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Lagebericht 2025

Lebensraum Heidlmair GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 30. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

1.1 Marktentwicklung in der Jugendwohlfahrt 2025

Die Marktentwicklung in der Kinder- und Jugendhilfe war im Geschäftsjahr 2025 aus betrieblicher Sicht von einer hohen Dynamik geprägt. Insbesondere zeigte sich ein deutlich steigender Bedarf an Erziehungshilfen, sowohl im Bereich der Unterstützung der Erziehung als auch im Bereich der Vollen Erziehung. Daraus resultierte eine verstärkte Nachfrage nach stationären, intensivpädagogischen und spezialisierten Betreuungsangeboten. Diese Entwicklung spiegelte sich unmittelbar in der betrieblichen Weiterentwicklung der Lebensraum Heidlmair GmbH wider. Im Jahr 2025 wurde unter anderem ein zusätzlicher Wohngruppenstandort in Wien eröffnet. Damit reagierte das Unternehmen auf den steigenden Bedarf an stationären Betreuungsplätzen und auf zunehmend komplexe Betreuungsanforderungen. Neben klassischen stationären Wohnformen gewinnen aus Sicht der Gesellschaft zunehmend differenzierte und individualisierte Betreuungskonzepte an Bedeutung. Dazu zählen insbesondere intensivpädagogische Angebote, kleinteilige Betreuungssettings sowie -auf bestimmte Zielgruppen zugeschnittene Wohn- und Verselbstständigungsformen. Die Entwicklung des Jahres 2025 führte daher nicht nur zu einer erhöhten Nachfrage nach bestehenden Angeboten, sondern auch zu einer verstärkten fachlichen und organisatorischen Weiterentwicklung der Angebotsstruktur. Die Gesellschaft hat diese Entwicklung genutzt, um bestehende Konzepte weiterzuentwickeln und zusätzliche Betreuungsformen vorzubereiten.

1.2Wirtschaftliches Umfeld: Inflation & Kollektivvertragsabschluss

- Das wirtschaftliche Umfeld der Lebensraum Heidlmair GmbH war im Geschäftsjahr 2025 weiterhin von erhöhten Kostenbelastungen geprägt. Wesentliche Einflussfaktoren waren die allgemeine Preisentwicklung sowie die kollektivvertraglich bedingte Steigerung der Personalkosten. Da die Personalkosten im Bereich der stationären Kinder-’und Jugendhilfe einen wesentlichen Anteil der Gesamtkosten darstellen, wirken sich kollektivvertragliche Gehaltssteigerungen unmittelbar auf die Kostenstruktur des Unternehmens aus. Gleichzeitig führten Preissteigerungen insbesondere in den Bereichen Energie, Lebensmittel, Mobilität, Instandhaltung und allgemeine betriebliche Aufwendungen zu einem weiteren Anstieg der Sachkosten. Die Finanzierung der Betreuungsleistungen erfolgt im Wesentlichen über mit den jeweiligen öffentlichen Auftraggebern vereinbarte Tagsätze. Eine möglichst zeitgerechte

Anpassung dieser Tagsätze an die tatsächliche Entwicklung der Personal- und Sachkosten stellt daher eine wesentliche Voraussetzung für eine wirtschaftlich nachhaltige Leistungserbringung dar. Ergänzend führte die steigende Nachfrage nach zusätzlichen und teilweise betreuungsintensiveren Angeboten zu einem erhöhten Bedarf an qualifiziertem Personal. Daraus ergeben sich zusätzliche Anforderungen an die Personalgewinnung, Personalentwicklung und langfristige Ressourcenplanung.

1.3

Ausblick des Marktumfelds 2026

Die bereits im Geschäftsjahr 2025 erkennbare dynamische Entwicklung des Marktumfelds setzte sich im Jahr 2026 fort. Der Bedarf an stationären, intensivpädagogischen und spezialisierten Betreuungsformen blieb auf einem hohen Niveau und führte zu einer weiteren betrieblichen Expansion der Lebensraum Heidlmair GmbH. Im Jahr 2026 wurde in Wien ein neuer Wohnungsverbund mit insgesamt neun Betreuungsplätzen eröffnet. Das Angebot richtet sich insbesondere an Jugendliche ab einem Alter von etwa 15 Jahren und verfolgt das Ziel, diese schrittweise in Richtung Verselbstständigung zu begleiten. Hierfür wurde eine Liegenschaft mit insgesamt 15 Wohneinheiten angemietet. Innerhalb dieses Settings wird mit einer hohen Betreuungsdichte gearbeitet, um eine intensive sozialpädagogische Begleitung mit einer zunehmenden Selbstständigkeit der Jugendlichen zu verbinden. Darüber hinaus wurde im Jahr 2026 in Niederösterreich eine intensivpädagogische Kleingruppe eröffnet. Ergänzend erfolgte die Eröffnung einer weiteren Wohngruppe in Wels. Zusätzlich wurden beziehungsweise werden in Niederösterreich intensivpädagogische Betreuungskonzepte weiterentwickelt, bei denen hochindividualisierte Betreuungssettings bis hin zu Eins-zu-eins- Betreuungsformen zur Anwendung kommen. In den vergangenen Monaten ist eine gewisse Stabilisierung der unmittelbaren Anfragesituation wahrnehmbar. Eine abschließende Beurteilung dieser Entwicklung ist derzeit jedoch nur eingeschränkt möglich, Insbesondere saisonale und urlaubsbedingte Verzögerungen in der Fallbearbeitung der zuständigen Stellen - können zu zeitlichen Verschiebungen bei Anfragen und Belegungsentscheidungen führen. Aus betrieblicher Sicht wird daher weiterhin von einem grundsätzlich hohen Betreuungsbedarf ausgegangen. Mittel- bis langfristig erwartet die Gesellschaft insbesondere im intensivpädagogischen Bereich eine weitere Zunahme differenzierter und hochindividualisierter Betreuungsbedarfe. Vor diesem Hintergrund bereitet sich die Lebensraum Heidlmair GmbH bereits fachlich und organisatorisch darauf vor, entsprechende Konzepte weiterzuentwickeln und das bestehende Leistungsangebot in diesem Bereich auszubauen. Ein weiterer strategischer Entwicklungsbereich ist das von der Gesellschaft entwickelte Konzept des Familienwohnens. Dabei werden nicht ausschließlich einzelne Kinder oder Jugendliche betreut, sondern ganze Familiensysteme beziehungsweise Eltern und Kinder gemeinsam in ein professionell begleitetes Wohnsetting aufgenommen. Derzeit bestehen entsprechende Standorte in Ansfelden und Wels. Beide Angebote weisen eine hohe Auslastung auf; darüber hinaus bestehen Wartelisten. Aufgrund der bisherigen Entwicklung sieht die Gesellschaft in diesem Bereich weiteres Entwicklungspotenzial. Perspektivisch wird

daher geprüft, das Konzept des Familienwohnens auch in weiteren Bundesländern, insbesondere in Salzburg, Niederösterreich und Wien, weiterzuentwickeln beziehungsweise an zusätzlichen Standorten zu etablieren.

Insgesamt geht die Geschäftsführung davon aus, dass sich der bereits 2025 erkennbare Trend zu stärker spezialisierten, individualisierten und intensivpädagogischen Betreuungsformen in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Die zukünftige Unternehmensentwicklung soll daher insbesondere darauf ausgerichtet werden, auf entsprechende Bedarfe frühzeitig reagieren und geeignete Betreuungsangebote bedarfsgerecht entwickeln zu können.

2. Geschäftsverlauf der Lebensraum Heidlmair GmbH

2.1 Geschäftslage und Ertragslage

Die Lebensraum Heidlmair bietet seit mittlerweile beinahe 20 Jahren psychologische, therapeutische Elternberatung und sozialpädagogisches Familiencoaching an. Als Kompetenzzentrum für Familien ist die Gesellschaft dabei in beinahe ganz Österreich an verschiedenen Standorten vertreten, nämlich in den Bundesländern Oberösterreich, Niederösterreich, Burgenland und Wien. Die Erfahrung zeigt, dass sich die Entwicklung der Kinder verbessert, wenn das Familienleben professionell in die sozialpädagogische Arbeit eingebunden wird. Das primäre Ziel ist es, die einzelnen Familien zu unterstützen, indem das Familiensystem gestützt wird und deren vorhandene Kompetenzen aktiviert werden.

2.2 Vermögenslage

Das Anlagevermögen sinkt gegenüber 2024 um TEUR 41,0 auf TEUR 842,3.

Insgesamt ist im Vergleich zum Vorjahr eine starke Verbesserung der Vermögenslage festzustellen.

Die Eigenkapitalquote (ohne Subventionen) errechnet sich für 2025 mit 16,05% (Vorjahr: 10,05%).

Die Eigenkapitalrentabilität (Verhältnis Ergebnis vor Steuern zu Eigenkapital inklusive Subventionen) beträgt im Jahr 2025 57,81% (Vorjahr: 73,81%) - die Berechnung erfolgt stichtagsbezogen.

Die fiktive Schuldentilgungsdauer (Effektivverschuldung / Mittelüberschuss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit) ist ebenfalls positiv und beträgt 6,8 (Vorjahr: 7,5).

2.3 Finanzlage

Im Geschäftsjahr 2025 wurde ein Cashflow aus der Veränderung des Finanzmittelbestands in Höhe von TEUR -29,3 erwirtschaftet. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt TEUR 121,3, aus Investitionstätigkeiten TEUR -161,9 und aus Finanzierungsaktivitäten TEUR 11,3.

3. Vorgänge mit besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag sind keine wesentlichen Ereignisse eingetreten, die einen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

4. Wesentliche Risiken und Unsicherheiten

Das Risikomanagement obliegt dem Management der Gesellschaft. Das Management untersucht und bewertet die Chancen und Risiken in regelmäßigen Abständen und trägt die Verantwortung für eine frühzeitige Risikoerkennung und das Aufzeigen des notwendigen Handlungsbedarfs.

Ausfallsrisiko von Forderungen

Das Ausfallsrisiko ist gering, da die Forderungen im Wesentlichen gegenüber der öffentlichen Hand bestehen. Ein wesentliches Risiko besteht in der Reduktion von Förderungen und Tagsätzen durch die öffentlichen Rechtsträger. Dieses Risiko wird durch einen intensiven und transparenten Austausch mit den Behörden über die tatsächlich anfallenden Kosten begegnet. Die Gesellschaft verfügt über eine umfassende Kostenrechnung, durch die die notwendige Höhe der Tagsätze ermittelt werden können.

Rechtliche Risiken

Die rechtlichen Risiken werden durch die Beiziehung von internen und externen Fachleuten und Experten begrenzt. Wesentliche Rechtsstreitigkeit bestehen nicht.

Personelle Risiken

Qualifizierte Fach- und Führungskräfte im Bereich der Jugendwoh!fahrt und Familienpsychologie sind für das Wachstum und die Entwicklung des Unternehmens wesentlich. Dem Risiko, durch Fluktuation wertvolles Know-how zu verlieren, begegnet die Gesellschaft durch ein umfassendes internes und externes Aus- und Weiterbildungsprogramm.

Insgesamt wird die Risikosituation als gut beherrschbar eingeschätzt.

5. Forschung und Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2025 wurden keine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten durchgeführt.

6. Zweigniederlassungen

Die Gesellschaft zählt mehr als 20 Wohngruppen, die auf die Bundesländer Oberösterreich, Niederösterreich, Burgenland und Wien aufgeteilt sind.

7. Sonstige Angaben

Durch entsprechende Maßnahmen und Kontrollen wird sichergestellt, dass die gesetzlichen Vorgaben, nach der die Eintragungen in die Bücher und die sonstigen Aufzeichnungen vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet zu erfolgen haben, erfüllt wird.

Wesentliche Bestandteile des internen Kontroll- und Risikomanagements sind insbesondere die funktionale Trennung zwischen Buchhaltung, Lohnverrechnung und Finanzwesen sowie die Einrichtung von Prozessen, mit denen die Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit der Geschäftstätigkeit überwacht und sichergestellt wird.

Kremsmünster, 30.09.2026

Peter Heidlmair

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