← Zurück zum Firmenprofil

Lagebericht 2024/25

Ceram Austria GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. März 2025 · Eingereicht am 20. Aug. 2025

Inhaltsverzeichnis

Ceram Austria GmbH Gamserstraße 38, 8523 Frauental an der Laßnitz, Schamberg

1. Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage der Gesellschaft

1.1. Geschäft und Rahmenbedingungen

Das Unternehmen mit Tochtergesellschaften in den USA und Südkorea wurde mit Ende März 2022 von der japanischen IBIDEN Gruppe verkauft. Der neue Eigentümer, die österreichische Ceram Group Holding GmbH, hält nunmehr 100% der Anteile.

Zum Produktportfolio des Unternehmens zählen SCR-Katalysatoren zur Rauchgasreinigung bei kalorischen Kraftwerken, Müllverbrennungs- und Industrieanlagen, Dieselkatalysatoren für schwere Nutzfahrzeuge und Schiffsmotoren sowie nichtkatalytische Wabenkörper wie Wärmespeicher, Katträger und Wohnraumlüfter.

Die Geschäftsentwicklung bei Kraftwerkskatalysatoren folgt in erster Linie der Einführung bzw. Verschärfung von Umweltschutzauflagen für die Erzeugung von Energie bei kalorischen Kraftwerken, Müllverbrennungsanlagen und anderen Großfeuerungsanlagen. Nachfrage entsteht durch die Einführung von strengeren Grenzwerten für Stickoxide, die nur mehr durch den Einsatz von SCR-Katalysatoren („Selective Catalytic Reduction") eingehalten werden können.

Die Umsätze bei Kraftwerkskatalysatoren sind im abgelaufenen Geschäftsjahr gesunken. Die Nachfrage auf dem europäischen und asiatischen SCR Markt hat sich abgeschwächt.

Auch im Geschäftsbereich Dieselkatalysatoren für schwere Nutzfahrzeuge und Schiffsmotoren wird die Nachfrage von gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerten für Stickoxide bestimmt. Seit der Einführung der Abgasnorm EURO 6 ab Anfang 2014 werden kundenseitig zumindest in einer ersten Phase komplexe Abgassysteme von Systemherstellern eingesetzt, die überwiegend in einem direkten Wettbewerbsverhältnis zum Unternehmen stehen. Die Rahmenverträge mit namhaften europäischen Nutzfahrzeugherstellern für die auslaufenden EURO 5 Fahrzeuge konnten zwar verlängert werden, das Geschäftsvolumen hat sich aber auf niedrigem Niveau stabilisiert. Die Umsätze im Bereich der Schiffsmotoren sind hingegen deutlich gestiegen.

Das erste Quartal des Geschäftsjahres war durch eine schwache Nachfrage nach nichtkatalytischen Wabenkörper geprägt. In den folgenden Quartalen zeigte sich eine deutliche Erholung der Geschäftsentwicklung speziell in Europa sowohl von keramischen Wärmespeichern, die bei der Verbrennung von Industrieabgasen zur Energierückgewinnung eingesetzt werden, als auch im Bereich der Wohnraumlüftungen.

1.2. Geschäftsergebnis und Ertragslage

Der Jahresumsatz von 96.511 TEUR (2023/24: 103.585 TEUR) liegt um 7.074 TEUR unter dem Vorjahreswert. Dieser Rückgang ist vor allem auf geringere Erlöse aus großvolumigen Kraftwerkskatalysatorenprojekten zurückzuführen. Das operative Betriebsergebnis beläuft sich auf 4.095 TEUR (Vorjahr: 6.110 TEUR).

Der vor vier Jahren eingeleitete Restrukturierungsprozesses trug wesentlich zum erzielten Betriebsergebnis bei, trotz schwierigen Rahmenbedingungen an den globalen Märkten. Weitere Prozesse zur Kostenoptimierung und Prozessverbesserungen werden in den nächsten Jahren weitergeführt.

Weitere Kennzahlen des Unternehmens:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
31.03.202531.03.2024
EBITDA:T€ 8.272T€ 9.656
EBIT:T€ 4.095T€ 6.110
Finanzergebnis:T-344T€ -405
Jahresüberschuss:T€ 3.117T€ 4.343
EBITDA - Marge:8,57 %9,32 %
EBIT - Marge:4,24 %5,90 %
Return on sales:3,89 %5,51 %
Eigenkapitalrentabilität:6,41 %9,77 %
Gesamtkapitalrentabilität:4,64 %6,52 %
Eigenkapitalquote:66,34 %62,35 %
Nettoverschuldung:T€ 6.094T€ 8.849
Nettoverschuldungsgrad:10,41 %15,15 %
Working Capital:T€ 35.862T€ 37.407

Weitere Finanzkennzahlen des Unternehmens sind:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
31.03.202531.03.2024
Cash Flow aus dem Ergebnis:Te7.156Te7.505
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit:Te8.103Te6.703
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit:T€-4.289Te-9.277
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit:Te-1.983Te1.100
Eigenkapital:T€ 58.074T€ 57.957

1.3. Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung in Verbindung mit einer sehr innovationsfreundlichen Unternehmenskultur bilden einen wesentlichen Schwerpunkt unserer Unternehmensstrategie, um nachhaltigen Unternehmenserfolg zu erzielen. Im Fokus stehen dabei die Weiterentwicklung und Kostenoptimierung unserer Produkte und Fertigungsprozesse. Mit innovativen Lösungen werden Abläufe in der Produktion sowie Qualitätsstandards und Anwendungseigenschaften unserer Produkte ständig verbessert und weiterentwickelt. Ein weiteres Augenmerk liegt auf neuen Anwendungen sowie Produkten, die künftig einen wesentlichen Beitrag zum Geschäftserfolg leisten können.

Unsere anwendungstechnischen Anstrengungen zielen auf die Umsetzung innovativer und maßgeschneiderter Kundenlösungen ab, um gemeinsam mit unseren Kunden Wettbewerbsvorteile und entsprechenden Kundennutzen zu erreichen. Durch ständiges Monitoring gelingt es, anwendungsspezifisches Know-how kontinuierlich zu erweitern. Diese Erfahrungen werden bei Produktneu und Anwendungsgebieten konsequent umgesetzt. -weiterentwicklungen und bei neuen

1.4. Bestehende Zweigniederlassungen der Gesellschaft

Es bestehen keine Zweigniederlassungen.

2. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Aufgrund der globalen angespannten Situation ist mit einigen Herausforderungen zu rechnen.

Die Verfügbarkeit der Rohstoffe hat sich seit Beginn der COVID-19 Krise verschlechtert, was wiederum dazu führt, die Suche nach alternativen Rohstoffen bzw. alternativen Lieferanten zu intensivieren. Dabei spielt eine effiziente und nachhaltige Produktion eine immer größere Rolle. Die Wiederverwendung von gebrauchten Rohstoffen und Materialien wird dabei ein wesentlicher Faktor sein, um zum einen kosteneffizienter zu arbeiten und zum anderen einen Schritt in Richtung Unabhängigkeit von Rohstofflieferanten zu gehen.

Die relativ hohen Energiepreise zwingen uns dazu, auch den Einsatz von Energie effizienter zu gestalten.

Wir gehen in allen Geschäftsbereichen, außer den Dieselkatalysatoren, von einer steigenden Geschäftsentwicklung im Vergleich um Geschäftsjahr 2024/25 aus. Da auch ein bedeutender Teil der Umsätze mit Kunden in den USA abgewickelt wird, beobachten wir die weitere Entwicklung des USD-Kurses sowie die Zollandrohungen sehr genau. Parallel dazu ist ein umfassendes Projekt zur Produktivitätssteigerung und Kostenreduktion in Umsetzung. Ziel ist es, Produktionsabläufe sowie Prozesse zu optimieren und Teile des Unternehmens neu zu strukturieren, um Einsparungen sowohl bei variablen als auch fixen Kosten zu realisieren.

Der Start in das neue Geschäftsjahr ist trotz schwieriger globaler Marktbedingungen von einer guten Auftragslage geprägt.

3. Finanzlage

Ein großer Teil des Geschäftsvolumens wird in Fremdwährungen abgewickelt. Um das Risiko von Wechselkursschwankungen zu reduzieren und die Planungssicherheit bei Budgets und unterjährigen Vorschaurechnungen zu erhöhen, werden bei mittel- und langfristigen Verträgen fallweise derivative Finanzinstrumente – überwiegend Devisentermingeschäfte – eingesetzt. Zum Abschlussstichtag 31. März 2025 liegen derivative Finanzinstrumente (Devisentermingeschäfte) in Summe von 18 Millionen USD (Verkauf USD; Kauf EUR) vor, wovon 9 Millionen USD mit Kündigungsrecht seitens der Bank abgeschlossen sind. Zum Abschlussstichtag liegt eine positive Marktbewertung vor.

Die Gesellschaft verfügt über eine zugesagte Kreditlinie in Form von Kontokorrentkredit (kurzfristig) in Höhe von 7 Millionen EUR. Weiters ist ein Investitionskredit (langfristig) in Höhe von 3,5 Millionen EUR aufgenommen worden. Beide Kredite sind mit variablen Zinssätzen verzinst. Der Investitionskredit wird bereits getilgt.

Bei der Ceram Austria GmbH sind zurzeit keine Zinsabsicherungsgeschäfte abgeschlossen.

Die Angaben zu den außerbilanziellen Finanzierungsinstrumenten (Leasing) unterbleiben, da sie für den Jahresabschluss von untergeordneter Bedeutung sind.

4. Risikoberichterstattung

Preisänderungsrisiken

Negative Preisänderungsrisiken bestehen vor allem aufgrund der volatilen Wechselkursentwicklung EUR/USD. Da die Gesellschaft einen Teil ihrer Exportlieferungen in US-Dollar fakturiert, hat die Entwicklung dieser Währungen einen wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis. Es wird jedoch versucht, mit Hilfe von verschiedenen Kurssicherungsinstrumenten das Fremdwährungsrisiko zu minimieren bzw. auf einen längeren Zeitraum plan- und abschätzbar zu machen.

Inflationsrisiko

Es wird erwartet, dass die nach wie vor relativ hohen Energiepreise, politische Unruhen und die jüngst durch die USA ausgelösten Zollandrohungen weiterhin starken Einfluss auf die Inflation haben werden. Mittels Lieferantenvereinbarungen bei Energie und Hauptrohstoffen werden die Preisänderungsrisiken minimiert. Höhere Einkaufpreise werden laufend beobachtet und entsprechend in unsere Verkaufspreise einkalkuliert.

Ausfallsrisiken

Allfällige Ausfallsrisiken sind auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen begrenzt, die zum 31. März 2025 mit einem Buchwert von T€ 15.157 ausgewiesen werden. Die Guthaben bei Kreditinstituten sind in Höhe von T€ 6.129 mit den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aufrechenbar. Für mögliche Ausfälle wird durch Wertberichtigungen ausreichend vorgesorgt.

Liquiditätsrisiken

Als Liquiditätsrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die zur Erfüllung der aus den Finanzinstrumenten erforderlichen Finanzmittel nicht zur Verfügung stehen. Derartige Risiken bestehen grundsätzlich in Bezug auf die Verbindlichkeiten, im Wesentlichen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Die Finanzpläne zeigen, dass die Gesellschaft jederzeit in der Lage ist, ihre finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen.

Cashflow-Risiken

Die Entwicklung der Wechselkurse wirkt sich auf die aus den Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung resultierenden Zahlungsströme aus. Um die Fremdwährungsrisiken USD/EUR zu minimieren sind Devisentermingeschäfte abgeschlossen worden. Andere nennenswerte Cashflow-Risiken bestehen nicht.

Zinsänderungsrisiko

Weitere Zinserhöhungen können sich negativ auf die Kreditkonditionen auswirken.

Zollrisiken

Die Handelsbeziehungen mit den USA bergen weiterhin potenzielle Zollrisiken, insbesondere durch mögliche Anderungen bei Importzöllen, verschärfte Zollkontrollen sowie regulatorische Anpassungen. Gesellschaft begegnet diesen Risiken proaktiv, indem wir mit unseren Kunden individuelle Vereinbarungen zur Übernahme der anfallenden Zollkosten treffen. Dadurch können potenzielle finanzielle Belastungen reduziert und die Planbarkeit für beide Seiten verbessert werden.

Rohstoffengpässe

Globale Lieferketten sind weiterhin von Rohstoffengpässen betroffen, was zu längeren Beschaffungszeiten, Preissteigerungen und Produktionsverzögerungen führen kann. Diese Risiken wirken sich unmittelbar auf die Lieferfähigkeit und die Kostenstruktur aus. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und Abhängigkeiten zu reduzieren, sucht die Gesellschaft aktiv nach neuen Lieferanten und erschließt alternative Beschaffungsmärkte.

5. Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility

Human Resources (HR)

Um als produzierendes Unternehmen eine nachhaltige Entwicklung sicherzustellen, legt die Ceram Austria GmbH großen Wert auf die kontinuierliche Förderung von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind der Schlüssel zum langfristigen Unternehmenserfolg. Ihre Zufriedenheit, Loyalität und das gegenseitige Vertrauen sind zentrale Grundlagen für die positive Weiterentwicklung unseres Unternehmens.

Ein respektvoller Umgang, offene Kommunikation sowie klar strukturierte Abläufe schaffen ein motivierendes und innovatives Arbeitsumfeld, das wesentlich zum Erfolg der Ceram Austria GmbH beiträgt.

Der Arbeits- und Gesundheitsschutz hat für uns höchste Priorität und ist fest in unserer Unternehmenspolitik verankert. Um Unfälle zu vermeiden, Gefährdungen zu minimieren und ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze sicherzustellen, stellt das Unternehmen die dafür erforderlichen Mittel bereit. Die Verantwortung für alle sicherheitsrelevanten Prozesse liegt bei einem spezialisierten Sicherheitsmanagementteam, das kontinuierlich an deren Überwachung, Steuerung und Optimierung arbeitet. Die erfolgreiche Zertifizierung nach ISO 45001:2018 unterstreicht unseren hohen Anspruch in diesem Bereich.

Neben den genannten Aspekten bilden die Qualifikation, Motivation sowie die kontinuierliche Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine wesentliche Grundlage für den nachhaltigen Erfolg der Ceram Austria GmbH. Nur durch bestens geschultes und engagiertes Personal können wir den stetig wachsenden Anforderungen und Erwartungen unserer Kunden gerecht werden und zugleich langfristige, partnerschaftliche Kundenbeziehungen aufbauen und festigen.

Umweltschutz

Die Ceram Austria GmbH legt großen Wert auf umweltbewusstes Handeln und fördert dieses aktiv bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Regelmäßige Schulungen und Informationsangebote sensibilisieren für Umweltbelange und stärken das Verantwortungsbewusstsein im Arbeitsalltag. Unsere Produkte leisten einen bedeutenden Beitrag zur Luftreinhaltung sowie zur Steigerung der Energieeffizienz – ein wesentlicher Aspekt unseres Umweltengagements. Die Einhaltung hoher Umweltstandards, die über gesetzliche Vorgaben hinausgehen, ist für uns selbstverständlich. Der verantwortungsvolle und sparsame Umgang mit Ressourcen steht dabei im Mittelpunkt und ermöglicht eine sowohl wirtschaftlich effiziente als auch umweltschonende Produktion. Ein zentrales Ziel unseres Unternehmens ist der Einsatz ökologisch orientierter Technologien, soweit dies ökonomisch vertretbar ist. Im Rahmen unseres kontinuierlichen Verbesserungsprozesses optimieren wir laufend unsere Produktionsabläufe – mit besonderem Fokus auf Ressourcenschonung. Unsere Umweltpolitik sowie die definierten Umweltziele entsprechen den Anforderungen der DIN ISO 14001. Deren Umsetzung wird sowohl intern als auch extern regelmäßig überprüft. Darüber hinaus nehmen wir Einfluss auf unsere Lieferkette, indem wir Umweltstandards auch an unsere Partner weitergeben und aktiv deren Umweltverhalten einbeziehen. So leisten wir über unser Unternehmen hinaus einen Beitrag zum Umweltschutz.

Frauental an der Laßnitz, am 25. Juli 2025

DI Christian Kögl

DI Robert Felgitscher

DI Rudolf Schönhart

DI Franz Josef Dorfer

A life Elishant

Wir verwenden Cookies, um grundlegende Funktionen der Plattform sicherzustellen und anonymisierte Nutzungsstatistiken zu erfassen. Durch einen Klick auf "Akzeptieren" stimmst du der Verwendung dieser Cookies zu.