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Lagebericht 2025

AMAG rolling GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 25. Juni 2026

Inhaltsverzeichnis

ÜBERBLICK ÜBER DAS UNTERNEHMEN

Die AMAG rolling GmbH ist innerhalb der ANAG-Gruppe für die Produktion und den Vertrieb von Walzprodukten (Bleche, Bänder und Platten), Präzisions-Guss- und Walzplatten sowie konturgesägten Platten zuständig.

Die Tätigkeitsfelder der AMAG-Gruppe sind:

Erzeugung von Primärmetall Erzeugung von hochqualitativen Walzprodukten Erzeugung von Gusslegierungen in Form von Masseln, Sows, Flüssigmetall und Walzbarren Erzeugung von Bauteilen aus Aluminium und Titan für die Luftfahrtindustrie

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

SEGMENT METALL - PRIMÄRALUMINIUM

Laut Prognosen von CRU1 hat sich die globale Nachfrage nach Primäraluminium im Vorjahresvergleich um +1,9 % auf 74,1 Mio. Tonnen erhöht (Vorjahr: 72,7 Mio. Tonnen). Mit einem Anteil von über 60 % am Gesamtmarkt ist China unverändert das größte Verbraucherland von Primäraluminium, Im Jahr 2025 stieg der prognostizierte Bedarf um weitere +2,5% auf 46,1 Mio. Tonnen (Vorjahr: 45,0 Mio. Tonnen). Für die restliche Welt prognostizierte CRU für 2025 einen moderaten Nachfrageanstieg von +0,9 % auf 28,0 Mio. Tonnen (Vorjahr: 27,8 Mio, Tonnen). Der erwartete Bedarf in Europa hat sich laut dem Marktforschungsinstitut marginal um -0,6 % verändert und lag im Gesamtjahr 2025 bei 8,2 Mio. Tonnen (Vorjahr: 8,2 Mio, Tonnen). In Westeuropa soll sich die Nachfrage laut CRU-Prognose nur marginal um +0,1 % auf 6,2 Mio, Tonnen erhöht haben (Vorjahr: 6,2 Mio. Tonnen). In Nordamerika lag der erwartete Jahresbedarf mit 5,7 Mio. Tonnen um -3,7 % spürbar unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 5,9 Mio, Tonnen).

Mit +1,8 % erwartete CRU für das Gesamtjahr 2025 auch produktionsseitig einen ähnlichen globalen Zuwachs wie in der Nachfrage nach Primäraluminium. Damit wurde eine weltweite Produktion von 74,0 Mio. Tonnen prognostiziert (Vorjahr: 72,7 Mio. Tonnen). Auch in Europa hat sich laut CRU-Prognosen mit 7,6 Mio. Tonnen in 2025 ein Anstieg von +2,1 % gegenüber dem Vorjahr (7,4 Mio. Tonnen) gezeigt. Basierend auf den weltweiten Einschätzungen zur Nachfrage- und Produktionsentwicklung ergab sich im Jahr 2025 eine weitestgehend ausgewogene Marktbilanz. Die Lagerbestände der LMEregistrierten Lagerhäuser lagen zum Jahresende laut Schätzung der CRU bei knapp 0,6 Mio. Tonnen.

Der Aluminiumpreis (3-Monats-LME) notierte im Gesamtjahr 2025 in einer Bandbreite von 2.327 USD/t (09, April) bis 2.990 USD/t (31. Dezember), In der 1. Jahreshälfte 2025 zeigte sich im Durchschnitt ein Preisniveau von 2.545 USD/t (H1/2024: 2.400 USD/t). Von Juli bis Dezember 2025 konnte der Aluminiumpreis noch spürbar zulegen und lag im Durchschnitt bei 2.730 USD/t (H2/2024: 2.511 USD/t). Im Jahresdurchschnitt stieg der Preis deutlich um +7,4 % und erhöhte sich von 2.457 USD/t im Vorjahr auf 2.639 USD/t im aktuellen Berichtsjahr.2

Die zusätzlich zum Aluminiumpreis verrechneten Prämien wurden 2025 stark von geopolitischen Entwicklungen und Handelsrestriktionen beeinflusst. In den USA erreichte die Midwest-Prämie (verzollt) infolge der im März und Juni eingeführten Strafzölle auf Aluminiumimporte (derzeit 50 %) historische Höchststände. Der Gesamtjahresdurchschnitt stieg um +203,6 % auf 1.298 USD/t (Vorjahr: 427 USD/t).3 Durch den kontinuierlichen Anstieg der Midwest-Prämie (verzollt) konnten die Zolleffekte zum Jahresende hin vollständig kompensiert werden. Am europäischen Markt sind die Prämien in der 1. Jahreshälfte 2025 gefallen, insbesondere aus Sorge vor zusätzlichen Importen aus Kanada. Im weiteren Verlauf verzeichnete die Rotterdam-Prämie jedoch deutliche Anstiege. Gründe dafür waren u.a. geringe Bestände in Europa, Produktionsausfälle in Island, ein potenzieller Ausfall einer Elektrolyse in Mosambik sowie strategische Vorzieheinkäufe vor der Einführung des EU-Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM). Der Gesamtjahresdurchschnitt (verzollt) lag bei 254 USD/t und damit um -18,4 % unterhalb des Vorjahresniveaus (311 USD/t).1

1 CRU, Aluminium Market Outlook, Oktober 2025

2 London Metal Exchange

3 S&P Global Commodity Insights, ©2026 by S&P Global Inc.

* Bloormberg

SEGMENT WALZEN - WALZPRODUKTE

Das Segment Walzen vertreibt die in Ranshofen produzierten Aluminiumwalzprodukte weltweit, wobei das Kerngeschäft (rund 70 % des Umsatzes) in Europa stattfindet. Weltweit zeigte sich im Jahr 2025 ein anspruchsvolles Wirtschaftsumfeld: Die Nachfrage in vielen relevanten Abnehmerbranchen war beeinflusst von einer geschwächten Industriekonjunktur (speziell in Europa), den veränderten handelspolitischen Rahmenbedingungen und den geopolitischen Konflikten. Besonders die Verschärfung der US- Zollpolitik führte zu zusätzlichen Unsicherheiten im internationalen Warenverkehr. Mit dem Auslaufen der Quotenregelung zwischen der EU und den USA unterliegen Aluminiumwalzprodukte seit März 2025 wieder den Zusatzzöllen gemäß Section 232, die im Juni auf 50% angehoben wurden, Parallel dazu blieb der EU-Antidumpingzoll auf chinesische Aluminiumwalzprodukte in Kraft und stützt weiterhin die Wettbewerbsposition europäischer Hersteller.

Mit Blick auf den weltweiten Bedarf nach Aluminiumwalzprodukten zeigte sich trotz dieser Einflüsse laut jüngster CRU-Prognosea eine positive Entwicklung. Nach 31,4 Mio, Tonnen im Jahr 2024 stieg die erwartete Nachfrage im aktuellen Berichtsjahr auf 32,3 Mio. Tonnen. Dabei konnte beinahe in allen von CRU angeführten Sektoren ein prognostizierter Nachfragezuwachs festgestellt werden. Der Bedarf in der Verpackungsindustrie hat sich laut CRU-Prognose um +3,4 % auf 17,8 Mio, Tonnen Aluminiumwalzprodukte erhöht. Das erwartete Wachstum im Transportsektor lag ebenfalls bei +3,4 %, wodurch sich in 2025 ein Bedarf von 5.7 Mio, Tonnen zeigte. Der für das Gesamtjahr erwartete Bedarf im Maschinenbau lag bei 1,9 Mio, Tonnen (+2,7 %). Die prognostizierte Nachfrage aus den sonstigen Einsatzbereichen stieg um +4,9 % auf 3,5 Mio, Tonnen, während für die Baubranche eine rückläufige Entwicklung von - 0,7 % auf 3,4 Mio, Tonnen erwartet wurde.

Die länderspezifische Nachfrageentwicklung zeigte zum Teil deutliche Unterschiede. Für den für das Segment Walzen wichtigsten Absatzmarkt Europa wurde ein geringer Zuwachs von +1,2 % auf 5,4 Mio, Tonnen prognostiziert. Mit +1,3 % wurde für Westeuropa ein ähnliches Wachstum auf insgesamt 4,0 Mio, Tonnen erwartet. Nordamerika entwickelte sich laut CRU-Prognose etwas positiver und lag mit 6,2 Mio, Tonnen um +1,8 % über dem Vorjahr. Ein deutlicher Bedarfsanstieg konnte erneut in der Frognose für China verzeichnet werden. Mit 13,0 Mio. Tonnen lag die Erwartung für das Jahr 2025 um +4,0 % klar über dem Vorjahr.

a CRU, Aluminium Rolled Products Market Outlook, November 2025

GESCHÄFTSVERLAUF

ERTRAGSLAGE

Die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres der AMAG rolling GmbH lagen bei 995.808 Tsd. EUR (2024; 978.950 Tsd, EUR). Dies entspricht einem Anstieg um 1,7 %, Das EBITCA ging im Geschäftsjahr um -80,9 % auf 12.310 Tsd. EUR (2024: 64.564 Tsd. EUR) zurück. Das Finanzergebnis verbesserte sich geringfügig um 90 Tsd. EUR. Somit wurde ein Ergebnis vor Steuern von -34.965 Tsd. EUR erzielt (2024: 14.998 Tsd. EUR;.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
WERTE IN TSD. EUR20252024
Umsatzerlöse995.808978.950
EBITDA12.31064.564
Finanzerfolg-14.694-14.784
Ergebnis vor Steuern-34.96514.998

Die Kennzahl EBITDA berechnet sich aus dem Betriebserfolg zuzüglich Abschreibungen it. Gewinnund Verlustrechnung.

Die Haupteinflussfaktoren für die Reduktion gegenüber dem Vorjahr stellen sich wie folgt dar:

Die trotz einer gegenüber dem Vorjahr leicht gesunkenen Auslieferungsmenge gestiegenen Umsätze beruhen in erster Linie auf dem Anstieg der weitgehend ergebnisneutralen Umsatzkomponente LME und auf der großteiligen Weiterverrechnung von stark durch die Regierung Trump erhöhten USA- Strafzölle an die Kunden. Bei der Ergebnisqual tät des Umsatzes mussten aber in fast allen Bereicher des Unternehmens -teilweise deutliche- Abstriche gemacht werden. Einen starken Anstieg bei den Auslieferungsmengen verzeichnete der Bereich Industrial Applications, allerdings auch hier mit deutlichen Einbußen bei der Ergebnisqualität. Leicht ansteigende Mengen verzeichneten außerdem die Bereiche Packaging und Defense. Automotive wies in einem im Jahresverlauf immer schwieriger werdenden Marktumfeld den größten Mengenrückgang auf. Die Absatzmengen im Bereich Aerospace

sanken gegenüber dem Vorjahr ebenfalls deutlich. Hier wirkten sich die in der Branche gerade vorherrschenden Supply-Chain-Engpässe und hohen Lagerbestände aus. Der Bereich Special Products hatte 2025 nach wie vor mit Absatzeinbußen zu kämpfen. Innerhalb dieses Bereichs ist davon auszugehen, dass das am stärksten zurückgegangene Subsegment Architecture/Building/Construction nunmehr seine Talsohle erreicht hat.

Beim Materialaufwand zeichneten hauptsächlich deutlich höhere Aufwendungen für die LME sowie gestiegene Energiekosten verantwortlich für den Anstieg (+3,7 % gegenüber dem Vorjahr). Der Anstieg der LME wurde zwar an die Kunden weitergegeben, aber aufgrund der v.a. in Europa angespannten Wirtschaftslage und der vorhandenen Überkapazitäten bewirkte der herrschende starke Preisdruck beträchtliche Margenverluste. Die Ergebnisqualität des Vorjahres-Umsatzes konnte segmentübergreifend nicht aufrechterhalten werden. Die Betriebsleistung sank demzufolge gegenüber dem Vorjahr um -0,3%.

Die Sonstigen Erträge gingen 2025 im Vergleich zum Vorjahr um -2.254 Tsd. EUR zurück. Der größte Effekt entsteht hierbei durch geringere Erträge aus der Forschungs- und Entwicklungsförderung (-4.625 Tsd. EUR). Demgegenüber steht eine um +1.883 Tsd. EUR höhere Auflösung von Rückstellungen als im Vorjahr. Den größten Anteil an dieser Veränderung nehmer die Auflösungen von Kontraktrisiko- und Reklamations-Rückstellungen ein.

Im Laufe des Geschäftsjahres 2025 wurde bei der AMAG rolling GmbH ein Strukturkosten-Einsparungsprogramm aufgeleg:. Auf diese Weise gelang es, den Personalaufwand sowie weitere strukturelle Aufwendungen einzudämmen und in Teilbereichen trotz hoher Tarifabschlüsse und Inflation unter das Vorjahresniveau zu senken.

Der Personalaufwanc lag nur geringfügig über dem Vorjahresniveau (+976 Tsd. EUR bzw. +1,0 %). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind gegenüber dem Vorjahr um +20.699 Tsd. EUR erhöht. Ursache sind hier wegen der 2025 eingeführten US-Strafzölle gegenüber dem Vorjahr um +21.649 Tsd. EUR / +62,1 % gestiegene Logistikaufwendungen sowie gegenüber dem Vorjahr hõhere Risikovorsorge-Aufwendungen (+1.011 Tsd. EUR). Der Großteil des Effektes resultiert hier aus der Erhöhung der Drohverlust-Rückstellungen.

VERMÖGENSLAGE

Das Gesamtvermögen der Gesellschaft beträgt zum Bilanzstichtag 513.024 Tsd. EUR (2024: 554.275 Tsd, EUR) und setzt sich wie folgt zusammen:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
WERTE IN TSD. EUR20252024
Immaterielles- und Sachanlagevermögen257.989279.305
Finanzanlagen397524
Vorräte89.11095.894
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände,
Rechnungsabgrenzungsposten157.489175.421
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente2.7053.131
Aktive latente Steuer5.3330
SUMME AKTIVA513.024554.275

Die immateriellen Vermögensgegenstände fielen um -433 Tsd. EUR. Das Sachanlagevermögen reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um -20.882 Tsd. EUR. Die Vorratswerte fielen um -6.784 Tsd. EUR (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe -1.529 Tsd. EUR, Unfertige Erzeugnisse -3.984 Tsd. EUR. Fertige Erzeugnisse und Waren -1.287 Tsd. EUR. Noch nicht abrechenbare Leistungen stiegen um 17 Tsd. EUR).

Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände sanken um -17.985 Tsd. EUR. Am stärksten sanken hier Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (-13.058 Tsd. EUR) und Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen (-11.876 Tsd, EUR), Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände stiegen an (6.773 Tsd. EUR).

Finanziert werden die Vermögenswerte durch:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
WERTE IN TSD. EUR20252024
Eigenkapital153.810189.853
Fremdkapital359.214364.422
SUMME PASSIVA513.024554.275

Die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2025 beträgt 30,0 % (2024: 34,3 %),

FINANZLAGE

Unter Einbeziehung des Nettoumlaufvermögens ergibt sich ein Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit (OCF) in der Höhe von 22.738 Tsd. EUR (2024: -6.998 Tsd. EUR). Der Netto-Geldfluss aus Investitionen (ICF) betrug im Berichtszeitraum -10.240 Tsd. EUR (2024: -19.957 Tsd.

EUR).

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
WERTE IN TSD. EUR20252024
Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit (OCF)22.738-6.998
Nettc-Geldfluss aus Investitionstätigkeit (ICF)-10.240-19.957
Netto-Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit (FCF)-12.92426.909
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes-426-45
Finanzmittelbestand am Ende der Periode2.7053.131

ZWEIGSTELLENBERICHT

Die Gesellschaft hat weder im Inland noch im Ausland Zweigniederlassungen, Um in den wichtigsten Absatzmärkten die Kunden effizient und mit kurzen Kommunikationswegen betreuen zu können, operiert die AMAG rolling GmbH in zur Zeit zehn Ländern über eigene Vertriebsgesellschaften. Schlanke und schlagkräftige Vertriebsteams betreuen in den europäischen Schwerpunktländern Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Großbritannien sowie in USA, Japan, China, Tschechien und der Türkei die Kunden vor Ort und stellen damit die Optimierung der Abläufe zwischen Kunden und produzierendem Werk sicher. Wegen der politisch unsicheren Lage wurde der Standort in Taiwan aufgegeben und nach Tokio/Japan verlegt.

SOZIALBERICHT

AMAG ist stets bestrebt, der Verantwortung gegenüber allen Mitarbeitenden nachzukommen. Gegenseitige Wertschätzung, Vertrauen, Offenheit und Fairness im Umgang mit eigenen Mitarbeitender, Leiharbeiter:innen sowie Kunden und Auftragnehmern sind die Eckpfeiler des unternehmerischen Handelns, kompetente und motivierte Mitarbeitende sind Grundlage eines funktionierenden Geschäftsmodells und ein wesentlicher Schlüssel des Erfolgs des Unternehmens.

Die Achtung und Förderung der Einhaltung von Menschenrechten ist die oberste Prämisse eines fairen und diskriminierungsfreien Miteinanders und ein Kernelement einer verantwortungsvollen Unternehmensführung. Die Rechte der Mitarbeitenden genießen höchsten Schutz und höchste Priorität.

AMAG baut auf gesunde, motivierte und kompetente Mitarbeitende, weshalb die stete Weiterentwicklung in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sowie zielgerichtete Aus- und Weiterbildungsangebole zu den zentralen Rahmenbedingungen einer ehrlichen und verantwortungsvollen Mitarbeitenderbeziehung gehören. Die Förderung von Know-how und damit verbundene Maßnahmen zu einer langfristigen Mitarbeitendenbindung sichern auf Dauer die Innovationskraft und zukunftssichere Unternehmensentwicklung.

Eine nachhaltige Beschäftigungsentwicklung basiert zudem auf fairen und attraktiven Arbeitsbedingungen, die neben arbeitsrechtlichen Vorgaben zusätzlich unternehmensinterne Benefits beinhalten. Flexible Arbeitszeitmodelle, umfassende Gesundheitsangebote, gemeinschaftliche Aktivitäten und Veranstaltungen, Unterstützung und Förderung von ehrenamtlichem Engagement und zahlreiche weitere Maßnahmen werden getroffen bzw. angeboten.

Die Förderung von Chancengleichheit und Diversität ist für ein stabiles und erfolgreiches Unternehmen ebenso unverzichtbar. Dementsprechend ist es für AMAG wichtig, die Vielfalt der Mitarbeitender anzuerkennen und sie als Chance für das Unternehmen zu betrachten. Ein wertschätzender Umgang ist auf allen Ebenen Voraussetzung dafür, Wohlbefinden und Zufriedenheit der Mitarbeitenden zu sichern.

Die AMAG erzielt positive Auswirkungen auf ihre Belegschaft, indem sie ein sicheres Arbeitsumfeld gewährleistet, Menschen-, Arbeits- und Sozialrechte einhält und fördert sowie Kompetenzentwicklung ermöglicht und Anreize zur Ideenentwicklung und somit zur aktiven Mitgestaltung des Unternehmens schafft.

AMAG berücksichtigt angesichts ihrer Ambitionen und Ziele hinsichtlich eines Übergangs zu einer CC2-neutralen Wirtschaft auch die Notwendigkeit von sozial gerechten Bedingungen für alle

1 I 3 3 1

NACHHALTIGKEIT

INTEGRIERTE UNTERNEHMENS- UND NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE

Nachhaltigkeit ist elementarer Bestandteil des unternehmerischen Selbstverständnisses der AMAG. Die Uberführung der strategischen Zielsetzungen in Unternehmensprozesse wird durch Einbeziehung zahlreicher Fachbereiche sichergestellt und ist mit Zielen und Messgrößen über alle Unternehmensbereiche hinweg integriert.

Im Sinne eines ganzheitlichen Nachhaltigkeitsverständnisses verfolgt die AMAG zwei langfristige Grundsätze: Fußabdruck reduzieren und einen ökologischen, ökonomischen und sozialen Mehrwert schaffen – sowohl für die Mitarbeiter:innen als auch für die Gesellscnaft. Nach diesen beiden Grundsätzen richtet sich auch der AMAG-Nachhaltigkeitskompass aus. Er definiert sechs Handlungsfelder, die im Einflussbereich des Unternehmens liegen und somit als Orientierung für die Entwicklung und Umsetzung von wirkungsvollen Maßnahmen dienen:

Nachstehend ein Uberblick über ausgewählte Kennzahlen der AMAG rolling GmbH im Bereich Nachhaltigkeit:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 7
NICHTFINANZIELLE KENNZAHLEN IM
BEREICH NACHHALTIGKEIT20252024
Walzbarreneinsatzmenge in t296.863304.665
Bezug von erneuerbarem Strom in %100%100%
Spezifischer Energieverbrauch in kWh pro t1.1671.194

RISIKOBERICHT

Als integraler Bestandteil der Unternehmensführung ist bei AMAG ein systematisches Risikomanagement implementiert. Ziel ist es, alle wesentlichen Risiken und Chancen frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und gezielt zu steuern, um deren Eintreten und mögliche negative Auswirkungen zu minimieren oder gänzlich zu vermeiden. Gleichzeitig werden unternehmerische Chancen aktiv genutzt, um den nachhaltigen Unternehmenserfolg zu sichern und den Unternehmenswert zu steigern. In diesem Sinne stellt ein ausgewogenes Risiko- und Chancenmanagement einen wesentlichen Erfolgsfaktor für die Unternehmensgruppe dar

Der umfangreiche Risiko- und Chancenbericht ist fester Bestandteil des jährlichen Geschäftsberichts der AMAG. Die nachstehenden Ausführungen geben einen Uberblick über wesentliche Risiken sowie zentrale risikomitigierende Maßnahmen. Für einen umfassenden Einblick wird auf den AMAG Geschäftsbericht bzw., Finanzbericht 2025 verwiesen, der ab 27. Februar 2026 auf der AMAG-Homepage (www.amag.at) unter Investor Relations > Publikationen zu finden ist.

PERSONALRISIKEN

Durch die demografische Entwicklung und das hohe Beschäftigungsniveau vor allem am Unternehmenshauptsitz besteht das Risiko des Mangels an Fachkräften. Die AMAG stellt sich auf diese Herausforderungen bei der Mitarbeiter:innengewinnung ein und begegnet diesen u.a. mit einem leistungsgerechten Entlohnungssystem, flexiblen Arbeitszeiten, Aus- und Weiterbildungsprogrammen, der frühzeitigen Identifikation und Förderung von Potenzialträger:innen sowie weiteren Benefits. Besonderes Augenmerk wird außerdem auf die Lehrlingsausbildung und die Bindung der Arbeitskräfte an das Unternehmen gelegt.

OPERATIVE RISIKEN

Produktion

Innerhalb des Wertschöpfungsprozesses sind die operativen Gesellschaften der AMAG-Gruppe neben der Gefahr von Betriebsunterbrechungen auch Risiken in Bezug auf Qualität und Arbeitssicherheit ausgesetzt. Umfassende Verfahrensanweisungen in den Bereichen Produktion, Qualität und Arbeitssicherheit tragen neben der durch den etablierten KVP-Prozess begünstigten hohen Eigenverantwortung der Mitarbeiter:innen maßgeblich zur Risikominimierung bei. Dem Ausfallrisiko der Anlagen und der Energieversorgung, insbesondere am Standort Ranshofen, wird u.a. durch systematische, vorbeugende Instandhaltung und laufende RBM-Überwachung (Risk Based Maintenance) sowie durch eine regelmäßige Evaluierung des technischen Anlagenrisikos und durch das Setzen geeigneter Maßnahmen begegnet. Modernisierungs- und Ersatzinvestitionen werden zudem langfristig geplant. Weiters unterstützt auch die Redundanz von Anlagen die Risikominimierung im Hinblick auf die Lieferfähigkeit. Die AMAG ist für die Aufrechterhaltung des Betriebes auf eine ausreichende Energieversorgung angewiesen.

Technologische Entwicklungen

Der Werkstoff Aluminium ist gerade in technisch anspruchsvollen Bereichen wie Luftfahrt, Automobil und Sport dem Wettbewerb potenzieller alternativer Werkstoffe mit vergleichbaren Materialeigenschaften wie Glas- und Carbonfaser-Composites, Kunststoffe, Magnesium oder weiterentwickelte Stahlqualitäten ausgesetzt. Ebenso könnten neue Herstellungsprozesse oder technologische Umbrüche in einzelnen Abnehmerbranchen disruptiven Einfluss auf die relevanten Märkte haben. Durch laufende Marktbeobachtung, Technologiescouting und gemeinsame Entwicklungsarbeiten mit Kunden sowie durch die kontinuierliche Verbesserung der Eigenschaften der Aluminiumwerkstoffe im Rahmen von Legierungsentwicklung wird diesem Gefährdungspotenzial entgegengewirkt. Gleichzeitig wird daran gearbeitet, neue Anwendungsgebiete für Aluminiumlegierungen zu erschließen und in Kooperationen aktiv AMAG-relevante Produkte für neue Anwendungen bzw. in potenziell disruptiven Technologien zu etablieren.

Elementarrisiken

Entsprechend den Erfordernissen werden ausgewählte Maßnahmen zur Vorbeugung und Handhabung von Elementarrisiken wie Sturm, Hochwasser oder Brand getroffen.

Umweltrisiken

Die Gefahr des Eintritts von Umweltrisiken, z.B. betreffend Wasser, Abfall, Bodenkontamination und Luftemissionen, wird durch strikte Befolgung von gesetzlichen und behördlichen Vorgaben minimiert, deren Einhaltung durch das nach ISO 14001 zertifizierte Umweltmanagementsystem laufend überprüft wird.

Altlasten aus der früheren Nutzung des Betriebsgeländes in Ranshofen wurden durch rasche Jmsetzung der Sanierungspflichten gesichert bzw, behoben oder sind durch Rückstellungen bzw. Eventualverbindlichkeiten abgedeckt. Vormaterialien mit einem Kontaminationsrisiko werden bereits bei Anlieferung umfangreich untersucht und gegebenenfalls abgewiesen.

Klimarisiken

Der Klimawandel und seine Folgen führen zu einer Vielzahl von Problemen und haben Auswirkungen auf unsere Umwelt, unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft. Man unterscheidet bei den Auswirkungen und den damit verbundenen Risiken grundsätzlich zwischen physischen und transitorischen Klimarisiken. Die AMAG betrachtet den Klimawandel als eine der größten globalen Herausforderungen und bekennt sich zu den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens. Ein wichtiger Schritt, um den Klimawandel zu bekämpfen ist die Dekarbonisierung industrieller Prozesse, für die die AMAG eine eigene Roadmap ausgearbeitet hat. Um regulatorischen Risiken etwa aufgrund von Anderungen in Vorgaben zum Klima- und Umweltschutz bzw. zur Energiepolitik vorzubeugen, werden laufend die Rechtslage bzw. Gesetzesentwürfe beobachtet sowie der Austausch mit Stakeholdern forciert.

Informationsverarbeitung und -sicherheit

In diesem sensiblen Bereich liegt das Hauptaugenmerk auf Datensicherheit, Kompatibilität sowie Effizienz der Systeme, Ausfalls- und Zugriffssicherheit, Manipulations- und Schadsoftwareschutz sowie Betriebssicherheit, insbesondere auch bei den vernetzten, digitalisierten Produktionsanlagen. Die konzernweite Steuerung der IT-Aktivitäten erfolgt durch die Bereichsleitung Informationstechnologie sowie durch den bzw. die Informationssicherheitsbeauftragte:n auf Basis einer IT-Richtlinie, definierter Standard-IT-Prozesse nach ITIL sowie eines zertifizierten Managementsystems für Informationssicherheit nach ISO27001:2022. Weiters sind Sicherheits- und Berechtigungskonzepte sowie örtlich getrennte Ausweichrechenzentren und weitere zahlreiche Maßnahmen implementiert, um das Risiko und die Dauer eines Systemausfalls durch Hardwaredefekt, Datenverlust oder Manipulation, auch im Falle eines Cyberangriffs, zu reduzieren.

Risiken aus unzulänglichen Überwachungssystemen und betrügerischen Handlungen Zur Früherkennung, Uberwachung und Vermeidung von Risiken ist ein umfassendes intenes Kontrollsystem institutionalisiert. Dieses umfasst adäquate Instrumente und Abläufe zur Vermeidung und Früherkennung sowie zur sinnvollen Reaktion auf eintretende Risikofälle.

GESCHÄFTSRISIKEN

Beschaffung

Zur Herstellung von Aluminiumprodukten werden Roh- und Hilfsstoffe aus externen Quellen, die einem Preis- und Verfügbarkeitsrisiko unterliegen können, benötigt. Für die Produktion von Primäraluminium ist die Versorgung mit Tonerde ein wesentliches Risiko, das AMAG durch einen breiten Lieferantenkreis und die Qualifizierung mehrerer Raffinerien mitigiert. Das Hauptrisiko in den Gießereien liegt in der Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung mit Vormaterialien, insbesondere Aluminiumschrotten. Der Druck auf die Schrottversorgung in Europa hat sich 2025 curch steigende Nachfrage und zunehmende Exporte in Drittländer weiter verschärft, was auch zu höheren Schrottpreisen führt. AMAG begegnet diesen Risiken durch langfristige Rahmenverträge, internationale Streuung der Bezugsquellen sowie Investitionen in Sorier- und Aufbereitungstechnologien. Zusätzlich sichern flexible Beschaffungsstrategien, erhöhte Sicherheitsbestände für Legiermetalle und ein erweitertes Lieferantenportfolio die Versorgung. Für Walztarren und Platten bestehen Verträge mit renommierten Partnern, ergänzt durch Eigenproduktion. Risiken aus geopolitischen Entwicklungen und möglichen Ausfällen von Geschäftspartnern werden durch Bonitätsmonitoring und ein etabliertes Complianceund Beschaffungsmanagement reduziert.

Marktumfeld und Absatz

Die AMAG-Gruppe ist als internationales Unternehmen makroökonomischen Risiken ausgesetzt, die unter anderem Einfluss auf Preis und Nachfrage haben können, Hierzu zählen beispielsweise die Entwicklung der weltweiten Konjunktur, geopolitische Konflikte, klimapolitische Auswirkungen sowie die politischen und handelspolitischen Rahmenbedingungen in einzelnen Absatzregionen. Die breit gefächerte Produktpalette der AMAG-Gruppe gewährleistet die Unabhängigkeit von einigen wenigen Absatzregionen, Abnehmerbranchen oder Großabnehmern,

Projekte und Investitionen

Die Risiken von Großprojekten werden in regelmäßigen Projektaufsichtssitzungen überwacht. Eine wesentliche Aufgabe der Projektaufsicht ist die laufende Definition und Uberwachung der Umsetzung von risikominimierenden Maßnahmen.

Wettbewerb und Kapitalmarkt

Die AMAG bekennt sich ohne jede Einschränkung zum fairen Wettbewerb und zur fairen Vertragsgestaltung mit ihren Geschäftspartnern im Rahmen der rechtlichen Bestimmungen sowie zu den Kapitalmarktregeln. Dieses Bekenntnis ist durch die Einführung entsprechender Richtlinien (z.B. Kartellrecht-Richtlinie, Emittenten-Compliance-Richtlinie und Richtlinie zur Korruptionsprävention) sowie durch den Verhaltenskodex (Code of Conduct) institutionalisiert.

Forschung und Entwicklung

Durch regelmäßige Strategiegespräche mit Kunden und die laufende Beobachtung des Wettbewerbs wird sichergestellt, dass frühzeitig Anforderungen und (technologische) Anderungen erkannt und berücksichtigt werden. Außerdem werden in Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlich-technologischen Beirat der AMAG-Entwicklungen der Akademia beobachtet. Daraus abgeleitete F&E-Schwerpunktprojekte sorgen dafür, insbesondere die Recycling- und Legierungskompetenz der AMAG am Standort Ranshofen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Damit soll das Risiko einer Reduktion des technologischen Vorsprungs gegenüber Mitbewerbern minimiert werden. Ein Risiko für die Entwicklungsarbeiten besteht in der generellen Zunahme von Anmeldungen für „Intellectual Properties“, insbesondere gefördert durch die fortschreitende Konsolidierung der Aluminiumkonzerne und das Aufkommen von (länderbezogenen) Verwendungspatenten. Zur Abklärung des Risikopotenzials ist es bei der Planung von Entwicklungsarbeiten verpflichtend, die aktuelle Schutzrechtssituation durch interne und externe Patentrecherchen zu ermitteln und den Stand der nationalen und internationalen Forschung sowie deren Auswirkungen auf das Unternehmen zu erheben. Dies erfolgt in Abstimmung mit externen Patentkanzleien und ggf. gemeinsam mit Kunden.

Recht

Die AMAG-Gruppe ist aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit einer Reihe von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Sie verfügt über eine spezialisierte Rechtsabteilung, die je nach Anforderung und Jurisdiktion die rechtlichen Risiken intern oder unter Einbeziehung von externen Anwält:innen prüft und bewertet. Zusätzlich stehen auch juristische KI-Tools zur Verfügung. In der Vertragsgestaltung werden Risiken durch die

Implementierung von Haftungslimits mitigiert. Die Einhaltung der rechtlichen Verpflichtungen wird laufend überwacht. Dies erfolgt beispielsweise im Zuge von internen Audits, die im Rahmen der implementierten Managementsysteme durchgeführt werden (z.B. im Bereich Umweltrecht und Arbeitnehmerschutz) sowie durch regelmäßige externe Überprüfungen.

Finanzwirtschaft

Als Produzent und Verarbeiter von Aluminium unterliegt die AMAG-Gruppe vor allem dem Metallpreisund Währungsrisiko. Aluminium wird an der LME in US-Dollar gehandelt und die volatilen Verläufe sowohl der Aluminiumnotierung als auch des Dollarkurses hätten ohne entsprechende Sicherungsmaßnahmen direkte Auswirkungen auf die Ertragslage. In den verbindlichen Konzernrichtlinien ,„Metallmanagementrichtlinie“ und „Finanzmanagementrichtlinie" sind die Vorgangsweisen zur Erfassung dieser beiden Hauptrisiken und deren Absicherung geregelt.

Zur Stabilisierung der Ergebnisse der Elektrolysebeteiligung können Aluminiurmpreise – als zentrale Komponente des Verkaufspreises – rollierend im Voraus durch Terminverkäufe und Optionen abgesichert werden. Ebenso besteht die Möglichkeit, das Preisschwankungsrisiko des Rohstoffs Tonerde durch Termingeschäfte für kommende Perioden zu reduzieren.

Das Metallmanagement am Standort Ranshofen erfasst zentral alle LME-korrelierten Aluminiumeinkäufe und -bestände sowie die LME-korrelierten Aluminiumverkäufe der operativen Gesellschaften und ermittelt laufend die dem Kursrisiko ausgesetzte Aluminiumposition,

Die zusätzlich zum Aluminiumpreis anfallenden Prämien für Primäraluminium beeinflussen die AMMAG-Gruppe sowohl einkaufs- als auch verkaufsseitig. Diese Prämien können sich in einzelnen Regionen unterschiedlich entwickeln. Das Metallmanagement misst und bewertet den Prämienstatus regelmäßig. Gegebenenfalls können auch Sicherungsgeschäfte für diese Prämien durchgeführt werden.

Für die mit den derivativen Sicherungsaktivitäten potenziell verbundenen Einschussverpflichtungen (Liquiditätsrisiko) wird durch vorhandene Liquiditätsreserven und kurzfristig verfügbare Banklinien vorgesorgt. Das Kreditrisiko, das durch die Nichterfüllung durch Kontrahenten von Derivaten mit positivem Marktwert besteht, wird durch die sorgfältige Auswahl internationaler Banken und Broker sowie einer Limitpolitik zur Risikostreuung begrenzt. Bei den Forderungen wird das Ausfallrisiko durch den Abschluss von Kreditversicherungen und bankmäßigen Sicherheiten wie Garantien und Akkreditiven mitigiert.

Die Finanzierungs- und Veranlagungsaktivitäten, deren Absicherung sowie das Fremdwährungsmanagement werden für die gesamte Unternehmensgruppe zentral gesteuert. Das Kontrahentenrisiko aus Guthaben bei Kreditinstituten wird durch Vergabe interner Veranlagungslimits und, sofern vorhanden, unter Beachtung externer Ratings und regelmäßiger Kontrolle der CDS-Spreads gemanagt. Soweit nicht durch Zahlungseingänge und -ausgänge in gleicher Fremdwährung ein natürlicher Risikoausgleich bei Kursschwankungen gegeben ist, werden Wechselkursrisiken der wesentlichen Fremdwährungspositionen durch Devisentermingeschäfte und gegebenenfalls Optionen quotenmäßig gesichert.

Am Standort Ranshofen ist ein in SAP integrierter Zahlungsprozess etabliert. Durch die Eliminierung von manuellen Eingriffsmöglichkeiten an den Schnittstellen wurde das Manipulationsrisiko im Zahlungsverkehr auf ein Minimum reduziert. Die Rechnungs- und Zahlungsfreigaben erfolgen konzernweit nach einem technisch und organisatorisch abgesicherten Mehraugenprinzip.

FORSCHUNGSBERICHT

Die Forschungsstrategie der AMAG zielt auf die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch Entwicklung kundenspezifischer Problemlösungen sowie Spezialprodukte ab und leistet somit einen wesentlichen Beitrag zur Wachstumsstrategie. Ein hoher Grad an Spezialisierung, modernste Produktionstechnologien sowie weitreichende Digitalisierung spielen dabei eine maßgebliche Rolle. Auch die Optimierung von Materialeigenschaften sowie der effiziente Materialeinsatz gehören zu den F&E- Aktivitäten. Dabei setzt die AMAG an den Standorten insbesondere auf die Zusammenarbeit mit Schlüsselkunden aus technologisch herausfordernden Branchen mit hohem Innovationspotenzial (z.B. Automobil, Luftfahrt).

Die Verantwortung für die Koordination von Forschung, Entwicklung und Technologie der einzelnen Gesellschaften liegt im Fachbereich Corporate Technology, dessen Leitung direkt an den Technikvorstand berichtet. Der Fachbereich ist für die Entwicklung und Umsetzung der F&E-Strategie, Kooperationen mit (außer-)universitären Forschungsinstituten, die Neu- und Weiterentwicklung von Produkten und Prozessen, die anwendungsorientierte Werkstoffentwicklung, digitale Technologien zur Analyse und die P-Strategie (IP= intellectual property) zur Sichtung, Sicherung und Verwertung von geistigem Eigentum zuständig. In den operativen Gesellschaften sind zudem eigene Technologiebereiche installiert. Nachstehend ein Überblick wesentlicher Kennzanlen der AMAG rolling GmbH im Bereich Forschung & Entwicklung:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 11
NICHTFINANZIELLE KENNZAHLEN IM
BEREICH FORSCHUNG & ENTWICKLUNG20252024
Spezialitätenanteil in %52%58%
Personalstand (Köpfe per 31.12.) im Bereich F&E130138
Anzahl Verbesserungsvorschlåge (VV)3.8416.152
VV-Umsetzungsquote76%76%
Erzielter Erstjahresnettonutzen je Mitarbeiter:in in EUR8.5459.976
F&E Aufwendungen in Mio. EUR20,219.8

AUSBLICK

WIRTSCHAFTLICHER AUSBLICK 2026

Die Weltwirtschaft wird laut Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF, engl.: International Monetary Fund – IMF)2 im Jahr 2026 moderat wachsen. Die globale Konjunktur profitiert von einer Lockerung der Geldpolitik, rückläufigen Inflationsraten und verbesserten finanziellen Bedingungen, Dennoch bleiben geopolitische Spannungen, protektionistische Maßnahmen (bspw. US-Zölle) und strukturelle Herausforderungen zentrale Risikofaktoren für die Weltwirtschaft.

Der IWF prognostiziert für 2026 ein weltweites BIP-Wachstum von +3,1 %, nach +3,2 % im Jahr 2025. Die globale Inflationsrate soll weiter sinken und bei etwa 3,7 % liegen, was zusätzlichen Spielraum für geldpolitische Lockerungen schafft, Treiber des Wachstums bleiben Asien und Teile der Schwellenländer, während die Industrieländer nur moderate Zuwächse verzeichnen.

Für die Industrieländer wird ein Wachstum von rund +1,8 % erwartet (2025: +1,7 %). In der Eurozone wird ein Wachstum von rund +1,3 % prognostiziert, getragen von rückläufigen Energiepreisen sowie einer anziehenden Erholung der Industrieproduktion (2025: +1,4 %). Strukturelle Herausforderungen und Handelsrisiken bleiben relevante Einflussgrößen. Deutschland wird sich mit einem Plus von +1,1 % weiter erholen (2025: +0,2 %), während Japan mit +0,7 % (2025: +1,1 %) und das Vereinigte Königreich mit +1,3 % (2025: +1,4 %) ebenfalls moderate Wachstumsraten erreichen sollen. Die USA bleiben mit +2,4 % auf einem soliden Wachstumspfad (2025: +2,1 %) während für Kanada ein Anstieg von +1,6 % prognostiziert wird (2025: +1,6 %). GemäB der Konjunkturprognose des österreichischen Wirtschaftsforschungsinstituts soll die heimische Konjunktur in 2026 um +1,2 % wachsen (2025: +0,5 %), getragen von einer verbesserten Industriekonjunktur und steigenden Exportaktivitäten.?

* IMF, Worid Economic Outlook, Jänner 2026

² WIFO, Konjunkturprognose 4/2025, Dezember 2025

* CRU, Aluminium Market Outlook, Oktober 2025

* CRU, Aluminium Rolled Products Market Outlook, November 2025

AUSBLICK ALUMINIUMMARKT

Marktausblick 2026

Der globale Bedarf an Primäraluminium soll sich laut CRUa im Jahr 2026 um +2,2% auf 75,7 Mio. Tonnen erhöhen. Im Vergleich dazu wird für die weltweite Produktion ein etwas höherer Anstieg von +2.7 % auf 76,0 Mio. Tonnen erwartet. Damit zeigt sich weiterhin eine annähernd ausgeglichene Marktbilanz im Jahr 2026.

Im Bereich der Aluminiumwalzprodukte soll sich laut CRUa der globale Bedarf um +3,6 % auf 33,5 Mio. Tonnen im Jahr 2026 erhöhen. Die weltweite Produktion wird ebenfalls mit 33,5 Mio. Tonnen prognostiziert und soll sich damit um +3,6 % im Vergleich zum Jahr 2025 steigern. Unverändert ist Aluminium ein Werkstoff, der aufgrund einer Vielzahl an positiven Eigenschaften (Gewicht, Stabilität, Formbarkeit etc.) in zahlreichen Branchen eingesetzt und weiterverarbeitet wird.

Mit Blick auf die Prognosedaten des YDA1b zur Entwicklung der Automobilmärkte im Jahr 2026 wird für Europa (EU, EFTA & UK) mit 13,4 Mio, Einheiten ein moderates Absatzplus von +2 % erwartet. Hinsichtlich der erwarteten PKW-Produktion in Deutschland rechnet der VDA im Jahr 2026 mit einem leichten Rückgang um -1 % auf 4,11 Mio. Pkw. In den USA wird infolge des erhöhten Protektionismus und den damit einhergehenden Kostenerhöhungen von einem Rückgang um -4 % auf 16 Mio. Light Vehicles ausgegangen.

Mittelfristiger Marktausblick bis 2030

Der weltweite Bedarf an Primäraluminium soll bis 2030 laut CRU-Prognose11 im Durchschnitt um +1,3 % p.a, auf 79,2 Mio, Tonnen ansteigen (2025: 74,1 Mio, Tonnen). Ein spürbar kräftigeres jährliches Wachstum wird laut CRU12 im Bereich der Aluminiumwalzprodukte erwartet. Die globale Nachfrage soll bis 2030 im Durchschnitt um +3,6 % p.a. auf 38,6 Mio. Tonnen ansteigen (2025: 32,3 Mio. Tonnen).

10 VDA, Pressemitteilung „Prognosen für 2026: Pkw-Neuzulassungen in Deutschland steigen leicht", Dezember 2025

11 CRU, Aluminium Market Outlook, Oktober 2025

18 CRU, Aluminium Ralled Products Market Outlook, Navember 2025

AUSBLICK GESCHÄFTSENTWICKLUNG 2026

Vor dem Hintergrund herausfordernder Rahmenbedingungen im Jahr 2025 konnte die AMAG rolling GmbH durch ihre vielfältige Aufstellung, hohe Flexibilität in der operativen Abwicklung und kundenorientierte Agilität insgesamt eine robuste Absatzmenge erzielen. Trotzdem wurde die Ertragslage durch ein verändertes und handelspolitisch beeinflusstes Wetthewerbsumfeld in relevanten Absatzmärkten und damit verbundenen Margenrückgängen negativ beeinflusst, Rasch umgesetzte Stabilisierungsmaßnahmen halfen, die Auswirkungen auf das operative Ergebnis deutlich abzufedern.

Im Geschäftsjahr 2026 wird die AMAG rolling GmbH weiterhin in einem anspruchsvollen Umfeld agieren. Die globalen Märkte bleiben volatil, wobei handelspolitische Unsicherheiten – insbesondere die in den USA eingeführten Zôlle auf Aluminiumimporte – die internationalen Warenströme und die Preisgestaltung beeinflussen können. Gleichzeitig gehen aktuelle Wirtschaftsprognosen für 2026 von einer insgesamt verbesserten Industriekonjunktur in 2026 aus.11 Weltweit wird für den Aluminiummarkt (Primär- und Sekundäraluminium) ein Bedarfsanstieg prognostiziert.

In der AMAG rolling GmbH wird der Geschäftsverlauf auch im Jahr 2026 maßgeblich vom wirtschaftlichen Umfeld in Europa und der Nachfrage in den relevanten Abnehmerindustrien bestimmt.

Die Strategie der breiten Diversifikation über Produkte, Regionen, Branchen und Kunden konsequent fortgeführt. Die Nachfrage nach Alumıniumwalzprodukten soll sich im Jahr 2026 positiv entwickeln, wobei für Westeuropa unverändert Überkapazitäten zu erwarten sind, Aus heutiger Sicht werden die einzelnen Absatzsegmente wie folgt eingeschätzt:

Trotz des erwarteten positiven Marktwachstums der gesamten Luftfahrtbranche (vgl. kommunizierte Bauratensteigerungen) könnte die Nachfrageentwicklung für AMAG durch bestehende Lagerbestände an Aluminiumwalzprodukten gedämpft werden, Die Automobilindustrie sowie der Wärmetauscherbereich bleiben speziell in Europa herausfordernd. Dennoch wird aus heutiger Sicht – insbesondere aufgrund kurzfristig genutzter Marktchancen – mit einer Steigerung der Absatzmengen in 2026 gerechnet. Bei den industriellen Anwendungen wird vor allem die weitere Entwicklung des Wettbewerbsumfelds und die damit einhergehende Preissensibilität eine maßgebliche Rolle spielen, Im zweiten Halbjahr 2025 konnte infolge des veränderten Wettbewerbsumfeld insgesamt ein erhöhter Preisdruck mit entsprechendem Einfluss auf die Ertragsqualität festgestellt werden. Für den Verpackungsbereich ist aus heutiger Sicht mit einer anhaltend soliden Mengenentwicklung im Jahr 2026 zu rechnen. In

den Sektoren Sport und Architektur wird aktuell keine grundlegende Veränderung der in den Vorjahren rückläufig gewesenen Absatzentwicklung erwartet.

WFG Kanjunktusproprese 4. 025. Dezembei

Unsicherheiten hinsichtlich der Zollausgestaltung bestehen weiterhin und können kurzfristig sektorund länderübergreifend zu spürbaren Nachfrageschwankungen führen.

Die AMAG rolling GmbH wird weiterhin Effizienzmaßnahmen konsequent fortführen und ein stringentes Kostenmanagement betreiben.

Eine konkrete Ergebnisprognose in Form einer EBITDA-Bandbreite für das Geschäftsjahr 2026 ist derzeit nicht möglich. Die Ergebnisqualität wird maßgeblich von der wirtschaftlichen Entwicklung, insbesondere der europäischen Industriekonjunktur sowie von den Preisentwicklungen für Rohstoffe und Energie beeinflusst.

02. Februar 2026

St. Cheanet beli

Mag. Wolfgang EII-Oberauer

Mag. Thom|s Kornfeld

Dipl,-Ing. Dr. Florian Stadler

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