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Lagebericht 2025

Gabriel-Chemie Gesellschaft m.b.H.

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 03. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

Gabriel-Chemie GesmbH

Gumpoldskirchen (Österreich)

zum Geschäftsjahr 01 - 12/2025

1. Allgemeines und Rahmenbedingungen

"BRINGING LIFE TO PLASTICS" ist genau das, was wir bei Gabriel-Chemie täglich tun - wir hauchen Kunststoff Leben ein, verleihen dem farblosen und funktionsarmen Roh- Polymer lebendige Farbe und funktionelle Additive.

Unser Produktportfolio umfasst Additiv-Masterbatch, Farb-Masterbatch, Schwarz- und Weiß-Masterbatch, sowie Kombinations-Masterbatch.

Die Gabriel-Chemie GmbH („Gesellschaft“), das Headquarter des Unternehmens und gleichzeitig der Standort in Österreich, befinden sich in der Industriestraße 1 im niederösterreichischen Gumpoldskirchen.

Der Betrieb erfolgt auf eigenen Grundstücken und in eigenen Gebäuden. Der Verkauf der Produkte erfolgt sowohl im In- als auch im Ausland.

Die Gesellschaft hat keine Zweigniederlassungen.

2. Geschäftsentwicklung

Der Konflikt in der Ukraine hat sich im auch im Jahr 2025 weiter verschärft. Zudem ist noch in diesem Jahr im Nahost ein weiterer Krieg ausgebrochen. Gleichzeitig führte die Inflation zu einem Stopp der schrittweisen Senkung der Leitzinsen. Ab Mitte des Jahres 2025 folgte keine weiter Zinssenkung. Auch die Märkte sind ab der zweiten Hälfte des Jahres verhalten. Branchen mit hoher Kapitalmarktabhängigkeit, insbesondere die Bauwirtschaft, verzeichnen jedoch weiterhin eine nur langsame Erholung und konnten im Jahresverlauf noch keine signifikanten Fortschritte erzielen. Nach zwei Jahren anhaltender Rezession wird zum Jahresende ein knappes Wirtschaftswachstum mit +0,6% erwartet.

Die Auswirkungen auf Energiemärkte, Inflation und Lieferketten haben sich zunehmend verschärft. Im Jahresverlauf waren stabilere Rohstoffpreise zu beobachten, wobei sich die Preise in einzelnen Segmenten zum Jahresende auf einem konstanten Niveau bewegten. Die Energiekosten stiegen jedoch deutlich an und treiben unter anderem die Inflation. Die österreichische Exportwirtschaft steht unter starkem Druck durch schwache Nachfrage, hohe Kosten, US-Zölle und chinesische Konkurrenz und bleibt trotz leichter Erholung 2025 überwiegend pessimistisch. Von der Bauwirtschaft sind mittelfristig kaum Impulse zu erwarten; Wohnbauinvestitionen erholen sich nur langsam. Der private Konsum wächst moderat, getragen von sinkender Sparquote trotz stagnierender Realeinkommen.

Die Sicherung der Liquidität und damit die finanzielle Stabilität des Unternehmens standen auch im abgelaufenen Jahr im Mittelpunkt. Durch ein optimiertes Lagermanagement für Fertigwaren wurde gezielt auf eine höhere Verfügbarkeit sowie

den gestiegenen Bedarf und Auftragseingang reagiert. Zudem gewährleistet ein weiterhin straffer Mahnprozess eine nachhaltige Sicherstellung des Mittelflusses.

In diesem Jahr hatte die Gabriel-Chemie GmbH einen Rückgang im mengenmäßigen Auftragseingang im Gegensatz zum Vorjahr zu verbuchen. In diesem schwierigen Umfeld wurden ca. 926 t oder -5,77% weniger Menge gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Im Vergleich zur gesamtösterreichischen Wirtschaft, die um voraussichtlich 0,6% gewachsen ist (Q4/2024 -0,8%), ist der Standort auf den ersten Blick schlechter durch die Krise gekommen. Es ist zu beachten, dass die Preise im Vergleich zum Vorjahr, wo bereits ein Rückgang zu verzeichnen war, in diesem Jahr wieder leicht gestiegen sind. In Bezug auf die Wertentwicklung liegt der Standort um -0,51 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau.

Die Gesellschaft verzeichnete im abgelaufenen Jahr einen Umsatzrückgang von -1,2% der Erlöse vor Erlösschmälerungen auf nun 79,7 Mio. € (Vorjahr: 80,6 Mio. €).

Aus der Sicht des österreichischen Standortes lag der Anteil am externen Kundengeschäft in diesem Jahr bei 51% Umsatzanteil. In Bezug auf die verkauften Mengen bleiben die Töchterstandorte mit einem Anteil von knapp 57% die wichtigsten Kunden.

Im Geschäft mit den externen Kunden hat die Gabriel-Chemie im abgelaufenen Jahr um -5,58% Umsatz verloren. Die Verkaufsmengen waren um -7,16% unter dem Vorjahr. Bei einem leichten Umsatzwachstum hat sich der DBH-Prozentanteil (Deckungsbeitrag Herstellkosten) um +0,8% verbessert. Auch bei der Gesamtmenge (inkl. Töchter) kann in diesem Jahr ein Rückgang der Verkaufsmengen von -671t (2024: +2.000t) beobachtet werden.

Die Analyse der regionalen Verkaufszahlen im externen Kundengeschäft zeigt, dass das stärkste Umsatzwachstum in der Region Österreich verzeichnet wurde. Dieses Wachstum wird maßgeblich von langjährigen Kunden aus verschiedenen Branchen getragen. Eine ähnliche Entwicklung ist auch in anderen Regionen, insbesondere in den Niederlande und Griechenland, zu beobachten. Der Umsatzrückgang ist auf die Regionen USA, Finnland und Nahost/Nord Afrika zurückzuführen.

Eine Veränderung gab es im abgelaufenen Jahr bei unseren Topprodukten. Das am meisten verkaufte Produkt PS7A* verlor um ca. -213 T€ Umsatz, es handelt sich hierbei um ein Produkt für die Produktion von XPS/ Flammschutz. Das zweite Top-Runner Produkt HP11* (letztes Jahr auf Platz eins) hat um -658 T€ weniger Umsatz erzielt, verglichen zum Vorjahr. Es wurde in diesem Jahr vermehrt der Fokus auf das Teilsegment Flammschutz gelegt, mit Wachstumsraten von +39% bzw. + 1,4 Mio. zum Vorjahr.

Der Produktionsstandort in Österreich hat im Jahr 2025 12.000t produziert, das entspricht einem Rückgang von - 11,5% zum Vorjahr (2024 +20% Wachstum). Die

Gabriel-Chemie GmbH hat das Wirtschaftsjahr mit einem Jahresgewinn vor Steuern von +4,85% des Bruttoumsatzes (im Vorjahr: +2,56%) abgeschlossen. Die wichtigsten G&V-Positionen, die zu diesem Ergebnis, im Vergleich zum Vorjahr, geführt haben, sind:

a. niedrigerer Wareneinsatz im Verhältnis zum Bruttoumsatz 65,2% b. Erhöhung der Personalkosten um 1,5 Mio.€ (beinhaltet 2,7 Mio.€ Auflösung von Personalrückstellungen im Vorjahr – bereinigt ergibt sich eine Reduktion von - 842 T€ zum Vorjahr) c. Erträge aus Beteiligungen aus den Tochtergesellschaften von insgesamt 4,7 Mio. € d. höhere sonstige betriebliche Aufwendungen 390 T€ 3. Investitionen

In den vergangenen Jahren wurden sowohl am Standort Österreich als auch konzernweit umfangreiche Investitionen getätigt. Insgesamt flossen über 10 Millionen Euro in den Bau einer modernen Lagerhalle in Österreich sowie in die Erweiterung des Standorts in Ungarn. Zudem wurde in Österreich gezielt in die Modernisierung und Wartung der Produktionslinien für Bunt-Produkte investiert. Darüber hinaus wurden verschiedene Projekte zur Optimierung der Produktion realisiert, um den Reinigungsaufwand zu verringern und Abfälle weiter zu reduzieren. Zur Sicherstellung einer hohen Verfügbarkeit und Lieferfähigkeit in einem wirtschaftlich volatilen Umfeld wurde auch in diesem Jahr der Lagermanagement-Prozess für Fertigwaren weiter vorangetrieben. Parallel dazu wurde die Weiterentwicklung des E-Commerce-Projekts sowie eines Digitalisierungsprojekts im Bereich der Supply Chain gearbeitet. Dieses befindet sich bereits im Betrieb und das Projekt wurde mit Jahresende abgeschlossen.

4. Corporate Technical Development (CTD) / Research and Development (R&D)

Neben der kontinuierlichen Verbesserung der bestehenden Gruppenprozesse sowie den damit verbundenen Anstrengungen, die Prozesse einheitlich in der Gruppe einzuführen und umzusetzen, wurden auch mehrere Entwicklungs- und Innovationsprojekte bearbeitet bzw. abgeschlossen. Details darüber sind im Konzernlagebericht ersichtlich.

5. CSR

Neben der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit beschäftigt sich Gabriel-Chemie intensiv mit den anderen Aspekten der Nachhaltigkeit, die die Bereiche Soziales und Umwelt betreffen. Näheres dazu kann im Konzernlagebericht nachgelesen werden.

6. Risiken und Prognose 2026

Der allgemeine Ausblick für das laufende Jahr deutet auf eine moderate Wachstumsbeschleunigung auf etwa 0,6 % hin, wobei Österreich mit einer Prognose knapp unter dem Eurozonen-Durchschnitt von 1,4 % (Stand: Dezember 2025) liegt. Die langfristigen Auswirkungen der Ukraine-Krise und der damit verbundenen Energiekrise auf die Jahre 2026 und 2027 bleiben schwer einschätzbar. Dennoch wird für diesen Zeitraum grundsätzlich ein moderates Wachstum erwartet. Die gestoppten Zinssenkungen haben in den letzten Monaten zu einer spürbaren Verschlechterung der Marktstimmung geführt, zudem bleibt die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung von hoher Unsicherheit geprägt.

Die Prognosen für die für Gabriel-Chemie relevanten Regionen deuten auf ein nur geringes Wachstum im kommenden Jahr hin. Dennoch bleibt es das Ziel des Unternehmens, weiterhin über dem prognostizierten Wachstum der relevanten Zielmärkte zu liegen und damit die Marktposition nachhaltig auszubauen.

Als ergänzende Maßnahme zur Absicherung des Standortes bleibt es bei den bereits in den Vorjahren eingeführten verschärften Maßnahmen im Mahnprozesses, damit die Gabriel-Chemie auch 2026 keine relevanten Forderungsausfälle verbuchen muss. Gleichzeitig gelten weiterhin strengere Kriterien für Bestellungen und Investitionen. Das Unternehmen verfolgt eine äußerst strikte und konservative Strategie, ohne dabei Einschränkungen bei zukunftsweisenden Investitionen einzugehen.

Im Bereich Verfügbarkeit und Preisentwicklung unserer relevanten Rohstoffe erwarten wir nach aktuellem Stand tendenziell eine stabile Notierung über das ganze Jahr 2026 hinweg. Mehr Details können dem Konzernlagebericht entnommen werden.

Die geplanten Investitionen konzentrieren sich hauptsächlich auf Maßnahmen zur Effizienzsteigerung innerhalb der Prozesskette. Darüber hinaus werden zusätzliche Investitionen in den Bereichen Digitalisierung und Nachhaltigkeit sorgfältig geprüft – insbesondere im Hinblick auf aktuelle staatliche Fördermöglichkeiten. Im kommenden Jahr ist außerdem eine größere Investition für die Verpackungs- und Abfüllanlage vorgesehen: Die veraltete Anlage soll durch eine moderne, leistungsfähige Variante ersetzt werden.

Durch unser Qualitäts- und Umweltmanagementsystem ist sichergestellt, dass kontinuierliche Verbesserungsprozesse gesteuert ablaufen und gesetzliche Anforderungen eingehalten werden. Entsprechend den internationalen Normen ISO 9001:2008, 22000:2005, 14001:2004 und 13485:2003 führen wir ein dokumentiertes Qualitätsmanagementsystem. Interne und externe Audits reduzieren Haftungs- und Umweltrisiken.

Unsere Mitarbeiter sind das Herz und Hirn der Gabriel-Chemie Gruppe. Die Mitarbeiter aller Standorte werden durch unsere Abteilung Corporate HR bei ihrer Aus- &

Weiterbildung unterstützt. Im abgelaufenen Jahr konnten einige Schulungen weiter vorangetrieben werden.

Die Tochtergesellschaft in Russland hat ihr lokales Geschäft mit Drittkunden weiterhin auf Vorauszahlungen umgestellt. Durch die zusätzliche Liquidität wurden auch die Intercompany – Lieferungen von Gabriel-Chemie auf Vorauszahlung umgestellt. Die Rückführung der langfristigen Finanzierung an die Gesellschaft wird fortgeführt und voraussichtlich mit 2026 beendet.

Zur aktuellen Situation der Russland- / Ukrainekrise und deren Auswirkung auf das Geschäft der Gabriel-Chemie sowie mögliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag verweisen wir auch auf den Konzernlagebricht.

Gumpoldskirchen, 18. Juni 2026

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