Inhaltsverzeichnis
1. ALLGEMEINES KTM KONZERN
Die Muttergesellschaft der KTM Immbolien GmbH ist die KTM AG. Der Geschäftszweck der Gesellschaft besteht in der Vermietung und Verpachtung von Liegenschaften an Konzernunternehmen der Bajaj Mobility-Gruppe.
Die KTM AG produziert Motorräder der Marken „KTM“, „Husqvarna“ und „GASGAS. Sämtliche zentrale Konzernfunktionen wie Einkauf, Qualitätsmanagement, Logistik, Motorsport, Finanzen & Controlling sowie Human Resources sind in der Gesellschaft gebündelt. Die KTM AG und die KTM Components GmbH sind die einzigen produzierenden Unternehmen der KTM Gruppe und halten daher einen Großteil der produktionsrelevanten Maschinen und Anlagen sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige Erzeugnisse und das Ersatzteillager.
Im Geschäftsjahr 2025 steht die Gesellschaft mit der Bajaj Auto International Holdings AG und deren verbundenen Unternehmen in einem Konzernverhältnis und wird in deren Konzernabschluss einbezogen. Dieser Konzernabschluss wird beim Landes- als Handelsgericht Ried im Innkreis unter der Nummer FN 532159 m hinterlegt und stellt den Konzernabschluss für den größten Konzernkreis dar.
Der Konzernabschluss für den kleinsten Konzernkreis wird von der Bajaj Mobility AG erstellt und wird beim Landes- und Handelsgericht Ried im Innkreis unter der Nummer FN 78112 x hinterlegt.
2. ANNAHME ZUR UNTERNEHMENSFORTFÜHRUNG
Dieser Jahresabschluss wird unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Die Gesellschaft ist eine Tochtergesellschaft der KTM AG. Ihr Geschäftszweck besteht in der Vermietung und Verpachtung von Liegenschaften an die Bajaj Mobility-Gruppe, wodurch ihre wirtschaftliche Entwicklung eng mit der Entwicklung der Gruppe verbunden ist.
Die KTM AG sowie zwei ihrer Tochtergesellschaften haben am 29. November 2024 den Antrag auf Eröffnung eines gerichtlichen Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung eingereicht. Die Verfahren wurden am 23. Mai 2025 formal abgeschlossen, der endgültige Eintritt der Rechtskraft der gerichtlichen Bestätigung erfolgte nach Ablauf der gesetzlichen Rekursfrist gemäß § 260 IO am 16. Juni 2025. Aufgrund der bestehenden wirtschaftlichen und organisatorischen Ver-bindungen der Gesellschaft zur Muttergesellschaft KTM AG, geht die Geschäftsführung davon aus, dass der Fortbestand der KTM AG eine wesentliche Bedingung für die Annahme der Unternehmensfortführung der Gesellschaft ist.
Nach endgültig gerichtlicher Bestätigung der Sanierungsverfahren sowie der Bereitstellung ausreichender Fremdkapitalmittel durch den inzwischen Mehrheitseigentümer Bajaj, sowie der Durchführung weiterer Maßnahmen zur Restrukturierung geht das Management davon aus, dass die wesentlichen Unsicherheiten in Bezug auf die Fortführung des Unternehmens beseitigt wurden und vom Fortbestand des Unternehmens auszugehen ist.
Trotz verbesserter Rahmenbedingungen ist das Unternehmen weiterhin endogenen und exogenen Risiken ausgesetzt, die auch erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Performance bzw. die Erreichung der vom Management gesetzten Zielen haben können. Diese Risiken betreffen insbesondere die für die Erzielung der geplanten Ertragskraft relevanten makroökonomischen und geopolitischen Rahmenbedingungen. Die Entwicklung dieser externen Einflussfaktoren kann von den zugrunde gelegten Annahmen abweichen und sich entsprechend auf die zukünftige Geschäftsentwicklung der Gesellschaft auswirken. Sollte es zu einer derzeit nicht absehbaren, wesentlichen nachteiligen Veränderung dieser Rahmenbedingungen kommen, kann dies zur Kompensation wesentlicher Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens ggf. auch die Einleitung weiterer Restrukturierungsmaßnahmen erforderlich machen.
Das Management reagiert auf diese Rahmenbedingungen weiterhin mit unverändert starker Überwachung der Umsetzung der strategischen Prioritäten, setzt zusätzliche Initiativen zur Reduktion von Kosten und zur Steigerung der Ertragskraft. Im Geschäftsjahr 2025 konnte die KTM- Gruppe bereits Erfolge bei der Wiederherstellung der Ertragskraft erzielen und Einsparungsmaßnahmen in wesentlichem Umfang umsetzen.
3. WIRTSCHAFTLICHES UMFELD
Die weltwirtschaftliche Entwicklung blieb im Jahr 2025 sowie zu Beginn des Jahres 2026 trotz eines anspruchsvollen Umfelds insgesamt robust. Das globale Wachstum erreichte nach den Ermittlungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) 2025 rund 3,3%. Für 2026 wird ein Wirtschaftswachstum laut IWF auf ähnlichem Niveau erwartet. Die Dynamik variiert jedoch weiterhin deutlich zwischen den Regionen.
In der Eurozone bleibt das Wirtschaftswachstum moderat. Für 2026 prognostiziert der IWF eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 1,3%. Deutschland zeigt nach einem schwachen Vorjahr 2025 zwar eine leichte Erholung, bleibt jedoch durch strukturelle und energiepreisbedingte Faktoren belastet. In den USA wird für 2026 ein Wachstum von 2,4% erwartet. Positive Impulse resultieren insbesondere aus fiskalischen Maßnahmen, einer sich entspannenden Zinssituation und hoher Investitionstätigkeit im Technologiesektor.
Das internationale Umfeld bleibt von erhöhten Unsicherheiten geprägt. Zwar hat sich die Handelspolitik im Vergleich zu 2024 stabilisiert; dennoch bestehen protektionistische Maßnahmen und strategische Kalküle weiterhin fort. Anpassungen insbesondere bei den US-Zöllen, die teilweise mit neuen Akzenten zu Belastungen von Importeuren führen, werden durch andere handelspolitische Eingriffe ergänzt und tragen weiterhin zu Unsicherheiten in den globalen Lieferketten bei.
Geopolitische Risiken bleiben ein wesentlicher Belastungsfaktor. Die durch die kriegerischen Handlungen hervorgerufene Unsicherheit in der Ukraine sowie die angespannte Lage im Nahen Osten wirken sich weiterhin auf Transportwege und Energiepreise aus. Der IWF verweist zudem auf mögliche Störungen wichtiger Handelsrouten, die kurzfristig inflations- und kostenwirksam sein könnten.
Fiskalisch befinden sich zahlreiche große Volkswirtschaften in einer Phase der Neuorientierung. Die USA setzen verstärkt auf investitionsorientierte Programme, während europäische Staaten unter anderem durch steigende Verteidigungsausgaben vor strukturellen Finanzierungserfordernissen stehen. Gleichzeitig bleiben erhöhte Staatsschulden in vielen Ländern ein Risikofaktor für Finanzmarktvolatilität.
Die weltweite Inflationsentwicklung hat sich im Verlauf des Jahres 2025 weiter abgeschwächt und folgt 2026 einem moderaten Abwärtstrend. Der IWF prognostiziert für 2026 einen Rückgang der globalen Verbraucherpreisinflation auf 3,8% nach 4,1% im Vorjahr. In den entwickelten Volkswirtschaften wird die Teuerung voraussichtlich auf rund 2,2% sinken, während sie in den Schwellen- und Entwicklungsländern mit 4,8% weiterhin erhöht bleibt. Insgesamt reflektiert die globale Inflationsverlangsamung rückläufige Energiepreise, nachlassende Nachfrageimpulse sowie eine Normalisierung der Lieferketten. Regional bestehen jedoch Unterschiede: In der Eurozone wird für 2026 eine Inflationsrate nahe dem EZB-Ziel erwartet, während die USA aufgrund verzögerter Preis- und Tarifwirkungen erst 2027 eine Rückkehr zum 2%-Ziel erreichen dürften.
| IWF-Wachstumsprognose1 | 2026 | 2027 |
|---|---|---|
| Weltwirtschaft | 3,3% | 3,2% |
| Entwickelte Volkswirtschaften | 1,8% | 1,7% |
| Eurozone | 1,3% | 1,4% |
| Deutschland | 1,1% | 1,5% |
| Vereinigte Staaten | 2,4% | 2,0% |
| Schwellen- und Entwicklungsländer | 4,2% | 4,1% |
| China | 4,5% | 4,0% |
| Indien | 6,3% | 6,5% |
4. MARKTENTWICKLUNG
Auf Grund der engen wirtschaftlichen Verflechtung der Gesellschaft mit der Bajaj Mobility-Gruppe, einem der führenden Motorradhersteller Europas, ist die Entwicklung der Gesellschaft wesentlich von der Marktentwicklung im Motorradsegment abhängig. Im Geschäftsjahr 2025 reduzierten sich die Zulassungszahlen von Motorrädern in den relevanten Märkten insgesamt um -2,4% (-108.000 Motorräder). Die Entwicklung zeichnet ein kennbar heterogenes Bild: Europa war konfrontiert mit dem stärksten nominalen Rückgang (Einmaleffekt durch Homologationswechsel, wie im Marktbericht betreffend das Geschäftsjahr 2024 weitergehend erläutert), Nordamerika erfuhr eine moderate Korrektur, Australien und Neuseeland setzten den Negativtrend fort und Asien blieb weiterhin klar rückläufig.
Die Entwicklung des Motorradmarkts im Geschäftsjahr 2025 war geprägt von regulatorisch bedingten Vorzieheffekten, einer zyklischen Nachfrageabkühlung in Schlüsselmärkten sowie temporären internen Lieferrestriktionen im Zuge der insolvenzrechtlichen Sanierungsverfahren. Diese Kombination führte zu einer unterdurchschnittlichen Marktanteilsentwicklung der Marken der Bajaj Mobility-Gruppe, die trotz der strukturell attraktiven Markenpositionierung in den Bereichen Performance-Street (insbesondere über die Marke KTM), Premium-Heritage/Adventure (insbesondere über die Marke Husqvarna) und Offroad/Trial (insbesondere über die Marke GASGAS) nicht kompensiert werden konnte. Während in manchen Regionen der Bereich der Sportmotorräder als einzig wachsendes Großsegment im Kalenderjahr 2025 vorrangig von Wettbewerbern besetzt wurde. Mit wiederanlaufender Versorgung der Märkte mit neuen Produkten der Gruppe und fokussiertem Aufbau der Händlerläger mit Neuwaren in den Kernbereichen erwartet die Gruppe eine deutliche Besserung der aktuellen Marktposition bzw. eine Wiederaufholung der Rücksetzer aus dem Geschäftsjahr 2025. Die erfahrende anhaltend hohe Zahlungsbereitschaft der Endkunden für Premium-Technologie unterstreicht die Werthaltigkeit des angebotenen Portfolios der Gruppe. Zusammenfassend ist die Marktentwicklung des Geschäftsjahres 2025 für die Gruppe im Wesentlichen als Übergangsjahr zu werten, in dem exogene Effekte, hervorgerufen insbesondere durch regulatorische Anpassungen und Zinsentwicklungen, sowie einmalige interne Faktoren, vorrangig aufgrund der Sanierungs- und Restrukturierungsverfahren, die Grundstärke der Marken der Gruppe überlagerten.
» Europa (ohne Motocross)
Der europäische Markt fiel auf knapp unter 800.000 Neuzulassungen im Geschäftsjahr 2025 (-16,6%). Dieser Rückgang reflektiert wesentlich einen Einmaleffekt durch hohe Tageszulassungen Ende 2024 infolge der Umstellung der Euro-Homologation per 1. Jänner 2025. Der Effekt kann auf ca. 10 Prozentpunkte taxiert werden. Damit beläuft sich die bereinigte Marktentwicklung im Bereich von ca. -6-7%. Nominell die stärksten Rückgänge verzeichneten die Märkte in Deutschland (-37,8%), Großbritannien (-18,8%) sowie Italien (-18,6%) .
Der Marktanteil der Bajaj Mobility-Gruppe mit ihren Kernmarken KTM, Husqvarna und GASGAS verringerte sich von im Vorjahr 11,1% auf nunmehr 4,7%. Neben dem allgemeinen Markttrend liegt der wesentliche Grund für diesen Rückgang im temporären Produktionsstopp zum Ende des Geschäftsjahres 2024 sowie in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2025 im Zuge der insolvenzrechtlichen Sanierungsverfahren. Dieser Produktionsstopp hat die Lieferfähigkeit, Modellverfügbarkeit und Händlerauffüllung mit neuen Produkten wesentlich beeinflusst.
1¹ World Economic Outlook; International Monetary Fund, Update January 2026.
Die Gruppe ist mit der Marke KTM im Bereich Naked/Adventure/Enduro, im Bereich Premium-Heritage/Adventure mit der Marke Husqvarna und im Bereich Offroad/Trial mit der Marke GASGAS auf dem europäischen Markt strukturell stark. Oben angeführter Vorzieheffekt aus Tageszulassungen Ende 2024 belastete vor allem Subsegmente betreffend Straßen-Motorräder, in denen die Marke KTM stark vertreten ist.
» Nordamerika (inkl. Motocross)
Der nordamerikanische Motorradmarkt sank um -5,9% auf 467.000 zugelassene Einheiten im Geschäftsjahr 2025. Der Marktanteil der KTM-Kernmarken reduzierte sich von 12,8% auf 9,0%.
Inhaltlich entwickelten sich im Wesentlichen alle Motorrad-Segmente auf dem nordamerikanischen Markt rückläufig, während der Bereich Sportsbikes ein erhebliches Wachstum verzeichnete (+17,0%). In den ersten Wochen des Geschäftsjahres 2026 hat sich dabei gezeigt, dass diese hohe Nachfrage nunmehr auch auf die neu eingeführte KTM 990 RC R übergeht.
Traditionell ist die Position der Gruppe auf dem nordamerikanischen Markt traditionell im Bereich Offroad/Enduro/Motocross stark. Eine Steigerung der Präsenz im Bereich Street/Sportsbike ist anvisiert, wobei der Rückgang der Marktanteile analog zum europäischen Markt auch auf die eingeschränkte Versorgung durch neue Produkte im Zuge der Produktionsunterbrechungen verstärkt wurde.
» Australien/Neuseeland (inkl. Offroad)
Die Marktentwicklung in Australien und Neuseeland zeigt eine analoge Tendenz zu den übrigen Märkten: Die Volumina der Gesamt-Neuzulassungen sank um -4,5% auf 61.000 Einheiten im Geschäftsjahr 2025. Der Marktanteil der Bajaj Mobility-Gruppe sank im Gleichklang ebenfalls auf 14,5% (Vorjahr: 18,6%).
Der australische und neuseeländische Motorradmarkt zeigt sich traditionell sehr affin für den Offroad-Bereich, was im Allgemeinen ein positiver Faktor für die Offroad-starke Gruppe darstellt. Nichtsdestoweniger überwogen im Geschäftsjahr 2025 zyklisch bedingte Abkühlungen der Nachfrage, höhere allgemeine Finanzierungskosten sowie die ebenso eingeschränkte Versorgung mit Neuwaren durch die Gruppe.
» Asien (Premium-Importe & >250 ccm Segmente)
Der für die Gruppe relevante asiatische Raum verzeichnete ebenfalls deutliche Rückgänge betreffend die Zulassungszahlen von Motorrädern; in einer Gesamtbetrachtung beläuft sich der Rückgang auf -25,0%. Hervorzuheben sind insbesondere die Märkte in Thailand (-74,9%), China (Premium-Import, -13,6%) und Japan (Modelle mit mehr als 250 ccm, -7,5%). Der Marktanteil der Gruppe entwickelte sich von 5,1% im Vorjahr auf nunmehr 3,9% für das Geschäftsjahr 2025.
Die Gruppe partizipiert auf dem asiatischen Motorradmarkt vorrangig im Bereich der Premium-Importe (Marken KTM und Husqvarna) sowie Offroad-Nischenprodukten (Marke GASGAS). Das Geschäftsjahr 2025 kennzeichnete sich im asiatischen Raum durch eine wesentliche Volatilität der Nachfrage, preisliche Sensitivitäten im Segment Einsteiger-Premium sowie belastender Importrestriktionen und -abgaben. Auch hier wirkte sich die eingeschränkte Verfügbarkeit mit Neuwaren punktuell maßgeblich aus.
5. WEITERE WESENTLICHE EREIGNISSE WÄHREND DES GESCHÄFTSJAHRES
Im Zuge der insolvenzrechtlichen Sanierungsverfahren der KTM AG, der KTM Components GmbH sowie der KTM Forschungs & Entwicklungs GmbH, allesamt Tochterunternehmen der vormals Pierer Mobility AG, hat der langjährige Minderheiteneigentümer, die Bajaj Gruppe, umfangreiche Finanzierungen zum erfolgreichen Abschluss aller drei Verfahren bereitgestellt. Dabei hat sich die Bajaj Gruppe auch eine Call-Optionsvereinbarung auf sämtliche Anteile an der vormals Pierer Bajaj AG, die ihrerseits 74,94% der Anteile an der vormals Pierer Mobility AG hält, gesichert. Diese Option wurde im November 2025 ausgeübt und sämtliche verbleibende Anteile im Umfang von 50,01% an der vormals Pierer Bajaj AG an die Bajaj Gruppe übertragen. Damit ist die Bajaj Gruppe seither Mehrheitseigentümer an der vormals Pierer Mobility AG.
Im Zuge des Wechsels der Mehrheitsverhältnisse wurde im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung vom 19.11.2025 zwei Umfirmierung beschlossen: Die vormals Pierer Bajaj AG firmiert nunmehr als Bajaj Auto International Holdings AG, die Firma der vormals Pierer Mobility AG lautet nun auf Bajaj Mobility AG. Im vorliegenden Jahresabschluss unterbleibt aus Gründen der Verständlichkeit die weitere Nennung des vormaligen Unternehmens- oder Gruppennamens.
6. GESCHÄFTSVERLAUF (EINZELABSCHLUSS)
Folgende wesentliche Kennzahlen zeichnen das abgelaufene Geschäftsjähr aus:
| Kennzahlen | GJ 2025 | GJ 2024 |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Umsatz | 13.941 | 13.709 |
| EBIT | 372 | 2.050 |
| EBIT-Marge | 2,7% | 15,0% |
| Bilanzsumme | 104.800 | 110.123 |
| Eigenkapital | 27.145 | 27.599 |
| Eigenkapitalquote | 25,9% | 25,1% |
| Mitarbeiterstand zum 31.12. | 0 |
FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
7. ERGEBNISANALYSE
Der Umsatz der KTM Immobilien GmbH für das Geschäftsjahr 2025 beträgt 13.941 TEUR (Vorjahr: 13.709 TEUR). Die Umsatzerlöse beinhalten im Wesentlichen Miet- und Betriebskostenerträge aus verbundenen Unternehmen.
Der Personalaufwand in Höhe von 119 TEUR entspricht einem Gesamtumsatz-Anteil von 0,9%. Zum Stichtag 31.12.2025 beschäftigte die Gesellschaft keine Mitarbeiter mehr.
Die Abschreibung auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen für das Geschäftsjahr 2025 beträgt 4.339 TEUR (Vorjahr: 4.325 TEUR) und entspricht einem Gesamtumsatz-Anteil von 31,12%.
Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Vergleich zum Vorjahr um 20 TEUR auf 84 TEUR gestiegen. Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus Versicherungsvergütungen und Erträge aus der Auflösung von Steuerrückstellungen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 9.194 TEUR enthalten im Geschäftsjahr 2025 überwiegend Miet- und Leasingaufwendungen.
Das Finanzergebnis beträgt -764 TEUR (Vorjahr: -3.052 TEUR). Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang der Zinsaufwendungen für kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten und der Dividendenzahlung der KTM India Private in Höhe von 1.248 TEUR.
Das Betriebsergebnis (EBIT) in Höhe von 372 TEUR entspricht einer Marge von 2,7% (Vorjahr: 15,0%). Die Steuern vom Einkommen betragen 63 TEUR (Vorjahr: -55 TEUR). Darin enthalten sind latente Steuern in Höhe von 51 TEUR (Vorjahr: 60 TEUR).
8. BILANZANALYSE
Die Bilanzsumme ist gegenüber dem Vorjahr um 4,8% auf 104.800 TEUR gesunken.
Das Anlagevermögen beträgt 103.908 TEUR (99,1%der Bilanzsumme) und ist gegenüber dem Vorjahr (TEUR 109.077) gesunken. Die Änderungen gegenüber dem Vorjahr resultieren überwiegend aus der laufenden Abschreibung und dem Abgang einer Lagerhalle und Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die immateriellen Vermögensgegenstände haben sich um 5 TEUR (8,9%) auf 55 TEUR (0,1%der Bilanzsumme) reduziert.
Das Finanzanlagevermögen in Höhe von 21.036 TEUR bleibt im Vergleich zum Vorjahr unverändert und beinhaltet Anteile an der KTM Sportmotorcycle India Private Limited (Pune, Indien), KTM Logistikzentrum GmbH (Mattighofen), WP Immobilien GmbH (Munderfing) und der KTM Motohall GmbH (Mattighofen).
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind von 62 TEUR auf 71 TEUR gestiegen. Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen reduzierten sich von 425 TEUR auf 0 TEUR.
Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände haben sich gegenüber dem Vorjahr von 24 TEUR auf 142 TEUR erhöht. Die sonstigen Forderungen beinhalten im Wesentlichen die Kaution für die Mariahilfer Straße 121b in Wien und die Kaution für das Büro im Lenaupark in Linz.
Das Eigenkapital hat sich gegenüber dem Vorjahr von 27.599 TEUR auf 27.145 TEUR verringert. Die Veränderung ergibt sich aus dem Jahresverlust nach Steuern von 454 TEUR. Somit konnte zum 31.12.2025 eine Eigenkapitalquote von 25,9% (Vorjahr: 25,1 %) ausgewiesen werden.
Die sonstigen Rückstellungen erhöhten sich um 948 TEUR auf 950 TEUR. Die sonstigen Rückstellungen wurden für drohende Verluste aus belastenden Mietverträgen gebildet.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich stichtagsbezogen um 39 TEUR auf 75 TEUR.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verringerten sich gegenüber dem Vorjahr von 4.250 TEUR auf 3.383 TEUR. Der Rückgang in Höhe von TEUR 867 gegenüber dem Vorjahr resultiert aus der planmäßigen Rückzahlung der Kreditverbindlichkeiten.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen reduzierten sich um 3.567 TEUR auf 54.591 TEUR, sie beinhalten im Wesentlichen kurz- und langfristige Finanzierungen. Im Geschäftsjahr 2025 wurden bestehende kurzfristige Intercompany-Kreditlinien in langfristige Finanzierungsdarlehen umgewandelt. Die Darlehen werden marktüblich verzinst. Aufgrund der geänderten Fälligkeiten ergibt sich eine signifikante Verschiebung vom kurzfristigen in den langfristigen Bereich.
Die sonstigen Verbindlichkeiten haben sich um 697 TEUR auf 473 TEUR (VJ 1.170 TEUR) reduziert. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr ergibt sich aus der vorzeitigen Auflösung eines Leasingvertrages für Betriebs- und Geschäftsausstattung.
9. LIQUIDITÄTSANALYSE
Die liquiden Mittel weisen zum Stichtag 31.12.2025 einen Saldo in Höhe von 462 TEUR (Vorjahr: 199 TEUR) aus.
Der Cash-Flow aus dem operativen Bereich beträgt 1.349 TEUR. Der Investitions-Cashflow in Höhe von -174 TEUR und führten zu einem Free- Cash-Flow von 1.523 TEUR.
Der Cash-Flow aus den Finanzierungsaktivitäten beträgt -911 TEUR und resultiert überwiegend aus der Rückzahlung der Kreditverbindlichkeiten.
10. INVESTITIONEN
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden insgesamt (ohne Berücksichtigung von Deinvestitionsmaßnahmen) TEUR 174 investiert. Die Investitionen betreffen hauptsächlich die Photovoltaik-Anlage Hauptwerk und Grundstücke.
NICHT - FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
11. RISIKOBERICHT
Die Gesellschaft ist Teil der Bajaj Mobility-Gruppe. Die wesentlichen Risiken im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Konzerns wirken sich auch auf die Gesellschaft aus. Diese betreffen insbesondere Finanz- und Absatzrisiken trotz des erfolgreich beendeten insolvenzrechtlichen Sanierungsverfahrens der KTM AG, KTM Components GmbH sowie KTM Forschungs und Entwicklungs GmbH, die allgemeine Markt- und Branchenentwicklung, Zinsänderungsrisiken sowie wertänderungs- und verfügbarkeitsbezogene Risiken bei der Beschaffung produktionsrelevanter Ressourcen.
Aufgrund des Geschäftszwecks der Gesellschaft zur Vermietung und Verwaltung von Betriebsimmobilien an Gesellschaften der Bajaj Mobility- Gruppe, wirken sich Risiken in der Geschäftstätigkeit des Konzerns - wie oben beschrieben - mittelbar auch auf die Gesellschaft aus. Dies betrifft insbesondere die Sicherung der Ertragskraft durch Vermietung der Immobilien sowie Sicherstellung der erforderlichen Liquidität.
12. MITARBEITER
Im Geschäftsjahr 2025 beschäftigte die KTM Immobilien GmbH durchschnittlich 1 Mitarbeiter (Vorjahr: 1 Mitarbeiter).
13. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Der Unternehmensgegenstand der Gesellschaft umfasst im Wesentlichen Immobilienentwicklung. Daher weist die Gesellschaft Forschungsund Entwicklungsaufwendungen von nur untergeordneter Bedeutung aus.
14. AUSBLICK
Geschäftsentwicklung
Die Bajaj Mobility-Gruppe blickt abermals auf ein bewegtes Geschäftsjahr zurück. So markierte das Jahr 2025 den erfolgreichen Abschluss insbesondere der Sanierungsverfahren der KTM AG, der KTM Components GmbH sowie der KTM Forschungs und Entwicklungs GmbH, die für den Fortbestand der Gruppe und somit der Gesellschaft maßgeblich waren. Die dafür notwendigen finanziellen Mittel wurden vom langjährigen strategischen Partner Bajaj zur Verfügung gestellt. Im Zuge dessen erfolgte zum Ende des Jahres 2025 die Übernahme der Mehrheitsbeteiligung an der Bajaj Mobility AG durch die Bajaj-Gruppe.
Auch nach Übernahme der Mehrheitsanteile kennzeichnet sich die Zusammenarbeit mit der Bajaj-Gruppe durch ein strategisch-partnerschaftliches Verhältnis. Zeitgleich markiert die Übernahme durch Bajaj die Beendigung der Zugehörigkeit der Bajaj Mobility-Gruppe zum Pierer- Konzernverbund, wie die Umfirmierung der Gesellschaft verdeutlicht. Die Verwurzelung in Österreich bleibt indes unverändert, was für die Gruppe und Bajaj eine zukunftsweisende strategische Entscheidung darstellt. Ziel ist es, dass die Gruppe durch die strategische Partnerschaft mit Bajaj ihre Spitzenposition im globalen Motorradmarkt schnell und nachhaltig zurückerobert, neue Standards setzt und den Unternehmenserfolg sowohl kurz- als auch langfristig dauerhaft absichert. Vor dem Hintergrund der Zugehörigkeit zur Bajaj-Gruppe evaluiert der Vorstand zudem weitere Synergiepotentiale.
Das Geschäftsjahr 2026 wird maßgeblich von der konsequenten Weiterführung des Sanierungsplans geprägt sein, dessen Maßnahmen zur Fokussierung, Redimensionierung und Effizienzsteigerung die operative und finanzielle Stabilität der Gesellschaft nachhaltig stärken.
Für das Geschäftsjahr 2026 ist insbesondere die Vereinfachung der gesellschaftsrechtlichen Strukturen vorgesehen. Die strategische Ausrichtung auf Fokussierung und Redimensionierung spiegelt sich zudem in einer umfassenden Neugestaltung der internen Führungsstrukturen wider. Durch den Abbau von Hierarchieebenen, die Reduktion von Informationsschnittstellen sowie die Straffung bestehender Prozesse sollen Entscheidungswege deutlich verkürzt und die organisatorische Leistungsfähigkeit weiter gestärkt werden.
Trotz der steten und intensiven Umsetzung der bereits im Zuge des Sanierungsverfahrens kommunizierten Maßnahmen erwartet die Gesellschaft auch für das Geschäftsjahr 2026 ein herausforderndes Marktumfeld. Die eingeleiteten Maßnahmen sollen sicherstellen, dass die Gesellschaft trotz des herausfordernden Marktumfelds wieder nachhaltig in die operative Profitabilität zurückgeführt wird. Im Vordergrund stehen die konsequente Umsetzung des Sanierungsprogramms, eine klare Fokussierung auf das Kerngeschäft, die Optimierung der Kostenstrukturen sowie die Stärkung der finanziellen Stabilität. Die enge Zusammenarbeit mit der Bajaj-Gruppe bildet dabei einen zentralen Hebel zur Verbesserung der globalen Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz. Zusammen sollen diese Schritte gewährleisten, dass die Gesellschaft langfristig stabile positive Ergebnisse erzielt und dauerhaft solide Free Cashflows generiert.
Mattighofen, am 03.März 2026
Die Geschäftsführung
Christian Bichlmaier, MSc
Mag. Verena Schneglberger-Grossmann