Inhaltsverzeichnis
HIRSCH SERVO AG A-9555 Glanegg 58
1. Allgemeines
Bei der HIRSCH Servo AG mit Sitz in Glanegg handelt es sich um die Holdinggesellschaft der HIRSCH Servo Gruppe. Die wesentlichen Aufgaben der Gesellschaft umfassen das Management der im Anschluss angeführten Konzerngesellschaften, die Festlegung der Konzernstrategie, das operative Finanz- /Rechnungswesen und Controlling für die am Standort Glanegg angesiedelten operativen Gesellschaften, das Group Accounting und Group Controlling, die konzernweite IT-Betreuung, das operative Personalwesen am Standort Glanegg, sowie das gruppenweite Risikomanagement und Marketing.
Zu den Konzerngesellschaften zählen:
| HIRSCH Servo AG (AT) | Besitz- und Vermietungs GmbH (AT) |
|---|---|
| Hirsch Porozell GmbH (AT) | Hirsch Maschinenbau GmbH (AT) |
| Thermozell Entwicklungs- und Vertriebs GmbH (AT) | HPC Produktions GmbH (AT) |
| HIRSCH Porozell Kft. (HU) | HIRSCH Porozell Sp.z.0.0. (PL) |
| POLYFORM s.r.o. (SK) | HIRSCH Porozell S.r.l. (RO) |
| HIRSCH POROZELL TOV (UA) | HIRSCH Porozell GmbH DE (DE) |
| HIRSCH FRANCE SAS (FR) | HIRSCH Czech Republic s.r.o (CZ) |
| Ingmetal s.r.o. (SK) | HIRSCH Koviflex d.o.o. (SI) |
| Erlenbach GmbH (DE) | Hirsch Erlenbach Sales GmbH (DE) |
| Hirsch Erlenbach Sales S.R.L. (IT) | Hirsch Erlenbach Sales Inc. (USA) |
| Renostav s.r.o (CZ) | Tyron Sp.z.o.0. (PL) |
2. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
2.1 Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der Hirsch Servo AG
Im abgelaufenen Geschäftsjahr betrug der Gesamtumsatz der HIRSCH Servo Gruppe in einem sehr herausfordernden Marktumfeld 360,9 Mio. € (VJ: 359,1 Mio. €).
| Die | HIRSCH | Servo | AG | als | Holdinggesellschaft | hat | überwiegend |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Dienstleistungsfunktion | erbringt | Serviceleistungen für | die | einzelnen | |||
| Tochtergesellschaften. | |||||||
| Kennzahlen in Mio. € | 2024/25 | 2023/24 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 9,7 | 9,6 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | -0,5 | -1,2 |
| Ergebnis vor Steuern | 1,5 | 0,7 |
| Periodenergebnis | 2,5 | 1,1 |
| Bilanzsumme | 82,2 | 63,7 |
| Cash Flow aus der Betriebstätigkeit | 6,5 | 4,4 |
| Cash Flow aus der Investitionstätigkeit | -19,4 | -33,1 |
| Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit | 14,0 | 28,3 |
Im Geschäftsjahr 2024/25 wurden in der Holdinggesellschaft Umsatzerlöse in der Höhe von 9,7 Mio. € (VJ: 9,6 Mio. €) realisiert.
Das Betriebsergebnis belief sich auf -0,5 Mio. € (VJ: -1,2 Mio. €).
Das Ergebnis vor Steuern lag im Berichtszeitraum bei 1,5 Mio. € (VJ: 0,7 Mio. €).
2.2 Bericht über das wirtschaftliche Umfeld
Das abgelaufene Wirtschaftsjahr 2024/25 war auch weiterhin durch den Ukraine Krieg, der globalen Unsicherheit bedingt durch die deutliche Zunahme an Kriegshandlungen, sowie im 4. Quartal durch die angekündigten Zolldiskussionen, ausgelöst von Amerika, geprägt. Eine leichte Entspannung gab es bei den Energiepreisen am Markt, sowie auch bei den Finanzierungskosten, hier wurden durch die EZB die Zinsen entsprechend reduziert. Die Inflationsrate in der Europäischen Union lag 2024 bei
2,6%. Im Vergleich zum Vorjahr (2023: 6,4%) stiegen die Preise weniger stark. In Osterreich lag die Inflationsrate im Jahr 2024 bei 2,9%. Im Vergleich zum Vorjahr (2023: 7,8%) fiel der Rückgang der Inflation in Österreich höher aus als im EU- Durchschnitt kommend allerdings von einer deutlich höheren Ausgangsinflation des Vorjahres. Der Zinssatz der Europäischen Zentralbank lag mit März 2025 bei 2,65%, (Vorjahr März 2024: 4,5%) was eine Reduktion von 185 Basispunkte gegenüber dem Vorjahresvergleich bedeutet. Auf Grund der deutlich schwächeren wirtschaftlichen Situation wurden von der Europäischen Zentralbank im letzten Wirtschaftsjahr fünf Zinssenkungsschritte umgesetzt, um den starken wirtschaftlichen Rückgang gegenzusteuern.
Die Abschwächung des Wirtschaftswachstums, das bereits in der zweiten Jahreshälfte 2022 begonnen hat, hat im Wirtschaftsjahr 2023/24 deutlich zugenommen. Auch im Wirtschaftsjahr 2024/25 wurde kein positives Wirtschaftswachstum erzielt, wobei weiterhin vor allem die Bauindustrie (im Speziellen der Haus- und Wohnungsbau) stark betroffen war. Die Genehmigungen für die Errichtung von neuen Wohnungen hat in Deutschland gegenüber dem Vorjahr neuerlich um rd. 19,7% abgenommen, der Rückgang gegenüber dem Jahr 2021 beträgt rd. 47,8%. Auch in Österreich hat die Anzahl der Baubewilligung von neuen Wohnungen im Jahr 2024 um rd. 3.000 Einheiten (rd. 8,6%) gegenüber dem Vorjahr abgenommen. Gegenüber dem Jahr 2021 beträgt der Rückgang an bewilligten Wohnungen in Österreich rd. 48,9%.
Die EU-Kommission rechnet im Jahr 2025 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 1,1%. Die Prognose für Osterreich weist dagegen allerdings mit -0,3% als einziges EU-Mitgliedsland eine negative Prognose aus, womit sich die Rezession weiter fortsetzt. Erst für das Jahr 2026 wird für Osterreich wieder ein Wachstum von 1,0% erwartet.
Im EPS-Verpackungsbereich verzeichnete die Gruppe auch in allen Ländern einen Absatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr.
In Polen wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr die Tyron Sp.z.o.0. erworben, ein im Markt sehr gut etablierter Dämmstoffproduzent. Damit gelingt es der HIRSCH Gruppe, im größten EPS Markt Europas, neben den Verpackungslösungen und Produkten für
die Fußbodenheizung, auch im Dämmstoffbereich entsprechendes Marktpotenzial zu bearbeiten. Die Abhängig von reinen Verpackungslösungen konnte dadurch stark reduziert werden.
In Summe hat der anhaltende konjunkturelle Rückgang der Wirtschaft, und im Speziellen der Bauwirtschaft, auch die HIRSCH Technologie Gruppe vor große Herausforderungen gestellt, da deutlich rückläufige Auftragseingänge zu verzeichnen waren. Die starke Investitionstätigkeit unserer Kunden in der EPS-Verarbeitung in den Jahren bis 2023 und der aktuell weiterhin anhaltenden Rezession, führt dazu, dass freie Produktionskapazitäten in der EPS-Verarbeitungsindustrie vorhanden sind, und daher die Nachfrage nach neuen Anlagen deutlich geringer ausfällt.
2.3 Bericht über Zweigniederlassungen
Die HIRSCH Servo AG unterhält keine Zweigniederlassungen.
2.4 Bericht über nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Personal
Im Geschäftsjahr wurden in der HIRSCH Servo AG durchschnittlich 18 Mitarbeiter (VJ:
19) beschäftigt, wovon rund zwei Drittel weiblich sind.
Die HIRSCH Servo Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr 2024/25 1.781 (VJ: 1.803) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wovon 1.384 (VJ: 1.394) der EPS-Verarbeitung und 396 (VJ: 409) dem Bereich Technology zuzuordnen sind. Eine Zuordnung der Mitarbeiter nach Regionen ergibt folgendes Bild: Osteuropa 891 (VJ: 865), Osterreich 305 (VJ: 340), Deutschland 390 (VJ: 396), Frankreich 196 (VJ: 202).
Die HIRSCH Servo AG legt Wert auf bestens ausgebildete, leistungsfähige und motivierte Mitarbeiter, da sie eine wichtige Grundlage für die nachhaltige Sicherung des Unternehmenserfolges sind.
Umweltbelange
Der HIRSCH Servo Gruppe, sind im Sinne der nachhaltigen Wertschöpfung, die Qualität und der sparsame Einsatz von Rohstoffen und Energie ein wichtiges Anliegen. Entsprechende Verbrauchskennzahlen und Energieeinsätze werden regelmäßig erfasst und ausgewertet.
Zur EPS-Verarbeitung wird Wasserdampf benötigt. Dieser wird in Dampferzeugungsanlagen aus Wasser und Erdgas/Heizöl oder Fernwärme hergestellt.
Nähere Angaben zum Rohstoffeinsatz sowie zum Energieverbrauch können dem Konzernlagebericht entnommen werden.
3. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens bzw. der HIRSCH Servo Gruppe
Die HIRSCH Servo Gruppe konnte im Berichtsjahr, trotz der herausfordernden schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die zentraleuropäische Marktführerschaft halten und sicherstellen, allerdings auf niedrigerem Niveau. Aktuell ist die HIRSCH Servo Gruppe in zehn Ländern mit 34 Produktionsstandorten vertreten.
Der Dämmstoffbereich hat mit dem größten prozentualen Umsatzanteil am Gesamtumsatz nach wie vor die bedeutendste Position in der Unternehmensgruppe und wird auch in Zukunft der Fokus für weitere strategische Wachstumsinitiativen bleiben. Der Verpackungsbereich ist aufgrund der Leistungsführerschaft in diesem Bereich ein interessantes Betätigungsfeld, in welchem die HIRSCH Servo Gruppe mit Faserguss einen weiteren nachhaltigen Werkstoff anbietet. Zudem werden neue Arten von Verpackungsmaterialen getestet und entwickelt, um auch schwere und große Haushaltsgeräte sicher und teilweise kunststofffrei zu verpacken. Diese gemeinsamen Entwicklungsprojekte mit namhaften, großen Weißwarenherstellern in Europa sichern uns zukünftig einen Wettbewerbsvorteil und bieten neue Chancen den Verpackungsmarkt innerhalb der HIRSCH Servo Gruppe zu erweitern sowie in weitere Märkte zu expandieren.
Das Wirtschaftsjahr 2024/25 war auch weiterhin durch die Unsicherheiten aufgrund des Ukraine Krieges, den aufflammenden Kriegshandlungen im Nahen Osten aber vor allem auch der weiterhin schwächelnden Baukonjunktur geprägt, was zu Rückgängen bei den Absatzmengen geführt hat. Jedoch bestätigen Vorhaben, wie das „Fit for 55n- Paket, welches darauf abzielt, die europäische Wirtschaft nachhaltiger zu gestalten und bis 2050 klimaneutral zu machen, dass unsere energieeffizienten Dämmlösungen, die leistungsstarken Verpackungssysteme und die innovative Maschinentechnologie auch in Zukunft eine wesentliche Rolle bei der Bewältigung globaler Herausforderungen wie z.B. dem European Green Deal, spielen werden. Neben den bereits geplanten Initiativen in Richtung CO2-Neutralität liegt unser Fokus zukünftig darauf, die Dampferzeugung auf erneuerbare Energieträger (Biomasse) umzustellen.
Der Die HIRSCH Technologie Gruppe steht aus heutiger Sicht vor mehreren Herausforderungen, einerseits die verhaltene Nachfrage nach neuen Maschinen durch Zusatzdienstleistung und Optimierungsprojekten bei Bestandsanlagen zu kompensieren, andererseits aber auch neue Entwicklungen voranzutreiben, um die EPS verarbeitende Industrie auch auf ihren Weg zur Klimaneutralität zu unterstützen. Durch Bündelung der Stärken und Vorteile der einzelnen Unternehmen der HIRSCH Technologie Gruppe kann die Schlagkraft am Markt gesteigert werden, was uns hilft, die schwierige wirtschaftliche Situation entsprechend abzufedern und auszugleichen. Durch die Bündelung der Kräfte können neue Märkte aufgetan werden, und kann auch die Wertschöpfungskette in der HIRSCH Technologie Gruppe erhöht werden.
Die HIRSCH Servo Gruppe spielt aufgrund der großen Abnahmemenge auf dem Rohstoffmarkt eine wesentliche Rolle. Diese Größe bedingt langfristige partnerschaftliche Lieferbeziehungen, welche in den Engpasszeiten der vergangenen Jahre durch die gesicherte Versorgung zu konkurrenzfähigen Preisen, wesentlich zum Erfolg der Unternehmensgruppe beigetragen haben. In Zeiten von schwächerer Nachfrage und Preisverfall ist die HIRSCH Servo Gruppe in der Lage durch diese Beziehungen den punktuellen Abschluss preislich vorteilhafter Sonderdeals zu erzielen, um einen Marktvorteil zu sichern. Zudem wird innerhalb der HIRSCH Servo Gruppe in Tschechien eigener Recycling-Rohstoff hergestellt, der mit einem Rezyklatanteil von 100% zu neuen Produkten verarbeitet werden kann. Dieser Bedarf wird gerade in der Branche der Weißware immer bedeutender, da hier der Einsatz von Rezyklaten eine wichtige strategische Ausrichtung der Hersteller von Weißwaren in Europa darstelt.
Das übergeordnete Ziel der HIRSCH Gruppe ist es, jeden Geschäftsbereich so zu positionieren, dass dieser sich im Wettbewerb erfolgreich behaupten kann. Die geografische Positionierung der Standorte innerhalb der HIRSCH Servo Gruppe ist dabei die Voraussetzung für weiteres Wachstum und man kann davon ausgehen, dass sich unser Produktionsnetzwerk in Zukunft noch vergrößern wird.
Zusammenfassend gehen wir auch für das Wirtschaftsjahr 2025/26 von einem ähnlichen Niveau wie im abgelaufenen Wirtschaftsjahr aus. Eine Erholung sehen wir frühestens im Jahr 2026/27. Aufbauend auf ein vom Aufsichtsrat verabschiedetes
Budget sowie den revolvierenden periodischen Liquiditätsplanungen sehen wir die Unternehmensgruppe auch mittel- bzw. langfristig ausreichend finanziert.
Das übergeordnete Ziel der HIRSCH Gruppe ist es, jeden Geschäftsbereich so zu positionieren, dass dieser sich im Wettbewerb erfolgreich behaupten kann. Die geografische Positionierung der Standorte innerhalb der HIRSCH Servo Gruppe ist dabei die Voraussetzung für weiteres Wachstum und man kann davon ausgehen, dass sich unser Produktionsnetzwerk in Zukunft noch vergrößern wird.
In der HIRSCH Gruppe wird SAP S/4HANA als ERP-System eingeführt. Aktuell sind sechs Gesellschaften mit dem neuen ERP-System ausgestattet. Zukünftig ist geplant, zwei bis drei Gesellschaften pro Jahr auf das neue System umzustellen, was zur Vereinheitlichung und Optimierung bei Prozessen und Abläufen in der Gruppe beitragen wird.
3.1 Bericht über wesentliche Risiken und Ungewissheiten des Unternehmens bzw. der HIRSCH Servo Gruppe
Das Risikomanagement der HIRSCH Servo Gruppe ist darauf ausgelegt, die im Rahmen der Geschäftstätigkeit entstehenden potenziellen Risiken frühzeitig zu erkennen, anhand vorgegebener Kriterien zu bewerten, die Folgen abzuschätzen und geeignete Vorsorge- und Sicherungsmaßnahmen vorzuschlagen und einzuleiten. Das Management untersucht in regelmäßigen Abständen die Chancen und Risiken in Bezug auf die allgemeine Geschäftsentwicklung und trägt dabei die Gesamtverantwortung für die frühzeitige Risikoerkennung und das Einleiten von Maßnahmen.
Absatzrisiken
Der Absatz ist im Bereich der Dämmstoffe zum einen saisonalen, konjunkturellen und witterungsbedingten Schwankungen unterworfen, zum anderen hängen die Absatzmöglichkeiten aber auch stark von der Konjunkturentwicklung und der Investitionsbereitschaft unserer Kunden ab. Die globale Schwerpunktsetzung im
Vertrieb zielt darauf ab, durch Konzentration der Vertriebsaktivitäten eine möglichst optimierte Potentialausschöpfung über Zentraleuropa umzusetzen.
In der HIRSCH Technologie Gruppe ist der Absatz vorwiegend konjunkturellen Schwankungen unterworfen, allerdings treten die Auswirkungen zeitverzögert auf, da bereits beauftragte Projekte entsprechend abzuarbeiten sind. Positive Effekte einer konjunkturellen Erholungen treten im Technologiebereich aber auch erst verspätet ein. Der Vertrieb der HIRSCH Technologie Gruppe setzt auf den globalen Markt, um weltweit vorhandene Kundenpotentiale auszuschöpfen. Weiters können durch die Erhöhung der Wertschöpfungstiefe und der Möglichkeit, ganze Werke anbieten zu können, neue Kunden angesprochen werden, die nur über das Angebot von Gesamtprojekten erreichbar sind.
Beschaffungsrisiko
Der Rohstoff EPS hat einen dominanten Einfluss auf die Kosten und den Produktionsablauf bei der Herstellung von EPS-Dämmstoffen und EPS- Verpackungslösungen. Durch die beträchtlichen Rohstoffmengen, die in unseren Produktionsstätten verarbeitet werden, ist die zentrale Steuerung der Beschaffungspolitik ein wesentlicher Faktor. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit bei gleichzeitiger Optimierung des Working Capital sicherzustellen.
Die Beschaffungsmärkte für Rohstoff und Energie werden sowohl durch die zentrale Einkaufsfunktion aber auch lokal permanent beobachtet. Durch regelmäßige Abschlüsse von Lieferverträgen mit Energieversorgern und monatlichen Bestellungen bei ausgewählten Rohstofflieferanten wird das Beschaffungsrisiko minimiert und eine möglichst verlässliche Basis für die Preiskalkulation geschaffen. Es besteht jedoch das Risiko, dass Steigerungen des EPS-Rohstoffpreises nicht bzw. nur zeitverzögert an die Kunden weitergegeben werden können. Eine Abfederung dieses Risikos ist im Bereich Verpackung durch sogenannte Preisgleitklauseln gegeben, während in anderen Bereichen Preiserhöhungen nur mit Verzögerung durchsetzbar sind.
In der Technologiegruppe werden standardisierte Zulieferteile vorgehalten, damit marktübliche Lieferzeiten von Maschinen des Kernsortiments gewährleistet werden können. Die Einkaufsverantwortung ist in Glanegg bzw. Lautert fokussiert.
Kreditrisiken
Zur Verminderung von Kreditrisiken wird die Kundenstruktur überwacht bzw. eine Absicherungspolitik betrieben, die Bonitätsprüfungen bzw. das Arbeiten mit Vorauskasse bei Neukunden sowie die Finanzierung über Akkreditive bei Anlagenverkäufen einschließt. Zur Reduzierung des Risikos eines Zahlungsausfalles werden staatliche Exportgarantien oder Bankgarantien eingeholt. Durch das Setzen von Kreditlimits und ein aktives Mahnwesen wird das Risiko des Zahlungsverzugs bzw. Ausfalls der Vertragspartner so gering wie möglich gehalten.
Alle offenen Forderungen werden in laufender Abstimmung mit dem lokalen Management auf ihre Werthaltigkeit beurteilt, um bei Notwendigkeit entsprechende Risikovorsorgen einzustellen.
Zinsänderungsrisiko
Die Finanzierung der HIRSCH Gruppe wird durch die HIRSCH Servo AG organisiert. Durch Intercompany-Darlehen werden die operativen Gesellschaften mit entsprechender Liquidität ausgestattet. Alle Finanzierungen werden in Euro realisiert. Die Finanzierung in der Gruppe ist aufgrund der aktuellen Vereinbarungen mit den Banken vorwiegend variabel gestaltet, für eine Finanzierungstranche von 5,0 Mio. EUR wurde im abgelaufenen Wirtschaftsjahr eine Fixzinsvereinbarung gewählt.
Währungsänderungsrisiko
Da es im abgelaufenen Geschäftsjahr zu keinen wesentlichen Einkäufen aus dem USD-Raum gekommen ist und Verkäufe überwiegend in Euro erfolgten, ergeben sich zum 31. März 2025 keine Auswirkungen auf das Eigenkapital des Konzerns, aus dem sich verändernden Wechselkursverhältnis zwischen USD und EUR. Währungsrisiken aus Verkäufen in den USD-Raum werden überwiegend vom Kunden getragen.
Währungsrisiken für CZK, PLN, RON und UAH in ausländischen Tochtergesellschaften entstehen aus dem Ungleichgewicht von Eingangs- und
Ausgangsrechnungen in Euro und der jeweiligen lokalen Währung. Laufende Evaluierungen halten dieses Risikopotential möglichst gering.
Zur Absicherung von Fremdwährungsforderungen oder -verbindlichkeiten (überwiegend in USD) werden in Einzelfällen Devisentermingeschäfte bzw. Währungsoptionsgeschäfte durchgeführt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine Währungsoptionsgeschäfte abgeschlossen und es bestanden auch zum Bilanzstichtag keine Absicherungsgeschäfte dieser Art.
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, jederzeit die erforderlichen Finanzmittel zur fristgerechten Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten aufbringen zu können.
Die Veränderung der langfristigen Kreditlinien ist einerseits auf die Tilgung bestehender Linien und andererseits auf die Aufnahme neuer Kreditlinien für die Finanzierung der Akquisitions- und Investitionsprojekte im abgelaufenen Wirtschaftsjahr zurückzuführen.
Die Liquiditätsflüsse werden zentral im Konzern überwacht. Darüber hinaus gibt es eine konsequent mit dem Absatz-Forecast abgestimmte Einkaufspolitik sowie ein effizientes Debitorenmanagement und eine periodische Abfrage des Liquiditätsstatus sowie eine rollierende Liquiditätsplanung für die drei Folgemonate.
Der zwischen der HIRSCH Porozell GmbH und der Raiffeisen Factor Bank abgeschlossene Factroingvertrag wurde mit Ende Dezember 2024 gekündigt, sodass aktuell kein Factoring der Forderungen besteht.
Informationsrisiko
Eine zuverlässige und vor allem ausfallssichere Informationstechnologie (IT) stellt einen unerlässlichen und wichtigen Erfolgsfaktor dar. Innerhalb der HIRSCH Servo Gruppe existiert ein Zentralserversystem, gespiegelte Server gehören zur
Standardausstattung. Innerhalb des Unternehmens wird nach Maßgabe der im Budget dargestellten Möglichkeiten in Hard- und Software investiert.
Kapitalsteuerung
Der Konzern überwacht die Kapitalsituation mit Hilfe üblicher Kennzahlen, aktuell ist aber die Sicherung von Liquidität und Finanzierung von vorrangiger Bedeutung.
Rechtliche Risiken
Bei einem seit mehreren Jahren laufenden Verfahren gegen eine Tochtergesellschaft ist im Wirtschaftsjahr 2012/13 ein Urteil in der ersten Instanz ergangen, welches eine Teilschuld der Tochtergesellschaft aufweist. In zweiter Instanz wurde die Klage jedoch vom Oberlandesgericht vollinhaltlich abgewiesen. Der seitens des Klägers erhobenen Nichtzulassungsbeschwerde wurde stattgegeben und somit die Revision an den Bundesgerichtshof zugelassen. Mit Urteil des Bundesgerichtshofs vom 24.02.2022 wurde das Urteil des Oberlandesgerichtes aufgehoben und zur neuerlichen Verhandlung an das Oberlandesgericht zurück überwiesen. Für etwaige zu erwartende Kosten wurde schon in den Vorjahren eine Rückstellung in der betroffenen Tochtergesellschaft eingestellt.
4. Bericht über Forschung und Entwicklung
Die Gesamtkosten für Forschung und Entwicklung im Geschäftsjahr 2024/25 beliefen sich auf rund 3.927 T€ (VJ: 4.007 T€).
5. Berichterstattung über wesentliche Merkmale des IKS und des Risikomanagements im Hinblick auf die Rechnungslegung
5.1 Internes Kontrollsystem (IKS)
Hauptelement des IKS der HIRSCH Servo Gruppe ist nach wie vor ein definiertes IKS- Dokument, welches die relevanten Prozesse abbildet und beschreibt. Aus der Dokumentation der Prozesse leiten sich Verantwortlichkeiten sowie entsprechende Kontrollen ab, welche einen standardisierten Ablauf sich wiederholender Abweichungsprüfungen festlegen und damit ermöglichen, weiterhin kosteneffizient ohne zusätzliche konzernale Overhead-Administration (wie etwa einer Revisionsabteilung), wohl aber mit hinreichender Genauigkeit das Auslangen zu finden. Es werden regelmäßige interne IKS-Audits durchgeführt, die Ergebnisse dieser Audits werden dem lokalen Management aufgelistet, empfohlene Verbesserungen beschrieben und ein Umsetzungsdatum sowie die Verantwortlichkeit festgelegt. Diese Vorgehensweise sichert eine durchgängige Information an das verantwortliche Management. Bei materieller Notwendigkeit wäre als nächster Schritt die Berichterstattung an den Vorstand, sowie in weiterer Folge an den Aufsichtsrat vorgesehen.
Rechnungslegungsrelevante Prozesse werden, soweit die Größe der Organisationseinheit es zulässt, nach dem Vier-Augen-Prinzip durchgeführt. Darüber hinaus wird durch Organisationsanweisungen die Prozesssicherheit gewährleistet. Die auf den Rechnungslegungsprozess bezogenen wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsansätze sind im Konzernhandbuch geregelt und werden von den lokalen Einheiten umgesetzt. Zwischen Controlling und der Finanzbuchhaltung besteht eine enge Zusammenarbeit. Die Daten des Rechnungswesens werden monatlich für das Berichtswesen abgestimmt. Das Berichtswesen umfasst neben unmittelbar finanziellen Leistungsindikatoren – einschließlich Soll-Ist-Vergleiche – auch Informationen über sonstige für die Unternehmenssteuerung relevante Betriebskennzahlen. Auf Basis dieses standardisierten Finanzberichtswesens wird der Vorstand laufend über alle relevanten Sachverhalte informiert. Bei bedeutenden Ereignissen erfolgt eine unmittelbare anlassbezogene Berichterstattung an den Vorstand. Der Aufsichtsrat erhält monatlich den Konzernreport und wird in regelmäßig stattfindenden Aufsichtsratssitzungen über den laufenden Geschäftsgang inklusive
operativer Planung unterrichtet. In besonderen Fällen wird der Aufsichtsrat auch unmittelbar informiert. Die Überwachung des internen Kontrollsystems erfolgt durch regelmäßige Berichterstattung und Behandlung im Aufsichtsrat.
5.2 Risikomanagement
Für die HIRSCH Servo AG ist der Ausbau eines verantwortungsvollen Risikomanagements ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmenspolitik. Aufgrund der Struktur der Geschäftsfelder, sowie der schlanken Konzernverwaltung gilt es, das Risikomanagement als integralen Bestandteil der Managementstruktur vor allem dezentral vor Ort zu implementieren. Zielsetzung dabei ist es, durch entsprechende Systematisierung einen Ausbau des gemeinsamen Risikoverständnisses zu erzielen sowie durch die rechtzeitige Erkennung von Risiken zeitnah geeignete Maßnahmen zu definieren.
Die Hauptverantwortung dafür liegt beim jeweiligen Management, das über eine definierte Reportingstruktur und eigene Wahrnehmung von möglichen Risiken Kenntnis erhält, sowie solche Risiken definiert und überwacht. Weitere operative Risiken liegen in der Zuständigkeit des regional verantwortlichen Managements. Die wesentlichen, konzernweit gültigen Risiken werden darüber hinaus zentral behandelt. Beispiel dafür ist etwa das Liquiditätsrisiko.
Laufende standardisierte Berichte aus dem Controlling, sowie darüberhinausgehende Berichte resultierend aus einem implementierten IKS und das operative Qualitätsmanagement tragen zusätzlich zur Risikoüberwachung und Kontrolle bei.
Wesentliche Elemente zur Steuerung der Kapitalströme sind ein wöchentliches Liquiditäts-Reporting an den Vorstand sowie eine laufende monatliche Liquiditätsplanung mit einer Vorschau auf die nächsten drei Monate, wodurch das Liquiditätsrisiko zentral gemanagt wird.
Es bestehen angemessene Gruppen-Versicherungsverträge für Feuer-, Haftpflichtund Betriebsunterbrechungsrisiken, welche zentral in der Gruppe verwaltet und verhandelt werden.
6. Angaben zu eigenen Anteilen gem. §243 (3) Z3 UGB
Zum Bilanzstichtag befinden sich von den insgesamt 500.000 Stück ausgegebenen Aktien 499.642 Stück (VJ: 499.442 Stück) im Umlauf. Seitens der HIRSCH Servo AG werden 158 eigene Anteile gehalten. Dies entspricht einem Nennbetrag in Höhe von 1 T€ beziehungsweise einem Anteil am Nennkapital von 0,03 % (VJ: 0,07 %). Im Geschäftsjahr 2024/25 wurden 200 Aktien verwendet.
Glanegg, am 17.07.2025
Wolfgang Landler