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Lagebericht 2024

Legrand Austria GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2024 · Eingereicht am 03. Feb. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

1.1. Geschäftsverlauf

Die Geschäftstätigkeit der Legrand Austria GmbH, Wien, bezieht sich auf den Handel mit Elektroinstallationsmaterialien vorzugsweise für alle Bereiche im Wohnbau aber auch für den Einsatz im Zweckbau.

Die ständige Erneuerung des Produktangebots mit innovationsfreudigen und designorientierten Systemen erlaubt, neben einer guten Position auf dem Markt des traditionellen Installationsmaterials, eine wichtige Präsenz auf denen in den vergangenen Jahren wachsenden Märkten wie der Hauskommunikation und insbesondere dem Markt der Hausautomation sowie für internetfähige und vernetzte Produkte, die eine Steuerung über das Smartphone ermöglichen.

Die Entwicklung des Baugewerbes ist maßgeblich für die Konjunkturvoraussetzungen der Branche „Elektroinstallationstechnik“. Die konjunkturellen Eintrübungen in der Baubranche, insbesondere im Wohnungsbau, setzten sich im Jahr 2024 weiter fort. Nach den Zahlen der Wirtschaftskammer Österreich liegt die Prognose für das Wachstum der gesamten Bauinvestitionen im Wohnungsbau bei -10,4% im Vergleich zu einem „Wachstum“ von -8% im Jahr 2023. Die Prognose für die Kennzahl „Bau insgesamt“ lag mit -4,1 hinter der Prognose von -2,7% für das Jahr 2023.

Nach einer guten Entwicklung 2022 (bereinigt um die Umsätze der Kabelverlegetechnik) haben wir im Jahr 2023 auch unter der oben beschriebenen Situation der Baubranche, die sich in dem für unser Geschäft so wichtigem Markt des privaten Wohnungsbaus als schwierig bzw. rückläufig dargestellt hat, insgesamt eine negative Entwicklung von -12,8 % hinnehmen müssen.

Obwohl sich im Baugewerbe wie oben beschrieben keine Verbesserung im Geschäftsjahr 2024 abgezeichnet hat, konnten wir das Jahr 2024 mit einem leichten Wachstum von 1,2% abschließen. Damit haben wir uns gegenläufig zum Markt positiv entwickelt. Maßgeblich für das nicht erwartete positive Abschneiden war die Einführung der neuen Schalterserie SEANO1h4. Eine neue Schalterserie im Unterputzbereich extra für die Märkte Deutschland und Österreich entwickelt und mit einer durchgängigen Smart Home Technologie, „Seano with Netatmo“, die insbesondere im Renovierungsbereich Vorteile durch eine einfache und kundenfreundliche Installation bringt. Darüber hinaus konnte der marktbedingte Rückgang in dem für uns wichtigen Bereich der Türkommunikation gestoppt werden. Somit konnten wir die beiden wichtigen Produktlinien, die noch in 2023 maßgeblich für den Rückgang verantwortlich gewesen sind, stabilisieren und ausbauen. Positiv zeichnet sich dabei sicherlich auch die Nähe zu unseren Kunden und eine intensive technische Betreuung aus.

1.2. Bericht über die Zweigniederlassung

Die Gesellschaft betreibt eine Zweigniederlassung in Linz.

1.3. Finanzielle Leistungsindikatoren

Die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wird im Folgenden anhand der nachstehenden wesentlichen Leistungsindikatoren erläutert:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
20242023
a) Umsatz18.047 TEUR17.563 TEUR
b) Jahresüberschuss164 TEUR129 TEUR

1.3.1. Ertragslage

Der Ertrag des Unternehmens ist im Vergleich zur Vorperiode stabil geblieben. Nach einer weniger guten Ertragsentwicklung im Jahr 2023, musste das Unternehmen der Marktsituation im Jahr 2024 weiterhin entgegenwirken. Inflationsbedingt gestiegene Kosten in allen Bereichen - insbesondere auch die Entwicklung in den Personalkosten - waren nicht bzw. nur teilweise zu kompensieren.

Die Kundenzufriedenheit hat sich aufgrund guter Lieferfähigkeit, fachlich technischem Support, kundennahem Innendienst und einem effektiv aufgestellten Außendienst auf einem günstigen Niveau gehalten.

Umsatz

Der Umsatz hat sich von 17,6 Mio. EUR auf 18,0 Mio. EUR gesteigert. In dem Bereich für Verteilereinbaugeräte, den wir seit einigen Jahren wieder aktiver bearbeiten mussten wir einen Rückgang hinnehmen wobei sich die Produktbereiche Schalter und Steckdosen sowie die Türkommunikation positiv entwickelt hat. Hier haben sich die Investitionen in die Vermarktung bzw. Produkteinführung ausgezahlt. Auch in dieser marktbedingt schwierigen Zeit zeigt sich, dass die guten strategischen Partnerschaften mit dem Elektrogroßhandel sowie die eng vernetzten Bindungen zu den Elektroinstallationsbetrieben sehr stabil und damit eine wichtige Basis für die zukünftige Geschäftsentwicklung sind.

Materialaufwand

Der Materialeinsatz in % der Umsatzerlöse im Jahr 2023 (56,3 %) hat sich im Jahr 2024 leicht auf 52,4 % reduziert. Diese Veränderung des Materialeinsatzes ist auf einen veränderten Produktmix zurückzuführen.

Personalaufwand

Der prozentuale Anstieg der Personalaufwendungen im Vergleich zu den Umsatzerlösen in 2023 (25%) zum Jahr 2024 (28%) bedingt sich in erster Linie durch die Gehaltsentwicklung im Jahr 2024 sowie durch die erhöhten Abfertigungsrückstellungen, die aufgrund der Restrukturierungsmaßnahmen angefallen sind.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrifft im Großen und Ganzen einen höheren Einsatz des Werbeaufwandes für die Markteinführung einer für uns sehr wichtigen Produktlinie, der neuen Schalterserie SEANO3134.

1.3.2. Vermögens- und Finanzlage

Das Unternehmen ist in den konzernweiten Planungs-, Budgetierungs- und Reportingprozess eingebunden. In regelmäßigen Geschäftslagebesprechungen wird die aktuelle Situation dargestellt und erörtert. Durch die Einbindung in den Legrand-Konzernkreis ist die finanzielle Ausstattung des Unternehmens für den Geschäftsbetrieb gegeben.

Die Vorräte zeigen im Berichtsjahr eine bemerkenswerte Erhöhung, die sich durch die geplante Umstellung auf SAP zum Anfang 2025 durch einen erhöhten Auftragseingang zum Ende des Geschäftsjahres bedingt hat. Alle Kunden wurden frühzeitig über den Systemwechsel in Kenntnis gesetzt, so dass eventuelle Lieferverzögerungen, resultierend aus der Umstellung, vermieden werden konnten.

Die Konzernforderungen (Cash-Pooling) sind leicht angestiegen.

Der Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit 2024 beträgt TEUR 72 (Vorjahr: TEUR -1.299). Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beinhaltet den leichten Anstieg der Cashpooling-Forderungen und beträgt TEUR -72 (Vorjahr: TEUR 3.885). Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt TEUR 0 (Vorjahr: TEUR -2.656).

Die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens ist jederzeit durch die Einbindung in den Cash- Pool-Prozess des Konzerns sichergestellt. Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind im Wesentlichen geprägt durch die Bereitstellung von Krediten. Diese Forderung wird mit dem üblichen Zinssatz verzinst.

2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens 2.1. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens (Prognosebericht)

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag (insbesondere im Hinblick auf die andauernde schwierige und kaum zu überblickende geopolitische Lage sowie die allgemein schwächere, wirtschaftliche Gesamtlage), die sich wesentlich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Legrand Austria GmbH auswirken, haben sich nicht ergeben.

Inwieweit sich der seit 24.02.2022 anhaltende Ukrainekonflikt oder auch die Zollpolitik der USA auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Legrand Austria GmbH auswirken wird, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar bzw. eine Prognose dazu nicht möglich.

Wir sehen für 2025 aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage aber insbesondere aufgrund der Entwicklung im Wohnungsbau ein weiteres Jahr mit erneut großen Herausforderungen.

Zu nennen sind hier die Veränderung der Inflation 2024 von 2,9 % im Vergleich zum prognostizierten Wert von 2,3% für 2025 sowie eine Normalisierung hinsichtlich der Bauzinsen. Dennoch wird die Marktsituation auch durch weiterhin hohe Baukosten angespannt bleiben. Positiv und dem negativen Bautrend entgegenwirkend sind sicher Aktivitäten, die durch Bund und die Länder aufgelegt werden. So sind die für die Jahre 2024-2026 geplanten Zweckzuschüsse in Höhe von 1 Mrd. Curo zu nennen, die für den Bereich Neubauten von Eigentums- und Mietwohnungen (mit und ohne Kaufoption) sowie für die Sanierungen von Mietwohnungen durch gemeinnützige Bauvereinigungen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen zur Verfügung gestellt werden.

Zusätzlich plant der Bund, in den Jahren 2024 und 2025 vergünstigte Darlehen an die Länder in Höhe von insgesamt 500 Mio. Euro mit einer Verzinsung von 1,5% pro Jahr bis einschließlich 2025 auszugeben. Die Länder können diese Darlehen als Wohnbauförderdarlehen bis zu einer Kreditsumme von 200.000 € an Privatpersonen weiterleiten.

Dennoch wird sich die Marktlage - auch durch die längere Flaute bei den Baugenehmigungen - aus unserer Sicht nicht kurzfristig signifikant verändern.

Der aktuell wirtschaftlich unsichere Hintergrund, insbesondere in der Bauindustrie, könnte weitergehende Auswirkungen auf die Produktnachfrage haben, die zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Jahresabschlusses nicht final absehbar sind. Es ist nicht möglich, die finanziellen Auswirkungen abzuschätzen, die dadurch auch in der kommenden Finanzperiode auf das Unternehmen Einfluss haben könnten.

Das Unternehmen gehört zum Legrand Konzern, der über eine solide Bilanzstruktur und eine leistungsfähige Finanzkraft verfügt.

Vor diesem Hintergrund werden wir weiterhin in gezielte Projekte investieren, die zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit des Unternehmens beitragen. Die Einführung neuer Produkte – besonders im Bereich der Schalter und insbesondere der Elektromobilität - sowie eine Verstärkung der Vertriebsaktivitäten werden die Voraussetzungen für eine Stabilisierung im Jahr 2025 sein.

2.2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

2.2.1. Finanzinstrumente

Zu den im Unternehmen eingesetzten originären Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.

Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind im Anhang zum Jahresabschluss dargestellt.

Derivate Finanzinstrumente wurden weder im Geschäftsjahr 2024 noch in den vorangegangenen Geschäftsjahren zur Sicherung von Risiken eingesetzt.

2.2.2. Finanzielle Risiken

Im Rahmen unserer Tätigkeit sind wir einer Vielfalt von finanziellen Risiken ausgesetzt. Insbesondere sind dies Kreditrisiken, Preisänderungsrisiken und Liquiditätsrisiken. Das Fremdwährungsrisiko aufgrund von Wechselkursschwankungen ist für unsere Gesellschaft nicht von Bedeutung, da der größte Teil an Transaktionen in EUR erfolgt.

Das vom Unternehmen eingesetzte Risikofrüherkennungs- und Risikomanagementsystem verbindet das Bestreben der Treasury-Abteilungen, des Konzerns und des Unternehmens, die Wahrscheinlichkeit eventueller Verluste sowie negativer Einflüsse auf die finanzielle Situation des Unternehmens zu vermindern. Die Treasury-Abteilungen beachten bei der Ausübung ihrer Funktion die vom Vorstand der Alleingesellschafterin herausgegebenen und approbierten Konzernrichtlinien.

Da wir eine weit gestreute Kundenbasis betreuen, ist eine breite Risikostreuung hinsichtlich des Kredit- und Ausfallrisikos gegeben. Das Kredit- und Ausfallrisiko wird weiter dadurch vermindert, dass potentielle Kunden vor Geschäftsabschluss einer ausführlichen Bonitätsprüfung nach klar definierten Prozessen unterzogen werden, die Außenstände anhand von Aginglisten wöchentlich analysiert und für zweifelhafte Forderungen angemessene Wertberichtigungen gebildet werden. Zudem hat das Unternehmen eine Kreditversicherung abgeschlossen, um sich verstärkt gegen Ausfallrisiken zu schützen.

Derzeit hat die Geschäftsführung keine Umstände identifiziert, die auf Kredit- oder Ausfallrisiken hindeuten, für welche noch nicht im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 Vorsorge getroffen worden wäre.

Die Gesellschaft ist zu rd. 15,6 % (Vorjahr 13,5 %) eigenfinanziert. Folglich ist das Unternehmen keinen wesentlichen Liquiditäts- oder Zinsschwankungsrisiken ausgesetzt.

Da die Konzerneinstandspreise in der Vergangenheit kaum Fluktuationen unterworfen waren, ist das angebotsseitige Preisänderungsrisiko von untergeordneter Bedeutung.

Das nachfrageseitige Preisänderungsrisiko beeinflusst die Leistungsindikatoren des Unternehmens unmittelbar. Um dieses Risiko zu vermindern, sind der Konzern und das Unternehmen bestrebt, pro-aktiv Forschung und Entwicklung zu betreiben, zukünftige Markttendenzen und Nachfragestrukturen frühzeitig zu antizipieren sowie durch kompetitive Preise neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kundenbeziehungen weiter zu festigen.

Darüber hinaus hat das Unternehmen einen Kundenservice geschaffen, der auf die Bedürfnisse jedes Kunden individuell zugeschnitten ist.

Zusammenfassend erachtet die Geschäftsführung des Unternehmens das vorstehend erläuterte Risikomanagementsystem hinsichtlich der Geschäftstätigkeit des Unternehmens als effizient und adäquat.

3. Bericht über die Forschung und Entwicklung

Die Gesellschaft selbst entfaltet keine Tätigkeiten auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung.

Wien. 10. Juli 2025

Die Geschäftsführung:

I legrand

Legrand Austria GmbH / Floridsdorfer /Hauptsk. A-1210 Wieg

Christoph Felinandogel

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