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Lagebericht 2025

Papierholz Austria GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 25. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

Ausblick 2026

Das budgetierte Holzeinkaufsvolumen der Papierholz Austria GmbH (in weiterer Folge als „PHA“ bezeichnet) für 2026 basiert auf den geplanten Produktionsmengen der Gesellschafterwerke und dem budgetierten Bedarf der großen Sägerundholzkunden.

Das makroökonomische Umfeld der Gesellschafter von PHA ist aufgrund des Rückgangs des globalen Wirtschaftswachstums und der geopolitischen Lage mit großer Unsicherheit behaftet. Das Ausmaß dieser Veränderungen, die zunehmend volatiler und in ihrer Wirkung mit wechselnder Intensität auftreten, fordert die Resilienz von PHA und ihren Gesellschaftern.

Auch unter schwierigen Rahmenbedingungen bleibt es höchste Priorität, die Gesellschafterwerke mit dem Rohstoff Holz zu konkurrenzfähigen Preisen zu versorgen,

Strategisch ist es wichtig die aktuelle Marktposition, national wie international, zu halten, respektive in den Kernmärkten sogar auszubauen. PHA wird weitere Standorte für Terminals prüfen, um die Flexibilität im Holzeinkauf noch weiter zu erhöhen.

Für PHA und ihre Gesellschafter ist es von höchster Priorität, dass angeliefertes Holz den Zertifizierungsstandards nach PEFCT{m™}$ und FSC* entspricht. Durch die Einführung des ISO 38.200 Standards und der Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts werden auch in diesem Bereich die Möglichkeiten erweitert, wichtige Nachhaltigkeitsparameter zu definieren und zu monitoren.

1. Bericht über den Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage

1.1. Geschäftsverlauf

Im Geschäftsjahr 2025 wurden insgesamt 4.635.373 Festmeter (FM) (2024: 4.926.800 FM) an Industrieholz (Industrierundholz u. Sägehackgut) an die Gesellschafterwerke Norske Skog Bruck GmbH, Mondi Frantschach GmbH, Sappi Austria Produktions-GmbH & Co. KG und Zellstoff Pöls Aktiengesellschaft und 219.423 FM (2024: 223.938 FM) an sonstige Industrieholzkunden geliefert. Die abgelieferte und abgerechnete Sägerundholzmenge an die Stora Enso Wood Products Sägewerke bzw. an sonstige Sägerundholzkunden betrug 864.327 FM (2024: 873.393 FM). Zu Biomassekunden (teilweise Gesellschafterwerke) wurden 501.954 FM (2024: 490.603 FM) geliefert. Das Einkaufsvolumen der Industrieholzsortimente ist gegenüber 2024 zurückgegangen, weil die budgetierte Anlieferung im letzten Quartal, mangels Minderproduktion der Sägeindustrie und taktischem Zurückhalten der Waldbesitzer, nicht eintrat. Der daraus resultierende Lagerabbau hat zu einem signifikant niedrigerem Lagerstand zum Jahresende geführt.

Sägerundholz blieb in etwa auf dem Vorjahresniveau (-9.066 FM). Im Gegensatz dazu konnte die Biomasse aufgrund einer gestiegenen Nachfrage einzelner Gesellschafterwerke als auch als Substitutionsmöglichkeit zu Gas/OI (+11.351 FM) nochmals leicht gesteigert werden.

Die bereits bestehenden Außenläger (Terminal Amstetten, AL Pöls u/o Lieferantenlager) wurden wie in den Vorjahren im erforderlichen Ausmaß genutzt.

Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

1.1.1. Finanzielle Leistungsindikatoren

Umsatz

Der Gesamtumsatz der Gesellschaft betrug im Jahr 2025 485.243,0 TEUR, (2024: 497.676,6 TEUR), davon Inlandsumsatz 484.269,1 TEUR (2024: 496.516,7 TEUR) bzw. Auslandsumsatz 973,9 TEUR (2024: 1.159,9 TEUR). Es erfolgten Lieferungen in Höhe von 355.773,1 TEUR (2024: 375.146,2 TEUR) an die Gesellschafter.

Bilanzgewinn/- summe

Der Bilanzgewinn betrug zum 31.12.2025: 4.248.445,74 EUR (31.12.2024: 4.061.653,80 EUR). Der Jahresüberschuss belief sich zum 31.12.2025 auf 186.791,94 EUR (31.12.2024: 160.159,14 EUR). Das vom Budget abweichende Ergebnis ist mitunter auf Dotierungen von Personalrückstellungen (Altersteilzeit-, Urlaubs-, Abfertigungs-, und Jubiläumsgeldrückstellungen) zurückzuführen. Die Bilanzsumme betrug zum 31.12.2025: 71.730,4 TEUR (31.12.2024: 74.091,0 TEUR).

Eigenmittelquote

Die Eigenmittelquote betrug 6,1 % (2024: 5,7 %).

Geldflussrechnung

Der Netto-Geldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrug zum 31.12.2025 -5.590.065,44 EUR (31.12.2024: 15.946.625,85 EUR). Dieser Wert wurde u.a. durch eine Veränderung von Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bzw. Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, einer Zunahme von Rückstellungen bzw. durch Veränderungen von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen respektive sonstigen Verbindlichkeiten begründet.

Der Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit betrug zum 31.12.2025: -199.584,35 EUR (31.12.2024: 777.646,57 EUR). Zurückzuführen ist dieser Wert im Wesentlichen auf die Bereinigung der CF-Rechnung um die Beteiligungserträge sodass ausschließlich Anlagenzugänge iHv -199.794,35 EUR verbleiben.

Der Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit betrug zum 31.12.2025: 37.297,54 (31.12.2023: -7.671.107,61 EUR). Die Veränderung basiert auf Einzahlungen/Auszahlungen für die Aufnahme/Tilgung von sonstigen Finanzkrediten.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Mitarbeiter

Analog zu den Vorjahren ermöglicht PHA älteren DN ihre Arbeitszeit vor dem Pensionsantritt in Form von Altersteilzeit (ATZ) zu reduzieren. Das Modell der ATZ bietet, neben den Vorteilen für die DN, dem DG die Möglichkeit den Personaleinsatz den Erfordernissen anzupassen.

Neben entsprechender Personalführung durch Führungskräfte, als Kernelement einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung, tragen Mitarbeiterförderung und Weiterbildung zur positiven Unternehmensentwicklung bei.

Das abgelaufene Geschäftsjahr war geprägt durch eine kontinuierliche Optimierung und Adaptierung der Geschäftsprozesse des ERP-Systems. Die Vorbereitung der Mitarbeiter*innen auf die zunehmende Digitalisierung und das IT-Umfeld im jeweiligen Fachbereich als auch qualifizierte Schulungen und Kurse standen im Zentrum der Weiterbildungsmaßnahmen in den jeweiligen Abteilungen.

Unternehmerische Verantwortung

Entsprechend der Umweltpolitik orientiert sich PHA an den Prinzipien einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und Erhaltung der natürlichen Vielfalt. PHA ist bestrebt den Einsatz von zertifiziertem Holz (nach PEFCT™; FSC® und SURE*) zu steigern und somit den Erfordernissen der Gesellschafter und des Marktes bestmöglich nachzukommen.

Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens

1.2. Prognose der voraussichtlichen Entwicklung des Unternehmens

Der kontinuierliche Ausbau des Holzeinkaufvolumens im Kerneinkaufsgebiet stellt 2026, analog zu den Vorjahren, eine Herausforderung dar. Die Situation am Industrieholzmarkt hat sich in Zentraleuropa nach einer leichten Entspannung mittlerweile gedreht, sodass alternative Versorgungskanäle zu erschließen sind, um die Versorgungssicherheit der Gesellschafter zu gewährleisten. Die Ursache darin liegt am Umstand, dass es am Markt viele Nachfrager aus unterschiedlichen industriellen und gewerblichen Sektoren gibt und somit die Nachfrage das derzeitige Angebot übersteigt.

Trotz weiterhin schwieriger makroökonomischer Rahmenbedingungen (Kriege, Rezession), und einer im internationalen Vergleich nach wie vor hohen Kostenstruktur (Energie-, Lohnund Logistikkosten) werden die Gesellschafter von PHA bestrebt sein, der Marktsituation entsprechend zu produzieren. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann davon ausgegangen werden, dass sich das Einkaufsvolumen für die Gesellschafterwerke auf dem Vorjahresniveau bewegen wird. Sägerundholz und Biomasse bleiben stabil auf dem Niveau des letzten Jahres.

Die größtenteils digitalisierten Geschäftsprozesse und deren laufende Optimierung, bringen wesentliche Effizienzsteigerungen in den administrativen und logistischen Arbeitsabläufen.

1.3. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

1.3.1. Beschaffungsmarktrisiko

Die temporäre Entspannung auf den Industrieholzmärkten (Sägehackgut u. Industrierundholz) im Laufe des abgelaufenen Geschäftsjahres, erwies sich durch die geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen am internationalen Holzmarkt ab dem letzten Quartal 2025 als nicht nachhaltig. Das daraus entstandene Minderangebot führte zu Preisanstiegen, die sich auf das gesamte Jahr 2026 auswirken. Politische Restriktionen, die

Kriege in der Ukraine und vor allem im Nahen Osten treiben Rohstoffpreise (v.a. Ol und Gas) in die Höhe, die zusätzlich die Holzkosten der PHA – Gesellschafter massiv belasten. Die wiederkehrende höhere Inflation in Europa trägt zu einer anhaltenden Verunsicherung aller Marktteilnehmer bei.

Den Risken auf den Beschaffungsmärkten wird, analog zu den Vorjahren, mit einer möglichst breiten Risikostreuung begegnet (Langfristverträge mit Großlieferanten, Erschließung neuer Märkte, breite heterogene Lieferantenstruktur), sodass Ausfälle von Lieferanten (e.g. dem Ukrainekrieg, Exportbeschränkungen etc.) - unter Einbeziehung ökonomischer Gesichtspunkte- kompensiert werden können.

Wie sich die EU-Rahmenrichtlinien zum Thema Waldbewirtschaftung und Nachhaltigkeit (RED III, EUDR, Biodiversitätsstrategie etc.) auf die Beschaffung des Rohstoffs Holz auswirken, ist nach wie vor offen. Sicher ist, dass es schwieriger wird, vorhandene Potentiale in Osterreich und Zentraleuropa zu heben und Mengen zu mobilisieren.

1.3.2. Absatzmarktrisiko

Für die Industrieholzsortimente besteht ein sehr geringes Absatzrisiko, da das Einkaufsvolumen, dem Unternehmenszweck entsprechend, überwiegend an die Gesellschafter geliefert wird.

1.3.3. Finanzrisiko

Fremdwährungsabsicherungen wurden 2025 nicht getätigt, da alle Käufe und Verkäufe in Euro fakturiert wurden. Das Delkredererisiko des Unternehmens kann als gering bezeichnet werden, da die Forderungen gegenüber den Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (43.700,8 TEUR zum 31.12.2025) durch Konzernhaftbriefe bzw. Bankgarantien besichert sind. Für alle sonstigen Abnehmer (Sägewerke, BBS- Kraftwerke) bestehen Bankgarantien oder wurden Kreditversicherungen abgeschlossen. Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt über einen Kontokorrentkredit.

Wirtschaftsforscher sehen die österreichische Wirtschaft nach einer Stagnation in einer leichten, aber fragilen Erholungsphase, deren Entwicklung vor allem durch den aktuellen Nah-Ost-Konflikt beeinflusst wird. Die aktuelle Schätzung prognostiziert für die Sortimente Industrieholz (Rundholz und Sägehackgut), Sägerundholz und Biomasse Umsätze, die auf dem Niveau des Vorjahres liegen wobei mit erhöhter Preisvolatilität, bedingt durch Nachfrageänderungen, zu rechnen ist.

Liquiditätsengpässe sind nicht zu erwarten, da der Rahmen des Kontokorrentkredits im Anlassfall umgehend erhöht werden kann.

1.3.4. Rechtliche Risiken

Rechtlichen Risiken begegnet PHA mit Schulungen, respektive durch externe juristische Prüfung und Beratung. Compliance Guidelines, deren Einhaltung konsequent überprüft wird, sowie ein Code of Conduct definieren Verhaltensregeln, die für sämtliche Mitarbeiter bindend sind.

1.3.5. Personalrisiken

Die Fluktuation im Arbeitnehmerbereich ist auf einem niedrigen Niveau, das Risiko kann als gering eingestuft werden.

2. Forschung und Entwicklung

PHA ist ein begehrter Projektpartner von Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Das Projekt PACE-DPP- (Digitaler Produkt Pass; Unterstützung im Zuge der EUDR-Implementierung) ist nach erfolgter Bewilligung in Umsetzung. Das Projekt AUTO – Forst, ein Projekt zur Digitalisierung der Logistikkette, wird 2026 gestartet (Dauer vier Jahre).

3. Bericht über Zweigniederlassungen

Das in Ungarn installierte Terminal (Papierholz Austria GmbH Magyarorszagi Fioktelepe), das hauptsächlich als Lager- und Umschlagsplatz für Biobrennstoffe und Industrierundholz dient, hat sich bewährt und wird im erforderlichen Ausmaß weitergeführt. Des Weiteren bestehen noch zwei inländische Zweigniederlassungen in Gratkorn und Pöls.

4. Lager Fürnitz

Die Strategie, weitere externe PHA- eigene Lagerflächen als Zwischenlager bzw. Umschlagsflächen zu installieren, wurde weiterverfolgt respektive mit einem strategischen Partner umgesetzt. Nachdem Schadereignisse zunehmend intensiver, häufiger und zum Teil verstärkt lokal begrenzt auftreten, wurde nun auch ein weiteres Terminal in Fürnitz im Süden Osterreichs (Kärnten) in Betrieb genommen. PHA kann dadurch den Holzeinkauf im angrenzenden Gebiet (Oberkärnten, Friaul, Radovljica) intensivieren, weiters können im Kalamitätsfall temporär auftretende Mehrmengen aufgenommen werden. Diese Lagerfläche dient auch als zusätzliche Puffermöglichkeit für andere Sortimente, wie beispielsweise Biomasse oder Hackgut.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
Signiert von: Christian Paul Schnedl
DIE GESCHÄFTSFÜHRUNG
Datum:06.05.2026 13:25:32

Frantschach, 29. April 2026

TRUST

Andreas Erikch Kogler Nr 910 0/2014 vom 23 una urma 06.05.2026, 14.55 (GMT-02:00) ID Austria DI Andreas Kogler

Dr. Christian Schnedl

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