mehrjährige Zukunftsprojekte wie der Ausbau des Wiener Linien Öffi-Netzes durch die Verlängerung der U2 und den Bau der neuen U5, die Umsetzung des größten Geothermie-Projekts Österreichs durch die Wien Energie oder die Entwicklung eines CO₂-neutralen Betriebs für die Wiener Linien unterstreichen die Bedeutung der Gruppe für eine klimafreundliche Stadt. So sind seit September 2025 erstmals zehn elektrobetriebene Wasserstoff-Busse regulär im Einsatz und es wurden erfolgreiche Tiefenbohrungen sowie ein Fördertest für Wiens erste Tiefengeothermie-Anlage durchgeführt. Des Weiteren wurde 2025 eine gruppenweite ESG-Strategie erarbeitet. Diese beinhaltet Ziele und Maßnahmen zu den Themen Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft sowie Diversität, Barrierefreiheit und strategischem Gesundheitsmanagement. Für die Erreichung des Top-Ziels Klimaneutralität (Netto-Null bis 2040), wurde ein interner Zielpfad (Klimatransitionsplan) entwickelt, welcher zukünftig als Steuerungsinstrument dient. Diese Ziele und Initiativen sind entscheidend für die nachhaltige Entwicklung Wiens und beschreiben den Weg der Wiener Stadtwerke-Gruppe als grüner Nachhaltigkeitsmotor im Bereich kommunaler Infrastrukturdienstleistungen.

Forcierung ökologischer Vorhaben

Der „Wiener Stadtwerke Zukunftsfonds“ hat auch 2025 wieder zahlreiche Projektvorhaben der Konzernunternehmen unterstützt, um die Innovationskraft zu stärken und die Klimaschutzbemühungen zu forcieren. Insgesamt wurden in diesem Jahr 19 innovative und ökologische Projekte (teil-)finanziert.

Vom Zukunftsfonds unterstützte Vorhaben im Jahr 2025

Circular PV

Die Erprobung innovativer Lösungen für die kreislauforientierte End-of-Life-Verwertung von PV-Anlagen steht im Zentrum der Projektumsetzung der Wien Energie. Durch die enge Zusammenarbeit mit erfahrenen Greentech-Start-ups werden praxistaugliche Konzepte für eine Wiederverwendung funktionsfähiger Module sowie ein hochwertiges Recycling für nicht mehr wiederverwendbare Module realisiert. So entsteht

ein nachhaltiger Ansatz, der den Aufbau von Expertise und die Schaffung neuer Märkte für zirkuläre Verwertungswege vorantreibt.

Abschließend soll eine umfassende Evaluierung der neuen Verwertungsansätze mit bisherigen Entsorgungspraktiken verglichen werden. Dadurch sollen wertvolle Erkenntnisse für künftige Rückbauprojekte und die Entwicklung eines nachhaltigen, kreislauffähigen End-of-Life-Konzeptes für rückgebaute PV-Module bei Wien Energie gewonnen werden.

Agile GreenWeb Optimierungs Pilot

Der CO₂-Ausstoß pro Seitenaufruf bei Web-Individualentwicklungen soll messbar gesenkt werden. Im Projekt der WienIT wird eine Methode entwickelt, um den CO₂-Fußabdruck von Angular-Webanwendungen automatisiert zu messen und Optimierungspotenziale zu identifizieren. Die Ergebnisse fließen in konkrete Verbesserungen ein, schaffen die Basis für zukünftige GreenWeb-Services und unterstützen die klimafreundliche Digitalisierung der Wiener Stadtwerke.

Wirtschaftsagentur Wien X Wiener Linien: Biofabrique Vienna, Wandbeläge aus Wiener Tegel Das Ziel dieses Kooperationsprojekts mit den Wiener Linien und der Wirtschaftsagentur Wien ist die Entwicklung eines innovativen Herstellungsprozesses für Wandbeläge unter Verwendung von Aushubmaterial des Linienkreuz-Projekts U2xU5. Durch umfassende Analysen und Tests werden die Materialeigenschaften optimiert, um eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Lösung zu gewährleisten. Dabei werden unterschiedliche Kriterien wie beispielsweise die mechanische Stabilität, Farbvariationen und Temperaturbeständigkeit untersucht, um ein belastbares Konzept zu erstellen und die CO2- Emissionen zu reduzieren.

Nachhaltige bauökologische Immobilienentwicklung

Die immOH! zielt mit ihrem Projekt darauf ab, ökologische und ressourcenschonende Planungsgrundsätze in der Immobilienentwicklung zu etablieren. Dabei wird das Chemikalien- und Produktmanagement überwacht und verwaltet, um die Umweltbelastung zu minimieren. Zusätzlich werden in Musterräumen Messungen durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Planungsgrundsätze eingehalten werden. Zur Bewertung der Umweltverträglichkeit werden Ökobilanzen, Entsorgungsindikatoren, Kreislauffähigkeitsbewertungen und Rückbaukonzepte erstellt. Eine dreistufige Koordination zur Zertifizierung gewährleistet die Einhaltung der festgelegten Planungsgrundsätze.

9. Chancen und Risiken

Die Wiener Stadtwerke verfolgen einen proaktiven Ansatz im Risikomanagement, um potenzielle Risiken und Chancen frühestmöglich zu identifizieren, zu bewerten und angemessen zu steuern.

Die Grundlage der gruppenweit einheitlichen Risikomanagementstrategie bildet das internationale anerkannte COSO 2017-ERM. Es betont die Integration von Unternehmensstrategie und Risikomanagement, um Risiken im Unternehmensverbund frühzeitig zu erkennen und mit den strategischen Zielen in Einklang zu bringen.

Die Konzernrichtlinie definiert zentrale Vorgaben für das Risikomanagementsystem und legt einen gruppenweiten Mindeststandard fest. Dieser orientiert sich an dem bereits erwähnten COSO-Standard aber auch an weiteren, etablierten Regelungen und Normen, wie der MaRisk und ISO 31000. Darüber hinaus setzen einzelne Konzernunternehmen, in Abhängigkeit von den Anforderungen ihrer Geschäftstätigkeit, weitere spezifische, tiefergehende und strengere Regelungen zum Risikomanagement um.

Das Ziel des Risikomanagements der Wiener Stadtwerke besteht darin, bestandsgefährdende Entwicklungen frühzeitig und systematisch zu identifizieren. Jene Risiken sollen gezielt gesteuert werden, um den langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern und die Erreichung der strategischen Ziele zu gewährleisten. Durch die systematische Analyse potenzieller Risiken können die Wiener Stadtwerke nicht nur mögliche negative Wirkungen auf ihre Finanzen, ihre Reputation und ihre operativen Abläufe erkennen und steuern, sondern auch Chancen nutzen, um nachhaltiges Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit zu fördern. Das gruppenweite Risikomanagementsystem bildet somit einen Rahmen, der es Konzernunternehmen ermöglicht, flexibel auf dynamische Marktbedingungen zu reagieren, ihre Entscheidungsfindung zu verbessern und das Vertrauen von Stakeholder*innen zu stärken.

Zur Sicherstellung einer konsistenten Risikosteuerung verfügt die Gruppe über ein einheitliches, mehrdimensionales Risikotragfähigkeitskonzept. Dieses ermöglicht eine ganzheitliche Betrachtung des finanziellen Risikoprofils sowohl auf Ebene der einzelnen Konzernunternehmen als auch des Gesamtverbunds. Durch die Berücksichtigung verschiedener Dimensionen (Kapitalausstattung, Liquidität und Erfolgskennzahlen) können die Entscheidungsträger*innen eine umfassendere Einsicht in ihre Risikotragfähigkeit gewinnen und fundiertere Entscheidungen über die Optimierung des finanziellen Risikoprofils ihrer Unternehmen treffen. Die Risikotragfähigkeit definiert das maximale Risikoausmaß, welches die Wiener Stadtwerke-Gruppe in einem Zeitraum ohne Gefährdung des Fortbestandes tragen kann, welche laufend überprüft und in Einklang mit den übergeordneten Geschäftszielen gesetzt wird. Der Ansatz fördert eine proaktive Haltung im Umgang mit Risiken und Chancen und unterstützt die Konzerngesellschaften dabei, langfristige Stabilität und Resilienz zu gewährleisten.

Angesichts der aktuellen globalen Unsicherheiten und regulatorischen Entwicklungen hat das Risikomanagementsystem zunehmend an Bedeutung gewonnen. In diesem Zusammenhang haben die

Wiener Stadtwerke ihr Risikoprofil in den vergangenen Jahren um Aspekte im Bereich Environmental, Social und Governance ausgebaut und eine weitergehende Vertiefung wird in den kommenden Jahren fortgesetzt werden.

Das Risikomanagementsystem der Wiener Stadtwerke-Gruppe folgt dem Ansatz des Three-Lines-of- Defense-Modells.

Three-Lines-of-Defense-Modell

Aufsichtsrat/Prüfungsausschuss WStW bzw. KU

Geschäftsführung WStW bzw. KU

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 26
First LineSecond LineThird Line
Operatives RisikomanagementRisikocontrolling,Interne Revision
und Management KontrollsystemCompliance
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 26
Unabhängige Funktion mit
Managementfunktionen mit FokusUnabhängige Funktion mit demSchwerpunkt auf der Wirksamkeit
auf spezifische RisikenFokus auf Risikoüberwachungdes Risikomanagements und der
Kontrollen
Überwacht, hinterfragt und berät
bei der Umsetzung des
Verantwortung für die
Risikomanagements, um
Identifikation, Bewertung,sicherzustellen, dass die ersteBereitstellung zusätzlicher
Verwaltung, Kontrolle undLinie angemessen gestaltet istSicherheit für die
Minderung der mit demund effektiv funktioniert.Geschäftsführung und den
Geschäftsprozess verbundenenAufsichtsrat hinsichtlich der
Risiken.Uberwacht und meldetWirksamkeit der Erreichung der
Risikoprofile und stellt dieRisikomanagement- und
Umsetzung der definiertenWeiterentwicklung desKontrollziele innerhalb der ersten
Maßnahmen in Abstimmung mitunternehmensweitenund zweiten Ebene
Second Line.
Risikomanagementsystems
sicher.

Die erste Verteidigungslinie umfasst die operativen Einheiten, die für die Identifikation, Bewertung und Steuerung von Risiken verantwortlich sind. Die zweite Verteidigungslinie umfasst Funktionen und Abteilungen, die für die Entwicklung, Implementierung und Überwachung von risikorelevanten Aktivitäten und Kontrollen verantwortlich sind. Die dritte Verteidigungslinie bildet die interne Revision und diese fungiert als unabhängige Kontrollinstanz für die Effektivität der ersten beiden Linien.

Die gruppenweite Richtlinie zum Risikomanagementsystem der Wiener Stadtwerke definiert die wesentlichen Aspekte zur Umsetzung des Three-Lines-of-Defense-Modells, sowie der Risikokultur, der Ziele, der Rollen und Verantwortlichkeiten, der Behandlung, der Dokumentation und Kommunikation identifizierter Risiken und der Festlegung der Schwellenwerte zur Risikobewertung.

Risikoidentifizierung und -bewertung: Risiken und Chancen werden als potenzielle Abweichungen auf festgelegte Ziele und Planwerte definiert und anhand ihrer Auswirkungen auf diverse finanzielle Kennzahlen bewertet. Die Bewertung erfolgt auf Basis von Erfahrungswerten, Expert*innen-Know-how und quantitativen Risikoanalysen, welche möglichst realistische Szenarien abbilden. Für identifizierte Risiken werden Verantwortlichkeiten zur Bewertung, Steuerung und Überwachung festgelegt. Im Zuge der Analyse und Bewertung werden die Risiken in Szenarien beschrieben. Anschließend werden sie so weit wie möglich gemäß den Dimensionen Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit quantifiziert, nicht quantifizierbare Risiken werden als qualitative Risiken geführt. Sowohl quantitative als auch qualitative Risiken, samt der Bewertung, Aggregation von Risikoarten und -kategorien werden in einem eigenen Workflow-orientierten Risikomanagementtool, mit integrierten statistischen Methoden, dokumentiert.

Risikoreporting: Die laufende Erhebung, Erfassung und Bewertung der Risiken der Konzernunternehmen bilden die Basis für die regelmäßige interne Risikoberichterstattung. Die Ergebnisse werden in Risikogremien berichtet und diskutiert. Die Gremien setzen sich aus Entscheidungsträger*innen, Risikocontroller*innen und Fachexpert*innen zusammen.

Auf Basis der Wirtschaftsplanung wird jährlich eine Risiko- und Chancenrückschau anhand eines Plan-/Ist- Vergleiches durchgeführt. Die ursprünglichen Risiko- und Chanceneinschätzungen des vergangenen Jahres, die auch der Unternehmensplanung zugrunde gelegt wurden, werden den tatsächlich eingetretenen Werten gegenübergestellt. Die daraus abgeleiteten Erkenntnisse fließen in die Anpassung des Risikokatalogs an neue Gegebenheiten ein. Der aktualisierte Risikokatalog stellt eine Grundlage für die Unternehmensplanung dar.

Die Diskussion und Abstimmung der wichtigsten Chancen und Risiken ist auch Bestandteil der jährlichen Wirtschaftsplanklausur jedes Konzernunternehmens, welche eine ganzheitliche Betrachtung sicherstellt. Daraus können Maßnahmen abgeleitet werden und das Monitoring wird in den entsprechenden Planpositionen verstärkt. Des Weiteren berichten die Risikocontroller*innen der Unternehmen innerhalb der Gruppe laufend und direkt an die Geschäftsführung sowie an das Konzernrisikocontrolling, welches wiederum an die Geschäftsführung der WIENER STADTWERKE GmbH berichtet und auch der Aufsichtsrat wird regelmäßig informiert.

Gestaltung des Umgangs mit Risiken: Bei der Risikosteuerung wird ein geeigneter Umgang mit den Risiken festgelegt, um ein akzeptables Niveau dieser sicherzustellen. Dies geschieht durch verschiedene Steuerungsansätze – Vermeiden, Vermindern, Übertragung auf Dritte – einzeln oder kombiniert, sowie das bewusste Akzeptieren. Die Unternehmensbereiche prüfen dafür mittels Kosten-Nutzen-Analysen die infrage kommenden Maßnahmen und Kontrollen und implementieren diese. Die Maßnahmen werden im Zuge der quartalsweisen Analyse überwacht und gegebenenfalls an die neue Risikosituation angepasst. Nicht durch die anderen Steuerungsansätze behandelbare Risiken bzw. darüber hinaus verbleibende Restrisiken werden bewusst abgewogen.

Risikoüberwachung und -kontrolle: Die laufende Erhebung, Erfassung und Bewertung der Risiken der Konzernunternehmen bildet sowohl die Basis für die regelmäßige Berichterstattung als auch für die damit verbundene Überwachung der Risiken im Einzelnen und in ihrer Gesamtheit.

Ergänzend wird die Konzeption, die Angemessenheit und die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems der Konzernunternehmen und des Unternehmensverbunds selbst regelmäßig evaluiert, überwacht und kontrolliert. Die Einhaltung aller für die Gruppe maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften wird überwacht und kontrolliert. Die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung ist sichergestellt. Der Rechnungslegungsprozess der Wiener Stadtwerke ist durch gruppenweite Richtlinien und Vorgaben geregelt.

Verantwortlich für die Einhaltung des dargestellten Risikomanagementprozesses sind die in jedem Konzernunternehmen etablierten Risikocontroller*innen.

Internes Kontrollsystem (IKS)

Das interne Kontrollsystem (IKS) innerhalb der Wiener Stadtwerke-Gruppe umfasst die Überwachung aller prozessbezogenen Kontrollen. Es basiert auf einer systematischen und dokumentierten Erfassung der Prozesse der Ablauforganisation, der Identifizierung und Bewertung von festgestellter Prozessrisiken, der Definition von entsprechenden Kontrollen und der Sicherstellung der Wirksamkeit der Kontrolldurchführungen.

Der gruppenweite Mindeststandard für das IKS wird über eine Konzernrichtlinie festgelegt, sichert ein einheitliches Verständnis der Rollen sowie Verantwortlichkeiten und definiert den IKS-Regelablauf. Im IKS- Regelablauf ist vorgesehen, dass sichergestellt wird, dass eine nachvollziehbare Dokumentation über die durchgeführten Kontrollen vorliegt und das IKS wirksam ist. Die Verantwortlichkeit für das IKS der einzelnen Konzernunternehmen liegt bei den Geschäftsführungen der jeweiligen Gesellschaft.

Durch eine verpflichtende, periodische Berichterstattung über die Wirksamkeit an die Geschäftsführungen und den Aufsichtsrat/Prüfungsausschuss, ist ein entsprechend den Vorgaben durchgeführtes IKS gewährleistet.

Steuerkontrollsystem (SKS)

Zusätzlich zum Internen Kontrollsystem wurde im Jahr 2021 das Steuerkontrollsystem implementiert. Das Steuerkontrollsystem (SKS) umfasst die Summe aller Maßnahmen (Prozesse und Prozessschritte), die gewährleisten, dass die Besteuerungsgrundlagen für die jeweilige Abgabenart in der richtigen Höhe ausgewiesen und die darauf entfallenden Steuern termingerecht und in der richtigen Höhe abgeführt werden.

Der Aufbau und Inhalt des Steuerkontrollsystems richtet sich nach den Bestimmungen der SKS- Prüfungsverordnung und den Vorgaben des Fachgutachtens der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer über die „Erstellung eines Gutachtens zum Steuerkontrollsystem gemäß §§ 153b Abs 4 Z 4 und 153f Abs 5 BAO“ in der jeweils gültigen Fassung. Das Steuerkontrollsystem erfolgt nach konzerneinheitlichen Vorgaben, welche in einer Konzernrichtlinie definiert sind.

Das Steuerkontrollsystem trägt dazu bei, finanzielle Risiken, finanzstrafrechtliche Risiken, Reputationsrisiken und Geschäftsrisiken der Unternehmensgruppe zu reduzieren und wird alle drei Jahre von einem externen Gutachter überprüft. Die letztmalige Überprüfung fand 2024 statt.

Erläuterung der wesentlichen Einzelrisiken

Die Einzelrisiken werden nach deren Auswirkungen und Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt und den vordefinierten Risikokategorien zugeordnet. Die bedeutendsten Einzelrisiken ergeben sich dabei in den nachfolgend angeführten Kategorien:

Strategie und Markt

Die Wiener Stadtwerke-Gruppe operiert im Kontext politischer und rechtlicher Rahmenbedingungen. Diese können sich jederzeit kurzfristig ändern und die getroffenen strategischen Entscheidungen in einen neuen Kontext bzw. den verfolgten strategischen Unternehmenskurs infrage stellen. Dies könnte unerwartete Kosten nach sich ziehen, ungeplante Projektstopps oder -verschiebungen erforderlich machen und den Unternehmensverbund mit neuen strategischen Herausforderungen konfrontieren, die es zu bewältigen gilt.

Um diesen Risiken zu begegnen, betreiben die Wiener Stadtwerke eine laufende Umfeldanalyse. Zusätzlich stehen die Konzernleitung, sowie die Tochterunternehmen in einem regelmäßigen Austausch mit den politischen Verantwortungsträger*innen und regulatorischen Einrichtungen. Auf diese Weise erhält die Wiener Stadtwerke-Gruppe einen umfassenden Überblick über sich anbahnende bzw. potenzielle Veränderungen und kann sich durch die Ableitung entsprechender Risikoszenarien vorbereiten.

Weiters können die Veränderungen von Marktgegebenheiten wie etwa eine geänderte Nachfrage, technologische Trends sowie allgemeine Preisvolatilitäten eine unmittelbare Auswirkung auf die Wirtschaftlichkeit der jeweiligen Geschäftsbetriebe haben. Im Rahmen der Beschaffung setzt sich die Gruppe eingehend mit Preisschwankungen von zentral relevanten Ressourcen wie Strom, Gas und CO2 auseinander. Im Sinne eines professionellen Risikomanagements begegnen die Wiener Stadtwerke diesen Preisrisiken durch Absicherungsgeschäfte, etwa über den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten. Die relevanten Marktbedingungen werden auf unterschiedlichen Ebenen und abhängig von deren Auswirkungen in unterschiedlichen Frequenzen laufend überwacht und berichtet.

Anlagevermögen und Investitionen

Die Unternehmensgruppe verfügt über umfassende und teils komplexe Betriebsanlagen, deren Funktionsfähigkeit durch verschiedene Umstände in variierendem Ausmaß beeinträchtigt werden kann. Die außerordentlich hohe Zuverlässigkeit der technischen Infrastruktur stellt für die Wiener Stadtwerke einen wesentlichen und kritischen Erfolgsfaktor dar. Aus diesem Grund nimmt dieses Thema im Rahmen des Risikomanagements eine zentrale Rolle ein.

Zur Minimierung der Risiken setzen der Unternehmensverbund und seine Unternehmen regelmäßig Instandhaltungs- und Investitionsprogramme um. Im Betriebsalltag wird auf die Einhaltung sehr hoher technischer Standards und exakt geregelter Wartungs- und Qualitätskontrollen geachtet. In kritischen Leistungsbereichen hält die Gruppe technische Redundanzen vor. Die mit der Anlagen- und Betriebssicherheit in Verbindung stehenden Risiken sind zudem durch entsprechende Versicherungsverträge abgesichert.

Personal und Soziales

Mit der demografischen Entwicklung wird der Faktor Personal und Soziales zunehmend zu einer kritischen Erfolgsgröße. Der wachsende Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt könnte dazu führen, dass die Wiener Stadtwerke den stetig steigenden Fachkräftebedarf nicht oder nur teilweise decken können. Das Thema Employer Branding wird daher auch seitens der Wiener Stadtwerke verstärkt forciert.

Als verantwortungsvolle Arbeitgeberin legen die Wiener Stadtwerke auf das Monitoring der Personalrisiken ein besonderes Augenmerk. Zu den Konzepten zur Begegnung der Risiken zählt ein gruppenweit implementiertes Mitarbeiter*innen-Entwicklungskonzept (IME), mit dem sich verschiedene Maßnahmen verbinden, wie z.B. das Mitarbeiter*innen-Orientierungsgespräch (MOG), um Mitarbeiter*innen bestmöglich weiterzuentwickeln und eine hohe Mitarbeiter*innenzufriedenheit sicherzustellen.

Weiters werden in diesem Bereich auch Risiken, die sich aufgrund von geänderten Parametern (Sterblichkeit, Rechnungszinsen, etc.) zur Bewertung von Personalrückstellungen ergeben, kategorisiert. Die möglichen Auswirkungen derartiger Änderungen werden im Rahmen einer quantitativen Risikoanalyse bewertet, quartalsweise berichtet und damit regelmäßig überwacht.

Absatz und Performance

Die Wiener Stadtwerke-Gruppe deckt verschiedene Geschäftsfelder ab. Die Preis- und Wettbewerbsrisiken sind insbesondere in den Bereichen Energie und Mobilität vertreten. Eine Verschärfung der Wettbewerbssituation in diesen Kernsegmenten, aber auch in anderen Geschäftsfeldern, könnte jedoch zu einem erheblichen Anstieg des Leistungs- und Preisdrucks führen und die Wettbewerbsfähigkeit der Wiener Stadtwerke vor neue Herausforderungen stellen.

Die Unternehmensgruppe begegnet vertriebsseitig diesen Risiken durch die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen, durch eine aktive und kund*innenorientierte Verkaufspolitik sowie durch das Eingehen von Kooperationen.

Corporate Governance und Compliance

Im Rahmen der Geschäftstätigkeit ergeben sich für die Wiener Stadtwerke verschiedene rechtliche Risiken. Diese können zu juristischen Auseinandersetzungen führen, die der Gruppe wirtschaftlich, operativ und auch in Bezug auf die Reputation schädigen können.

Die Rechtsabteilungen sind mit ausgewiesenen Expert*innen besetzt, die sich laufend mit den wesentlichen rechtlichen Themen der Gruppe, der Branche und der Märkte auseinandersetzen. Sie entwickeln auch entsprechende Konzepte zur Begegnung der identifizierten Risiken.

Als Unternehmensgruppe, die sich der gesellschaftlichen Verantwortung bewusst ist, gewährleisten die Datenschutzbeauftragten der Konzernunternehmen in Abstimmung mit allen relevanten Bereichen, dass Datenschutzverletzungen konsequent vermieden werden, indem die Verarbeitung personenbezogener Daten ausschließlich gemäß den Regelungen der DSGVO und den lokal anwendbaren Gesetzen erfolgt.

IT, Digitalisierung und Sicherheit

Der reibungslose Ablauf der Geschäftsprozesse hängt unmittelbar von der zuverlässigen Arbeit der IT- Systeme ab. Der Ausfall der Systeme, ganz oder in Teilen, könnte zu empfindlichen Beeinträchtigungen in den Betriebsabläufen führen.

Zur technischen Sicherung der Abläufe und zuverlässigen Unterstützung der Geschäftsprozesse gibt es in den Wiener Stadtwerken eine eigene, sehr leistungsfähige IT-Einheit. Diese sichert über ein differenziertes IT-Management die hohe Verfügbarkeit der IT-Systeme ab. Dazu zählt unter anderem ein Ausweichrechenzentrum, das bei einem möglichen Ausfall von IT-Systemen ohne Verzug die erforderlichen Aufgaben übernehmen kann (siehe auch Kapitel Gefahren- und Bedrohungslage - Security & Resilienz).

Gesamtbild: Keine bestandsgefährdenden Risiken bei Wiener Stadtwerken

Zum Stichtag 31. Dezember 2025 sind für die Wiener Stadtwerke GmbH, basierend auf den Ergebnissen einer Risikotragfähigkeitsanalyse der Konzernunternehmen, keine Risiken ersichtlich, die entweder isoliert oder in Kombination mit anderen Risiken bestandsgefährdende Auswirkungen auf die Eigenkapitalquote haben könnten.

Gefahren- und Bedrohungslage - Security & Resilienz

Die weltweite geopolitische Lage zeigt auch im Berichtsjahr keine Entspannungstendenzen. Im Gegenteil: Die Dynamik internationaler Konflikte, hybride Bedrohungsformen, staatlich und nichtstaatlich initiierte Cyberangriffe sowie zunehmende Einflussnahmen auf kritische Infrastrukturen prägen weiterhin das globale Sicherheitsumfeld. Vor diesem Hintergrund gewinnt die vorausschauende Steuerung von Sicherheits- und Resilienzrisiken für Betreiber*innen kritischer Infrastruktur in den Bereichen Energie, Mobilität, IT, Bestattung und kommunale Dienste weiter an strategischer Bedeutung.

Im Berichtsjahr wurde der gruppenweite Aufbau des Security-Risikomanagements konsequent vorangetrieben. Zentrale kritische Prozesse, Systeme und Assets wurden unternehmensübergreifend identifiziert, klassifiziert und einer strukturierten Risikoanalyse unterzogen. Die Anwendung eines einheitlichen All-Gefahren-Ansatzes bildet dabei die methodische Grundlage für eine integrierte Betrachtung physischer, digitaler, organisatorischer und geopolitischer Risiken entlang der gesamten Wertschöpfungsketten. Auf dieser Basis erfolgt ab 2026 die schrittweise Umsetzung risikointegrierender Maßnahmen nach einem standardisierten, gruppenweit abgestimmten Vorgehensmodell.

Der Fokus der Sicherheitssteuerung bleibt weiterhin klar auf die Erfüllung regulatorischer Anforderungen - insbesondere im Kontext des Netz- und Informationssystemsicherheitsgesetz (NIS2), des Resilienz kritischer Einrichtungen-Gesetz (RKEG) sowie sektorspezifischer Vorgaben für resilienzkritische Einrichtungen - ausgerichtet. Die fortlaufende Harmonisierung von Sicherheitsarchitekturen, Governance- Strukturen und Kontrollmechanismen trägt wesentlich zur nachhaltigen Absicherung der operativen Betriebsfähigkeit bei und stärkt zugleich die unternehmensweite Compliance-Kultur.

Parallel zur Weiterentwicklung der technischen und organisatorischen Sicherheitsmaßnahmen wurde der Kompetenzausbau der Mitarbeiter*innen als zentraler Resilienzfaktor systematisch forciert. Durch gruppenweite Security-Sensibilisierungsprogramme, zielgruppenspezifische Schulungsformate sowie regelmäßige Krisen- und Notfallübungen wird die Sicherheitskompetenz in allen Organisationseinheiten nachhaltig verankert. Der Mensch als integraler Bestandteil der Sicherheitsarchitektur steht dabei bewusst im Mittelpunkt der präventiven Schutzstrategie.

Auf strategischer Ebene wurde die gruppenweite Synergiehebung im Sicherheitsmanagement weiter vertieft. Durch die Bündelung von Sicherheitsfunktionen, den Ausbau zentraler Services - etwa im Bereich Security Operations, Audit, Business Continuity und Krisenmanagement - sowie durch abgestimmte Kooperationsmodelle mit internen und externen Partner*innen entstehen nachhaltige Effizienzgewinne, Skaleneffekte und ein gruppenweit einheitliches Sicherheitsniveau. Ergänzend dazu erfolgt eine aktive Mitwirkung in nationalen und europäischen Fachgremien, um regulatorische Entwicklungen frühzeitig zu adressieren und Impulse in die Gesetzesgestaltung einzubringen.

Die Sicherheitsstrategie der Wiener Stadtwerke-Gruppe ist langfristig auf die nachhaltige Sicherstellung der Daseinsvorsorge in einer hochvernetzten, digitalisierten und zunehmend volatileren Umwelt ausgerichtet. Security wird dabei nicht ausschließlich als Schutzfunktion verstanden, sondern als strategischer Enabler

für Stabilität, Innovationsfähigkeit, Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Die enge Verzahnung von Sicherheitsmanagement, Unternehmenssteuerung, Digitalisierung und Klimazielen trägt dazu bei, die Resilienz der kritischen Infrastrukturen dauerhaft zu stärken und die Handlungsfähigkeit der Unternehmensgruppe auch unter außergewöhnlichen Rahmenbedingungen sicherzustellen.

Insgesamt zeigt sich, dass durch den konsequenten Ausbau eines integrierten, risikobasierten Sicherheitsund Resilienzmanagements die Voraussetzungen geschaffen wurden, um den aktuellen und zukünftigen Bedrohungen mit hoher Professionalität, regulatorischer Konformität und nachhaltiger Wirkung zu begegnen. Die Wiener Stadtwerke-Gruppe positioniert sich damit weiterhin als verlässliche Betreiberin kritischer Infrastruktur und als verantwortungsbewusste Akteurin im Spannungsfeld von Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Stabilität.

Chancen

Die Wiener Stadtwerke-Gruppe hat einen klaren gesellschaftlichen Auftrag: Ihre vorrangige Aufgabe und damit auch ihr höchstes Interesse ist die sichere Erfüllung des Versorgungsauftrags gegenüber Bürger*innen und Unternehmen für die Metropolregion Wien.

Unabhängig davon ist die Gruppe bestrebt, ihre unternehmerischen Möglichkeiten im Sinne ihrer Kund*innen zu nutzen. Auf diese Weise sichert die Gruppe ihre wirtschaftliche Stabilität und erhöht ihren Handlungsspielraum für die Umsetzung von Konzepten, welche die Lebensqualität der Menschen in der Metropolregion erhöhen und die Erreichung der Klimaneutralität bis 2040 vorantreiben.

Im Rahmen des Risikomanagementsystems werden nicht nur Risiken im engeren Sinne, sondern auch potenzielle Chancen miterfasst. Die erfassten Themen fließen in die regelmäßige Risikoberichterstattung ein und werden im Zuge dessen auch in den entsprechenden Gremien adressiert (Details zum Risikoreporting siehe Kapitel Risikomanagementsystem).

Die wesentlichsten, über das gruppenweite Risikomanagementsystem erfassten, strategischen Chancen und/oder Risiken für die Wiener Stadtwerke betreffen Themen der Nachhaltigkeit wie Dekarbonisierung und die Umsetzung der ESG-Regulatorik, die Versorgungssicherheit, die Mobilitäts- und Energiewende sowie die mit dem technologischen Wandel verbundene Innovation und Digitalisierung.

10. Ausblick

Das Geschäftsjahr 2026 der Wiener Stadtwerke GmbH wird weiterhin durch den Ausbau und die Konsolidierung der neuen Management- und Organisationsstruktur geprägt sein, die bereits seit 2024 sukzessive eingeführt wurde und die eine zusätzliche Führungsebene von Chief Officers für verschiedene Bereiche vorsieht. Das Selbstverständnis der Wiener Stadtwerke GmbH als steuernde Einheit in einer Matrixstruktur, die strategische Entscheidungen für die gesamte Wiener Stadtwerke-Gruppe trifft, aber zum Teil auch operative Verantwortung übernimmt und zentrale Services erbringt, bedingt einen Aufbau personeller Ressourcen.

Die Verrechnung der im Rahmen zentral gesteuerter Initiativen in den einzelnen Chief Officer Bereichen anfallenden Kosten wird im Laufe des Jahres 2026 in neu zu fassenden Verrechnungsverträgen geregelt werden. Die Kosten dieser Initiativen und Erlöse aus den konzerninternen Verrechnungsströmen werden sich in der Gewinn- und Verlustrechnung der Wiener Stadtwerke GmbH widerspiegeln.

Im Jahr 2025 hat die Wiener Stadtwerke GmbH die bisher von Wien Energie gehaltenen Anteil an der Verbund AG erworben und damit die Beteiligung an der Verbund AG des Wiener Stadtwerke Konzerns in der Konzernleitung gebündelt. Der nun höhere Bestand an Aktien der Verbund AG in der Wiener Stadtwerke GmbH ist mitverantwortlich dafür, dass die Dividende der Verbund AG im Jahr 2026 höher als im abgelaufenen Jahr ausfallen wird.

Nicht zuletzt aufgrund dieser höheren Dividende der Verbund AG wird das Ergebnis 2026 trotz Kostensteigerungen im Personal- und Sachaufwand und einer voraussichtlich geringeren Dividende der EVN AG über dem Niveau des abgelaufenen Jahres erwartet.

Die Wiener Stadtwerke GmbH wird auch 2026 den Bestand an WSTW-Fonds abbauen, um damit einen Teil der Pensionslasten der Wiener Netze zu finanzieren. Die Dividende der Wiener Netze GmbH im Zusammenhang mit Pensionen reduziert sich entsprechend.

Der Gesamtcashflow wird auf Basis der Wirtschaftsplanung 2026 positiv erwartet, sodass trotz steigender Kosten, geplanter Investitionen und einer höheren Dividendenausschüttung an die Stadt Wien voraussichtlich ein Anstieg der Liquidität zu verzeichnen sein wird.

Wien, 9. April 2026

Die Geschäftsführung

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 34
Dipl.-Ing. Peter WeineltMag. Roman FuchsKommR Mag." Monika Ugterholzner
GeneraldirektorGeneraldirektor-StellvertreterGeneraldirektor-Stefwertreterin

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