← Zurück zum Firmenprofil

Lagebericht 2025

Steinbeis PolyVert GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 28. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Wirtschaftsbericht

1.1. Entwicklung des wirtschaftlichen Umfelds

Die Weltwirtschaft entwickelte sich im Jahr 2025 trotz anhaltender Handelsstreitigkeiten und geopolitischer Unsicherheiten insgesamt besser als erwartet. Die globalen Handelsströme haben sich jedoch deutlich verschoben: China intensivierte seine Handelsbeziehungen mit Asien und Europa zulasten der USA. Dies führte insbesondere am europäischen Markt zu spürbarem Preisdruck.

Österreichs Wirtschaft verharrte 2025 weiterhin in einer Rezession. Die seit Mitte 2022 anhaltende Konjunkturschwäche zeigte erst gegen Ende des Jahres 2025 erste Anzeichen einer zögerlichen Erholung. Die Ertragslage vieler Unternehmen verschlechterte sich merklich. Insbesondere hohe Lohn- und Energiekosten belasteten die Betriebe erheblich. Die anhaltend schwache wirtschaftliche Entwicklung führte zudem zu einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosenquote.

In Europa stehen Kunststoffrecycler vor erheblichen Herausforderungen. Steigende Kosten, zunehmender bürokratischer Aufwand sowie günstige Rezyklatimporte aus Drittländern – und die daraus resultierende sinkende Nachfrage nach EU-Rezyklaten – erhöhen den Wettbewerbsdruck erheblich. Infolge dieser Entwicklungen verschwinden zunehmend größere Produktionskapazitäten vom Markt.

In Österreich stieg die Arbeitslosenquote im Jahresverlauf 2025 weiter an und erreichte im Dezember mit 8,4 % ihren Höchststand. Für die Folgejahre wird mit einer schrittweisen Erholung des Arbeitsmarktes gerechnet, wobei eine Reduktion der Arbeitslosenquote in Richtung 7 % erwartet wird.

Die durchschnittliche Inflationsrate in Österreich lag im Jahr 2025 bei 3,5 % und damit weiterhin auf einem relativ hohen Niveau. Für das Jahr 2026 wird eine durchschnittliche Inflationsrate von knapp über 2,5 % prognostiziert.

1.2.

Marktposition

Die Firma Steinbeis PolyVert GmbH zählt zu den führenden Kunststoffrecycling-Unternehmen in Europa.

1.3.

Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2025

Die Unternehmenstätigkeit umfasste im abgelaufenen Geschäftsjahr das Recycling von Kunststoffen der Arten PET, PE- HD, PP, und gemischte PO.

Die verschobene Inbetriebnahme der PO Linie im Januar und Februar 2025 war von erheblichen Mängeln und Leistungsabweichungen seitens der Lieferanten geprägt. Nachdem die eingeforderten Nachbesserungen nicht erfolgreich umgesetzt wurden, veranlasste das Management Ersatzvornahmen. Diese Maßnahmen konnten erst gegen Ende des Jahres 2025 abgeschlossen werden.

Im vierten Quartal geriet der europäische Kunststoffrecyclingmarkt durch zunehmende günstige Rezyklatimporte zusätzlich unter Druck, was sich zum Jahresende in den Absatzmengen widerspiegelte. In der daraus resultierenden Konsolidierungsphase am europäischen Markt gelang es dem Unternehmen dennoch, neue Kunden zu gewinnen und seine Marktposition weiter zu stärken.

1.3.1. Ertragslage

Die Umsatzerlöse belaufen sich im Berichtszeitraum 2025 auf EUR 41.155.213,32 (VJ: EUR 36.703.391,29).

Die Betriebsleistung (Umsatzerlöse, Bestandsveränderungen, aktivierte Eigenleistungen und sonstige betriebliche Erträge) lag im Geschäftsjahr bei EUR 45.425.806,63 (VJ: EUR 37.376.352,05).

Steinbeis PolyVert GmbH

Die Position Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen in Prozent zur Betriebsleistung betrug im Geschäftsjahr 2025 78,33 % und ist auf einem niedrigeren Niveau als im Jahr zuvor (79,47 %).

Der Personalaufwand in Relation zur Betriebsleistung liegt im Geschäftsjahr 2025 mit 20,20 % unter dem Wert des Vorjahres (20,54 %).

Im Jahr 2025 mussten Wertberichtigungsmaßnahmen durchgeführt werden. Forderungen mussten in der Höhe von rund EUR 19.850,00 wertberichtigt werden. Rohstoffe wurden mit EUR 28.446,31, unfertige Erzeugnisse mit EUR 15.098,60 und fertige Erzeugnisse mit EUR 435.592,06 wertberichtigt. Die Summe dieser Dotierungen ergibt einen Betrag in Höhe von EUR 498.986,97.

Das Finanzergebnis war in Höhe von EUR -1.806.772,33 negativ (VJ: EUR -1.719.323,96). Die negative Veränderung zum Vorjahr ergibt sich vor allem aus einer höheren Zinsbelastung betreffend Bankkredite.

1.3.2. Vermögenslage

Die Investitionen in das Sachanlagevermögen und in immaterielle Vermögensgegenstände haben sich im Berichtszeitraum auf EUR 1.954.728,09 (VJ: EUR 24.383.277,81) belaufen. Im Bereich der Zugänge wurden Investitionen in Hallen sowie in technische Anlagen vorgenommen. Weiterhin sind Investitionen und Aufwendungen, wie auch schon in den Vorjahren, in die Arbeitssicherheit geflossen.

Der Vorratsbestand erhöhte sich von EUR 5.301.988,81 auf EUR 6.656.892,77.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Geschäftsjahr 2025 von EUR 3.310.960,83 auf EUR 2.153.834,04 gesunken.

Im Berichtsjahr wurden Eigenkapitalzuschüsse in Höhe von EUR 13.500.000,00 der nicht gebundenen Kapitalrücklage zugeführt.

Für das Jahr 2025 ergibt sich ein Bilanzverlust von EUR -3.485.548,82. Das Eigenkapital beläuft sich auf EUR 9.099.975,84 (VJ: EUR 12.061.300,57). Die Eigenkapitalquote beträgt 15,01 % (VJ: 19,70 %).

1.3.3. Finanzlage

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (inkl. Anzlg.) betragen am Ende des Geschäftsjahres EUR 2.460.577,86 (VJ: EUR 4.338.993,26).

Der Cashflow nach der Praktikermethode betrug im Geschäftsjahr EUR -11.061.629,02 (VJ: EUR -8.423.992,32).

Cashflow Praktikermethode:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
20252024
Ergebnis nach Steuern- 16461324,73- 12228 284,23
+ Abschreibungen5 383 731,943 787 441,48
- Zuschreibungen
+ Buchwertabgang1 740,164740,04
+ Ifr Rückstellungsbildung14 223,6112 110,39
- Ifr Rüc kstellungsauflösung
- 11061629,028 423 992,32

Obwohl im vergangenen Geschäftsjahr operative Verluste erzielt wurden, konnte die Liquidität des Unternehmens weiterhin sichergestellt werden. Die fortlaufende finanzielle Unterstützung der Gesellschafter trägt maßgeblich zur erforderlichen Stabilität bei.

1.4. Analyse der wichtigsten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren

1.4.1. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Umweltbelange

Aufgrund neuer Anforderungen unserer Kunden an die Qualitäten unserer Produkte ergeben sich auch erweiterte Qualifikationsanforderungen an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese zusätzlichen Qualifikationen werden durch interne und externe Weiterbildungsmaßnahmen erworben.

Wesentliche Umweltbelange ergaben sich im Geschäftsjahr 2025 nicht.

1.4.2. Absatzmarkt

Der Absatzmarkt für Rezyklate ist herausfordernd und konfrontiert mit günstigen Neuwarenpreisen und einem Überangebot niedrigpreisiger Importe aufgrund der Entwicklung politischer und konjunktureller Rahmenbedingungen. Die regulatorischen Vorgaben stärken die Kreislaufwirtschaft nachhaltig und schaffen mittel- bis langfristig verbesserte Absatzperspektiven.

1.4.3. Beschaffungsmarkt

Vor dem Hintergrund der europäischen regulatorischen Vorgaben zum Rohstoffeinsatz steigen auch die Anforderungen auf der Beschaffungsseite kontinuierlich. Um Versorgungssicherheit jederzeit gewährleisten zu können, hat das Unternehmen sein Lieferantennetzwerk strategisch breit und stabil aufgestellt. Dadurch konnte sichergestellt werden, dass es zu keinem Zeitpunkt zu relevanten Versorgungsengpässen gekommen ist.

2. Risikobericht

2.1. Wesentliche allgemeine Risiken

Die Risiken des Unternehmens wurden durch adäquate Methoden bewertet. Daraus resultierend wurden keine aktuellen kritischen Felder, die Handlungsbedarf signalisieren, identifiziert. Das interne Kontrollsystem wird kontinuierlich weiterentwickelt, um die steigende Komplexität abzusichern.

2.2.

Risikoberichterstattung Ausfallrisiko (Debitorenrisiko)

Zur Absicherung unserer Kundenforderungen werden laufend Bonitätsprüfungen durchgeführt und darauf basierend Kreditrahmen systemmäßig festgelegt. Bereits in den Vorjahren wurde auch eine Kreditversicherung zur weiteren Absicherung gegenüber Forderungsausfällen abgeschlossen.

2.3.

Risikoberichterstattung zu Wettbewerbsrisiken

Kostenoptimierung durch verstärkte Forschungs- und Entwicklungstätigkeit, laufende interne Prozessanalysen, Herausarbeiten von Systemlösungen zur Maximierung des Kundennutzens in Form von Termintreue und Qualität sind Aufgaben, um den Wettbewerbskräften entgegenzuwirken.

3. Finanzinstrumente

Die Gesellschaft hatte während des Berichtszeitraumes keine derivativen Finanzinstrumente im Einsatz.

Zu den im Unternehmen bestehenden originären Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Finanzanlagen wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Guthaben und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, sowie Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.

Wie bereits im Risikobericht erwähnt, unterliegt die Bonitätsprüfung von Kunden einer laufenden internen Beurteilung.

Aufgrund der gegebenen Finanzierungsstruktur schätzt das Management die Schwankungen des Zinssatzes als durchschnittliches Cash-Flow-Risiko ein, da die Zinsen größtenteils abhängig von der Entwicklung des EURIBOR sind bzw fixiert wurden.

4. Forschung und Entwicklung

Der Bereich Forschung und Entwicklung im Geschäftsjahr betraf vorwiegend die laufende Weiterverbesserung der bestehenden Produktlinien.

5. Zweigniederlassungen

Die Steinbeis PolyVert GmbH verfügt über keine Zweigniederlassungen.

6. Prognosebericht

Die europäische Kunststoffrecyclingbranche befindet sich in einer Phase tiefgreifender struktureller Transformation. Billigimporte sowie die anhaltende Preisvolatilität auf den Primärrohstoffmärkten belasten Margen und Wettbewerbsfähigkeit erheblich. Gleichzeitig verdeutlichen europaweit rückläufige Recyclingkapazitäten im Jahr 2025 den hohen Wettbewerbsdruck innerhalb des Sektors. Marktbereinigungen und das Ausscheiden einzelner Marktteilnehmer sind Ausdruck dieser angespannten Situation.

Regulatorische Vorgaben und steigende Marktanforderungen beschleunigen diesen Wandel zusätzlich. Mit der Einführung der Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) werden europaweit verbindliche Design-, Recyclingfähigkeits- und Rezyklatvorgaben etabliert, die tief in bestehende Wertschöpfungsstrukturen eingreifen. Durch Investitionen und Inbetriebnahme modernster Sortier-, Aufbereitungs- und Recyclingtechnologien im Bereich PO und PET ist die Steinbeis PolyVert GmbH jedoch strategisch gut positioniert, um den zukünftigen regulatorischen und qualitativen Anforderungen umfassend gerecht zu werden.

Für das Geschäftsjahr 2026 ist zunächst von einer Seitwärtsbewegung mit moderatem Umsatzwachstum auszugehen. Mittelfristig eröffnet sich jedoch ein strukturelles Wachstumspotenzial, da die verpflichtenden Rezyklateinsatzquoten zu einer nachhaltig steigenden Nachfrage nach hochwertigen Sekundärrohstoffen führen werden.

Das Jahr 2026 ist als Obergangsphase mit stabilisierender Tendenz zu bewerten. Während kurzfristig Kosten- und Wettbewerbsdruck dominieren, legt die regulatorische Rahmensetzung die Grundlage für langfristig nachhaltiges Marktwachstum.

Die Kunststoffrecyclingbranche in Österreich steht vor einer „kritischen Wachstumsphase”: Regulatorischer Druck und Marktanforderungen führen zu strukturellen Anpassungen, gleichzeitig eröffnen sich Chancen durch technologische Weiterentwicklung und wachsende Kreislaufwirtschaftsinitiativen

Vor diesem Hintergrund geht die Geschäftsführung der Steinbeis PolyVert GmbH aufgrund ihrer starken Marktposition – getragen von langjährigen, stabilen Lieferanten- und Kundenbeziehungen – sowie der gezielten Investitionen in moderne Sortier- und Aufbereitungstechnologien davon aus, dass im Wirtschaftsjahr 2026 die sich aus der Marktkonsolidierung ergebenden Chancen, insbesondere im Hinblick auf Produktionskapazitäten, konsequent genutzt werden können. Ziel ist es, die Marktpräsenz weiter auszubauen und die Wettbewerbsposition nachhaltig zu stärken.

Völkermarkt, am 23. Februar 2026

Die Geschäftsführung:

Be he ené Witt Sebastian Dieter Arno Meister

Wir verwenden Cookies, um grundlegende Funktionen der Plattform sicherzustellen und anonymisierte Nutzungsstatistiken zu erfassen. Durch einen Klick auf "Akzeptieren" stimmst du der Verwendung dieser Cookies zu.