Inhaltsverzeichnis
Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage des Unternehmens
Geschäft und Rahmenbedingungen
Die VIVATIS-Gruppe zählt zu den größten rein österreichischen Unternehmen der Nahrungs- und Genussmittelbranche. Unter dem Dach der VIVATIS Holding AG befinden sich namhafte Klein- und Mittelbetriebe aus dem Nahrungsmittelbereich ebenso wie spezialisierte Produktions- und Dienstleistungsunternehmen.
Die Geschäftsfelder des Nahrungsmittelbereiches umfassen die Erzeugung von Produkten für den Lebensmitteleinzelhandel, für die Gastronomie/Großverbraucher/Business-to-Business-Kunden sowie für den Gemeinschaftsverpflegungsbereich. Dabei steht die Nahrungsmittelsparte der VIVATIS-Gruppe für traditionelle österreichische Top-Marken im Endverbraucherbereich, aber auch für Top-Services im Segment der Großverbraucher.
Die Dienstleistungssparte umfasst die gesamte Palette an Tiefkühllogistik-Dienstleistungen ebenso wie die Aktivitäten im Tierkörperverwertungs-Bereich.
Die Geschäftsfelder und Konzernunternehmen der VIVATIS-Gruppe im Überblick:
| gsmittel | Diens | ng |
|---|---|---|
| NERIA GOURMET SI mar | PUREA | |
| တပ်မြီး | TKV | |
| Rapo | ||
| сот ading | TKV | |
| TKV | molteit | |
| in Ca | we cofly | |
| Franken | ||
Aufgrund der österreichischen Wurzeln fühlt sich die VIVATIS-Gruppe vorrangig dem Kernmarkt Osterreich verpflichtet. Als wichtiger Partner der österreichischen Landwirtschaft verarbeitet die gesamte Gruppe eine große Menge an hochwertigen österreichischen Rohstoffen.
Zudem werden über die Landesgrenzen hinaus hauptsächlich die mittel- und osteuropäischen Länder (Deutschland, Italien, Kroatien, Rumänien, Slowakei, Tschechien und Ungarn) mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Hause VIVATIS beliefert.
Die VIVATIS Holding AG selbst ist eine schlanke strategische Führungsholding, in der klar definierte Funktionen zentral gebündelt sind. Sie sorgt für die Wahrung der Eigentümerinteressen und stellt strategische Serviceleistungen wie Finanzen/Treasury, Steuern und Recht, Mergers & Acquisitions/Business Development, Personalmanagement, konzernübergreifende Kommunikation, Vertriebskoordination, Synergiemanagement, den strategischen Einkauf, Qualitäts- und Innovationsmanagement sowie IT-/ und Digitalisierungsdienstleistungen konzernintern bereit und forciert die Effizienzsteigerung und Kostenoptimierung in sämtlichen Bereichen.
Bedeutende Konzerngesellschaften im Bereich Nahrungsmittel
Geschäftsfeld Lebensmitteleinzelhandel
MARESI Austria GmbH, Wien
Die MARESI Austria GmbH ist einer der führenden Markenartikler im österreichischen Lebensmittelhandel. Zusammen mit den Tochtergesellschaften in Kroatien, Rumänien, Slowakei, Tschechien und Ungarn bildet sie eine schlagkräftige Gruppe mit einem breiten Dienstleistungsangebot. Dabei hat sich MARESI zu einer vielseitigen Markenschmiede und einem wichtigen Dienstleister für internationale Partnermarken entwickelt. Neben den starken Eigenmarken wie MARESI (Kondensmilch), INZERSDORFER, KNABBERNOSSI, DIE LEICHTE MUH, SHAN’SHI, HIMMELTAU, SIGGI und OMIS SCHNELLE KÜCHE führt MARESI als kompetenter Marketing- und Vertriebsdienstleister im Foodbroking auch bekannte Partnermarken wie TWININGS, LAY’S, OVOMALTINE, DEXTRO ENERGY, ISOSTAR, SANTA MARIA, SAMARIN, LAVAZZA, SALVEQUICK, TUS und viele weitere unter ihrem Dach.
Mit dem Erwerb der ENIGMA TRADING 2000 SRL, Bukarest, Rumänien, durch die MARESI Austria GmbH im Geschäftsjahr 2023 hat diese ihr Dienstleistungsangebot am rumänischen Markt bedeutend gestärkt. ENIGMA ist im Bereich Non-Food- Produkte (Müllsäcke, Reinigungstücher, Schwämme, etc.), die unter verschiedenen eigenen Marken (EPACK, ROPACK, etc.) vermarktet werden, ein wesentlicher Anbieter am rumänischen Markt.
Mit dem Erwerb von 70 % an der SALVIA d.o.o., Zagreb, Kroatien, im Geschäftsjahr 2025 hat die MARESI Austria GmbH ihren Markteinstieg in Kroatien vollzogen und stärkt damit ihre Präsenz in Zentral- und Osteuropa. SALVIA,1991 gegründet, ist exklusiver Distributor von über 40 Premium-Lebensmittel- und Getränkemarken.
WOJNAR Beteiligungs GmbH, Wien
Mit dem Erwerb von 74 % an der WOJNAR-Gruppe in 2021 baute VIVATIS den Geschäftsbereich Frische- und Kühl-Convenience weiter aus. Im Geschäftsjahr 2024 wurden zusätzliche 17,3 % erworben, sodass VIVATIS nunmehr 91,3 % an der WOJNAR-Gruppe hält.
WOJNAR weist in seinen Kerngeschäftsfeldern ein breites Produktsortiment auf und fokussiert sich zusätzlich auf aktuelle Ernährungstrends (Bio, vegan, nachhaltige und gesunde Ernährung) sowie Innovationen. Das Kernsortiment von WOJNAR bilden Aufstriche, Sandwiches, Feinkostsalate und Convenience Produkte „to go“, welche überwiegend im Stammbetrieb in der Laxenburger Straße in Wien, aber auch in Leutkirch im Allgäu (DE) hergestellt werden.
Geschäftsfeld Gastronomie/Großverbraucher/Business-to-Business-Kunden
KARNERTA GmbH, Klagenfurt
KARNERTA ist Spezialist im Bereich der Fleischveredelung sowie ein traditioneller Hersteller von Kärntner Speck- und Rohwurstspezialitäten. Darüber hinaus ist das Unternehmen Marktführer in Österreich im Bereich der Frischteigwarenproduktion. Hauptabnehmer der Produkte sind vor allem die Gastronomie und Großverbraucher sowie der nationale und internationale Lebensmitteleinzelhandel.
Im Geschäftsjahr 2021 gründete KARNERTA gemeinsam mit der „Bäuerliche Vermarktung Kärntner Fleisch eGen“ das 50:50 Gemeinschaftsunternehmen Kärntner Fleisch GmbH. Zentrale Aufgabe des neuen Fleischzerlegebetriebes ist die Grobund Feinzerlegung von regionalen Schweine- und Rinderschlachtkörpern in Kooperation mit der „Bäuerliche Vermarktung Kärntner Fleisch eGen“ und den ansässigen Kärntner Landwirten.
FW Trading GmbH, Klagenfurt
FW Trading ist Beschaffungsspezialist und Profi im Fleischhandel mit Schwerpunkt auf Geflügel (Pute, Huhn, Gans und Ente) und agiert vorwiegend am europäischen Markt. Hauptabnehmer der Produkte sind Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie, des Gastronomiegroßhandels, des Lebensmitteleinzelhandels sowie aus dem Bereich der PET-Food-Herstellung. Die Hauptabsatzmärkte sind Österreich und Deutschland.
SENNA Nahrungsmittel GmbH & Co KG, Wien
SENNA ist ein Produktionsunternehmen mit Sitz in Wien mit Fokus auf Margarine- Spezialitäten. Über diese Aktivitäten hinaus verarbeitet das Unternehmen Speiseöle, Speisefette und Feinkostprodukte (Mayonnaise, Ketchup, Saucen und Dressings) insbesondere für Großverbraucher, aber auch für Endverbraucher. International aufgestellt bedient SENNA gegenwärtig Kunden in rund 20 Ländern. Der Zugang zum italienischen Markt (größter Exportmarkt) erfolgt über eine eigene Vertriebsgesellschaft (SENNA SRL, Bozen, Italien).
Am 17. Februar 2026 wurde eine Vereinbarung zum Verkauf der SENNA Nahrungsmittel GmbH & Co KG, der SENNA SRL, Italien sowie für die der SENNA zugeordneten Marken unterzeichnet (Signing). Der Vollzug des Verkaufes (das Closing) war bei Aufstellung des Jahresabschlusses noch nicht umgesetzt.
WEINBERGMAIER GmbH, Wolfern
WEINBERGMAIER produziert und vermarktet traditionelle und typisch österreichische Hausmannskost (v.a. Knödel, Suppeneinlagen, Laibchen), Mehlspeisen (v.a. Germknödel, Strudel, Palatschinken, Kaiserschmarren) und Kartoffelspezialitäten (v.a. Pommes, Rösti, Kroketten) auf Tiefkühlbasis. Die Mehlspeisen werden dabei vorrangig unter der Marke TONI KAISER, die Kartoffelspezialitäten unter der Marke BAUERNLAND und das Knödelsortiment unter der Marke ACKERL geführt. Die Tiefkühlspezialitäten sind für Großverbraucher und Gastronomen im Lebensmittelgroßhandel sowie für Endverbraucher im Lebensmitteleinzelhandel erhältlich.
Geschäftsfeld Gemeinschaftsverpflegung
GMS GOURMET GmbH, Wien
GOURMET ist Marktführer im österreichischen Gemeinschaftsverpflegungssegment. Dabei kocht GOURMET täglich hochwertiges Essen für zahlreiche Kindergärten und Schulen, Unternehmen, Senioren-, Pflege- und Betreuungszentren sowie für den Lebensmitteleinzelhandel und Großverbraucher. Neben den oben genannten Aktivitäten betreibt GOURMET aber auch traditionelle Individualgastronomiebetriebe wie den Wiener Rathauskeller oder das Café Schwarzenberg in Wien. Ebenso umfassen die Catering-Aktivitäten den Betrieb der Publikumsgastronomie in diversen Wiener Museen, aber auch die Eventcatering-Aktivitäten in der Wiener Stadthalle oder dem Ernst Happel Stadion.
Mit dem Kauf der SF Franken-Catering GmbH (nunmehr GMS Gourmet Deutschland GmbH) mit Sitz in Nürnberg gelang GOURMET im Geschäftsjahr 2020 der Markteinstieg in der bayerischen Region Franken. Diese Übernahme trägt unter anderem zur Beschleunigung des Wachstumskurses von GOURMET in Süddeutschland bei.
Der Kauf der Gerstner Catering Betriebs GmbH im Geschäftsjahr 2021 führte bei GOURMET zu einem weiteren Ausbau des Eventgastronomie-Bereichs im Premium-Segment unter der Marke GERSTNER. Gerstner wurde in Folge im Geschäftsjahr 2022 mit GOURMET verschmolzen. GERSTNER ist in den berühmtesten Häusern Wiens vertreten, unter anderem in den prunkvollen Räumlichkeiten des Palais Todesco in der Kärntnerstraße mit der Gerstner K. u. K. Hofzuckerbäckerei, in der Wiener Staatsoper, dem Wiener Musikverein und seit 2024 auch im Schloss Schönbrunn.
Mit dem Kauf der SV (Österreich) GmbH, Wien im Geschäftsjahr 2024 konnte GOURMET die Marktführerschaft in der Gemeinschaftsverpflegung in Österreich weiter ausbauen. Insbesondere wurden mit gegenständlicher Übernahme die Bereiche Business-/ und Care Catering weiter gestärkt werden. Die Gesellschaft wurde 2025 mit der GMS GOURMET GmbH verschmolzen.
Bedeutende Konzerngesellschaften im Bereich Dienstleistungen
PUREA Austria GmbH, Regau, TKV Oberösterreich GmbH & Co KG, Regau und TKV Burgenland GmbH, Unterfrauenhaid
Im Geschäftsjahr 2020 wurde im Bereich der Tierkörperverwertungsgesellschaften eine grundlegende Neustrukturierung vorgenommen. In der PUREA Austria GmbH werden an den Standorten in Oberösterreich und in der Steiermark die Materialien der Kategorie 3 gesammelt und verarbeitet sowie die Fertigprodukte unter der Marke PUREA vermarktet.
Hauptaufgaben der oben genannten Tierkörperverwertungsgesellschaften an den Standorten in Oberösterreich, in der Steiermark und im Burgenland sind die Sammlung, Aufbereitung und Verwertung tierischer Nebenprodukte zu hochwertigen Spezialproteinen und Spezialfetten. Zudem übernehmen die Unternehmen öffentliche Aufgaben wie Umwelt- und Seuchenschutz.
Aus den Materialien der Kategorie 3 (v.a. Schlachtnebenprodukte) werden am Standort in Oberösterreich und in der Steiermark hochwertige tierische Proteine (z.B. für PET-Food oder organische Dünger) und Spezialfette (für die chemische Industrie, Mischfutter oder Biodieselerzeugung) erzeugt. Materialien der Kategorie 1 und 2 (v.a. Falltiere und Risikomaterial) setzt man am Standort im Burgenland für die Herstellung von Fleisch- und Knochenmehl (wertvoller Brennstoff z.B. für Wärmekraftwerke, Zementwerke) und Tierfett (z.B. für die Biodieselerzeugung, Energieerzeugung) ein.
Im Geschäftsjahr 2022 stockte PUREA ihre Geschäftsanteile an der ECOFLY GmbH weiter auf, sodass diese nunmehr 67,8 % an der Gesellschaft hält. Das Start- Up-Unternehmen ECOFLY GmbH ist auf die Zucht und Mast von Insektenlarven spezialisiert.
DAILY SERVICE GmbH, Asten
DAILY ist Spezialist und Outsourcing-Partner für Lebensmittellogistik im Tiefkühlbereich und übernimmt die handels- und herstellerneutrale Abwicklung der Logistik, insbesondere die Lagerhaltung, die Feinkommissionierung sowie die Feinverteilung von Tiefkühlprodukten im Auftrag von Handel und Industrie.
DAILY wickelt die Logistikdienstleistungen über die beiden hochspezialisierte Standorte in Asten und Himberg ab.
Assoziierte Unternehmen
„VOG“ Einfuhr und Großhandel mit Lebensmitteln und Bedarfsgütern Aktiengesellschaft, Linz
Die VIVATIS Beteiligungs-GmbH (ein 100%iges Tochterunternehmen der VIVATIS Holding AG) hält 22,3 % an der „VOG” Einfuhr und Großhandel mit Lebensmitteln und Bedarfsgütern Aktiengesellschaft.
Die VOG-Gruppe ist ein internationales Handelshaus für Food- und Non-Food-Produkte. Die wesentlichen Warengruppen sind Lebensmittel, Wein, Speiseöl, Spirituosen und Non-Food-Produkte. Bekannte Marken der „VOG“ bilden LENZ MOSER Qualitätsweine oder Rapsöl-Produkte von RAPSO.
Zweigniederlassungen
Sitz der VIVATIS Holding AG ist Linz, es gibt keine Zweigniederlassungen. Unternehmen der VIVATIS-Gruppe befinden sich neben Österreich in Deutschland, Italien, Kroatien, Rumänien, Slowakei, Tschechien und Ungarn.
Geschäftsergebnis, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Die VIVATIS Holding AG erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 3,1 Mio. EUR (Vorjahr: 3,4 Mio. EUR).
Das Ergebnis vor Steuern betrug 0,4 Mio. EUR (Vorjahr: 22,0 Mio. EUR). Die Veränderung des Betriebsergebnisses resultiert im Wesentlichen aus Veränderungen der Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. Das Finanzergebnis war durch einen Rückgang bei den Erträgen aus Beteiligungen sowie aus Aufwendungen aus der Abschreibung auf Finanzanlagen belastet.
Die VIVATIS Holding AG verfügt zum Bilanzstichtag über eine Eigenmittelquote von 65,2 % (Vorjahr: 68,1 %) bzw. weist zum Bilanzstichtag ein bilanzielles Eigenkapital in Höhe von 177,9 Mio. EUR (Vorjahr: 185,3 Mio. EUR) auf. Die Verringerung des Eigenkapitals resultiert im Wesentlichen aus der getätigten Gewinnausschüttung.
Die Finanzlage der VIVATIS Holding AG ist durch zeitgleich gebuchte Gewinnübernahmen aus Tochterunternehmen sowie die eigene Dividendenausschüttung an die Aktionärin geprägt. Das zur Optimierung der Finanzierung in der VIVATIS-Gruppe mit Tochterunternehmen eingerichtete effektive Cash Pooling beeinflusst den Stand der Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Zum Bilanzstichtag betrug der Forderungssaldo aus dem Cash Pooling 20,7 Mio. EUR (Vorjahr: 30,8 Mio. EUR).
Entwicklung der gesamten VIVATIS-Gruppe
Das abgelaufene Geschäftsjahr war nach wie vor von einer hohen Volatilität der Einkaufspreise im Bereich der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (v.a. auch Energiekosten) geprägt. Zudem stellten weiter steigende Personalaufwendungen infolge von erneut hohen Kollektivvertragsabschlüssen sowie ein deutlicher Kostenauftrieb im Bereich der bezogenen Leistungen eine große Herausforderung dar. Geplante verkaufsseitige Preiserhöhungen konnten in der Lebensmittel-Sparte kaum bzw. überwiegend nicht mehr umgesetzt werden.
Vor allem in der Dienstleistung-Sparte im Bereich der PUREA-/TKV-Gruppe haben sich die Marktbedingungen auch in 2025 weiterhin äußerst angespannt dargestellt. Der damit verbundene Druck auf die Rohertragsstruktur wurde zudem durch ein geändertes Kundenverhalten infolge des Kaufkraftverlustes verstärkt (v.a. Trend zu weniger wertschöpfenden Produkten, geringere Konsumation im Out-of-Home-Bereich, Abnahme der Bedeutung von Regionalität und Herkunft, Erhöhung der Mengen bei Preiseinstiegs- und Eigenmarkenprodukten etc.).
Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen konnten die Unternehmen der VI- VATIS-Gruppe den Wachstumskurs fortsetzen und eine positive Geschäftsentwicklung verzeichnen. Aus innerbetrieblicher Sicht lag der Hauptfokus der VIVATIS- Gruppe im Jahr 2025 nach wie vor auf der strategischen Weiterentwicklung der gesamten Gruppe, der Forcierung von Kosten- und Effizienzmaßnahmen sowie der Realisierung und Integration von Unternehmenszukäufen. Insbesondere wurden auf Konzernebene Energieoptimierungs- und -transformationsaktivitäten weiter vorangetrieben.
Forschung und Entwicklung
In der VIVATIS-Gruppe nimmt der Bereich Forschung und Entwicklung bereits seit Jahren einen wichtigen Stellenwert ein. Sowohl auf Produktebene als auch bei der Optimierung von Prozessen und Verfahrenstechniken konnten zuletzt strategisch wichtige Projekte gestartet und erfolgreich umgesetzt werden.
Für den Aufbau effektiver Planungs- und Steuerungssysteme kommen moderne Managementansätze nach Hoshin-Kanri zur Anwendung. 2025 wurde die bisher intern entwickelte Hoshin-Kanri-Software „Provatrix 2.0“ in ein neu gegründetes Spinoff, die Provatrix GmbH, ausgegliedert, um das Potential für die gesamte VIVATISund RLB-Gruppe nutzbar zu machen und langfristig auch extern Marktsegmente zu adressieren. Dies stellt einen wichtigen Schritt in Richtung Geschäftsmodell-Innovation dar.
Kombiniert mit der Business-Excellence-Initiative wird die konsequente Umsetzung der strategischen Ausrichtung auf höchstmöglichem Effektivitäts- und Effizienzgrad fortgesetzt. Die 2025 vorgestellte Weiterentwicklung des Business-Excellence-Modells (BEx-Modell) befindet sich aktuell im Rollout und stärkt insbesondere die Qualität der strategischen Entscheidungsgrundlagen. Das seit Jahren bestehende Operational Excellence-Modell (OpEx-Modell) wurde bereits erfolgreich integriert.
Die Ideen- und KVP-Plattform „INNOVATIS“ wird weiterhin in allen Konzerngesellschaften aktiv genutzt. Neben laufenden KVP-Boxen werden regelmäßig themenspezifische Wettbewerbe durchgeführt. 2025 wurde die Plattform um zusätzliche Funktionen erweitert, um Ideen gruppenweit leichter zu teilen und in Umsetzungsprojekte zu überführen.
Die Digitalisierungsoffensive wird mit Nachdruck fortgesetzt. Ende 2025 wurde konzernweit eine KI-Richtlinie implementiert, die als Basis für den sicheren, effizienten und kontrollierten Einsatz von Künstlicher Intelligenz dient. Gleichzeitig wurde ein Stufenplan zur schrittweisen Einführung ausgearbeitet. Der Fokus liegt auf Sicherheit, Compliance und Datenqualität, begleitet von gezielten Schulungs- und Bewusstseinsmaßnahmen, um Kompetenz und Akzeptanz bei den Mitarbeitern zu fördern.
Neben diesen Initiativen kommen in den Gesellschaften zunehmend Technologien aus den Bereichen Robotik, Co-Robotik und Sensorik zur Effizienzsteigerung zum Einsatz. Auf Basis der Digitalisierungsstrategien und des systematischen Knowhow-Aufbaus werden strategische Partnerschaften weiter ausgebaut und die gruppenweite Vernetzung gestärkt.
Der gegenwärtige wirtschaftliche Kontext führt dazu, dass Prozess- und Effizienzinnovationen stärker im Vordergrund stehen. Durch die strukturierte Marktbeobachtung und das etablierte Business-Excellence-System ist die VIVATIS-Gruppe jedoch bestens vorbereitet, um bei veränderter Wirtschaftslage schnell auf neue Chancen zu reagieren und ihre Innovationsstärke gezielt einzusetzen.
Nachhaltigkeit und ESG
Die VIVATIS-Gruppe strebt im Rahmen ihrer nachhaltigen Geschäftstätigkeit eine solide Balance zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem an. Dieses Verständnis von Nachhaltigkeit lässt sich im Rahmen von drei Leitsätzen zusammenfassen:
- umwelt- und ressourcenschonende Herstellung von Gütern und Dienstleistungen - sozialer und wertschätzender Umgang aller Beteiligten im Unternehmensverbund - langfristige Partnerschaften mit Kunden und Lieferanten
Die Mission besteht in dem klaren Bekenntnis zum Pariser Klimaschutzabkommen. Damit diese Ziele erreicht werden können, wird die Umstellung auf nachhaltige Energiequellen forciert bzw. werden v.a. Umweltschutzmaßnahmen, eine sorgsame Ressourcennutzung sowie der Ausbau der Kreislaufwirtschaft vorangetrieben.
Weiters wurde gemeinsam mit dem Konzernteam für Nachhaltigkeit der VIVATIS- Gruppe eine ESG-Strategie zu den relevanten Themen auf Basis einer durchgeführten Wesentlichkeitsanalyse erarbeitet. Die Konzernstrategie gibt grundsätzlich den Rahmen im Konzern innerhalb der ESG-Struktur für die Bereiche Environment (ökologische Verantwortung), Social (soziale Verantwortung) und Governance (nachhaltige Unternehmensführung) vor. Die Konzerngesellschaften orientieren sich daran und verankern diese jeweils passend für ihre Geschäftsmodelle in ihren eigenen Unternehmensstrategien.
Folgende strategische Handlungsfelder werden im Konzern als wesentlich betrachtet:
naci rung von ukt- und eboten
| IVA | ||||
|---|---|---|---|---|
| HOLDING AG | nd | Optimierung der | ||
| und ste | Ressourceneffizienz und | |||
| der Un | kult Nachhaltigkeitsstrategie | reis | ufe | Ausbau zirkulärer Lösungen |
Mitarbeiterentwicklung: Aus- und Weiterbildung
Die Mitarbeiter sind für die VIVATIS-Gruppe der wichtigste Erfolgsfaktor. Interne Führungstrainings, umfangreiche Weiterbildungsprogramme, maßgeschneiderte Seminare und Coachings, verlässliche Nachfolgeplanungen und regelmäßige Mitarbeitergespräche ermöglichen die bestmögliche fachliche und persönliche Weiterentwicklung.
Neben Weiterbildungsprogrammen für das TOP-Management (VIVATIS Leadership) sind vor allem die VIVATIS ACADEMYs hervorzuheben. Sie bieten sowohl Ausbildungsprogramme für den Managementnachwuchs (Management ACADEMY) als auch Weiterbildungsmöglichkeiten für alle Mitarbeiter der Gruppe - - Lehrlings-, Einkaufs- oder Masters-ACADEMY (für Führungskräfte in der Produktion).
Risikoberichterstattung
Allgemeine Risikoberichterstattung
Ein entscheidender Faktor für die Ertragslage der VIVATIS-Gruppe ist einerseits die Entwicklung am Absatzmarkt, andererseits die Verfügbarkeit und Preisentwicklung verschiedener Rohstoffe auf den Beschaffungs- und Energiemärkten. Zusätzlich spielen ein verändertes Kundenverhalten und der Druck von Mitbewerbern eine wichtige Rolle.
Die VIVATIS Holding AG schließt für die zugehörigen Unternehmen Einkaufskontrakte vor allem für den Bezug von Strom und Gas ab. So wird die Verfügbarkeit von Strom und Gas in der voraussichtlich benötigten Menge zu überwiegend im Vorfeld fixierten Preisen gesichert. Darüber hinaus werden die wesentlichen Einkaufskategorien konzernweit über ein „Lead-Buyer“-Modell koordiniert und verhandelt.
Den unternehmerischen Risiken begegnen die Unternehmen der VIVATIS-Gruppe mit wirksamen Steuerungs- und Kontrollsystemen. Darüber hinaus ist ein gruppenweit einheitliches Risikomanagement installiert, das permanent weiterentwickelt wird. Der gesamte Risikomanagement-Prozess und die verwendeten Tools sind bei allen Tochterunternehmen standardisiert. Risiken aus dem operativen Bereich sollen innerhalb der VIVATIS-Gruppe fokussiert und gebündelt kontinuierlich reduziert sowie die Gesamtperformance verbessert werden.
Durch laufende Marktbeobachtungen, sorgfältige Lieferantenauswahl und langfristige Rahmenvereinbarungen werden Risiken im Beschaffungsbereich möglichst begrenzt. Qualitäts-, Arbeitssicherheits-, Umwelt- und Unterbrechungsrisiken in der Produktion sowie in der internen Logistik sind durch ständige prozessbegleitende Kontrollen auf einem sehr geringen Niveau. Insbesondere wird den zunehmend an Bedeutung gewinnenden Cyber-Risiken mit einer gruppenweiten Cyber- und IT-Sicherheitsstrategie begegnet. Aktuelle Trends und technologische Fortschritte werden fortlaufend beobachtet, evaluiert und genutzt, um Innovation auf dem neuesten Stand zu halten und stetig weiterzuentwickeln.
Das konzernale Compliance Management System umfasst neben dem leitenden Compliance Officer auch ernannte Compliance-Beauftragte in allen Tochterunternehmen sowie die Möglichkeit der Abgabe von (anonymen) Meldungen über eine digitale Hinweisgeberplattform.
Risiken aus Betriebsunterbrechungen und Produktionsausfällen sind durch Versicherungsverträge wirtschaftlich sinnvoll abgedeckt.
Risiken, die den Fortbestand der VIVATIS-Gruppe gefährden, bestehen nicht.
Verwendung von Finanzinstrumenten
In der VIVATIS Holding AG kommen keine derivativen Finanzinstrumente zur Anwendung.
Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Die VIVATIS-Gruppe rechnet für das Geschäftsjahr 2026 mit einer weiterhin herausfordernden Entwicklung auf den Absatzmärkten in Verbindung mit einem sich nach wie vor åndernden Käuferverhalten infolge des Kaufkraftverlustes, forciert durch die aktuelle politische und mediale Debatte. Neben den enwarteten Volatilitäten auf den Beschaffungsmärkten (u. a. Energie, Rohstoffe, Produktionsmaschinen und Ersatzteile) stellt der Arbeitsmarkt weiterhin eine Herausforderung dar.
Die hohen Kollektivvertragsabschlüsse der letzten Jahre verstärken den Druck auf Personalkosten und Personalplanung. Aufgrund dieser Mehrbelastungen sind Weitere Wachstumsimpulse sowie ergänzende Preisanpassungen auf der Verkaufsseite erforderlich. Die diesbezüglichen Verhandlungen mit den Kunden gestalten sich weiterhin schwierig. Um das qualitative Wachstum zu fördern, soll die Innovationsrate kontinuierlich gesteigert werden.
Für 2026 sind Investitionen in Höhe von rund EUR 38,5 Mio. EUR geplant. Weiters werden Möglichkeiten für anorganisches Wachstum über Akquisitionen geprüft und der Export stärker fokussiert.
Linz, am 24. Februar 2026
Magl Gerald Hackl Vorşfandsvorsitzender
Klaus Sperrer, MA MBA Mitglied des Vorstandes
DI Dr. Franz Schütz, MBA Mitglied des Vorstandes