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Lagebericht 2025

Remus Innovation GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 29. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Unternehmens- und Marktsituation

REMUS (ehemals SEBRING Technology GmbH) beschäftigt sich mit der Entwicklung und Erzeugung von Abgasanlagen, Endrohrblenden, Schalldämpfern und Akustiklösungen für alle Arten von Verbrennungsmotoren für die 2-Rad- und 4-Rad-Industrie. Die Hauptzielgruppe des Unternehmens ist die globale High-End Performance Fahrzeugindustrie. Die Remus Innovation GmbH beschäftigt sich seit dem Geschäftsjahr 2020 mit diesem Segment.

Im Jahr 2025 wurde das margenschwache Setzteilgeschäft abgebaut und auf Werkzeugbau sowie Metal Competencies gesetzt. Dabei begleitet REMUS die Kunden von der ersten Idee über die Produktentwicklung und Prototypenfertigung bis hin zur zuverlässigen Serienlieferung. Die Umsätze haben sich entsprechend mit höheren relativen Ergebnisbeiträgen entwickelt.

Die globale Automobilindustrie befindet sich weiterhin in einer Phase struktureller Transformation. Der Markt ist weiterhin durch hohen Kostendruck geprägt. Branchenweit sinken Margen und zahlreiche Unternehmen reagieren mit Restrukturierungsmaßnahmen, Kapazitätsanpassungen oder Standortoptimierungen. In Europa wurden in den letzten zwei Jahren über 100.000 Arbeitsplätze in der Zulieferindustrie abgebaut, was die strukturellen Herausforderungen der Branche verdeutlicht.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Industrieunternehmen in Osterreich waren im Jahr 2025 geprägt durch schwaches Wirtschaftswachstum und stagnierenden Exporten. Auch die Inflation bleibt ein zentrales Thema. Steigende Lohnkosten und Energiepreise belasten die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. Im Jahr 2025 als auch im Jahr zuvor wurde die gesamte Automobilindustrie, sowie die Zulieferindustrie durch eine rückläufige globale Nachfrage erschüttert, Anpassungen von Konzernstrukturen bei den OEM-Kunden stehen seit daher an der Tagesordnung. Zusätzlich erhöhen geopolitische Spannungen, Handelsbarrieren und steigende regulatorische Anforderungen den Kostendruck innerhalb der Lieferketten. Gleichzeitig versuchen OEMs verstärkt, ihre Margen zu stabilisieren, indem Kosten entlang der Zulieferkette weitergegeben werden. Für die Zulieferindustrie bedeutet dies ebenfalls die erforderlichen Maßnahmen zu setzen, um die Profitabilität sowie die Liquidität sicher zu stellen.

Für REMUS ist es deshalb weiterhin notwendig, effizienter und kostengünstiger zu produzieren. Für REMUS bedeutet das eine weitere Intensivierung der Anstrengungen am Standort Bosnien, ebenso werden Verlagerungen zum im Jahr 2024 von der Remus Holding GmbH erworbenen Teilkonzern „GLM“ vorangetrieben, welche über Produktionsstandorte in Süditalien (Pescara) sowie Serbien sowie Mexiko verfügt. Weiters hat sich das Management der REMUS dazu verpflichtet, sämtliche Prozesse sowie Strukturen unter dem Grundsatz der Kostenwahrheit laufend zu beurteilen.

REMUS konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von gesamt rund 92,4 Mio. € (Vorjahr: 125,6 Mio. €) erzielen. Dieser Rückgang ist durch den Abbau des margenschwächeren Setzteilgeschäft, welches bereits im 1. Quartal 2024 abgebaut wurde, jedoch im Jahr 2024 mit einem Quartal noch berücksichtigt wurde, zurückzuführen.

Das Betriebsergebnis 2025 beträgt 0,2 Mio. € (Vorjahr: -0,8 Mio. €). Diese gegenüber dem Vorjahr deutliche Verbesserung ist durch die Anpassung der Unternehmens- und Kostenstruktur im Jahr 2025 begründbar. Gegenüber dem Jahr 2024 wurde der durchschnittliche Personalstand berechnet in Vollzeitäquivalenten von 394 auf 305 gesenkt. Weitere Adaptierungen sind für das Jahr 2026 geplant, demnach werden weitere arbeitsintensive Produktionsprozesse an den Standort in Sanski Most (BIH) ausgelagert.

Das Ergebnis vor Steuern beträgt im Jahr 2025 - 0,9 Mio. € (Vorjahr: -2,2 Mio. €), bedingt durch hohe Finanzierungskosten aus der GLM-Akquisition aus dem Jahr 2024, beträgt das Finanzergebnis für das Geschäftsjahr 2025 -1,0 Mio. € (Vorjahr: -1,4 Mio. €).

Für das Geschäftsjahr 2025 beläuft sich der Netto-Geldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit auf 3,1 Mio. € (Vorjahr: -10,8 Mio. €). Der Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit belief sich auf -1,2 Mio. € (Vorjahr: -0,6 Mio. €). Der Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit beträgt für das Geschäftsjahr 2025 -3,1 Mio. € (Vorjahr: 10,3 Mio. €). Die Liquidität des Unternehmens war zu jedem Zeitpunkt sichergestellt.

Das Unternehmen weist ein Eigenkapital von 18,0 Mio. € (Vorjahr: 17,0 Mio. €) auf. Dies entspricht zum Bilanzstichtag einer Eigenkapitalquote von rund 29,69 % (Vorjahr: 24,66 %).

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden rd 2,0 Mio. € (Vorjahr: 1,1 Mio. €) investiert.

Die Gesellschaft verfügt über keine Zweigniederlassungen.

2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens

Die Fahrzeugindustrie steht vor tiefgreifenden Veränderungen, die durch technologische Innovationen, verändertes Konsumverhalten und regulatorische Vorgaben getrieben werden. Für die kommenden Geschäftsjahre wird insgesamt von einer moderaten, jedoch weiterhin volatilen Entwicklung der globalen Automobilmärkte ausgegangen. Die Produktionszahlen der Automobilhersteller dürften sich nach den starken Schwankungen der vergangenen Jahre stabilisieren, jedoch nur mit begrenzten Wachstumsraten entwickeln. Maßgeblich hierfür sind insbesondere die weiterhin verhaltene konjunkturelle Entwicklung in Europa, geopolitische Unsicherheiten sowie strukturelle Veränderungen innerhalb der Automobilindustrie.

Parallel hierzu wird erwartet, dass der Kostendruck entlang der gesamten automobilen Wertschöpfungskette weiterhin hoch bleibt. Automobilhersteller werden auch künftig verstärkt Maßnahmen zur Kostenoptimierung verfolgen und entsprechende Anforderungen an ihre Zulieferer weitergeben. Hinzu kommen steigende Anforderungen hinsichtlich Nachhaltigkeit, CO2- Reduktion, Lieferkettentransparenz sowie regulatorischer Vorgaben.

Seit 2025 gelten in der EU verschärfte Grenzwerte, deren Nichteinhaltung zu hohen Strafzahlungen führen kann. Dies erhöht den Druck, den Anteil emissionsfreier Fahrzeuge zu erhöhen. Im für REMUS relevanten Markt der High Performance Cars und Luxury Cars mit Verbrennungsmotor ist diese Veränderung nur teilweise spürbar und wird weiterhin mit hohen Nachfragezahlen gerechnet. REMUS ist durch die eingesetzten Technologien, sowie das Produktportfolio gut aufgestellt. Zusätzlich ist die Diversifizierung im Bereich der batterieelektrischen Brennstoffzellen Fahrzeuge mit dem Partnerunternehmen WE-FORM im Technologiewechsel entsprechend gegeben.

Der Gesamtauftragsbestand liegt mit Stichtag 31.12.2025 bei rund 201,5 € Mio.

Wesentliche Risiken für 2026 werden aufgrund der Abhängigkeiten von globalen Lieferketten, insbesondere bei Halbleitern und Batterierohstoffen erwartet. Diese können den Beschaffungsmarkt anfällig für Störungen machen. Geopolitische Spannungen können diese Risiken verstärken und die Produktionsplanung beeinträchtigen.

Fremdwährungsrisiken bestehen in geringem Ausmaßs, da sowohl Beschaffung als auch Absatz fast zu 100% in Euro erfolgen.

Die Gesellschaft bediente sich im Jahr 2025 keiner derivativen Finanzinstrumente.

Die Finanzierung und Liquidität der Gesellschaft sehen wir durch die gute Zusammenarbeit mit der Raiffeisen Factorbank sowie den Gesellschafterdarlehen, durch den geplanten operativen Cash-Flow ausreichend sichergestellt.

Im Jahr 2026 ist geplant, die neue Business Line Metal Competencies weiter auszubauen, verstärkt auch neue Märkte, außerhalb Europas für das Segment der Performance Parts zu akquirieren.

3. Forschung & Entwicklung

Um die „First-Mover-Position“ von REMUS auch zukünftig zu sichern, wurde der Entwicklungsfokus unter anderem auf Weiterentwicklung von Isolierungssystemen sowie Hitzeschildtechnologien gelegt. Der Entwicklungsschwerpunkt Leichtbau soll durch Einsatz neuer Materialien sowie Geometrien eine laufende Gewichts- und Materialeinsparung ermöglichen und dadurch einen positiven Umwelteffekt erzielen.

In Zeiten von steigenden Abgas-Temperaturen im Zuge von Motor-Downsizing sind weiterhin neue, alternative Konzept-Entwicklungen und -Umsetzungen im Bereich Beschichtungsarten/- verfahren sowie neue Blendenkonzepte entscheidend für die Marktpräsenz und den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens.

Im Bereich der Akustik wurden hochqualitative Entwicklungen vorangetrieben, um auch den Herausforderungen im Zuge der Elektrifizierung kompetent entgegenzutreten und unseren Kunden souveräne Konzepte anzubieten. Im GJ 2025 wurde die Weiterentwicklung des

Soundkonzepts für ein E-Rallye-Fahrzeug fortgesetzt. Das neue System kann damit zusätzlich die erhöhten Anforderungen des E-Motorsports erfüllen.

Um das Ziel der effizienteren Nutzung des Schalldämpfervolumens laufend zu verfolgen liegt 2025 der Fokus weiterhin unter anderem auf alternativen Abgasführungen, um somit neue Maßstäbe in der Branche setzen zu können. Dadurch können Einsparungen hinsichtlich Bauraums, Gewicht und Materialeinsatz erreicht werden. Dieser Wettbewerbsvorteil wurde mittels Patentanmeldung abgesichert.

Ein zusätzlicher Fokus wurde auf die Weiterentwicklung der Prozesse gelegt, um den Automatisierungsgrad sowie die Produktqualität zu erhöhen und den erforderlichen Ressourceneinsatz zu optimieren.

4. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Neben finanziellen Kennzahlen misst das Unternehmen dem Bereich Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung (ESG – Environmental, Social and Governance) eine wesentliche Bedeutung für die nachhaltige Unternehmensentwicklung bei. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren dienen dabei der Bewertung der ökologischen und sozialen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit sowie der Steuerung langfristiger Nachhaltigkeitsziele.

a. Arbeitnehmerbelange

Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen fanden im Jahr 2025 wieder anlassbezogen statt. Neben den fachlichen Schulungen, wurden zusätzlich Workshops für die persönliche Entwicklung der Mitarbeiter sowie gesundheitsfördernde Workshops und Vorträge angeboten.

Bei der Lehrlingsausbildung gilt REMUS als Leitbetrieb. Im diesjährigen Lehrlingsworkshop wurden Themen wie Teambuilding, Kommunikation, Reklamation und Konfliktmanagement erarbeitet. Einige REMUS Lehrlinge erhielten Auszeichnungen für die Leistungen und Erfolge in der Berufsschule und Lehrabschlussprüfung.

Wie jedes Jahr erfolgten auch im Jahr 2025 wieder finanzielle Zuwendungen an karitative Organisationen und hilfsbedürftige Menschen.

Weiters hat REMUS das Studienförderprogramm an der TU-Graz weiter fortgeführt. Im Zuge des Berufserlebnistags mit dem Ausbildungsverbund ABV erhielten auch Schülerlnnen Einblicke in die Technik.

b. Umwelt

Der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen stellt einen zentralen Bestandteil der Unternehmensstrategie dar. Ziel ist es, die Umweltbelastungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette kontinuierlich zu reduzieren und einen Beitrag Energietransformation zu gewährleisten.

Umweltaspekte gewinnen für die REMUS und die Stakeholder immer mehr an Bedeutung. Innerhalb der Okologie konnten in 2025 alle geplanten Ziele erreicht werden. Schwerpunkt der Tätigkeiten war vor allem den hohen Standard bei den Produktionsabläufen zu halten.

REMUS verarbeitet nachhaltige Materialien und richtet die Produktions- und Logistikphilosophie auf CO2-reduzierte Prozesse aus. Mit Maßnahmen wie diesen beweist das Unternehmen wieder ökologisches Bewusstsein und gestaltet eine nachhaltige Zukunft aktiv mit.

5. Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach Abschluss des Geschäftsjahres eingetreten sind

Die geopolitische Lage im Zusammenhang mit dem aktuellen Iran-Konflikt ist weiterhin angespannt und durch eine hohe Dynamik geprägt. Insbesondere die Eskalation im Persischen Golf sowie Störungen zentraler Handelsrouten (z. B. Straße von Hormus) führen zu erhöhter Unsicherheit auf den globalen Märkten. Makroökonomisch zeigen sich erste Auswirkungen, insbesondere durch steigende Energiepreise und zunehmende Volatilität an den Finanzmärkten. Internationale Prognosen deuten auf leicht erhöhte Inflationsraten sowie eine mögliche Abschwächung des Wirtschaftswachstums hin, sollten die Spannungen anhalten.

Auf das operative Geschäft des Unternehmens haben sich bislang jedoch keine direkten oder signifikanten Auswirkungen ergeben. Weder in der Lieferkette noch auf der Absatzseite sind derzeit Einschränkungen feststellbar.

Die Situation wird weiterhin eng beobachtet, um bei einer möglichen Eskalation frühzeitig reagieren zu können.

Voitsberg, am 27.03.2026

Die Geschäftsführer

Zöchlin

Marion Gergely

Michael Stenitzer, MSc

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