Inhaltsverzeichnis
1. Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft
Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt auf folgenden Bereichen:
- Erwachsenenberatung für Menschen mit sozialen oder psychischen Problemen - Chancengleichheit (Integration und Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen in Schule und Beruf) - Familienberatung und Familienplanung - Erziehungsberatung - Psychotherapie - Schuldenberatung - Gewaltschutz und Gewaltprävention - Familienarbeit - Jugendberatung - FrauennotWohnung und Krisenwohnungen - Sozialpädagogische Betreuung für Jugendliche - Sozialpsychiatrische Intensivbetreuung - Schulsozialarbeit - UMF (Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen)
Der Geschäftsverlauf im Berichtsjahr 2025 entwickelte sich weitestgehend planmäßig. Im Geschäftsfeld Inklusion und Selbstbestimmung sowie der Sozialpsychiatrischen Intensivbetreuung wurden Geldmittel im Ausmaß von rund 600.000,00 Euro nicht gewährt. Die Ausarbeitung, welche Produkte von dieser Maßnahme betroffen sind, erfolgte in Absprache mit dem Land Vorarlberg. Die Institut für Sozialdienste gGmbH hat auf die Situation reagiert und entsprechende Maßnahmen umgesetzt. Im Laufe des Jahres 2025 erfolgten weitere Abstimmungsgespräche über Ziele und weitere Schritte mit den Finanzierungsgebern. Die Nachfrage nach den Angeboten war auch im Jahr 2025 sehr hoch. Dies führte zu einer erneuten Steigerung der Betriebsleistung und einem positiven operativen Betriebsergebnis. Das Finanzergebnis entwickelt sich ebenfalls positiv. Die Marktlage und die Positionierung der Institut für Sozialdienste gGmbH waren und sind stabil.
II. Finanzielle Leistungsindikatoren
Zur Darstellung der Ertrags- und Vermögenslage sowie der Liquiditätslage wurden folgende Leistungsindikatoren bzw. Kennzahlen ausgewählt:
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Jahresüberschuss = EVT | 353.199,23 | 880.301,56 |
| Eigenkapitalquote | 40,9 % | 39,8 % |
| Fiktive Schuldentilgungsdauer | 3,62 J. | 1,57 J. |
| Working Capital (Nettoumlaufvermögen) | 4.328 T€ | 4.622 T€ |
| Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit | 1.167 T€ | 2.508 T€ |
| Cash Flow aus der Investitionstätigkeit | -590 T€ | -354 T€ |
| Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit | 0 T€ | 0 T€ |
Die Darstellung der Finanzlage erfolgt durch eine Geldflussrechnung entsprechend der AFRAC- Stellungnahme 36 Geldflussrechnung (UGB).
III. Bericht über Zweigniederlassungen
Es bestehen Zweigniederlassungen an folgenden Orten:
- Röthis, 6832 - Bregenz, 6900 - Dornbirn, 6850 - Hohenems, 6845 - Feldkirch, 6800 - Bludenz, 6700 - Egg, 6863 - Altach, 6844 - Schlins, 6824 - Hörbranz, 6912 - Brederis, 6830 - Imst, 6460 - Karrösten, 6463
IV.Forschung und Entwicklung
Die Produkte werden laufend evaluiert und weiterentwickelt. Ziel ist die fortlaufende Anpassung und Optimierung der Dienstleistungen.
V. Risikoberichterstattung
Die Hauptrisiken liegen in:
Besondere Risikoberichterstattung zu den Finanzinstrumenten: Grundsätzlich ist es Ziel, jedes wesentliche Risiko zu quantifizieren und in der Folge durch geeignete Maßnahmen zu beschränken.
Es bestehen folgende Risiken:
Forderungsausfallsrisiko: Das Ausfallsrisiko bei den Forderungen wird durch Wertberichtungen und das Debitorenmanagement begrenzt.
Währungsrisiko: Die Leistungen werden im Raum Vorarlberg und Tirol erbracht und ausschließlich in Euro abgerechnet. Es besteht diesbezüglich kein Währungsrisiko. Lediglich ein sehr geringer Teil der Wertpapierveranlagung erfolgt in Fremdwährung.
Preisänderungsrisiko: Um das Risiko hier zu beschränken, wird eine genaue Kostenrechnung und Detailplanung durchgeführt.
Zinsänderungsrisiko: Es gibt keine wesentlichen Bankverbindlichkeiten, daher besteht auf der Finanzierungsseite kein Risiko. Wesentliche Finanzmittel sind in Rentenpapieren veranlagt, wodurch in diesem Bereich ein Zinsänderungsrisiko besteht.
Fördermittelrisiko: Die Verrechnung der Leistungen erfolgt überwiegend mit dem öffentlichen Sektor. Deshalb stellen die Finanzsituation der öffentlichen Hand und die Aufteilung der vorhandenen Mittel ein relevantes Risiko für das Unternehmen dar. Mit Leistungsverträgen und ständigen Abstimmungsgesprächen wird dieses Risiko minimiert.
VI. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Die Auftragslage in den Hauptbereichen für das Jahr 2026 ist stabil. Aufgrund der angespannten finanziellen Situation der öffentlichen Hand erfolgten im Jahr 2025 umfassende Gespräche und einschneidende Entscheidungen des Landes Vorarlberg. Diese Entscheidungen werden sich massiv auf das Geschäftsjahr 2026 der Institut für Sozialdienste gGmbH auswirken. Mit 1.1.2026 musste das Produkt Menschengerechtes Bauen eingestellt werden, weil seitens des Sozialfonds Vorarlberg die Finanzierung beendet wurde. Hintergrund war, dass die Beratung für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung zum Thema Barrierefreiheit künftig nicht mehr als sozialfondsrelevant eingestuft wurde. Durch diese Entscheidung fiel mit 1.1.2026 ein beträchtlicher Teil der Finanzierung weg, weshalb es nicht mehr möglich war, die Leistungen von ifs Menschengerechtes Bauen aufrechtzuerhalten. Mit Ende März 2026 wurde zudem der Betrieb der Forensischen Ambulanz Vorarlberg eingestellt. Trotz wiederholter Gespräche und intensiver Bemühungen konnte mit den zuständigen Stellen des Bundes keine tragfähige und dauerhaft gesicherte Finanzierung erreicht werden. Außerdem wurde die bisherige Strukturförderung des Landes Vorarlberg eingestellt. Deshalb wurde das erste Quartal 2026 genutzt, um die bestehenden Abläufe geordnet abzuschließen und die Zusammenarbeit professionell zu beenden. Ende Oktober 2025 wurde die Institut für Sozialdienste gGmbH darüber informiert, dass der Sozialfonds Vorarlberg sämtliche Produkte und Tarife im Hinblick auf Vergleichbarkeit der Leistungen analysiert hat. Daraus resultierten Maximaltarife für Beratung, Betreuung und Therapie für das Jahr 2026. Für die Institut für Sozialdienste gGmbH bedeutet dies eine Tarifreduktion von insgesamt rund 1.200.000,00 Euro bei gleichbleibender Leistungsmenge. Dies erfordert umfassende Maßnahmen in vielen Produkten der Institut für Sozialdienste gGmbH. Daraus resultiert auch eine Standortschließung der Beratungsstelle Hohenems mit Herbst 2026. Da die finanzielle Situation von Bund, Land und Gemeinden derzeit sehr angespannt ist, werden im laufenden Jahr weitere Abstimmungsgespräche erfolgen. Ziele und zukünftige Maßnahmen werden stetig mit den Finanzierungsgebern abgeklärt.
Die Nachfrage nach den angebotenen Leistungen der Institut für Sozialdienste gGmbH ist weiterhin sehr hoch. Der bisherige Geschäftsverlauf entspricht den Erwartungen.
Röthis, am 08.05.2026
De Martina Garner
Dr. Martina Gasser