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I. Geschäftsfelder der Energie Ried
Die Energie Ried Gesellschaft m.b.H. wurde im Jahr 1909 als „Städtisches Elektrizitätswerk" der Gemeinde Ried im Innkreis gegründet und 1992 als „Stadtwerke Ried im Innkreis" aus der Stadtverwaltung ausgegliedert und in eine GmbH umgewandelt. Alleiniger Gesellschafter ist die Stadtgemeinde Ried im Innkreis.
Die Energie Ried ist verantwortlich für die Energie- und Wasserversorgung der Stadt Ried im Innkreis und ihrer Umgebung und sorgt dafür, dass die notwendige Energie und das benötigte Wasser in ausreichendem Maße und optimaler Qualität vorhanden sind.
Das Unternehmen beschäftigt durchschnittlich 137 Mitarbeiterinnen, davon 11 Lehrlinge, die im Geschäftsfeld Elektro- und Hausinstallation ausgebildet werden.
Die Energie Ried ist ein klassisches Stadtwerk mit Stromnetz und einer Übertragungsmenge von etwa 198 GWh im Jahr 2024. Am Netz befinden sich derzeit knapp 3.000 genehmigte und in Betrieb genommene Photovoltaikanlagen, davon sind knapp 44 MVA (Megavoltampere) leistungsmäßig netzwirksam. Die Energie Ried betreibt auch ein Gasnetz mit ca. 120 GWh Übertragungsvolumen im Jahr 2024, sowie eine Wasserversorgung der Stadt Ried, wobei im Jahr 2024 1 Mio m3/p.a gefördert wurden. Weiters befindet sich im Portfolio ein Elektrofachhandel, eine Elektroinstallation, eine Reparaturabteilung und der Immobilienbereich.
Umfeld und Rahmenbedingungen!)
Das Geschäftsjahres 2024 ist volkswirtschaftlich von der längsten Rezession der Zweiten Republik geprägt. Nach Angaben des Instituts für Höhere Studien (IHS) und des Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) ging im Kalenderjahr 2024 die österreichische Wirtschaftsleistung um -1,2 % zurück und im Euroraum um 0,9 %. Stagnation in der privaten Konsumnachfrage sowie schwache Investitionstätigkeit bewirken in Osterreich eine negative BIP-Entwicklung. Im ersten Quartal des Kalenderjahres 2025 konnte in Osterreich noch keine konjunkturelle Entspannung verzeichnet werden. Seit Juni 2024 senkte die EZB den für den Finanzmarkt maßgeblichen Einlagenzinssatz in mehreren Schritten und weitere Zinssatzsenkungen hängen von der Konjunktur- und Inflationsentwicklung ab.
Auf EU-Ebene war das Jahr 2024 geprägt von den Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni 2024 und von der Bildung der neuen EU-Kommission für die Periode 2024–2029. Zudem wurden im ersten Halbjahr 2024 diverse zentrale Legislativpakete wie das EU-Strommarktdesign und das Wasserstoff und Gasmarkt- Dekarbonisierungspaket zum Abschluss gebracht. Weiters wurden die politischen Prioritäten für die kommende Legislaturperiode sowie erste Weichenstellungen für das Arbeitsprogramm der neuen EU- Kommission veröffentlicht. Im Februar 2024 veröffentlichte die Europäische Kommission eine nicht legislative Mitteilung zu den EU-Klimazielen 2040, in welcher eine Reduktion der THG-Emissionen bis 2040
3)Quellen: IHS (Institut für Höhere Studien): Frühlingsprognose der österreichischen Wirtschaft
2) WFO (Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung): WIFO-Wirtschaftsdaten
Energie Ried Gesellschaft m.b.H.
um 90 % gegenüber 1990 vorgeschlagen wird. Diese Reduktion soll durch Technologien wie Carbon Capture Utilisation and Storage, Wasserstofferzeugung durch Elektrolyse und Erneuerbare inklusive Wasserkraft und Speichertechnologien erreicht werden. Eine verstärkte Marktintegration kann zu kostengünstigeren Energiepreisen beitragen. Als Antwort auf die Energiekrise der Jahre 2022/2023 wurde das europäische Strommarktdesign überarbeitet und im Frühsommer 2024 final beschlossen. Ziel der Reform war es, die Verbraucher:innen besser zu schützen, mehr Stabilität für Unternehmen zu schaffen und die Integration der erneuerbaren Energien ins Netz zu verbessern. Die überarbeitete Strombinnenmarkt-Richtlinie und die Verordnung ist am 16. Juli 2024 in Kraft getreten. Die Bestimmungen der Strombinnenmarkt-Richtlinie müssen zum größten Teil bis 17. Jänner 2025 in den Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden.
In den letzten acht Quartalen wurden, mit einer Ausnahme, negative Wachstumsraten gegenüber dem Vorquartal verzeichnet. Im Schlussquartal 2024 fiel die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorquartal um 0,4 %. Trotz stark steigender Realeinkommen hat im Jahr 2024 der private Konsum in Osterreich nur stagniert. Im Jahresverlauf hellte sich die Konsumstimmung aber leicht auf. Das IHS erwartet, dass sich das Verbrauchervertrauen weiter verbessert und der private Konsum 2025 um 0,8 % zulegt.
| 15% | Prognose | 15% | |||||||||
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| 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | 2026 | ||||
| Privater Konsum | Offentl. Konsum | Investitionen | Statistische Diff. | ||||||||
| Exporte | Importe | — BIP | |||||||||
Quelle: Statistik Austria, eigene Berechnungen, ab 2025 Prognose des IHS
Energie- und klimapolitisches Umfeld
Im Berichtszeitraum war die EU-Energiepolitik erneut wesentlich davon geprägt, eine Abfederung der Energiepreise zu erreichen sowie Aktivitäten zur Reduzierung der Energieimportabhängigkeit im Zusammenhang mit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine zu implementieren. Es wurden daher bestehende Kostenabfederungen aus nationaler Gesetzgebung für das Jahr 2024 verlängert. Fallende Beschaffungskosten bei Strom und Gas wurden zeitnah an Kunden weitergereicht. Weitere marktnotwendige Energiekostenentlastungen erfolgen im kommenden Geschäftsjahr 2025 und wurden seitens Energie Ried bereits an ihre Kunden kommuniziert.
Energie Ried Gesellschaft m.b.H.
Im Jänner 2024 wurde das zentrale Gesetz für die österreichische Elektrizitätswirtschaft, das EIWG, in Begutachtung geschickt. Das EIWG ist die grundlegende Uberarbeitung des EIWOG 2010. Es dient in erster Linie der Umsetzung EU-rechtlicher Vorgaben (wie der Elektrizitätsbinnenmarkt-Richtlinie). Mit dem Paket soll eine Modernisierung und Anpassung an energiewirtschaftliche Entwicklungen erfolgen – insbesondere die Integration neuer Marktteilnehmer:innen (Prosument:innen, Aggregatoren, Erneuerbare-Energie- Gemeinschaften, Peer-to-Peer (P2P)-Verträge, Gemeinsame Energienutzung, etc.). Des Weiteren soll es der Vereinheitlichung und Harmonisierung dienen und die bestehende doppelstöckige Struktur des ElWOG 2010 über Grundsatz- und Ausführungsgesetzgebung weitestgehend vermeiden. 2024 konnte keine Einigung zum EIWG erzielt werden. Im Jahr 2024 wurde zudem kein Begutachtungsentwurf für das 2023 angekündigte Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz vorgelegt. Ebenso konnte keine Einigung zum Erneuerbare-Gase-Gesetz erzielt werden. Per Mitte Mai 2025 wurde ein OGH-Erkenntnis zum gesetzlichen Preisänderungsrecht (RS 22A und 23 A), betreffend den § 80 Abs 2a EIWOG 2010 kommuniziert. Dazu gibt es derzeit intensiven Austausch auf Verbandsebene (Osterreichs Energie und VOEW) mit der Regierungskoalition, wie diese Rechtsgrundlage (Elektrizitätswirtschaftsgesetz) gesetzlich saniert werden kann. Energie Ried ist hier temporär betroffen, die Vorgehensweise der letzten Jahre, Endkundenkonditionsanpassungen mit neuem Vertragsabschluss durchzuführen, hat sich als richtig erwiesen. In den nächsten Monaten wird es hierzu einen neuen Gesetzesvorschlag § 21 EIWG geben.
Das Bundeskanzleramt brachte den Entwurf zum Bundesgesetz zur Gewährleistung eines hohen Cybersicherheitsniveaus von Netzund Informationssystemen (Netzund Informationssystemsicherheitsgesetz 2024 –NISG 2024 (inklusive Änderung des Telekommunikationsgesetzes und des Gesundheitstelematikgesetz)) im Juni 2024 im Nationalrat ein. Mit dem NISG 2024 sollte insbesondere die neue Cybersicherheits-Richtlinie NIS2 (EU 2022/2555) in nationales Recht umgesetzt werden. Eine Beschlussfassung ist im Jahr 2024 nicht mehr erfolgt. Im Berichtszeitraum wurde ein unternehmensweites Projekt zur Erfüllung der aus heutiger Sicht abschätzbaren Maßnahmen zur Erhaltung der Sicherheit gestartet. Auswirkungen daraus, wie zum Beispiel die Errichtung einer neuen Leitwarte, Zugangsbeschränkungen sowohl physisch als auch IT-technisch werden bereits im Folgegeschäftsjahr 2025 umgesetzt und sichtbar.
Das ursprünglich bis zum 31. Dezember 2023 befristete Gesetz zum Energiekrisenbeitrag-Strom (EKBSG) wurde bis Ende 2024 verlängert. Ursprüngliche Basis des Gesetzes war eine entsprechende EU- Notfallverordnung, deren Befristung jedoch ausgelaufen ist. Bei der Verlängerung 2024 wurden Anderungen bei der Höhe der Abschöpfung und der Anrechnung von Investitionen vorgesehen, um Investitionsanreize insbesondere im Bereich der Erneuerbaren zu setzen.
Ein Initiativantrag seitens der Regierungsparteien zur Einführung einer Beweislastumkehr für Anbieter von Elektrizität, Fernwärme und leitungsgebundenem Erdgas wurde im Juni 2024 vom Parlament verabschiedet. Damit soll bei Energieversorgungsunternehmen in Marktbeherrschungssituationen der Wettbewerb forciert und Preismissbrauch verhindert werden. Das Gesetz ist bis Ende 2027 befristet.
Im 8. April 2024 wurde der ÖNIP als übergeordnetes strategisches Planungsinstrument final veröffentlicht. Seine Erstellung ist im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz vorgegeben. Der ÖNIP verknüpft erstmals die Betrachtung der Infrastruktur für Strom, Gas und Wasserstoff und legt somit eine Planungsgrundlage für Infrastrukturentscheidungen vor. Er zeigt den notwendigen Ausbau der Strom-Übertragungsnetze für die Einbindung und Verteilung der Erneuerbaren Erzeugung auf und bildet auch die Veränderung des Gasnetzes und das Wasserstoff-Startnetz für die klimaneutrale Industrie in Österreich ab.
Energie Ried Gesellschaft m.b.H.
Energie Ried beschafft die benötigte elektrische Energie entsprechend dem gültigen Stromliefervertrag marktgetrieben am Marktplatz Osterreich (AT) oder auch international (DE). Die Preise für Frontjahr-Base AT 2024 (gehandelt 2023) erreichten im Jahresdurchschnitt 148,1 €/MWh, die Preise für Frontjahr-Base DE 2024 lagen bei 137,5 €/MWh. Damit gingen die Terminmarktpreise wieder deutlich um 53,1 % (AT) bzw. 54,0 % (DE) gegenüber der Vorjahresperiode zurück. Der Frontjahr-Peak AT wurde mit durchschnittlich 176,1 €/MWh, der Frontjahr-Peak DE mit 164,8 €/MWh gehandelt. Damit lagen die Terminmarktpreise im Frontjahr-Peak-Bereich um 57,8 % (AT) bzw. 58,8 % (DE) unter dem Niveau des Vorjahres. Am Spotmarkt AT sowie am Spotmarkt DE gingen die Preise auf dem Großhandelsmarkt für Strom im Jahr 2024 zurück. Für Grundlast verringerten sich diese in Osterreich um durchschnittlich 19,8 % auf 81,9 €/MWh, in Deutschland um 16,4 % auf 79,6 €/MWh. Jene fur Spitzenlast sanken in Osterreich um 19,1 % auf 93,5 €/MWh und in Deutschland um 17,0 % auf 88,2 €/MWh. Der Rückgang der Großhandelspreise ist insbesondere auf die verringerte Nachfrage nach Gas, Kohle und CO2- Zertifikaten zurückzuführen. So wurde in Deutschland ca. 30 % weniger Strom aus Kohle produziert als im Jahr 2023 und auch in Osterreich ist die Produktion aus Gaskraftwerken um fast 10 % zurückgegangen. Die Gaslagerstände waren aufgrund von LNG-Käufen auf dem Weltmarkt hoch.
Abbildung 1: Entwicklung der Frontjahresprodukte von Strom für 2025 im Laufe des Jahres 2024 (Quelle: Marktbericht Inercomp -20241216).
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23 Jan 24 Apr 24 jul 24 Oct 24 Strom HUPX Cal-25
Abbildung 2: Entwicklung der Frontjahresprodukte für Gas für 2025 im Laufe des Jahres 2024 (Quelle: Marktbericht Inercomp 20241216).
Oct 2 Jan 24 Apr 24 jul 24 Oct 24 EEK THE Cal-25 THE Spat
Abbildung 3: Strompreishistorie: Spotmarkt versus Terminmarkt EEX DE
(Quelle: Marktbericht Inercomp 20241216)
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| Spotmarkt Monatsmittefwe | |
| Spotmarkt Markterw | |
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| • Jahresfuture Mittelw | |
| Spotmarkt | nit |
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Neben den operativen Herausforderungen bei der Umsetzung des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzespakets (EAG-Paket) sind auch beim Netzbetreiber die Auswirkungen der aktuellen geopolitischen Lage sowie des Megatrends der Dekarbonisierung spürbar. Dies zeigt sich beispielsweise in der Sparte Stromnetz durch einen – neben den auf die Anreize aus dem EAG-Paket zurückzuführenden Aspekten – weiteren, ungebremsten Anstieg der Nachfrage nach PV-Anlagen.
Mit Ende des Geschäftsjahres waren knapp 3.000 PV-Anlagen im Netzgebiet der Energie Ried in Betrieb. Die Anzahl der Energiegemeinschaften und deren Mitglieder ist weiterhin steigend, auch branchenfremde Organisationen wie Raiffeisen OO sehen hier eine wichtige Portfolioerweiterung für ihre Bankkundengeschäft und nutzen dies als Kundenbindungsprogramm. Die Entwicklung/Offnung des Strommarktes ermöglicht hier den leichten Zugang für branchenfremde Anbieter und Dienstleister.
„Die Energiewende ist weiterhin sichtbar!"
Energie Ried Gesellschaft m.b.H.
II. Finanzen
A) Ertragslage Energie Ried
Die Betriebsleistung der Energie Ried lag im Geschätsjahr 2024 leicht über den Erwartungen. Insgesamt betrug die Betriebsleistung TEUR 45.415, (Vorjahr TEUR 54.321). Das Betriebsergebnis war 2024 mit TEUR 2.537 positiv (Vorjahr TEUR 1.349). Das Finanzergebnis fiel im Vorjahresvergleich von TEUR 3.496 auf TEUR 1.932. Das Ergebnis vor Steuern ist 2024 mit TEUR 4.468 positiv.
Umsatzrentabilität
Die Umsatzrentabilität entspricht dem Verhältnis aus Ergebnis vor Steuern und den Umsatzerlösen.
| Berechnung: | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern (EBT) x 100 | ||
| Umsatzerlöse | 10,1 % | 9,1 % |
Eigenka pitalrentabilität
Die Eigenkapitalrentabilität ergibt sich aus dem Verhältnis des Ergebnis vor Steuern (Summe aus Z 9 und Z 14) zum Eigenkapital.
| Berechnung: | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern (Summe aus Z 9 u. Z 14) x 100 | ||
| Eigenkapital zum 1.1.2024 | 7,0 % | 8,0 % |
Gesamtkapitalrentabilität
Die Gesamtkapitalrentabilität ergibt sich aus dem Verhältnis des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern zum Gesamtkapital.
| Berechnung: | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern x 100 | ||
| Gesamtkapital zum 1.1.2024 | 4,0 % | 4,5 % |
Energie Ried Gesellschaft m.b.H.
Insgesamt wurden 195,8 GWh Strom uber das Netz der Energie Ried an Endkunden weitergeleitet, dies entspricht einem Minus iHv 1,2 % gegenüber dem Vorjahr. Aus erneuerbaren Quellen wurden innerhalb des Netzes der Energie Ried 33,4 GWh zusätzlich eingespeist, Tendenz weiter steigend, was auch den Dekarbonisierungszielen der österreichischen Bundesregierung folgt.
Als Stromlieferant verbuchte die Energie Ried eine Abgabemenge von 97,4 GWh was annähernd dem Vorjahreswert entspricht.
Über das Gasnetz der Energie Ried wurden insgesamt rd. 119,7 GWh zu den Endkunden transportiert, im Jahr davor war die Menge noch um 5 % höher. Auch die an den Endkunden als Versorger gelieferte Menge iHv 36,8 GWh fiel etwas zum Jahr 2023 (-3 %).
Die Wasseraufbringung in der Abrechnungsperiode Juli 2023 – Juni 2024 hat mit 1.015.985 m3 gegenüber der Vorjahresperiode, ein Plus von 6,6% ergeben.
Die Abgabemenge in Höhe von 966.993 m3 konnte gegenüber dem Vorjahr um 13,3% gesteigert werden.
Die daraus resultierenden Verluste in Höhe von 4,8%, bzw. 48.992 m3 zeigten einen weiteren Rückgang um 5,4%, die sich durch die gesetzten Maßnahmen aus dem Vorjahr erklären.
Die begonnene verstärkte Rohrnetzkontrolle zeigt Wirkung und ist auch zukünftig, mit dem Ziel der weiteren Reduzierung der Rohrnetzverluste, weiterzuführen.
Weiters wurden 540 m Wasserleitungsrohr erneuert, die auch zur Reduktion der Verluste beigetragen haben.
Die Kundenanfragen im Bereich der Hausinstallation (PV-Anlagen, etc.) stiegen weiter an, der Boom hielt noch bis Ende 2024 an. Gegen Geschäftsjahresende entspannte sich die Thematik Fachkräftemangel durch Verwerfungen am lokalen Industriesektor etwas. Aufträge konnten somit rechtzeitig und gut abgearbeitet werden. Die Auftragslage für die kommenden Quartale ist zufriedenstellend.
Vermögenslage Energie Ried
Die Vermögenslage der Energie Ried ist stabil und steht weiterhin auf soliden Beinen. Im Geschäftsjahr 2024 betrug die Bilanzsumme TEUR 114.438 und das buchmäßige Eigenkapital TEUR 48.527. unter Berücksichtigung der Investitionszuschüsse ergibt sich eine EK-Quote von 44,7% (Vorjahr 43,6%). Die freie Gewinnrücklage beläuft sich wie im Vorjahr auf TEUR 27.847.
Die Energie Ried hat keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, sie finanziert ihre Investitionen bislang aus eigener Kraft.
Das kurzfristige Umlaufvermögen ist im Vergleich zum Vorjahr um ca. 4.474 TEUR niedriger, das kurzfristige Fremdkapital hat sich um 830 TEUR erhöht. Das Nettoumlaufvermögen (Working Capital) beträgt im Geschäftsjahr 2024 TEUR - 2.933. Im Vorjahr war das Nettoumlaufvermögen positiv und betrug TEUR 2.371 Die Nettoverschuldung betrug 2024 rund TEUR 2.801 (Vorjahr: - 4.004). Der Nettoverschuldungsgrad (Gearing) lag 2024 bei 5,8 % (Vorjahr: -8,6 %).
Der Buchwert des Anlagevermögens hat sich gegenüber dem Vorjahr von TEUR 95.515 auf TEUR 102.943 erhöht.
Bedingt durch die positive Entwicklung im Geschäftsjahr 2024 hat sich auch das buchmäßige Eigenkapital von TEUR 45.864 (31.12.2023) auf TEUR 48.527 (31.12.2024) erhöht.
Energie Ried Gesellschaft m.b.H.
Der Geldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrug rund TEUR 6.346 (Vorjahr: TEUR 7.302), jener aus der Investitionstätigkeit rund TEUR -10.864 (Vorjahr TEUR -6.720) und jener aus der Finanzierungstätigkeit TEUR 2.050 (Vorjahr TEUR 1.500). Der Finanzmittelbestand hat sich um TEUR 6.569 von TEUR 8.498 auf TEUR 1.930 verringert.
Die Energie Ried GmbH ist 100% Gesellschafter der Energie Ried Vertrieb GmbH, 60% Gesellschafter der Energie Ried Wärme GmbH sowie atypisch stiller Gesellschafter der Messe Ried GmbH. Das Unternehmen hat für die GRB Geothermie Ried Bohrung GmbH, einer Gesellschaft, an der die Energie Ried Wärme GmbH zu 95% beteiligt ist, Haftungen in Höhe von bis zu TEUR 10.000 übernommen. Davon ausgenutzt per 31.12.2024 waren 3.083 TEUR.
III. Zukunft und Ausblick
A) Zukünftige Entwicklung
Die Entwicklung am Energiemarkt stabilisierte sich im Berichtszeitraum, es ist jedoch weiterhin erkennbar, dass bereits geringe Systemstörungen zu maßgeblichen Reaktionen und Preisauswirkungen führen können. Der Bereich „Strompreisbremse“ im Absatzteil wurde nicht verlängert und endete somit per 31.12.2024. Der Weg zur Umsetzung der geplanten Energiewende wird durch fehlende Fördervolumina etwas entschleunigt. Prosumeranlagen, in Kombination mit EEG’S (Erneuerbaren Energie Gemeinschaften) werden weiterhin den Markt beleben und wachsen. Gegenläufig wirkt hier sicherlich die jüngsten Bewegungen am Vergütungsbereich bei PV-Anlagen in Osterreich. Marktorientierte Vergütungsmodelle lösen hier Förderkonditionen ab. Für die Energie Ried als Lieferant und Versorger bedeutet dies ein Risiko in der Beschaffungsprognose und der Bepreisung der Energieangebote.
Das im Nationalrat nach einem umfangreichen Begutachtungsprozess und der Einbindung zahlreicher Stakeholder beschlossene Energieausbaugesetz (EAG) sieht u. a. den Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen (Sonne, Wind, Wasser, Biomasse) bis 2030 um zusätzliche 27 TWh vor und diese Herausforderung beschäftigt die gesamte Branche weiterhin. Dies stellt die österreichischen Netzbetreiber vor große Herausforderungen, da hunderttausende Einspeiseanlagen an das Stromnetz angeschlossen werden und trotz des resultierenden, dynamisierten Energieflusses die Versorgungssicherheit auf höchstem Niveau zu gewährleisten ist. Die derzeit bestehende Netzinfrastruktur des UZPTE-Netzes (europäisches Verbundnetz) und damit auch jene der Energie Ried, ist vor dem Hintergrund dieser neuen Situation, gefordert. Energie Ried in seiner Funktion als Stromnetzbetreiber, hat hier in den letzten Monaten fachlich, personell und auch entscheidungstechnisch wesentliche Verbesserungen erzielen können.
In der Wärmeaufbringung hat Energie Ried mit der Entscheidung hin zur Wärmeproduktion aus Geothermie eine gute Position fixiert. Erhöhte Nachfrage bei den Kunden und klarer Zuspruch zu den notwendigen Infrastrukturprojekten/Baumaßnahmen bestätigen dies. Das Verdichten des Bestandsnetzes ist weiterhin ein wichtiger betriebswirtschaftlicher Erfolgsfaktor.
Im Bereich Wasserversorgung wird konsequent an der Erneuerung und dem Ausbau des bestehenden Netzes gearbeitet. Im Berichtsjahr 2024 konnte die geplante Sanierung des Hochbehälters Spießberg erfolgreich umgesetzt werden. Als nächstes, wesentliches Projekt steht die Ertüchtigung und der Ausbau des Trinkwasserbehälter Aubach an. Durch diese Maßnahmen erfolgt eine wesentliche Verlängerung der Einsatzmöglichkeit dieser wichtigen Trinkwassereinrichtungen für den Großraum Ried und die Energie Ried.
B) Chancen
Aus den Erkenntnissen der letzten Krisenjahre heraus, dass lange Lieferketten in solchen Zeiten erschwert zu beherrschen sind, bedeuten für ein regionales Unternehmen wie die Energie Ried eine große Chance. Gelebte Bürgernähe, kurze Informations- und Entscheidungswege und auch die Möglichkeit zur Reparatur von alltäglichen Geraten direkt vor Ort in Ried mit kompetenter Beratung, sind ein Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens. Stabile und sichere Arbeitsplätze sorgen für eine hohe Mitarbeiterbindung, die sich auf deren soziales Umfeld in Form einer Kundenbindung auswirkt und Verlässlichkeit, Sicherheit und Worttreue garantiert. Die Erwartung zur Ermöglichung der angesagten Energiewende, im engsten Bereich die Möglichkeit zur Stromeinspeisung aus hauseigenen PV-Anlagen, können ebenfalls von einem Vorortnetzbetreiber kundenorientierter umgesetzt werden. Der direkte Kontakt zwischen Kunde und Energie Ried ist hier als Chance zur weiteren Zusammenarbeit zu sehen.
Die Vermögenslage des Unternehmens ist als stabil zu bewerten und ermöglicht Sicherheit in der Planung und Umsetzung erforderlicher Projekte.
C) Risiken
Die Energie Ried ist noch immer Beschuldigte in einem anhängigen Strafverfahren nach dem Verbandsverantwortlichkeitsgesetz. Entsprechende Vernehmungen sind von WKStA (und verbundenen Behörden) durchgeführt worden, ein Endbericht ist noch ausständig. Es gibt Hinweise auf falsche Dateneingaben vor den derzeit laufenden Regulierungsperioden. Unklar ist, ob und wie sich das auf die Feststellungen der Behörden auswirkt. Aufgrund dieser Malversationen in der Energie Ried werden mehrere unterschiedliche behördliche Verfahren zu führen sein, deren Ausgang offen ist. Nach derzeitiger Wissenslage ist davon auszugehen, dass die jeweiligen Verfahren mehrere Instanzen durchlaufen werden, die sich zeitlich über Jahre ziehen können. Eine Einschätzung der zu erwartenden Strafhöhe und der allfälligen Rückzahlungen kann mangels Judikatur auch seitens der beigezogenen Rechtsbeistände derzeit nicht genauer abgegeben werden. Die aus dem Verfahren derzeit erkennbaren Risken sind bestmöglich abgeschätzt und durch allfällige Berechnungen und Eingaben von/bei WKStA und E-Control untermauert. Sowohl der Beginn des Verfahrens und auch eine allfällige Schadenshöhe kann, trotz der umfangreicher Aktenlage, derzeit nicht eindeutig abgeschätzt werden. Zur Festlegung einer allfälligen Belastung aufgrund Zinsberechnung fehlt, nach Auskunft der mit dem Fall beauftragten Anwaltskanzlei, ein vergleichbarer Verwaltungsansatz. Als anwaltliche Vertretung ist hier die Kanzlei Beurle, ein unbestrittener Branchenkenner, beauftragt. Beurle steht für Expertisen im nationalem und europäischem Energiewirtschaftsrecht (Strom, Gas, Ol, erneuerbare Energien und Okostrom) und auch als Vertretung vor nationalen und internationalen Regulierungsbehörden (insbesondere Tarif- und Missbrauchsverfahren), VwGH, VfGH, Europäischer Kommission und EuGH sowie Verfahrensführung vor den ordentlichen Gerichten inklusive Schiedsverfahren. Unter Berücksichtigung all dieser Fakten, Annahmen und Empfehlungen der Experten ist die derzeit vorgesorgte Rückstellung für diese Causa als angemessen und aus heutiger Sicht als gerechtfertigt anzusehen. Bei Gas befinden wir uns seit 1.1.2023 und bei Strom seit 1.1.2024 in einer neuen, unbeeinflussten Regulierungsperiode.
Die zeitliche und inhaltliche Festlegung der gesetzlichen Grundlage EIWG (Elektrizitätswirtschaftsgesetz) steht an. Wie weit es hier noch zu Anpassungen gegenüber dem vorliegenden Entwurf kommen kann, ist im Zuge des notwendigen Regierungsbeschluss auf Bundesebene offen. Wichtig wird auch sein, Marktbewegungen rechtzeitig zu erkennen und darauf richtig zu reagieren. Für notwendige Maßnahmen zur Heimmarktsicherung wurde bilanztechnisch in Form einer Drohverlustrückstellung vorgesorgt.
Energie Ried Gesellschaft m.b.H.
Die Veranlagungsformen der Energie Ried sind aufgrund der Verwerfungen auf den Finanzmärkten Schwankungen unterworfen, die zum Zeitpunkt der Berichtserstellung keine erheblichen Auswirkungen auf die Vermögenslage haben. Da die Ukraine-Krise andauert, besteht auch hier ein Risiko von Wertminderungen, welches zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht abschätzbar ist.
Die Infrastruktur in den Bereichen Wasserversorgung und Stromversorgung ist geschichtlich gewachsen, unterliegt dadurch dem branchenüblichen Zustand und beansprucht altersbedingt entsprechende Instandhaltungs- und Reinvestitionsmaßnahmen.
D) Forschung & Innovation
Die Sicherstellung des stabilen Wachstums des Unternehmens Energie Ried GmbH erfordert wesentliches Engagement in Forschung, Entwicklung und Innovation. Die Größe des Unternehmens im Branchenvergleich, die tatsächlich großen Aufgaben und somit ressourcenintensiven Themen mit den komplexen Rahmenbedingungen, bedingen unvermeidlich verantwortungsvoll über Kooperationen und Zusammenarbeit die Zielerreichung anzustreben. Die Werkzeuge dazu müssen für die Energie Ried GmbH entwickelt oder angepasst werden. Digitalisierung und Automatisierung sind nur ein Schlüssel darin. Erganzend wird die Vernetzung mit Kooperationspartnern aus Wissenschaft und Wirtschaft aufgebaut, regional wie auch national. Künstliche Intelligenz (KI) unterstützt seit dem GJ 2024 intern den Bereich Wissenstransfer. Hier ist eine zeitnahe Weiterentwicklung, auch in Richtung Kundenbetreuung, angedacht.
IV. Entwicklung und Prognose
Für das Geschäftsjahr 2025 wurde vom Aufsichtsrat ein Investitionsbudget von 18 Millionen Euro beschlossen, wovon Großteils in den Ausbau der Netze und die Digitalisierung investiert wird. Der Ausbau der Infrastruktur und die Modernisierung der Netze hat für das Unternehmen hohe Priorität, um die Anforderungen der Kunden bestmöglich abdecken und die Energiewende nach Kräften unterstützen zu können. Die Finanzierung erfolgt bis auf Weiteres aus Eigenmittel und ergänzend auch fremdfinanziert.
Mit den im Jahresabschluss 2024 unverändert gebildeten Rückstellungen geht die Geschäftsführung davon aus, ausreichend Vorsorge für die Aufarbeitung der Falschmeldungen an die E-Control nach jetzigem Wissensstand zu haben. Die Höhe der Rückstellung „Vorsorge Behördenverfahren“ beträgt per 31.12.2024 29.423 TEUR.
Mit den Investitionen und der Vorsorge für die drohenden Behördenverfahren sind die Sparten Stromnetz und Gasnetz im Unternehmen fit für die Zukunft und werden auch weiterhin eine solide Ertragslage im Unternehmen bringen. Auch im Wasserbereich kann von einer stabilen Entwicklung des Geschäftsverlaufes ausgegangen werden.
Der allgemeine Boom an Investitionen in Photovoltaikanlagen und Stromspeichern schwächt zwar fördergetrieben etwas ab, neue Fördermaßinahmen sind jedoch in Aussicht gestellt. Offentliche Auftraggeber sorgen in der Sparte Hausinstallation jedenfalls bis Ende 2025 für eine sehr gute Auslastung. Sollten seitens der österreichischen Bundesregierung weiterhin attraktive Fördermaßnahmen für die Energiewende angeboten werden, wird diese Entwicklung nachhaltig positiv bleiben.
In der zahlenmäßig kleineren Sparte Red Zac Fachhandel ist weiterhin hoher Einsatz zur Erhaltung des Segmentes notwendig. Das unmittelbare geographische Umfeld am Hauptplatz spiegelt die derzeitige
Energie Ried Gesellschaft m.b.H.
Schwierigkeit der Platzierung des Kundenzuganges „Einzelhandel vor Ort" wider.
Mit der Hereinnahme von neuen Eigenprodukten über RedZac erfolgte eine breitere Marktaufstellung. Nichtsdestotrotz sind die Margen im Fachhandel gering, insbesondere dort, wo man sich als Händler nicht von der Angebotsmasse im Internet und auch bei Diskontern abhebt. Spezielle, neue Produkte, ein insgesamt schlankeres Portfolio, das die naturgemäß besondere Beratungskompetenz benötigt, und die Kooperation mit Großhändlern, die insbesondere den Fachhandel als Vertriebskanal nutzen, wird auch im Red Zac Handel dazu führen, diese derzeit noch negativ wirtschaftende Sparte einer positiven Entwicklung zuzuführen.
Das erste Quartal des Geschäftsjahres 2025 zeigt im Gesamtunternehmen eine Erfüllung der Planannahmen. Im Energiehandel wird die Auswirkung „vor Ort Einspeisung" der gerade im Jahr 2024 intensiv ausgebauten PV-Struktur sicherlich eklatant spürbar. Das Geschäftsjahr 2025 sieht planmäßig ein positives Ergebnis vor.
Der Fokus muss und wird in allen Unternehmenssparten auf der Aus- und Weiterbildung motivierter Fachkräfte liegen, deren Engagement sorgt letztlich für den Unternehmenserfolg.
Diese gesamten Entwicklungen zeigen eines sehr deutlich: Die Energiewirtschaft ist – ökonomisch wie ökologisch – eine Schlüsselbranche. Die österreichische Energiewirtschaft und damit auch unsere Energie Ried ist sich ihrer besonderen Verantwortung bewusst und arbeitet mit voller Kraft an der Transformation des Systems. Damit diese gelingen kann, brauchen wir aber auch die richtigen Rahmenbedingungen, ein günstiges Umfeld und das Vertrauen von Politik und Bevölkerung.
Danke an alle unsere Kund:innen, unsere Stakeholder und unsere Partner:innen aus Politik und Verwaltung. Außerdem möchte ich auch den Mitarbeiter:innen unseres Unternehmens meinen Dank für den Einsatz und die intensive Mitarbeit aussprechen. Der Dank geht auch an unsere Eigentümervertreter:innen im Aufsichtsrat und der Generalversammlung für die kollegiale Zusammenarbeit und das Vertrauen. Es ist immer unser Anspruch, diesem Vertrauen gerecht zu werden.
Ried, am 6. Juni 2025
Ing. Fyedrich Pottinger MSc.